Zum Inhalt

Einführung in die Mosebücher

Entdecke die Weisung Gottes!
23.04.2017
Gemeinsam starten wir ein einzigartiges Projekt: „Gemeinde liest Mose“. Willst du wissen, wie es sich anfühlt, die fünf Bücher Mose komplett zu entdecken – als Maximal- oder Schnelllese-Plan? Warum lohnt es sich, diese alten Texte intensiv zu lesen? Welche Überraschungen hält die Torah bereit, wenn du Gott dadurch ganz neu kennenlernst? Bist du bereit, über deinen Gott zu staunen und herauszufinden, wie das Lesen der Torah dein Leben verändern kann?

Als Gemeinde starten wir heute ein Projekt, das es in unserer Gemeindegeschichte so noch nie gegeben hat. Du bist bei diesem historischen Moment dabei. Das kannst du dir ruhig in deinen Lebenslauf bei Facebook schreiben, damit auch spätere Generationen sehen können: „Ich war bei diesem Projekt dabei.“

Dieses Projekt heißt „Gemeinde liest Mose“. Jeder, der mit uns mitmachen möchte, kann ab heute gemeinsam mit uns die fünf Bücher Mose lesen. Bis zum 25. Juni werden wir jedes Wort aus diesen fünf Büchern lesen. Das ist das Maximalangebot.

Wenn ihr nachher den Gemeindesaal verlasst, seht ihr draußen einen Zettel. Darauf steht: „Die fünf Bücher Mose – Bibelleseplan für die Gemeinde“. Dort gibt es eben das Maximalangebot – du liest jeden Vers aus den fünf Büchern Mose.

Es gibt aber auch ein Minimalangebot. Wenn du es positiv ausdrücken möchtest, kannst du es als Schnellleseangebot bezeichnen. Dabei liest du nur bestimmte Passagen aus den ersten fünf Büchern Mose.

Ich möchte dich motivieren, zumindest das Minimalangebot in Anspruch zu nehmen. Vor allem aber möchte ich dich herausfordern, das Maximalangebot zu nutzen.

Einladung zum gemeinsamen Bibellesen

Wenn du schon etwas älter bist und auf einen Teil deines Lebens zurückblicken kannst, hast du dich vielleicht schon manchmal gefragt: Wie habe ich das eigentlich geschafft?

Da gab es große Herausforderungen im Beruf, dann wurde vielleicht noch ein Haus gebaut. Wenn du verheiratet bist, gab es sicher auch Dinge mit den Kindern. Vielleicht hast du dich in der Gemeinde engagiert oder andere Dinge erledigt. Du schaust zurück und denkst: Wie habe ich das eigentlich geschafft?

Oft kann man im Nachhinein gar nicht genau sagen, wie alles geklappt hat. Aber irgendwie hat man es doch geschafft. Ich glaube, so wäre es auch, wenn du das Maximalangebot annimmst und darauf eingehst. Natürlich müsstest du deine Zeit gut einteilen, aber du würdest es schaffen.

Es gibt zum Beispiel ein TFM-Programm, das heißt TFM Bibelkunde. Wer dieses Programm beginnt, stöhnt am Anfang meistens. Ich habe noch keinen gehört, der nicht stöhnt und sagt: Wie soll ich das alles schaffen?

Doch in der Regel schaffen es fast alle, die zehn Monate zu nutzen, um die gesamte Bibel durchzulesen. Und nicht nur das: Sie nehmen sich jedes Kapitel der Bibel vor und schreiben in sieben Worten auf, was in diesem Kapitel steht.

Wenn du sie dann nach zehn Monaten fragst: Wie war das? War es sehr beschwerlich? Dann sagen sie meist: Ja, es war eine Herausforderung, aber es war eine großartige Zeit in meinem Leben. Ich habe Gott viel besser kennengelernt.

Genau dieses Ziel verfolgen wir auch mit den fünf Büchern Mose. Es geht nicht nur darum, die fünf Bücher Mose zu lesen und abhaken zu können – also zu sagen: Ja, ich habe die fünf Bücher Mose schon mal gelesen, na toll.

Vielmehr sollst du durch das Lesen der fünf Bücher Mose Gott ganz anders kennenlernen und viel tiefer verstehen.

Ziel des Projekts: Gott neu entdecken

Die fünf Bücher Mose heißen auf Hebräisch „Torah“. Das kann man auch mit „die Weisung“ übersetzen. In diesen Büchern geht es vor allem darum, zu entdecken, wie Gott ist.

Deshalb habe ich den Gottesdienst, der ja, wie gesagt wurde, eine Einführung in die ältesten Bücher ist, die wir überhaupt kennen, mit dem Satz überschrieben: „Staune über deinen Gott im Torah-Trailer“.

Was ich heute Morgen mache, ist ein Torah-Trailer. Ein Trailer zeigt verschiedene Filmausschnitte, die dazu motivieren sollen, den ganzen Film anzuschauen. Wir werden später noch genug Gelegenheit haben, die einzelnen Szenen intensiv zu betrachten. Aber heute Morgen geht es vor allem um den Trailer.

