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Jesus erettet Sünder

09.02.1966

Die Szene von Golgatha und das Opfer Jesu

Gehen Sie mit mir im Geist wieder, wie jeden Abend, nach Golgatha. Dort, auf dieser Höhe vor den Toren Jerusalems, stehen drei Kreuze. Links hängt ein Sünder, wie Sie und ich. Rechts hängt ebenfalls ein Sünder, wie Sie und ich. Aber der in der Mitte, der in der Mitte, trägt die Dornenkrone. Die Hände, die die Welt geschaffen haben, sind angenagelt.

Wir müssen jetzt alle auf Jesus schauen, den Gekreuzigten. O Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Ruhm, o Haupt zum Spott gebunden mit einer Dornenkrone. Bleiben Sie vor ihm stehen und fragen Sie: Sohn Gottes, warum hängst du da?

Und da sagt er: Du verstehst vielleicht noch nicht ganz, aber wenn man dich herausreißen wollte aus dem Zorn Gottes und aus deinem bösen Herzen und aus all deinen schrecklichen Triebhaftigkeiten, dann ging das nicht einfacher als so. Ich sterbe dafür.

Er ist am dritten Tage auferstanden von den Toten, und darum lebt er. Darum können Sie ihn anrufen, und darum konnte ich draußen in Frankreich Jesus finden.

Die Verheißung der Vergebung und des neuen Lebens

Sie können jetzt nach Hause gehen und sagen: Herr Jesus, sieh doch mal mein ganzes Drecksleben an. Ich möchte nicht mehr weglaufen, sondern von Dir zu Dir hinkommen. Dann werden Sie erfahren, dass Jesus Ihre Vergangenheit vergibt. Es ist wunderbar, dass die Vergangenheit ausradiert werden kann und am jüngsten Tag nicht mehr davon die Rede ist – die Vergebung der Sünden.

Jesus schenkt ein neues Herz. Ich vergesse nicht, wie ich damals Gott begegnet bin, obwohl ich Jesus noch nicht kannte. An einem Frühlingstag waren wir hinter der Front durch einen herrlichen Frühlingswald geritten. Überall blühten Brombeeren. Ich war so unglücklich und hatte Angst vor Gott. Da dachte ich: Ich möchte Frieden mit Gott. Das müsste doch wunderbar sein, wenn ein Kerl wie ich, mit all seinem Dreck und von windigen Leuten umgeben, Frieden mit dem gewaltigen Gott haben könnte.

Doch zwei Dinge müssten passieren, habe ich mir ganz klar gemacht. Erstens müsste meine Vergangenheit ausradiert werden. Zweitens müsste ich eine andere Gesinnung bekommen. Denn ich liebte die Mädchen nicht, ich müsste ein anderes Herz bekommen.

Dann bekam ich ein Testament in die Hand, in dem stand, dass Jesus Sünder errettet. Jesus löscht die Vergangenheit aus. Das Blut Jesu Christi macht uns rein von aller Sünde. Sagen Sie mir Ihre Sünde und lassen Sie sich reinwaschen.

Ich will meinen Geist in euch geben und neue Menschen aus euch machen.

Der persönliche Weg zum Glauben und die Bedeutung des Christentums

Ich kann das nur kurz skizzieren: Ich möchte Sie dazu anregen, das Neue Testament zu lesen und Jesus zu suchen.

Wissen Sie, das Christentum ist kein Dogma, über das man endlos diskutiert. Diese Diskussionen gehen mir persönlich sehr auf die Nerven. Vielmehr ist der christliche Glaube ein Ich-Du-Verhältnis, ein persönliches Verhältnis. Es bedeutet, dass ich mit diesem lebendigen Jesus reden kann.

Wenn es mal nicht gut läuft oder Sie in Versuchung geraten, können Sie einfach zu Jesus sprechen. Sie dürfen ihm Ihr Herz ausschütten, gerade wenn Sie unter großem Druck stehen.

Im Moment, in dem Sie Jesu Eigentum werden, sind Sie Kind Gottes und haben Frieden mit dem lebendigen Gott.

Gottes Liebe und die Entscheidung für das Leben

Ich möchte mit einem kleinen Beispiel schließen, das ich gerne erzähle.

