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Prüfung. In Gottvertrauen bestehen?

Isaak soll geopfert werden (1. Mose 22,1–19)
13.02.2022
SerieTeil 5 / 6Genesis – Stunde Null, das Leben beginnt
Prüfungen – egal welcher Art – sollte man sich nicht zu einfach vorstellen. Auch Gott behält es sich vor, den Glauben seiner Leute auf die Probe zu stellen. Darauf sollte man vorbereitet sein ...

Ein unerwarteter Test

Vier Studenten an der Universität in Sydney sind so gut in organischer Chemie, dass sie alle bisherigen Prüfungen mit Eins bestanden haben. Da sie sicher sind, auch die Abschlussprüfung zu schaffen, fahren sie am Wochenende vor der Prüfung nach Canberra, um dort mit Freunden eine Party zu schmeißen.
Sie amüsieren sich gut, feiern heftig und verschlafen dann den ganzen Sonntag, sodass sie es nicht mehr schaffen, rechtzeitig am Montag wieder zurück in Sydney zu sein. Sie beschließen also, gar nicht erst zur Prüfung zu gehen, und dem Professor ein Märchen zu erzählen, warum sie nicht kommen konnten.
Sie erklären, dass sie am Wochenende in Canberra an den Archiven der Australian National University geforscht hätten und dass sie eigentlich schon rechtzeitig zurück sein wollten. Aber unterwegs sei auf dem Rückweg ein Reifen plattgegangen. Sie hätten keinen Wagenheber gehabt, es habe ewig gedauert, bis jemand gekommen sei, um ihnen zu helfen, und deswegen seien sie erst jetzt gekommen.
Der Professor hört sich das alles an und erlaubt ihnen, die Prüfung am nächsten Tag nachzuholen. Die Studenten sind zufrieden und sind auch am nächsten Tag pünktlich da.
Dann setzt der Professor jeden einzelnen der vier in einen separaten Raum und gibt ihnen die Aufgaben. Die erste Aufgabe bringt fünf Punkte und ist etwas Einfaches über Radikalreaktionen. Die Studenten denken: Das ist ja wirklich einfach, eine leichte Prüfung. Dann schreibt jeder die Lösung hin, dreht das Blatt herum, und da steht auf der zweiten Frage: 95 Punkte. Welcher Reifen war platt?
Oh oh! Prüfungen, egal welcher Art, sollte man sich nicht zu einfach vorstellen. Gott behält es sich ja vor, den Glauben seiner Leute von Zeit zu Zeit auf die Probe zu stellen. Paulus hat das ja einmal geschrieben: Prüft alles, das Gute aber behaltet fest.
Gott hält sich selbst an sein Wort. Gott prüft uns von Zeit zu Zeit, ob wir wirklich konsequent mit ihm gehen, ob wir es wirklich ernst meinen in unserer Nachfolge. Und wir sollten auf solche Prüfungen vorbereitet sein.

Abraham als Vorbild des Vertrauens

Nun, wir reden ja über Abraham, das haben wir gestern Abend schon getan, und wir reden über seine Verwandtschaft. Die Geschichte ist der Beginn des Gottesvolkes, was aber nicht heißt, dass der Rest des Alten Testaments dem Rest der Welt nichts zu sagen hätte. Das Alte Testament ist ja nicht nur für so eine Elite, das Gottesvolk des Alten Testaments, für die Juden geschrieben, sondern was Gott bei Abraham und seinen Nachkommen begonnen hat, soll ja den Wegbereiter für alle Völker sein.
Das haben wir uns gestern Abend unter anderem bewusst gemacht in dem Segen, den Gott am Anfang seines Auftrages schon Abraham zuspricht, wo er sagt: In dir, Abraham, sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde. Also das, was wir hier besprechen, das gilt dir und mir genauso, wie es ihm, dem Abraham, damals galt.
Abraham ist deshalb so bedeutend für uns, weil er der Vater, weil er der Veteran, weil er das Vorbild des Glaubens ist. Ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen, dessen sind wir uns bewusst, und das lesen wir so auch im Hebräerbrief. Denn wer Gott naht, heißt es, der muss glauben, dass er ist und denen, die ihn suchen, ein Belohner sein wird. Gott ist ein Belohner für die, die ihm vertrauen.
Wir glauben also sozusagen nicht umsonst. Es lohnt sich, sein Vertrauen auf Gott zu setzen, und er gibt uns viele herrliche Verheißungen, nicht zuletzt das, was wir gerade gesungen haben, dass wir einst bei ihm sein werden, dass wir staunen werden, lachen und glücklich sein, wenn wir bei Jesus sind. Das ist doch eine wunderbare Belohnung und herrliche Verheißung.
Es geht bei Verheißungen vielfach um Dinge, die man nicht sieht, und Dinge, die auch noch ausstehen, die noch in der Zukunft liegen.

