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Wenn dein geistliches Leben abstirbt

Der Brief an die Römer, Teil 10/18
29.06.2010Römer 8,1-17
SERIE - Teil 10 / 18Der Brief an die Römer

 Römer Kapitel 8 behandelt das Leben im Geist und die Freiheit von der Sünde. Es beginnt mit der Aussage, dass es keine Verdammnis gibt für diejenigen, die in Christus Jesus sind. Denn das Gesetz des Geistes, der Leben gibt, hat dich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.

Der Text erklärt weiter, dass das Fleisch dem Geist widersteht, aber diejenigen, die nach dem Geist leben, Frieden und Leben finden. Es wird beschrieben, wie der Geist Gottes in den Gläubigen wohnt und ihnen hilft, als Kinder Gottes zu leben. Der Geist bezeugt auch, dass sie Gottes Erben sind und mit Christus gemeinsam Erben des ewigen Lebens.

Es wird betont, dass Gott alles zum Guten führt für diejenigen, die ihn lieben und nach seinem Vorsatz berufen sind. Selbst in schwierigen Zeiten dürfen Gläubige darauf vertrauen, dass Gott bei ihnen ist und sie nicht verlassen wird.

Das Kapitel endet mit einer kraftvollen Zusicherung, dass nichts uns von der Liebe Gottes trennen kann – weder Tod noch Leben, Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Höhe noch Tiefe noch irgendeine andere Kreatur. Diese Liebe ist in Christus Jesus, unserem Herrn.

Die Herausforderung und Bedeutung von Römer 8

Ich bin nicht oft nervös, wenn ich hier vorne stehe, aber irgendwie ist Römer 8 schon eine Herausforderung. Vielleicht nicht, weil es so schwer ist, sondern weil ich glaube, dass Paulus den ganzen Brief bis zu diesem Kapitel geschrieben hat, um genau dieses Kapitel zu schreiben. Wenn heute durch den Heiligen Geist dieses Kapitel nicht richtig rüberkommt, dann haben wir das Wesentliche verpasst. Das gibt mir heute Morgen ein komisches Gefühl im Bauch.

Der zweite Punkt ist, dass es in diesem Kapitel, natürlich im übertragenen Sinne, um Leben und Tod geht. Ich lese am Anfang Römer 8,13, nur den ersten Satz: "Denn wenn ihr nach dem Fleisch lebt, so werdet ihr sterben." Hier geht es um Gläubige. Es geht nicht um ewigen Tod oder ewiges Verlorensein. Es geht auch nicht darum, dass jemand plötzlich oder nicht so plötzlich stirbt.

Vielmehr geht es darum, dass die Beziehung, die Gott sich eigentlich zu seinen Leuten vorgestellt hat, ganz praktisch sterben kann. Wenn ihr als Gläubige nach dem Fleisch lebt – und hier im Kapitel geht es um Gläubige –, dann werdet ihr sterben. Das bedeutet, eure Beziehung zu Gott wird tot sein. Das Glück, das Gott eigentlich für euch vorgesehen hat und das euer Leben ausmacht, werdet ihr nicht erleben.

Ja, ihr werdet irgendwann im Himmel ankommen, wenn ihr wirklich gläubig seid. Aber es geht hier um Leben und Tod von dem, was Gott sich eigentlich für unser Leben gedacht hat. Leute, das ist kein Thema, das weit weg ist. Im übertragenen Sinne haben wir hier schon junge Menschen beerdigt, die über Jahre alles mitbekommen haben und überzeugt waren, sich bekehrt zu haben.

Ich bin überzeugt, dass sowohl junge als auch ältere Menschen heute Morgen hier sitzen, deren Beziehung zu Gott praktisch tot ist. Vielleicht ist das noch nicht so offensichtlich und vielleicht auch noch nicht so lange, dass es stinkt und andere es merken. Aber wenn wir nach dem Fleisch leben, dann werden wir sterben.

Aus diesen beiden Gründen ist es für mich ein schwieriges Thema. Aber wir fangen von vorne an. Eigentlich ist es ein fröhliches Kapitel – Entschuldigung für die ernste Einleitung.

Die Problematik des Lebens unter dem Gesetz und der Sünde

Im Kapitel sechs ging es darum, dass Menschen Sünden tun, also Dinge, die Gott offensichtlich nicht gefallen. Viele nehmen das auf die leichte Schulter, obwohl sie gläubig sind. Sie sagen: „Ja, ist doch nicht so schlimm, ich habe ja einen Gott, der mir vergibt. Wir leben ja unter der Gnade, nicht unter irgendeinem Gesetz. Wir leben unter Gnade.“ Sie sündigen also, tun Dinge, die Gott nicht gefallen, und denken, sie könnten hinterher zu Gott kommen, um Vergebung bitten, und dann sei alles wieder okay.

Das ist irgendwie auch wahr. Trotzdem sagt das Wort Gottes in Kapitel sechs, dass man das auf keinen Fall tun soll. Gott hat all das für uns getan, damit wir nicht mehr so leben wie vorher. Er hat es getan, damit wir nicht mehr so leben müssen wie früher. Die Sünde, selbst wenn sie nur eine Gewohnheit ist, versklavt uns und bringt uns von Gott weg.

