Die Herausforderung des Todes und die Kraft des Wortes Gottes
Noch einmal leuchtet draußen die ganze Sommerherrlichkeit, schon in der herbstlichen Färbung. Und die Bibel, Gottes Wort? Sie führt uns an ein frisches Grab. Viele unter uns haben das in ihrem Leben schon erfahren.
Will ich eine Erschütterung? Das ist ganz anders, als man sich das vorher so vorstellt. Viele bekommen danach nie mehr die Füße auf den Boden. Vielleicht sind wir manchmal nur deshalb so vergnügt, weil wir die ganze Realität des Sterbens verdrängen. Ja, man kann sich das ja gar nicht dauernd vor Augen halten.
Aber wenn es uns trifft und wir plötzlich liebe Freunde hinaus auf den Friedhof begleiten, dann fühlen wir uns so hilflos. Was soll man auch trösten? Was kann man denn sagen? Ich fühle mich genauso hilflos wie sie.
Lesen Sie doch einmal die Todesanzeigen, wie oft da die ganze Verzweiflung daraus spricht: „In fassungslosem Schmerz, unendlich traurig.“ Oder oft steht das ja auch auf den Grabsteinen, besonders auf den älteren: „Du warst unsere ganze Hoffnung. Jetzt ist alles vorbei, vorüber.“
Der einzige, der in unserer Welt des Todes reden kann, ist Jesus, der lebt, der auferstanden ist. Und ich freue mich, dass ich Ihnen heute wieder diese gute Nachricht, dieses Evangelium, verkünden darf. Wir wollen es vielen Menschen sagen.
Das Einzige, was wir sagen können angesichts der Macht des Todes, ist: von Jesus erzählen, sein Wort weitergeben, was er sagt angesichts der ganzen Schrecken des Todes. Er hat am Ostermorgen den Tod überwunden und besiegt. Und er will, dass wir mit ihm leben, nicht sterben.
Das Leben ist Jesu Thema, nicht der Tod. Der Sieg soll auf den Friedhöfen demonstriert werden. Wenn wir liebe Menschen beerdigen, dann soll das Thema sein, vom Leben zu reden, von der Freude an Jesus, vom Geborgensein und vom Helfen.
Alles andere – ja, was sollen wir sonst noch sagen? Den Schmerz fühlen wir. Den Trost kann uns nur Jesus geben.
Jesu Wort als lebendige Kraft über dem Tod
Mir fällt auf, wie Jesus an das Grab des Lazarus tritt, den er sehr liebhat und mit dem er eng verbunden war. Was tut Jesus Besonderes? Ist Ihnen aufgefallen, dass alles, was Jesus tut, nur sein Wort ist, mit dem er spricht? So wie wir heute auch nur sein Wort haben.
Hier berührt er überhaupt nichts. Er macht keine Handlung, keine Zeremonie. Er ruft in die Grabeshöhle hinein – mit einem ganz schlicht verständlichen Wort. Haben wir das bemerkt? Was sagt Jesus an anderer Stelle? „Meine Worte sind Geist und Leben.“ In diesen Worten steckt Energie und Dynamik.
Merken Sie eigentlich, beim Bibellesen, dass Jesu Worte etwas bewirken, etwas in Gang setzen? Sogar über einem verwesenden Leichnam. So stark ist das Wort Jesu. Wir, die wir dauernd mit dem Bibelwort umgehen, sind das alles irgendwo gewohnt. Wir haben die Worte abgeschliffen, haben sie belanglos und alltäglich gemacht und merken gar nicht mehr, wie das eigentlich ist.
So wie Gott durch sein Wort die Welt geschaffen hat, so wirkt Jesus durch sein Wort unbegreifliche Wunder. Das sind ja nicht bloß Trostworte, die besänftigen oder einlullen. Mit diesen Worten geschieht eine Veränderung – eine totale Veränderung der Tatbestände, die wir sehen und die für uns unumstößlich sind.