Glauben als Leben aus der Verheissung

Nun, du sagst vielleicht, ich kann Überraschungen nicht ausstehen. Nun, als Nachfolger Jesu solltest du und darfst du mit allem rechnen.
Der Herr Jesus hat einmal gesagt: Alles, um was ihr auch betet und bittet, glaubt, dass ihr es empfangen habt, und es wird euch werden. Worum ihr betet und bittet, glaubt, dass ihr es auch empfangen habt, also schon tatsächlich jetzt in der Gegenwart, obwohl es noch in der Zukunft liegt, euer Eigen ist. Also habt die Dinge im Herzen, bevor du sie hast, das ist Glauben, sei vorbereitet.
Von Hudson Taylor, dem großen Chinamissionar, wird erzählt, dass er, wenn die Vorräte knapp waren, nicht nur um Essen betete, sondern dass er gleich schon auch dafür dankte, obwohl er es noch nicht hatte. Da hat er immer schon gesagt: Danke, dass wir morgen wieder genug zu essen haben werden, obwohl es erst einmal gar nicht so danach aussah. Er hatte also das, was er von Gott erbeten hatte, bereits in seinem Herzen.
Sein humorvolles Argument war dann, dass er sagte: Wenn wir dann von Gott versorgt worden sind und die anderen noch ihr Tischgebet sprachen, konnte ich gleich anfangen. Ich habe ihm schon gedankt. Ja, das ist echter Glaube, und es gibt Situationen in meinem Glaubensleben, wo ich das auch so erfahren habe. Manchmal legt Gott einem eine Sache aufs Herz, von der man weiß, dass sie gut ausgeht, dass ein Gebet erhört wird, und ich habe auch manches Mal schon gedankt in dieser Gewissheit und habe genau solche Erfahrungen auch machen dürfen.
Ist nicht immer so. Das ist kein Automatismus, das will ich dazu sagen. Es hängt ein bisschen zusammen mit dem, was Paulus im Philipperbrief Kapitel 4 sagt, dass, wenn wir mit Bitten, also auch flehend im Gebet, unsere Anliegen vor Gott bringen, sich dann so der Friede Gottes auf unser Herz legt. Ich glaube, es ist dieser Friede, der sich einstellen muss, diese Gewissheit: Ja, hier ist Gott auf meiner Seite, und ich handle oder bete hier auch nach.

Wiederkehrende Zusagen und die Geduld des Glaubens

Nun, über Abraham steht die grosse Verheissung: „Ich will dich zu einer grossen Nation machen.“ Und das hatte Gott nicht nur einmal gesagt, sondern zwölfmal. In Kapitel zwölf haben wir uns ja mit dem Anfang zumindest gestern beschäftigt. Da steht zweimal, dass er ihn zu einer grossen Nation machen wird. In Kapitel dreizehn einmal, in Kapitel fünfzehn zweimal, in Kapitel siebzehn mehrfach und in Kapitel achtzehn wieder.
Also brachte Gott Abraham immer wieder zu seiner Verheissung zurück. Er erinnerte ihn immer wieder an das, was er ihm zugesagt hatte.
Ja, ich würde sagen: Ohne Verheissung kein Glauben. Woran sollen wir glauben, wenn uns Gott nicht etwas zusagt? Und andererseits: Ohne Glauben keine Erfüllung der Verheissung. Verheissungen gehen vor allem dann in Erfüllung, wenn wir sie mit Glauben verbinden. Davon bin ich überzeugt.
Verheissungen gehen vor allem dann in Erfüllung, wenn wir sie mit Glauben verbinden. Sollte sich deine Verheissung bei jemand anderem erfüllen, weil du nicht glaubst? Hältst du das für möglich?
Also Israel musste später oft lange auf die Erfüllung von Gottes Zusagen warten, weil ganze Generationen nicht glaubten, weil ganze Generationen nachlässig geworden sind, weil ganze Generationen zum Teil auch anderen Ideen und Göttern nachgelaufen sind. Da mussten sie warten. Da mussten sie Warteschleifen drehen. Erst die folgende Generation konnte dann die Verheissungen Gottes in Anspruch nehmen.
Also lasst uns solche Glaubensvorbilder wie Abraham zum Vorbild nehmen. Und lasst tatsächlich auch im Herzen haben und behalten, was Gott uns zusagt, was auch immer das individuell bei dir sein mag oder generell auch von dem, was das Wort Gottes uns allen sagt.
Lass Gott zu dir reden. Lass ihn in der Stille zu dir reden. Nimm dir das, es ist ja noch relativ jung für dieses Jahr, vor, dass du Bibelleser sein willst, der so lange liest, bis Gott zu dir geredet hat, wie wir das gestern auch gesagt haben.
Aber auch hier: Wenn du zum Gottesdienst kommst, lass Gott zu dir reden und komm immer mit der Erwartung, dass er etwas ganz speziell für dich bereit hat, so dass sich in dir die Überzeugung festigt, dass das, was Gott sagt, auch geschieht.