Im Kapitel sieben haben wir einen Menschen gesehen, der sagt: „Ja, ich will den ganz schmalen Weg gehen. Ich will das tun, was richtig ist.“ Er bemüht sich sehr, mit Hilfe des Gesetzes, mit Hilfe der Zehn Gebote und auch mit Hilfe der Bergpredigt – die eigentlich nicht zum mosaischen Gesetz gehört, aber teilweise eine Auslegung davon ist – das Richtige zu tun. Er ist überzeugt in seinem Kopf, dass das wirklich gut ist.

Wir haben ein Kapitel voller Verzweiflung gelesen, in dem Paulus schreibt: „Ich stehe nicht hinter dem, was ich tue. Denn nicht das, was ich will, tue ich, sondern was ich hasse, das übe ich aus.“ Er sagt, er findet die Regeln Gottes so gut und merkt das Naturgesetz in seinem Leben, das ihn immer wieder dazu bringt, anders zu leben, als Gott es will. Das bringt ihn zur Verzweiflung. Er will das Eine, schafft es aber nicht und tut immer wieder das Andere.

Es ist wie ein Naturgesetz in seinem Leben, ähnlich dem Gesetz der Schwerkraft. Das Glas wollte ich jetzt nicht fallen lassen, um es zu demonstrieren, aber ihr kennt das Gesetz der Schwerkraft: Wenn ihr etwas loslasst, was passiert? Es fliegt definitiv nicht nach oben und bleibt auch nicht in der Luft stehen. Es wäre eines der ganz seltenen Ereignisse, die so unwahrscheinlich sind, dass sie in der Weltgeschichte wahrscheinlich nicht vorkommen. Quantenphysikalisch wäre es theoretisch möglich, aber praktisch fällt es immer nach unten.

Das wäre jetzt ein guter Effekt gewesen, oder? Alle haben darauf gewartet, dass es vielleicht doch nach oben fällt. Nein, das passiert nicht. Paulus sagt, genau so empfindet er es in seinem Leben. Ob er das persönlich meint oder ganz allgemein, sei mal dahingestellt. Er sagt, es ist irgendwie, als wäre er schizophren.

Er endet Kapitel sieben mit den Worten: „Also diene ich mit dem Sinn dem Gesetz Gottes, also mit meinen Überzeugungen, mit meinen Motivationen, mit dem, was ich eigentlich für gut halte, ich diene Gott und seinen Regeln. Aber ganz praktisch diene ich mit meinem Fleisch dem Gesetz der Sünde.“

Das Verständnis von "Fleisch" und seine Bedeutung

Was ist eigentlich Fleisch? Kapitel 7, Vers 14 sagt es: „Denn wir wissen, dass das Gesetz geistlich ist, ich aber bin fleischlich unter die Sünde verkauft.“ Immer wieder verwendet der Heilige Geist in diesen Kapiteln den Begriff „Fleisch“ und manchmal auch „Leib“. Dabei benutzt Paulus diese Begriffe oft in einem negativen Sinn. Dennoch ist Paulus nicht körperfeindlich. Wenn man seine Schriften liest, merkt man das deutlich.

Er sagt nicht, wie die Philosophen damals oder die Gnostiker, dass der Leib materiell und von vornherein böse sei. Sie meinten, man könne den Körper aufgeben und sich innerlich mit der geistigen Welt verbinden, was dann schön sei. Nein, Paulus ist nicht körperfeindlich. Er schreibt, dass der Körper eines Tages verwandelt wird und im Himmel sein wird. Paulus steht für all die Dinge im Leben, die Gott uns zum Genuss gegeben hat: Essen, Trinken, Schlafen, Sexualität, Natur genießen – er ist nicht gegen den Körper.

Trotzdem verwendet Paulus den Begriff „Fleisch“ und manchmal „Leib“ als Bild dafür, dass es in uns ein Naturgesetz gibt, das Gesetz der Sünde. Etwas in unserem Leben, selbst als gläubige Menschen, zieht uns weg von Gott, zieht uns nach unten, wie das Gesetz der Schwerkraft.

Warum gerade dieser Begriff? Ich glaube, Paulus meint damit das Element in uns, das eng mit unserem Leib verbunden ist und immer das Gefühl hat, alles sei vergänglich. Wir können uns noch so oft klar machen, dass Gott uns eine ewige Existenz zugesagt hat. Doch tief in uns drin sagt etwas: Wir sind vergänglich.

Was ist die Folge davon? Dieses Teil unserer Persönlichkeit, das die Vergänglichkeit spürt – die Bibel nennt es Fleisch – führt dazu, dass wir alles tun, um diese Vergänglichkeit aufzuhalten. Wir müssen jung bleiben, hatten wir schon im Römerbrief. Wir wollen jung aussehen, wir treiben viel Sport, wir tragen ein jugendliches Outfit. Alt werden will zwar jeder, aber alt sein will niemand – und schon gar nicht alt aussehen.

Dieses Verlangen ist tief in uns verwurzelt, das ist unser Fleisch. Alt sein erinnert uns daran, dass unser Leben auf der Erde irgendwann endet. Je älter wir aussehen, desto näher sind wir dem Tod. Instinktiv wollen wir das nicht wahrhaben. Wir wollen unsere Fähigkeiten behalten. Wer wünscht sich schon, bald nicht mehr ohne Hilfe laufen zu können? Manche erleben das schon, aber die Jüngeren wünschen sich das nicht.

