
Matthäus 24-2503.11.2018
Serie•Teil 1 / 2Verführung in der Endzeit
Generierte Mitschrift
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Einführung und historischer Rahmen
Guten Morgen, ich möchte alle ganz herzlich begrüssen zu diesem ersten Vortrag mit dem Titel „Verführung in der Endzeit“.
Wir sehen hier auf dem Bild den Ölberg in Ostjerusalem, gesehen vom Tempelberg aus. Dieses Thema, Verführung in der Endzeit, wollen wir aus der Perspektive der Ölbergrede Jesu anschauen. Und zwar finden wir im Neuen Testament drei Berichte darüber: in Matthäus 24, Markus 13 und Lukas 21. Alle diese Berichte ergänzen sich gegenseitig.
Nun zum Hintergrund dieser Rede, zur Vorgeschichte: Es war Dienstag vor Karfreitag. Den ganzen Tag über hatte der Herr Jesus harte Auseinandersetzungen mit verschiedenen Gruppen des Judentums, die ihm feindlich gegenüberstanden. Allein im Matthäusevangelium wird dieser Dienstag beschrieben, diese Auseinandersetzungen beschrieben, Matthäus 21 bis 23, also bis zum Schluss von Kapitel 23. Dann kommt die Ölbergrede dazu, Kapitel 24 und 25. Alles an diesem Dienstag. Man merkt, welch grosser Teil des Matthäusevangeliums sich mit dem Dienstag vor Karfreitag beschäftigt. Und dann kommen noch die parallelen Stellen in den anderen Evangelien dazu.
Am Ende dieses Tages, an dem deutlich wurde, dass der Herr Jesus von der Masse der Führer in seinem eigenen Volk als Messias abgelehnt wurde, ging der Herr Jesus auf den Ausgang des Tempels zu und kündigte an, dass die Zerstörung des Tempels in Jerusalem bald stattfinden würde. Das wird in allen drei Evangelien berichtet: Matthäus 24,1-2, Markus 13,1-2 und Lukas 21,5-6.
Dann ging der Herr hinüber durch das Kidrontal auf den Ölberg, der ja etwas höher liegt als der Tempelberg. Vom Ölberg aus hatte man den schönsten Blick auf den Tempelplatz in Jerusalem. Die Jünger waren unter Schock. Der Tempel war damals das herrlichste Gebäude der Welt, und so viele Jahrzehnte wurde daran gearbeitet.
Die Jünger stellen vier Fragen. Erstens: Wann wird die Zerstörung des Tempels stattfinden? Diese Frage wird in allen drei parallelen Evangelien berichtet: Matthäus, Markus und Lukas.
Zweitens: Was wird das Zeichen der Zerstörung des Tempels sein? Diese Frage findet sich nur in Lukas, Lukas 21,7. Das ist sehr wichtig, denn wir werden sehen: Die Antwort findet sich auch nur in Lukas. Das ist sehr wichtig. Viele sind über die Ölbergrede gestolpert, weil sie diese Details nicht beachtet haben.
Drittens: Was ist das Zeichen deiner Wiederkunft?
Und schliesslich viertens: Was ist das Zeichen der Endzeit?
Vielleicht fällt auf: Das sind eigentlich zwei und zwei Fragen. Zwei haben nämlich mit der Zerstörung des Tempels zu tun, und zwei Fragen haben mit der Endzeit zu tun. Wann wird die Zerstörung des Tempels stattfinden? Was wird das Zeichen der unmittelbar bevorstehenden Zerstörung sein? Was ist das Zeichen der Wiederkunft Jesu? Und überhaupt: Was ist das Zeichen der Endzeit?
Wir können also sagen: Zwei Fragen hängen zusammen mit der Anfangszeit, und zwei Fragen mit der Endzeit.
Anfangszeit und Endzeit als heilsgeschichtliche Schlüssel
Warum sage ich Anfangszeit? Ja, mit dem Kommen von Jesus Christus in diese Welt wurde die lange Zeit des Alten Testaments und des Wartens auf den Messias abgeschlossen. Er kam insofern in der Endzeit, als er eben am Ende des Alten Testaments gekommen ist. Darum sagt Hebräer 1, dass Gott früher durch die Propheten gesprochen hat, aber jetzt am Ende dieser Tage durch seinen Sohn.
Das bedeutet nicht, dass die Endzeit schon zur Zeit Jesu begonnen hätte. Aber die Endzeit des Alten Testaments, also das Ende jener Tage, in denen Gott durch die Propheten zu Israel gesprochen hatte, war gekommen. Damit begann ein Neuanfang.
Darum beginnt auch der Erste Johannesbrief so, dass er das Kommen von Jesus Christus beschreibt, der das ewige Leben ist in dieser Welt, was von Anfang an war, was wir gesehen und gehört haben. Dieser Anfang hängt mit der Erfüllung der alttestamentlichen Verheißung zusammen, dass der Messias kommen sollte, und zwar zuerst als der leidende Messias, der für unsere Sünden sterben würde. Erst viel, viel später sollte er ein zweites Mal kommen als der herrschende Messias, um als König Gerechtigkeit in diese Welt hineinzubringen. Zwischen diesen beiden Erscheinungen sollte eine lange Zeitepoche liegen.
Nun hatte das Alte Testament als Folge der Verwerfung des leidenden Messias bereits angekündigt, dass der Tempel untergehen würde. Genau davon spricht der Herr Jesus, dass jetzt diese Zeit der Tempelzerstörung vor der Tür stehe. Und die Jünger fragen diesbezüglich: Wann wird das sein? Und zweitens: Was ist das Zeichen?
Sie fragen auch: Was ist das Zeichen der Endzeit? Und Endzeit meint hier nicht das Ende des Alten Testaments, sondern das Ende dieser langen Zeit zwischen dem ersten und dem zweiten Kommen des Messias. Also bedeutet Endzeit auch nicht Weltuntergang. Das ist ebenfalls ein schweres Missverständnis, sondern das Ende dieser langen Zwischenzeit zwischen dem ersten und dem zweiten Kommen.
Und da fragen sie: Was ist das Zeichen der Endzeit und das Zeichen deiner Wiederkunft? Das hängt sehr zusammen, ist aber nicht ganz dasselbe. Also können wir in Verbindung mit dem ersten Kommen Jesu in diese Welt von der Anfangszeit sprechen, in der dann auch der Tempel untergehen sollte, und von der Endzeit, in der Jesus Christus schließlich wiederkommen würde.
Nun antwortet Jesus in dieser Rede auf alle vier Fragen. Also beschäftigen sich gewisse Teile der Endzeitrede auf dem Ölberg mit der Anfangszeit und andere, und zwar der größere Teil, mit der Endzeit. Aber nun ist es so, dass die Endzeit natürlich besser verstanden wird, wenn wir auch bereits verstanden haben, was der Herr Jesus über die Anfangszeit gesagt hatte und wie sich das erfüllt hatte.
Die Warnung vor Täuschung und die Erfüllung der frühen Zeichen
Wir werden sehen: In Verbindung mit der Anfangszeit und der damals schon erfüllten Prophetie war seine Rede eine symbolische Rede, also so, dass man alles ein wenig umdeuten muss und es nicht genau das bedeutet, was er sagt.
Nun, ich nehme es schon mal vorweg: Es wird deutlich werden, dass es wörtlich gemeint war. Es hat sich alles wörtlich erfüllt. Und das hilft uns natürlich auch zu verstehen, dass die Aussagen über die Endzeit ebenfalls ganz wörtlich zu verstehen sind.
Und noch etwas Wichtiges werden Sie in Verbindung mit der Anfangszeit sehen: Die Rede ist kurz, knapp, kein Wort ist zu viel, und jedes Wort hat Gewicht. Unsere Worte im Alltag darf man nicht auf die Goldwaage legen, aber die Worte des Herrn Jesus schon. Jedes Wort hat sein Gewicht, wie wir sehen werden.
Nun, der Jesus beginnt diese Rede mit einer Warnung vor Verführung und beschreibt eigentlich die ganze Zeit vom Anfang bis zum Ende als eine Zeit der Verführung, in der viele falsche Messiasse kommen würden. Man bedenke: Die Jünger, die er ansprach, waren alle jüdisch. Und er warnt sie vor falschen Messiasen.
Matthäus 24,4:
Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Passt auf, dass euch niemand verführe!
Also interessant: Bevor der Herr überhaupt etwas erklärt, warnt er vor Verführung. Und das ist ja heute Morgen unser Thema. Aber ganz grundsätzlich warnte er davor, und er sagt in Vers 5: Denn viele werden unter meinem Namen kommen und sagen: Ich bin der Christus. Christus ist das griechische Wort für das hebräische Messias. Also viele werden kommen und sagen, sie seien der Messias, und eben nicht Jesus von Nazaret, und sie werden viele verführen.
Der nächste Satz:
Ihr werdet aber von Kriegen und Kriegsnachrichten hören.
Ich habe das Wort aber etwas in den Vordergrund gerückt. Auf Griechisch ist es noch kleiner als das deutsche Wort aber, de. Das ist ein ganz kleines Wort, aber diese sogenannten Strukturwörter sind ganz wichtig, um Texte korrekt zu verstehen. In modernen Übersetzungen wäre es ziemlich üblich, dass so etwas einfach weggelassen wird, ja? Aber diese Strukturwörter sind nicht einfach da, um ignoriert zu werden. Der Satz wird nämlich dadurch von dem abgesetzt, was vorher gesagt worden ist. Ganz leicht, eine leichte Zäsur.
Und wir werden sehen: Ab Vers 6 in Matthäus 24 beginnt die Endzeitrede. Aber das zuvor ist noch nicht Endzeit. Die vielen Messiasse beschreiben eigentlich grundsätzlich das ganze Problem vom Anfang bis zum Ende.
Nun, vor zweitausend Jahren kam Jesus Christus, und er hat über dreihundert Prophezeiungen aus dem Alten Testament auf den leidenden Messias hin erfüllt. Aber er ging weg, verworfen von der Masse seines Volkes. Und dann kamen falsche Messiasse im Judentum bis heute.
