
Podcast: Cannabislegalsierung
Herzlich willkommen bei Deep Talk! Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit dir Gott besser kennenzulernen. Durch Predigten und Interviews möchten wir uns von ihm immer mehr verändern lassen und ein Leben führen, das sich lohnt – ein Leben zur Ehre Gottes.
Unser Anliegen ist es, mit dir über Themen zu sprechen, die tiefer gehen. Es geht also nicht um Small Talk, sondern um Deep Talk.
Sei dabei und lass dich herausfordern!
Einführung in das Thema und Gesprächspartner
Hi, schön, dass du heute wieder eingeschaltet hast. Wir haben heute eine neue Folge von Frag' den Kotsch. Natürlich bin ich nicht alleine im Studio, sondern auch Michael Kotsch ist hier. Schön, dass du heute wieder dabei bist.
Ja, freut mich auch. Wie ihr mittlerweile gesehen habt, bin ich nicht alleine von Deep Talk hier, sondern auch Benjamin ist heute mit am Start.
Genau, Benny ist heute auch dabei und macht das zum ersten Mal. Freut mich sehr, dass du dabei bist, und ich bin sehr gespannt, wie die Folge wird.
Ja, bin ich auch. Sehr gut.
Überblick über die Cannabis-Legalisierung und ihre Bedeutung
Wir haben heute ein sehr spannendes Thema mitgebracht, und zwar geht es um die Cannabis-Legalisierung. Genauer gesagt, nicht nur um die Legalisierung an sich. Die ist ja, wie die meisten wahrscheinlich wissen, seit dem 1. April 2024 in Kraft. Seit diesem Jahr ist es legal, Cannabis zu konsumieren – zwar mit einigen Auflagen, aber grundsätzlich ist es für Personen über 18 Jahren erlaubt.
Für Christen stellt sich dabei natürlich die Frage: Ist es für mich in Ordnung, Cannabis zu konsumieren? Oder ist es nicht in Ordnung? Warum das eine, warum das andere? Welche Folgen kann der Konsum haben? Um hier etwas Aufklärung zu schaffen, machen wir diese Folge.
Vielleicht kannst du erst einmal erklären, was Cannabis eigentlich ist.
Cannabis ist eine Pflanze, die man anbaut. Es gibt im Internet Anleitungen, wie man sie sogar zuhause ziehen kann – zum Beispiel im Gewächshaus. Ich möchte niemanden dazu verleiten, das jetzt auch noch zu machen, aber solche Anleitungen existieren. Nach der Ernte wird die Pflanze getrocknet und kann dann auf verschiedene Arten konsumiert werden.
Man kann Cannabis zum Beispiel rauchen. Es lässt sich aber auch in Kuchen oder Plätzchen backen, einfach so essen oder in Pulver- beziehungsweise Tablettenform zu sich nehmen. Manche Wirkstoffe aus Cannabis werden extrahiert und dann in Tablettenform verkauft, sodass man sie einnehmen kann.
Cannabis hat also verschiedene Gebrauchsmöglichkeiten. Zum einen wird es als Genussmittel genutzt, um eine gewisse Entspannung oder ein Rauschgefühl zu erleben. Zum anderen wird es im medizinischen Bereich eingesetzt – zum Beispiel zur Entspannung, zur Muskelentspannung, als Schmerzmittel und Ähnliches.
Bei Tourette wird Cannabis mittlerweile auch verschrieben, obwohl das schon länger so ist. Gerade weil es entspannend wirken soll, wird es dort eingesetzt. Das Tourette-Syndrom ist eine seltsame Erkrankung, auch wenn man nicht genau weiß, wie es genau funktioniert. Für diejenigen, die nicht Bescheid wissen: Menschen mit Tourette müssen manchmal plötzlich jemanden antippen oder sagen aus dem Zusammenhang gerissene, komische Worte. Das ist für sie selbst oft peinlich und auch für andere unangenehm.
Es gibt keine richtige Therapie, die immer hilft, aber manche Betroffene sagen, dass Cannabis eine entspannende Wirkung hat. Dadurch können sie etwas mehr Kontrolle über ihr Verhalten gewinnen.
Cannabis wird auch bei einigen anderen Erkrankungen eingesetzt. Dafür wurde es schon in der Vergangenheit verschrieben und in Apotheken ausgegeben.
Das Neue ist jetzt, dass jeder in einer bestimmten Menge Cannabis konsumieren darf, wenn er oder sie möchte. Hier steht also mehr der Aspekt des Genusses und des „Spaßhabens“ im Mittelpunkt, weniger der medizinische Nutzen. Denn dieser war ja in der Vergangenheit bereits möglich, wenn es verschrieben wurde.
Chancen und Risiken des Cannabiskonsums
Genau, das hört sich erst einmal eigentlich gar nicht so schlecht an, muss man sagen. Wenn man sagt, es hat gesundheitliche beziehungsweise medizinische Vorteile, weswegen es auch verschrieben wird, klingt das zunächst positiv. Es kann als Genussmittel benutzt werden und so weiter. Das hört sich vielleicht erst einmal gut an und ist auch deutlich weniger gefährlich als manche anderen Genussmittel oder Drogen.
Man spricht ja von Cannabis schon als Droge, allerdings als weiche Droge. Das heißt, es ist eine Droge, die den Menschen nicht total kaputtmacht oder zum Absturz bringt und nicht sofort ein starkes Suchtverhalten auslöst. Wobei gewisse Süchte auch durch Cannabis entstehen können. Aber bei Cannabis sagt man, dass das Suchtpotenzial relativ gering ist. Deshalb konsumieren viele Leute es auch leichter und mit dem Gefühl, schneller aufhören zu können. Allerdings ist das nicht bei jedem der Fall.
Die Wirkungen sind deutlich schwächer, als wenn man zum Beispiel Heroin, LSD oder Crack nimmt. Diese Substanzen sind viel radikaler und schädigen den Körper deutlich mehr. Man kann sich das wie eine Art Stufenleiter vorstellen: Es gibt gewisse Schädigungen und Probleme durch Cannabis, aber es gibt noch viel schlimmere Substanzen.
In der Argumentation ist es natürlich nicht unbedingt hilfreich zu sagen: Weil es weniger schlimm ist, soll es erlaubt sein. Das wäre so, als würde man sagen: Wenn ich dir eine Ohrfeige gebe, ist das ja nicht so schlimm, andere schlagen dir die Zähne raus, also ist meine Ohrfeige in Ordnung. Das ist keine gute Rechtfertigung. Weniger radikal bedeutet nicht unbedingt besser.
Sind dir schon mal Leute begegnet, die Cannabis konsumieren? Persönlich bin ich bisher niemandem begegnet, zumindest nicht, dass ich wüsste. Aber ich habe tatsächlich schon im Internet mit Leuten geschrieben, die bezüglich der Legalisierung von Cannabis sagten, dass sie hin und wieder Cannabis rauchen und das für sie völlig in Ordnung und normal sei. Solche Leute gibt es also auch, sogar auf explizit christlicher Seite, die Cannabis konsumiert haben, bevor es staatlich legitimiert wurde.
Ich erinnere mich zum Beispiel an eine Studienreise, die ich gemacht habe. Wir waren unter anderem in den Niederlanden, in Dordrecht und Amsterdam. Dort sind wir durch die Stadt gegangen, und ich habe etwas über die Kirchengeschichte erzählt. Dabei fiel auf, dass es in vielen Geschäften Cannabisprodukte gab, weil Cannabis dort schon lange legal war – während es in Deutschland noch verboten war.
