
Liebe Gemeinde,
wir haben nach diesen wunderschönen Konferenztagen E21 wieder die Freude, im Römerbrief weitermachen zu dürfen. Er ist eine Schatztruhe, und das Wort, das wir heute lesen, ist voll Herrlichkeit und Schönheit – einer für alle zu allen Zeiten.
Wir stehen auf, und ich lese Römer 3,25 bis zum Schluss:
„Ihn hat Gott zum Sühnopfer verordnet, durch den Glauben an sein Blut, um seine Gerechtigkeit zu erweisen. Weil er die Sünden ungestraft ließ, die zuvor geschehen waren, als Gott Zurückhaltung übte, um seine Gerechtigkeit in der jetzigen Zeit zu erweisen, damit er selbst gerecht sei und zugleich den rechtfertige, der aus dem Glauben an Christus ist.
Wo bleibt nun das Rühmen? Es ist ausgeschlossen. Durch welches Gesetz? Das der Werke? Nein, sondern durch das Gesetz des Glaubens.
So kommen wir nun zu dem Schluss, dass der Mensch durch den Glauben gerechtfertigt wird, ohne Werke des Gesetzes.
Oder ist Gott nur der Gott der Juden und nicht auch der Heiden? Ja, freilich auch der Heiden, denn es ist ja ein und derselbe Gott, der die Beschnittenen aus Glauben und die Unbeschnittenen durch den Glauben rechtfertigt.
Heben wir nun das Gesetz auf durch den Glauben? Das sei ferne! Vielmehr bestätigen wir das Gesetz.“
Amen!
Die Bedeutung des Sühnopfers für alle Zeiten
Wovon spricht der Apostel in unserem Abschnitt, besonders wenn er erwähnt, dass er die Sünden, die zuvor geschehen waren, ungestraft ließ, weil Gott Zurückhaltung übte, um seine Gerechtigkeit in der jetzigen Zeit zu erweisen?
Er möchte zeigen, dass das Sühneopfer nicht erst ab dem Tag gültig ist, an dem Christi Blut konkret vergossen wurde, sondern schon rückwirkend vom Beginn der Menschheitsgeschichte an gilt.
Die ersten Christen, auch die in Rom, hatten offenbar die Vorstellung, dass der Tod Christi nur für diejenigen wirksam sein könne, die sich auf ihn als tatsächlich geschehenes Ereignis berufen können. Für die Generationen davor gab es ihrer Ansicht nach faktisch noch kein Sühneopfer.
Sie waren also der Auffassung, dass das Heil durch das Kreuz einem Menschen erst zukommen kann, wenn das Opfer Christi bereits geschehen ist. Daraus ergab sich die Frage, wie Gott Menschen aus dem Alten Testament, wie zum Beispiel Abraham, Isaak, Jakob, Mose oder David, damals schon in den Himmel eingelassen haben konnte, ohne dass zuvor ein Tropfen Versöhnungsblut für sie geflossen war.
Wie konnte Henoch ohne Sühnopfer zum Herrn hinaufgehen, und wie wurde Elija mit feurigem Wagen in die Gegenwart Gottes aufgenommen, obwohl noch kein geschehenes Sühnopfer vorhanden war?
Die Unzulänglichkeit der alttestamentlichen Opfer und die Wirkung des Kreuzes
Ihr wisst ja, diese rituellen Tieropfer hatten zu ihrer Zeit noch keine wirkliche Stellvertreterkraft. Von ihnen sagt die Bibel in Hebräer 10,4: „Denn unmöglich kann das Blut von Stieren und Böcken Sünden hinwegnehmen.“
Der Hebräerbrief lehrt, dass sie nur ein Schatten waren, ein Vorabzeichen des kommenden Heils in Jesus Christus.
Deshalb stellt sich die Frage: Was ist mit denen, die starben, als Christus noch gar nicht gekreuzigt war?
