Ägypten 1: Beben in der Pyramide (2/3)
Nettes Mal bei der Doppeldecker-Crew. Er ist da oben! Auf der Pyramide? Seid ihr irre? Was fällt euch ein? Das ist streng verboten und gefährlich.
Soll ich euch etwas Cooleres zeigen? Darfst du das denn? Aber claro, ich verspreche euch, da kann nichts passieren. Es ist völlig sicher, und es wird euch gefallen.
Merkt ihr was? Ja, die Wände wackeln. Schon wieder ein Erdbeben? Wir müssen hier schnell raus! Hilfe!
Also, hier draußen vor der Pyramide war nichts. Bis auf das Beben vor ein paar Stunden hat die Erde keinen Laut von sich gegeben.
Austausch und Hoffnung nach dem Erdbeben
Meine Lehrer klären gerade mit der Partnerschule in Kairo, ob ein anderer Schüler zu mir nach Deutschland kommen kann.
Ach, wie blöd für deinen Freund. Na, hoffentlich geht es ihm bald besser. Und dafür kann jetzt ein anderes Kind nach Deutschland kommen.
Oh ja, und dann zeigen wir ihm Sammy und die Scheune – und ganz Berenbach.
Wann bekommst du denn Bescheid, ob sie jemanden gefunden haben? Hoffentlich bald. Dann melde dich mal, damit wir die Person ordentlich begrüßen können.
Ihr werdet davon erfahren, versprochen. Was für ein Gewusel! Ich habe das Gefühl, Gudrun und meine Tochter sind fast aufgeregter als wir, dass du wieder da bist.
Ja, das war wirklich eine nette Begrüßung. Es ist schön, wenn man vermisst wird.
Oh ja. So, aber jetzt wollen wir Mikes Geschichte weiterhören.
Ganz genau.
Einladung zum Abendessen und erste Sorgen
Hm, geht klar. Euer nächstes Ziel ist das Haus von Raffi, dem Jungen, der euch bisher in Ägypten begleitet hat. Er lädt euch zum Abendessen ein, damit ihr gemeinsam überlegen könnt, was nun wegen des Bebens in der Pyramide zu tun ist.
Was, wenn das jahrtausendealte Gebäude doch einstürzen könnte? Solltet ihr es wagen, dort noch einmal hinzugehen?
„Hallo Opa, na ihr, guten Abend, vielen Dank für die Einladung.“
„Ja, vielen Dank! Wir waren noch auf dem Markt und haben Orangen geholt. Eier waren zu teuer.“
„Ach, dann verzichten wir auf Eier. Mir ist so heiß, wo ist die Luft denn hin?“
„Ha, warte, ich mache dir die Klimaanlage an.“
„Äh, Raffi, das wird leider nichts. Die ist heute kaputt gegangen.“
„Letzte Woche habe ich sie doch noch repariert. Der Nachbar war hier und meinte, da lässt sich nichts mehr machen.“
„So was Blödes.“
„Na kommt, das Essen steht auf dem Tisch.“
„Das sieht super lecker aus.“
„Hmm, riecht das gut.“
„Nicht wahr, es geht uns doch gar nicht so schlecht. Wir haben ein Dach über dem Kopf, eine warme Mahlzeit auf dem Tisch.“
„Das stimmt. Ich bin meinem Gott sehr dankbar dafür. Er hat mich zu einem reichen Mann gemacht.“
„Ihr lacht, schließlich ist die Klimaanlage ausgefallen und es fehlen Eier auf dem Tisch. Trotzdem, alles, was gut und vollkommen ist, kommt von Gott.“
„Ich weiß, dass wir einen Gott haben, der es immer gut mit uns meint.“
„Also greift zu, bevor es kalt wird, und lasst es euch schmecken!“
„Dankeschön!“
„Ja, gib mal die Schüssel rüber!“
„Habt ihr das Brot?“
„Hier!“
Glaube und Zusammenleben in Ägypten
Glauben die Menschen hier also gar nicht mehr an die Götter des alten Ägypten? Nein, die meisten sind Muslime, aber nicht alle. Wir sind Christen, lesen die Bibel und sind hier gerne gesehen. Unsere Nachbarn sind freundlich zu uns, und wir sind freundlich zu ihnen. Und das ist gut so!
Unser Freund Toni hier glaubt auch an Jesus. Das stimmt. Marie und ich glauben nicht so wirklich an Gott, und trotzdem sind wir beste Freunde. Ich glaube schon, dass da noch mehr ist. Es kann wirklich sein, dass es den Himmel gibt. Das fände ich super schön.