Nicht nur zum Rauchen, sondern auch andere Produkte. Ich erinnere mich an ein ganzes Geschäft, das voll war mit allem Möglichen für den Konsum von Cannabis. Dort konnte man Getränke mit Cannabis kaufen oder Kekse, in denen Cannabis enthalten war. Meistens handelte es sich um die Pflanze Cannabis mit den gezackten, länglichen Blättern, die wie eine Hand aussehen. Diese Blätter waren überall auf den Produkten abgebildet, oft in Grün, was dann noch ökologisch und umweltfreundlich wirkte.
Von den Leuten, die mit mir unterwegs waren, glaube ich, hat niemand etwas gekauft – zumindest nicht, soweit ich weiß. Ich war aber schon drin und habe mir angeschaut, was es alles gibt. Ich fand das interessant, und es schien eine ganz eigene Szene zu sein, auch von Leuten, die Cannabis konsumieren.
Es gibt meiner Meinung nach eine Szene von Menschen, die eher ökologisch und esoterisch orientiert sind, aber auch ganz normale Leute. Häufig sind es junge Menschen, habe ich den Eindruck, die so etwas kennenlernen wollen. Manche sagen, Cannabis bewirkt eine Bewusstseinserweiterung, man sieht die Welt anders, sieht sich selbst anders und wird ruhiger.
Manchen müssen wir auch zugestehen, dass sie sich durch den Konsum tatsächlich entspannter und ruhiger fühlen.
Medizinische Aspekte und Nebenwirkungen von Cannabis
Im Endeffekt, also woran ich vorhin schon dachte, als du das mit dem medizinischen Aspekt erwähnt hast, dass Cannabis immer wieder in der Medizin genutzt wird, habe ich direkt daran gedacht: Bei vielen anderen Medikamenten ist das ja auch so. Medikamente haben häufig eine sehr positive Wirkung, deswegen nimmt man sie ja auch. Es ist ja logisch, dass sie gut wirken. Gleichzeitig bekommt man aber immer einen Beipackzettel, auf dem unzählige Nebenwirkungen aufgeführt sind. Genauso verhält es sich auch mit Cannabis.
Vielleicht können wir ein bisschen darauf eingehen, welche Nebenwirkungen Cannabis haben kann und welche realistischen Gefahren es für den Konsumenten birgt.
Ich bin jetzt zwar kein Mediziner, sondern eher jemand, der sich umhört und liest. Ich hatte auch mit Leuten zu tun, die immer wieder Cannabis konsumiert haben. Wenn ich das Revue passieren lasse, was ich von vielen Leuten gelesen habe, auch von Fachleuten wie Medizinern, aus Untersuchungen und Studien, ist das ziemlich eindeutig: Erstens wird auf eine gewisse Suchtgefahr hingewiesen. Diese ist zwar nicht so stark wie bei manchen anderen Suchtmitteln, das stimmt wohl. Das heißt, man kann leichter aussteigen als bei anderen. Trotzdem fällt es Leuten, die damit angefangen haben, sehr schwer. Sie gewöhnen sich an den Effekt, an diese Entspannung. Sie fühlen sich unruhig, wenn sie das Cannabis nicht nehmen. Wenn dann noch Gruppendruck hinzukommt – du bist in einer Gruppe, in der andere das auch tun, nur deine Freunde machen das, du tauschst dich aus – dann wird das natürlich noch verstärkt.
So ein Suchteffekt, wenn man sich dazu gezwungen fühlt, ist generell problematisch – psychisch und auch medizinisch.
Ich erinnere mich auch an einen Bibelschüler, den wir an der Bibelschule hatten. Er hatte in seiner Jugend eine Zeit lang Cannabis konsumiert, war damals noch nicht gläubig. Seitdem hat er immer wieder Blackouts. Das heißt, auch nachdem er aufgehört hat – er hat das nur kurze Zeit gemacht – hat er regelmäßig solche Blackouts, bei denen er plötzlich nicht mehr weiß, wo er gerade war oder was los war. Er hat auch Konzentrationsprobleme. Wenn ich dann in Studien nachlese, zeigt sich, dass das nicht jedem passiert, aber auffällig häufig vorkommt. Besonders bei jugendlichen Konsumenten. Deshalb ist es ja im Gesetz auch so geregelt, dass Jugendlichen Cannabis nicht pauschal erlaubt wird.
Wobei es natürlich naheliegend ist, dass Jugendliche bisher schon Alkohol trinken konnten, obwohl das auch gewissermaßen verboten war. Wenn Cannabis einmal erlaubt ist, werden gerade Jugendliche unter 18 es ebenfalls konsumieren. Man kann das gar nicht mehr wirklich verbieten. Wer kontrolliert schon beim Verkauf den Ausweis? Und wenn, dann kauft eben dein Freund, der 18 ist, das und gibt es dir weiter. Das ist also eine Illusion.
Gerade im Jugendalter, wenn das Gehirn und der Mensch noch in der Entwicklung sind, kann selbst relativ kurzer Konsum einschneidende Folgen haben.
Ich habe bisher noch niemanden kennengelernt, aber in der Literatur wird immer wieder darauf hingewiesen, dass Menschen auch Psychosen bekommen können. Das heißt, plötzlich treten Angstzustände auf oder sie sehen Dinge, die es gar nicht gibt. Das kann schon nach mehreren Monaten Cannabis-Konsum passieren. Das muss nicht einmal sehr lange sein. Das ist sehr tragisch, weil solche psychischen Erkrankungen möglicherweise ein Leben lang bestehen bleiben.
Ich weiß nicht mehr genau, wie die zuständige Institution heißt, aber ich nenne sie jetzt einfach mal die Bundessuchthilfe, die sich speziell mit Suchthilfe beschäftigt. Die hat extra eine Seite über Cannabis, und ich habe mich dort mal ein bisschen umgeschaut. Genau das wird dort auch beschrieben. Es wird vor den Folgen von Cannabis gewarnt. Man kann das nicht pauschalisieren und sagen, jeder, der Cannabis konsumiert, leidet darunter. Aber psychische Krankheiten treten später relativ häufig auf.
Häufig wird Cannabis, wenn es geraucht wird, mit Tabak vermischt, um die Wirkung zu verstärken. Dadurch kommen natürlich auch die negativen Folgen von Tabak hinzu. Besonders der Kreislauf und ganz besonders die Hirnentwicklung werden dadurch stark beeinträchtigt. Deshalb sollten zum Beispiel Schwangere Cannabis nicht konsumieren, da das Ungeborene im Mutterleib noch viel entwickelt.
Ich glaube auch, dass der Suchtfaktor unterschätzt wird. Viele denken, sie können jederzeit wieder aufhören. Bei einigen Leuten, die ich kenne, ist es aber so, dass sie über Jahre hinweg konsumieren und nicht aufhören können. Sie probieren es eine Zeit lang, aber irgendwann zieht es sie doch wieder dahin. Was am Anfang nur ein gelegentlicher Konsum war, wird zu einer jahrelangen Gewohnheit und schließlich zu einer Sucht, von der man nicht so leicht loskommt. Man braucht das psychisch, seelisch und körperlich. Auch wenn das nicht so schlimm ist wie bei Heroin, nimmt es einen trotzdem gefangen.
Vor allem vermindert Cannabis bei jedem Konsum das Konzentrationsvermögen. Das hatte ich gerade noch vergessen zu erwähnen. Es beeinträchtigt auch das logische Denken und die Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen. Die Gehirnleistung wird dadurch stark eingeschränkt – mit jedem Konsum ein bisschen mehr.