Zweifel, Lachen und die Geburt des Verheißenen

Dass der Zuspruch Gottes nötig ist, zeigt, dass selbst unser Abraham mürbe wurde. Die Jahre vergehen, und immer öfter überlegt er, wer wohl sein Vermögen einmal erben sollte. Wir haben uns das ja am Beginn des dreizehnten Kapitels bewusst gemacht, dass er ein sehr reicher Mann gewesen ist.
So, dann wirst du älter, und du fragst dich: Wie soll alles einmal werden? Er und Sarah, na ja, sie waren eben bis dahin ein kinderloses Paar. In 1. Mose 15,2 sagt er: Ach Herr, was willst du mir geben? Ich gehe ja doch kinderlos dahin, und ich habe mir überlegt: Erbe meines Hauses, das wird Eliezer von Damaskus. Das war der Kammerdiener von Abraham. Er soll also das bekommen, was wir besitzen.
Und dann kommt eine der schönsten Szenen in der Abrahamsgeschichte: Gott geht mit ihm hinaus, aus dem Nomadenzelt unter das Himmelszelt. Und dann sagt er zu ihm in 1. Mose 15,5: Abraham, sieh hinauf und zähle die Sterne, wenn du kannst. So zahlreich wird deine Nachkommenschaft sein.
Ich glaube, dass hier nicht eine genaue Zahl gemeint ist, sondern dass einfach gesagt wird: So wenig, wie du in der Lage bist, diese Sterne zu zählen, so wird man nicht in der Lage sein, deine Nachkommenschaft zu zählen. Und weil Abraham glaubt, sieht er in den Himmelslichtern lauter Kindergesichter. Er sieht im Glauben diese Nachkommen, Kindergesichter, die ihn mit Vater Abraham begrüßen.
Der Tag wird kommen, wo Gott seinem Freund Abraham die Mengen von Menschen zeigen wird, die ihm im Glauben gefolgt sind. Einmal eben aus seiner tatsächlich biologischen Nachkommenschaft im Gottesvolk Israel, aber darüber hinaus ist er ja auch unser Vater des Glaubens. Denn wir folgen ja diesem Vertrauen in denselben Gott. Und die Frage an dich und mich ist: Bist du dann dabei, wenn Gott Abraham daran erinnert: Habe ich dir nicht gesagt? Schau sie dir an, diese Mengen von Gläubigen. Habe ich dir nicht gesagt, dass sie so zahlreich sein würden?
Ja, wir brauchen allerdings ein wenig Geduld, auch daran haben wir uns gestern erinnert. 25 Jahre, haben wir gesagt, mussten vergehen, bis das Isaak geboren wird. In 1. Mose 21 sind diese 25 Jahre vollendet. Da lesen wir am Anfang des Kapitels: Und der Herr suchte Sarah heim, wie er gesagt hatte, und der Herr tat an Sarah, wie er gesagt hatte. Und Sarah wurde schwanger und gebar dem Abraham einen Sohn in seinem Alter zu der bestimmten Zeit, die Gott gesagt hatte.
Was verheißt Gott dir? Vielleicht hast du nicht die Verheißung, einen Sohn zu bekommen. Was verheißt Gott dir? Was er uns als denen, die an Jesus Christus glauben, verheißt, ist das ewige Leben. Das ewige Leben.
Das ist für manche so weit weg, so verschwommen, so nebulös, irgendwo in der Zukunft, dass sie gar nicht mehr alltäglich dieses wunderbare Geschenk vor Augen haben. Irgendwie ist es in einer dichten Nebelwand verborgen. Wir glauben schon, und wir wissen auch, dass es das alles gibt. Aber wir sind so im Hier und Jetzt verwurzelt, dass uns die Perspektive für die Ewigkeit manchmal fehlt.
Manche bleiben auch lieber im Hier und Heute, und manche leben so, als wenn es das Vaterhaus Gottes und die ganzen anderen Verheißungen gar nicht geben würde. Da ist man irgendwie formell schon dabei, man geht sonntags zum Gottesdienst, aber es hat mit dem Leben, mit unserem Alltag, so wenig zu tun.
Und außerdem macht man sich ja lächerlich, wenn man zugibt, dass man an die Zusagen Gottes glaubt. Man macht sich ja draußen vor den Leuten, die so im Leben stehen, ein bisschen lächerlich.

