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Gott gibt Antwort

01.01.1961Apostelgeschichte 2,32

Gnade sei mit uns und Friede von dem, der da ist, der da war und der da kommt! Amen!

Wir hören ein Wort aus Apostelgeschichte 2,32: „Diesen Jesus hat Gott auch erweckt, dessen sind wir alle Zeugen.“

Herr, heilige uns in deiner Wahrheit! Dein Wort ist die Wahrheit! Amen!

Die göttliche Auferstehung als überraschende Tat Gottes

Lassen Sie mich ein wenig menschlich von göttlichen Dingen sprechen. Was meinen Sie, welchen Spaß dieser gewaltige Engel gehabt hat, als am Ostermorgen der lebendige Gott zu ihm sagte: „Jetzt brich hinein in diese dreidimensionale, armselige Welt, reiß die Felsplatte von dem Grabe ab und bereite meinem Sohn den Weg! Denn jetzt will ich ihn von den Toten auferwecken.“

Die Bibel sagt nichts davon, dass ich dies im Geist gesehen habe, aber ich habe im Geist diesen gewaltigen Engel Gottes dahinbrausen sehen – lachend, lachend, lachend. Er denkt sich: „Ja, nun sieh mal an! Und um die Christknechte, die das Grab bewachen mit ihrer gewaltigen Waffenrüstung, kümmern wir uns gar nicht. Wir kümmern uns überhaupt nicht darum. Ich stehe überhaupt nicht auf dem Programm, auf der Tagesordnung.“

Und siehe da, denkt der Engel weiter, in Rom haben wir auch nicht angefragt beim allmächtigen Kaiser, wie die kaiserliche Regierung sich dazu stellt, dass wir jetzt einfach ein Urteil der Stadt, das Pilatus gefällt hat, annullieren. Und ja, die Priester und die Kirche – die haben wir auch gar nicht gefragt, ob sie etwa der Meinung sind, dass diese Auferweckung zur Förderung des religiösen Lebens beitragen könnte.

Ach, und die naturwissenschaftliche Fakultät in Athen hätte beim Gutachten ersuchen müssen, wie sie die ganze Geschichte einzuordnen gedenkt in ihr Weltbild. Wundervoll, denkt der Engel, so macht es Gott: Er schafft einfach fertige Tatsachen. Er stellt die Welt einfach vor vollendete göttliche Tatsachen – so geziemt es Gott.

Ich denke mir, so denkt dieser Engel, als er dann diesen gewaltigen Stein, den drei stabile Frauen nicht bewegen konnten – das steht in der Bibel – vom Grabe wegschiebt. Nicht durch einen kleinen Finger, möchte ich fast sagen, sondern er setzt sich majestätisch darauf.

Die Auferstehung als Antwort Gottes auf menschliche Urteile

Der Text stammt aus der Pfingstpredigt des Petrus, die er am Pfingsttag gehalten hat. In diesem Abschnitt wird sehr nachdrücklich betont, dass die Auferstehung Jesu eine Tat des lebendigen Gottes ist. Diesen Jesus hat Gott auf der Erde, hier ist der lebendige Gott am Werk.

Wissen Sie, was dahintersteckt? Mit dieser Tat, dass er seinen Sohn aus dem Grab ruft, antwortet der lebendige Gott auf alles, was die Menschen vorzubringen haben. Alles, was die Menschen auf religiösem Gebiet vorbringen, ist in der Passionsgeschichte gesagt worden. Heute und morgen möchte ich Ihnen zeigen, wie die Auferstehung Jesu die Antwort Gottes auf das ist, was die Menschen vorbringen. Heute Morgen will ich Ihnen das an einigen Punkten erläutern.

Wir überschreiben den Text und die Predigt mit: Gott gibt Antwort – erstens auf das Urteil der Menschen.

Erinnern Sie sich: In der Nacht auf Karfreitag wird Jesus als gebundener Gefangener in den Palast des Hohenpriesters geführt, wo sich der ganze Hohe Rat versammelt hat. Das nächtliche Verhör zieht sich hin. Die Bibel deutet es als ermüdendes Hin und Her, bis zu dem schrecklichen Augenblick, in dem plötzlich alle in den Glücksfaden reichen und die würdigen Männer des Hohen Rats sich überschreien: "Ihr habt seine Gotteslästerung gehört, was tückt euch? Er ist des Todes schuldig, er ist des Todes schuldig, er ist des Todes schuldig!"

