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Wenn keine rechte Liebe mehr in der Welt ist

Wie werden wir mit dem Leben fertig?, Teil 2/3
01.01.1964
SERIE - Teil 2 / 3Wie werden wir mit dem Leben fertig?

Einsamkeit und das Verlangen nach Liebe in der modernen Welt

Wir wollen heute Abend miteinander über das Thema sprechen, wie man mit dem Leben fertig wird, wenn keine rechte Liebe mehr in der Welt ist.

Ach, wie oft habe ich den Satz gehört – ironisch, bitter, wütend: Es gibt keine Liebe mehr in der Welt. Das ist richtig – aber auch nicht richtig. Gibt es noch Liebe in der Welt? Darum geht es.

Vor mir steht so ein sechzehnjähriger Junge und sagt: „Es gibt keine Liebe mehr in der Welt. Ich habe keinen Menschen, mit dem ich mich mal richtig aussprechen könnte.“

Ich sage: „Quatsch, doch nicht! Du hast doch Arbeitskameraden.“
Er antwortet: „Ja, die Arbeitskameraden erzählen mal dreckige Witze, aber das ist alles.“
„Du hast doch eine Mutter.“
„Ach, die Mutter hat so viel um die Ohren, die hat keine Zeit für mich.“
„Und dein Vater?“
„Muss man gehört haben, der Alte. Der kommt um fünf, schmiert sich was, isst und geht wieder weg.“

Ihr Väter, so sieht das aus hier in den Augen eurer Jungen, nicht?

Und auf einmal geht mir auf: Hinter diesem sechzehnjährigen Jungen öffnet sich die große Schar derer, die mitten in der Großstadt unter Millionen Menschen unendlich allein sind. Sie sehnen sich nach ein bisschen Liebe – und sie finden sie nicht.

Neulich hat einer gesagt: Nirgendwo ist der Mensch so einsam wie in der Großstadt. Das ist richtig, nicht?

Ich kenne Ehen, in denen die Frau neben dem Mann herlebt. Sie versorgt ihn, macht ihm Spätzle und so weiter – aber sie hat keine Ahnung, was er denkt und bewegt. Der Mann weiß nicht, fragt nicht und interessiert sich auch gar nicht dafür, was seine Frau eigentlich denkt und bewegt. Es ist grauenvoll, wie man totenstill und einsam in einer Ehe nebeneinander herleben kann.

Das Herz sehnt sich nach Liebe wie dürres Land nach dem Regen, wie wir nach Sonne. Und dann heißt es: Es gibt keine Liebe in der Welt.

Ich habe den jungen Mann eben gefragt, ob das wahr wäre. Er gibt mir keine Antwort. Ich weiß genau, was er denkt. Vielleicht haben Sie Fragen über mich geäußert? Nein, nein, ich denke großartig über Sie – das ist keine Antwort auf jeden. Ich hätte nämlich auch keine gegeben in dem Moment.

Weil er keine gegeben hat, hätte ich Ihnen auch keine gegeben in dem Moment. Manche Paare sind so froh, wenn sie das natürlich unmerklich verantworten. Sie hat völlig Recht, es hätte auch keine gegeben, nicht?

Im Übrigen habe ich es nur gemacht, damit Sie alle aufpassen – tun Sie ja jetzt, nicht?

Sehen Sie, die Frage ist nämlich jetzt für jeden Menschen im Grunde: Wie komme ich denn daraus, wenn man herzlich nach Liebe sehnt und immer nur enttäuscht wird? Was macht man da?

Die Suche nach Erlösung in der Sexualität und die Unsicherheit moralischer Werte

Die erste Antwort, die unsere Zeit gibt, auf die Erlösung aus Lieblosigkeit und Einsamkeit, findet sich auf dem Weg der Erotik und der Sexualität. Der Mensch legt den Geliebten zu sich, und da ist die Liebe. Ja, so ist es.

Weil das der Weg unserer Tage ist, möchte ich zunächst auf diesen Punkt eingehen. Ich habe drei Punkte, und hoffentlich komme ich mit allen durch. Wir wollen immer am Neuner Schluss machen, also braucht niemand Angst zu haben.