Um es bildlich darzustellen: Wie soll mir ein Brot, das erst in tausend Jahren kommt, heute meinen Hunger stillen? Wie soll Christus Menschen erretten, wenn er erst in viertausend Jahren, beginnend mit Adam und Abel, für sie stirbt?
Das ist hier der Punkt: Wie soll das, was erst noch kommen soll, mir helfen, wenn ich vorher schon gestorben bin?
So steht die Frage im Raum: Wie kann Gott, der immer auf Gerechtigkeit pocht und keine Sünde ungestraft lässt, trotzdem Menschen in den Himmel lassen, die gar kein Opfer hatten, durch das sie gerechtfertigt werden konnten?
Wieso übersieht Gott die Sünden der Alten? Das ist ungefähr die Formulierung hier in dem Vers. Wieso straft er sie nicht? Weder werden sie selbst bestraft, noch gab es zu ihrer Zeit ein stellvertretendes Opfer, das konkret für sie dargebracht wurde.
Gottes Gerechtigkeit und das zeitübergreifende Sühnopfer Christi
Wie kannst du, der dreimal heilige und gerechte Gott, die Sünden von Menschen einfach so durchgehen lassen? Wie kannst du das vor denen rechtfertigen, deren Sünden du nicht hast durchgehen lassen und die verloren gingen?
Wenn du schon im Alten Testament Menschen retten wolltest, dann hättest du doch das Kreuz gleich zu Beginn der Menschheitsgeschichte, unmittelbar nach dem Sündenfall, aufstellen müssen. Und nicht erst viertausend Jahre später, um ab dann die Menschen zu retten.
Versteht ihr das? Ich glaube, ihr versteht es nicht. Also könnt ihr das nochmal genau nachlesen. Mein Konzept habt ihr ja. Eigentlich nur nochmal den Text, den Paulus sagt. Er fasst das, was ich eben geschildert habe, mit seinen Worten zusammen. Hört nochmal hin:
Er hat ihn, Christus, hat Gott zum Sühnopfer auch für die Sünden bestimmt, die er ungestraft ließ, die zuvor geschehen waren, als Gott Zurückhaltung übte, um seine Gerechtigkeit – und ich schreibe in Klammern: nachträglich in der jetzigen Zeit – zu erweisen. Damit er selbst gerecht sei und zugleich den Rechtfertigen, der aus dem Glauben an Jesus Christus ist.
Das heißt konkret, liebe Gemeinde: Gott hat das Sühnopfer Christi in die Mitte der Zeit gestellt. Paulus sagt im Galaterbrief „in die Fülle der Zeit“, sodass es in beide Richtungen strahlt, vorwärts und rückwärts.
Das erklärt Paulus hier jetzt den Römerchristen. Es gilt für alle Jahrhunderte zurück, die schon waren, und für alle, die noch kommen. Das mussten sie lernen, und das dürfen wir heute auch neu lernen.
Das Kreuz als zentrales Zeichen der Menschheitsgeschichte
Die größten Zeichen der Menschheitsgeschichte sind nicht, wie oft gesagt wird, die sieben Weltwunder. Auch nicht die Freiheitsstatue von New York oder der Eiffelturm in Paris.
Nein, das bedeutendste und größte Zeichen der Menschheitsgeschichte hat Gott aufgestellt – öffentlich sichtbar für die ganze Welt. Das Zeichen aller Zeichen ist das Kreuz von Golgatha.
Das Sühneopfer Christi und dieses Zeichen sind die Lehre von Paulus hier. Dieses Zeichen gilt für alle Menschen zu allen Zeiten. Gott hat Christus vor die gesamte Menschheit hingestellt. Das ist sein Ausdruck. Er hat ihn vor die gesamte Menschheit gestellt und öffentlich erklärt: Wer an ihn glaubt, wer an Jesus glaubt, der hat das ewige Leben.