Manchmal bete ich auch, so wie mein Onkel und meine Cousine. Aber ich finde es schade, dass sich die Leute wegen Gott streiten. Ich will nicht streiten. Der eine glaubt an Jesus, der andere nicht. Jeder soll glücklich sein mit dem, was er glaubt.
Streit mag ich auch nicht, aber ich würde trotzdem nicht sagen, dass alle Religionen richtig liegen. Jesus sagt in der Bibel, dass man nur in den Himmel kommt, wenn man an ihn glaubt und ihm vertraut. Entweder sagt Jesus die Wahrheit, oder er lügt – beides geht nicht.
Ja, jeder Mensch muss sich entscheiden, wem er glaubt. So kann man das natürlich auch sehen.
Unruhige Nacht und nächtlicher Ausflug
Die Crew darf bei Raffi übernachten. Nachts kann Marie kein Auge zutun. Unruhig wälzt sie sich in ihrem Bett von einer Seite zur anderen. Die Decke ist mal weg, dann wieder zurück. Das Fenster macht sie auf, dann wieder zu. Es ist ihr entweder zu warm oder zu kalt.
Nach einer Weile beschließt sie, aufzustehen. Sie wirft sich ihre Jacke über und schleicht auf leisen Sohlen Richtung Dachterrasse, um an der frischen Luft auf andere Gedanken zu kommen.
„Oh, hallo Raffi, störe ich dich?“
„Nein, nein, komm nur raus. Kannst du auch nicht schlafen?“
„Nicht so richtig.“
„Geht mir genauso. Aber alles okay bei dir?“
„Weiß nicht. Ich wünschte, ich könnte meinem Opa helfen, mehr arbeiten. Aber gerade ist nicht die beste Touristenzeit, zu wenig los.“
„Verstehe. Meine Mama sagt, es ist saure Gurkenzeit, wenn nichts los ist.“
„Saure Gurken, gefällt mir.“
„Ja, gerade ist diese Zeit. Und dieses Beben macht mich nervös.“
„Mein Opa stört das nicht. Er vertraut darauf, Gott ist gut zu jeder Zeit. Er ist ein sehr glücklicher Mensch.“
„Du machst dir Sorgen wegen den Pyramiden?“
„Na ja, eigentlich ist so ein riesiges Bauwerk echt stabil. Ich glaube nicht, dass die Pyramiden wirklich kaputtgehen könnten. Aber ich denke immer wieder über dieses komische Beben in der Felsenkammer nach. Ich kann mir das einfach nicht erklären. Draußen hat ja keiner was gemerkt.“
„Hm, super komisch. Wenn ich etwas tun könnte...“
„Ich muss wissen, was wir in der Felsenkammer gehört haben.“
„Aber wie willst du das rauskriegen?“
Geheimer nächtlicher Besuch bei der Pyramide
Psst, leise, ja, sorry. Phil, Toni, was macht ihr denn da? Wir können nicht schlafen, und deshalb haben wir beschlossen, der Pyramide einen Besuch abzustatten.
Um diese Zeit? Na ja, jetzt gibt es halt keine Touristen.
Ihr seid doch verrückt.
Na, was ist, kommt ihr mit?
Auf mich könnt ihr zählen.
Also, wenn Rafi mitkommt, bin ich auch dabei.
Leute, wenn wir Glück haben, dann kommt das Beben wieder.
Glück? Ich will nicht, dass sich alles schüttelt.
Aber wir.
Ja, na dann los.
Mit Taschenlampen ausgestattet machen die Kinder sich auf den Weg zu den Pyramiden. Dort angekommen, schließt Rafi das Eingangstor auf, und sie betreten das Gelände.
In der großen Pyramide verschanzen sie sich in einem der Gänge. Eine ganze Weile passiert nichts. Doch als sie schon alle Hoffnung aufgeben wollen, hört Toni auf einmal ein Geräusch.
Hey Leute, was gibt's? Was ist los?
Ich höre was.
Da, es kommt wieder.
Wir müssen hier weg.
Warum sind wir hier?
Nein, wir bleiben.
Da, hört ihr? Es ist schon wieder vorbei.
Welches Erdbeben bricht so einfach ab?
Ganz genau. Keins.
Da ist überhaupt kein Erdbeben. Was ist es dann?
Wir müssen näher an das Geräusch ran. Wo kommt es her?
Das... das kommt aus den Tunneln zur Felsenkammer, glaube ich.
Los, na kommt!
Das sind Bauarbeiter mit ihren Maschinen.
Oh, na toll, eine ganz normale Baustelle.
Aber das ist unmöglich, gerade gibt es keine Bauarbeiten. Davon wüsste ich.
Also dürfen die Bauarbeiter gar nicht hier sein?
Nein.
Woran arbeiten die denn?
Ich glaube, die bohren in den Steinreihen.
