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Das Gleichnis vom großen Abendmahl – Teil 2

Jesu Leben und Lehre, Teil 562/651
10.04.2025Lukas 14,21-24
SERIE - Teil 562 / 651Jesu Leben und Lehre

Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.

Episode 561: Das Gleichnis vom großen Abendmahl, Teil 2.

Einladung und Ablehnung im Gleichnis vom großen Gastmahl

Jesus spricht mit einem Gast während eines Essens im Haus eines Pharisäers und erzählt ihm ein Gleichnis. Dieses Gleichnis handelt von drei Personen, die aus fadenscheinigen Gründen eine Einladung zu einem großen Gastmahl ablehnen.

Wenn man die drei Gründe etwas abstrakter betrachtet, kann man sagen: Menschen verpassen den Eintritt ins Reich Gottes, weil sie ihr Herz entweder an den Mammon binden, an die Welt mit ihren vielen Möglichkeiten oder an Personen. Es sind Besitz, Genuss und Menschen, die mich wesentlich davon abhalten, auf das Evangelium zu reagieren.

Dinge wie Reichtum, Karriere oder der Wunsch, niemanden zu verärgern, schließen mich vom Reich Gottes aus. An dieser Stelle möchte ich kurz an Lukas 13,24 erinnern: "Ringt danach, durch die enge Pforte hineinzukommen! Denn viele, sage ich euch, werden hineingehen wollen und es nicht können."

Auch in diesem Gleichnis geht es um die Frage, wer im Reich Gottes zu Tisch liegen wird. Was dabei etwas offenbleibt, ist die Frage, wie genau man darum ringt, durch die enge Pforte ins Reich Gottes hineinzukommen. Zu dieser Frage haben wir jetzt einige Ideen.

Hindernisse für den Eintritt ins Reich Gottes: Hochmut und Anerkennung

Was hält religiöse Menschen davon ab, dass Gott sie bei der Auferstehung der Gerechten belohnen wird? Es ist ihre Haltung zu sich selbst, es ist der Wunsch nach Anerkennung. Das ist nicht neu. Denn jeder, der sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden.

Doch Hochmut allein scheint noch nicht das ganze Problem zu sein. Es gibt auch in der Bibel selbstgefällige Menschen, die eine Umkehr zu Gott schaffen. Sie sind selten, aber zum Beispiel Nebukadnezar, Manasse oder Petrus stehen für den Weg vom Hochmut über das Versagen beziehungsweise das Gericht Gottes zur Demut.

Die Frage lautet also: Was hält hochmütige Menschen davon ab, sich mit Gottes Augen zu betrachten und Buße zu tun? Die Antwort ist: Es sind die Vorzüge des Hochmuts. Hochmut alleine ist gefährlich, aber Hochmut, der mit Wohlstand, einem attraktiven Lifestyle oder gesellschaftlicher Anerkennung einhergeht, ist irgendwie noch gefährlicher.

Der Hochmütige, der am Leben scheitert, hat eine Chance auf Selbstreflexion und kann die Wahrheit erkennen, wenn er will. Aber der Hochmütige, der sich auf der Überholspur des Lebens befindet, über den heißt es in den Psalmen, Psalm 73,3-6: „Denn ich beneidete die Übermütigen, als ich das Wohlergehen der Gottlosen sah. Deshalb umgibt sie Hochmut wie ein Halsgeschmeide.“

Die Täuschung des Wohlstands und die Gefahr des Hochmuts

Asaph beschreibt in Psalm 73, wie er in Gefahr gerät, den Hochmütigen um ihr ruhiges und entspanntes Leben zu beneiden. Doch dann denkt er noch einmal in Ruhe in Gottes Gegenwart nach und stellt sich das Ende der Gottlosen vor. Ihr Wohlstand täuscht sie.

 Psalm 73, Verse 18 und 19:
„Fürwahr, auf schlüpfrige Wege stellst du sie, du lässt sie in Täuschungen fallen. Wie sind sie so plötzlich zum Entsetzen geworden! Sie haben ein Ende gefunden, sind umgekommen in Schrecken.“

Noch einmal zu meiner These: Hochmut allein ist gefährlich. Aber Hochmut, der mit Wohlstand, einem interessanten Leben oder gesellschaftlicher Anerkennung einhergeht, ist besonders gefährlich.

Wenn Jesus also davon spricht, dass man darum ringen muss, ins Reich Gottes hineinzukommen, dann geht es ihm im Zusammenhang besonders um den Einfluss der Welt. Diese Welt bietet falsche Sicherheiten, Ablenkungen und Abhängigkeiten von anderen Menschen. Es gibt noch mehr Aspekte, aber diese sind wichtige Punkte.