Das Lachen des Unglaubens und das Lachen der Freude

Und lachhaft ist die Abraham-Story tatsächlich. In Kapitel 17, also gehen wir noch mal kurz zurück, als in Kapitel 17 Abrahams hundertstes Lebensjahr voll ist und die Kinderwiege immer noch leer ist, da muss selbst er lachen.
Gott ist wieder mal da: Abraham, Sarah wird bald einen Sohn zur Welt bringen. Und da fiel Kapitel 17, Vers 17, da fiel Abraham auf sein Angesicht und lachte. Das ist ein anderes Lachen, als wir es eben gesungen haben. Wir werden lachen und glücklich sein, wenn wir vor Jesus stehen. Das ist so ein höhnisches Lachen offensichtlich: „Der war gut, Herr, den Joke merke ich mir, aber jetzt hör auf, mein Bauch tut schon weh“, sagt Abraham.
Er lacht über das, was Gott sagt, weil es ihm so unvorstellbar erscheint. Kurz darauf kommen drei Männer zu Besuch. Abraham, auffällig heiter, lässt ein gutes Essen machen. Während sie gemeinsam unterm Baum sitzen, fragt einer: Wo ist deine Frau Sarah? „Oh, die ist drinnen und hört Nachrichten.“ Und so ist es ja auch: Sara sitzt hinter der Zeltwand und hört die Nachrichten, sie lauscht also. Und was sie hört, ist: Nächstes Jahr um diese Zeit hat sie einen Sohn. Und da kann auch sie sich nicht vor Lachen halten. Kapitel 18 ist das, die Verse 12 bis 15.
Und so kommt es, dass sie den Jungen später, als es so weit war, Isaak nennen. Und Isaak bedeutet: er wird lachen. Das hat einen Hintergrund, hat eine Vorgeschichte. Er wird lachen. Also zum einen hatte Gott den Namen bestimmt. In Kapitel 17, Vers 19 sagt Gott, dass sie ihn Isaak nennen sollen. Und zum anderen hat Sarah gesagt, Kapitel 21, Vers 6: Die Leute werden bestimmt lachen, wenn ich, die ich ja nun schon in die Jahre gekommen bin, noch einen Sohn zur Welt bringe. Die Leute werden bestimmt lachen.
Das ist dann wahrscheinlich kein höhnisches Lachen mehr gewesen, sondern das war ein erfreutes Lachen. Man freute sich mit Sarah. Ja, das war so ein Lachen: Wir werden lachen und glücklich sein. Und nun stellt euch mal das Familienfoto vor: Abraham, Sarah, der kleine Isaak, alle drei lachen, und keiner von ihnen hat einen Zahn im Mund. Familienfoto ist gleichzeitig ein Beweisfoto, ein Beweisfoto dafür, dass die Zusagen Gottes eintreffen, auch wenn es noch so unwahrscheinlich erscheint, auch wenn es noch so unwirklich ist, auch wenn die Nebelwand noch so dicht ist: Wenn Gott etwas zusagt, geht es in Erfüllung.
Entgegen jeder menschlichen Erfahrung oder wissenschaftlichen Erkenntnis: Das Wort Gottes geht in Erfüllung. Lass die Leute über deinen Glauben ruhig lachen. Wer zuletzt lacht, lacht am besten, oder? Wir sind auf der Seite der Wahrheit, wenn wir bei Jesus sind, zu Jesus stehen, schon hier im Leben. Er ist die Wahrheit in Person. Und die Wahrheit wird aufstehen und seine Leugner überleben.
So, nun ist die Frage: Ist dein Glaube echt? Bist du wirklich auf der Seite von Jesus, ein wirklich neutestamentlich Gläubiger? Nun noch mal: Gott hält sich an sein Wort. Prüft alles, das Gute haltet fest. Ich möchte, wenn es jetzt um Prüfung gehen soll, über den Prüfling reden, in diesen Kapiteln hier, speziell Kapitel 22. Ich möchte zweitens über den Prüfer reden und möchte drittens über das Prüfungsergebnis reden, also den Prüfling, den Prüfer und das Prüfungsergebnis.
Wir schlagen mal auf: 1. Mose 22, und ich lese uns hier die ersten elf Verse vor.
 1. Mose 22: Und es geschah nach diesen Dingen, da prüfte Gott den Abraham, und er sprach zu ihm: Abraham! Und er sagte: Hier bin ich. Und er sprach: Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebst, den Isaak, und ziehe hin in das Land Moria und opfere ihn dort als Brandopfer auf einem der Berge, den ich dir nennen werde.
Da machte sich Abraham früh am Morgen auf, sattelte seinen Esel und nahm seine beiden Knechte mit sich und seinen Sohn Isaak. Er spaltete Holz zum Brandopfer und machte sich auf an den Ort, den Gott ihm genannt hatte. Am dritten Tag erhob Abraham seine Augen und sah den Ort von weitem. Da sagte Abraham zu seinen Knechten: Bleibt ihr mit dem Esel hier, ich aber und der Junge wollen dort hingehen und anbeten und zu euch zurückkehren.
Und Abraham nahm das Holz zum Brandopfer und legte es auf seinen Sohn Isaak, und in seine Hand nahm er das Feuer und das Messer. Und sie gingen beide miteinander. Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham und sagte: Mein Vater! Und er sprach: Hier bin ich, mein Sohn. Und er sagte: Siehe, das Feuer und das Holz, wo aber ist das Schaf zum Brandopfer? Da sagte Abraham: Gott wird sich das Schaf ersehen, mein Sohn. Und sie gingen beide miteinander.
Sie kamen an den Ort, den Gott ihm genannt hatte, und Abraham baute dort einen Altar und schichtete das Holz auf. Dann band er seinen Sohn Isaak, legte ihn auf den Altar oben auf das Holz, und Abraham streckte seine Hand aus und nahm das Messer, um seinen Sohn zu schlachten. Da rief ihm der Engel des Herrn vom Himmel her zu.
Wie es weitergeht, das erfahren wir gleich.