Wir möchten nicht mit unserer Vergänglichkeit konfrontiert werden. Ich sehe immer schlechter, auch wenn ich Peter noch erkenne, weil ich ihn gut kenne. Wenn er ein paar Meter weiter weg sitzt, würde ich ihn wahrscheinlich nicht mehr erkennen. Das ist schwer für uns.

Eine andere Reaktion neben dem Versuch, jung zu bleiben, ist die, dass unser Fleisch sagt: Wenn schon alles vergänglich ist und ich das nicht vermeiden kann, dann muss ich wenigstens die wenigen Jahre, die ich auf dieser Erde fit bin, ausnutzen. Ich muss mir etwas Gutes tun.

Viele leben fürs Wochenende oder den Urlaub. Im Dezember, Januar und Februar reden sie schon darüber, welchen Urlaub sie für den Sommer gebucht haben. Wir wollen uns etwas Gutes tun, weil wir nicht wissen, wie lange wir das noch können.

Stell dir vor, du hast Neuseeland noch nie gesehen! Wahnsinn! Wir leben für das Schöne, für das Abenteuer, für unsere Bequemlichkeit – je nach Persönlichkeit das, was uns gut tut auf dieser Erde.

Wir reden hier noch nicht von Sünde. Glaubt ihr, dass so eine Lebenshaltung irgendwann zur Sünde führt? Wir sprechen davon, was unser Fleisch sich wünscht, was wir uns tief drin wünschen – weil wir das Gefühl der Vergänglichkeit haben, die Angst, etwas zu verpassen, oder die Sehnsucht nach Bedeutung.

Wir wollen etwas tun, das unsterblich bleibt auf dieser Erde. Ich stehe hier sonntags und predige – es ist schön, dass es aufgenommen wird. Wer weiß, ob es nicht noch Generationen hören. Diese wenigen Jahre, die mir noch bleiben, will ich nutzen, um etwas zu schaffen, das mich überdauert. Gewaltig, oder?

Das ist unser Fleisch: der Drang, für sich selbst zu leben, sich um das eigene kleine Leben zu drehen. Diese Kraft verbindet sich oft mit dem Gesetz der Sünde, sodass wir noch weiter von Gott weggehen.

Dieses Fleisch zerstört oft unsere guten Vorsätze, wenn wir mit Gott leben und nach seinen Maßstäben handeln wollen.

Kapitel 8, Vers 13 sagt: „Denn wenn ihr nach dem Fleisch lebt, werdet ihr sterben.“ So bezeichnet die Bibel ungefähr das Fleisch – etwas, das wir nicht vollständig loswerden, solange wir auf dieser Erde sind und mit dem wir irgendwie umgehen müssen.

Kapitel 7, Vers 25 noch einmal: „Also nun diene ich selbst mit dem Sinn dem Gesetz Gottes, mit dem Fleisch aber dem Gesetz der Sünde.“

Ist das die letzte, fatalistische Aussage, mit der wir einfach leben müssen? So sind wir eben, wir können es nicht ändern? Müssen wir das akzeptieren? Ja, aber jetzt sollten wir langsam in Kapitel 8 des Römerbriefs einsteigen.

Die Befreiung durch den Geist und das neue Leben in Christus

 Römer 8,1-2

Es geht hier wirklich um Menschen, die den Wunsch haben, anders zu leben. Menschen, die wirklich mit Gott leben und für Gott leben wollen – für den Gott, der so viel in uns investiert hat, damit wir anders leben können. Menschen, die Römer 6 unterschreiben können: „Ich möchte anders leben. Ich schaffe es nur oft nicht, aber eigentlich möchte ich anders leben.“ Für diese Menschen ist dieses Kapitel geschrieben.

 Römer 8,1: „Also ist jetzt keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind, denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat mich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.“

Das Gesetz der Sünde und des Todes, das in Römer 7 beschrieben wird, wird nun von Paulus plötzlich durch etwas anderes ersetzt. Es gibt etwas, das mich davon befreien kann. In Römer 7 hat Paulus gesagt, dass sein ganzes Bemühen ihn nicht befreit hat und dass er nicht anders leben konnte. Was also dann?

„Also ist jetzt keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.“ Fangen wir vorne an: Was meint Paulus hier? Was heißt Verdammnis, Verurteilung?

Dieses Wort, das hier für Verdammnis verwendet wird, hatte im antiken Sprach- und Kulturraum zwei Bedeutungen. Die eine Bedeutung kommt aus dem Strafrecht und bedeutet einfach: Ich habe etwas verbrochen und werde nun verurteilt. Ich bin so schlecht, dass ich die Todesstrafe verdient habe – jetzt werde ich verurteilt. Das ist das, was wir im Römerbrief schon in Kapitel 3 und Kapitel 5 gelesen haben: Jesus hat für uns unsere Strafe getragen, und wir werden nun nicht mehr im strafrechtlichen Sinn verurteilt.