Dieser Schrei hallt durch den Gerichtssaal. Es ist der Ruf: "Er ist des Todes schuldig!" Und dieser Ruf dringt durch die Mauern des Gerichtssaals hindurch. Das Volk, der Pöbel und alle nehmen ihn auf und brüllen wenige Stunden später: "Er ist des Todes schuldig, kreuzige ihn, kreuzige ihn!"

Der große Herr Pilatus, der die Macht Roms vertritt, nimmt den Ruf ebenfalls auf: "Er ist des Todes schuldig." Pilatus überantwortet ihn, damit er gekreuzigt wird. Dieser Ruf war so stark: "Er ist des Todes schuldig, tut ihn weg!", dass er durch Jahrhunderte und Jahrtausende drang.

"Merkt Jesus aus dem Denken der Menschen aus, tut ihn weg, er ist des Todes schuldig." So riefen kluge Professoren, und so rief der Pöbel zu allen Seiten. "Merkt Jesus aus dem Denken der Menschen aus, er ist todschuldig", so sagten geniale Denker wie etwa Nietzsche, weniger Geniale wie Feuerbach und ganz Kleine wie Alfred Rosenberg. Und "Merkt Jesus aus dem Denken der Menschen aus" schrie es in Massenversammlungen von Freidenkern bis zum heutigen Tag.

Meine Freunde, es ist eine sehr interessante Zeit, in der wir leben. Die großen Weltreligionen – Islam, Buddhismus, Hinduismus usw. – die jahrelang in der Zeit des Kolonialismus nur so dahindämmerten, sind mit dem Erwachen der Völker in Asien und Afrika auch aufgewacht. Dabei ist es vielleicht noch viel interessanter als das Erwachen der Völker selbst: Dieses Erwachen der Weltreligionen tritt zum Angriff auf die Welt an.

Es ist interessant, dass ein großer Kenner der Mission, Vizedom, jetzt ein Buch veröffentlicht hat mit dem Titel "Die Mission der Weltreligionen", die Mission des Islam bei uns. Zwischen Buddhismus und Islam liegen Welten, aber in einem sind sie sich einig: "Merkt Jesus aus dem Denken der Menschen aus, er muss weg, er ist des Todes schuldig, er muss weg!" So schreit es heute durch die Welt.

Der westdeutsche Bürger schreit nicht mehr, er ist still. Das haben wir hinter uns, dass wir geschrien haben, nicht wahr? Der westdeutsche Bürger streicht Jesus ganz sanft aus seinem Leben heraus, radiert ihn gleich aus und bestätigt damit das Urteil des Hohen Rats: Er ist des Todes schuldig, er muss weg.

Und es sitzen viele Menschen hier, die den lebendigen Heiland längst aus ihrem Leben gestrichen haben. Sie haben den Gekreuzigten aus ihrem Leben gestrichen. "Er ist des Todes schuldig." So ist das ein gewaltiger Schrei: "Er ist des Todes schuldig!", der durch die Räume und Jahrtausende geht. Jesus muss weg.

Und, meine Freunde, auch dieses Geschrei, auch dieses Urteil der Menschen antwortet Gott am Pfingsttag. Gott antwortet, indem er seinen Sohn aus dem Tod ruft. Gott antwortet, indem er Jesus zum Leben ruft.

Gottes kraftvolle Antwort auf das Todesurteil

Ich habe so gern die Stellen im Alten Testament, in denen davon die Rede ist, dass der lebendige Gott sich erhebt und spricht. Mehrmals heißt es dort, dass Gott aufsteht und brüllt – wirklich, er brüllt. Diese Stellen mag ich sehr, weil sie einen starken Kontrast zu der ganzen Sand der Religiosität bilden, die uns umgibt. Wie laues Wasser, kalter Leitwind – so ist das oft. Doch Gott steht auf und brüllt.

Ich finde, am Ostermorgen erhebt sich Gott und brüllt. Dann kommt das Urteil über die Menschen: Jesus sei todschuldig. Doch Gott antwortet mit einem Jubelruf. Er sagt, Jesus habe das Leben verdient. Es ist schlechtes Deutsch zu sagen, Gott spreche so, aber Gott spricht ja gutes Deutsch. Er sagt: „Er hat das Leben verdient, er hat das Leben verdient.“ Und dann ruft er seinen Sohn aus dem Grab.