Hier eine Liste mit über fünfzig falschen Messiasen. Ich werde Ihnen nicht alles vorlesen, aber auf dem Livestream können Sie dann die Folie nochmals anschauen, stoppen und diese Namen durchlesen. Das beginnt mit dem falschen Messias Theudas im Jahr 44 nach Christus, also nur ein paar Jahre nach dem Kommen des Herrn Jesus, der im Jahr 32 gekreuzigt worden ist. Dann kam der Messias aus Ägypten zwischen 52 und 58, der namenlose Prophet im Jahr 59, Menachem der Galiläer um 66, Jonathan der Weber nach dem Jahr 70, Lukas um 115, und sehr bekannt war Kochbar von 100 bis 135 nach Christus. Er hat eigentlich weitgehend das gesamte Judentum damals verführt.
Bar Kochba heißt Sternensohn, und er hat sich ausgegeben als der Messias nach der Prophetie von „ein Stern geht hervor aus Jakob und ein Zepter erhebt sich aus Israel“. Es war eine Katastrophe. Er hat das Judentum verführt zu einem zweiten Aufstand gegen die Römer, bei dem mehr als eine Million Juden schließlich umgekommen sind. Und dann war klar, dass es ein falscher Messias war.
Aber so ging das weiter, später mit dem Messias Mose von Kreta, dem Messias von Syrien usw., durch alle Jahrhunderte hindurch bis in unsere Zeit. Ich habe am Schluss noch Rabbi Menachem Mendel Schneerson aus New York hinzugefügt, der 1994 als alter Mann gestorben ist. Das war natürlich einerseits eine Enttäuschung, aber heute sagen die Anhänger, etwa 300 an der Zahl, er werde wieder auferstehen. Und es steht ja schließlich in Jesaja 53, dass der Messias sterben sollte. Ja, sterben, aber einen gewaltsamen Tod sollte er leiden, nicht ein alter Mann, der einfach stirbt.
Ja, und heute noch in Israel, wenn man auf der Autobahn fährt, zum Beispiel, sieht man immer wieder diese Bilder mit diesem Verführer, mit Schneerson, und da steht: Bracha ve’atzlacha, Maschiach – Segen und Gelingen, der Messias. Und sie warten immer noch, bis er aufersteht. Ja, und so hat sich das wortwörtlich erfüllt.
Die Tempelzerstörung und die Flucht der Gläubigen
Nun schauen wir uns zuerst die Anfangszeit genauer an. Und da ist es wichtig, in Lukas 21 zu lesen. Der Jesus beschreibt zuerst ein paar Endzeitzeichen, und dann sagt er in Vers 12: „Vor diesem allem aber“. Und das sollte man sich in der Bibel ganz besonders anmerken, dieses Wort „vor“, weil dieses Wort uns aus der Endzeit wieder zurückführt in die Anfangszeit. Und was hier in den weiteren Versen folgt, ist nichts anderes als die Beantwortung der Fragen eins und zwei. Also auch da wieder: So kleine Wörter wie „vor“ können ganz, ganz entscheidend sein.
Vor diesem allem aber werden sie ihre Hände an euch legen und euch verfolgen, indem sie euch an die Synagogen und Gefängnisse überliefern, um euch vor Könige und Statthalter zu führen, um meines Namens willen. Es wird euch aber zu einem Zeugnis ausschlagen.
Synagogen? Das weist hin auf eine jüdische Verfolgung der Gläubigen. Das ist nicht die Verfolgung, sagen wir, durch die Sowjetunion in den vergangenen Jahrzehnten, nicht wahr, sondern eine jüdische Verfolgung. Und in Markus sagte der Herr Jesus noch, sie werden euch vor die Sinedrien bringen. Das sind die örtlichen Gerichtshöfe der Juden, damals im ersten Jahrhundert noch, und der oberste Gerichtshof, das Sinedrium oder das Sanhedrin.
Nun, wenn man die Apostelgeschichte liest, nach dem Tod und der Auferstehung des Herrn Jesus im Jahr 32, kommt im selben Jahr Pfingsten. Und was lesen wir da? Wir lesen in den folgenden Kapiteln Apostelgeschichte 2, 3, 4, 5 von der Verhaftung der Apostel Jesu Christi und der Verfolgung der Christen durch das Judentum. Und es kommt schliesslich im Jahr 33 zur Ermordung des Stephanus und zu einer ganz allgemeinen Verfolgung der Gemeinde. Also man lese dann weiter bis Kapitel 7 und Kapitel 8 sogar.
Nun, das hat sich also erfüllt: Sie werden euch an die Synagogen, Sinedrien überliefern und ins Gefängnis tun. Aber weiter sagt der Herr: um euch vor Könige und Landpfleger zu führen. Landpfleger, Prokuratoren, hatten die Römer über Judäa eingesetzt. Und hier ist allerdings zu beachten: Es ist in der Mehrzahl, nicht vor einem Landpfleger oder vor dem Landpfleger, sondern vor Landpflegern.
Nun, wenn man die Apostelgeschichte weiterliest, muss man ziemlich lange lesen bis Kapitel 23. Da sind wir aber schon im Jahr 58. Da steht Paulus vor dem Landpfleger Felix und muss sich da verantworten. Ja, da haben wir schon einen Landpfleger, aber der Herr Jesus sagt Landpfleger! Nun, ich deute das schon mal an: Hier ist der Herr Jesus daran, zu beantworten, wann die Tempelzerstörung stattfinden wird. Und das bedeutet, all diese Ereignisse müssen zuerst geschehen. Und erst danach kann der Tempel zerstört werden. Also im Jahr 58 war klar: Das fehlt noch was. Landpfleger, das ist noch nicht erfüllt. Man muss also noch ein bisschen Geduld haben, also noch ein bisschen warten.
Ja, und dann im Jahr 59 wird Felix von Porcius Festus abgelöst. Paulus muss sich vor ihm verantworten. Man lese Apostelgeschichte 25 und 26. Jetzt haben wir schon Landpfleger in der Mehrzahl, also zwei oder mehr, aber mindestens zwei. Aber es heisst ja schliesslich hier, um euch vor Könige zu führen, auch nicht in der Einzahl, sondern in der Mehrzahl: Könige.
Und wann finden wir einen Nachfolger des Messias Jesus vor einem König? Nun, im Jahr 60, Apostelgeschichte 26, muss sich Paulus vor König Agrippa verantworten. Jetzt haben wir schon einmal die Einzahl erreicht, aber Paulus beruft sich auf den Kaiser, und darum muss er nach Rom gehen. Ja, die Batterie ist sehr weit unten. Kann man die vom Hotel bestellen, dass die eine gute Batterie reinmachen? Also, Paulus beruft sich auf den Oberkönig des Römischen Reiches, der über allen Unterkönigen stand, und darum reist er dann in der Apostelgeschichte nach Rom, um schliesslich vor Kaiser Nero gestellt zu werden. Und damit wäre auch der Plural „Könige“ erfüllt, als er sich nämlich im Jahr 32 tatsächlich vor dem Kaiser verantworten musste.
Nun, im Jahr 70 kam schliesslich die Zerstörung Jerusalems. Aber ich erzähle ganz kurz, wie das gekommen ist. Und zwar im Jahr 66, also nur vier Jahre nachdem Paulus vor Nero gestanden hatte, gab es einen spontanen Volksaufstand der Juden in Galiläa gegen die Römer. Und zwar weil der letzte Prokurator Gessius Florus den Tempelschatz in Jerusalem plündern wollte. Das brachte das Fass zum Überlaufen. Es kam zu einem Aufstand, und das jüdische Volk hatte am Anfang enorme militärische Erfolge gegen die Römer.
Die Römer waren gezwungen, immer mehr Legionen nach Israel zu verschieben, bis schliesslich ein Drittel aller Legionen von England bis in den Nahen Osten nach Israel verschoben war. Und dann gelang es ihnen mehr und mehr, diesen Aufstand in Galiläa niederzuschlagen. Die Armee ging weiter, eroberte dann auch Judäa, den südlichen Teil Israels, und Transjordanien. Denn das jüdische Volk lebte auch im heutigen Jordanien und war auch dort zu Hause. Alles wurde erobert, und dann, im Jahr 68, ging die römische Armee entlang des Toten Meeres, kam nach Qumran. Die Siedlung wurde zerstört, verbrannt, und die Brandspuren hat man aus dem Jahr 68 gefunden. Und dann, übrigens, wurden damals die Schriftrollen in der Siedlung in die Höhlen gebracht, als man gesehen hatte: Jetzt kommen die Römer, um sie vor den Römern noch zu retten.
Dann ging die römische Armee nach der Zerstörung Qumrans hinauf nach Jerusalem, und dann bauten sie ihre Armeelager rund um die Stadt auf. Das war das Jahr 68. Und das wird jetzt ganz entscheidend. Aber bevor ich da weiterfahre, muss ich Folgendes erklären. Ja, jetzt können wir wieder besser, oder? Ja, ganz leicht lauter.
Also, es war so: Jesus Christus kam ein erstes Mal, und das jüdische Volk wurde dann ab dem Jahr 70 aus dem Land herausgerissen und unter alle Völker zerstreut.
Das Zeichen der Belagerung und die Zerstreuung Israels
Nun wird das hier beschrieben, und zwar in Lukas 21. Dort wird nun das Zeichen erwähnt, um das die Jünger gebeten hatten. Ich zitiere Lukas 21,20:
Wenn ihr aber Jerusalem von Heeren umzingelt seht, dann erkennt, dass seine Verwüstung nahegekommen ist. Dann sollen die in Judäa auf die Berge fliehen, und die in seiner Mitte sind, sollen daraus entweichen. Und die auf dem Lande sind, sollen nicht in sie hineingehen.
Ich habe gesagt: Im Jahr 68 stellten die Römer ihre Heerlager auf, und das war genau das Zeichen der bevorstehenden Zerstörung. Wenn ihr Jerusalem von Heeren umzingelt seht, so erkennt, dass seine Verwüstung nahegekommen ist. Und darum wussten die messianischen Juden, also die Juden, die glaubten, dass Jesus der Messias ist: Jetzt kommt die Zerstörung des Tempels, und jetzt müssen wir fliehen.