Soweit ich weiß, ist es nach wie vor nicht erlaubt, nach Cannabiskonsum Maschinen zu bedienen, Fahrzeuge zu fahren oder wichtige Entscheidungen zu treffen. Deshalb sagen manche Betriebe: Selbst wenn Cannabis staatlich erlaubt ist, darfst du bei uns nicht arbeiten, wenn du vorher Cannabis konsumiert hast. Das liegt an den Einschränkungen der konzentrationsfähigen Reaktionsfähigkeit.
Der Betroffene merkt das aber oft nicht. Er meint, er sei fit und munter. Von außen lässt sich jedoch deutlich messen, dass das nicht der Fall ist. Der ADAC hat vor einigen Jahren eine Untersuchung durchgeführt und festgestellt, dass auffällig mehr Unfälle passieren, wenn jemand Cannabis konsumiert hat. Man meint, man sei frisch, aber die Reaktionen sind langsamer, man übersieht Dinge oder sieht sogar Sachen, die es gar nicht gibt. Das kann zu Unfällen führen.
Das sind medizinische Auswirkungen, die jemand, der zuhause im Schaukelstuhl sitzt oder im Garten konsumiert, nicht direkt merkt. Solche Informationen liest er oft auch nicht. Er hat dann den Eindruck, das macht ihm nichts aus, aber es gibt durchaus nicht unbedeutende Folgen.
Soweit mir bekannt ist, führt Cannabis nicht direkt zum Tod, wie es bei manchen anderen Drogen der Fall ist. Es schädigt den Körper auch nicht so stark wie zum Beispiel Crack. Bei Crack kann man innerhalb weniger Jahre körperlich zerfallen, die Zähne fallen aus, es entstehen Geschwüre und so weiter. So schlimm ist das bei Cannabis nicht.
Suchttherapeuten sagen aber auch, dass Cannabis für viele eine Einstiegsdroge ist. Sie sagen: „Jetzt fange ich damit an, ich fühle mich gut, und dann probiere ich mal etwas anderes aus.“ Man hat ja vorher nichts gemacht, also nimmt man etwas Stärkeres. Viele, die harte Drogen nehmen, haben mit Cannabis angefangen. Nicht jeder, der Cannabis konsumiert, greift zu harten Drogen, aber umgekehrt haben viele, die harte Drogen nehmen, zuvor Cannabis konsumiert. Das ist ein Weg, der oft über Cannabis zu den schlimmeren Drogen führt. Und von diesen schlimmeren Drogen kommt man dann noch viel schwerer wieder los.
Vergleich der Risiken und Folgen von Cannabis
Genau, ich finde, man kann das gut vergleichen mit dem Autofahren. Wenn man auf der Autobahn richtig rast, bringt einen das nicht um. Was gefährlich ist, ist das abrupte Abstoppen.
Genauso ist es mit den Folgen von Cannabis. Der Konsum an sich bringt einen vielleicht nicht um, aber die indirekten Folgen können sehr, sehr tragisch sein.
Solche Überlegungen sollte jeder Mensch anstellen, besonders wenn man Cannabis nur als Genussmittel nimmt und nicht aus medizinischer Notwendigkeit. Wenn man krank ist und der Arzt Cannabis als Medikament verschreibt, ist das etwas anderes.
Wenn man es jedoch nicht muss, sondern nur will, sollte man sich fragen: Was sind die Kosten, was der Nutzen? Das gilt auch für Christen.
Als Christ stellt man sich nicht nur die Frage aus gesundheitlicher Sicht, sondern berücksichtigt auch andere Prinzipien, die für den Glauben wichtig sind. Es geht also nicht nur darum, ob Cannabis gesundheitlich gut oder schlecht ist, sondern auch um die geistlichen und ethischen Aspekte.
Unterschiedliche Cannabisprodukte und deren Bedeutung
Dazu hätte ich zum Beispiel auch noch eine Frage: Es gibt ja unterschiedliche Cannabisprodukte. Man kann ja Cannabis rauchen, aber was ich zum Beispiel auch schon gesehen habe, sind Energy Drinks mit Cannabis-Geschmack oder Pizza mit Cannabis-Aroma oder Ähnlichem darauf.
Das ist ja dann wahrscheinlich noch etwas anderes, oder?
Ja, manchmal ist das bloß so ein Unternehmen, das auf der Modewelle reitet. Wenn man sich mal ganz genau das Inhaltsverzeichnis anschaut, sieht man manchmal 0,0 Prozent oder so. Oder manchmal ist nur der Geschmack nachgeahmt, aber es ist gar kein Wirkstoff aus Cannabis drin.
Wenn doch, dann muss man genau nachschauen. Es gibt auch Energydrinks, die tatsächlich Cannabis-Extrakt enthalten. Da muss man dann überlegen, wie viel man konsumiert und welche Auswirkungen das auf die Konzentrationsfähigkeit hat.
Aber eben, manche benutzen das einfach bloß als Mode-Gag. Im Moment ist Cannabis in bestimmten Szenen total in Mode – besonders in esoterischen oder ökologischen Kreisen. Im Internet findest du massenhaft Angebote, was du alles machen und kaufen kannst.
Da springen manche einfach drauf an. In Wirklichkeit ist da aber fast nichts drin oder es schmeckt nur ein bisschen danach. Das darf man nicht zu ernst nehmen.
Ich würde auch sagen, man muss nicht unbedingt solche Produkte speziell kaufen, nur damit man mit der Dose rumlaufen und zeigen kann: „Seht her, ich habe auch mal Cannabis.“ So sind manchmal kleine Jungs, die sagen: „Siehst du, ich habe auch mal geraucht, ich habe das jetzt auch.“
Das muss man nicht unbedingt machen. Aber man darf es auch nicht zu wild nehmen, weil in manchen Sachen so wenig drin ist, dass es nur toll aussehen soll.
Biblische Perspektive auf Cannabis und Suchtmittel
Vielleicht ist es jetzt sehr interessant, vom gesundheitlich-sozialen Aspekt auf den wirklich biblischen Aspekt überzugehen. Also auf das, was für uns als Christen im Endeffekt wirklich interessant ist. Was sagt die Bibel über Cannabis? Oder sagt die Bibel überhaupt etwas über Cannabis?
Ja, hier würden manche Leute wahrscheinlich zu Recht sagen, dass die Bibel gar nichts über Cannabis sagt. Und das stimmt auch, denn soweit mir bekannt ist, kommt der Begriff in der Bibel gar nicht vor. Ich glaube auch, dass in der biblischen Umwelt Cannabis nicht konsumiert wurde. Das heißt aber nicht unbedingt, dass die Bibel prinzipiell nichts darüber sagt.
Man kann es auch so sehen: Über das Autofahren sagt die Bibel nichts, über den Gebrauch von Computern auch nicht, und über Raumfahrt ebenfalls nicht. Das stimmt, weil diese Technologien damals nicht existierten. So sind auch Verhaltensweisen, die sich verändert haben, in der Bibel nicht direkt erwähnt.
Als Christen machen wir es aber so, dass wir prinzipielle Überzeugungen, die in der Bibel stehen oder für etwas Ähnliches gelten, auf neue Situationen übertragen. Zum Beispiel auf Cannabis.
Am naheliegendsten ist es, zu schauen, ob es in der Bibel andere Suchtmittel oder Genussmittel gibt, die erwähnt werden, und ob es Prinzipien gibt, wie wir damit umgehen sollen.
Wir suchen also nicht in der Bibel nach Begriffen wie LSD, Crack oder Heroin – die kommen dort nicht vor. Aber wir finden Aussagen darüber, wie wir mit Suchtmitteln umgehen sollen und wie sehr sie uns gefangen nehmen und kaputt machen können.