Die erste Szene in diesem Trailer beginnt in 1. Mose 1,1. Dort steht: „Am Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde.“ Um das miteinander zu verbinden, nehme ich noch den Vers 27 dazu. Dort heißt es: „Und Gott schuf den Menschen als sein Bild, als Bild Gottes schuf er ihn, als Mann und Frau schuf er sie.“

Die Bibel beginnt also mit dem Satz: „Am Anfang schuf Gott.“ Da steht man und fragt sich: „Wo kommt denn Gott her?“ Das sollte eigentlich die erste Erklärung sein. Darüber sagt die Bibel aber nichts. Woher Gott kommt, bleibt offen. Gott ist da. Er ist genauso da, wie er vor dem Schöpfungsmorgen da war – auch heute. Gott ist ewig, auch wenn ich nicht wirklich verstehen kann, was das bedeutet. Gott ist ewig.

Wenn ein Atheist diesen ersten Vers liest, schreit er natürlich auf und sagt: „Das kann doch so nicht stimmen. Es ist doch nicht so, dass Gott am Anfang war. Vielmehr war die Materie am Anfang, und der Mensch hat sich dann Gott in seinen Gedanken geschaffen.“ Die Bibel sagt: Nein. Es war genau andersherum. Gott hat die Materie geschaffen.

Dann lesen wir weiter: „Und Gott sprach, und es war da.“ Um diesen Gott geht es. Das erste Buch Mose stellt mir Gott als den Schöpfer vor.

Gott als Schöpfer und Künstler

Stell dir vor, du stehst in der Schweiz. Alles ist noch so flach wie in Norddeutschland, und plötzlich spricht Gott zu dir. Du stehst mitten in einer faszinierenden Bergwelt – von einer Zehntelsekunde auf die andere.

Das ist der Gott, an den du glauben darfst. Das ist der Gott, mit dem du heute Morgen im Gebet gesprochen hast. So groß ist dieser Gott, mit dem du unterwegs bist.

Er hat nicht nur alles geschaffen, von dem wir hier lesen, sondern auch mich. Er hat mich geschaffen wie diese Tonfigur. Die Bibel sagt, Gott formte den Menschen. Dann hauchte er ihm Leben ein. Diese Tonfigur fängt an zu laufen – könnt ihr euch das vorstellen? In Gedanken.

Der Mensch begann zu leben, er hatte Gottes Atem. Das heißt: Gott ist dein Schöpfer, Gott ist dein Künstler, er hat dich gemacht. Und derjenige, der diese Tonfigur gemacht hat, hat auch ein Anrecht auf diese Tonfigur. Diese Tonfigur gehört ihm.

Weil Gott mich geschaffen hat, gehöre ich auch zu Gott. Ich gehöre ihm und soll auf ihn ausgerichtet sein. Weil Gott mich geschaffen hat, weiß er auch, was gut für mich ist. Er kennt mich besser, als ich mich selbst kenne.

Ich bin dazu geschaffen, diesen Gott, der mich gemacht hat, anzubeten und in ihm eine volle Erfüllung zu finden.

Das ist die erste Szene dieses Thora-Trailers.

Die dramatische Trennung durch den Sündenfall

Dann folgt eine ganz dramatische Szene, die wir in 1. Mose 3,9 lesen. Dort heißt es: „Und Gott, der Herr, rief den Menschen und sprach zu ihm: Wo bist du?“ Der Mensch antwortete: „Ich hörte deine Stimme im Garten und fürchtete mich, weil ich nackt bin, und ich versteckte mich.“

Gott fragte weiter: „Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du etwa von dem Baum gegessen, von dem ich dir geboten habe, du solltest nicht davon essen?“ Der Mensch entgegnete: „Die Frau, die du mir zur Seite gegeben hast, sie gab mir von dem Baum, und ich aß.“

Diese Szene ist faszinierend. Mein Schöpfer ruft mich nach dieser dramatischen Geschichte, dem Tatsachenbericht vom Sündenfall. Es ist Gott, der die Mission aufnimmt. Er sagt: „Wo bist du?“ – das ist seine Suche nach mir.

Schon in diesen Zeilen wird deutlich, dass meine Schuld mich von Gott trennt. 1. Mose 3 beschreibt, wie schnell der Mensch sich von diesem lebendigen Gott, seinem Schöpfer, lossagt und sinnbildlich die Faust gegen Gott erhebt. Das betrifft auch mich. Ich bin von Natur aus ein Rebell gegen Gott, der ich die Beziehung, die Beziehungsbrücke zu Gott, hinter mir hochgesprengt habe.

Seitdem lebe ich getrennt von Gott. Es gibt kein Zurück mehr, die Brücke ist zerstört, die Beziehung zu Gott ist zerrissen. Manchmal kümmert mich das als Mensch vielleicht gar nicht. Ich will nicht, dass Gott in mein Leben hineinredet. Ich lebe auf der einen Seite, und er lebt auf der anderen Seite.

Das Faszinierende im Thora-Trailer ist, dass Gott eine Rettungsaktion gestartet hat, die genau in diesen ersten Büchern Mose beginnt. Das Ziel ist, mir die Beziehung zu Gott wieder möglich zu machen.