Meine Freunde, so steht es tatsächlich in der Bibel. Dem Wort ist Todesschuld auferlegt, doch selbst Gott entgegnet: „Das Leben ist verdient.“ Genau so steht es in Philipper 2: Jesus bleibt gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott erhöht und ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist. Er hat das Leben verdient durch sein Sterben am Kreuz.

Gott antwortet dem Schrei des Todesschuldigen mit seinem Wort: Er bekommt das Leben. Damit wischt Gott, der lebendige Gott – ach, ich rede ja nicht von irgendeinem Herrgott, nein, nicht von einem deutschen Stammesgott oder einer Abartung von Botan oder irgendetwas Komischem –, sondern ich rede von dem Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat. Von dem Gott, der die Sonnensysteme und die Welten erschaffen hat, vor denen die Menschen wie nichts sind.

Von diesem Gott, der richten kann, dessen Hand wir sind, der drücken kann, jeden Augenblick. Von dessen Atem wir leben. In der Bibel heißt es: „Du lässt aus deinen Odem die Welt entstehen, du nimmst deinen Odem weg, und sie vergeht.“ Dieser Gott wischt das Urteil der Welt über Jesus vom Tisch und dekretiert für alle Zeiten: Dieser Jesus lebt in Ewigkeit, dieser Jesus regiert in Ewigkeit, dieser Jesus bleibt die Tür zu mir. Es gibt keinen anderen. Dieser Jesus bleibt die Tür zu mir.

Das dekretiert Gott. Es ist eine große Sache, diese Antwort.

Die Herausforderung, sich auf göttliche Tatsachen zu stellen

Gott, als ob alle dummen Geschwistermenschen sagen: Jesus muss weg! Meine Freunde, wir Westdeutschen – oder besser gesagt, wir Deutschen überhaupt, ich glaube auch im Osten – haben in den schwierigen Jahrzehnten, die wir durchleben mussten, eine makabre und schwierige Kunst gelernt. Diese Kunst nennen wir „sich auf den Boden der Tatsachen stellen“.

Ich kannte einen guten Demokraten. Auf einmal hatte er so einen Rettungsring, ein Hakenkreuz hier. Ich schaute ihn erstaunt an, da sagte er: „Lieber Pastor Busch, ich kann gegen den Strom schwimmen, man muss sich auf den Boden der Tatsachen stellen.“ Ich denke an den anderen, der dieses Ding, das Hakenkreuz, trug. Als ich ihn traf, war er im englischen Hauptquartier Hohe Buchen, nicht nach dem Krieg, sondern nach dem Zusammenbruch. Ich schaute ihn erstaunt an und dachte: „Sie legen hier schon Eier, nicht allein.“

„Ja“, sagte Pastor Brüsch, „man muss mit der Zeit gehen, man muss auf dem Boden der Tatsachen stehen.“ Finden Sie nicht, dass wir diese Kunst erstaunlich gut gelernt haben? Erstaunlich, fast verdächtig gut.

Ich denke an einen Mann aus dem Osten, der war natürlich aus der Kirche ausgetreten, denn man muss sich ja auf den Boden der Tatsachen stellen. Nun, eines Tages setzte er sich ab, am besten. Da trat er noch nicht wieder in die Kirche ein, man muss sich ja auf den Boden der Tatsachen stellen.

Früher sagte man männlichen Menschen nach, sie seien Windhänger. Wir nennen das so wundervoll: sich auf den Boden der Tatsachen stellen.

Oh, liebe Freunde, das ist eine gefährliche Kunst. Und ich finde, man steht nicht gerne auf dem Boden der Tatsachen, sondern man läuft japsend hinter der Zeit her, ohne sie richtig einzuholen, nicht wahr? Man schwimmt wie ein Korken auf den Wogen der Zeit auf und ab und verliert dabei sein Gesicht und sein Menschsein.