Vorhin habe ich das Wort gesagt: „So sehr hat Gott die Welt geliebt.“ Ach, diese schmutzige Welt! Wenn ich nur in den Kloschrank sehe, habe ich schon keine Liebe mehr übrig. Nein, und doch hat Gott sie geliebt. Da bleibt einem der Atem weg. Aber er lässt nicht alles durchgehen.

Er gab seinen eingeborenen Sohn, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden. Die anderen bleiben verloren. Gott will Sie retten. Für Sie ist Jesus gekommen.

Doch Sie können auch die Verlorenheit wählen. Das ist eine Entscheidung – die Entscheidung Ihres Lebens. Alle, die an Jesus glauben, werden nicht verloren, sondern haben Leben.

Was bedeutet es, an Jesus zu glauben? – Ein persönliches Zeugnis

Zum Schluss möchte ich Ihnen deutlich machen, was es bedeutet, an Jesus zu glauben.

Ich erinnere mich an eine Situation, als ich Vorträge in Oslo, Norwegen, hielt. Es war Samstag, und ich sollte am Sonntag in einer großen Versammlung in Wuppertal sprechen. Danach sollten wir in Kopenhagen landen. Doch dort war so dichter Nebel, dass das Flugzeug umgeleitet wurde und in Malmö landete. Malmö liegt in Schweden und war der einzige Flughafen ohne Nebel. Dort landeten eine Maschine nach der anderen. Es war so voll, dass man kaum noch einen Sitzplatz fand.

Ich sagte mir, ich muss weg. Plötzlich wurde bekanntgegeben, dass noch eine viermotorige Maschine der PAA nach Süden fliegen würde. Damals gab es noch keine Strahltriebwerke. Man wusste nicht, ob sie in Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt oder Stuttgart landen würde. Aber wer auf jeden Fall weg wollte, sollte mitfliegen.

Neben mir schrie plötzlich eine Dame auf. Ich wusste nicht, wo sie war, bei dem dichten Nebel. Ich sagte ihr, sie müsse nicht mit, sie könne ruhig hierbleiben. Ich war mit einem österreichischen Freund zusammen, und auch er fand es merkwürdig, dass der Start jetzt stattfinden sollte, denn inzwischen waren wir auch vom Nebel umgeben.

In diesem Moment ging der Pilot an uns vorbei. Ich vergesse nicht sein ernstes, konzentriertes Gesicht. Er wusste, dass der Start nicht einfach werden würde, vor allem mit einer vollbesetzten Maschine. Ich zeigte meinem Freund den Piloten und er sagte: „Da kann man Vertrauen haben, da kann man einsteigen.“

Also stiegen wir ein. Ich landete schließlich in Frankfurt, nicht in Essen, was auch abenteuerlich war. Sobald man den Fuß auf die erste Stufe der Treppe setzte, hatte man den Boden verlassen. Nun war man dem Piloten ausgeliefert.

Sehen Sie, das ist es, was Glauben bedeutet: Ich überlege, wem ich mein Leben anvertrauen kann. Und ich wüsste niemand anderem als Jesus. Niemand hat so viel für mich getan wie er. Er ist von den Toten auferstanden. Ich bitte Sie, ihm den Sieg über den Tod zuzugestehen, damit alle, die an ihn glauben – das heißt, die bei ihm einsteigen und ihren bisherigen Boden verlassen – gerettet werden.

Wem sonst sollte ich mich ergeben als dem König, der am Kreuz gestorben ist?

Das persönliche Bekenntnis und Gebet zum Abschluss

Opfer ich dir mein Gut und Leben, mein ganzes Herz ergießt sich dir. Ich schwöre dir zu, dem Wahnsinn des Kreuzes als Streiter und Untertan zu folgen.

Wir wollen jetzt mit ihm reden und bleiben sitzen. Herr Jesus, in unserem Leben ist viel Schmutz und Sünde, und es gibt viele ungelöste Probleme. Oft wissen wir auch nicht, wie wir damit fertigwerden sollen.

Herr Jesus, wir danken dir, dass du uns Sünder mit deinem Blut erkauft hast! Jetzt ist Jesus hier. Bitte rede weiter mit ihm, denn er hört, was dein Herz sagt.

Sage ihm, er soll dich suchen, er soll dich retten, er soll dir in die Augen sehen. Herr, lehre uns beten. Amen.