Hier wird das noch einmal deutlich: Es gibt keine Verurteilung für diejenigen, die wirklich in Jesus sind, weil Jesus dieses Urteil für uns getragen hat. Er hat gesagt: „Du kannst es nicht tragen, ich nehme die Strafe auf mich, damit du frei sein kannst.“

Das Wort hat aber auch eine andere, zivilrechtliche Bedeutung. Zum Beispiel: Ich erbe ein Haus und freue mich zunächst darüber. Dann bekomme ich die Unterlagen und erfahre, dass das Haus so verschuldet ist, dass ich diese Schulden wahrscheinlich bis zu meinem Lebensende nicht abbezahlen kann. Dieses Wort wird auch verwendet, um zu sagen, dass mein Besitz, den ich eigentlich geerbt habe, jemand anderem verfallen ist, also sozusagen unter einer Art Verdammnis steht. Im Deutschen würden wir dieses Wort nicht so verwenden, aber im griechischen Urtext wird es so gebraucht.

Paulus sagt also nach dem frustrierenden und depressiven Kapitel 7: Euer Leben ist nicht hoffnungslos. Es ist nicht hoffnungslos, sozusagen unter diesem Gesetz der Sünde verfallen zu sein, wie ein Haus unter zu hohen Schulden. Es gibt eine Lösung. Das ist das erste Highlight.

Wann geht es weiter? „Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat mich freigemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.“

Was sagt Paulus hier? Das Gesetz der Sünde und des Todes in eurem Leben war wie das Gesetz der Schwerkraft. Stell dir vor, jemand sagt zu dir: „Geh jetzt zum Frankfurter Flughafen, da steht ein großes Flugzeug. Lass dich von einem Kran hochfahren, sodass du das Flugzeug anheben kannst.“

Du würdest sagen: „Das Gesetz der Schwerkraft verbietet mir das. Überhaupt keine Chance, ich werde das Flugzeug nicht hochkriegen. Es ist tonnenschwer.“ Hörst du es? Da wird es lauter. Hörst du das Flugzeug? Diese Dinge fliegen, das ist unglaublich. Sie machen zwar Krach, aber es ist völlig irre, dass diese tonnenschweren Maschinen fliegen.

Warum fliegen sie? Wie macht das der Pilot? Es gibt ein anderes Gesetz – das werde ich euch jetzt nicht im Detail erklären –, nämlich das Gesetz der Aerodynamik. Dieses Gesetz sorgt dafür, dass diese Flugzeuge trotz der Schwerkraft fliegen.

Paulus sagt: So ist es in eurem Leben. Es gibt das Gesetz der Sünde und des Todes, das euch von Gott wegzieht. Aber Gott hat etwas in eurem Leben getan. Als ihr euch wirklich zu ihm gewandt habt, hat er euch den Heiligen Geist gegeben. Die Kraft des Heiligen Geistes steht im Verhältnis zu diesem Gesetz der Sünde wie das Gesetz der Aerodynamik zum Gesetz der Schwerkraft. Weil ihr den Heiligen Geist in euch habt, könnt ihr ein anderes Leben führen.

Die Erfüllung des Gesetzes durch Christus und das Leben im Geist

Vers 3 und 4

Denn das, was dem Gesetz – also dem alttestamentlichen Gesetz – unmöglich war, weil es durch das Fleisch kraftlos war, tat Gott. Er sandte seinen eigenen Sohn in Gleichgestalt des Fleisches der Sünde und für die Sünde, wie Sünde im Fleisch verurteilt wurde. Damit sollten die Rechtsforderungen des Gesetzes erfüllt werden in uns, die nicht nach dem Fleisch, sondern nach dem Geist wandeln.

Ihr möchtet darauf nicht mehr im Einzelnen eingehen, weil wir das eigentlich schon behandelt haben. Paulus fasst es hier zusammen. Der erste Punkt, warum das Gesetz, die zehn Gebote, uns nicht zu Gott bringen konnten, war, dass wir sie ständig übertreten. Und jedes Mal, wenn wir sie übertreten, entfernen wir uns wieder ein Stück weiter von Gott.

Das Gesetz, diese zehn Gebote und all die Gebote drumherum, mussten uns dauernd verurteilen, anstatt uns zu helfen. Es musste uns immer wieder sagen: „Trenne dich von Gott“, anstatt uns zu ihm hinzubringen. Das war ein ganz schwieriger Effekt für unser Verhältnis zu Gott.

Paulus sagt, das ist das Erste, was geregelt ist. Vergesst es nicht: Das ist geregelt. Wenn ihr sündigt – und ihr werdet immer mal wieder sündigen, auch wenn ihr es nicht unbedingt wollt – dann könnt ihr zu Gott zurückkommen. Ihr könnt um Vergebung bitten. Jesus ist am Kreuz gestorben, wie er hier sagt.

Die Rechtsforderung des Gesetzes ist erfüllt an uns. An wem? Das ist eine ganz interessante Formulierung, und ich weiß nicht, ob ich sie wirklich erklären kann. Damit die Rechtsforderungen des Gesetzes erfüllt werden in uns, die wiedergeboren sind, die die Vergebung angenommen haben und den Heiligen Geist haben. Dann steht alles nicht mehr an denen, die nicht nach dem Fleisch, sondern nach dem Geist wandeln.

Natürlich ist Jesus für alle gestorben, die es wirklich angenommen haben. Aber Paulus sagt: Leute, ihr habt nur etwas davon, wenn ihr wirklich die Motivation habt, mit Gott zu leben. Dann werdet ihr die Erfahrung machen, dass das Gesetz euch nicht mehr von Gott trennen kann. Es wird keine Mauer mehr zwischen euch und Gott sein.