Meinen Sie nicht, wir sollten es mal wirklich lernen, uns auf den Boden der Tatsachen zu stellen? Nämlich auf den Boden der Tatsache, die der lebendige Gott geschaffen hat. Und diese Tatsache heißt, dass er seinen Sohn für Sünder ans Kreuz gab, dass er ihn von den Toten erweckt hat, dass Jesus lebt und die einzige Tür zum Vater, zum ewigen Leben, zum Himmel und zu allem ist. Dass man völlig schlecht liegt ohne diesen Jesus.

Ich wünsche uns allen, dass wir es lernen, endlich mal uns auf den Boden der Tatsachen zu stellen – dieser von Gott geschaffenen Tatsachen. Und wenn nun einer sagt: „Das ist beleidigend, was der Pastor gesagt hat, ich fühle mich getroffen“, dann kann ich ihm nur sagen: Das war beabsichtigt. Es wird Zeit, dass wir uns auf den Boden der göttlichen Tatsachen stellen.

Das kann ich nur einem Volk sagen, das jede Richtung verliert: Stellen wir uns auf den Boden der von Gott geschaffenen Tatsache, dass Jesus von den Toten auferweckt ist und dass Jesus der Mittelpunkt der Welt ist, um den sich alles dreht. Und dass unser Leben völlig danebenliegt, wenn es sich nicht um diesen Heiland dreht.

Gottes Antwort auf Spott und Zweifel

Ich muss ein zweites Mal sagen: Gott antwortet, Gott antwortet.

Es gab einmal ein kleines Kind, das hier im Gottesdienst seine Mutter fragte: „Warum schimpft der Pastor Wüster oben so schrecklich?“ Das wurde mir dann erzählt, und ich war ganz erschrocken. Liebe Freunde, ich könnte also gelassen über Maikäferplage reden, aber über diese großen Taten Gottes kann man nicht gelassen reden, verstehen Sie? Da kann man nur mit brennendem Herzen sprechen.

Also zweitens: Gott antwortet auf den Spott der Menschen.

Sehen Sie, es gibt viel Spott über Jesus. Vom dämlichsten Grinsen an, das aus den tierischsten Bereichen unseres Menschseins kommt – nicht aus dem Gehirn –, bis hin zu subtilen, geistvollen Spott reicht die ganze Skala. Auf alle Spötter antwortet Gott, indem er seinen Sohn aus dem Grab ruft.

Ich möchte Ihnen das an dem meiner Meinung nach geistvollsten Spott zeigen, der je über Jesus ausgegossen wurde. Das geschah auf Golgatha, als Jesus ans Kreuz genagelt war. Sein sterbender Leib hing an den Nägeln, und da standen die geistvollsten Männer eines klugen Volkes unter dem Kreuz. Sie riefen zu ihm hinauf und ins Volk hinein ihren geistvollen Spott.

Ich will ein paar Sätze daraus zitieren: „Steig herab vom Kreuz, dann wollen wir dir glauben!“ Und dann zum Volk: „Er hat Gott vertraut! Der erlöse ihn nun. Hat er Lust zu ihm, denn er hat gesagt: Ich bin Gottes Sohn!“

Gottes Antwort auf diesen Spott ist, dass er seinen himmlischen Boten schickt, das Grab öffnet und Jesus triumphierend herauskommt. Die ganzen Christengegner fallen in Ohnmacht. Das ist Gottes Antwort.

Lassen Sie mich das nun einmal im Einzelnen ausführen, an dem Spott, der unter Golgatha gesagt wurde. Ich möchte Ihnen zeigen, wie die Auferstehung Jesu die Antwort Gottes auf die Passionsgeschichte ist.

Wie sagen Sie da auf Golgatha: „Steig herab vom Kreuz, dann wollen wir dir glauben!“ Nun hat Jesus das Kreuz und den Tod überwunden. Er steht, der Gekreuzigte, lebendig da, und seine Nägelmale sind Zeugen von seinem Sterben.

Beim Lebendigen ist das Unwahrscheinliche Wirklichkeit geworden, meine Freunde. Nun kann man glauben. Nun vergeben wir uns nichts mehr, wenn wir an ihn glauben.

Ich schreie so auf Golgatha: „Er hat Gott vertraut!“ Meine Freunde, zeigt die Auferstehung Jesu nicht, dass es Wahnsinn ist, sein Vertrauen auf etwas anderes zu setzen als auf den lebendigen Gott, der vom Tode errettet?