Eines der Hauptprobleme bei Sucht ist, dass man gefangen wird und nicht mehr frei ist. Etwas anderes beeinflusst und steuert einen sehr stark und macht unfrei. Das steht grundsätzlich gegen das, was Jesus in seinem Leben tun will. Er will uns befreien und nicht in neue Gebundenheiten bringen.
Wenn wir dann im Neuen Testament mehrfach die Aufforderung lesen, nüchtern zu sein, ist das ein wichtiger Hinweis. Nüchtern sein heißt nicht nur, keine Rauschmittel zu konsumieren, sondern bei klarem Verstand zu sein. Man soll Dinge gut beurteilen können, sich nicht von Emotionalität oder Suchtmitteln mitreißen lassen.
Das bedeutet: Wenn dich etwas unnüchtern macht – also wenn es deine Gedanken zu stark beansprucht, dich bindet oder deine Meinungsbildung und Reaktionsweise beeinflusst – dann ist Vorsicht geboten. Das kann dich dazu verleiten, Dinge zu tun oder zu sagen, die du bei klarem Verstand vielleicht nicht tun würdest.
Ein häufiger Fehler, den Christen machen, ist, Entscheidungen immer am Limit zu treffen. Sie versuchen, bis einen Millimeter vor der Grenze zu gehen und das Maximum auszunutzen.
Das ist ein Fehler, denn als Christen sind wir nicht dazu aufgerufen, die Freiheit bis zum Äußersten auszunutzen. Zum Beispiel beim Alkoholkonsum: Es geht nicht darum, so viel Alkohol zu trinken, dass man gerade noch zurechnungsfähig ist. Das ist nicht die Herausforderung, die Gott uns stellt.
Vielmehr sollen wir als Christen frei sein und stets danach streben, Christus wohlgefällig zu leben. Manchmal bedeutet das, lieber einen größeren Bogen zu machen, um nicht in Gefahr zu geraten, einen Schritt zu weit zu gehen.
Also lieber etwas weniger Alkohol trinken als einmal zu viel. Denn zu wenig wird dir nie schaden oder etwas ausmachen. Wenn du zu viel trinkst, können manche Menschen gewalttätig werden, Unfälle verursachen oder sich körperlich schaden. Und viele merken nicht, wenn sie zu weit gehen.
Deshalb ist es wahrscheinlich sinnvoll, vorsichtiger zu sein.
Das, was du vorhin angesprochen hast – das Fahren am Limit – finde ich in der Bibel oft wieder. Wir sind oft aufgefordert, auf Dinge zu verzichten, die nicht unbedingt total falsch sind.
Paulus sagt zum Beispiel: "Ich darf alles, aber mir tut nicht alles gut." (1. Korinther 6,12) Es geht also mehr darum zu fragen, ob etwas meinem geistlichen Wachstum dient.
Das Ziel eines Christen sollte nicht sein: "Darf ich das gerade noch tun?" Sondern: "Dient mir das geistlich? Verherrlicht das Gott?"
Das ist eine ganz andere Sichtweise.
Wenn Christen sich fragen, wie weit sie gehen dürfen – etwa bei Fernsehen, Kleidung oder Verhalten – ist es besser, vorsichtiger zu sein, als die Grenze auszutesten.
Hinter dem Versuch, am Limit zu leben, steckt oft die falsche Motivation, dass Gott es schlecht mit uns meint und uns alles verbieten will. Deshalb will man so viel wie möglich von der Welt haben, ohne das Heil zu verlieren.
Die Bibel macht aber klar: Das ist eine falsche Haltung. Gott hat uns freigemacht, nicht um uns in neue Bindungen zu führen, sondern um frei zu sein.
Viele Menschen, die Gott nicht kennen, suchen ihre Erfüllung in Dingen, die Gott überwunden hat.
Wenn wir nun konkret einen Studenten betrachten, der in Studienkreisen mit dem Thema Cannabis-Legalisierung konfrontiert wird, und der Christ ist, stellt sich die Frage: Sollte er es ausprobieren oder lieber ganz darauf verzichten?
Meine Antwort wäre: Warum solltest du es tun? Wo ist der positive Punkt?
Nur weil es gerade in Mode ist oder andere es tun, ist das kein Grund, es auszuprobieren.
Man kann auch andere Dinge ausprobieren, die gefährlich sind, zum Beispiel aus dem dritten Stock springen. Manche haben Glück, andere nicht.
Die Frage ist: Warum solltest du das machen? Nur wegen eines guten Gefühls oder weil deine Freunde es tun?
Das sollte für einen Christen nicht die Hauptmotivation sein.
Es gibt ein Sprichwort: "Das Gute ist der Feind des Besten." Selbst Dinge, die gut sind und sich gut anfühlen, können uns davon abhalten, dem Wichtigsten nachzugehen, was Jesus von uns will.
Der Student, der Cannabis ausprobiert hat, könnte langfristig Konzentrationsprobleme und Denkausfälle bekommen. War das den Preis wert? Hat es sein Leben verbessert oder Gott verherrlicht?
Wie groß ist das Risiko? Wie groß ist der geistliche Gewinn?
Niemand muss Cannabis konsumieren. Es ist eine freie Entscheidung.
Die Frage ist eher: Dient es deinem geistlichen Leben oder besteht die Gefahr, dass es dir schadet und dich von geistlichen Dingen abhält?
Freiheit in Christus und der Umgang mit Genussmitteln
Ich habe vorhin noch eine Bibelstelle aufgeschlagen, um das zu untermauern, was du gesagt hast über die Freiheit, die wir in Christus haben. Ich habe Galater 5 aufgeschlagen, und zwar den ersten Vers: „Für die Freiheit hat Christus uns frei gemacht.“
Das klingt erst einmal so, als hätten wir die Freiheit. Wir sind freigemacht von allen Gesetzen. Theoretisch müssen wir uns, um gerettet zu werden, an keine Gesetze halten, sage ich jetzt mal. Aber dann steht in Vers 13: „Denn ihr seid zur Freiheit berufen worden, Brüder; nur gebraucht die Freiheit nicht als Anlass für das Fleisch.“
Das zeigt im Endeffekt genau das: Nur weil wir frei sind, sollen wir die Freiheit nicht nutzen, um dem Fleisch nachzugeben – also dem eigenen Wollen, dem, wonach der Körper vielleicht verlangt. Genau das ist damit gemeint.
Jetzt könnte ein Christ sagen: „Der Ungläubige ist gebunden, der kann das so nicht. Aber ich bin durch Jesus freigemacht, also mache ich genau das, was der Ungläubige auch tut.“
Mit „Fleisch“ meint Paulus den Menschen von seiner Natur her, also ohne Gottesliebe, das heißt die Lust, die den Menschen antreibt. Manchmal hat man Lust, etwas zu tun, weil es ein gutes Gefühl verspricht. Bei manchen ist das zum Beispiel der Drang, Cannabis, Alkohol oder andere Drogen zu konsumieren. Dann macht man das so wie alle anderen Ungläubigen. In Wirklichkeit ist das aber Missbrauch.
Gott hat uns ja freigemacht, nicht damit wir all das tun, was ein Ungläubiger auch tut, sondern damit wir unser Leben so führen, dass Gott dadurch verherrlicht wird. Wir sollen Zeit und Energie dafür einsetzen, und das ist dann etwas ganz anderes.
Die Freiheit ist also keine absolute Freiheit, bei der Gott sagt: „Mach jetzt, was du willst.“ Sondern Gott macht uns frei von der Bindung der Sünde und der Lust, damit wir stärker das tun, wofür er uns eigentlich vorgesehen hat.