Der Weg ist: Jesus Christus kommt selbst über diese Sündenschlucht von Gottes Seite auf meine Seite. Tragisch ist, dass er sein Leben als Opfer einsetzt. Mein Glück aber ist: Durch seinen Tod und durch seine Auferstehung ist eine Beziehung zu Gott wieder möglich.

Gottes Verheißung der Rettung

Und Gottes erste Zusage, dass er über diese Schlucht kommen wird, haben wir schon gehört. Sie steht in 1. Mose 3,15. Dort heißt es: „Und ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Nachwuchs und ihrem Nachwuchs. Er wird dir den Kopf zermalmen, und du wirst ihm die Ferse zermalmen.“

Das ist die einzige Stelle in der Bibel, die vom Samen der Frau spricht. Damit wird schon deutlich, dass Jesus von einer Jungfrau geboren werden wird. Er ist Gottes heldenhafter Nachkomme, der den Satan besiegen wird.

Aber das ist ein langer Weg. Dieser lange Weg beginnt in der Tora, die wir gemeinsam lesen werden. Es ist ein Weg, auf dem du zunächst eine ganz kleine Flamme der Hoffnung hast. Auf diesem Weg gibt es viel Gegenwind, sodass du denkst, diese Flamme wird bald in Rauch aufgehen, sie wird ausgehen. Doch das passiert nicht. Stattdessen wird die Flamme immer größer, je weiter wir in der Tora voranschreiten.

Bis 1. Mose 11 ist die Menschheitsgeschichte – abgesehen von der Schöpfung und den ersten zwei Sündloskapiteln – eine Katastrophengeschichte. Dort hast du den Sündenfall, die Sintflut, die Sprachverwirrung. Alles beginnt mit S und alles ist nicht gut.

Deshalb beendet Gott in 1. Mose 11 zunächst die Geschichte mit den Völkern. Dann beginnt er eine neue Geschichte mit einer Familie – der Familie Abrahams. Ich nenne sie mal die Abrahams.

Gottes Geschenkebox für Abraham

Gott gibt dieser Familie eine Geschenkebox. In dieser Geschenkebox sind Geschenkgutscheine. Manchmal bekommt man selbst auch Gutscheine. Ich habe zum Beispiel einmal einen Gutschein für das Bräuningerland bekommen. Doch wenn dieser Gutschein nur im Schrank liegt, nützt er mir nichts. Er kann jahrelang dort liegen, ohne dass ich etwas davon habe. Ich muss die Gutscheine einsetzen, um ihren Wert zu nutzen.

In Gottes Geschenkebox sind mehrere Gutscheine enthalten. Diese Gutscheine lesen wir in 1. Mose 12,1-3. Dort spricht Gott zu Abraham und sagt: „Geh aus deinem Land, aus deiner Verwandtschaft und aus dem Haus deines Vaters in das Land, das ich dir zeigen werde. Ich will dich zu einer großen Nation machen, dich segnen und deinen Nachkommen groß machen. Deinen Namen werde ich groß machen, und du sollst ein Segen sein. Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dir fluchen. In dir sollen alle Geschlechter der Erde gesegnet werden.“

Gott fasst seine Geschenkgutscheine hier in drei Worten zusammen: ein Land, ein Volk, ein Segen.

Zunächst einmal spricht Gott von einem Land. Abraham hatte zu diesem Zeitpunkt noch kein Stück Land. Gott sagt ihm: „Du wirst ein Land bekommen. Du kannst dann einen Atlas haben, und dieses Land wird dein Land sein.“

Das zweite, was Gott verspricht, hängt mit Isaak zusammen. Ihr seht hier ein Foto von Isaak. Es geht jedoch eigentlich nicht nur um Isaak, sondern um ein ganzes Volk. Gott sagt: „Es wird ein Volk geben, das ich dir verspreche.“ Abraham hatte nichts in der Hand, nur den Geschenkgutschein, den Gott ihm gab.

Das dritte, was Gott gibt, ist das Kreuz, das hier an der Seite hängt. Dieses Geschenk passte nicht in die Box hinein. Es geht um den einen Nachkommen, der kommen wird. Dieser Nachkomme wird ein Segen für alle Völker sein. Man kann es vielleicht auch anders ausdrücken, zum Beispiel mit einer Krone oder einem anderen Symbol, das man wählen möchte.

Diese drei Gutscheine packt Gott in seine Geschenkebox. Mit dieser Geschenkebox geht er durch die Tora hindurch, durch diesen „Tora-Trailer“, um deutlich zu machen: „Ich werde diese Sündenschlucht überwinden, und ich gebe dir das.“

Mut und Vertrauen durch Gottes Zusagen

Wir haben das schon im Zeugnis von David gehört. Und ich glaube, auch wenn man diese Zeilen im Ersten Mosebuch liest, bekommt man Mut. Man sagt sich: Wenn Gott Abraham diese Zusage eingelöst hat, dann kann er doch auch in meinem Leben Zusagen einlösen. Das ist doch kein Problem für ihn.