Solange ihr nur nach dem Fleisch leben wollt, werdet ihr diese Erfahrung nicht machen. Aber wenn ihr wirklich mit Gott leben wollt, in Gemeinschaft mit Gott leben wollt und etwas erleben wollt von diesem veränderten Leben durch den Heiligen Geist, dann werdet ihr merken: Das Gesetz steht mir nicht mehr im Weg. Es ist keine Mauer mehr, die mir im Weg steht.

Die Gegensätze von Fleisch und Geist im Leben des Gläubigen

Vers 5: Denn die, die nach dem Fleisch sind, sinnen auf das, was des Fleisches ist. Das sind also ganz normale Menschen, deren Motivation in diesem Leben darin besteht, das zu tun, was ich vorhin über das Fleisch gesagt habe. Die aber, die nach dem Geist sind, sind motiviert, nach dem zu leben und sinnen auf das, was des Geistes ist.

Denn die Gesinnung des Fleisches ist der Tod, die Gesinnung des Geistes aber Leben und Frieden. Die Gesinnung des Fleisches ist Feindschaft gegen Gott, denn sie ist dem Gesetz Gottes nicht untertan und vermag es auch nicht zu sein. Die aber, die im Fleisch sind, vermögen Gott nicht zu gefallen. Ihr aber seid nicht nach dem Fleisch, sondern im Geist, wenn nämlich Gottes Geist in euch wohnt. Wenn aber jemand Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein.

Hier steht: Die Gesinnung des Fleisches ist der Tod. Was heißt das? Das bedeutet, unser natürliches Leben und alles, wonach wir streben – alles, was ich vorhin aufgezählt habe – endet mit dem Tod. Wenn wir auf dieses Pferd setzen, wenn wir sagen: „Ich will mir etwas Gutes tun, ich will etwas Gutes erleben, ich will etwas tun mit Bedeutung“, dann investieren wir in den Tod. Wir investieren in etwas, das irgendwann, trotz all unserer Bemühungen und Gegenmaßnahmen, zu Ende ist.

Die Motivation des Fleisches endet im Tod und in Dingen, die tot und endlich sind. Das ist das eine, was es bedeutet. Aber das andere ist: Wenn wir so leben, dann stirbt irgendwo unsere Beziehung mit Gott. Das ist das, was in der Bibel oft als Tod bezeichnet wird.

Jesus hat einmal gesagt: „Dies aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.“ Dass wir mit Gott Gemeinschaft haben, sagt die Bibel, ist eigentlich das richtige Leben – das Leben, für das wir gemacht wurden.

Hier sagt das Wort Gottes: Wenn wir diesen natürlichen Instinkten nachgeben und diesseits leben, dann stirbt ganz praktisch nach und nach unsere Beziehung zu Gott. Die Gesinnung des Fleisches ist der Tod. Warum? Weil wir ganz tief in uns merken, dass Gott dauernd etwas von uns will, was unseren Instinkten widerspricht. Dass Gott oft etwas von uns will, das nicht auf das Diesseits gerichtet ist und unser Fleisch nicht befriedigt.

Irgendwie distanzieren wir uns von Gott, weil wir merken: Gott möchte etwas, und wir sehnen uns eigentlich nach etwas anderem. Das ist es, was Paulus meint, wenn er sagt: Die Gesinnung des Fleisches ist der Tod und weiter unten in Vers 7: „Denn die Gesinnung des Fleisches ist Feindschaft gegen Gott.“

Aber wie ist es mit dem Geist? Wenn der Heilige Geist in uns ist, was macht er? Ganz praktisch, was bewirkt er? Vers 6 sagt: „Die Gesinnung des Geistes aber ist Leben und Frieden.“ Der Heilige Geist kommt in unser Leben und versucht mit aller Kraft, die er hat, uns eine neue Perspektive zu geben.

Er möchte, dass wir merken, dass es sich lohnt, für ewige Dinge zu leben. Das ist ja auch klar: Der Heilige Geist kommt aus dem Himmel und ist wirklich derjenige, der die Ewigkeit vor Augen hat. Er möchte in uns wirken, damit wir erkennen: Wow, es gibt mehr als Wellness. Es gibt eine Ewigkeit.

Er versucht ständig, in uns zu wirken, damit wir diesen Blick für die Ewigkeit bekommen und verstehen, was in der Ewigkeit eigentlich zählt. Das ist der oft verzweifelte Kampf des Heiligen Geistes in unserem Leben: uns einen Blick zu geben über diese vergängliche Erde und über den vergänglichen Teil unserer Existenz hinaus.

Er möchte uns zeigen, was es bedeutet, wirklich Gemeinschaft mit Gott zu haben. Die Gesinnung des Geistes ist Leben – wirkliche Gemeinschaft mit Gott in seinen ewigen Perspektiven und Plänen. Und die Gesinnung des Geistes ist Frieden mit Gott, wenn wir merken, wie erfüllend es ist, wirklich mit diesem Gott zu leben.

Das ist es, was der Heilige Geist möchte und was er in unserem Leben tut. Der Heilige Geist lässt uns nachdenken und will uns dahin führen, darüber nachzudenken.