Und da sind alle messiasgläubigen Juden aufgrund von Lukas 21 geflohen, auf die Berge, wie es hier heißt. Und zwar sind sie hauptsächlich in das heutige Westjordanland, das sogenannte besetzte Gebiet, geflohen. Von da aus sind sie dann über den Jordan nach Pella gegangen. König Agrippa, der damals die Rede von Paulus gehört hatte in Apostelgeschichte 26, war leider kein Christ geworden. Er sagte nur spöttisch: In kurzem überredest du mich, ein Christ zu werden.
Aber er hatte verstanden: Christen sind gar nicht staatsgefährdend, die sind nicht gefährlich für das Römische Reich. Und darum sagte Apocryx Festus: Dieser Mann hätte freigelassen werden können. Er hat nichts Todeswürdiges getan. Aber er hat sich auf den Kaiser berufen, zum Kaiser soll er gehen.
So hatte Agrippa der Zweite verstanden, Christen seien nicht gefährlich. Und das hat den jüdischen Christen das Leben gerettet. Eben: geflohen auf die Berge, rüber nach Pella. Und dort hat König Agrippa sie alle als friedliebende Bürger aufgenommen. Und keiner ging im Jahr 70 zum Passafest nach Jerusalem.
Das war nämlich so: Im Jahr 68, als die Heerlager aufgestellt waren, geschah etwas Unerwartetes. Kaiser Nero beging Selbstmord. Er hatte ein oder zwei Jahre vorher Paulus, als er zum zweiten Mal wieder gefangen war, in Rom. Bei der ersten Verhandlung damals im Jahr 62 wurde er freigelassen, ist wieder herumgereist und übrigens bis nach Spanien gekommen. Aber er wurde dann wieder verhaftet, kam in die Todeszelle. Aus dieser Todeszelle hat er noch den zweiten Timotheusbrief geschrieben, als Abschiedsbrief und Testament. Und dann wurde er von Nero geköpft. Weil er römischer Bürger war, durfte er nicht gekreuzigt werden.
Und in der gleichen Zeit wurde Petrus, der aus seiner Todeszelle den zweiten Petrusbrief als Testament geschrieben hatte, gekreuzigt. Weil er kein römischer Bürger war, durfte man ihn kreuzigen. Und nun, ein oder zwei Jahre später, begeht Kaiser Nero Selbstmord. Das war Gottes Gericht über den Mord an diesen Aposteln.
Und dann entstand Chaos. Wer wird Nachfolger von Kaiser Nero? Vespasian, der damalige General der römischen Legionen in Israel, der noch die Heerlager um Jerusalem aufrichten ließ, wollte Kaiser werden. Er stoppte den Krieg und ging nach Rom und wurde tatsächlich Kaiser.
Aber das erklärt jetzt, warum die Christen ohne Problem fliehen konnten. Man hätte sich fragen können: Ja, aber wie geht das? Im Krieg sollen die da auf die Berge fliehen, wie kommen die durch die Checkpoints durch? Kein Problem, der Krieg war dann gestoppt. Wenn Jesus Christus etwas sagt, dann funktioniert es. Dann muss man keine Sorgen haben. Und die konnten alle frei durch die Checkpoints hindurch nach Pella und sich so retten.
Aber im Frühjahr 70 kommt Vespasians Sohn Titus, der neue General, um den Krieg zu Ende zu führen. Und er sah: Oh, jetzt ist Passazeit. Alle Juden aus dem ganzen Land werden nach Jerusalem gehen, um die Passalämmer im Tempel zu schlachten. Ich warte, sagte er sich, bis sie alle in Jerusalem sind, und dann schließe ich den Ring um die Stadt.
Und so ist es geschehen: Die Stadt war zum Bersten voll, nach Josephus Flavius 2,7 Millionen. Dann wurde der Belagerungsring definitiv geschlossen. In 140 Tagen wurden Jerusalem und auch der Tempel dem Erdboden gleichgemacht.
Gericht, Zerstreuung und die Rückkehr in die Endzeit
Und Jesus sagt in Lukas 21,22: Denn dies sind Tage der Rache, damit alles erfüllt werde, was geschrieben steht. Wehe aber den Schwangeren und den Säugenden in jenen Tagen. Denn große Not wird in dem Land sein und Zorn über dieses Volk.
Wenn man schwanger ist oder Kinder säugt, ist es sehr schwierig, diese Flucht zu unternehmen. Eine große Not wird in dem Land sein und Zorn über dieses Volk. Und sie werden fallen durch die Schärfe des Schwertes und gefangen weggeführt werden unter alle Nationen, und Jerusalem wird zertreten werden von den Nationen, bis die Zeiten der Nationen erfüllt sein werden.
Jedes Wort hat sich erfüllt. Mehr als eine Million kam um bei dem Krieg um Jerusalem, und 97 wurden in die Kriegsgefangenschaft abgeführt. Und ab diesem Zeitpunkt wurde in einem Prozess von Jahrhunderten das jüdische Volk aus dem eigenen Land herausgerissen und unter alle fünf Kontinente zerstreut, von Chile, Brasilien und Argentinien bis nach China, Japan, Thailand und Indonesien, und von Kanada und den USA bis nach Australien, Neuseeland, Schweden und Südafrika.
In den folgenden zweitausend Jahren wurde Jerusalem ständig von nichtjüdischen Nationen immer wieder bekriegt und verwüstet. Jedes Wort hat sich so erfüllt. Nun spricht Jesus von dieser Wegführung des jüdischen Volkes unter alle Völker und sagt: Jerusalem wird zertreten werden, bis die Zeiten der Nationen erfüllt sein werden.
Und dieses Wort bis müssten Sie in Ihrer Bibel ganz besonders anstreichen, denn dieses Wort bis führt uns wieder in die Endzeit. Nicht wahr, Verse zwölf bis zu diesem bis sind ein Einschub, der die Anfangszeit beschreibt, und das bis führt uns dann wieder in die Endzeit.
Und was ist die Endzeit? Nun, die Propheten im Alten Testament haben gesagt: In der Endzeit, bevor der Messias als König der Welt kommt, wird das jüdische Volk wieder gesammelt werden aus allen Völkern ins Land der Vorfahren. Zum Beispiel Hesekiel 38,8: Gott richtet sich an einen Feind im äußersten Norden von Israel und sagt: Am Ende der Jahre – das ist ein anderer Ausdruck für Endzeit, in der Endzeit – sollst du in das Land kommen.
Also dieser Feind aus dem äußersten Norden, ich kann es vorwegnehmen, das ist Russland, wird einmal das Land Israel angreifen. Du sollst in das Land kommen, das vom Schwert wiederhergestellt sein wird, zu einem Volk, das aus vielen Völkern gesammelt sein wird, auf die Berge Israels, welche ständig verödet dalagen. Ja, es wird herausgeführt sein aus den Völkern.
Hier sieht man: In der Bibel ist die Endzeit die Zeit, wenn das jüdische Volk aus allen Völkern der Welt wieder heimkehrt ins Land der Väter. Also dieses bis, das uns bis in die Endzeit führt, führt uns in diese Zeit, in der das jüdische Volk wieder ins Land zurückkehrt.
Und das ist natürlich für uns sehr interessant, denn es ist ja so, dass seit 1882 Juden begonnen haben, wieder ins Land der Vorfahren in Massen zu emigrieren. Die erste Emigrationswelle fand statt 1882, 1883, 1884 usw. Dann kam ein Jahr später die zweite Welle, dann die dritte, die vierte usw. bis heute.
Drei Millionen sind aus allen fünf Kontinenten aus etwa 130 verschiedenen Ländern heimgekehrt und haben den Staat Israel wieder gegründet. Das ist nach den Aussagen des Alten Testaments Endzeit.
Die Geburtswehen der Endzeit und ihre ersten Zeichen
Nun müsste sich das Treffen mit den Zeichen der Ölbergrede beschäftigen. Also diese Zeit, die Endzeit, die wollen wir jetzt ins Auge fassen. Und wir müssen bedenken: Genauso wie die Prophezeiungen über die Anfangszeit ganz wörtlich zu nehmen waren und man auf Feinheiten achten muss, etwa ob von einer Zahl oder von mehreren Zahlen die Rede ist, so müssen wir auch an diese Endzeitrede herangehen.
Diese Rückkehr der Juden wird auch in Hesekiel 36,24 beschrieben. Gott sagt: Und ich werde euch aus den Nationen holen und euch sammeln aus allen Ländern und euch in euer Land bringen. Das ist ein Prozess von inzwischen über hundertdreißig Jahren. Man könnte sagen: Die Endzeit der Bibel ist bereits eine Periode von 136 Jahren. Und es ist ja so: Diese Endzeit war ständig gekennzeichnet von der Rückkehr der Juden aus aller Welt bis heute. Drei Millionen habe ich gesagt, die haben auch Kinder bekommen, und darum gibt es heute über sechs Millionen Juden in Israel.
Und Sie sehen schließlich: Muss Jesus Christus wiederkommen als der herrschende Messias? Diese grünen Striche symbolisieren Prophezeiungen aus der Bibel über die Endzeit in der Ölbergrede, aber auch sonst in der ganzen Bibel, Altes und Neues Testament. Ich habe einmal versucht, eine Liste aufzuschreiben mit allen schon erfüllten Prophezeiungen über die Endzeit. Das hat dann schließlich dieses Buch gegeben, das man auch am Büchertisch ansehen kann: Leben wir wirklich in der Endzeit? 180 erfüllte Prophezeiungen. Also, ich habe nur ein paar grüne Striche gemacht, aber man sollte bis jetzt 180 machen. Das geht aber weiter. Und dann wird Jesus Christus wiederkommen.