Ich glaube an einen großen Gott. Und ich denke, dass wir uns das immer wieder vor Augen halten müssen, auch wenn wir nichts sehen. Wir sollen den Kopf nicht hängen lassen, sondern Gott weiterhin zutrauen, dass er seine Zusagen wahrmachen kann. Genauso, wie er die Zusagen in dieser Geschenkebox wahrgemacht hat.

Dort wurde ja Isa geboren, der Nachkomme Abrahams. Daraus entstand ein Volk, genau so, wie Gott es gesagt hatte. Das Ganze war aber keine reine Erfolgsstory. Das Volk entstand im Wesentlichen im Ausland. Nach anfänglicher Freiheit wurden sie dort sogar zu Sklaven. Auch das sieht man in der Tora.

Die unvollkommene Familie Gottes

Die Familie Abrahams hatte Gottes Zusagen, doch eine Musterfamilie waren sie nicht. Abraham lügt. Sein Enkel Jakob betrügt. Der Urenkel Ruben bricht in die Ehe seines Vaters ein. Zwei seiner Brüder bringen eine ganze Stadt um. Und der Urenkel Juda schläft mit einer vermeintlichen Prostituierten, die sich schließlich als getarnte Schwiegertochter herausstellt. Eine tolle Familie, oder? Denkst du: „Wow, da möchte ich gern Mitglied sein“?

Was mich fasziniert, ist, dass Gott seine Versprechen gegenüber dieser Familie einhält – trotz all der Irrwege, die die einzelnen Personen gehen. Gott ist viel größer in seiner Verheißung, als wir manchmal in unserem Leben glauben. Er rückt trotz der geistlichen Schleuderkurse nicht von seinen Zusagen ab.

Natürlich muss er ihnen immer wieder einmal einen Stopp setzen, damit sie sich nicht völlig verlaufen. Aber Gott ist auch mit mir auf dem Weg zu seinem Ziel. Das hat auch der Urenkel Joseph im Blick behalten, bis zu seinem Tod.

Damit endet auch das erste Buch Mose. Nun könnte man sagen: „Okay, jetzt sind alle tot, alle, die die Verheißung hatten, und jetzt ist Schluss.“ Stimmt, alle sind tot – aber Gott nicht. Er hält an seiner Verheißung fest. Er geht weiter und nimmt sein Volk mit ins zweite Buch Mose.

Dort stellt er sich mir als Retter und Befreier vor, der sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit. Und genauso will Gott mich auch aus der Sklaverei der Sünde befreien.

Gottes Befreiung aus der Sklaverei

Das erleben wir im zweiten Buch Mose (2. Mose) hautnah mit, insbesondere in der Passahnacht, die bereits angedeutet wurde. Gott zwingt die Ägypter, ihre Sklaven ziehen zu lassen. In jedem ägyptischen Haushalt stirbt ein Erstgeborener.

Das war eine absolute Nacht des Schreckens. Die Straßen von Kairo waren voller Blaulicht und Totenwagen. Wenn man bei dieser Nacht dabei gewesen wäre, hätte man sie niemals vergessen können.

In 2. Mose 12,23 heißt es: „Und der Herr wird durch das Land gehen, um die Ägypter zu schlagen. Siehe, wenn er das Blut an der Oberschwelle und an den beiden Türpfosten sieht, wird der Herr an der Tür vorübergehen und wird den Verderber nicht erlauben, in eure Häuser zu kommen, euch zu schlagen.“

Das ist Passah. Der Herr geht vorüber. Am Volk Israel geht der Todesengel vorüber, weil er das Blut des Lammes an den Türpfosten sieht.

Das Abendmahl, das der Herr Jesus eingesetzt hat, ist im Grunde eine Weiterentwicklung des Passahmahls. Es stellt uns bis heute diese Tatsache vor Augen: Das Blut des Herrn Jesus bewahrt mich davor, von Gott getrennt zu bleiben.

Gottes Strafe geht an mir vorüber, weil der Herr Jesus sie auf sich genommen hat. Das ist das Evangelium. Er ist stellvertretend für meine Sünde gestorben, so wie das Lamm damals für die jeweilige Familie sein Leben gegeben hat, damit diese Familie am Leben bleibt.

Gesetz und Freiheit in der Wüste

Und Gott führt sein Volk aus Ägypten heraus. Er führt dieses Volk in die Wüste und gibt ihnen sein Gesetz. Dieses Gesetz soll sie von Schuld überführen.

Aber es geht ihnen genauso wie uns: Sie merken sehr schnell, dass sie Gottes Gesetz nicht halten können. Die gute Nachricht ist jedoch, dass sie das auch nicht müssen. Schon der Prophet Hesekiel sagt es. Wir haben das auch als Jahreslosung: Gott will mir ein neues Herz geben. Er gibt mir die Kraft, diese Gebote halten zu können. Er versetzt mich in die Lage, das auch zu leben.

Im Neuen Testament ist es dann das Leben des Herrn Jesus, das es mir möglich macht, so zu leben wie er. Ich muss nicht auf meine eigene Anstrengung setzen, sondern darf mit seinem Leben in mir rechnen.