Wie sagen Sie dem Spott: „Gott erlöse ihn!“? Hat er Lust zu ihm? Auf den Spott antwortet Gott am Ostermorgen und zeigt, wie er Lust hat zu seinem Sohn, wie Gott Lust hat – ja, wie ein herrliches Zusammenspiel vom Vater und vom Sohn im Triumph über den Tod.

Wie hat Gott Lust zu seinem Sohn! „Das ist mein lieber Sohn, den sollt ihr hören!“ Da brüllen sie auf Golgatha die Spötter: „Er hat gesagt, ich bin Gottes Sohn!“ Da steht ja auch Verstandenes nun erwiesen als Sohn des lebendigen Gottes.

Meine Freunde, nun dürfen wir es fassen, dass in ihm Gott gekommen ist aus der anderen Welt. Nun dürfen wir es fassen, dass in Jesus die Fülle der Gottheit wohnt. Nun dürfen wir es fassen, dass in Jesus mir Gott erreichbar geworden ist, mir Sünder Gott erreichbar geworden ist.

Also eine große Sache, wie Gott auf den Spott der Menschen antwortet: die Auferstehung Jesu, die Antwort Gottes auf alles Spotten der Menschen.

Die Auferstehung als Bestätigung des Kreuzes

Meine Freunde, ich möchte noch ein Wörtchen hinzufügen. Gott antwortet mit der Auferstehung auf den Spott unter dem Kreuz. Das heißt mit anderen Worten: Gott bestätigt durch die Auferstehung das Kreuz Jesu.

Wissen Sie, wie man ein Dokument bestätigt? Indem man ein Siegel darauf setzt. So ist die Auferstehung Gottes Siegel auf das Kreuz von Golgatha. Gott wollte also, dass Jesus am Kreuz hängt. Er wollte, dass Jesus am Kreuz hängt, damit eine Quelle entsteht, an der schmutzige Sünder sich waschen können.

Trauen Sie das nicht? So steht es in der Bibel: ein offener Born gegen alle Unreinigkeit. Gott wollte, dass Jesus stirbt, damit ein Opfer da ist, das mein Gewissen vor Gott versöhnt und alle Religionen beendet. Gott wollte, dass Jesus am Kreuz hängt, damit ein Bürge da ist, der für mich bezahlt, damit ich am jüngsten Tag nicht bezahlen muss.

Wie wollen Sie vor Gericht gehen ohne Jesus? Fürchten Sie sich nicht, denn da ist ein Bürge, der am Kreuz für mich bezahlt hat. Dass Gott Jesus auferweckt hat, zeigt, dass das Kreuz nicht eine Pleite war, sondern Gottes Tat zu meiner Erlösung. Das ist mir so furchtbar wichtig, weil ich es nicht verstehen muss.

In meinem Leben geht es nämlich um Gewissheit. Mir graust es, wie Menschen in allen Dingen Gewissheit haben wollen: was sie verdienen, ob sie gesund sind. Wenn jemand zum Arzt geht, fragt er: „Herr Doktor, was ist das?“ Und der Arzt sagt vielleicht: „Gar nichts“ oder ist vielleicht dumm. Man will Gewissheit haben.

Nur Gott gegenüber leben viele in einer grauenvollen Ungewissheit. Können Sie das? Gott sei Dank hat mir Gott die Möglichkeit genommen, in dieser Ungewissheit zu leben. Ich muss wissen, ob Jesu Kreuz eine Pleite eines Idealisten ist oder mein Heil.

Durch die Auferstehung hat Gott deutlich gemacht, dass Jesus, der am Kreuz starb, das Lamm ist, das die Sünde der Welt wegträgt. Und dass Gott dieses Opfer angenommen hat. Also das gilt für alle Welt, für mich, für mich – Gott sei Dank.

Machen Sie, was Sie wollen, für mich lernen Sie das zu sprechen: Wie ein Dokument gesiegelt wird, so hat die Auferstehung Jesu das Kreuz bestätigt – also das Heil der Welt.

Gottes tröstende Antwort auf Angst und Trauer der Jünger

Lassen Sie mich noch kurz ein letztes sagen: Gott gibt Antwort, Gott gibt Antwort. Er gibt Antwort auf das Urteil der Menschen, er gibt Antwort auf den Spott der Menschen und er gibt Antwort auf den Jammer, auf die Furcht und die Tränen der Jünger.