Wer zu welcher Zeit auch immer diesem Christus vertraut, der ist – unabhängig davon, was er ist oder was er tut – gerecht, heilig und angenehm vor Gott. Das ist, liebe Gemeinde, die größte und gewaltigste Wahrheit innerhalb der inspirierten Schrift und auch im gesamten Universum.
Die umfassende Wirkung des Sühnopfers auf alle Generationen
Alle Sünden des Volkes Gottes – die längst vergangenen, die gegenwärtigen und die noch kommenden – wurden in der Fülle der Zeit, wie Paulus im Galaterbrief 4,4 schreibt, auf Jesus gelegt.
Die unermessliche Menge aller Menschen aus allen Jahrhunderten und Jahrtausenden, die gesamte Masse der Sünde aller Menschen, die jemals an Christus geglaubt haben, sei es im Voraus oder im Nachhinein, bringt Gott auf das Haupt seines geliebten Sohnes. Er spricht: „Diesen stelle ich euch vor und erkläre ihn euch als euer Sühnopfer, als eure Gerechtigkeit – wann immer ihr auch gelebt habt und wann immer ihr noch leben werdet, von Anbeginn der Zeit bis zu ihrem Ende.“ Halleluja!
Deshalb hat Gott auch die Menschen im Alten Testament gerettet, die im Voraus auf Jesus durch den Glauben blicken konnten, obwohl Christus noch nicht gestorben war. Es heißt: Abraham glaubte Gott, und das wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet. Auch Mose glaubte an Christus. Wörtlich heißt es, er achtete die Schmach Christi für größeren Reichtum als die Schätze Ägyptens. Mose vertraute Jesus, obwohl der Heiland noch gar nicht gekommen und noch nicht gestorben war.
Ihr lieben Römer, ihr lieben Archäleute, das müsst ihr verstehen! Das Blut Jesu Christi wirkt nicht erst ab dem Zeitpunkt des historischen Geschehens, sondern es wirkt rückwärts in alle Generationen und vorwärts in die noch kommenden. Welch eine gewaltige Botschaft!
Die universelle Bedeutung des Sühnopfers
Deshalb schreibt Johannes in seinem ersten Brief, 1. Johannes 2,2: Christus ist das Sühneopfer für unsere Sünden, aber nicht nur für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt. Das bedeutet, dass Gott den Sünden der ganzen Welt an allen Orten und zu allen Zeiten nur an einem einzigen Ort und in einer einzigen Person begegnet ist.
Auf dem Hügel Golgatha fasste Gott die Schuld aller Glaubenden in Jesus Christus zusammen und sühnte sie dort ein für allemal. Während des Alten Bundes mussten unaufhörlich Tier um Tier geopfert werden. Eine Priestergeneration löste die andere ab, und das rituelle Blutvergießen nahm über Jahrhunderte und Jahrtausende kein Ende.
Doch dann kam der Sohn Gottes und gab sein eigenes Leben als Opfer. An einem einzigen Tag tilgte er die Sünden seines gesamten jemals existierenden Volkes ein für allemal. In Hebräer 9,12 heißt es: Mit seinem eigenen Blut ist er ein für allemal in das Heiligtum eingegangen und hat eine ewige Erlösung erlangt.
Weiter heißt es in Vers 26: Denn sonst hätte er ja oftmals leiden müssen von Grundlegung der Welt an. Nun aber ist er einmal offenbar geworden, und zwar in der Vollendung der Weltzeiten. Damit meint der Text den Golgatha-Zeitpunkt, die Vollendung der Weltzeiten, zur Aufhebung der Sünde durch das Opfer seiner selbst.
Paulus schreibt in Römer 6,10: Denn was er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben, ein für allemal. Was er aber lebt, das lebt er für Gott.
Das Sühnopfer Jesu Christi ist ein für allemal, einer für alle und zu allen Zeiten. Jesus hat es einmal getan und für immer. Wie gewaltig, wie herrlich, wie einzigartig ist das!