Gottes Plan sieht man sehr deutlich im Buch Zweiter Mose: Sie sollen eine Nation von Priestern werden, also Menschen, die Umgang mit Gott haben. Deshalb sagt Gott ihnen, wie das praktisch im Alltag aussehen kann, mit ihm zu leben.

Er führt sie in eine neue Freiheit und gibt ihnen dann sein Gesetz. Das ist typisch für Gott. Er macht das auch mit uns so: Er führt uns aus Zwängen heraus und zeigt uns, wie wir ein Leben mit ihm beginnen können. In dieser Freiheit gibt er uns Leitplanken, damit wir ein Leben zu seiner Ehre führen und nach seinem Willen leben können.

Dasselbe Prinzip entdecken wir auch beim Herrn Jesus. Menschen werden frei, sie werden Kinder Gottes, er ruft sie in die Freiheit. Dann kommt die Bergpredigt, in der er deutlich macht, wie wir mit ihm leben können.

Gott hat sein Versprechen erfüllt: Aus den Nachkommen Abrahams ist wirklich ein Volk geworden. Das wird hier mit dieser Karte deutlich gemacht. Sie sind noch nicht im Land, aber sie sind langsam – das zeigt die Fahne – wirklich ein Volk geworden.

Die Wüste als Prüfungsort

Und es geht weiter in diesem Trailer. Tragisch ist, dass Gottes ursprünglicher Plan nicht war, dass das Volk so lange in der Wüste unterwegs sein sollte. Das sagt Gott an mehreren Stellen.

Übertragen auf unser Leben ist die Wüste ein Ort, an dem wir uns um uns selbst drehen und wo es nicht der Normalfall ist, Gottessiege zu erleben. Kurz nachdem Israel Gottes Willen sehr eindrücklich am brennenden Berg Sinai erfahren hat, machen sie ein goldenes Kalb. Sie fanden es einfacher, dem Apis-Stier, also einem sichtbaren Gott Ägyptens, zu folgen als dem unsichtbaren Gott.

Mein Herz ist da nicht anders. Ich bin ganz schnell bereit, mich an Götzen zu hängen und mein Leben diesen Götzen anzuvertrauen. Bei dem einen ist es die eigene Kraft, der eigene Stolz, bei dem anderen ist es das Geld, die Attraktivität oder der Spaß oder was immer es sein mag.

Wenn ich diese Geschichten lese, dann ist es gut, und wenn ihr sie lest, euch danach zu fragen: Was ist eigentlich der Götze in meinem Leben? Das ist eine ganz wichtige Frage, die ich mir stellen muss. Auch wenn ich auf dem Weg zu Jesus manche Dinge äußerlich verlassen habe, heißt das noch nicht, dass ich sie innerlich auch aufgegeben habe.

Ich las einen Satz, den ich sehr treffend fand. Da schrieb jemand: Gott brauchte eine Nacht, um Israel aus Ägypten zu führen, aber 40 Jahre, um Ägypten aus Israel zu nehmen. Weißt du was? Gott arbeitet bei mir und vielleicht auch bei dir an demselben Projekt.

Er will mir meine Götzen zeigen, die Dinge, auf die ich mich verlasse. Aber er will mir auch die Freiheit zeigen, die ich erfahren kann, wenn ich ihm vertraue. Und ich erlebe diesen Gott, wenn ich ihm sage: Vater, ich weiß zwar jetzt nicht, wie du das Problem lösen willst, aber ich bin gespannt darauf, wie du es machst. Ich will dir wirklich vertrauen, gerade jetzt, wo ich keine Lösung sehe. Aber ich habe mich entschlossen, dir zu vertrauen, und daran halte ich auch fest.

Gottes Gegenwart und das Leben in der Heiligkeit

Gott gibt seinem Volk eine Zeltkirche und zieht dort selbst ein. Mose möchte ebenfalls hineingehen, doch er kann es nicht. Daraus wird deutlich, dass es nicht selbstverständlich ist, in der Gegenwart Gottes zu leben.

Wie aber ist es möglich, beständig in Gottes Gegenwart zu leben? Aus diesem Grund gibt es das dritte Buch Mose in der Tora. Es beantwortet die Frage: Wie ist es beständig möglich, in Gottes Gegenwart zu leben? In diesem Buch lerne ich Gott als den Heiligen kennen.

Nach dem dritten Buch Mose sind drei Dinge nötig, um beständig in der Gegenwart Gottes zu leben: das Opfer, der Priester und die Reinigung. Diese drei Elemente stehen im Mittelpunkt dieses Buches.

Das Opfer allein konnte keine Sünde wegnehmen. Auch im Alten Testament war der Glaube sehr entscheidend. Wenn ich nicht geglaubt habe, dass auf dem Lamm, das ich jetzt opfere, meine Schuld liegt, hätte es mir nichts gebracht, es einfach nur zu essen, ohne es zu opfern. Der Hebräerbrief unterstreicht sehr deutlich, dass der Glaube das Entscheidende ist, das ich zum Opfer brauche.