Sehen Sie, in der Leidensgeschichte Jesu kommen viel Furcht, Tränen und Jammer der Jünger Jesu vor. Und zu allen Zeiten gibt es Furcht, Tränen und Jammer bei denen, die Jesus lieb haben – auch bei anderen, aber für die habe ich keinen Trost, nicht? In der Welt gibt es keinen Trost, sie geht nur in die Nacht.

Es gibt viel Furcht, Tränen und Jammer bei denen, die Jesus lieb haben. Da waren die Jünger. Es fängt an im Garten Gethsemane: Da verließen ihn alle und flohen aus Angst. Sie lauten nicht, dass die Absätze blühen, und später heißt es, sie saßen in der verschlossenen Tür aus Furcht.

Ach, wie viel Furcht ist in unserem Leben! Wie viel Furcht ist in unserem Leben! Furcht vor Ereignissen, Furcht vor dem Tod, Furcht vor dem Leben, Furcht vor uns selbst, Furcht vor Menschen! Und Gott sieht diese Furcht der Jünger und antwortet durch die Auferstehung seines Sohnes.

Da stellt er seinen Sohn lebendig hin und sagt: Ihr erschrockenen Jünger, hier ist euer Heiland! Die Gemeinde Jesu bietet keinen großartigen Anblick, diese furchtgepeitschte, arme, kleine Gemeinde. Aber Gott liebt sie, er gibt ihr seinen Sohn lebendig und sagt: Seht diesen Herrn an! Er wirft die Christknechte um wie Bleisoldaten, er zerreißt das Urteil des Todesbruchteils des Pilatus, macht die Mächte der Welt lächerlich. Vertraut euch diesem Herrn an, und alle Furcht ist vorbei.

Meine Freunde, lesen Sie die Ostergeschichte, wie aus der Furcht der Jünger ein Lachen der Jünger wird – ein Lachen! Und dieses Lachen müsste man in der Gemeinde Jesu Christi hören. Es gibt Osterausflüge, Ostereier und Osterstraßen, die verstopft sind, was Osterlangeweile und Ostermittagsleben bedeutet. Ich wünsche uns ein Osterlachen, ein Freuen, dass diesen armen Jüngern Jesu, zu denen ich mich rechne, so ein starker Heiland geschenkt ist – als Antwort Gottes auf unsere Furcht.

Aber es gab nicht nur Furcht, es gab Tränen. In der Leidensgeschichte kommen Tränen vor, Männertränen, seltener waren sie. Und Petrus ging hinaus und weinte bitterlich. Worüber weint er? Über sich selbst, weil er seinen Heiland verleugnet hat.

Und diese Tränen über sein eigenes Herz und seine eigene Sünde wird es geben, solange Christen im Licht Gottes wandeln und sich selbst erkennen. Solange Christen im Licht Gottes wandeln, wird es Tränen über sich selbst geben. Und Gott zieht die Tränen des Petrus an und antwortet durch die Auferstehung seines Sohnes.

Und meine Freunde, Tränen über sich selbst – das wird es immer geben, und Gott liebt solche Tränen. Das heißt, man liest in den Psalmen, dass er sie in einem Krug zählt – ein wundervolles Bild. Und dann antwortet er diesen Tränen, indem er seinen Sohn aus dem Grab ruft und sagt: Sieh, da ist dein Heiland! Dein Heiland, der busfertige Sünde annimmt, dein Heiland, der den Schuldschirm weggetragen hat, dein Heiland, dessen Nägelmale verkündigen, dass um ihn Gnade, Gnade, Gnade ist, dein Heiland, der dich, Petrus, jetzt gerade und dort braucht in seinem Dienst – wundervolle Antwort Gottes.

Schlussgebet der Anbetung und des Dankes

Lassen wir uns beten. Ach, Herr, wir wollen jetzt nicht nur beten, sondern anbeten. Du bist die lebendige Antwort Gottes auf alles, was Menschen sagen: auf unsere Not, auf unsere Tränen, auf unsere Dummheit, auf unseren Unglauben und auf unsere Sünde.

Herr Jesus, du bist Gottes Antwort! Gib uns ein echtes Gewissen, das diese Antwort hören kann. Amen.