Nun, die Anfangszeit von der Geburt des Messias bis zum definitiven Untergang des Staates Israel, das ist nämlich geschehen in der Niederschlagung des Aufstandes unter dem falschen Messias Bar Kochba. 135 nach Christus gab es keinen Staat Israel mehr. Das war eine abgesetzte Periode, nicht wahr? Und dann kam die Periode, in der das jüdische Volk unter allen Völkern zerstreut war, ohne Heimat mehr. Diese Anfangszeit dauerte 135 Jahre. Sie ist als Periode klar absetzbar. Die Endzeit dauert jetzt schon mehr als 135 Jahre und ist aber auch eine Periode, die klar von den vergangenen zweitausend Jahren abgesetzt ist.
Nun, die Jünger baten um zwei Zeichen: Was ist das Zeichen deiner Wiederkunft, was ist das Zeichen der Endzeit? Aber der Herr gibt in dieser Rede eine Serie von mehr als zwanzig Zeichen. So ist der Herr. Er gibt nicht nur einfach das, was wir fragen, sondern er gibt in Fülle mehr als zwanzig Zeichen. Aber ganz wichtig: Diese Zeichen sind so zu verstehen, es sind Geburtswehen. In Matthäus 24,8 sagt der Herr Jesus, nachdem er bereits ein paar Zeichen erwähnt hatte: Alles dieses aber ist der Anfang der Geburtswehen.
Nun, Geburtswehen kommen ja nicht einmal, und dann ist das Kind in der Welt. Sie beginnen an einem bestimmten Zeitpunkt, werden intensiver und mit der Zeit auch regelmäßiger. Sie können dann wieder etwas zurückgehen, und dann können sie wiederkommen, bis schließlich die Presswehen kommen. Und das ist dann wirklich das Ende. Dann kommt die große Freude: Ein Mensch kommt in die Welt.
Kriege, Revolutionen, Hunger, Seuchen und Erdbeben
Nun, das bedeutet, dass hier auch die Zeit zwischen dem ersten und dem zweiten Kommen von Jesus Christus mit der Zeit einer Schwangerschaft verglichen wird. Die dauert ja etwa neun Monate, aber so ganz genau kann man das auch nicht sagen. Darum ist es wichtig, in der Endzeit der Schwangerschaft auf die Zeichen der Zeit zu achten. Und das sind die Wehen. Die muss man richtig deuten. Wenn sie kommen, dann weiss man: Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Jetzt muss man bereit sein für die Geburt.
In Epheser 1,19 wird unsere Zeit das gegenwärtige Zeitalter genannt. Wenn Jesus Christus dann wiederkommt, dann spricht Epheser 1,19 von dem kommenden Zeitalter. Also wird das gegenwärtige Zeitalter mit einer Schwangerschaft verglichen. Am Ende davon, in der Endzeit, da kommen die Wehen. Und das entspricht in der Ölbergrede diesen mehr als zwanzig Zeichen, nicht wahr?
Jetzt verstehen wir auch: Das sind also Prophezeiungen, die sich nicht an einem einzigen Punkt einmal erfüllen, sondern Prophezeiungen, die wiederholt kommen werden, aber tendenziell stärker. Und zwar spricht der Herr Jesus in seiner Rede von fünf Zeichen, und die nennt er den Anfang der Wehen. Das sind noch nicht die Presswehen, das ist der Anfang der Wehen.
Erstens: Massenkriege.
Zweitens: Revolutionen.
Drittens: Hungersnöte.
Viertens: Seuchen.
Fünftens: Erdbeben.
Danach folgen Christenverfolgung und Massenabfall. Auch da muss man die Strukturwörter genau beachten, wenn der Herr Jesus sagt: „dann“ oder „danach“. Es ist wichtig, dass man sieht: Zuerst diese fünf Zeichen, und dann die Christenverfolgung, diese massive, und der Massenabfall. Aber eben, das nennt der Herr Jesus den Anfang der Geburtswehen.
Jetzt schauen wir uns diese fünf Zeichen an und was danach folgt. Ich nehme es gleich vorweg: Diese fünf Zeichen haben sich erfüllt, genau in dem Zeitfenster von vierzig Jahren, von 1882, als die erste Immigration der Juden begann, bis 1922, als die Sowjetunion gegründet wurde, mit dem Programm „Die Vernichtung des Christentums“ in ihrem Reich.
Nun, die Juden kehrten zurück ins Land der Väter. Der Herr Jesus sagte, dass Massenkriege kommen würden: Nation gegen Nation, Königreich gegen Königreich. Das ist nicht einfach so ein Krieg, sagen wir zwischen Deutschland und Frankreich, sondern Nation gegen Nation, Königreich gegen Königreich. Und er sagt: Ihr werdet von Kriegen hören und von Kriegsgerüchten. Von Kriegen hört man in der Nähe, Kriegsgerüchten, wenn es ganz weit weg ist. Das weist darauf hin, dass das auch ganz ausgedehnte Kriege sein werden.
Und 1914 brach der Erste Weltkrieg aus. So etwas hat es noch nie gegeben in der Weltgeschichte. Darum war das der Erste Weltkrieg. Nicht wahr, man hätte sich fragen können: Ja, wie können Kriege Endzeitzeichen sein? Kriege gab es schon immer, nicht wahr? Ja, natürlich. Aber wenn der Herr sagt, das wird ein Endzeitzeichen sein, dann muss es etwas ganz Besonderes bedeuten. Ja, es bedeutete den Ersten Weltkrieg. Aber dabei sollte es nicht bleiben, denn es sind ja Wehen, die wiederkehren und schlimmer werden.
Der Erste Weltkrieg von 1914 bis 1918 mit 17 Millionen Toten. Und ein paar Jahre später wiederholt sich das Phänomen eines Weltkrieges, das es früher noch nie gegeben hatte: ein Krieg, der alle fünf Kontinente betrifft, der Zweite Weltkrieg, 1939 bis 1945, mit 50 bis 70 Millionen Toten.
Jetzt lese ich den Text aus Matthäus 24,6: Ihr werdet aber von Kriegen und Kriegsnachrichten hören. Passt auf, erschreckt nicht, denn dies alles muss geschehen, aber es ist noch nicht das Ende.
Das Ende werden Sie sehen: Das sind die letzten dreieinhalb Jahre, der letzte Weltkrieg, der schrecklichste, wird unmittelbar vor der Wiederkunft des Herrn Jesus stattfinden. Darum sagt der Herr hier: Wenn das kommt, das ist noch nicht das Ende. Es ist zwar schon Endzeit, aber es ist noch nicht das Ende der Endzeit. Versteht man das?
Ja, und der Jesus sagt: Aber es ist noch nicht das Ende, denn es wird sich Nation gegen Nation erheben und Königreich gegen Königreich. Eben, er sagt: Ihr hört von Kriegen. In der Schweiz zum Beispiel konnte man hören, was in Deutschland, Frankreich, Italien und Österreich geschah. Ja, die Schweiz war gerade eine kleine Insel. Aber dann hörte man auch von dem, was in Afrika geschah und in Asien: Nation gegen Nation, Königreich gegen Königreich.
Hier in dem Schema sieht man: Die Endzeit beginnt ab 1882, aber das Ende, das ist die sogenannte grosse Drangsal von dreieinhalb Jahren, unmittelbar vor der Wiederkunft Jesu als herrschender Messias.
Jetzt schauen Sie sich mal diese Karte an. Farbig sind hier in Grün und Orange alle Länder eingetragen, die vom Ersten Weltkrieg betroffen waren. Nur die grauen Bereiche sind ausgeschlossen. Man sieht die Schweiz inmitten von Europa, und Grönland ist auch nicht sehr bewohnt. Argentinien und Mexiko waren auch ausgenommen. Aber im Zweiten Weltkrieg sieht es so aus: Noch mehr Länder. Es gibt nicht mehr viel Grau, aber die Schweiz ist auch grau. Reine Gnade Gottes, verdient hatten wir das nicht.
Aber schauen Sie jetzt auf dieses Schema der Endzeit: Ich trage jetzt das ein, Erster Weltkrieg und Zweiter Weltkrieg. Wirklich, man muss sich vorstellen: Die Juden begannen zurückzukehren ins Land der Väter, und ein paar Jahre später kommt der Erste Weltkrieg. Das ist schon eindrücklich. Und die fahren weiter zu kommen, und dann kommt der Zweite Weltkrieg.
Nun, in Lukas 21,9 sagt der Herr Jesus: Erschreckt nicht, denn dies muss zuvor geschehen, aber das Ende ist nicht so gleich. Die Drangsalzeit, die kommt nicht so gleich, ja? Alles der Anfang der Geburtswehen. Und nun spielen diese ersten vierzig Jahre eine sehr spezielle Rolle. Jetzt schauen wir uns nur dieses Fenster an. Massenkriege, jawohl: In diesem Fenster 1882 bis 1922 haben wir den Ersten Weltkrieg.
Aber dann sagt der Herr Jesus: Revolutionen werden stattfinden.
Revolutionen, Hungersnöte, Seuchen und Erdbeben als Wehen
In Lukas 21,9 heißt es: Wenn ihr aber von Kriegen und Revolutionen, griechisch Akatastasiai, hören werdet, so erschreckt nicht; denn dies muss zuvor geschehen, aber das Ende ist nicht so gleich.
Markus 13,8 sagt: Und es werden Hungersnöte und Unruhen, griechisch Tarachai, sein. Dies sind die Anfänge der Geburtswehen.
Auch da hätte man früher sagen können: Revolutionen sind ein Endzeitzeichen. Revolutionen hat es doch immer wieder gegeben, in der ganzen Geschichte. Ja, zum Beispiel die Französische Revolution 1789 und dann in England die Glorious Revolution. Jetzt sagt der Herr Jesus: Revolution ein Endzeitzeichen. Das muss also irgendwie etwas Besonderes bedeuten.
Jawohl, in diesem Zeitfenster haben wir diese elf Revolutionen: die philippinische Revolution, die konstitutionelle Revolution im Iran, die russische Revolution 1905, wo der Zar fast gestürzt worden wäre, und dann die jungtürkische Revolution im Osmanischen Reich, die mexikanische Revolution ab 1910 und in den folgenden Jahren, furchtbar die chinesische Revolution, die Xinhai-Revolution 1911, die arabische Revolte, die Februarrevolution in Russland 1917. Das war eine bürgerliche Revolution, und dann kam Lenin, und der hat daraus eine kommunistische Revolution gemacht. Die Oktoberrevolution in Russland 1917, die dann zur Sowjetunion führte. Die Novemberrevolution in Deutschland, die Asternrevolution in Ungarn.