Die Prüfung des Glaubens

Zunächst einmal der Prüfling: Der Prüfling ist Abraham. Bisher scheint es, dass er fast alle Prüfungen bestanden hat. Es war ja eine Prüfung, als Gott ihn rief: Geh aus deinem Land und aus deiner Verwandtschaft in ein unbekanntes Land, das ich dir zeigen werde. Diese Prüfung hat er bestanden, er ist gegangen.
Oder eine andere Prüfung, als diese beiden Landschaften vor den Hirten des Lot und seinen eigenen lagen und er dann Lot die Entscheidung überlassen hat: Gehst du nach links, dann gehe ich nach rechts, und umgekehrt. Da hat er sehr viel Demut bewiesen. Man hat auch hier eine Prüfung bestanden und hat den sicherlich schlechteren Part, aber die richtige Entscheidung getroffen.
Oder als der König von Sodom da ihm ein Geschenk überbringen wollte, er das aber nicht annehmen wollte. Das sind also alles Prüfungen, die er bestanden hat. Aber es gab schon auch Prüfungen, wo er durchgefallen war. In zwei Situationen hat er gelogen und Sarah als seine Schwester ausgegeben, sowohl vor den Amalekitern, aber auch vorher schon in Ägypten. Das war nicht richtig.
Oder der, ich nenne es mal, Vaterschaftstest im Blick auf Hagar, als Sarah also der Auffassung war, er sollte sozusagen der Verheißung da ein bisschen nachhelfen, und Abraham sich darauf einließ und ja so Ismael zur Welt kam. Auch das war sicherlich so von Gott nicht vorgesehen.
So, nun kommt aber eine große Abschlussprüfung, kann man sagen. Die Aufgabe ist: Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebst, den Isaak, und opfere ihn als Brandopfer. Eine Hammeraufgabe! Unvorstellbar für jemanden, der Vater ist, oder für eine Mutter wahrscheinlich genauso, das Kind opfern zu sollen.
Nun, da man bei einer Prüfung nicht reden darf, sagt Abraham kein Wort. Er macht sich auch hier auf und geht, so wie wir es gestern Abend auch gesehen haben. Man fragt sich: Ist er so gehorsam, oder ist er so geschockt, dass er wie ferngesteuert losmarschiert? Man muss ja bedenken, dass Abraham hier nicht weiß, dass Gott ihn nur prüft. Er muss zu diesem Zeitpunkt davon ausgehen, dass das, was Gott hier nun so beschreibt, er auch durchziehen wird.
Gut, vielleicht rechnet er auch wieder: Ich habe hier noch Eliezer als Erben, und der Ismael soll auch was kriegen. Oder rechnet er mit etwas viel Größerem? Und laut Hebräer 11 ist das so, denn da steht in Hebräer 11,19: „Er dachte, dass Gott auch ihn, Isaak, aus den Toten auferwecken könne.“ Dafür gibt es zu diesem Zeitpunkt, wir sind hier am Anfang des ersten Buches Mose, kein Beispiel. Aber Abraham glaubt, dass Gott in der Lage ist, auch aus dem Tod aufzuerwecken. Wenn ich das durchziehen soll, wird er ihn wieder zurückholen. Das nenne ich wirklich glauben.
Nun, wir sehen die beiden schweigend in das Land Moria ziehen. Isaak begleitet seinen Vater, zwei Diener gehen mit, die den Esel führen. Und als sie am Fuß des geheimnisvollen Berges ankommen, lässt Abraham die Diener mit dem Esel zurück. Und damit nimmt er sich selbst die Möglichkeit auszuweichen, denn die Diener hätten garantiert versucht, ihn zurückzuhalten. Glaubt ihr nicht auch? Der ist doch verrückt. So einem alten Mann kann man doch keine Kinder anvertrauen. Die hätten den entmündigt, die hätten eingegriffen.
Nun, in der Prüfungssituation ist man verständlicherweise allein. Und der Versuch der Diener, Abraham zu hindern, hätte Abraham in die Versuchung gebracht, die Prüfung abzubrechen. Und deswegen sagt er: Bleibt ihr vorsichtshalber hier. Das war nun eine Sache allein zwischen ihm und Gott.
Ich mache mal einen kleinen Exkurs und möchte die Frage stellen: Gibt es eigentlich einen Unterschied zwischen Prüfungen und Versuchungen? Ich glaube, dass das manchmal ein bisschen vertauscht wird, vermischt wird und wir das nicht immer so ganz klar auseinanderhalten. Ja, es gibt einen Unterschied zwischen Prüfungen und Versuchungen. Nicht jede schwierige Situation muss eine Prüfung von Gott sein, bei weitem nicht.
 Jakobus 1,13 heißt es: Niemand sage, wenn er versucht wird – hier geht es um die Versuchung –, ich werde von Gott versucht; denn Gott kann nicht versucht werden vom Bösen, er selber aber versucht niemanden. Was ist der Unterschied zwischen einer Prüfung und einer Versuchung? Wenn wir mal in diesem Buch Genesis, Erste Mose, ganz an den Anfang gehen, in Kapitel drei, dann können wir das vielleicht als Vergleich heranziehen und können sagen: Die Prüfung ist in Kapitel drei verkörpert in dem Baum in der Mitte des Gartens. Das ist die Prüfung, den hatte Gott dahingestellt. Ihr sollt von allen Früchten dürft ihr essen, aber nicht von diesem einen Baum.
Die Versuchung ist der offensive Angriff der Schlange. Der Baum ist eine Prüfung, die Schlange, das ist der Versucher selbst, der hier Eva und dann Adam genauso auch zu Fall bringt, leider. Also in Versuchungssituationen sollst du in Sünde fallen, in Prüfungssituationen soll sich dein Glaube bewähren. Von daher ist das etwas völlig anderes.