Darum ist es so wichtig, auf dieses Wort zu hören. Ein paar Kapitel weiter vorne steht etwas, das man normalerweise beim Bibellesen gar nicht beachtet: In Johannes 7 waren einige Soldaten losgeschickt worden, um Jesus zu fangen. Doch sie kommen unverrichteter Dinge zurück.
Dann fragt der Kommandeur: „Was ist los? Warum bringt ihr Jesus nicht gefangen?“ Die Soldaten antworten mit einer Begründung, warum sie mit ihrer ganzen Waffenmacht machtlos sind: „Es hat noch nie ein Mensch geredet wie dieser.“ Es hat noch nie jemand so geredet wie er.
Plötzlich standen sie ohnmächtig vor diesem schlicht redenden Jesus. Sie kennen das an anderer Stelle, wo es am Ende der Bergpredigt heißt: „Und die Menschen entsetzten sich, denn Jesus predigte gewaltig, mit Vollmacht.“ Das ist wieder dieses wirkende, tätige, große Wort.
Glaube und Zweifel im Umgang mit Jesu Führung
Ich möchte empfehlen, aus diesem Kapitel nur ein paar Aspekte herauszugreifen und zunächst darauf einzugehen, wie Jesus spricht, wenn man an ihm verzweifelt. An Jesus kann man verzweifeln. Manche frommen Sprüche, die man sich zurechtlegt, stimmen einfach nicht mit der Lebenswirklichkeit überein. Und es gehört zur Nachfolge Jesu, dass man oft die Führung Jesu nicht versteht. Das hat Jesus uns auch vielfach angekündigt, und es gehört zur Wirklichkeit unseres Glaubens.
Lassen wir die Vereinfachungen im Glauben einmal außen vor. Ich verstehe gut, dass Menschen auch im Glauben verzweifeln können. Neulich sprach ich mit einem Mann, dessen einziger Sohn auf einer Fahrt zu einem Zeltlager von einem 19-jährigen Jungen totgefahren wurde. Er sagte: „Ich habe jahrelang mit Gott gehadert.“ Und nun ist er ein strammer, bekennender Christ. Hilft ihm das? Weil Gott anders ist, als wir es mit unserem Kopf und Wunschdenken erfassen können. Wir können in diesem Leben nicht alles verstehen, was Gott uns auferlegt und zumutet.
Auch Maria und Martha waren an Jesus verzweifelt. Alles begann mit der Krankheit des Lazarus: Er bekam plötzlich hohes Fieber. Die Schwestern suchten zuerst die ganze Hausapotheke zusammen, legten alle möglichen Wickel an und wuschen ihn liebevoll. Sie wussten, wie man sich kümmert, sie wachten nachts am Bett und probierten alles. Als sie merkten, dass es ernst wird, sagten sie: „Wir holen Jesus!“ Sie schickten jemanden los, der schnell läuft. Sie glaubten fest: Wenn Jesus kommt, ist alles vorbei. Er spricht sein Wort, und alles wird heil. Im Gebet hatten sie Zuversicht.
So saßen sie am Krankenbett und hielten die Hand des schwachen Lazarus. Sie sagten: „Warte, Lazarus, gleich kommt Jesus.“ Jesus hatte Lazarus sehr lieb. Doch er blieb zwei Tage einfach weg. Wie kann das sein? Er muss doch kommen, er hat es versprochen! Man kann sich vorstellen, wie Maria und Martha fortwährend zum Fenster schauten, in der Hoffnung, Jesus müsse gleich um die Ecke kommen. Bethanien war nicht weit entfernt. Sie schickten jemanden hinaus: „Warte, er kommt gleich!“ So wie man ungeduldig schaut: „Jetzt wird es Nacht, neun Uhr, zehn Uhr, jetzt muss er doch kommen!“ Doch es geschah nichts. Jesus tat so, als ob ihn das nichts angehe.