Aber das geht so weiter, nicht wahr? Die Wehen müssen ja weitergehen. Hier haben Sie mal eine Liste bis 26 Revolutionen, hier bis 36 und hier bis 40. Aber es kommt noch dazu. Ich kann Ihnen eine Liste zeigen, und in meinem Buch ist das alles ausführlich und auch mit Quellen belegt über Endzeit. Da ist es so: Ich gebe Ihnen die Quellen an. Es gab über 335 Revolutionen von 1882 bis 2018. Es ist so klar, nicht wahr? Ja, also für das Zeitfenster trage ich ein: elf Revolutionen und Aufstände bis 1922.
Nun sagt Jesus drittens: Hungersnöte. Matthäus 24,7: Und es werden Hungersnöte sein an verschiedenen Orten. Das zwanzigste Jahrhundert hat man bezeichnet als das Jahrhundert der Hungersnöte. Hunderte von Millionen Menschen haben chronischen Hunger gelitten. Chronisch heißt: immer zu wenig. Akuten Hunger bedeutet, dass man wirklich gar nichts mehr zu essen hat. Beides kennen wir aus dem zwanzigsten Jahrhundert.
Die Weltbevölkerung wuchs von 1900 mit 1,6 Milliarden auf 2000 mit 6,5 Milliarden. Diese Bevölkerungsexplosion erklärt auch diese Explosion von Welthunger. Wir haben uns im zwanzigsten Jahrhundert, ich weiß noch, als Jugendlicher, als Kind, daran gewöhnt: Jedes Jahr sterben acht Millionen an Hunger. Einfach so, acht Millionen. Schrecklich, ein furchtbares Weh über diese Welt.
Nun, in unserem Zeitfenster gab es eine ganze Serie von schrecklichen Hungersnöten mit Millionen von Toten in China, Russland, im Libanon, in Indien und in Afrika. Ich habe da zusammengerechnet über 26 Millionen Tote. Und darum können wir hier das Schema vervollständigen: neun Hungersnöte in dem Zeitfenster von vierzig Jahren, Anfang der Wehen.
Ja, jetzt kommen noch Seuchen. Dazu Matthäus 24,7: Es werden Hungersnöte und Seuchen sein an verschiedenen Orten. Nun, in unserem Zeitfenster gab es die russische Grippe, dann die dritte Pestpandemie, die sechste Choleraepidemie, die russische Typhusepidemie und dann am Ende des Ersten Weltkrieges und darüber hinaus die spanische Grippe. 50 bis 100 Millionen Tote. Unglaublich!
Und besonders die Leute, die noch körperlich nach dem Krieg stark waren, die waren die Gefährdeten, weil diese Grippe speziell die, die ein starkes Abwehrsystem hatten, getötet hat. Mit dem Geschwächten war es anders. Also, das ist ein bisschen komisch, ja, aber das ist die spanische Grippe. Darum wird es auch so gefürchtet, dass so etwas wiederkommen könnte.
Also, wir haben in unserem Zeitfenster fünf schwere Seuchen. Aber ich könnte weitergehen im zwanzigsten Jahrhundert mit der asiatischen Grippe, mit der Hongkong-Grippe, mit der russischen Grippe, dem Problem von Aids und der Pockenkrankheit, die etwa 300 Millionen bis 500 Millionen Todesopfer gekostet hat im zwanzigsten Jahrhundert. Und da können wir weiterfahren mit vielen anderen schrecklichen Seuchen mit Abermillionen von Toten.
Fünftens: Erdbeben. Matthäus 24,7: Und es werden Hungersnöte, Seuchen und Erdbeben an verschiedenen Orten sein. Nun, in unserem Zeitfenster haben wir eine ganze Serie von schrecklichen Erdbeben. Das beginnt im Osmanischen Reich 1883. Und Sie müssen wissen: Damals war ja Palästina, das Land, das man so nannte, als die Juden begannen zurückzukehren, noch Teil des Osmanischen Reiches. 1882 kamen sie, und dann 1883 dieses Erdbeben mit 15.000 Toten.
Aber dann kommt Iran, nochmals Iran, Japan, Indien, Messina, Sizilien, Kalabrien mit 72.000 Toten, Italien nochmals 1915 mit 30.000 Toten und China 1920 mit 200.000 Toten. Über die Verletzten spreche ich gar nicht, die sind noch mehr. Aber man kann sagen: Im zwanzigsten Jahrhundert gab es mehr als 2,3 Millionen Tote infolge von Erdbeben in circa 140 schweren Erdbeben.
In Lukas 21,11 sagt der Herr Jesus: Und es werden große Erdbeben sein an verschiedenen Orten. Eine furchtbare Liste. Ich möchte nur noch speziell erwähnen: 1948 Turkmenien, 100.000 Tote, und dann China 1976. Ich glaube, die meisten erinnern sich noch: 800.000 Tote. China hat das damals versucht herunterzudrücken, heute wissen wir das. Das war wahrscheinlich das schlimmste Erdbeben von je, bis heute. Und dann Iran 1990 mit 50 Toten, Pakistan 2005 mit 90 Toten, man mag sich noch erinnern, man vergisst so schnell, wir waren doch alle schockiert, und dann Haiti 2010 mit über 300 Toten.
Und jetzt sehen Sie: Haiti für sich ist kein Endzeitzeichen. Wenn jemand damals sagte: Ja, seht ihr, da war Haiti, jetzt ist Endzeit, so etwas reicht nicht. Aber alles zusammen, das gibt die Beweiskraft. Ein Krieg für sich, das sagt überhaupt nichts aus. Aber in dieser Kombination, und das ist jetzt das Eindrückliche, in diesem Zeitfenster haben wir alle fünf Zeichen: acht schwere Erdbeben. Das sollte der Anfang der Wehen sein. Und dann Christenverfolgung. Das sind unsere Prophezeiungen sechs, sieben, acht: Christenverfolgungen, Tod, Hass.
Verfolgung, Abfall und Täuschung in der religiösen Landschaft
Der Jesus sagt in Matthäus 24,9: Dann werden sie euch in Drangsal überliefern und euch töten, und ihr werdet von allen Nationen gehasst werden um meines Namens willen.
Die grösste Anzahl christlicher Märtyrer wurde im zwanzigsten Jahrhundert ermordet, und zwar ganz besonders durch die Kommunisten ab 1917 und dann die ganze Zeit der Sowjetunion hindurch. 1922 erfolgte die Gründung der Sowjetunion, und das erklärte Staatsziel war die Vernichtung des Christentums mit Millionen von Toten. Es reichte, wenn man sich als Christ bekannte; es musste gar nicht ein echter Christ sein. Sie kamen in Arbeitslager, in Gefängnisse, es gab Massenerschießungen, sie kamen in psychiatrische Anstalten, weil an Gott glauben als psychische Krankheit galt. Dazu kamen Spott und Hohn für die Kinder in der Schule sowie Benachteiligung in der beruflichen Entwicklung. So haben die Christen jahrzehntelang gelitten, und die Welt hat sich nicht darum geschert. Wo war die UNO? Wo war Westeuropa in dieser Zeit? Ihr werdet von allen Nationen gehasst werden um meines Namens willen. Es waren ja nur Christen, in Anführungsstrichen.
Und jetzt sehen wir nach diesen fünf Zeichen: Dann werden sie euch in Drangsal überliefern und euch töten. Aber natürlich geht das alles weiter. Nach den Statistiken von Open Doors werden etwa 100 Millionen Christen verfolgt, in circa 25 Ländern heute, mit Misshandlung, Gefängnis, Tod und Unterdrückung. Und so geht dieses Endzeitzeichen weiter, und zwar ganz besonders durch die islamische Welt. Im Moment nicht mehr so stark durch den Kommunismus, sondern durch die islamische Welt.
Neuntens: Abfall von Gott durch Zwang. Der Jesus sagt: Sie werden euch überliefern, und dann sagt Matthäus 24,10: Und dann werden viele abfallen. Also, es sollte zu einem Massenabfall kommen. Und es ist so: Millionen von Menschen geben dem christlichen Glauben, dem christlichen Bekenntnis, auf. Weil die Kommunisten in der Sowjetunion und in Osteuropa die Menschen durch systematische Umerziehung zum Atheismus zwingen. Abfall bedeutet nicht einfach echte Gläubige, die vom Glauben abfallen, sondern das bedeutet auch alle, die sich einfach zum christlichen Glauben bekennen und davon weggehen. Und das war ein Massenabfall von Millionen, so wie der Herr das gesagt hatte. Und dann können wir das Schema hier vervollständigen. Das ist genau so in Erfüllung gegangen in der Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts.
Punkt zehn: Denunzieren. Matthäus 24,10: Und dann werden viele abfallen und werden einander überliefern und einander hassen. Die Geheimdienste im Osten, KGB, Securitate, Stasi und so weiter, die haben sich entschieden: Wir arbeiten mit der Bevölkerung zusammen. Die Bevölkerung soll für uns arbeiten, die sollen sich gegenseitig bespitzeln und denunzieren. Und so konnte man überhaupt nicht mehr wissen, ob der freundliche Nachbar, der immer so grüsst am Morgen, ob der nicht mit dem KGB zusammenarbeitet oder nicht. Man konnte keinem trauen, auch auf der Arbeit nicht. Und so ist es geschehen, so sind sie massenweise überliefert worden durch Denunzierung.