Doch selbst wenn ich geglaubt habe, waren die Opfergesetze aus dem dritten Buch Mose für mich wie eine Befreiung. Manchmal lesen wir diese Gesetze und denken: „So viele Vorschriften!“ Dabei hatten die Israeliten eine Möglichkeit, ihre Schuld loszuwerden. Was würden Menschen heute manchmal darum geben, schuldlos zu werden?

Gott zeigt ihnen einen Weg, wie sie schuldlos werden können. Nicht nur durch Worte, sondern indem sie Gottes Weg vertrauen. Genau so wird Schuld aus der Welt geschafft. Das wird im dritten Buch Mose sehr deutlich, besonders in der Zeremonie des großen Versöhnungstags. Dieser Tag wird im Hebräerbrief aufgegriffen, um zu verdeutlichen, dass diese Zeremonie auf das Opfer hinweist, das alle anderen Opfer vorwegnimmt: Jesus Christus, der sein Leben für uns gibt.

Weil Jesus sein Leben gab, ist Gemeinschaft mit Gott wieder möglich. Er ist auch der einzig geeignete Priester. Das zweite große Thema im dritten Buch Mose ist der Priester. Jesus kann für uns in Gottes Gegenwart treten, weil er selbst keine Schuld hat.

Im dritten Buch Mose lesen wir auch viel über Reinigung. Dort geht es oft um äußere Reinigung: Ich muss mich waschen, eine bestimmte Zeit warten, und dann bin ich wieder rein. Im Neuen Testament geht es um mehr. Es geht um eine innere Reinigung.

Gott will mein unreines Denken verändern, meine egoistische Einstellung und mein habgieriges Herz. Er bewirkt das durch Vergebung und durch sein Wort. Je mehr mich Gottes Wort prägt, desto weniger wird das alte Denken mich bestimmen können.

Das ist der eine Aspekt. Doch wenn das alte Denken doch einmal Oberhand gewinnt, darf ich Gott um Vergebung bitten. Ich darf mit ihm weitergehen, nicht stehenbleiben oder gar liegenbleiben. Weitergehen ist angesagt – das ist sehr wichtig.

Es ist also möglich, schon heute in tiefer Gemeinschaft mit Gott zu leben. Ich wiederhole es noch einmal: Das dritte Buch Mose zeigt, wie durch das Opfer, den Priester und die Reinigung Gemeinschaft mit Gott möglich wird. Damit kommt dieser Gedanke auch schon im vierten Buch Mose an.

Gott als geduldiger Hirte und Versorger

Da erlebe ich Gott als den geduldigen Hirten. Und ich erlebe ihn auch als den Versorger. Wenn du im Moment eine Krise hast und denkst, Gott kann dich nicht versorgen, dann schau dir unbedingt das vierte Buch Mose an. Er hat es geschafft, über eine Million Menschen in der Wüste zu versorgen. Es könnte sein, dass auch dein Problem nicht so groß ist, dass Gott keine Idee hat, wie er es lösen soll.

Das vierte Buch Mose zeigt das sehr deutlich. Es geht dort eigentlich um drei Aufenthalte und zwei Reisen in der Wüste. Für jeden Leiter ist das vierte Buch Mose auf jeden Fall Pflichtlektüre, weil hier auch klar wird, wie Gott sein Volk organisiert. Er überlässt Verantwortlichkeiten nicht dem Zufall, sondern legt sie genau fest.

Es war klar, wer die Zeltkirche einpackt. Die Namen standen darunter. Es war klar, wie sie eingepackt wird – nicht einfach „Mach mal den Sack auf und alles rein“. Es war klar, in welcher Reihenfolge man startet. Nicht: „Wir sind schon fertig und gehen einfach.“

Du wirst in 4. Mose eine Menge entdecken, was Gott alles festgelegt hat. Wenn ich das mal auf unsere Zeit übertrage, findest du in 4. Mose Dutzende von Dienstplatzbeschreibungen. Das war Gott offensichtlich sehr wichtig. Wir als Gemeindeleitung haben das relativ spät verstanden, aber hier steht es eigentlich schon drin.

In 4. Mose kannst du sehen, wie Gott sein Volk ganz praktisch führt. Ich lerne auch, dass ich in der Gemeinde durchaus zählen darf – eins, zwei, drei, ganz viele. Das wird nämlich sehr häufig gemacht in 4. Mose. Ich darf mich damit beschäftigen, wie groß eigentlich die Teeniegruppe in drei Jahren sein wird. Das ist eine durchaus sehr wichtige Frage.

Es könnte ja sein, dass wir zwei Teeniegruppen brauchen. Dann sollte ich mich heute schon damit beschäftigen, wer diese zweite Teeniegruppe leiten wird. Oder ich weiß, Hauskreise sind nicht wirklich effektiv, wenn sie regelmäßig mehr als zwölf Besucher haben. Wenn das der Fall ist, sollten wir einfach mal darüber nachdenken, wie wir diese Hauskreise auf Dauer teilen können.

Zählen darf ich also. Die Frage ist nur meine Motivation. Wenn ich zähle, um meine Stärke zu demonstrieren, dann ist das bei Gott ein No-Go. Es gibt andere Bibelstellen, die das unterstreichen. Deshalb war es dem König zum Beispiel verboten, seine Mannschaft im Frieden zu zählen. Aber im Krieg war das sehr wichtig.