Ich habe vor Kurzem mit einem Freund darüber gesprochen. Er meinte, diese Freiheit, die da beschrieben wird, ist im Endeffekt viel mehr eine Freiheit von der Sünde. Wir sind freigemacht, nicht mehr der Sünde gehorchen zu müssen. Das heißt, wir haben jetzt die Freiheit, Gott wohlgefällig zu leben, endlich so zu leben, wie es eigentlich sein sollte.
Von daher macht es auch keinen Sinn, zu dem zurückzugehen, woraus Gott dich eigentlich befreien wollte.
Das wäre so, als wäre jemand aus dem Gefängnis frei. Gott hat dich herausgebracht, und dann sagst du: „Meine Kumpels waren aber so treu, jetzt will ich doch wieder zurück.“ Aber als Freier freiwillig zurück in die Zelle zu gehen, macht keinen Sinn.
Deshalb, wenn Gott uns davon freigemacht hat, dass wir allein durch Lust, Trends oder Mode gesteuert werden, dann sollten wir diese Freiheit nutzen, um uns von den Maßstäben Gottes prägen zu lassen. Diese sollen unseren Alltag immer stärker bestimmen.
Vergleich von Cannabis und Alkohol aus biblischer Sicht
Vielleicht können wir jetzt schon den Schwenk zum Alkohol machen, um Alkohol vergleichsweise dazuziehen und zu erklären, wie in der Bibel Alkohol das am häufigsten erwähnte Suchtmittel ist, das zugleich auch als Genussmittel gilt.
Wir müssen klar sehen, dass Alkohol wahrscheinlich zu allen biblischen Zeiten konsumiert wurde – und zwar regelmäßig und legitim. Bereits relativ am Anfang wird Alkohol erwähnt, nämlich bei Noah. Er hat Wein angebaut, davon zu viel getrunken und war dann betrunken in seinem Zelt. Das ist eine ganz üble Geschichte, weil er das nicht richtig eingeordnet hat.
Auch sonst sehen wir manchmal schon im Alten Testament, dass Menschen Wein – das war das überwiegende alkoholische Getränk – missbraucht haben. Auf der anderen Seite sehen wir aber auch, dass Wein ganz häufig zum normalen Essen dazugehörte, in geringer Menge. Häufig wurde er sogar mit Wasser verdünnt. Das heißt, man hat den Wein nicht pur getrunken, sondern mit Wasser gemischt, zum Beispiel auch beim Passamahl. Dieses Passamahl feiern Juden bis heute. Dabei gibt es einen Weinkelch, der herumgereicht wird. Das ist das Vorbild, das wir im Abendmahl übernommen haben, wo ebenfalls Wein herumgereicht wird. Dabei hat sich niemand betrunken, sondern man hat den Wein als normales Getränk konsumiert.
Ein weiterer Vorteil war, dass der Wein desinfizierend wirkte, weil Alkohol enthalten war. So gab es keine Gefahr der Ansteckung mit Krankheitskeimen. Das war relativ weit verbreitet. An verschiedenen Stellen lesen wir auch, dass Jesus Wein getrunken hat. Das war kein überflüssiges Mittel, sondern ein Nahrungsmittel. Doch dieses Nahrungsmittel wurde damals schon von vielen Leuten missbraucht, weil es nicht nur darum ging, etwas zu trinken, sondern sich daran zu berauschen.
Hier macht die Bibel, glaube ich, den großen Unterschied. Gegen den reinen Konsum wird in der Bibel relativ wenig gesagt, dass man es gar nicht darf. Man kann auch ohne Alkohol leben, das ist kein Problem. Aber es wird nicht pauschal verboten. Sehr deutlich ist jedoch der Hinweis, dass übermäßiger Alkoholkonsum sehr schädlich ist. Manchmal wird auf die Wirkung Bezug genommen, manchmal wird generell gesagt, dass man als geistlicher Mensch das nicht tun soll.
Ich finde es sogar richtig interessant, wie im Psalm 104 geschrieben steht, dass der Wein zur Freude des Menschen gemacht wurde. Gott hat den Wein zur Freude des Menschen gemacht. Das heißt, er ist nicht verboten, sondern für die Menschen geschaffen. Das Problem liegt darin, was die Menschen daraus machen.
Genau das, was du meintest, sieht man auch daran, dass geistliche Führer nicht mit Trunkenheit in Verbindung gebracht werden dürfen. Sie sollen sich am besten ganz davon fernhalten. Das sieht man zum Beispiel in 1. Korinther 3,1 und auch in den Briefen, die Paulus an Timotheus schreibt. Dort wird klar beschrieben, welche Eigenschaften Älteste und Diakone haben sollen. Alkohol darf keine Rolle im Leben dieser Menschen spielen. Es wird sehr deutlich gesagt: Kein Trinker. Das ist erstaunlich, denn viele andere Dinge werden dort nicht so klar genannt, aber das war offenbar sehr wichtig.
Paulus warnt auch an mehreren Stellen davor, dass Christen nicht betrunken sein sollen. Zum Beispiel beim Pfingstfest, als die Leute in fremden Sprachen redeten, weil der Heilige Geist sie erfüllte, sagten manche, sie seien betrunken. Man merkt, dass Betrunkene wirr und unverständlich reden. Sie sind nicht mehr berechenbar. Ein Christ sollte nicht so auffallen, dass andere denken: „Kann man dem vertrauen? Der redet nur Unsinn und ist nicht zurechnungsfähig.“
Deshalb sollen christliche Leitungspersonen sehr vorsichtig mit Alkohol umgehen – einmal wegen der direkten Wirkung, aber auch wegen des Rufes. Als Christ hast du einen Ruf, du bist Botschafter an Christi Statt, sagt Paulus. Du sollst so dastehen, als ob die Leute Jesus hören. Alkoholkonsum kann diesen Ruf schnell beschädigen. Dann denken die Leute: „Der ist ja genau so wie wir, oder das, was ihn am meisten freut, ist das Trinken.“ Das ist problematisch.
Ein weiterer Aspekt ist, wenn man in einer Gesellschaft ist, in der jemand Alkoholprobleme hatte oder Schwierigkeiten hat, die Sucht zu überwinden. Solche Menschen können oft nicht einmal sehen, dass jemand trinkt. Nach biblischem Prinzip sollte man dann auf jeden Fall darauf verzichten, wenn diese Person in der Nähe ist.
Hier passt auch ein anderes Beispiel aus dem Römerbrief: Du bist frei, Fleisch zu essen oder den Sabbat zu halten, aber wenn du dadurch deinen Bruder verletzt, solltest du lieber auf deine Freiheit verzichten. Das gilt wahrscheinlich auch für den Umgang mit Alkohol. Darauf baut zum Beispiel die Heilsarmee auf. Diese Bewegung im 19. Jahrhundert wurde von William Booth gegründet, der sich vor allem um Menschen kümmerte, die auf der Straße lebten: Trinker, Prostituierte, Verbrecher.
Wenn man Mitglied der Heilsarmee wurde und bekehrt war, musste man sogar unterschreiben, keinen Tropfen Alkohol mehr zu trinken. Denn Menschen, die nur Alkoholmissbrauch kannten, kann man nicht beibringen, nur ein Gläschen zu trinken. Wenn sie anfangen, gibt es keine Grenzen mehr. Deshalb ist es vollkommen richtig, in solchen Fällen zu sagen: Kein Alkohol mehr.
Man kann nicht einfach sagen: Du bist frei. Der Mensch ist nicht total frei, viele sind von der Sucht gefangen. In der Gemeinschaft trinkt man oft zusammen, und wenn einer nur ein Glas trinkt, kommt schnell das zweite dazu. Wer das zweite trinkt, nimmt auch das dritte – und ehe man sich versieht, hat man viel mehr getrunken als geplant.