Und das ganze Volk sagt: Achte, einmal für alle, alle Zeiten!
Die Einzigartigkeit des Glaubensweges zu Gott
Das ist es, was der Apostel uns hier nahebringt. Das ist seine Botschaft, unter anderem in diesen Versen.
In Micha steht es noch: „Wer ist ein Gott wie du, der die Sünde vergibt und den Überrest seines Erbteils? Der die Übertretung erlässt, der seinen Zorn nicht ewig festhält, sondern Lust an der Gnade hat? Er wird sich wieder über uns erbarmen, unsere Missetaten bezwingen. Ja, du wirfst alle ihre Sünden in die Tiefe des Meeres.“
So fasst der Apostel in Römer 3,28 zusammen: „So kommen wir zu dem Schluss …“ Jetzt zieht er ein Fazit. „So kommen wir zu dem Schluss, dass der Mensch durch den Glauben an Christus gerechtfertigt wird, ohne Werke des Gesetzes.“
Und dann sagt er: „Wo bleibt nun das Rühmen?“ Ich kann nicht auf jedes einzelne Wort eingehen, sonst müssten wir fünf oder zehn Jahre den Römerbrief betrachten.
Was er hier sagt, ist: ohne menschlichen Ruhm und Verdienst, einfach durch den Glauben an den Kreuzestod Christi – den Gott für die ganze Welt zur Sühnung hingestellt und erklärt hat. Damit sagt der Apostel natürlich auch, dass es nur einen Gott gibt, wie es hier heißt. Denn es ist ja ein und derselbe Gott, es ist einer.
Dass es nur einen Gott und Heiland für alle Völker gibt und auch nur einen Weg zu ihm – das glauben viele.
Die Herausforderung der Einheitsreligion und die biblische Wahrheit
Sie sagen: Ja, da ist nur ein Gott, die Bibel hat Recht. Aber es gibt viele Religionen, und jede Religion trägt etwas Wertvolles zur ganzen Wahrheit bei. Am Ende treffen wir uns alle bei ein und demselben Gott.
So hat man im Jahr 2011 ein sogenanntes House of One in Berlin gegründet. Das habt ihr bestimmt schon gehört. Auf Deutsch heißt es „Haus des einen Gottes“. Unter dem Dach dieses Hauses sind eine Synagoge, eine Kirche und auch eine Moschee vereint. Es soll ein Ort des Gebets, der Anbetung, der Begegnung und des interreligiösen Dialogs sein, an dem Menschen unterschiedlicher Glaubensrichtungen zusammenkommen können.
Die Idee eines einzigen Gottes für alle Menschen ist also sehr populär. Auch viele Namenchristen stellen sich hinter Paulus, den sie sonst sehr gern kritisieren. Er schreibt doch, dass es nur einen Gott für alle Menschen gibt, für Juden und Heiden.
Ich sage: So kann man schnell die Bibel verdrehen. Denn Paulus sagt nicht nur, dass es einen einzigen Gott gibt, sondern er sagt auch, dass es nur einen einzigen Weg zu ihm gibt.
Die Idee der Einheitsreligion sagt jedoch, dass es viele Wege zu dem einen Gott gibt. Sie sagen, er wohne wie auf einem hohen Berg, zu dessen Spitze man von vielen Seiten auf unterschiedlichen Wegen gelangen kann. Da gäbe es den Weg des Hinduismus, des Christentums, des Islam, des Judentums, des Buddhismus und noch viele andere kleine Wege vom Fuß des Berges, jeder an seiner Seite und seinen Weg. Aber oben treffen wir uns alle bei dem einen und demselben Gott.
Das klingt schön und ist angesichts des religiösen Hasses, den wir in der Welt so erleben, auch gut gemeint. Ich verstehe das. Es ist ein Anliegen der Menschen, die das Problem der unterschiedlichen Religionen, die einander teils ja auch in Kriegen bekämpft haben, irgendwie lösen wollen.