Das widerspricht doch all der Liebe, die in diesem Haus in Bethanien herrschte. Jesus kehrte dort gerne ein, bei Maria und Martha. Sie waren immer herzlich willkommen. Es war eine innige, vertrauensvolle, herzliche Liebesbeziehung. Doch mit Lazarus wurde es immer schlimmer. Er atmete schwer, das Fieber stieg weiter, seine Augen blieben weit geöffnet. Man spürte: Der Tod ist nicht mehr fern. Jetzt muss doch Jesus kommen – und er bleibt weg.
Es ist ja schon ein großer Glaube, wenn man weiß und sagt: Jesus kann bei ihm ist nichts unmöglich, er kann helfen, er kann retten und auch über Krankheiten gebieten. Aber wenn Jesus einfach schweigt, wenn nichts geschieht, dann ist das schwer zu ertragen. Und dann stirbt Lazarus.
Maria und Martha waren zwei großartige Frauen. Man sollte sie nicht zu schnell kritisieren. Denn auch in dieser schweren Stunde des Todes waren sie noch geborgen im großen Trost des Glaubens. Sie sprachen viel von der Auferstehung am Jüngsten Tag. Sie wussten, dass Gott keine Fehler macht, auch wenn er uns unbegreiflich Schweres auferlegt. Das lernt man schon mit Konfirmanden.
Sie waren auch bereit, Gott Ehre zu geben – und nicht zuletzt sagten sie: „So wie hier, der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen, der Name des Herrn sei gelobt.“
Jesu Handeln im Angesicht des Todes
Merkwürdig ist, dass Jesus erst aufbricht, als Lazarus schon lange tot ist, ja bereits bestattet wurde. Nun müssen Sie wissen: Von dieser Taufstelle am Jordan sind es 30 Kilometer bis nach Bethanien. Das war ein tüchtiger Marsch, und das in der glühenden Hitze. Außerdem sind dabei 1000 Höhenmeter zu überwinden – vom Jordantal hinauf bis nach Bethanien am Rande von Jerusalem.
Jesus macht diese Reise und wandert hinauf. Doch wann kommt er an? Als alles schon vorbei ist. Und da verstehe ich, wie es ist. Die beiden Schwestern sagen bei Jesus jedes Jahr für sich den ganzen Schmerz noch einmal: „Herr, wenn du hier gewesen wärst, warum warst du denn nicht hier? Warum?“ Sie fragen: „Du hättest doch noch einmal all das Elend stoppen können. Warum handelt Jesus so unbegreiflich? Warum kann Jesus das zulassen? Warum treibt er die Krankheit auf die Spitze, bis es keinen Ausweg mehr gibt?“
Jesus sagt zweimal: „Diese Krankheit ist nicht zum Tode, sondern dass die Herrlichkeit Gottes offenbar werde.“ Es geht also um die Verherrlichung Gottes, damit der Sohn Gottes dadurch verherrlicht wird. Darum kann es oft bei uns so aussehen, als ob alles verloren ist. Doch wir sind nie verlassen. Das ist niedergeschrieben für uns, damit wir es wissen – gerade in den ganz großen Stunden des Zweifels, der Anfechtung, des Murrens und Haders.
Er ist doch da mit seiner Liebe, die mich nicht loslässt. Er wird sich in diesem ganzen Jammer und in diesem unbeschreiblichen Elend herrlich erweisen, wunderbar, sodass wir nur staunen können. Wie Hiob gesagt hat: Am Ende wird er sich über dem Staub erheben. „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“, sagt er. Und dann dürfen wir teilhaben an seinem Sieg.
Wenn ich vom Ende alles ansehe, sieht alles ganz anders aus. Ganz anders. Ich möchte Ihnen das jetzt bloß sagen, weil Sie enttäuscht, bitter und traurig sind über vieles Schwere. Sagen Sie nicht: „Ich verstehe Gott nicht.“ Sie brauchen ihn nicht zu verstehen. Es ist nie versprochen worden, dass Sie Jesus und seine Lebensführung verstehen. Vieles bleibt verborgen.