Das passiert bei gesellschaftlichen Anlässen sehr häufig, weil Gruppendruck da ist. Wenn man dann sagt: Nein, ich mache das nicht, hilft manchmal eine strenge Linie. Dann trinkt man lieber gar nicht. Das ist auch ein Signal, auch wenn Alkohol nicht total verboten ist.
Ich glaube, das ist ein Teil von Nächstenliebe und der Liebe zueinander: Man achtet aufeinander. Paulus schreibt auch, dass man auf die Auswirkungen seines Handelns auf die Umwelt achten soll – als Signal oder um zu verhindern, dass jemand verführt wird, der damit nicht umgehen kann.
Ich erinnere mich auch, dass in den Sprüchen einige Aussagen über übermäßigen Alkoholkonsum stehen. Dort wird beschrieben, dass Alkohol zu Aggressionen, Streit, Armut und Vernachlässigung des Haushalts führen kann. Menschen trinken morgens schon und gehen nicht mehr zur Arbeit. Die Bibel wird hier ganz praktisch und zeigt, dass Alkohol nicht nur geistliche, sondern auch direkte Auswirkungen auf die Lebensführung hat.
Ja, auf jeden Fall. Ich habe auch einige Stellen aufgeschrieben, zum Beispiel Sprüche 23, wo mehrfach über Alkohol gesprochen wird. Ich finde es interessant, dass der weiseste Mann, der jemals gelebt hat – Salomo – das schreibt. Er richtet sich hauptsächlich an seine Söhne, oder? Viele sagen, er schrieb vor allem an seine Söhne, die er zahlreich hatte, weil er viele Frauen hatte.
Das war auch ein Vorbild für die Erziehung der Kinder überhaupt: Diese Weisheit soll generell an die Kinder weitergegeben werden. Salomo gibt sie an seine Söhne weiter, und wir sollen das genauso an unsere Kinder weitergeben. Das wird teilweise geistlich begründet, aber auch mit der Lebenspraxis: Wenn du so handelst, hat das diese Folgen.
Das gilt für viele Dinge, auch für Alkohol. Wir besprechen den Alkoholkonsum als Beispiel für den Umgang mit Suchtmitteln, weil wir eigentlich bei Cannabis sind und Prinzipien aus der Bibel für Suchtmittel suchen, die wir auf Cannabis anwenden können.
Grundsätzlich sind Alkohol und Cannabis natürlich nicht gleich zu bewerten. Cannabis hat eine sehr schnelle und klare Suchtgefahr. Alkohol hat auch eine Suchtgefahr, aber es ist, glaube ich, einfacher, bei Alkohol in Maßen zu bleiben – im Gegensatz zu Cannabis.
Welcher große Unterschied ist das genau, der erklärt, warum man als Christ sagt: Cannabis sollte man lassen, aber Alkohol darf man trinken? Ein wesentlicher Unterschied ist, dass alkoholische Getränke wie Wein ein normales Nahrungsmittel waren. Cannabis hingegen ist kein Nahrungsmittel. Kein Mensch ernährt sich von Cannabis. Man nimmt es nur wegen des Suchtfaktors, nicht zur Ernährung.
Zu allen Zeiten tranken Mönche im Mittelalter Bier oder Wein in geringen Mengen, weil darin Energie steckt. Sie brauchten Kohlenhydrate, nicht den Alkohol, aber die Kalorien waren wichtig. Außerdem war der Wein desinfizierend.
Im Mittelmeerraum zur Zeit der Bibel trank man Wein, aber in geringen Mengen. Hier ist der große Unterschied: Das eine ist ein normales Nahrungsmittel, das man missbrauchen kann. Das andere ist kein Nahrungsmittel, man nimmt es nur, um sich zu berauschen.
Ausnahmen sind Menschen, die Cannabis aus medizinischen Gründen verschrieben bekommen, was eine andere Situation ist. Die meisten Konsumenten nehmen es aber wegen der berauschenden Wirkung. Diese Wirkung kann aufputschend oder beruhigend sein, aber sie ist eine Rauschwirkung.
Das ist ein wesentlicher Unterschied: Im Normalfall trank jeder in Israel Wein wie Brot oder Fleisch. Cannabis hingegen wurde nicht als Nahrungsmittel konsumiert, sondern nur zur Rauschzwecken.
Ein weiterer Unterschied ist, dass Cannabis, wie wir schon besprochen haben, gerade bei Kindern und Jugendlichen schon nach ein- bis zweimaligem oder geringem Konsum dauerhafte Hirn- und Persönlichkeitsschädigungen hervorrufen kann. Das ist bei Alkohol so nicht bekannt.
Natürlich kann regelmäßiger Alkoholkonsum bei Kindern zu Alkoholismus führen, das ist klar. Aber in der Antike wurden die meisten Menschen, die etwas tranken, nicht zu Alkoholikern, weil sie meist bei einem oder zwei Gläsern blieben.
Auch beim Rauchen ist es ähnlich: Es ist kein Nahrungsmittel, sondern wird wegen der Wirkung konsumiert.
Rauchen und christliche Persönlichkeiten
Was ist denn jetzt die christliche Perspektive darauf? Zum Beispiel kennen wir ja auch aus dem alten England berühmte Prediger, die geraucht haben. Spurgeon zum Beispiel war Raucher und hat regelmäßig geraucht. Auch C.S. Lewis war Raucher. Das sind sehr bekannte christliche Persönlichkeiten, die einen großen Dienst geleistet haben, aber eben auch Raucher waren. Wie sehen wir das als Christen?
Darum fragst du ja, ob du auch mal mit dem Rauchen anfangen willst? Nein, es ist einfach ein interessanter Aspekt, allgemein betrachtet. Man hat oft im Kopf dieses Bild, dass Rauchen schlecht ist. Es gab einige Gemeinden, gerade Baptistengemeinden, manchmal auch Brüdergemeinden in England und Deutschland, die im 19. Jahrhundert sogar Pfeifenhalter in der Kirche hatten. Man hatte eine Pfeife, hat geraucht und sie dann während der Predigt abgelegt. Das wirkt heute ganz komisch.
Zum einen muss man natürlich sagen, dass im 19. Jahrhundert viele Menschen noch nicht um die gesundheitlichen Schäden des Rauchens wussten. Das ist ein wichtiger Unterschied. Man konnte aber schon merken, dass es stinkt oder dass man davon abhängig wird. Das hätte man auch damals erkennen können.
Ich glaube, man muss sagen, dass Rauchen ähnlich wie andere Dinge einen Suchtfaktor hat. Manche Leute sagen, man kann von allem möglichen süchtig werden. Manche werden süchtig nach Sahnetorten oder Spielsucht. Das stimmt auch. Das heißt aber nicht pauschal, dass man nie spielen oder nie etwas anderes tun darf. Man muss da schon aufpassen.
Deshalb würde ich sagen: Christsein bemisst sich nicht direkt daran, ob jemand raucht oder nicht. Wenn mich aber jemand fragt: „Soll ich rauchen?“ Dann sage ich: Nein, lass die Finger davon.
Erstens verrauchst du viel Geld. Überlege mal, wie viel Geld du da ausgibst. Das kannst du viel sinnvoller einsetzen, entweder für dich selbst oder noch besser für Gott.
Zweitens verführst du andere dazu, ebenfalls zu rauchen.
Drittens bist du abhängig.
Viertens weißt du, dass es gesundheitliche Probleme gibt. Es macht dich körperlich abhängig, zum Beispiel durch das Nikotin. Die negativen Auswirkungen überwiegen die positiven.