In Prüfungssituationen soll sich dein Glaube bewähren. Lot, der stand ja auch vor der Wahl, was die Weideplätze betraf, links oder rechts. Und ich würde sagen, dass Kapitel 13, die Verse 10 bis 11, der war durchgefallen. Lot war durchgefallen. Er ist auch anschließend von Gott gar nicht mehr geprüft worden. Und in gewisser Weise ist es doch ein Stück schmeichelhaft, geprüft zu werden, oder? Das zeigt doch, dass wir in der Schule des Glaubens um eine Klasse versetzt werden sollen, dass Gott es uns zutraut sozusagen, dass wir in einer Prüfung bestehen. Und wenn wir bestehen, dann kriegen wir dafür ein Diplom, oder wie gesagt, es geht dann eine Stufe nach oben.
Also Gott schickt uns nur dann eine Prüfung, wenn er weiß, dass wir auch in der Lage sind, sie zu bestehen. Versuchungen scheinen oft folgerichtig zu sein. Ich habe in Manderbach eine Zeit lang als Mieter gewohnt, und samstags waren die unterschiedlichen Mietparteien eingeteilt, die Straße zu fegen, und ich habe, wenn ich dran war, die Straße gefegt. Ich weiß noch, wie Nicole mal auf dem Balkon stand, eine Mitbewohnerin mit ihrem Lebensgefährten, und dann rief sie runter und sagte: „Markus, lass doch, das machen doch die anderen auch nicht.“ Und da hatte sie Recht. Ich hatte aber oft den Eindruck, der Einzige zu sein, der da fegt. Lass doch, das machen die. Ja, das ist der Versuch. Und da bist du versucht zu sagen: Ja, sie hat Recht. Ich bin doch eigentlich blöd, warum mache ich das?
Also Versuchungen scheinen oft folgerichtig zu sein, Prüfungen dagegen erscheinen oft unvernünftig zu sein. Warum sollte Gott Abraham einen Sohn geben, das war ein Wunder nach all den vielen Jahren, und dann von Abraham verlangen, den abzuschlachten? Nachvollziehbar ist das nicht. Also, wie gesagt, Versuchungen folgerichtig, die Prüfungen scheinen oft unvernünftig zu sein. Aber Gott prüft uns, um unseren Glauben damit auch ein Stück zu bekräftigen, und lasst uns auch für Prüfungen danken. Es ist gut für unser Glaubensleben. Soweit zu diesem Exkurs.
Nachdem sich Vater und Sohn jetzt von den Dienern getrennt hatten, fragt Isaak seinen alten Vater auf halber Höhe mit messerscharfer Logik: Wozu hast du eigentlich Feuerzeug und Dolch mitgenommen, Vater? Du hast doch gar kein Schaf zum Brandopfer. Wenn wir jetzt da oben ankommen, wie sollte das da weitergehen?
Und Abraham, dem unterwegs tausendmal die bevorstehende Szene vor Augen ablief, trifft diese Frage selbst wie ein Dolchstoß ins Herz. Aber sein Herz überlebt, weil es nah beim Herrn ist. Und das zeigt sich auch daran, dass er sich sofort auf ihn beruft, denn er sagt: Gott wird sich ersehen, mein Sohn. Er hat nicht nur die Szene, sondern auch Gott vor Augen. Gott wird sich darum kümmern, Gott wird sich ersehen.
Noch bewegender ist ja das Hiobs-Zitat: „Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen, gepriesen sei der Name des Herrn.“ So könnte man über Isaak auch sagen: Gott hat ihn gegeben, und wenn er ihn jetzt nimmt, ja, das ist sein gutes Recht, gepriesen sei der Name des Herrn. Das war die Haltung von Hiob genauso wie von Abraham auch.
Auf dem Gipfel häuft Abraham Steine zum Altar zusammen, er errichtet darauf einen Scheiterhaufen, fesselt seinen Sprössling. Ob sich Isaak gewehrt hat, steht nicht da. Ob Abraham, um Zeit zu gewinnen, noch mal den Dolch gewetzt hat, wissen wir auch nicht. Jedenfalls in letzter Sekunde, als Abraham dem Jungen das Messer schon an die Gurgel hält, ruft eine Stimme aus den Wolken: Abraham, Abraham, zweimal, damit das ja nicht überhört wird. Abraham, Abraham! Hier bin ich, antwortet er, und Gott lässt ihm mitteilen, dass er die Prüfung bestanden hat.
In diesem Moment ist klar: Abraham vertraut Gott bis aufs Letzte, bis aufs Blut. Was ist der Kern des Glaubens? Worauf konnte Abraham sich denn verlassen? Nicht auf seine Gefühle, die waren schrecklich. Und wenn manche meinen, Glaube sei so eine Gefühlsangelegenheit, und manche dann auch in Emotionen aufgehen oder so: Gefühle sind so berechenbar wie ein betrunkener Autofahrer, da kannst du dich nicht drauf verlassen. Am nächsten Morgen wirst du nüchtern wieder und denkst: Was ist denn da passiert? Oder so. Es sind nicht die Gefühle, die den Glauben ausmachen.
Was ist der Kern des Glaubens? Abraham konnte sich auch nicht auf andere Menschen verlassen. Sarah war zu Hause, die Diener waren zurückgeblieben. Nein, er konnte sich nur auf die Verheißung und Fürsorge Gottes verlassen. Das ist der Kern des Glaubens, dass wir glauben, dass er groß ist, mächtig ist und genauso barmherzig und liebevoll. Das sind zwei Eigenschaften, die da zusammenkommen: mächtig und liebevoll. Sie sollten uns immer dazu animieren, zu beten, ihm alles zuzutrauen. Er ist allmächtig, und er ist voller Mitgefühl und voller Liebe, versetzt sich in uns und macht sich eins mit uns. Und diesem Gott, dem kann man wirklich vertrauen. Und er verheißt Gutes.