Sehen Sie, das ist die heutige Situation: Die Einsamkeit des modernen Menschen, sein Verlangen nach ein bisschen Verständnis und Liebe, verbündet sich mit der stärksten Macht, die es in der Welt gibt. Wissen Sie, was die stärkste Macht ist? Der Geschlechtstrieb. Diese Einsamkeit und das Verlangen nach Liebe verbünden sich also mit der stärksten Macht, dem Geschlechtstrieb.

Nun sucht der Mensch von heute Erlösung aus der Lieblosigkeit und Einsamkeit auf dem Feld der Sexualität. Deshalb wird alles sexualisiert: Film, Roman, Kinoreklame – nein, jede Reklame. Ich kann nicht verstehen, warum eine Seife mit nackten Mädchen beworben werden muss, aber heute geht es nicht anders, verstehen Sie? Es wird alles sexualisiert, auch das Denken der Menschen.

Wenn junge Soldaten in der Kaserne sind, ist das erste Wort morgens oft ein Witz oder ein Satz in diese Richtung, und abends das letzte Wort ebenfalls. Wir suchen die Erlösung aus Lieblosigkeit und Einsamkeit auf diesem Gebiet. Ist das nicht wahr?

Nun steht ein Pärchen vor mir, so ein nettes Pärchen. Sie hat blaue Ränder um die Augen, er eine Zigarette schräg im Mund – so richtig geflitten, wie man das im Ruhrgebiet sieht. Ich hatte davon gesprochen, da stehen die beiden vor mir, und das Mädchen sagt frech und patzig: „Das ist doch nichts dabei, Herr Pastor. Warum denn den lieben Wein, wenn man auseinandergeht und schon in der Ecke ein anderer steht? Weil es doch nichts dabei ist.“

Da habe ich gesagt: Wer bestimmt eigentlich, ob da etwas dabei ist? Wer hat denn eigentlich das Sagen an diesem Punkt? Sehen Sie, ich glaube, hier liegt die größte Not: Wir wissen heute nicht mehr, was gut und was böse ist. Eine völlige Unsicherheit ist eingetreten.

Verstehen Sie, ich sage: Die Einsamkeit verbündet sich mit dem Geschlechtstrieb, und nun rast alles. Auf einmal wissen wir nicht mehr, was gut und was böse ist. Also sagen wir mal: Ist vorehelicher Geschlechtstrieb Sünde oder nicht? Ist Ehescheidung gut oder böse? Ist Homosexualität böse oder gut? Ist lesbische Liebe, dass ein Mädchen das andere liebt, gut oder böse? Ist Ehebruch gut oder böse?

Mir sagt ein Mann: Meine Frau versteht mich eben nicht, da gehe ich zu einer anderen Frau. Soll ich das tun? Was ist eigentlich gut und böse? Verstehen Sie, hier liegt die Not: Man weiß nicht mehr, was gut und böse ist.

Und da steht dieses Flittchen aus dem Ruhrgebiet vor mir, mit der Zigarette schräg im Mund, und sagt: „Das ist doch nichts dabei.“ Wer hat denn darüber eigentlich zu bestimmen? Wer hat zu sagen, was gut oder böse ist?

Hören Sie mir gut zu, das ist der wichtigste Punkt: Wer hat eigentlich zu sagen, was gut oder böse ist? Ich meine, es kann nur einer bestimmen, nämlich der Herr der Welt, der lebendige Gott. Wenn es keinen Gott gibt, dann können sie machen, was sie wollen. Dann toben sie sich aus und reißen alle Zäune nieder.

Ich wüsste nicht, warum jemand nur weil Tante Amalie dagegen ist, anständig sein sollte. Wenn es keinen Gott gibt, können sie tun, was sie wollen. Wenn aber Gott lebt, dann hat er zu sagen, was gut und böse ist. Dann hat er zu bestimmen, ob etwas dabei ist oder nicht. Da habe ich Recht, nicht?

Hier stehen Sie, jeder von Ihnen, vor der Frage: Sie müssen sich entscheiden, junger Mann, ob Gott lebt oder nicht. Wenn Gott lebt, haben Sie zu fragen, was Gott auf dem Gebiet der Sexualität geboten hat. Wenn Gott nicht lebt, dann kümmern Sie sich nicht weiter darum.

Mir sagt einer, die Kirche habe darüber nicht zu befinden. Ich sage: Nein, auch nicht. Aber Gott, nicht meine Tante, nicht meine Eltern, nicht die Kirche, nicht der Pastor und der Pfarrer sagen hier nicht, sondern Gott. Wenn Gott lebt, können Sie nicht sagen: Ich glaube an Gott und tue, was ich will. Das ist Schwindel, das ist Schizophrenie.