- Und dann werden viele abfallen, werden einander überliefern und einander hassen. Die Glieder der kommunistischen Gesellschaft sollten einander hinterhältig verraten und überliefern. Dieses Vorgehen zerstörte das normale zwischenmenschliche Vertrauen über die Jahre und Jahrzehnte hinweg. Die russische Seele, das ist eine besondere Tiefe, und das kommt ja auch sehr stark in der Musik zum Ausdruck, nicht wahr? Die russische romantische Musik des neunzehnten Jahrhunderts, was Sie vorhin gehört haben, war ganz stark von dort her inspiriert. So richtig jüdisch-russisch war das. Und eine Gefühlstiefe, aber die kommunistische Gesellschaft hat diese Gefühlstiefe Russlands kaputt gemacht. Wenn man sich anschaut, wie viele Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion, wie die heute sind und wie das einmal war, geht man auf die Ämter, irgendwo am Schalter, ich habe nicht den Eindruck, dass ich denen einfach glauben kann. Bei uns ist das irgendwie noch anders. Da gehe ich auf das Gemeindeamt und frage etwas, und ich denke nicht, die lügen mich jetzt an, sondern ich gehe erfahrungsgemäss davon aus, die sagen mir die Wahrheit. Aber dort wird man von einem Schalter zum anderen geschickt, und man weiss nicht, vielleicht stimmt es, vielleicht stimmt es auch nicht. Irgendwie kann man nicht vertrauen, da ist so viel kaputt gemacht worden. Die Menschen haben begonnen, sich so gegenseitig in der Gesellschaft zu hassen.
Und noch schlimmer: zwölftens, Verfolgung durch Familienangehörige. Markus 13,12 sagt der Herr: Der Bruder wird den Bruder zum Tod überliefern, und der Vater das Kind. Und Kinder werden sich erheben wider die Eltern und sie zu Tode bringen. Die Geheimdienste drangen bis in die Intimsphäre der Familien hinein und scheuten nicht davor zurück, Familienbande zu zerstören. Und auch das ist geschehen in der Sowjetunion, dass innerhalb der Familie überliefert wurde, denunziert wurde. Unglaublich!
Nun, jetzt haben wir gesehen: dieser erzwungene Abfall der Kommunisten im Osten. Aber jetzt mache ich einen kleinen Exkurs. Der Zweite Thessalonicherbrief spricht über einen endzeitlichen Abfall, bevor der Antichrist kommen wird. Und das sollte ein freiwilliger Abfall sein, nicht erzwungen. Davon lesen Sie in 2. Timotheus 4, 2. Petrus 2 und 3 und im Judasbrief. Heute Nachmittag, wo es dann um das Thema geht, ganz praktisch Glaubenskampf in der Endzeit, da behandeln wir 2. Timotheus 3, 2. Petrus 3 und den Judasbrief.
Dieser freiwillige Abfall ist so gegangen: Im zwanzigsten Jahrhundert wird die Evolutionslehre von den Massen akzeptiert, dass das Leben einfach so entstanden sei und sich entwickelt habe. Es brauche keinen Schöpfergott. Die liberale Theologie verwirft alle Grundlagen des Christentums. Wenn man hier in Bern an der Uni Theologie studiert, muss man sich im Klaren sein: Da wird einem der Glaube systematisch zerstört. Die Bibel sei nicht Gottes Wort, Gottes unfehlbares Wort. Oder gehen Sie nach Zürich, das Gleiche. Gehen Sie nach Basel, dasselbe. Gehen Sie nach Deutschland, dasselbe. Die liberale Theologie verwirft alle Grundlagen des Christentums. Das ging bis hin zur Gott-ist-tot-Theologie von Professor Bultmann, der Pfarrer und Pfarrerinnen ausgebildet hat. Und dann, mit der 68er-Bewegung, da haben Millionen von Menschen hier im Westen den christlichen Glauben aufgegeben, freiwillig. Die wurden nicht gezwungen. Das Abendland, haben wir gesehen, hat sich in den vergangenen sechzig Jahren vom Christentum abgewandt. So etwas hat man in der ganzen Kirchengeschichte noch nie gesehen, in zweitausend Jahren. Das Christentum hat sich immer ausgebreitet, aber wenn es zurückgedrängt wurde, dann nur durch Verfolgung. Aber nie hat man erlebt, dass das Christentum freiwillig zurückgegangen wäre, nur in unserer Zeit. Das ist dieser Abfall von 2. Thessalonicher 2,3, der kommen sollte, bevor der Antichrist kommen würde.
2. Thessalonicher 2,3: Denn dieser Tag, gemeint ist der Tag der Wiederkunft des herrschenden Messias, nicht die Entrückung, dieser Tag kommt nicht, es sei denn, dass zuerst der Abfall komme. Abfall bedeutet: Einmal hat ein Kurde mich in einem öffentlichen Vortrag gefragt, bedeutet Abfall Müll? Nein, das bedeutet sich wegwenden von Gott, aber natürlich ist das auch Müll.
So, jetzt gehen wir zurück zu Matthäus 24. Jetzt haben wir gesehen: im zwanzigsten Jahrhundert der erzwungene Abfall im Osten, der freiwillige Abfall im Westen.
Dreizehnter Punkt: falsche Propheten. Ja, Jesus sagt in Matthäus 24,11: Und viele falsche Propheten werden aufstehen und werden viele verführen. Nun, im zwanzigsten Jahrhundert gab es drei Wellen von neuer Prophetie. So etwas hat man in der ganzen Kirchengeschichte nie gesehen. Natürlich gab es immer wieder mal so Seher und Visionäre, die aufgetreten sind, aber eine Massenbewegung von Prophetie, von Neu-Prophetie, hat es nie gegeben. Es begann 1901 in Kansas in der Topeka-Bibelschule. Plötzlich begannen die Studenten in Zungen zu reden, und es gab neue Prophetie. Das hat sich dann ausgebreitet in Amerika und kam rüber nach Europa. Daraus entstand die Pfingstbewegung. Aber man muss sich im Klaren sein: Von Anfang an war Falschprophetie ein Kennzeichen. Also, aus den ersten Jahren hiess es, dass quasi der Herr so spricht: In zwei Jahren wird Jesus Christus wiederkommen, als Neuoffenbarung, ja? Er kam nicht. Oder eine andere Prophetie: Noch diesen Winter. Und er kam nicht. Nun muss man sich im Klaren sein: Die Bibel sagt in 5. Mose 18, ein Prophet, der einmal etwas Falsches verkündigt, ist ein falscher Prophet. Das hat sich so fortgesetzt durch das zwanzigste Jahrhundert bis heute hinein. Ab 1960 kam die sogenannte charismatische Bewegung, und da auch eine Fülle von Falschpropheten. Ab den 1980er Jahren die sogenannte dritte Welle mit Prophetie von führenden Leuten, weltweit bekannten Leuten, die sagten: Im Jahr 2000 wird die grösste Erweckung aller Zeiten kommen, über Europa und über Amerika. Nun, 2018 können wir zurückschauen und sagen: Das stimmt nicht, das waren alles falsche Propheten. Aber die wurden nicht abgesetzt, diese Leute, die konnten weiterfahren. Und heute ist es so: Millionen von Christen sagen, ich habe einen Eindruck gehabt, eine Vision, eine Botschaft, eine neue Zungenbotschaft bekommen. Das hat es noch nie gegeben in der Kirchengeschichte. Das ist ein neues Phänomen. Aber der Herr hat vorausgesagt: In der Endzeit werden viele, nicht ein paar, er sagt nicht, es werden falsche Propheten kommen, sondern viele falsche Propheten. Merkt man: Jedes Wort hat seine Bedeutung.
Nun, Punkt vierzehn: Viele werden verführt. Nicht wahr, es könnte ja sein, dass der Herr sagt: Viele falsche Propheten werden aufstehen, und keiner hört auf sie. Ja, so ganz in der Art von Brecht: Stell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin. Ja, stell dir vor, es kommen viele falsche Propheten, und keiner kümmert sich darum. Nein, aber der Herr sagt: werden viele verführen. Heute ist es so, dass etwa 600 Millionen Christen, oder auch echte Christen, die wirklich ihr Leben Jesus Christus übergeben haben, dass die denken: Das ist wahrscheinlich schon richtig. Oder auch mit Überzeugung: Das ist richtig. Nun, das ist sehr schmerzhaft, denn wir sind ja alle im gleichen Boot. Wir sind alle damit konfrontiert, niemand kann mit dem Finger auf die anderen zeigen. Aber der Herr hat vorausgesagt: Viele werden verführen. Und übrigens: verführen heisst noch nicht, dass jemand verloren geht. Ein echtes Kind Gottes geht nicht verloren, aber man kann verwirrt werden.
Und dann fünfzehntens: falsche Messiasse. Der Jesus sagt in Vers 24 in Matthäus 24: Denn es werden falsche Messiasse und falsche Propheten aufstehen. Falsche Messiasse. Nun, ich erwähne hier eine Reihe, viele Namen sind gar nicht mehr bekannt. Wer kennt noch Oskar Ernst Bernhard alias Abd-ru-shin, das war 1875 bis 1941? Er sagte, er sei der wahre Christus. Oder Jiddu Krishnamurti, der ab 1910 sagte, er sei der wiedergekommene Messias. Aber Sie sehen: Genau in der richtigen Zeit kamen die. Oder George Baker, alias Father Divine, er betrachtete sich als die zweite Inkarnation Gottes. Oder Maharishi Mahesh Yogi, die Beatles haben das veranlasst, dass der nach Europa kam und Millionen von Jugendlichen als ein falscher Heilsbringer verführt hat. Oder Moon, die Moon-Sekte, nicht wahr? San Myung Moon betrachtete sich als Sohn Gottes und als Messias und hat unzählige Menschen verführt. Dann könnte man weiterfahren mit Bhagwan Sri Rajneesh, Guru Maharaji, David Koresh, Swami Omkarananda, Jim Jones – wer erinnert sich nicht an diesen Massenmord im Dschungel von Guyana –, Marshall Applewhite mit seiner UFO-Sekte, auch wieder mit Massenselbstmord verbunden, Charles Manson und im Judentum Rabbi Menachem Mendel Schneerson, den kennen wir. Und natürlich noch mehr, das nur so beispielhaft.