Der Herr Jesus sagt es sogar einmal: Du wirst doch nicht in den Krieg ziehen, ohne zu wissen, wie viele Soldaten du hast. Das benutzt er als Beispiel. Also wird in 4. Mose sehr oft gezählt.

Dann begegnen wir in 4. Mose auch unserem Herzen. Das Volk hat ständig gemotzt – sie hätten richtig deutsch sein können. Es fehlte an Dankbarkeit. Wenn du das Wort gesagt hast, dann haben sie gesagt: „Du, da war doch so ein Fremdwörterbuch, kannst du das mal rausholen? Was ist das eigentlich?“

Für mich ist die stärkste Bibelstelle in diesem Zusammenhang 4. Mose 11,4ff. Du liest dort und denkst: Meine Herren! Da heißt es: „Und das hergelaufene Volk, das in ihrer Mitte war, gierte voller Begierde, und auch die Söhne Israel weinten wieder und sagten: Wer wird uns Fleisch zu essen geben? Wir denken an die Fische, die wir in Ägypten umsonst aßen, an die Gurken und auch an die Melonen und an den Lauch und an die Zwiebeln und an den Knoblauch. Und nun ist unsere Kehle vertrocknet, gar nichts ist da, nur das Manna sehen unsere Augen.“

Wow, du liest das und denkst, die reden von irgendeinem Traumurlaub und Vier-Sterne-Hotel mit Buffet, oder? Aber sie hatten total vergessen: Wir waren ja Sklaven in Ägypten. Das kommt in diesem Text überhaupt nicht vor. Ein schlechtes Gedächtnis vergoldet die Vergangenheit.

Vergiss nie: Du warst in Ewigkeit verloren. Jesus hat dich gerettet, indem er sein Leben für dich gab. Gerade in schwierigen Situationen ist es so wichtig, sich daran zu erinnern. Denn manchmal denken wir im Unterbewusstsein doch: Wenn ich Christ bin, muss ich möglichst in der problemfreien Zone leben. Dann kommen Probleme, und wir denken darüber nach, was eigentlich alles besser war, bevor ich Jesus kannte.

Es stimmt nicht, dass nichts besser war, bevor du Jesus kennengelernt hast. Du wirst Punkte finden, die in deinem Eindruck besser waren. Aber lass dir kein X für ein U vormachen: Vergiss nicht, was bedeutend schlechter war. Du warst in Lebensgefahr. Wenn du damals gestorben wärst, wärst du ewig von Gott getrennt gewesen. Setze die Melonen und die Gurken, auch wenn sie umsonst waren, nicht davor.

Dem Volk Israel hat sein Ungehorsam in der Wüste Jahre gekostet. Sie waren ausgezogen aus Ägypten, um die Freiheit zu genießen. Aber bis auf zwei Männer sind alle dieser Generation in der Wüste gestorben. Das Volk ist in Israel nicht angekommen. Nur zwei von ihnen sind angekommen.

Leider ist es heute auch noch so: Viele Christen kommen nicht aus dem ständigen Kreisen um sich selbst heraus. Sie stehen ein Leben lang auf dem Weg mit Jesus und sind enttäuscht von den Erwartungen, die sie an andere Leute hatten. Die anderen haben diese Erwartungen nicht erfüllt. Es geht nur um mich selbst und um niemand anderen.

Oder ich laufe wie eine beleidigte Leberwurst durch die Gegend und habe nicht verstanden, wie groß die Freiheit ist, die der Herr Jesus mir geben will. Es muss nicht immer um mich gehen. Ich darf auch Nein zu meinem Egoismus sagen – dazu bin ich befreit. Ich darf das Beste für den anderen suchen, selbst wenn es mich etwas kostet.

Schade, wenn ich die Freude, die damit verbunden ist, nie erlebe, weil ich immer denke, die Wüste ist mein Schicksal. Weil ich die Freiheit im Land Kanaan überhaupt nicht kenne. Nur wenn ich mein Leben auf Jesus konzentriere, habe ich die Hände frei, um dem anderen zu dienen. Nur wenn ich mich selbst nicht festhalte, kann ich anderen dienen.

Das fünfte Buch Mose: Gottes Liebe und Warnungen

Und damit kommen wir in unserem Thora-Trailer zum letzten Buch, dem fünften Buch Mose. Dieses Buch ist das Lieblingsbuch des Herrn Jesus. Es gibt kein Buch, aus dem er mehr zitiert als aus dem fünften Buch Mose.

Hier macht er deutlich, dass Gott ein Gott ist, der mich liebt. Er erinnert mich auch in diesem Buch an einen besonderen Verheißungsgutschein. In 5. Mose 34,4 heißt es: „Der Herr sprach zu ihm: Das ist das Land, das sich Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen haben, dem ich sprach: Deinen Nachkommen werde ich es geben. Ich habe es dir mit deinen Augen sehen lassen, aber du sollst nicht hinübergehen.“

Das war die Dramatik bei Mose. Auch er kam nicht in das Land, auch er gehörte nicht zu den Zweien, die es betreten durften, weil er sich vom Ungehorsam überwältigen ließ. Doch der Herr Jesus erinnert hier noch einmal, auch durch Mose, dass das Volk jetzt da ist und in das Land ziehen wird. Jetzt geht es hinein, das dürft ihr jetzt einnehmen – Kanaan liegt vor euch.