Mit der Idee, es gibt nur einen Gott, aber wir wollen jedem auch seinen Weg belassen. Glaub du, wie du willst, und ich glaube, wie ich will, und wir alle sind auf unterschiedlichen Wegen zur Spitze. Wir haben Unterschiede, ja, aber am Ende sind wir doch da, wo wir alle hinwollen. Das hört sich friedensstiftend an.
Aber, liebe Gemeinde, wir können nicht anders. Wenn unser Gewissen an die Heilige Schrift gebunden ist und wir glauben, dass sie das inspirierte Wort des lebendigen, des einen lebendigen Gottes ist, dann kommen wir nicht daran vorbei, dass die Bibel einerseits sagt, dass es einen Gott gibt, aber sie sagt auch, dass es nur einen Weg gibt.
Und der ist das Sühneopfer Jesus Christus, das Gott in der Fülle der Zeit mitten in die Menschheitsgeschichte hingestellt hat – unübersehbar.
Viele Wege mögen auf die Zugspitze oder nach Rom führen, aber zum Himmel führt nach der Bibel nur ein Weg.
Das hörst du jetzt, das für dich. Ganz wichtig: Wenn wir sagen, dass es viele Wege zu Gott gibt, dann widersprechen wir dem Herrn, der Jesus Christus zum alleinigen Weg erklärt hat.
Die Exklusivität des Glaubens an Jesus Christus
Diese Botschaft war zu Paulus’ Zeiten für die Juden ein Ärgernis. Es ging um die Botschaft von dem einen Weg, dem Sühnopfer Christi, anstelle der Zeremonien und Rituale im Tempel. Die Juden wollten durch ihre ethnische Abstammung, durch die äußere Beschneidung und durch zeremonielle Vorschriften zu Gott kommen – aber nicht einfach durch den Glauben an Christus. Einen solchen Gott hatten sie nicht, und den wollten sie nicht.
Paulus schreibt dennoch unbeeindruckt, wie wir in den Versen 29 bis 30 gelesen haben: „Oder ist Gott nur der Juden und nicht auch der Gott der Heiden? Ja, freilich auch der Heiden, denn es ist ja ein und derselbe Gott, der die Beschnittenen aus Glauben und die Unbeschnittenen ebenfalls aus Glauben rechtfertigt.“ (Römer 3,29-30)
Ob du beschnitten oder nicht beschnitten bist, gerechtfertigt vor Gott wirst du nur auf eine einzige Weise – nämlich durch den Glauben an das Sühnopfer Jesu Christi. Beide, Juden und Heiden, können nur auf dieselbe Weise zu Gott kommen.
Deshalb hat Jesus schon gesagt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich.“ (Johannes 14,6) Egal, wer du bist und wo du herkommst – wenn du zu Gott kommen willst, dann kannst du es nur durch Jesus.
Wer ohne ihn und ohne sein Sühnopfer am Kreuz zu Gott kommen will, mag an einen anderen Weg glauben. Aber ich sage dir: Welchen Weg neben Jesus und ohne Jesus du auch wählst, um zu Gott zu gelangen und den Berg zu erklimmen – irgendwann ist der Weg gesperrt, eine Sackgasse. Du wirst merken, dass du umkehren musst.
Du spürst es schon: Dein sogenannter Weg zu Gott führt dich nicht zum Ziel. Du musst zurück, du musst wieder runter und auf den richtigen Weg. Den Jesusweg, den schmalen Weg durch die enge Pforte. Dann wirst du sehen: Dieser Weg bringt dich wirklich zu Gott.
Ich glaube, heute ist ein entscheidender Tag für dein Leben. Du kehrst um, verlässt deinen vermeintlichen Weg zu Gott und trittst auf den Jesusweg. Nicht auf den Jakobsweg, sondern auf den Jesusweg! Halleluja! Amen!