Warnung vor falschen Bindungen und Gottes Einladung an die Ausgeschlossenen

Wehe, wenn mein Herz mehr an meinem Besitz, am Wunsch nach Abwechslung und neuen Erfahrungen oder am Applaus meiner Familie und meiner Freunde hängt als an Gott. So ein Leben wird nicht gelingen.

In dem Gleichnis, das Jesus erzählt, will jedenfalls keiner der geladenen Gäste zu dem großen Gastmahl kommen (Lukas 14,21). Und der Knecht kam herbei und berichtete dies seinem Herrn. Da wurde der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knecht: „Geh schnell hinaus auf die Straßen und Gassen der Stadt und bringe die Armen und Krüppel und Blinden und Lahmen hier herein.“

Dieser Vers erinnert uns an den Tipp, den der Herr Jesus dem Hausherren gegeben hat. Wie der gerade solche Leute einladen soll, die ihn nicht wieder einladen können, so lädt Gott in sein Reich die ein, die nichts haben, um Gott seine Barmherzigkeit zu vergelten.

Aber Gott bleibt dabei nicht stehen. Er will immer noch mehr Menschen (Lukas 14,22-24). Und der Knecht sprach: „Herr, es ist geschehen, wie du befohlen hast. Und es ist noch Raum.“ Und der Herr sprach zu dem Knecht: „Geh hinaus auf die Wege und an die Zäune und nötige sie hereinzukommen, dass mein Haus voll wird. Denn ich sage euch, dass nicht einer jener Männer, die eingeladen waren, an meinem Gastmahl teilnehmen wird.“

Am Ende wird gefeiert, nicht mit den Gästen, die ursprünglich eingeladen waren, aber es wird gefeiert. Die Gäste sind eine wilde Mischung aus Bettlern, aus Menschen mit Einschränkungen, aus Landstreichern und all denen, die gerade unterwegs waren.

Was fehlt, das sind die ursprünglich geladenen Gäste, denn ich sage euch, dass nicht einer jener Männer, die eingeladen waren, an meinem Gastmahl teilnehmen wird.

Die Warnung an die religiösen Führer und die Umkehr der Rangordnung im Reich Gottes

Dieser Text ist eine Warnung an die Pharisäer und die Gesetzesgelehrten, die glauben, dass sie auf jeden Fall im Reich Gottes dabei sein werden. So wie sich die Einwohner von Jerusalem nicht von Gott sammeln lassen, sondern die Propheten steinigen und das Volk sich selbst überlassen wird, so lassen sich auch die Anführer dieses Volkes nicht von Gott einladen.

Das Leben dieser Männer dreht sich darum, wer unter ihnen der Erste ist und wer sich auf den Ehrenplatz setzen darf. Für sie zählen mehr Wohlstand, Genuss und Anerkennung als eine persönliche, sie charakterlich prägende Begegnung mit Gott. Gottes Anspruch auf ein Leben in frommer Demut, ein Leben, das den Schwachen dient, ist ihnen fremd. Diesen Anspruch lebt Gott vor, indem er Mensch wird. Doch für sie ist er so fremd, dass sie in alle Ewigkeit nicht mit Gott feiern werden.

Wie heißt es in Lukas 13, Verse 29 und 30: „Und sie werden kommen von Osten und Westen und von Norden und Süden und zu Tisch liegen im Reich Gottes. Und siehe, es sind Letzte, die Erste sein werden, und es sind Erste, die Letzte sein werden.“ Genau, die Ersten werden Letzte sein. Die Eingeladenen werden ausgeschlossen sein, denn die Prioritäten in ihrem Leben machen es ihnen unmöglich, in Gottes Reich einzutreten.

Schlussgedanken und Ausblick

Glückselig ist, wer im Reich Gottes essen wird. Amen. Ja, am Ende dabei sein zu dürfen – darauf kommt es an.

Doch am Ende dabei sein wird nur derjenige, der ... tja, das ist eine gute Frage. Wo liegt der wesentliche Unterschied zwischen denen, die dabei sein werden, und denen, die außen vorbleiben?

Schauen wir uns Jesu Antwort auf diese Frage in der nächsten Episode an.

Was könnte jetzt getan werden? Denke darüber nach, ob du manchmal in der Gefahr stehst, erfolgreiche Menschen zu beneiden, obwohl du weißt, dass ihr Wohlstand sie davon abhält, ewiges Leben zu finden.

Das war es für heute. Bete jetzt für die Leitung deiner Gemeinde. Wenn du noch keine Liste mit Gebetsanliegen für sie hast, lege eine an.

Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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