Aber das dürfen die nicht.
Ich muss da hin.
Halt, warte, Rafi!
Jo, Chef, hier drüben!
Da kommt jemand, der wird doch durch diesen Gang hier laufen und uns sofort erwischen.
Kommt, hier rüber!
Ah, hier sind wir richtig.
Sehr schön.
Hallo, die Herren!
Verdächtige Aktivitäten und gefährliche Entdeckungen
Bitte kommen Sie und sehen Sie sich an, wie wir hier vorankommen. In Ordnung, fabelhaft, das wird ein Fest, sage ich Ihnen. Und Sie können mir versprechen, dass es rechtzeitig fertig wird?
Aber, na logo. Wie sieht es eigentlich mit der Genehmigung aus, ist die inzwischen da?
Aber, aber, das lassen Sie mal meine Sorge sein. Ich versichere Ihnen, dass Sie ihnen keinen Ärger machen.
Na schön, solange die Bezahlung stimmt.
Die stimmt, ich werde Sie gut bezahlen.
Keiner der Kinder wagt es, auch nur den Kopf zu drehen. Leise verharren sie in ihrem Versteck und beobachten das Geschehen.
Eine Gruppe Männer ist zu den Bauarbeitern gestoßen. Sie sehen aus wie Wachmänner, groß und stark, in schwarze Kleidung gehüllt. Angeführt werden sie von einem Herrn in weißem Gewand.
Während die Kinder die Männer neugierig beobachten, wird Sammys Aufmerksamkeit auf etwas anderes gelenkt, etwas Schnurrendes.
Marie?
Ja?
Siehst du das?
Was?
Der Mann hat eine Raubkatze!
Ja, der Mann im weißen Gewand hat eine Siamkatze auf dem Arm.
Glaubst du etwa, das ist dieselbe, die dich draußen gejagt hat?
Haben Sie mit mir geredet?
Mit Ihnen?
Oh nein, aber nicht doch. Meine Kleopatra ist eine meiner Katzen. Ich liebe Katzen.
Sie haben doch nichts gegen Katzen?
Oh, äh, na nein.
Na nun, Gesundheit. Haben Sie genossen?
Ich? Nein. Also, wie auch immer.
Sie machen hier soweit alles fertig, erhalten ihre Bezahlung und sind fein raus. Morgen liegt das Geld auf ihrem Konto.
Einverstanden! Das wird ein Fest. Die Menschen werden in Strömen kommen, und sie werden begeistert sein, zumindest die, die dafür Geld zahlen wollen.
Verstehe, wie reiche Leute also ihr Geld verplempern.
Wie bitte?
Ach nichts, gar nichts.
Männer, schmeißt die Maschinen wieder an!
Pläne schmieden gegen den mächtigen Gegner
Du hattest Recht, Raffi. Da stimmt etwas überhaupt nicht. Dieser Typ zerstört die Pyramiden. Wir müssen ihn anzeigen.
Genau, der Mann gehört hinter Gitter. Kommt, wir rufen die Polizei, dann können sie ihn gleich verhaften.
Das wird nicht so einfach. Der Mann ist nicht irgendeiner. Herr Abdullah ist ein mächtiger Mann mit viel Geld und Kontakten im ganzen Land. So leicht kommen wir nicht an ihn heran.
Dann überlegen wir uns etwas anderes. Was auch immer er mit den Pyramiden vorhat, wir müssen ihn aufhalten.
Genau. Aber wie? Das überlegen wir jetzt.
Äh, Phil?
Ja?
Willst du nicht rangehen? Dein Handy vibriert.
Oh, mein Papa ruft an. Einen Moment.
Ja, hallo?
Und, was meinte dein Vater?
Freunde, ihr werdet es mir nicht glauben.
Oho!
Was denn?
Gute Nachrichten und Ausblick auf die Fortsetzung
Die Partnerschule in Kairo hat ihre Listen noch einmal durchforstet und nach potenziellen Austauschschülern auf der Warteliste geschaut. Jetzt können sie es mit Sicherheit bestätigen: Ich bekomme Besuch aus Ägypten.
Mensch, Phil, das ist ja wirklich groß, Artin! Haben wir uns die ganze Zeit umsonst Sorgen gemacht?
Bei Phil ist die Freude groß. Er und seine Freunde erwarten nun gespannt den Austauschschüler. Außerdem muss Mike noch klären, wie es mit den Pyramiden ausgeht.
Da gibt es also noch einiges zu Ende zu bringen in Teil drei von „Beben in der Pyramide“. Schau bis dahin auf unserer Website vorbei und sag uns, wie du das Hörspiel findest. Besuch uns auf doppeldecker-crew.de – die Crew freut sich auf dich!