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Die hungrigen Kinder

05.06.1960Lukas 11,11-13

Begrüßung und Einleitung

Gnade sei mit uns und Friede von Gott, unserem Vater, und unserem Herrn Jesus Christus. Amen.

Ein Wort von Jesus aus Lukas 11 lautet: "Wo ist unter euch ein Sohn, der vom Vater Brot verlangt, und er bietet ihm einen Stein? Oder wenn er um ein Ei bittet, gibt er ihm eine giftige Spinne? Oder wenn er um einen Fisch bittet, gibt er ihm eine Schlange statt des Fisches?

So denkt ihr, die ihr böse seid, könnt euren Kindern gute Gaben geben. Wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben denen, die ihn darum bitten?"

Herr, heilige uns in deiner Wahrheit! Dein Wort ist die Wahrheit! Amen.

Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen!

Ich muss das kurz klären, weil die Lautsprecheranlage heute nicht funktioniert. Draußen ist ein Jungslager.

Verstehen Sie mich aus der Galerie! Melden Sie sich bitte, wenn ich zu schnell oder zu leise spreche – aber nicht erst hinterher, sondern mitten im Vortrag!

Deshalb habe ich mich bemüht, klar und beherrscht zu sprechen. Ich sage Maut!

Zwei Welten und die Bedeutung des Heiligen Geistes

Meine Freunde, stellt euch vor, da stürmen zwei Welpen auf uns zu – zwei ganz verschiedene Welten kommen auf uns zu.

In der einen Welt gibt es überfüllte Fernzüge, Hubschrauber, die den Verkehr überwachen, sieben Kilometer lange Staus auf der Autobahn, große Sportereignisse, vier Verkehrspolizisten, die in Nordrhein-Westfalen im Einsatz sind, und selbst die strengste Oberverbünderin ist unterwegs. Das ist die eine Welt.

Die andere Welt, die uns an Pfingsten begegnet, ist ganz anders. Sie schmückt das Fest mit Meilen, lässt Blumen streuen und bringt Opfer dar. Denn der Geist der Gnade Gottes aus einer anderen Dimension hat sich eingeladen. Zwei Welten.

Liebe Freunde, viele Menschen meinen, diese beiden Welten repräsentierten jeweils die Vergangenheit und die Gegenwart. Einst gab es eine Ausgießung des Heiligen Geistes, lange her, und heute gibt es nur noch Massengesellschaft und Rummel.

Ich hatte das in meinem Manuskript geschrieben. Als ich meine Predigt fertig hatte, nahm ich die Zeitungen zur Hand. Es war interessant: Alle Zeitungen, alle miteinander, hatten denselben Ton. Früher war die Geistesausteilung wichtig, heute sei es schwierig für uns Pastoren. In einer Zeitung, der Welt, schrieb ein Dichter namens Amadeus: Pfingsten war früher das Fest des Geistes, im Jahrhundert der Geschäfte sei es heute nur noch ein fernes Ereignis.

Es liegt mir sehr viel daran, Ihnen zu sagen: Das ist ein Irrtum. Diese beiden Welten sind nicht Vergangenheit und Gegenwart. Das ist Unsinn, auch wenn es manchmal so scheint.

Es war immer so, dass die Welt ohne Gott, die Welt der friedlosen Menschen, und die Welt des Geistes Gottes nebeneinander standen. Während in Jerusalem diese kleine Gemeinde von nur zwanzig Leuten den Geist Gottes empfing und dreitausend Menschen aus der Pfingstpredigt zum Glauben kamen, waren in Rom zehntausende Zuschauer bei Zirkusspielen, die ihren Lieblingsgladiatoren zujubelten oder mit sehr zweifelhaftem Interesse blutige Kämpfe verfolgten. Tausende vornehme Leute flüchteten vor der Hitze ans Ostjordanische Meer.

Die Welt ohne Gott und die Welt des Geistes Gottes stehen immer nebeneinander.

Ich möchte Ihnen sagen, warum mir das so wichtig ist: Wenn ich diese Zeitungsartikel lese – früher Geistesausteilung, heute fern von göttlicher Kraft – dann klingt es so, als sei der Heilige Geist ein bisschen aus der Mode gekommen. Früher war das wichtig, heute nicht mehr.