Entweder erkennen Sie Gott an, dann müssen Sie fragen, was Gott will. Nun sagen Sie: Ich weiß nicht, ob Gott lebt. Ich will Ihnen sagen: Gott ist wirklich da. Gott lebt, er ist Herr der Welt, er sieht und kennt Ihr Leben.

Und wenn Sie mich fragen, woher ich das so hundertprozentig weiß, dann antworte ich Ihnen: Weil er sich in Jesus Christus geoffenbart hat. Seitdem Jesus gekommen ist, ist Gottes Leugnung Dummheit oder Bosheit. Es ist klar: Gott lebt, und er hat zu sagen, was gut und böse ist.

Gott hat uns in seinem Wort darüber ganz klare Auskunft gegeben, ganz klar. Ich kann Ihnen jetzt nur in großen Zügen sagen, was Gott über das Gebiet der Sexualität zu sagen hat. Verzeihen Sie, dass ich das so in großen Zügen machen muss, aber wir möchten mit einer Stunde auskommen.

Gottes Ja zur Sexualität und die Bedeutung der Ehe

Was sagt Gott, der sich in Jesus offenbart hat und wirklich da ist, zu diesem Thema?

Das Erste ist: Er sagt Ja zu unserer Sexualität. Er bejaht sie. Es ist nicht so, dass ein Christ nur von oben nach unten denken kann und alles, was „unten“ ist, als heidnisch abtut. Gott schuf sie als Mann und Frau. Gott hat mich als Mann geschaffen, mitsamt meiner Sexualität, und sie als Frau, so dass sie wirklich Frau ist.

Und ich kann nur sagen: Wir sollen richtige Männer werden, nicht zurückhaltende oder unsichere Männer. Und die Frauen sollen wirklich Frauen sein. Neulich war ich in London. Dort laufen die Mädchen schon so herum, dass man nicht mehr erkennt, ob es ein Mann oder eine Frau ist. Die Jungs haben lange Haare, die Mädchen kurze Haare. Beide tragen Blue Jeans. Man weiß wirklich nicht mehr, was was ist. Da sage ich: Da fängt es an, verrückt zu werden.

Gott schuf sie als Mann und Frau. Das heißt, Gott sagt Ja zu unserer Geschlechtlichkeit. Darüber kann man reden, und deshalb spreche ich hier so offen darüber. Ich schäme mich nie dafür, verheiratet zu sein und Kinder zu haben. Erstens sagt Gott Ja, und deshalb brauchen wir keine Komplexe. Zweitens aber schützt Gott die Sexualität. Er hat einen Zaun darum gezogen.

Dieser Zaun heißt Ehe. Gott schuf sie als Mann und Frau, das ist gewissermaßen von Anfang an festgelegt. Gott hat einen Zaun um die Geschlechtlichkeit gezogen. Er will die Ehe. Er will nicht, dass wir einander wahllos gehören wie Kaninchen. Gott will, dass daraus die größte Gemeinsamkeit entsteht – und darum die Ehe.

Meine Freunde, wir haben damit angefangen, dass wir sagten: Es gibt keine wahre Liebe in der Welt, und der Mensch ist einsam. Eine wahre Ehe soll darum ein Stück Erlösung aus der Einsamkeit sein. Ihr lieben Frauen, es genügt nicht, dass ihr euren Männern vielleicht Spätzle kocht oder sie mit Steven Württemberger verwöhnt. Das allein reicht nicht. Es genügt auch nicht nur eine sexuelle Gemeinschaft.

Die Ehe soll ein Stück Erlösung aus der Einsamkeit sein. Es ist nicht gut, sagt Gott am Anfang, dass der Mensch allein und einsam ist. Ich will ihm eine Gehilfin schaffen, die um ihn ist. Als ich heiratete, hatte ich einen alten Kollegen, der hielt eine nette Tischrede. Er sagte: „Ich will ihm eine Gehilfin schaffen, die um ihn ist.“

Er meinte nicht eine Herrin, die über ihm den Pantoffel schwingt, nicht eine Sklavin, die unter ihm zu Füßen liegt – manche Männer meinen, ihre Frau müsse eine Sklavin sein – auch nicht eine Neben ihm, die Nebensache ist, sondern die Gehilfin, die um ihn ist. Mein Lieber, so ist es.