Und jetzt sind wir schon wieder schizophren, oder? Im Kapitel sieben war es diese Schizophrenie zwischen unseren eigentlichen Überzeugungen im Kopf und der Praxis unseres Lebens, bei der Paulus fast verzweifelt ist. Jetzt ist es die Schizophrenie zwischen immer noch der Praxis, also dem, wohin unsere natürlichen Instinkte uns ziehen, und dem, wohin der Heilige Geist, der in uns ist, uns ziehen möchte.

Das eine möchte uns immer noch ziehen in dieses: „Wow, ich muss mir etwas Gutes tun, ich lebe für mich.“ Und der andere will uns dahin ziehen, den Wert zu schätzen, mit Gott Gemeinschaft haben zu dürfen und uns den Blick zu geben für die Ewigkeit.

Und schon wieder sind wir zerrissen. Manchmal haben wir Phasen in unserem Leben, in denen wir mehr nach diesen Instinkten leben. Und unmerklich, Stück für Stück, wie bei einer Salami, bei der immer eine schmale Scheibe abgeschnitten wird, wird unser Leben mit Gott weniger. Unsere Beziehung zu Gott wird weniger persönlich, weil wir irgendwie sagen: „Ich möchte für diese Erde leben.“

Dann gibt es Phasen in unserem Leben, in denen der Heilige Geist uns wirklich beeinflussen kann, in denen er uns die Augen öffnen kann. Paulus betet das immer wieder: „Öffne ihnen die Augen, dass sie die Ewigkeit sehen.“ Man kann seine Gebete so zusammenfassen.

Ist es so? Manchmal dominiert in unserem Leben als Christen das Fleisch, manchmal dominiert der Geist Gottes, den er uns gegeben hat. Ist es das? Und bleibt es immer so?

Die Kraft des Geistes und die Hoffnung auf Auferstehung

Nächster Punkt: Der Geist ist im Gegensatz zu unserem Verstand und unseren Überzeugungen, wie in Kapitel sieben beschrieben, jemand, der Kraft hat. Er kann uns mehr beeinflussen, zumindest wenn wir es zulassen.

In Kapitel sieben wurde jemand beschrieben, der eigentlich will und es immer selbst versucht. In Kapitel acht hingegen kommt die Antwort: Wenn du wirklich willst, hat Gott jemanden in dein Leben geschickt, der wirklich Kraft hat – mehr Kraft als dein Verstand und deine Überzeugungen. Dieser Geist kann dir nicht nur eine neue Perspektive eröffnen, sondern auch die Kraft geben, danach zu leben, wenn du es möchtest.

Vers 10 sagt: Wenn Christus in euch ist, so ist der Leib zwar tot der Sünde wegen, der Geist aber lebt der Gerechtigkeit wegen. Vers 11 fährt fort: Wenn aber der Geist dessen, der Jesus aus den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er, der Christus aus den Toten auferweckt hat, auch euren sterblichen Leib lebendig machen wegen seines in euch wohnenden Geistes.

Hier spricht Paulus von Auferstehung, aber nicht von einer Auferstehung irgendwann nach dem Tod. Das ist hier nicht gemeint. Paulus meint, dass in der Schizophrenie deines Lebens – auf der einen Seite dein Fleisch, dein natürlicher Instinkt, und auf der anderen Seite der Geist Gottes – ein Wunder geschehen kann.

Diese Instinkte sind so sehr mit unserem Fleisch, mit unserem Leib verhaftet, der immer das Gefühl hat, zeitlich begrenzt zu sein. Paulus sagt, der Geist kann so sehr die Übermacht in deinem Leben gewinnen, dass dieser Leib jetzt schon eine Art Auferweckung erlebt. Dieser Leib kann mit eingespannt werden in ein Leben für Gott.

Paulus ist wirklich der Überzeugung – und ich glaube, er hat es in seinem eigenen Leben praktiziert – dass der Geist Gottes uns so dominieren und so wirksam in unserem Leben werden kann, dass wir mit Leib, Seele und Geist Gott dienen wollen.

Paulus sagt, es gibt die Hoffnung, dass ihr nicht schizophren bleibt, sondern das Glück eines ganzen Lebens für Gott erkennt und darin leben könnt. Und das ist irgendwie gewaltig.

Die Frage ist, ob wir das wollen.

Die Aufforderung zum Leben im Geist und zur Konsequenz

Vers 12: So denn, Brüder, sind wir Schuldner, nicht dem Fleisch, um nach dem Fleisch zu leben. Wisst ihr, ihr seid euch nicht schuldig, für diese Erde zu leben.

Wir haben ja mal kurz überlegt, ich möchte es nicht lange ausführen: Wem sind wir was schuldig? Wir sind Menschen, denen wir etwas schuldig sind, die etwas für uns getan haben, oder wir sind unseren Eltern etwas schuldig. Euer Fleisch, euer Leib, hat nichts für euch getan; er hat euch nicht glücklich gemacht. Dieses Leben, in dem ihr euch um euch selbst und um diese kleinen Dinge, um diese Erde gedreht habt, hat euch nicht wirklich etwas gegeben. Was wäre das? Ihr seid euch das nicht schuldig.