Die Einzigartigkeit Christi als Mittler und Retter
Das ist ja irgendwann eine Sperre. Paulus schreibt an Timotheus, dass es nur einen Gott gibt und nur einen Mittler zwischen Gott und den Menschen: Jesus Christus, der Gott und Mensch zugleich ist.
Die Juden glaubten das nicht, doch sie müssen ebenso wie die Heiden zum lebendigen Glauben an Christus kommen, um gerettet zu werden.
Deshalb rief der Jude Petrus mit Nachdruck: „Es ist in keinem anderen das Heil, denn es ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden sollen.“
An anderer Stelle schreibt derselbe Apostel: „Darum hat Gott ihn über alle Maßen erhöht und ihm, dem Herrn Jesus, einen Namen verliehen, der über alle Namen ist, damit in dem Namen Jesus sich alle Knie beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes des Vaters.“
Halleluja!
Die Ablehnung Jesu und die Konsequenzen
Man fragt sich, woher nur der große Hass gegen Jesus kommt. Alle Religionen werden auf irgendeine Weise respektiert. Auch das Christentum ist in Ordnung, solange man Christus weglässt. Solange man sagt, dass Jesus lediglich ein guter Mensch gewesen sei und sein Tod nur eine mitleidenswerte Tragödie, solange hat man gegen diesen unbedeutenden Jesus nichts. Man darf ihn gern bedauern und vom armen Jesus sprechen: „Ach, mein Herz Jesulein, ich weine um dich, du hast so viel gelitten. Dir haben die Menschen so viel Böses angetan.“
Diese Entwicklung muss der Heiland schon vorausgesehen haben. Er sagt in Lukas 23: „Ihr Töchter Jerusalems“, sagt er, „weint nicht über mich.“ Euer Geheul über Jesus ist nicht angebracht und nicht nötig. „Weint nicht über mich, weint vielmehr über euch selbst und über eure Kinder.“
Man kann heute gern über Jesus weinen, der aus Mitgefühl für die Schwachen so viel Leid erfahren musste. Aber wehe, wenn man sagt: Weine über dich selbst, weine über deine Sünde, bring sie zu Jesus, zu dem Lamm Gottes, das die Sünde der Welt trägt – dann ist es vorbei mit der Toleranz.
Von Christus als dem Sohn Gottes, der ins Fleisch gekommen und von Gott zum Sühnopfer für unsere Sünden hingestellt wurde, will man nichts hören. Aber es hilft nichts, liebe Freunde: Die Bibel bleibt dabei, dass die Welt nur in dem gekreuzigten Heiland Frieden finden kann. Darum rief er Jerusalem zu: „Wenn doch auch du erkannt hättest, was zu deinem Frieden dient! Nun aber ist es vor deinen Augen verborgen.“
Sie hatten den Messias mitten unter sich. Ihr wisst es, sie haben seine Herrlichkeit gesehen, seine Macht, seine Zeichen, seine Wunder, seine Liebe, seine Wahrheit und am Ende seine Auferstehung. Aber sie verwarfen ihn und wollen bis heute ohne Jesus zu Gott kommen.
Die Einheit von Juden und Heiden im Glauben
Paulus schreibt in unserem Abschnitt: Ist Gott nur der Gott der Juden und nicht auch der Heiden? Die Antwort lautet: Ja, auch der Gott der Heiden. Denn es ist ein und derselbe Gott, der die Beschnittenen und Unbeschnittenen gleichermaßen nur durch den Glauben rettet. Es gibt für Juden und Heiden, für alle Menschen, keine zwei Heilswege, sondern nur einen.
Wenn Israel im Großen und Ganzen den Heiland ablehnte – ihr wisst es –, so gab es doch einen begnadeten Überrest im Volk. Von diesem Überrest sprechen bereits die Propheten, und Paulus greift das im Römerbrief und auch an anderen Stellen auf.