Aber ein Wort gibt er Ihnen: Er will sich in Ihrem Jammer verherrlichen. Das sagt er. Und dieses Wort bricht er nicht. Er lässt niemanden fallen, auch wenn wir sagen: Jetzt ist menschlich alles aus und alles verloren. Ganz einfach gesagt: Warum macht Jesus das? Weil er unseren Glauben wecken will.
Glauben ist nicht etwas, das wir uns selbst einreden können. Das merken Sie schon, dass der Glaube durch diese tiefen Anfechtungen hindurchgeht. Der Glaube befasst sich mit den Verheißungen und Zusagen Jesu, klammert sich an sein Wort und sagt: „Du sagst mir das, und darauf glaube ich.“ Das ist das Größte, was wir in den Stunden des Versagens, auch in den schwersten Krankheitsstunden, in den Sterbestunden oder im großen Leid, auf den Friedhöfen einander zurufen können: Dieses Wort Jesu gilt dir jetzt.
Jesus ist bei dir, bei denen, die zerbrochene Herzen haben, und bei denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben. Er will, dass wir ihm dort begegnen. Darum lässt er die Krankheit bei Lazarus bis auf die Spitze kommen, und das Leben des Lazarus verlischt – einmal demonstriert an einem Beispiel ganz beispielhaft.
Wenn ich hier predige, will ich nicht immer bloß sagen, es gibt überhaupt nichts wie den Glauben, der Jesu Wort vertraut. Glaube kann auch etwas Verrücktes sein, wenn der Glaube nur ein Gefühl ist. Aber der Glaube, der Jesus vertraut und seinem Wort gehorcht, der Risiken auf sich nimmt, den kann niemand stoppen oder eindämmen.
Dieser Glaube überwindet die Welt, er ist größer als alles, was uns bedrängen kann. So redet Jesus, wenn wir an ihm festhalten und nicht irre werden.
Die Überwindung des Todes durch Jesus
Aber jetzt kommt das Wichtigste: Was ist dann, wenn der Tod triumphiert? Wenn der Tod triumphiert, will ich noch einmal kurz beim Friedhof stehen bleiben.
Aus der Begleitung vieler Trauernder muss ich sagen: Niemand kann sich wirklich in die Lage dessen hineinversetzen, der sein Liebstes verloren hat. Der Tod ist ein unglaubliches Rätsel.
Jetzt will ich umdrehen und mich nur wundern, wie ein Mensch ohne Heiland sterben kann. Es gibt gar keine Lösung, wie wir das bewältigen sollen. Wie soll das gehen?
Da stehen die beiden Frauen, als Jesus mit ihnen redet. Sie sind so traurig. Es sind ja nur noch Rechte. Was hier die Liebe beweinen kann, alles, was einmal war, liegt zurück. Das ist abgebrochen. Die Liebesbande sind zerschnitten. Es war schön, er war ein guter Mensch, aber jetzt – jetzt ist es weg. Jetzt ist es aus.
Niemand hat mit seinen Gedanken dieses Rätsel je lösen können. Es ist erstaunlich, wie die beiden Frauen noch das Wissen sagen: Ja, aber Jesus hätte ja noch in der Krankheit eingreifen können. Doch Jesus will sie weiterführen, noch einen ganzen Schritt, damit sie auch die ganze Macht des Todes überwinden können.
Das sagt ja zuerst Martha: „Aber noch jetzt, Herr.“ Jetzt heißt es aber auch: Noch weiß ich, dass alles, was du bietest, von Gott gegeben wird. Auch jetzt, in dieser tiefen Not und dem Verlassen-Sein durch den Tod, weiß ich: Was dir Gott gibt, das wird geschehen.
Merken Sie, wie groß der Glaube ist? Das ist, glaube ich, ja immer in allen Religionen das Bilden dieses Blickens auf Jesus, dieses Vertrauen auf ihn, dieses Sich-an-ihn-Hinhängen, diese bedingungslose Verbundenheit mit ihm.