Ihr habt schon oft gehört: Ich muss mir etwas Gutes tun, das bin ich mir einfach schuldig. Aber du sagst nein, das bist du dir nicht schuldig. Und irgendwie sind wir verantwortlich und sind Menschen, denen wir etwas schuldig sind, die von uns abhängig sind, zum Beispiel unseren Kindern, oder? Paulus sagt, du kannst dein irdisches Leben eh nicht retten. Denn selbst wenn du dir überlegen würdest, du müsstest für dein Fleisch etwas tun, du kannst es eh nicht retten. Tu es nicht. Alles, was du investierst, ist letzten Endes verlorene Liebesmühe, wie man so schön sagt. Tötet die Handlungen eures Fleisches.

Vers 13 haben wir das gelesen: Denn wenn ihr nach dem Fleisch lebt, so werdet ihr sterben. Wenn ihr durch den Geist die Handlungen des Leibes tötet, so werdet ihr leben.

Was heißt das, die Handlungen des Fleisches töten? Im Kapitel 7 hat Paulus gesagt: Ich habe es versucht, die Handlungen meines Fleisches zu töten, indem ich mir immer gesagt habe, das darfst du nicht, das musst du tun, das darfst du auch nicht. Und er hat gesagt, es hat nicht funktioniert. Die Sünde ist aufgelebt, statt tot zu sein.

Und hier sagt Paulus aber, wir können durch den Geist die Handlungen des Leibes töten. Wie machen wir das? Er sagt, wenn der Heilige Geist euch wirklich Raum gibt in eurem Leben und wenn er euch klar machen kann, für was es sich zu leben lohnt, dann wird er euer Leben anfüllen mit dem Wunsch, die Dinge zu tun, die eure Beziehung zu Gott vertiefen. In Beziehung mit ihm wirklich Dinge zu tun, ihn zu fragen.

Er kann eure Wünsche, eure Gedanken und eure Handlungen so sehr mit Gott verbinden und anfüllen, dass kein Platz mehr ist für das andere. Ihr seid so erfüllt mit eurem Leben mit Gott und für Gott, dass für all diese Dinge eures Instinkts keine Kraft und keine Zeit mehr bleibt.

Ich glaube, das ist der einzige Weg, dieses Gesetz der Sünde zu überwinden, der einzige Weg, unser Streben nach irdischen Dingen zu überwinden. Nicht indem wir sagen: Das darf ich nicht, sondern indem wir sagen: Ich möchte eine andere Perspektive haben. Ich möchte, dass mein Leben so ausgefüllt ist mit anderen Dingen, dass ich keine Zeit dafür habe.

Oh, ich wünsche mir so, dass viele von euch vom Leben mit Gott so ergriffen wären, dass sie keine Zeit mehr hätten, eineinhalb Stunden vor einem Fußballspiel zu verbringen. Denn das ist das Einzige, wie wir die Sehnsüchte unseres Fleisches töten können: indem der Heilige Geist unsere Herzen ausfüllt.

Ich sage nicht, dass es keinen Genuss gibt und dass man nie eineinhalb Stunden ein Fußballspiel sehen darf, okay? Das habe ich nicht gesagt. Unsere fleischlichen Bedürfnisse sterben nicht, weil wir sie massiv umbringen, sondern weil sie verhungern. Weil wir etwas Besseres gefunden haben, weil der Heilige Geist uns mit diesem Leben für ewige Dinge erfüllen will.

Und Paulus sagt dann: Leben wir wirklich, das ist Leben. Wenn ihr durch den Geist die Handlungen des Leibes tötet, so werdet ihr leben.

Wir müssen uns nicht selbst belohnen. Wir müssen nicht denken, nur dann haben wir es schön, wenn wir uns selbst etwas Gutes tun. Das Wort Gottes sagt, es gibt ein erfülltes Leben mit Gott, das alle unsere Bedürfnisse befriedigen kann. Es gibt wirkliches Leben.

Und dann sagt er, und wir werden es sehen im ganzen Rest des achten Kapitels. Ich lese einfach noch ein paar Verse vor, hier Vers 14 bis 17:

Denn so viele, die durch den Geist Gottes geleitet werden, diese sind Söhne Gottes. Wisst ihr, ihr könnt wirklich erfahren, was es heißt, Söhne Gottes zu sein, nicht einfach Kinder Gottes, die zur Familie gehören, sondern Söhne Gottes, mit denen er seine Pläne teilt, mit denen er bespricht, was er vorhat, die er einführt in ihr Erbteil.

Er sagt: Guck mal, das sind meine Pläne, meine Ideen mit dieser Erde. Willst du mit mir zusammenarbeiten? Wenn so viele durch den Geist Gottes geleitet werden, diese sind Söhne Gottes. Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, wieder zur Furcht, sondern einen Geist der Sohnschaft habt ihr empfangen, indem wir rufen: Aber Vater!

Der Geist selbst bezeugt mit unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind. Wenn aber Kinder, so auch Erben, Erben Gottes und Miterben Christi. Wenn wir nämlich mitleiden – was das manchmal bedeutet –, damit wir auch mitverherrlicht werden.

Wisst ihr, die Frage, die im Raum steht: Möchtest du das erleben? Möchtest du das erleben, wirklich als Sohn, als Tochter Gottes eingeweiht in seine Pläne, mit ihm zusammenzuarbeiten und eine Beziehung mit Gott zu vertiefen, dass sie lebendig wird, dass es wirklich Leben genannt werden kann?