Liebe Freunde, lasst mich euch sagen: Der Heilige Geist ist immer das Neueste und immer das Aktuellste. Es ist sehr interessant, dass die Bibel Menschen ohne Heiligen Geist, selbst wenn sie mit einem Mercedes 300 vorfahren, immer als altmodisch, überholt, passé beschreibt.

Nein, liebe Freunde, die Pfingstgeschichte ist keine altmodische, überholte Sache. Die Welt ohne Gott und die Welt des Geistes Gottes stehen immer nebeneinander und kämpfen miteinander um den Menschen.

Einführung in das Gleichnis von den hungrigen Kindern

Nach dieser etwas stillen Einleitung, die Sie oft vielleicht nicht mitbekommen haben, möchte ich nun auch mit Ihnen hören, was Jesus über den Heiligen Geist sagt.

Ich bin sehr froh, dass der Herr Jesus keine theoretische Abhandlung über den Heiligen Geist gegeben hat. Theologen könnten daraus nur eine Theorie entwickeln – eine Theorie der Potenz, sozusagen. Vielmehr berichtet uns der Herr Jesus über den Heiligen Geist anhand einer sehr anschaulichen Geschichte: der Geschichte von den hungrigen Kindern, oder besser gesagt, von uns hungrigen Kindern.

Ich überschreibe den Text und die Predigt mit „Die hungrigen Kinder“. Ich darf den Text auch voll zitieren, denn so etwas vergisst man schnell:

„Wer unter euch ist ein Vater, den sein Sohn um Brot bittet, und er gibt ihm einen Stein? Oder wenn er um einen Fisch bittet, gibt er ihm eine Schlange? Oder wenn er um ein Ei bittet, gibt er ihm einen Skorpion? Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben geben könnt, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben, denen, die ihn bitten.“

Der Herr Jesus spricht also vom Heiligen Geist in einem Gleichnis, in der Geschichte von den hungrigen Kindern. Darüber schreiben wir oben: „Die hungrigen Kinder“.

Ich habe drei Teile herausgearbeitet: Kinder, Wimmern und Brot – darum geht es hier.

Jesus berichtet uns von einer normalen Familie, wie sie zu seiner Zeit am See Genezareth lebte. Wir armen Leute, die noch nichts von den Wirtschaftswundern der Nachkriegszeit wussten, lebten von dem, was wir hatten: Fische aus dem See Genezareth, Eier von den Hühnern und Brot, das man von kleinen Äckern erntete.

Doch dann kam die Hungersnot. Der Frühregen blieb aus, ebenso der Spätregen. Es gab noch keine weltwirtschaftliche Vernetzung. Nun war auch Hunger da.

Die Mutter, die sonst den Fisch für die Kinder zubereitete, steht mit leeren Händen da. Sie ist so machtlos, dass sie in der ganzen Geschichte kaum erwähnt wird. Sie ist ernsthaft ausgeschaltet.

Die Kinder schreien vor Hunger. Der Acker ist verbrannt. Ein Fischchen? Bei der Hitze haben sich die Fische am Grund vergraben, sie kommen nicht nach oben. Ein Ei? Die Hühner sind längst eingegangen, sie haben kein Futter mehr gefunden.

Die Kinder wimmern vor Hunger.

Das Seufzen der Kinder Gottes nach dem Heiligen Geist

Und nun das Gleichnis. Der Herr Jesus sagt: So wie in der Familie die Kinder nach Brot wimmern, so seufzen die Kinder Gottes nach – nach was? Hier stellt sich die Frage, ob sie wieder zuhören oder nicht. Wenn sie zuhören, wissen sie es.

Ich will es Ihnen sagen: So seufzen die Kinder Gottes danach, dass ihr inneres Leben, ihr zündendes Struggeln, vom lebendigen Gott erfüllt wird. Sehen Sie, wonach die Kinder Gottes sich sehnen. Jesu Seufzen wird uns deutlich an der Pfingstgeschichte.

Dort sind die Jünger in Jerusalem versammelt. Ich hoffe, Sie kennen die Geschichte. Der Herr Jesus, der Herr, war in die unsichtbare Welt zurückgegangen und in den Himmel gefahren, so sagt die Bibel. Sie waren zurückgekehrt nach Jerusalem und warteten auf die Verheißung.