Deshalb würde ich als Christ sagen: Lass die Finger davon. Ich glaube nicht, dass es richtig ist.
Aber wie bei Spurgeon oder anderen können wir nicht einfach sagen: Weil jemand raucht, ist er ein schlechter Christ. Das sind zwei verschiedene Dinge, die wir auseinanderhalten müssen.
Einerseits sollte man vor den Gefahren warnen und davon abraten. Andererseits darf man nicht pauschal sagen: „Du rauchst? Oh, du bist ein schlechter Christ.“ Oder: „Du rauchst nicht? Oh, du bist ein super Christ.“ Rauchen ist nur ein Faktor.
Wenn überhaupt, müssen wir alle Faktoren sehen, die das geistliche Leben eines Menschen ausmachen. Dann können wir besser beurteilen, wie es um ihn steht. Aber niemals nur an einer Sache festmachen.
Wie gesagt, ich würde jedem raten, erst gar nicht mit dem Rauchen anzufangen. Ich habe selbst nie angefangen zu rauchen, lebe gut damit und brauche es nicht. Ich glaube, den meisten geht es so, wenn sie darauf verzichten. Sie merken, dass sie es gar nicht brauchen.
Die Vorteile sind größer als der mögliche Gewinn – der ist nämlich nicht vorhanden.
Aber das macht nicht das Christsein aus. Christsein ist meine Verbindung zu Gott und wie sehr ich mich von ihm verändern lasse. Der Umgang mit Suchtmitteln kann dabei eine Rolle spielen, aber er ist nicht das Einzige.
Eine kleine Anekdote zu Spurgeon fand ich sehr interessant. Ein Freund hat sie mir erzählt, und ich habe vorhin noch einmal nachgelesen, ob sie wirklich stimmt.
Moody – den kennt man als Evangelisten aus den USA, aus Chicago – besuchte Spurgeon. Er freute sich sehr darauf. Als Spurgeon die Tür öffnete, stand er mit einer Pfeife in der Hand vor ihm. Moody war sofort entsetzt und sagte: „Wie kannst du, ein Mann Gottes, Pfeife rauchen?“
Daraufhin nahm Spurgeon die Pfeife, lachte und zeigte auf seinen Bauch. Er sagte: „Genauso wie du ein Mann Gottes fett sein kannst.“ Das war ein bisschen böse, ja. Sehr böse, würde ich sagen. Als Zuhörer sollte man das nicht unbedingt nachmachen.
Ich finde es trotzdem sehr interessant, denn man fokussiert sich so schnell auf einen Sünder. Dabei ist er genauso gleichwertig wie andere.
Genau.
Sucht und geistliche Freiheit
In der Bibel wird zum Beispiel gesagt, dass Fresser und Säufer nicht ins Himmelreich kommen. Dabei fällt uns auf: „Fresser“ meint nicht den Gourmet, der gutes Essen genießt. In vielen Gemeinden wäre das vielleicht sogar eher akzeptiert. Doch wenn man ständig perfekt isst und immer „wow, super“ sagt, kann das tatsächlich auch gesundheitsschädlich sein. Das zeigt, dass es nicht ohne ist.
Es geht nicht darum, dass wir in der Gemeinde jedem vorwerfen, er esse zu viel, trinke zu viel, gehe zu oft spazieren oder denke zu sehr an Geld. Man kann immer etwas finden. Vielmehr sollen wir uns herausfordern lassen. Aber nicht so, dass wir eine neue Gesetzlichkeit aufrichten und einen großen Katalog erstellen. Am Ende wären wir dann vielleicht wie Mönche, die nicht mehr essen oder trinken und nur noch kahl in einer Zelle leben. Das ist nicht das Ziel.
Das Ziel ist vielmehr, grundsätzlich zu fragen: Dient das meinem Glauben? Bringt mich das geistlich voran? Oder hindert es mich eher? Werde ich mitgezogen vom Zeitgeist? Mache ich das nur, weil meine Freunde oder die Gesellschaft es gerade so machen? Zum Beispiel beim Cannabiskonsum ist das in bestimmten Szenen sehr populär. Vor 20 Jahren haben wenige darüber nachgedacht. Vielleicht kommt in 20 Jahren eine neue Droge, die besonders angesagt ist. Wichtig ist, dass wir nicht nur getrieben sind von dem, was die Gesellschaft gerade für erstrebenswert hält.
Du hast immer wieder konkret über Sucht gesprochen und gesagt, dass Sucht im Endeffekt schlecht ist. Mir ist aufgefallen, dass wir das nicht direkt an der Bibel festgemacht haben. Es gibt aber Stellen, die meiner Meinung nach dagegen sprechen, süchtig zu sein oder sich gefangen nehmen zu lassen. Zum Beispiel Paulus, der sagt: „Uns ist alles erlaubt, aber wir sollen uns von nichts gefangen nehmen lassen.“ Das heißt für mich: Sucht ist etwas, das uns gefangen nimmt. Ich bin dann nicht mehr frei zu reagieren, sondern muss etwas tun, was ich eigentlich nicht tun müsste.
Dabei geht es nicht um Essen und Trinken zum Überleben, das ist klar. Sondern um Dinge, die uns versklaven. Deshalb sollten wir generell frei sein und nüchtern bleiben. Solche Aussagen sprechen dafür, nichts zu konsumieren, was süchtig macht, wenn wir das wissen oder ahnen.
In 1. Korinther 6,12 heißt es zum Beispiel: „Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles ist nützlich; alles ist mir erlaubt, aber ich will mich von nichts beherrschen lassen.“ Das zeigt klar, dass wir zwar Freiheiten haben, diese aber korrumpiert werden, wenn wir uns zum Beispiel durch Cannabis wieder versklaven.
Paulus spricht mehrmals darüber, dass wir als Christen frei sind, diese Freiheit aber nicht missbrauchen sollen. „Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles dient meinem geistlichen Leben.“ Wir sollten nicht nur fragen, was erlaubt ist, sondern was meinem geistlichen Wachstum dient. Das ist das eigentliche Ziel: Dass Gott in meinem Leben wirkt, meinen Charakter und meine Persönlichkeit verändert und ich den Auftrag erfüllen kann, den Gott mir gegeben hat.
Suchtmittel können mich deutlich davon abhalten. Sie können meinen Dienst unmöglich machen, meinen Ruf bei anderen schädigen und mich von wichtigen Aufgaben ablenken. Selbst gute Dinge können schädlich sein, wenn sie mich vom Besten abhalten, was Gott gerade von mir will.
Solche Aussagen, wie sie Paulus macht, gehen genau in diese Richtung. Prinzipiell könnte man sagen, bestimmte Dinge kann man tun. Aber die Frage ist: Dienen sie meinem geistlichen Leben? Binden sie mich nicht eher, nehmen sie mich nicht gefangen oder lenken sie mich von Gottes Auftrag ab?
Ich glaube, man sollte sich ehrlich fragen, warum man etwas tun will, zum Beispiel Cannabis konsumieren. Wenn die Antwort lautet: „Die anderen machen das auch“ oder „Ich habe dabei ein gutes Gefühl“, dann ist das zu wenig. Es gibt viele Dinge, die ein gutes Gefühl geben können, aber wir müssen ehrlich sein: Dient es wirklich meinem geistlichen Leben? Welche Risiken sind damit verbunden? Man sollte nicht nur die Internetseiten lesen, die alles positiv darstellen, sondern auch Berichte von Menschen, denen es geschadet hat, die psychische Veränderungen erfahren haben oder abhängig wurden.