Der Gott, der eingreift und versorgt

Nun der Prüfer, ja, ich lese jetzt mal weiter. Da rief der Engel vom Himmel, oder der Engel des Herrn vom Himmel her, Vers elf, und sprach: Abraham, Abraham! Und er sagte: Hier bin ich. Und er sagte: Strecke deine Hand nicht aus nach dem Jungen und tu ihm nichts. Denn nun habe ich erkannt, dass du Gott fürchtest, da du deinen Sohn, deinen einzigen, mir nicht vorenthalten hast.
Isaak hat wahrscheinlich die Knie gezittert. Sein Vater bindet ihn jetzt los. Was wäre denn passiert, wenn Gott im entscheidenden Moment gerade woanders hingeguckt hätte? Nun hat er nicht.
Gott sieht alles, sagt Abraham, und von Stund an heißt der Berg auch so. Gott wird sich ersehen. Gott sieht alles. Der Herr sieht, und der Herr sorgt.
Wo sorgt Gott für uns? Drei wichtige Fragen. Wo sorgt Gott für uns? Nun, er sorgt am ehesten da für uns, wo er uns hinschickt. Und wenn du dich noch mal in den gestrigen Abend versetzt: Wir sind gesandt und ganz individuell auch beauftragt. Da, wo Gott dich hinschickt, da sorgt er auch für dich.
Vielleicht bist du am falschen Platz, sodass du manchmal denkst, es funktioniert alles nicht so. Vielleicht hast du einen Ruf Gottes bewusst auch überhört und bist dann doch auf einem falschen Weg unterwegs. Dann kehr um. Gott sorgt da für dich, wo er dich hinschickt.
Zweitens: Wann sorgt Gott für dich? Na ja, dann, wenn wir es benötigen und keine Minute früher. Abraham hätte sich ja sehr entlastet, wenn er vorher schon gewusst hätte, Gott wird also im letzten Moment sagen: Tu es nicht. Nein, keine Minute früher. In Hebräer Kapitel vier heißt es: Er antwortet zur rechtzeitigen Hilfe, und das sollte uns reichen.
Und das Dritte: Wie sorgt Gott für uns? Oft auf natürliche Art und Weise. Es ist ja nicht ein Engel mit einem Opfertier, der dann von oben den Ersatz bringt, sondern das passiert ganz normal. Ein Widder hat sich im Dickicht verfangen. Also sorgt Gott auf ganz natürliche Art und Weise. Dann schaust du um dich, und dann ist da etwas, und du siehst: Es geht weiter. So sorgt Gott in aller Regel.
Abraham hatte zu viele Erfahrungen mit Gott gemacht, als dass er an der Versorgung Gottes hätte zweifeln können. Sein Glaube hatte sich bereits bewährt. Eine wunderschöne Stelle in diesem Zusammenhang finden wir im Römerbrief, Kapitel vier. Gestern schon gesagt, dass der Apostel Paulus Abraham ja als das Vorbild des Glaubens nennt und uns vor Augen führt. Und da heißt es in Römer 4 von Vers 19 an: Abraham, fast hundertjährig, wusste genau, dass seine Lebenskraft aufgezehrt und der Mutterschoß der Sarah erstorben war. Trotzdem wurde er nicht schwach im Glauben und zweifelte nicht an der Zusage Gottes. Vielmehr wurde sein Glaube umso fester. Vielmehr wurde sein Glaube umso fester. Er gab Gott die Ehre und war felsenfest davon überzeugt, was Gott zusagt, das kann er auch tun.
Dass Gott aus Toten Leben erwecken kann, das hatte Abraham eigentlich in seiner Ehe so erfahren, es ist ja ein Leib mit seiner Frau Sarah. Aus dem erstorbenen Mutterleib der Sarah kam ein lachender Junge, und aus dem Grab des Joseph von Arimathia kam ein lebendiger Jesus. Ja, Gott kann aus Totem Lebendes machen, dessen war sich Abraham vor der Geburt von Isaak bewusst.
Der Jesus hat den Tod zunichte gemacht, aber er hat Leben und Unvergänglichkeit ans Licht gebracht, 2. Timotheus 1. Und aus dieser Auferstehungskraft, dass Gott aus Totem Leben machen kann, aus in Sünde Toten, in Dunkelheit Geratenem neues, helles Lichtleben, so wie wir jetzt ja eine Jahreszeit erwarten, wo es hell wird, wo alles aufblüht, so ist es ein Gott, der Auferstehung schenkt. So wie in der Natur, so auch in unserem geistlichen Leben.
Und lasst mich abschließend noch das Dritte, nämlich das Prüfungsergebnis, erwähnen.