Und dann sagt Jesus: Ja, ich... Ja, wie gesagt, er sagt zu Martha: „Ich glaube ja, dass die Auferstehung kommt.“ Der Rabbi hat das auch so schön in seiner Leichenpredigt gesagt, das war ja so tröstlich. Ihr sagt: Nein, Martha, ich bin jetzt die Auferstehung.
Und damit man das nicht missverstehen kann, als ob es nur um die Bewältigung meiner Augenbewegung geht, sagt das Wort: „Und das Leben jetzt hier mit mir geschieht, all das.“ Und wer mit mir im Glauben verbunden ist, der wird selbst im Augenblick seines Sterbens den Tod nicht schmecken, sondern hinübergenommen werden ins Leben.
Und das Leben beginnt heute schon in den Tagen der Trauer. Hat der Tod seine Schrecken für dich verloren?
Das Leben in Fülle durch Jesus
In mir ist all das Leben gegenwärtig. Das heißt doch, wir haben das Leben gar nicht. Was leben wir denn dann? Wir können viele Reichtümer besitzen, Gesundheit, Ehre, Einfluss und Macht, aber das ist nicht das Leben.
Man spricht bei uns vom nackten Leben, das wir haben, und damit wird schon gezeigt: Das Leben ist nur ein Hauch, den wir noch tragen. Wir bewahren und pflegen ihn sorgfältig, damit im Alter das Leben nicht verlischt.
Jesus aber spricht vom Leben ganz anders – so, wie nur der gut reden kann, der uns das Leben in Fülle gibt. Er hat uns geschaffen, wir gehören ihm. Er sagt zu Maria und Martha: „Ich bin die Auferstehung und das Leben.“ Das bedeutet noch viel mehr, als nur zu sagen, die Toten fallen nicht in das dunkle Reich des Vergessens. Wer Jesus jetzt so erkennt, kann in einer Welt des Todes das Leben in einer ganz neuen Fülle und einem ganz neuen Reichtum überschwänglich erfahren.
Wer kann das entdecken? Gerade dann, wenn die Wasserwogen über ihn zusammenschlagen, wenn die Traurigkeit einen unterdrückt, wenn die Schwermut einen überwindet und man nicht mehr weiter weiß. Das gilt sogar dann, wenn die unheimlichen Kräfte des Bösen in unserem eigenen Leben wüten und wir nicht mehr siegen können, weil wir so schwach sind.
Jesus, du bist doch das Leben. Du musst doch stärker sein als diese Kräfte der Zerstörung und der Sünde in meinem Leben. Ich will doch siegen mit dir. Komm du mit deinem Leben in mich hinein, wirke du in mir die Auferstehung und das Leben.
Das heißt doch noch viel mehr als nur die Bewältigung meiner Todesstunde. Darum hat Jesus auch davon gesprochen: „Ich bin das Brot des Lebens.“ Nimm es doch heute Morgen beim Frühstück zwischen deine Zähne und nimm mich.
Oder: „Ich bin das Wasser des Lebens, das Quellwasser, das fließt.“ Dringe doch aus dieser Quelle des Lebens. Wir dürfen zu ihm kommen und sagen: Ja, wir sind schwach, durstig, müde und haben keine Kraft mehr.
Auf einmal wird all unser Denken auseinandergesprengt. Wer kann das auch denken? Wie ich Ihnen am Anfang gesagt habe, ist das für unseren menschlichen Verstand nicht fassbar.
Es hat noch nie jemand begreifen können, was Jesus in unserem Leben sein will: diese Quelle, dieses Brot, von dem wir leben. Gerade dort will er einen verzweifelten, müden, verzagten und traurigen Menschen spürbar und erfahrbar machen.
Zeugnis eines jungen Christen und die Einladung zum Glauben
Eine letzte Frage: Können wir das wirklich fassen? Können wir das wirklich verstehen? Werde ich Ihnen einfach so davon erzählen, als wäre es selbstverständlich?