Ich würde jetzt gerne ein großes Loblied auf die Ehe singen, wenn ich die Zeit hätte. Es hat mich tief beeindruckt, wie mein Vater bei der silbernen Hochzeit seine Frau anschaute und sagte: „Ich habe dich in 25 Jahren jeden Tag mehr liebgewonnen.“ Da denkt man an all die Ehen, in denen nach 25 Jahren alles erkaltet ist. Das ist grauenvoll, nicht wahr?

Vielleicht sitzen hier Menschen, die heute Abend ihrem Ehepartner sagen müssen: „Wir müssen von vorne anfangen.“ Geht das? Ja, das geht. Denn Gott bejaht die Sexualität und schützt sie durch die Ehe.

Darum gehe ich einen Schritt weiter. Nicht ich will das, sondern Gott. Ich sage noch einmal: Sie können Gott abschütteln, aber Sie werden einmal vor ihm stehen. Sie werden ihm nicht entkommen. Darum sagt Gott: Er will eine reine Jugend.

Ich weiß, das ist heute furchtbar unmodern. Selbst Theologen sagen, wir brauchen eine neue Sexualmoral. Das ist Unsinn. Es gibt nur einen, der das sagen darf – der Herrscher – und der sagt: „Ich will keine Hurerei.“ Er will eine reine Jugend.

Die Bibel hat dazu etwa den Gedanken, den ich kurz zeigen möchte: Wir werden von Gott geführt, und er hat einen Ehepartner bestimmt. Ein junger Mann oder ein junges Mädchen, das seinen Ehepartner vielleicht noch gar nicht kennt, soll ihm schon die Treue halten.

So blieb Isaak ein reiner junger Mann, bis der Moment kam, da Gott ihm seine Frau zuführte. Sehr hat er die Treue gehalten, ehe er sie kannte. Stimmt’s? Darin liegt das ganze Verlieben: eine reine Treue.

Daher darf ich ganz deutlich sagen: Vorehelicher Geschlechtsverkehr ist Sünde vor Gott. Ebenso sind Homosexualität und lesbische Liebe Sünde vor Gott. Sie werden vor ihm stehen. Sie können das wegschütteln, aber Sie werden vor ihm stehen.

Darum sind Ehescheidung und Ehebruch Sünde, die sie vor Gottes Angesicht verantworten müssen. Und wenn Sie sagen: „Da stehst du ganz allein mit dieser Ansicht“, dann sage ich: Gott hat immer den Mut gehabt, gegen alle Menschen allein zu stehen. Er bleibt am Ende Richter.

Das leuchtet auch dem Gottlosesten ein, was ich jetzt gesagt habe: reine Jugend und Treue in der Ehe. Ein unchristlicher Arzt sagte mir einmal: „Herr Pastor, das entspricht durchaus dem, was wir heute denken, dass ein Mädchen eigentlich nur einmal lieben kann. Wenn sie sechs Freunde hatte und mit siebzehn heiratet, wird die Ehe nichts.“

Er sagte wörtlich: „Sie ist versaut zur Ehe.“ Er war Schwabe. Sie denkt immer an den, den sie zuerst geliebt hat.

Ihr jungen Männer, passt auf, wenn ihr mit Märchen spielt. Ihr müsst das einmal verantworten. Wir sind in einem Strom von Schmutz und Götzendienst geraten, der uns verloren gehen lässt. Die Hölle kann kommen.

Wir sollten den Mut haben, wieder einmal auf die Stimme des bändigenden Gottes zu hören. Euer Gewissen sagt euch, das ist richtig: eine reine Jugend, eheliche Treue. Jeder denkt, das ist richtig – aber nicht mehr.

Jesus und die Vergebung – Hoffnung für die Sünder

Ich muss Ihnen die Geschichte aus der Bibel erzählen. Gestern habe ich gesagt, dass ich so gern biblische Geschichten erzähle. Da hatte der Herr Jesus einmal einen Kreis von Menschen um sich versammelt und sprach mit ihnen vom Himmelreich.