Auch statistische Daten über Unfälle unter Drogenkonsum, beim Autofahren oder Maschinensteuern sollten berücksichtigt werden. Hier trifft man eine bewusste Entscheidung und geht ein großes Risiko ein. Deshalb ist Ehrlichkeit wichtig. Es geht nicht darum, dass etwas nicht verboten ist, und deshalb erlaubt sein muss. Man sollte beten und Gott um Klarheit bitten, was richtig ist.
Wenn man nur eine Bestätigung für das sucht, was man gerne will, wird man auch viele Dinge tun, die nicht im Sinne Gottes sind. Gott will uns kein Leben ohne Freude und Spaß verbieten, sondern ein Ideal vor Augen stellen. Sünde wird im Neuen Testament als Zielverfehlung definiert. Wenn Gott sagt, das ist das Ziel, dann ist es nicht egal, wenn man 20 Grad danebenliegt.
Christen sollten deshalb mehr danach fragen, was Gott erreichen will, und nicht nur danach, was hundertprozentig verboten ist. Dabei wird man oft feststellen, dass man das, was man gerne hätte, eigentlich nicht braucht. Man ist auch ohne glücklich und hat wichtigere Dinge zu tun. Es spielen viele Faktoren eine Rolle: Zeit, Geld, Gesundheit.
Wenn wir das mit dem Bibeltext zum Thema Sucht verbinden, sehen wir, dass wir geistliche Freiheit haben sollen. Die meisten, die ehrlich fragen, werden wahrscheinlich zum Schluss kommen, darauf zu verzichten – auch wenn es keinen eindeutigen Bibelvers gibt, der Cannabis genau verbietet.
Generell zeigt die Bibel, dass seit der Bekehrung nicht mehr wir leben, sondern Christus in uns lebt. Unsere Entscheidungen im Alltag sollen nicht mehr darum gehen, wie wir uns etwas Gutes tun können. Sondern immer darum, Christus zu verherrlichen und so zu leben, dass wir ihn groß machen.
Ich bin überzeugt, dass Christen sich unter keinen Umständen für den Konsum von Cannabis oder anderen aufputschenden oder beruhigenden Mitteln entscheiden würden. Christus hat das nicht getan, und es wird auch nicht Gottes Werk fördern.
Wir verherrlichen Jesus nicht nur ihm gegenüber, sondern auch den Ungläubigen durch unser Leben. Sie sollen an uns sehen, dass wir anders leben. Paulus argumentiert in 1. Korinther 12 und 14, dass wir geistliche Gaben bekommen haben, um die Gemeinde aufzubauen. Wir leben also nicht nur für uns, sondern haben Verantwortung für andere.
Wenn du dir eine Freiheit nimmst, was bewirkt das bei anderen in der Gemeinde? Wenn jemand dadurch zu Fall kommt, bist du vielleicht mitverantwortlich, weil du ihn motiviert hast, es auch zu tun.
Deshalb sollen Diakone und Älteste besonders vorbildlich sein und vorsichtig mit solchen Dingen umgehen. Wenn ein Ältester Cannabis konsumiert, sagt das der Gemeinde: „Das ist erlaubt, macht das ruhig auch.“ Darum ist Vorsicht geboten – gerade bei Dingen, die nicht klar verboten, aber auch nicht empfohlen sind und dem geistlichen Leben nicht dienen.
Medizinischer Gebrauch ist eine andere Sache, das ist bei anderen Medikamenten auch so. Medikamente nimmt man, wenn man krank ist, aber nicht, um einen ungesunden Lebensstil zu kompensieren. Es gibt auch Medikamentensucht, zum Beispiel bei Aufputsch- oder Beruhigungsmitteln, die Menschen nehmen, obwohl sie nicht krank sind. Das ist genauso falsch und kann krank machen.
Eine passende Bibelstelle ist: „Meidet jeden bösen Schein.“ Das zeigt, wie wir auch vor anderen damit umgehen sollen.
Wichtig ist auch die Frage, was meinem geistlichen Leben und dem meiner Mitmenschen dient. Wenn ich Cannabis konsumiere, wie hilft das anderen? Wahrscheinlich schadet es eher, als dass es hilft.
Unsere Gesellschaft ist sehr individualistisch. Wir entscheiden oft nur für uns selbst. Aber die Bibel macht deutlich, dass wir nicht nur für uns leben. Wir repräsentieren Jesus und sind Vorbilder – positiv oder negativ.
Man darf nie vergessen, dass es nicht nur um die eigene Entscheidung geht, sondern auch um die Wirkung auf andere. Vielleicht macht es dir nichts aus, aber ein Jugendlicher in der Gemeinde könnte dadurch zu Schaden kommen, zum Beispiel durch Psychosen. Dann bist du mitverantwortlich, weil du das verharmlost hast.
Cannabis ist kein Nahrungsmittel und nicht überlebenswichtig. Wenn du es verharmlost, ist das eine Entscheidung, die auch andere beeinflusst.
Vielen Dank, Michael, für die Zeit und das gute Gespräch. Danke, Benny. Ja, es hat Spaß gemacht. Sehr schön.
Abschluss und Ausblick
So überlegen wir uns das nächste Mal, was wir aufgreifen. Ihr, liebe Zuhörer, könnt auch gerne direkt in die Kommentare schreiben oder uns anschreiben, was wir beim nächsten Talk besprechen sollen.
Ansonsten möchte ich dir auf jeden Fall sagen: Wenn du Probleme hast oder Hilfe brauchst, dann suche Unterstützung. Wenn du bereits in einer Gemeinde bist oder eine Gemeinde besuchst, wende dich an die Diakone oder Ältesten. Sie werden dir sicher helfen.
Darüber hinaus gibt es spezielle Einrichtungen, die genau dafür da sind. Wir leben in einem unglaublich gesegneten Land, in dem es solche Angebote gibt, wo man mit Süchten hingehen kann und Hilfe bekommt. Nutze diese Möglichkeiten, wenn du Probleme hast.
Zum Abschluss noch ein Vergleich zwischen Alkohol und Cannabis: Wir haben gesagt, dass Alkohol zwar von Gott geschaffen ist. Aber Alkohol wird zur Sünde, wenn er berauschend wirkt und süchtig macht.
Nun stellt sich die Frage: Kann man Cannabis überhaupt so konsumieren, dass es nicht süchtig macht oder nicht berauschend ist? Mindestens die zweite Frage lässt sich klar mit Nein beantworten. Cannabis wirkt immer berauschend, wenn man es konsumiert.
Deshalb können wir anhand der Bibel und dem Beispiel des Alkohols deutlich begründen, dass es nicht richtig ist, Cannabis zu konsumieren.
Ich denke, diese Abschlussworte können wir so stehen lassen. Ich wünsche dir eine gesegnete Zeit und hoffe, dass du im Glauben weiterwächst.
Schön, dass du heute dabei warst. Wenn dir die Sendung ein Segen war und du etwas mitnehmen konntest, dann teile Deep Talk gerne mit deinen Freunden. Fühl dich auch frei, uns Feedback zu schreiben – darüber würden wir uns sehr freuen.
Falls du heute zum ersten Mal dabei warst oder eine Sendung verpasst hast: Alle vorherigen Sendungen findest du auf Spotify oder SoundCloud.
Mehr Infos über Deep Talk oder Segenswelle allgemein findest du auf www.segenswelle.de oder auf unserem Instagram-Feed, ebenfalls unter Segenswelle.
Wenn du Fragen oder Anregungen hast, zum Beispiel Themenvorschläge, schreibe uns gerne.
Wir wünschen dir eine gesegnete Woche mit den Worten aus Kolosser 3,17: „Und was immer ihr tut, in Wort oder Werk, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott dem Vater durch ihn.“