Paulus erinnert im Römerbrief an die siebentausend zu Elias’ Zeiten, die ihre Knie nicht vor Baal gebeugt hatten, die nicht abgefallen waren, sondern glaubten und an Gottes Bund festhielten. Das sind die, die Jesus als ihren Messias und als ihr Sühnopfer angenommen hatten (Römer 9, Jesaja 10, Römer 11).
Dieser von Gott aus erwählte und zu Christus bekehrte Überrest in Israel ist das wahre Bundesvolk – das müssen wir verstehen. Oft wird gesagt, das Volk Israel, und manche meinen damit den Staat, das weltliche Israel. Nein, nicht das säkulare Israel oder, wie Paulus sagt, das Israel nach dem Fleisch ist das Bundesvolk, sondern nur die weltweit zu allen Zeiten an Christus glaubenden Juden. Sie sind die Kinder des Bundes.
Nicht die, die nach dem Fleisch Juden sind, sondern die, die nach der Verheißung, nach dem Evangelium, aus dem Glauben Juden sind, die am Herzen beschnitten sind und nicht am Fleisch. Das ist das Bundesvolk, das ist das Israel Gottes.
Das Bundesvolk im Alten und Neuen Testament
Zu ihnen gehören die Glaubenshelden aus Hebräer 11: Abel, Henoch, Noah, Abraham, Sarah, Isaak, Jakob, Mose, Joshua, Samuel, Ruth und Rahab, die Hure, sowie David und viele andere. Man kann sie nicht alle aufzählen, sagte Brier. Das ist die Erlöste, die auf Christus im Glauben blickende Gemeinde in Israel. Das ist das Bundesvolk, das wiedergeborene Israel.
Das Alte Testament beschreibt das Bundesvolk. Später kamen auch die Jünger hinzu – die Jünger Jesu aus den Juden, die Apostel und die ersten Judenchristen in Jerusalem und in aller Welt. Sie sind das Israel Gottes, die Auswahl der Gnade, wie Paulus sie nennt. Unter den Juden sind es diejenigen, die an das Sühneopfer Christi geglaubt haben.
Durch Gottes überwältigendes Erbarmen sind wir Heidenchristen in diese Gemeinde der wiedergeborenen und christusgläubigen Juden eingepfropft worden. Daran erinnert uns Paulus, wenn er schreibt, dass wir einst als Unbeschnittene galten und ohne Christus in dieser Welt von der Heilsbürgerschaft Israels ausgeschlossen waren.
Dann aber sind wir, die einst fern waren, durch das Blut Christi nahegebracht worden (Epheser 2). Nun heißt es, dass wir nicht mehr Fremdlinge sind. Wir gehören nicht mehr außerhalb des Bundesvolkes, nicht mehr als Gäste, sondern sind Mitbürger jener Heiligen von damals bis heute. Das heißt, wir sind Mitbürger und sogar Hausgenossen der erretteten Auswahl Juden.
Wir sind Miterben mit dieser jüdischen Christusgemeinde geworden. Paulus nennt uns Einverleibte und Teilhaber der Verheißung in Christus durch das Evangelium (Epheser 2). Ja, wir wurden in die Wurzel des Ölbaums Israel, in die Wurzel des glaubenden Israel eingepfropft.
Noch einmal Achtung: Nicht in das abgefallene, weltliche, fleischliche Israel sind wir eingepfropft, sondern in das an Christus und sein Sühneopfer glaubende Israel. Zu ihnen sind wir hinzugetan. Und zwar so sehr, dass Paulus lange Abschnitte dazu gebraucht, um es uns mitzuteilen – voller Freude –, dass es keine Scheidewand mehr gibt zwischen Juden und Heiden. Es gibt keinen Zaun mehr, keine Unterscheidung mehr zwischen ihnen.
Ich weiß, die Zeit vergeht, aber es ist mir im Herzen, euch das vorzulesen, denn Gottes Wort redet am besten durch sich selbst. Schaut mal, da steht es doch. Ich muss es schnell aufschlagen, habt ein bisschen Geduld mit mir, aber ihr könnt auch mit aufschlagen. Es ist Vers zwei, und es ist so gewaltig, dass wir gar nicht darüber hinweggehen dürfen.
