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Hohn und Stolz

Jesu Leben und Lehre, Teil 585/690
15.06.2025Lukas 16,14-15
SERIE - Teil 585 / 690Jesu Leben und Lehre

Gott wird Mensch: Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter ist, Weg, Wahrheit und Leben.

Episode 584: Hohn und Stolz

Einführung in das Thema der Geldliebe und Verhöhnung Jesu

 Lukas 16,14: Dies alles hörten aber die Pharisäer, die geldliebend waren, und sie verhöhnten ihn.

Kehren wir noch einmal kurz zu Vers 14 zurück. Wir haben uns bereits mit den Gefahren der Geldliebe beschäftigt und erläutert, warum Habsucht gerade für fromme Pharisäer leicht zum Fallstrick werden kann.

Betrachten wir nun einen weiteren Aspekt ihres Verhaltens: Sie verhöhnen Jesus. Auf das Gleichnis Jesu vom klugen Verwalter reagieren sie nicht mit Einsicht oder Buße, sondern mit Verachtung.

Ihre Geldliebe macht es ihnen unmöglich, die Wahrheit in den Worten Jesu zu erkennen.

Die Wirkung der Sünde auf das Denken und Selbstbetrug

Wir stoßen hier auf ein wichtiges Prinzip: Sünde verdreht das Denken und verändert mich. Sünde ist nicht einfach nur eine sündige Tat, sondern prägt mein ganzes Menschsein. Wie ich die Welt sehe, was ich erwarte und wie ich denke, wird von der Sünde beeinflusst, die ich tue.

Sünde ist in der Lage, mein Denken so zu verdrehen, dass ich das Sündhafte an meinem Verhalten nicht mehr wahrnehme. Hinter der Sünde lauert also der Selbstbetrug, der meine Schuld immer weiter relativiert und mir schließlich einredet, gar keine Sünde zu begehen. So wird aus der Lüge erst die Notlüge und schließlich ein „Das machen doch alle so“. Dann kann das, was ich tue, doch gar nicht so schlimm sein.

Sünde verdreht mein Denken. Deshalb sollten wir viel dafür beten, dass wir für Selbstbetrug in unserem Leben sensibel werden.

Hier nur vier wichtige Stellen zu diesem Thema:

 Jakobus 1,22: Seid aber Täter des Wortes und nicht allein Hörer, die sich selbst betrügen.

 1. Korinther 6,9-10: Oder wisst ihr nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Irrt euch nicht! Weder Unzüchtige noch Götzendiener noch Ehebrecher noch Weichlinge noch mit Männern Schlafende noch Diebe noch Habsüchtige noch Trunkenbolde noch Lästerer noch Räuber werden das Reich Gottes erben.

 1. Johannes 1,8: Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns.

 1. Korinther 15,33: Irrt euch nicht, schlechter Umgang verdirbt gute Sitten.

Ich hoffe, ihr erkennt an diesen vier Beispielen, dass es sich lohnt, das Thema Selbstbetrug im Neuen Testament zu studieren. Wir können uns irren. Deshalb sollten wir viel dafür beten, dass Gott uns unsere blinden Flecken und jede Form von Täuschung im Leben offenbart.

Die bleibende Bosheit und der Irrsinn im Herzen der Menschen

Wie es so passend im Buch Prediger heißt, Prediger 9,3: „Das ist ein Übel in allem, was unter der Sonne geschieht, dass einerlei Geschick allen zuteilwird. Auch ist das Herz der Menschenkinder voll Bosheit, und Irrsinn ist in ihrem Herzen während ihres Lebens. Und danach geht es zu den Toten.“

Irrsinn ist also in ihrem Herzen. Denken wir bloß nicht, dass mit der Bekehrung aller Irrsinn weg sei – weit gefehlt. Die Dummheit ist immer noch im Herzen, und zwar so lange, bis wir unser falsches Denken durch ein neues Denken ersetzen.

Klugheit muss man sich erwerben. Das geschieht dadurch, dass man sich mit Gottes Wort auseinandersetzt, darüber nachsinnt, es auswendig lernt, es anwendet und es auf diese Weise zu einem Teil unseres Charakters werden lässt.

Das Wort Gottes will in meinem Leben Fleisch werden. Solange das nicht geschieht, stoßen wir in uns selbst auf Bosheit und Irrsinn.