Oder möchtest du, obwohl du Christ bist, eigentlich lieber den großen Teil deines Lebens für diese Erde leben? Für all das Schöne, was du als schön empfindest und wichtig empfindest auf dieser Erde?

Wir haben es am Anfang gelesen: Wenn wir nach dem Fleisch leben, werden wir sterben. Unsere Beziehung zu Gott wird nach und nach verkümmern. Oder möchtest du Leben erfahren?

Paulus sagt, unsere Zukunft ist im Himmel. Unsere Zukunft ist nicht, von Würmern gefressen zu werden. Wir können eine Beziehung zu Gott haben, schon jetzt. Es ist nicht eine Atmosphäre der Angst, sondern eine Familienatmosphäre Gottes, wo wir zu Gott irgendwie Papa sagen.

Und er sagt: Wisst ihr, ich habe Römer 7 durchlebt. Diese Erfahrung, was der Geist Gottes in meinem Leben getan hat, hat mein Leben auf den Kopf gestellt. Er hat aus diesem Krampf ein erfülltes Leben mit Gott gemacht.

Und er wünscht sich das so sehr für seine Leser, dass er jetzt schon acht Kapitel geschrieben hat, um sie dahin zu führen. Er sagt: Weil ich den Geist habe, kann ich fliegen. Weil ich den Geist habe, kann ich wie ein Flugzeug fliegen und werde nicht durch diese tonnenschwere Last immer auf dem Boden gehalten.

Für alle von euch, die das wollen, sagt Paulus, ist es nicht hoffnungslos. Es ist keine hoffnungslose Überschuldung, keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind. Wenn du das willst, dann bete wirklich darum.

Bete die Dinge, die Paulus gebetet hat, sinngemäß: Gott, zeig mir deine Ziele. Gib mir die Kraft, nach diesen Zielen zu leben, dass ich sie vor Augen habe. Öffne mir die Augen für die Realität, für die ewige Realität.

Das ist mein Gebet: Herr, ich möchte von der Offenbarung überwältigt werden, um was es eigentlich geht, was eigentlich die Perspektive meines Lebens ist. Ich möchte das nicht nur theoretisch erfassen, ich möchte davon überwältigt werden.

Wann hast du das gebetet? Sinngemäß. Nur das kann unser Leben verändern: der Geist und die Perspektive, die er uns gibt. Nimm dir Zeit, mit Gott über solche Dinge zu reden. Nimm dir Zeit für das Wort Gottes.

Liest du das Wort Gottes? Wisst ihr, so oft tun wir das. Wir sagen: Ein guter Christ macht stille Zeit, das heißt, er liest jeden Tag einen Abschnitt aus der Bibel. Und wie oft lesen wir das und machen es zu und sagen: Ich habe meine Schuldigkeit getan.

Aber wir sind nicht unter einem Gesetz, nicht mehr unter einem Gesetz, jeden Tag die Bibel zu lesen. Es geht nicht darum, unsere Schuldigkeit zu tun. Ja, das ist gut, ein bisschen Brainwashing ist immer gut.

Aber worum es geht: Dass wir dieses Wort lesen, damit der Heilige Geist es verwenden kann, damit er uns eine Perspektive geben kann für wahre Werte und dass er uns eine Perspektive geben kann für das, was Gott ist und für den ewigen Aspekt unseres Lebens.

Leute, wenn ihr ein anderes Leben führen wollt, ein Leben, das wirklich erfüllt ist, weil ihr mit Gott lebt, dann lest die Bibel mit diesem Gebet: Herr, öffne mir die Augen, dass ich neue Perspektiven bekomme, die ganz tief in meinem Leben sacken.

Und habt Gemeinschaft mit Menschen, die das auch wollen. Ihr habt die Wahl. Es ist nicht hoffnungslos, ihr habt die Wahl.

Lasst den Tag nicht vorbeigehen, wenn ihr wirklich mit Gott leben wollt, ohne vor Gott auf den Knien zu sein und mit ihm zu reden und zu sagen: Herr, ich möchte nicht so ein verschwendetes Leben leben, wo ich darauf bedacht bin, mir etwas Gutes zu tun.

Ich möchte ein Leben, das erfüllt ist, weil ich echte Beziehungen mit dir habe, weil ich deine Perspektiven habe. Ich möchte ein Leben, das Leben verändert durch die Kraft deines Heiligen Geistes.

Gott wartet darauf. Gott hat acht Kapitel im Römerbrief geschrieben, damit er an diesen Punkt kommt. Es gibt erfülltes Leben.

Und wir müssen immer wieder anfangen. Wir rutschen so natürlich ins Irdische ab. Wir müssen immer wieder diesen ganz bewussten Schritt tun.

Redet mit Gott darüber und sagt ihm, ob ihr nach dem Fleisch leben wollt und sterben. Dann ist es vielleicht am besten, ihr sagt gleich: Ich ziehe die Konsequenzen und lebe es richtig.

Oder ob ihr mit dem Heiligen Geist zusammenarbeiten wollt in eurem Leben und ein erfülltes Leben finden wollt. Redet mit Gott darüber und sagt es.

Und Leute, seid einfach konsequent. Ein halber Christ ist ein ganzer Mist.

Vielen Dank an Gerald Dippell, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen! Ein empfehlenswertes Buch des Autors über das Leben von Paulus ist bei CLV erschienen: Paulus persönlich