Denn wir kannten Ralf Altenberger aus dem Remstal, aufgewachsen mit unseren Neffen und Nichten in Schorndorf. Er war ein junger, fröhlicher, lebenslustiger Kerl. Er hatte einen tollen Job in München als Industriekaufmann und war stolz auf seinen Porsche.
Doch wenige Monate bevor er durch einen schweren Verkehrsunfall ums Leben kam, hat er öffentlich einmal gesagt, was ihm Jesus bedeutet. Ich möchte das einfach mit seinen Worten wiedergeben, wie ein junger Mann seinen Glauben erlebt hat.
Er erzählt, dass ein Klassenkamerad ihm in der Schule geraten hat, dieses neue Leben mit Jesus auszuprobieren. Er schrieb dann nieder: „Dadurch, dass Jesus von den Toten auferstanden ist, hat er den Tod auch für uns überwunden und schenkt uns jetzt ewiges Leben.“
Heute, acht Jahre später, nachdem er Christus angenommen hat, erlebe ich jeden Tag neu, wie Jesus mich begleitet. Vor allem hat mein Leben Heimat und Frieden bei Gott gefunden. Seither darf ich mit einer tiefen, aufrichtigen Ruhe im Herzen leben. Ich weiß, dass mein Erlöser lebt und ich deshalb auch leben werde.
Jesus nahm mir die Angst vor dem Sterben. Das zeigt sich praktisch im Alltag durch Freude und Ausgeglichenheit. Ich möchte mich nicht mehr an den täglichen Kleinigkeiten und Problemen festbeißen, sondern den Blick nach vorne richten – auf den kommenden Heiland.
Mein Wunsch ist, dass viele Menschen auf dieses große Angebot Gottes eingehen. Warum? Fragt Jesus: „Glaubst du das, Maria? Nicht, ob du es für möglich hältst. Ist das deine Lebensgrundlage? Rechnest du mit mir?“
Morgen, wenn die Sorgen über dich hereinbrechen, wenn du nicht mehr weiter weißt, wenn Angst in deinem Leben so mächtig wird – weißt du dann, dass du das hast? Und blickst du dann auf diesen Sieger, den Heiland?
Wissen Sie, was da steht? Das ist wahr, nicht nur Gedanken, die wir erzählen, sondern eine Wahrheit, die viele Menschen erfahren haben – so wie Ralf Altenberger.
Ich darf Ihnen bezeugen: Wenn Sie vor den ganzen Rätseln Ihres Lebens stehen, dürfen Sie dies erfahren: Jesus versteht das Leben. Es ist nicht wahr, dass der Schmerz am Ende triumphiert. Sondern es ist wahr, dass Jesus größer ist als alles, was uns bedrückt und traurig macht.
Sie dürfen das als Tatsache erfahren und erleben, so sicher wie die Frage: „Wie spät ist es?“ „Ist es acht oder zehn Uhr?“ „Es ist zehn Uhr, zehn Uhr dreißig, zwanzig nach zehn.“
Sie dürfen erfahren, glauben und sich daran halten – gerade auch über den Graben hinaus. Jesus nimmt uns die Angst vor dem Sterben.
Das ist aber nur das eine. Es gibt Ihnen heute ein erfülltes Leben, wenn Sie Ihr Leben nicht nur danach ausrichten, wie lange Sie noch atmen, wie lange Sie noch Ihre Pension genießen dürfen oder wie lange Sie noch im Familienkreis sind.
Das ist kein Leben, das ist ein Ausgehauchtes Leben.
Ich möchte Sie dorthin führen, wo Ihnen Jesus neue Dynamik, neue Freude und neues Leben schenken will – gerade in all den Schwierigkeiten. Sie dürfen die Welt überwinden und sich freuen, dass dieses Leben, das heute anfängt, auch in Ewigkeit nie verlöschen kann.
Amen.