Bitte sehen Sie sich diese Jünger genau an. Es waren keine Namen, keine christlichen Sozialisten gegen Steuerzahler. Das waren gläubige Männer, die an den Herrn Jesus glaubten. Voll Vertrauen glaubten sie an Jesus. Sie hatten das Geheimnis des Kreuzes verstanden. Er hat uns erkannt, sein Blut hat uns von Sünden gereinigt, und nun hat er uns vor Gott gerecht gemacht.

Aber nun kam das Aber: Wir gehören diesem Herrn, aber unser Inneres ist sofort zweifelnd und böse. Wir streiten miteinander, wer der Größte ist. Wir kennen die Macht der schmutzigen Triebe. Wir sind geldgierig und geizig. Mein Gott, wir gehören Jesus! Aber innerlich kommen wir nicht so fleißig und innig voran. Äußerlich ja, aber innerlich ist Sünde und Euel.

Darum seufzen sie, wie Kinder nach Brot seufzen, dass der lebendige Gott ihr ganzes Leben durchdringt, ihr ganzes Leben! Und sehen Sie, so seufzen alle Kinder Gottes, wie Kinder nach Brot, dass Gott alles regiert. Nicht nur äußerlich, sondern innerlich alles erfüllt: meinen Willen bricht, meinen Verstand erfüllt, mein Gefühl erfüllt.

Es gehört zu einer Verzweiflung der Kinder Gottes, wenn sie merken: Ich glaube an Jesus, er hat mich erkauft, aber nun müsste es ja anders sein in meinem Leben – ist es aber nicht anders.

Kinder wollen seufzen wie Kinder nach Brot: Nimm ganz, oh Gott, zum Tempel ein mein Herz hier in der Zeit und lass es deine Wohnung sein in aller Ähnlichkeit.

Das Bild der Villa als Gleichnis für das innere Leben

Lassen Sie mich ein einfaches Beispiel geben. Es ist vielleicht ein wenig einfach, aber wenn einem nichts Besseres einfällt, nehme ich dieses. Es ist klar, alles, was Sie sagen können, verstehe ich auch. Lassen Sie sich durch dieses Beispiel verdeutlichen, was Jesus sagen will.

Stellen Sie sich eine Villa vor, die vor 80 Jahren gebaut wurde. Inzwischen hat sie zwanzig Besitzer gewechselt. Durch Bomben wurde sie beschädigt, und allmählich verfällt sie in einen verwilderten Garten. Solche Häuser kennt man, die langsam zugrunde gehen.

Eines Tages kommt jemand und kauft das Anwesen. Wenn die Villa sich freuen könnte, würde sie sich freuen. Das klingt vielleicht komisch, ist aber nicht selten. Wenn die Villa sich freuen könnte, würde sie sagen: „Ach, jetzt habe ich wieder einen Herrn. Jetzt ist jemand da, der sich um mich kümmert.“ Und wenn die Villa denken und sich etwas wünschen könnte, dann würde sie denken: „Jetzt gehöre ich ihm. Hoffentlich kümmert er sich gut um mich, bringt den Garten in Ordnung und lässt Leute kommen, die den Schutt aus den Zimmern entfernen. Hoffentlich wird der alte Putz, der abfällt, erneuert, und hoffentlich machen die Menschen alles schön.“

Wenn die Villa denken könnte, würde sie so denken und sich das wünschen. Aber das weiß sie nicht. So verstehen wir Menschen, die durch Jesus zu Kindern Gottes geworden sind.

Jesus spricht von den Kindern Gottes. Sie sagen: „Ja, wir haben einen Herrn, der uns erkauft hat, wunderbar! Ich habe Heil, da darf ich mich jeden Tag drüber freuen.“ Aber dann fragen sie: „Herr, was hast du dir für Menschen gekauft? Was hast du dir dazugelegt? Hoffentlich wird dieser Herr jetzt auch inwendig alles ändern und neu machen.“

Sehen Sie, das ist der Hunger nach dem Heiligen Wert. Darum geht es. Danach haben sich die Jünger ausgestreckt, zwischen Himmelshaben und Finsternis, als sie in Jerusalem versammelt waren.

Das Warten der Jünger auf die Verheißung

Sehen wir uns im Geist diese Versammlung an. Dort heißt es, sie warteten auf die Verheißung des Vaters. Ja, meine Freunde, das war kein Warten wie das, wenn man vor Pfingsten frei und klar zur Bahn geht, um den Opa abzuholen.