In Kanaan warteten Krieger mit gezückten Schwertern. Es war also keine Parade mit Fahnen, bei der alle auf sie warteten. Vor allem aber kamen sie in ein Land, das vor fremden Göttern nur so wimmelte. Damals wie heute können wir uns von diesem „Göttervirus“ sehr schnell anstecken lassen.

Deshalb ist Gemeinde so wichtig: Wir erinnern uns gegenseitig an Gottes Maßstab, damit der Götzendienst nicht wieder Teil unseres Lebens wird.

Was zum Beispiel häufig im fünften Mose auffällt, ist, dass Gott sagt: „Leute, ihr sollt niemals jemanden aus diesen fremden Völkern heiraten, sonst geht es euch so wie einigen Filmhelden.“ Das kennt man aus Filmen: Kurz bevor jemand sein Ziel erreicht, wird er unvorsichtig, übersieht eine Stolperfalle und fällt darüber. So warnt Gott sie vor dieser Gefahr.

Das fünfte Mose spricht von vielen Gefahren, macht ihnen aber auch deutlich: „Ich liebe euch als Volk!“ Und das sollt ihr euren Kindern immer wieder weitersagen – egal, ob es eure eigenen Kinder sind oder ob ihr Kinderspiele, Jugendstunden oder Ähnliches macht. Wenn ihr es den Kindern nicht sagt, wer soll es ihnen dann sagen?

Der Kinderdienst in der Gemeinde nimmt mir als Vater nicht die Verantwortung ab, meine Kinder aus dem Wort Gottes zu lehren. Der Kinderdienst kann ergänzen, aber niemals ersetzen.

Gehorsam und Folgen im Land Kanaan

Wir kommen in die Schlusskurve. Ein ganz entscheidendes Kapitel im fünften Mose ist auch Kapitel 28. Der Grundsatz lautet hier: Keine Angst, ich werde es nicht vorlesen. Gehorsam bringt Segen, Ungehorsam bringt Fluch.

Gott sagt: Wenn ihr mir gehorcht, dann werdet ihr im Land bleiben. Wenn ihr aber nicht gehorcht, werdet ihr dieses Land wieder verlassen müssen. Die Propheten nehmen später darauf Bezug. 5. Mose 28 ist ein ganz wesentliches Kapitel. Sie sagen: Schaut mal, das hat Gott gesagt, und genau das tut ihr. Gott wird konsequent sein, und ihr werdet das Land verlassen müssen – aufgrund von 5. Mose 28.

Das ist die immer wiederholte Botschaft der Propheten. Und es kam dann schlussendlich auch so. Wie ich schon sagte, dramatisch ist das Ende der Tora: Mose selbst kommt nicht in das Land. Er kann es nur von einem Berg aus sehen.

Doch hier wird deutlich, dass der zweite Gutschein, das heißt, das Land, das Gott euch geben wird, das er euch versprochen hat, sehr bald Wirklichkeit wird. Sie waren eine Stammesgemeinschaft, jetzt bekommen sie das Land. Viel später wird es dann so sein, dass aus ihrem Volk der Segen für alle Völker kommt.

Gottes Treue und persönliche Zusagen

Was du aus der Tora lernen kannst, ist, dass Gott zu seinem Wort steht. Er gibt dir nicht nur einen leeren Karton, sondern Verheißungsgutscheine – auch in deinem persönlichen Leben. Nimm sie ernst. Lass sie nicht wie irgendeinen Gutschein im Schrank liegen, wo sie verrotten. Nimm sie in dein Leben hinein, rechne damit und sprich sie immer wieder im Gebet zu Gott.

Wir sind jetzt also gedanklich einmal kurz und schnell durch die Tora gegangen. Wir haben Gott kennengelernt als den Schöpfer, über den wir staunen können, weil unser Leben ihm gehört. Im zweiten Buch Mose haben wir Gott als den Herrn kennengelernt, der das Volk Israel aus Ägypten befreit hat. Im dritten Buch Mose zeigt er sich als der heilige Gott, mit dem ich zusammenleben kann. Das ist möglich, weil es das Opfer gibt, den Priester und die Reinigung.

Ich wünsche dir, dass du auch über Gott staunen kannst, der dich wie ein Hirte durch die Niederlagenwüste leitet. Er zeigt dir dabei dein böses Herz, um dich nach Kana zu bringen. Das ist Gottes Ziel. Freu dich über den Gott, den du im fünften Buch Mose kennenlernst, der dich nicht vergessen hat und dich nicht alleine lässt. Er ist der Gott, dessen Liebe zu dir alles andere überstrahlt.

Und dieser Gott möchte eins, und das ist mein letzter Vers aus fünftem Mose 6,5: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft. Amen.