Sechzehnter Punkt: Zeichen und Wunder. In Matthäus 24,24 sagt der Herr: Denn es werden falsche Messiasse und falsche Propheten aufstehen, das haben wir schon gesehen, und jetzt sagt er: und werden grosse Zeichen und Wunder tun, um so, wenn möglich, auch die Auserwählten zu verführen. Diese spektakulären Heilungsveranstaltungen, wie man sie im zwanzigsten Jahrhundert und auch im einundzwanzigsten Jahrhundert gesehen hat, haben wir in der ganzen Kirchengeschichte noch nie gesehen, völlig neu. Und der Herr sagt in dieser Endzeit, wenn die Juden heimkehren, dann werden grosse Zeichen und Wunder geschehen. Er sagt nicht, die tun so, als ob. Es werden auch solche vorausgesagt, die so tun, als ob. Aber da muss man 2. Timotheus 3 am Nachmittag studieren. Aber hier steht: Sie werden es tun. Richtige Zeichen, die so ähnlich sind wie die biblischen Zeichen des Herrn Jesus und der Apostel und derer, die in der ersten Generation durch sie zum Glauben kamen, so ähnlich, dass wahre Gläubige in der Gefahr sind, da mitgerissen zu werden. Die Auserwählten, das sind die echten Gläubigen, das sind die Menschen, die ganz bewusst ihre Schuld Jesus Christus im Gebet bekannt haben und ihm gedankt haben für seinen Kreuzestod. Die haben Vergebung, aber die Auserwählten sind auch in der Gefahr, mitgerissen zu werden.
Wenn so irgendein Guru kommt und Wunder tut, das sieht ein Gläubiger von tausend Kilometern, dass das ein Lug und Trug ist, eine Verführung. Aber der Herr sagt, da kommen solche, die sind für die Gläubigen echt eine Gefahr. Das Original wird so täuschend echt nachgemacht. Wenn man denkt, auch an diesen Toronto-Segen, der weltweit 50 Kirchen erreicht hatte, wo die Leute nach hinten umkippen, übernatürlich, nicht alle, aber viele schlagen nach hinten um. Nun, in der Bibel sehen wir nie, dass Gott Menschen, die ihm nachfolgen, auf den Rücken fallen lässt. Die fallen freiwillig auf ihr Angesicht vor Gott. Aber das kennt man auch aus den afrikanischen Stammesreligionen, diese Phänomene. Das ist immer ein Phänomen von bösen Geistern. Man hat gesagt: Das ist der Heilige Geist, der jetzt eine ganz neue Erweckung bewirkt hat, eine neue Ausgiessung, und darum dieser Toronto-Segen, Millionen reden in Zungen. Aber Sie verstehen kein Wort von dem, was sie sagen. Die Zungenredner in der Bibel, die haben die Sprache beherrscht, zum Beispiel Arabisch oder welche Sprachen auch erwähnt werden in Apostelgeschichte 2, die verstanden wurden von den Juden mit Auslandhintergrund. Wirkliche Sprachen, die sie beherrscht haben, ohne sie gelernt zu haben. Aber die reden etwas und wissen nicht, was sie sagen. Aber Millionen, das hat es noch nie gegeben seit dem zweiten Jahrhundert bis heute in der Kirchengeschichte.
Nun, der Jesus sagt in Matthäus 7,22: Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht durch deinen Namen geweissagt, prophezeit und durch deinen Namen Dämonen ausgetrieben und durch deinen Namen viele Wunderwerke getan? Und dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch niemals gekannt; weicht von mir, ihr Übeltäter!
Jetzt muss man natürlich nicht mir den Vorwurf machen, ich hätte gesagt, eben all diese echten Gläubigen, die gedacht haben, diese Bewegung, das ist richtig, das seien jetzt diese. Nein, wer sich wirklich bekehrt hat, wiedergeboren ist, wir werden alle zusammen die Ewigkeit verbringen. Aber wir gehen durch eine ganz gefährliche Endzeit, und der Herr sagt: Viele werden einmal sagen, wir haben geweissagt, Dämonen ausgetrieben, Wunderwerke getan, und der Herr sagt: Ihr wart nie mein Eigentum, immer auf der falschen Seite gewesen. Wir können uns täuschen, und da sehen wir das Problem vor allem der Führer in dieser Bewegung. Dort ist das besondere Problem. Es gibt so viele Menschen, die haben nie etwas anderes gehört, und ja, das ist wahrscheinlich schon richtig. Ich bin da zum Glauben gekommen, und die haben mir das so beigebracht. Aber nein, es entspricht nicht dem, was das Wort Gottes sagt.
Ich habe es aber auch schon ganz eindrücklich erlebt in Buenos Aires. Ich habe einen Vortrag gehalten über das gleiche Thema, Matthäus 24, und da war ein junger Mann da, Indianertyp, richtiger Indianer, und der hatte seinen Vater eingeladen. Und der war Prediger, Pastor einer charismatischen Kirche, und hatte so Angst gehabt, wenn sein Vater während des Vortrags hinausgehen würde. Ist ja auch nicht so schlimm, aber er hatte so Angst gehabt, ja, und hat mir das gesagt. Und dann war dieser Vortrag. Wir haben eben darüber gesprochen, über die Zeichen und Wunder in der Endzeit usw. Erst später erfahre ich, also es war dann so im Nachhinein: Dieser Vater ging am nächsten Sonntag auf die Kanzel und sagte der Gemeinde: „Wir sind keine charismatische Gemeinde mehr. Und wer weiter Zungen reden will, der kann das quasi da nicht mehr tun.“ Und der hat das Schild an der Kirche geändert. Das gibt es ja nicht.
Nicht wahr, wie ist das bei uns? Da kann man diskutieren und diskutieren, und man kommt zu keinem Ende. Und es ist auch eben ganz wichtig, dass man nicht streitet. Also, das bringt gar nichts. Und davor werden wir gewarnt in 2. Timotheus 3: Ein Knecht des Herrn soll nicht streiten, nein, aber miteinander sprechen. Und ich habe das auch schon erlebt in Brasilien. Da habe ich auch über dasselbe Thema einmal gesprochen in Aguas de Lindoya, und dann kam eine ganze Gruppe Brasilianer, und das waren Charismatiker. Und die sind nicht gekommen, um zu streiten. Die haben mir ganz konkret kritische Fragen gestellt, ich habe versucht, Antwort zu geben, und dann gingen die. Und dann hat mir ein Missionar gesagt: Weisst du, hier in Brasilien, die meisten sind Charismatiker. Echt wahr? Aber die haben nie etwas anderes gehört. Und bei euch in Europa gibt es viele, die haben sich einmal bewusst für diesen Weg entschieden. Aber hier ist es so, und darum: Die kommen und die wollen einfach wissen, was sagt die Bibel dazu, und die fragen, und dann gehen die und überlegen sich: Stimmt das oder stimmt das nicht? Und so wäre es auch wichtig, dass wir diese Dinge anschauen. Man muss darüber nachdenken, darüber beten: Stimmt das oder stimmt das nicht? Und der Herr will das einem zeigen. Ja, wir sind nicht blindem Schicksal anvertraut, auch in dieser Zeit des Endes und der Verführung nicht.
Sturmfluten, Terror und moralischer Zerfall
- Punkt: Sturmfluten, Tsunamis
Der Herr Jesus sagt in Lukas 21,25: Auf der Erde Bedrängnis der Nationen in Ratlosigkeit bei brausendem Meer und Sturmfluten.
Die Menschen fürchten sich vor den Sturmfluten. Nun, wir mögen uns alle an Weihnachten 2004 erinnern, an diesen schrecklichen Tsunami, der Indien, Sri Lanka, die Malediven, Indonesien und Thailand betroffen hatte, mit etwa 230.000 Toten. Wirklich schrecklich! Einfach das Meer, Karl! Aber das war nicht einfach so isoliert.
In dem genannten Buch gebe ich eine Liste von schrecklichen Tsunamis in dieser ganzen Epoche der Endzeit. Ich erwähne hier beispielsweise Java, Sumatra 1883, ein Tsunami mit 36.000 Toten. Japan 1896, 26 Tote. Und ich hatte ja schon erwähnt: das Erdbeben 1908 in Messina, Sizilien und Kalabrien, 72 Tote; das war aber verbunden mit einem Tsunami in Europa.
Und wer erinnert sich nicht an die USA 2005, an diese Sturmfluten durch den Hurrikan Katrina? New Orleans wurde überflutet. Und schon bald danach kam dieser schreckliche Sturm in Texas, mit sechs Meter hohen Sturmfluten. Millionen Menschen waren in Angst und Panik auf der Flucht, die US-Autobahnen waren hoffnungslos verstopft. Die Leute rannten mit dem Auto weg. Und dann kam dieser Wilma über Mexiko, Kuba, Florida. Das war damals der stärkste Sturm im Atlantik, der je gemessen worden ist.
Aber das sind nur Beispiele, um zu sagen: Ja, das gehört zusammen. Aber das Wichtige ist die Verknüpfung all dieser Zeichen und insgesamt dieser 180 Zeichen. Nicht wahr, wenn einer sagen könnte: Ja, drei sieht man dann im zwölften Jahrhundert, fünf im sechzehnten Jahrhundert und sechs im neunzehnten Jahrhundert, das ist nichts. Aber die Verknüpfung von all diesen 180, das macht es aus. Das gibt Beweiskraft, dass wir in der Endzeit leben.
- Terrorismus
In Lukas 21,11 sagt der Herr Jesus: Und es werden große Erdbeben sein an verschiedenen Orten, und Hungersnöte und Seuchen, auch Schrecknisse wird es geben.
Eigenartig, das Wort Schrecknisse. Auf Griechisch heißt es phobetra. Wir kennen das verwandte Wort Phobie, schreckliche Angst. Phobetra bedeutet schreckliche Ereignisse ganz allgemein. Aber dann auch Schreckmittel, also das, was Schrecken verbreitet. Dem würden wir heute sagen: Terror oder Terrorismus. Terror ist ja auch nur ein lateinisches Wort, das einfach Schrecken heißt.
Nun, der internationale Terrorismus und dann auch der islamische Terrorismus, das sind Kinder des 20. Jahrhunderts. Wir haben gesehen: vier Phasen, und es wurde immer schlimmer. Die erste Phase seit 1920, dann ab 1948, mit der Gründung des Staates Israel, eine Intensivierung, unglaublich ab 1967. Das war nach dem Sechstagekrieg als Rache. Und dann 2001, im September.