Nicht so wie beim Warten auf den Zug, wenn man zwei Minuten lang gemütlich Kaffee trinkt und nur alte Kuchen gebacken hat. Der Opa soll doch nur zwei Minuten Geduld haben, er kommt schon – man kann sich noch unterhalten und alles ist entspannt. So war das Warten bei den Jüngern nicht. Nein, so war es nicht!

Es war ein Erschrecken über sich selbst, ein Erschrecken darüber, wie man sich sieht, wie man wirklich ist. Und gerade solche Menschen haben Heil an der Kau (Klaue?) und Erwähnung gerufen. Nun hat der Herr versprochen, dass er unser Inneres durch den Heiligen Geist erfüllen und regieren will. Das war die Verheißung des Vaters, auf die sie warteten.

Wie sieht es heute aus? Hier sind gläubige Christen, Gott sei Dank. Mit wem rede ich heute Morgen? Die anderen kommen zu kurz, denn ich kann nicht für alle sprechen. Unter gläubigen Christen, das weiß ich von meinen Jugendlichen, die viel mit mir reden, gibt es viel innere Not und Verzweiflung. Man gehört zwar dem Herrn und ist froh an ihm, doch man entdeckt, wie wenig das Unser Inneres durchdringt.

Kinder schreien nach Brot, so schreien Kinder Gottes mit der Seele. Dort, wo Sünde und Gräuel wohnen, soll Liebe, Freude und Ehrfurcht grünen, um Gott im Geist und in Wahrheit zu dienen. Ein schöner Satz: Wo Sünde kreuzt, sollen Glaube, Liebe und Ehrfurcht wachsen, um Gott im Geist und in Wahrheit zu dienen.

Oder ein anderer schöner Gemütsvers: „Schenke, Herr, auf meine Bitte mir ein göttliches Gemüt.“ Was haben wir für ein Gemüt? Ein kleinkariertes, ein deutsches, ein oberflächliches? „Schenke, Herr, auf meine Bitte mir ein göttliches Gemüt!“ Kennen wir dieses Wimmern nach Brot nicht oder haben wir gar nicht richtig angefangen mit dem Christenstand?

Kinder kennen das, Kinder Gottes. „Schenke, Herr, auf meine Bitte mir ein göttliches Gemüt, einen königlichen Geist, mich als Tier verlobt zu tragen, allen anderen abzusagen, dass Lob wert und Sünde ist.“

Der Vater greift ein: Gottes Antwort auf das Wimmern der Kinder

Lassen Sie mich ein zweites Beispiel erzählen: Die Geschichte von den hungernden Kindern, die wimmern nach Brot. Zweiter Teil: Der Vater greift ein.

Wir kehren noch einmal im Geist zu dieser Familie zurück, in der der Kolam regiert und Hungersnot herrscht. Da fasst sich der älteste Sohn ein Herz, sagt Jesus, und geht zum Vater.

Im zweiten Teil sind wir jetzt eingestiegen. Der Vater greift ein. Es ist schon warm, aber sie gönnen sich nichts. Das klingt schön, oder? Doch das ist es nicht. Die Kinder hungern.

Der älteste Sohn geht zum Vater und sagt: „Vater, hörst du, wie die Kleinen wimmern und schreien? So kann es nicht weitergehen. Du musst jetzt eingreifen.“ Die Brote reichen nicht aus, die Fische sind nicht genug. Man kann sich die Situation vorstellen – reine Fantasie.

Der Sohn stellt sich vor, wie der Vater den Acker betrachtet und sagt: „Brötchen, Brötchen, schau den Acker an, hier gibt es nur Backsteine, kein Brot.“ Oder wie er ins Gebüsch greift und eine Schnur Beeren pflückt und sagt: „Da ist ein Fisch.“ Oder er findet eine giftige Spinne, wie sie im Morgenland vorkommt, die die Hausmauer hochkrabbelt, und sagt: „Das ist ein Ei.“

Können Sie sich das vorstellen? So? Nun aber korrigiert uns Jesus und sagt: „Nein, so dürft ihr euch das nicht vorstellen. So handelt ein Vater nicht.“

Ein Vater bricht sich das Herz, wenn seine Kinder nach Brot schreien oder wenn sein Sohn ihm einen Bruchstein reicht und sagt: „Hier, hast du etwas.“ Der Vater wird losziehen und auf irgendeine Weise etwas besorgen. Das ist richtig, das ist richtig.