Das Ergebnis der Bewährung

In Vers 19 hier im Ersten Mose 22 heißt es: Da kehrte Abraham zu seinen Knechten zurück, und sie machten sich auf und zogen miteinander nach Beerscheba. Die Erzählung endet unspektakulär, müssen wir sagen. Hier wird ja nur gesagt, dass Abraham mitsamt den Knechten wieder gut zu Hause angekommen ist. Beruhigend, ja? Es heißt immer: Ruf an, wenn du gut angekommen bist. Und hier heißt es also, er ist gut angekommen.
Aber was würden wir Abraham nicht gerne noch alles fragen, ja? Hat er mit Sarah über den Anlass seiner Reise geredet, und wie hat sie reagiert, und so? Wir hätten schon noch ein paar Fragen gehabt. Aber das Wichtigste war bereits vorher gesagt worden. Das, worum es Gott hier geht, das war alles so klar. Und weil das für den Glauben Wichtige hervorgehoben werden soll, wird anderes weggelassen. Das andere wäre völlig sekundär.
Abraham hat die Prüfung bestanden, und es stand unter seinem Zeugnis: So sehr hat Abraham Gott geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab. Gott hat uns so sehr geliebt, dass er uns seinen Sohn gab. Und das, was Gott von uns erwartet, ist, dass wir glauben, beweisen, ihn lieben, ja, dass auch wir zu so etwas bereit wären. Also hat Abraham Gott so sehr geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab. Das ist ein glänzendes Ergebnis.
Und es zeigt sich, dass für Abraham Gott über allem steht, sogar dass ihm die Verheißung nicht so wichtig ist wie Gott selbst. Das ist noch einmal eine wichtige Frage. Noch einmal: Die Verheißung, die wir vorhin so hoch gepriesen haben, ist für Abraham nicht so wichtig wie der, der über der Verheißung steht, Gott selbst.
Und ich möchte dich fragen: Was ist dir das Wichtigste, deine Gaben oder der Geber? Das ist ein Unterschied. Was ist dir das Wichtigste, der Dienst oder der Dienstherr? Manche sind sehr engagiert im Reich Gottes, in der Gemeindearbeit oder in missionarischen Aktivitäten. Dann sprechen sie ganz viel vom Dienst, aber manchmal hört man so wenig über den Dienstherrn. Was ist dir das Wichtigste, das Christsein oder Christus?
Abraham war die Verheißung nicht so wichtig wie Gott selbst und war bereit, seinen Hoffnungsträger Isaak zu opfern, für Gott. Es geht hier nicht um Christsein, sondern es geht um Christus. Es geht um ihn. Lasst uns ihn loben, lasst uns von ihm reden, ihn groß machen, in dem, was wir sagen und tun.
Zu den Dienern hatte Abraham gesagt: Wir wollen dorthin gehen und anbeten und dann zu euch zurückkehren. Ganz interessante Anmerkung hier im Text: Wir wollen dorthin gehen und anbeten und dann zu euch zurückkehren. Weißt du, wenn du anbetest, lass die Diener zurück. Wenn du anbetest, lass die Diener zurück.
Ich habe das mal von Günter Schulz gehört, kennt ihr den? Also, er leitet hier eine internationale Gemeinschaft für Missionen, also eine kleine Missionsorganisation. Ein ganz vorbildlicher gläubiger Mann. Der hat mal gesagt: Am Morgen geht es in meinen Gebeten nur um meinen Herrn, für die Fürbitter und für andere Menschen habe ich andere Zeiten am Tag. Am Morgen, wenn ich das Wort Gottes aufschlage, wenn ich lese, was er sagt, und wenn ich ihn darin entdecke, da geht es nur um ihn.
Bleibt ihr hier, bis ich angebetet habe, dann werde ich zu euch zurückkommen. Lös dich auch mal von deinem Dienst, auch von deinem Gemeindedienst, im Gebet und geh mal zum Herrn und lass dir da neue Weisungen geben, neue Perspektiven eröffnen, deinen Glauben stärken, sodass du dann wieder zurückkehren kannst in deinen Dienst und aus einer ganz anderen Motivation heraus dem Herrn dienen kannst.

Der Hinweis auf Christus

Nun, ich komme zum Schluss. Der Herr Jesus kommt überall in der Bibel vor, selbst da, wo er nicht vorkommt, auch hier in diesem Kapitel.
Abraham musste die Prüfung bis zuletzt, aber nicht bis zu allerletzt bestehen, oder? Der Herr Jesus hat sie bis zu allerletzt bestanden für uns, er musste sterben. Sie gingen beide miteinander, haben wir gelesen in Vers 6, dann heißt es, dass der Vater dem Sohn das Holz auflegte. Ist das nicht ein deutlicher Hinweis auf den Vater im Himmel, den himmlischen Vater, der seinen Sohn nicht verschont hat, sondern, wie es in Römer 8 heißt, ihn für uns alle hingegeben hat. Wie sollte er uns irgendetwas vorenthalten?, fragt Paulus.
Isaak wurde verschont, der Herr Jesus wurde nicht verschont. „Wo ist das Schaf?“, fragt Isaak, und die Antwort wird viele Jahrhunderte später von Johannes dem Täufer gegeben, als er sagt: Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt. Isaak stellt die Frage, Johannes der Täufer gibt die Antwort: Wo ist das Schaf? Er ist es, das Lamm Gottes, Jesus. Er hat die Sünde der Welt weggeschafft.
Ein Stück weit dargestellt in diesem Kapitel in diesem Widder, der dann stellvertretend an der Stelle von Isaak sterben musste, geschlachtet wurde, so wie für dich und für mich der Herr Jesus stellvertretend geschlachtet wurde.
Isaak wird erst wieder erwähnt, als er seine Braut empfängt, das ist Kapitel 24. So eine schöne Liebesgeschichte hier im ersten Buch Mose. Und das nächste Ereignis auf Gottes Kalender ist die Wiederkunft Jesu, der seine Braut in Empfang nimmt.
Schau immer, wo du Jesus entdeckst, wenn du in der Bibel liest. In deiner persönlichen Bibellese geh den Text immer noch einmal durch und schau: Wo sehe ich hier Jesus? Du wirst dich daran erfreuen und du wirst in deiner Erkenntnis Jesu Christi wachsen.
Ja, der Herr Jesus hat die Prüfung bestanden, als er das vollkommene Opfer brachte. Das Opfer ist da gebracht, es ist vollbracht. Und Abraham hat die Prüfung bestanden, als er glaubte. Der Herr Jesus hat sie bestanden, als er das Opfer brachte. Abraham bestand, als er glaubte, und mehr müssen du und ich auch nicht tun, als zu glauben. Den Rest überlässt Gott uns.
Glaubst du, und wird dieser dein Glaube die nächste Prüfung bestehen?