Und es gibt diesen internationalen kriegerischen Terrorismus. Und Sie wissen: Das löst das Problem auch nicht. Ein schreckliches Weh. Es tut weh. Vielleicht kann man sagen: Ja gut, die waren nie betroffen. Ja. Aber von genug anderen Dingen sind wir direkt betroffen, nicht wahr? Auch in der Familie.
Nun, das Wort kann ja auch bedeuten: Schreckensereignisse. Und der Herr erwähnt Schreckensereignisse wie Hungersnöte, Tsunamis, Erdbeben. Aber wir können da eben subsumieren alle diese Schreckensereignisse wie Überschwemmungen, Hitzekatastrophen, Waldbrände, Hochwasser, Ölpestkatastrophen, Vulkanausbrüche, Atomreaktorunglücke usw.
Und jetzt diese Grafik, die stammt von der UNO. Die UNO ist ja nicht bekannt dafür, dass sie der Bibel besonders recht geben möchte. Schauen Sie mal hier: von 1900 bis 2000, da werden die Schreckensereignisse aufgelistet. Also ein Wehenschreiber, sozusagen. Das wäre ja Horror, nicht wahr? Aber so ist das. Wer kann da noch etwas dagegen sagen? Es ist so klar ein Endzeitzeichen, diese Schreckensereignisse.
Gesetzlosigkeit, Liebeskälte und weltweite Evangelisation
Zwanzigster Punkt: Gesetzlosigkeit, moralischer Zerfall
In Matthäus 24,12 sagt der Herr Jesus: „Und wegen des Überhandnehmens der Gesetzlosigkeit wird die Liebe der vielen erkalten.“ Das griechische Wort anomia bedeutet weiter Verachtung von Recht, verbindlichem Maßstab und Ordnung.
Wenn man bedenkt, was seit 1968 geschehen ist, als die Linken, lange vorbereitet durch Denker und Philosophen, diese 68er-Bewegung ausgelöst hatten, dann war das ein moralischer Dammbruch. Ab da wurde Unmoral, Konkubinat, Partnerwechsel, Ehebruch, Homosexualität und Pornografie als normal hingestellt.
Und diese steigende Gewaltbereitschaft, die damit verbunden ist, dann diese Forderung nach Abtreibung als Recht – heute spricht man sogar davon, das als Menschenrecht festzuschreiben –, unglaublich, diese Gottlosigkeit. Dazu kommt dieser Okkultismus, der ab den 68er-Jahren begonnen hat, sich so massiv auszubreiten, und auch der Drogenmissbrauch. Das sind alles Kinder der 68er.
Diese steigende Kriminalität und heute, gemäß WHO, werden jährlich mehr als 40 Millionen Abtreibungen durchgeführt, in der Schweiz offiziell 10. Und dann gibt es Politiker, die sagen, es habe sich bei uns so jetzt stabilisiert bei etwa 10. Wie bitte? Wenn man sagen würde, jedes Jahr werde in der Schweiz ein Dorf, eine kleine Stadt mit 10 Leuten bombardiert, und es habe sich jetzt aber da so bei 10 stabilisiert – was sind das für Leute, die so etwas sagen können? Das ist ganz schrecklich.
Und man muss sagen: Seit den 68er-Jahren bis heute hat es mehr als eine Milliarde Abtreibungen gegeben. Und jedes Mal war das ein Mensch, der getötet wurde. So etwas hat es noch nie gegeben in der ganzen Menschheitsgeschichte.
Und gerade die von der political correctness, und das ist von links, die sagen, wir wollen eine gerechte Gesellschaft, wir lieben Menschenrechte – und das sind die, die sagen, wenn man das wieder zurückmachen würde, dieses Recht auf Abtreibung, das wäre gegen die Menschenrechte. Ja, und jetzt hat man verstanden, was dahinter steckt. Wenn das Menschenrechte sind, dann ist alles auf den Kopf gedreht.
Nun, der Herr Jesus hat das vorausgesagt wegen des Überhandnehmens der Gesetzlosigkeit, der anomia. Aber dann fügt er hinzu: „wie die Liebe der vielen erkalten“.
Das ist Punkt 21. Und wir müssen uns im Klaren sein: All diese Dinge, die ich erwähnt habe, haben unsere Gesellschaft kaputt und krank gemacht. In der Seelsorge wird man dann direkt damit konfrontiert, und dann sieht man diese Versprechungen der Linken, eine freie Gesellschaft aufzubauen, eine Gesellschaft, die nicht mehr eben so verknorzt ist wie früher. Die haben die Leute kaputt gemacht.
Und jetzt soll man in der Seelsorge helfen, Mut machen und aufrichten, und das ist ganz wichtig. Die Gemeinde muss man sehen wie die Herberge im Gleichnis vom Samariter. Da werden Leute gesund gepflegt. Aber das hängt damit zusammen, und all diese Dinge machen Gefühle in uns Menschen kaputt. Das heißt nicht, dass es dann nicht wieder auch Heilung geben kann, nicht wahr? Aber das hat dazu geführt, dass die Liebe der vielen erkaltet.
Punkt 22: Das Evangelium erreicht alle Nationen der Welt
Matthäus 24,14: „Und dieses Evangelium des Reiches wird gepredigt werden auf dem ganzen Erdkreis, allen Nationen zu einem Zeugnis, und dann wird das Ende kommen.“
Jetzt ganz wichtig: Im Griechischen steht hier für Nationen Ethnos. Luther übersetzt Völker, aber es wäre besser, mit Nationen zu übersetzen. Warum? Denn Ethnos bezeichnet die größte soziale Einheit. Kleiner ist die Ehe, dann die Familie, dann die Sippe, der Stamm, dann das Volk. Es gibt in Indien eine Nation mit vielen Völkern, Russland auch, aber das alles ist eine Nation, Ethnos.
Und der Herr Jesus sagt hier, alle Nationen werden mit dem Evangelium erreicht werden. Und das ist heute eine Realität. Es gibt keine Nation mehr, die nicht erreicht wäre mit dem Evangelium. Leider nicht alle Stämme, noch nicht. Wir müssen arbeiten. Aber es ist so, dass alle erreicht sind. Und dann sagt der Herr nicht: und dann aber ist das Ende noch nicht da, sondern: und dann wird das Ende kommen.
Schon interessant, auch Markus 13: „Allen Nationen muss zuvor das Evangelium gepredigt werden.“ Es ist geschehen.
Schlussfolgerungen und Ausblick auf die Wiederkunft
Und jetzt zum Schluss drei Schlussfolgerungen:
Wir leben in der Endzeit. Das können wir wirklich beweisen. Die Konsequenz daraus ist: Jesus Christus kommt bald als Richter der Welt. Und die Frage ist: Sind sie bereit, dem Richter zu begegnen? Eines Tages werden alle Menschen vor dem Richter stehen.
Zweitens: Diese erfüllte Prophetie der Bibel ist einzigartig. So etwas gibt es in keiner anderen Religion. Das zeigt, dass die Bibel Gottes Wort an uns ist. Sie ist glaubwürdig. Darum lohnt es sich, die Bibel regelmässig zu lesen, zum Beispiel jeden Tag ein Kapitel oder wenigstens ein halbes, und Gott zu bitten, dass er durch das Wort persönlich zu ihnen spricht. Und sie werden das erleben. Es geht.
Und drittens: Ich muss zu Gott zurückkehren und mich mit ihm versöhnen lassen. Dieselbe Bibel sagt: Lasst euch versöhnen mit Gott, 2. Korinther 5,20. Das ist ein Befehl. Wir sollen Frieden haben mit Gott, noch bevor der Richter kommt. Und dabei ist es ganz wichtig, dass man versteht: Jesus starb für mich persönlich am Kreuz. 1. Johannes 1,9 verspricht: Wenn wir unsere Sünden bekennen, im persönlichen Gebet, zu Hause oder wo wir sind, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit. Und sehen Sie: Wenn man das wirklich ernsthaft getan hat, dann muss man keine Angst haben vor dem Richter. Dann kann man einmal vor dem Richter stehen und wissen: Der Richter ist mein Erlöser, der für meine Sünden stellvertretend das Gericht Gottes getragen hat.
Und noch ganz kurz: Ich habe erklärt, die grosse Drangsal, das ist der letzte kommende Weltkrieg. Noch in den Jahren davor wird der Antichrist auftreten, als der grösste Verführer, der diesen Abfall, der voll im Gang ist, zum Höhepunkt bringen wird. Aber, und das ist ein Familiengeheimnis: Im Oratorium Der Messias von Händel wird im Rezitativ gesungen: Siehe, ich sage euch ein Geheimnis. Und da kommt das Geheimnis der Entdrückung. Das ist ein Familiengeheimnis. Diejenigen, die Jesus Christus angehören und ihr Leben ganz ihm übergeben haben, die werden noch vor dieser letzten Katastrophe bewahrt werden. Noch bevor der Antichrist kommt, werden sie gehen und entrückt werden.
Das heisst also: Das Ende steht eigentlich vor der Tür. Wir können nicht rechnen, aber wir können warten und bereit sein. Aber die Entrückung muss ja noch Jahre früher sein, und sie kann jeden Tag geschehen. Darum: Das Schönste für die Erlösten kommt noch. Nach diesem Ereignis der Entdrückung können die Menschen, die die frohe Botschaft gehört haben, sich nicht mehr bekehren. Das sagt auch 2. Thessalonicher 2. Die werden verführt werden durch den Antichristen.
Das Ende steht bevor, aber das Schönste noch näher. Jesus Christus könnte heute kommen für die Entdrückung. Es muss nichts vorher noch erfüllt werden. Aber bis zu diesem Zeitpunkt ist es wichtig, dass wir all diese Hilfsmittel wahrnehmen, die die Bibel uns gibt, und das ist das Thema von heute Nachmittag. Wie kann man als Christ in dieser Zeit bestehen? Und da gehen wir durch die genannten Kapitel, die über die Endzeit Auskunft geben und uns informieren. Da gehen wir durch.
Vielen Dank für die Geduld.
Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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