Und nun steigert sich Jesu Stimme zum Jubel: „Und wenn ihr, die ihr arg seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird dann der Vater im Himmel den Heiligen Geist geben, wenn sie ihn bitten!“

Wenn sie rufen und schreien, die Kinder, die nur vom Gott erfüllt werden wollen, wie viel mehr wird der Vater im Himmel sie hören, um ihr Inneres zu reinigen, zu erfüllen, zu leiten und zu regieren?

Darum geht es an Pfingsten.

Die Zugänglichkeit des Heiligen Geistes für alle Menschen

Liebe Freunde, nach dem, was ich gesagt habe, möchte ich mir so gerne in der Predigt in die Köpfe schauen. Wie viele haben eigentlich schon abgeschaltet, obwohl wir doch zuhören? Was sehen wir eigentlich?

Ich hatte einer alten Tante gesagt: In der Kirche schlafen wir am besten. Nun, es wird eine Reihe von Menschen geben, die mir folgen, aber nicht genau wissen, worum es geht. Und diese werden sagen: Herr Buster Busch, ist denn Pfingsten ein exklusives Fest nur für Kinderwunder, die an Jesus gläubig geworden sind? Ein exklusives Fest für diejenigen, die Jesus gehören? Wenn man sich heute die Szene anschaut, könnte man fast denken, ja. Autos fahren groß und laut ab, ab, ab – das sei nur für Kindergurte, nicht wahr?

Nein, meine Freunde, so ist es nicht ganz. In der Bibel steht, dass Gott den Geist ausgegossen hat auf alles Fleisch, auf jedermann. Jeder, der will, kann den Heiligen Geist empfangen.

Und sehen Sie, ich habe den Eindruck, dass die ganze gottlose Welt von den Enden der Erde – von Bad Waldibestock bis nach San Francisco, von Alaska bis Feuerland – im Grunde heute Hunger nach dem Heiligen Geist hat. Lesen Sie moderne Literatur, sehen Sie die gequälten, unruhigen Menschen an. Die Menschen empfinden heute ihre fürchterliche Leere und sehnen sich danach, kommen aber doch nicht zu dem, der das Wasser des Lebens hat.

Es bleibt dabei: Sie suchen, was sie nicht finden – in Liebe, Ehre und Glück – und kommen beladen mit Sünden und unbefriedigt zurück.

Jesus spricht in unserem Text von den Kindern. Also haben wir es jetzt mit denen zu tun, die an Jesus gläubig geworden sind und durch ihn versöhnt Kinder Gottes geworden sind. Diese schreien nach dem Leben aus Gott. Und dem Vater bricht das Herz, wenn er sieht, dass sie es nicht wollen. Wollen Sie sich heute nicht bis ins Innerste Ihres Innersten fühlen lassen? Darum geht es.

Es geht nicht darum, Gottes Geschenk nicht anzunehmen und alles wegzuwerfen, sondern darum, verlassen zu sein mit dem, was der Vater gibt, damit unsere Seele gesättigt wird.

Die innere Not der Christen und die Sehnsucht nach Veränderung

Ich müsste jetzt eigentlich ein wenig aus dem Römerbrief vorlesen, aber das würde zu lang werden. Sehen Sie, da gibt es in Kapitel 7 eine Stelle, in der der Apostel Paulus davon spricht, wie schrecklich es ist, wenn man den Herrn Jesus gehört und ihn gefunden hat, dann aber entdecken muss: „In mir ist Böses und Widerstreitendes.“

Wenn ich mir einen Hund kaufe, aber es ist ein Kläffer-Hund, der meine Arbeit stört, nicht wahr? So hat doch der Herr Menschen der Welt, Sünder, und das Böse sitzt tief in uns. Paulus sagt wörtlich: „Ich weiß, in mir, in meiner Natur, wohnt nichts Gutes.“ Das Gute, das ich tun will, das tue ich nicht. Aber das Böse, das ich nicht tun will, das tue ich.

Ihr Väter, ihr wollt doch liebevolle, süße Väter sein, und dann macht der Mann zu Hause Krach, ja? „Das Böse, das ich nicht will, das tue ich.“ Ist das nicht so? Bei ganz einfachen, primitiven Dingen fängt es an. Aber dann hört der Vater das Schreien des Kindes und erhebt es.