Vers 14: Denn er ist unser Friede, der aus beiden eins gemacht hat, Juden und Heiden. Er hat die Scheidewand des Zauns abgebrochen, indem er in seinem Fleisch die Feindschaft, das Gesetz der Gebote in Satzungen, hinwegtat, um so die zwei in sich selbst zu einem neuen Menschen zu schaffen – die zwei, Jude und Heide. Die zwei in sich selbst, in Christus, zu einem neuen Menschen zu schaffen und Frieden zu stiften.
Er versöhnte die beiden in einem Leib mit Gott durch das Kreuz, nachdem er durch dasselbe die Feindschaft getötet hatte. Und er kam und verkündigte Frieden euch, den Fernen und den Nahen. Denn durch ihn haben wir beide, Jude und Heide, Zutritt zu dem Vater im einen Geist. Halleluja! Amen!
Gewaltig ist das! Da ist weder Jude, schreibt Paulus an anderer Stelle (Galater 3), da ist weder Jude noch Grieche, weder Knecht noch Freier, da ist weder Mann noch Frau; denn ihr seid alle einer in Christus Jesus. Wenn ihr aber Christus angehört, so seid ihr Abrahams Same!
Nach der Verheißung erben Juden und Heiden durch den geschenkten Glauben an Jesus Christus gleichermassen Abrahams Same und Abrahams Kinder. Und da ist kein Unterschied.
Die Gnade Gottes für Juden und Heiden
Zum Schluss: Oder ist Gott nur der Gott der Juden und nicht auch der der Heiden? In unserem Abschnitt wird deutlich: Ja, freilich ist er auch der Gott der Heiden.
Denn es ist ein und derselbe Gott, der die Beschnittenen aus Glauben und die Unbeschnittenen durch den Glauben rechtfertigt. Welch eine Gnade, liebe Gemeinde, dass wir Heiden teilhaben dürfen an dem herrlichen Evangelium Israels!
Wir dürfen es praktisch leben mit unseren erretteten Glaubensgeschwistern in Israel. Wir sind so glücklich über die Beziehung zu David Zadok und seiner Gemeinde in Israel. Unsere Herzen sind miteinander verbunden. Es gibt keinen Unterschied, sondern wir sind einer in Christus und stehen füreinander ein.
Für beide, Juden und Heiden, hat Christus sich als Sühnopfer hingegeben – durch den Glauben an sein Blut.
Das Abendmahl als Zeichen des Sühnopfers Christi
Und nun kommen wir zum Abendmahl. Das große Zeichen, das Gott für alle Menschen – für Heiden und Juden – in die Mitte der Zeit gestellt hat, ist das Sühnopfer Christi. Dieses hat er zu jedem Einzelnen, zu seiner Gemeinde gebracht.
Es ist hochinteressant, dass die Großen dieser Welt immer Denkmäler brauchen, immer Monumente – Bismarck, Lenin, wie sie alle heißen. Aber Jesus nicht. Es gibt ein Erinnerungszeichen an dieses Sühnopfer, und das ist das Abendmahl.
Ihr seid eingeladen, an dem Sühnopfer Christi, das Gott in der Fülle der Zeit gestellt hat, zu glauben und zeichenhaft teilzunehmen. Indem ihr sein Blut und seinen Leib im Glauben zeichenhaft zu euch nehmt, gehören wir zu Jesus Christus – ob Jude, Heide, Grieche, Afrikaner, Amerikaner, Deutscher, Russe oder Ukrainer. Das spielt alles keine Rolle.
Wir sind einer in Christus und erfreuen uns an dem Sühnopfer Jesu Christi zur Vergebung unserer Sünden durch den Glauben in Jesu Namen. Und alles Volk sagt: Amen.