Gottes Kenntnis der Herzen und die Selbstrechtfertigung der Pharisäer

Wir können andere täuschen, doch Gott können wir nichts vormachen. In Lukas 16,15 heißt es: „Und er sprach zu ihnen: ‚Ihr seid es, die sich selbst rechtfertigen vor den Menschen. Gott aber kennt eure Herzen; denn was unter den Menschen hoch ist, das ist ein Gräuel vor Gott.‘“

Die Pharisäer rechtfertigen sich selbst vor den Menschen. Sie können anderen erklären, warum ihr sündiges, habgieriges Verhalten nicht falsch sei. Wer in der Seelsorge tätig ist, hat das immer wieder erlebt. Jemand trifft eine kurzsichtige, dumme oder absolut ungeistliche Entscheidung. Wenn man ihn darauf anspricht, bekommt man oft nur eine billige Rechtfertigung, heiße Luft und Gebrabbel als Antwort.

So ist der Mensch nun einmal, besonders wenn er eigenwillige Wege einschlägt. Genau dann will er nicht auf das Wort Gottes hören und erst recht nicht auf Geschwister, die ihn korrigieren wollen. Die Pharisäer konnten das bestimmt gut – sich selbst zu rechtfertigen. Ich nehme an, dass sie ihre Habsucht geschickt verborgen haben.

Das Problem ist jedoch: Gott kennt eure Herzen. Er weiß, was in mir vor sich geht. Auch wenn ich nach außen fromm und artig erscheine, kennt Gott die Räuberhöhle in meinem Herzen, die perversen Ideen, Wünsche und Einstellungen, die mich prägen. Gott kennt mich durch und durch, ihm kann ich nichts vormachen.

Auch die Pharisäer konnten das nicht. Sie hielten sich für die Elite und wollten genau so wahrgenommen werden. Das ist wohl auch der Grund, warum sie diesen Rabbi aus Nazareth, der sie kritisierte, verhöhnten. Es ging darum, Jesus schlechtzumachen, damit sie selbst nicht in einem schlechten Licht dastehen.

Die Gefahr von Hochmut und Stolz vor Gott

Merkt ihr, wenn Menschen schlecht über andere reden, lohnt es sich immer, über die Beweggründe der Lästerer nachzudenken. Was will derjenige verbergen, der einen anderen verhöhnt? Wovon will er mit seinem Spott ablenken?

Aber Vorsicht! Wehe mir, wenn ich hochmütig bin, meine Sünde gutrede und mich dann auch noch als den Wissenden und das Vorbild präsentiere. Wehe mir, denn Gott hat ein ganz besonderes Verhältnis zu hochmütigen Menschen.

In Sprüche 16,5 heißt es: „Ein Gräuel für den Herrn ist jeder Hochmütige.“ Die Hand drauf: Er bleibt nicht ungestraft! Jakobus 4,6 sagt: „Er gibt aber desto größere Gnade; deshalb spricht er: Gott widersteht den Hochmütigen, dem Demütigen aber gibt er Gnade.“

Der Hochmütige ist Gott ein Gräuel. Er darf nicht auf Gnade und auch nicht auf Gottes Hilfe hoffen. Deshalb hört sich die Einstellung des Gläubigen zum Hochmut so an: Sprüche 8,13 – „Die Furcht des Herrn bedeutet, Böses zu hassen: Hochmut und Stolz und bösen Wandel und einen ränkevollen Mund, das hasse ich.“

Salomo bringt es gut auf den Punkt, oder? Hochmut und Stolz hasse ich. Und genau das sollten wir auch tun: Jede Form von Hochmut, Stolz und Besserwisserei hassen, vor allem dann, wenn jemand kommt, der uns kritisiert. Dann sollten wir zuhören und uns ehrlich im Licht von Gottes Wort prüfen.

Es ist gut, demütig zu sein und eigene Fehler zuzugeben. Aber es ist fatal, wenn wir unsere Sünde verstecken und damit Gott gegen uns aufbringen.

Abschluss und praktische Anwendung

Was könntest du jetzt tun? Bete darum, dass Gott dir zeigt, wo sich Selbstbetrug und Stolz in deinem Leben verbergen. Bedenke dabei: Sünde ist wirklich schlau.

Das war's für heute.

Ein Tipp: Höre nicht zu viele Predigten auf einmal. Höre einzelne Predigten und arbeite sie gründlich nach. Predigten und Podcasts zu hören, ohne sie zu reflektieren und umzusetzen, führt nicht zu geistlichem Wachstum.

Der Herr segne dich, lasse dich seine Gnade erfahren und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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