Im Römerbrief, auch im nächsten Kapitel, geht es darum, vom Geist Gottes erfüllt zu sein. Das ist Leben und Freude. Man hat nicht den Geist der Knechtschaft empfangen, sondern den Geist der Kinder, mit dem wir rufen: „Abba, lieber Vater!“

Man darf auch sagen, es ist eine schreckliche Entdeckung, wenn jemand, der Jesu Eigentum geworden ist, erkennt, wie böse er ist. Wenn die Sünde und ihre Macht im Herzen wohnen und er dann schreit und wimmert wie ein Kind am Bruch: „Herr, du musst mich ändern, ich kann mich nicht ändern. Ich muss geändert werden, aber ich kann mich nicht ändern.“

Dem Vater bricht das Herz, wenn er das sieht. Doch in der Bibel steht: „Ich will euch ein neues Herz geben, ich will meinen Geist in euch legen und solche Menschen aus euch machen, die mein Gebot halten, meine Rechte bewahren und sich daran freuen.“

Die Freude des Vaters und das wahre Gute

Lassen Sie mich noch kurz ein letztes Mal etwas sagen: Wie macht der Vater die Kinder froh? Die Geschichte von hungernden Kindern. Wie machen Kinder den Vater froh, und wie macht der Vater die Kinder froh?

Meine Freunde, diese Geschichte, die ich Ihnen vorgelesen habe, steht im Neuen Testament in verschiedenen Zusammenhängen und auch in unterschiedlichen Formen. Jetzt dürfen Sie nicht denken, die Jünger hätten keine guten Erinnerungen gehabt und hätten deshalb etwas Ungläubiges daraus gemacht oder Ideen und Dialoge erfunden. Vielmehr sagen sie, dass es dem Herrn Jesus so wichtig war, dass er es öfter in verschiedenen Zusammenhängen immer wieder gesagt hat: Wer mir gehört...

Das Kind beginnt da hungrig zu werden, aber völlig in Durchstreckung und erfülltem Glauben. Da steht es im Matthäusevangelium so: "So denn ihr, die ihr arg seid, könnt euren Kindern gute Gaben geben, wie viel mehr wird der Vater im Himmel Gutes geben, denen, die ihn bitten." Da stockt Jesus im Moment über "den Vater im Himmel Gutes geben". Das ist nicht irgendein gutes Geben.

Liebe Freunde, wissen wir, was Gutes ist? Da sagt die Mutter: "Heute wollen wir uns was Gutes tun." Dann gibt es ein Festessen mit Spargel und so weiter. Nein, wenn wir uns was Gutes tun wollen, dann geht das meist auf Magen, Gaumen und die Augen. Dagegen ist ja nichts einzuwenden. Ich hätte es auch lieber gut. Nein, ich höre keineswegs dagegen. Aber, liebe Freunde, ich fürchte, ich weiß im Ernst nicht, was uns wirklich Gutes bietet.

Wir wissen es nur: Da sagt mir einer: "Herr Pastor, ich möchte gern Gutes tun", und dann schenkt er am Bett noch Groschen. Doch wo sind da Groschen, was ist Gutes daran? Wir wissen gar nicht, was Gutes ist. Das können wir jetzt hier erfahren: dass wir nicht nur dem Herrn gehören, sondern dass er unser Innerstes erfüllt und durchdringt, dass die Kraft des erlösenden Blutes Jesu die Großmacht in unserem ganzen Leben wird, dass der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, unsere Herzen und Sinne hin und her regiert.

Willi, das ist Gutes, das ist Gutes! Und da waren sie an Pfingsten nun! Und weil der Vater Gutes nur den Kindern nachruft, kam ein Pfingsterlebnis und Pfingsterfüllung, um nur hungrige Kinder Gottes zu zeigen. Hungrigen Kindern Gottes also wird er bestehen, hungrigen Kindern Gottes zu zeigen.

Lassen Sie uns demütig und tief wegen der Gnade beten, auf mein Bitten hin, mir ein göttliches Gemüt, einen königlichen Geist zu schenken, mich als Dir zu verleihen, allem anderen abzusagen, was nur Welt und Sünde heißt.

Lassen Sie uns beten:
"Dimme ganz, oh Gott, mein Herz zum Tempel hier in der Zeit, und lass es deine Wohnung sein in alle Ewigkeit! Amen."