Jesus, der Sohn Gottes – darf ich gleich sagen, wenn ich von Jesus rede, meine ich den Sohn Gottes, den menschgewordenen Sohn Gottes. Oft höre ich, Jesus sei auch nur ein Mensch gewesen. Wenn ich von Jesus spreche, meine ich aber den Sohn Gottes, sonst ist das nicht klar zu verstehen.

Er spricht also vom Himmelreich, und plötzlich entsteht Tumult, ein großer Aufruhr. Eine Menschenmenge kommt herbei. Die vordersten schleppen eine hübsche junge Frau heran, ihre Bluse ist zerrissen. Sie bringen sie vor Jesus und sagen: „Herr Jesus, wir haben diese Frau beim Ehebruch ertappt. Im Gesetz Gottes steht, dass eine Ehebrecherin gesteinigt werden muss. Du bist der Sohn Gottes, immer so warmherzig. Du wirst doch zugeben, dass sie gesteinigt werden muss. Bitte gib dein Urteil ab!“

Da steht der Heiland, die Sünderin steht vor ihm, und die Menge steht drumherum. Was wird er jetzt sagen? Der Sohn Gottes sagt: „Ja, Gott hat entschieden, sie hat den Tod verdient.“ Wie wird Ihnen dabei zumute? Die Ehebrecherin ist hier. Jesus sagt, der gute Hirte: „Gott hat entschieden, sie hat den Tod verdient.“ Dann fährt er fort: „Wer unter euch ohne Sünde ist, der soll den ersten Stein werfen.“

Dann bückt er sich und schreibt etwas in den Sand. Ich weiß nicht, was er schreibt. Als er sich wieder aufrichtet, steht nur noch die junge Frau da. Die Bibel sagt, sie gingen alle hinaus, angefangen bei den Ältesten, über ihre Gewissen bewegt.

Nun frage ich Sie: Wäre hier im Saal jemand, der den Mut gehabt hätte, den ersten Stein zu werfen? Ja, ich auch nicht. Dann sind wir hier ja eine tolle Sünderversammlung, oder? Und wenn wir das schon einmal zugeben, ist das viel wert.

Jesus hat der Frau gesagt: „Ich vergebe dir auch, sündige nicht mehr!“ Das ist Gottes Wille. Aber das allein würde uns zur Verzweiflung treiben. Darum darf ich Ihnen sagen: Gott hat seinen Sohn geschickt, um Sünder zu erretten. Das sind wir, haben wir festgestellt, nicht wahr?

Für mich war es so, als ich als ganz leichtsinniger junger Leutnant im Ersten Weltkrieg zum Glauben kam. Aus dem Schmutz heraus befreit zu wissen, dass Jesus am Kreuz gestorben ist. Sein Blut deckt meine Sünden zu, aber er sagt auch: „Sündige nicht mehr!“

Verstehen Sie, dass Sie diesen Heiland brauchen – alle, wie Sie hier sitzen? Ich möchte Ihnen vor Augen malen, wie dort am Kreuz diese Hände hängen, die den Sturm stillten. Sie sind durchbohrt, die Stirn zerrissen von der Dornenkrone. Sein Blut rieselt in den Sand.

Er neigt sein Haupt, voll Blut und Wunden. Du edles Angesicht, das vor dem Reich der Welt erschrickt und zugrunde geht – wie bist du so entstellt? Da bezahlt er für Ihre und meine schmutzigen Sünden. Was für Dreck haben wir hier hineingebracht! Dafür stirbt Jesus hier!

Die Strafe liegt auf ihm, damit wir Frieden hätten. Sie brauchen ihn. Nur bei ihm sind Sie schuldlos. Er schenkt einem ein neues Herz.

Ich bitte Sie: Bringen Sie Ihr Leben in Ordnung. Nicht nur äußerlich, sondern brechen Sie falsche Bindungen ab. Reden Sie mit Jesus, bekennen Sie ihm alle Ihre Sünden. Bitten Sie ihn um ein reines Herz und einen neuen Anfang.

Bringen Sie Ihr Leben in Ordnung! Hier sind etwa tausend Menschen, vielleicht sogar mehr. Es könnte gut sein, dass von diesen tausend in dieser Woche jemand stirbt. Dann gehen Sie vor Gott in die Ewigkeit.

Wenn Sie das hören und nicht glauben, dann warten Sie ab, ob die Bibel recht hat. Dann stehen Sie vor Gott und haben Ihr Leben nicht in Ordnung gebracht. Jesus hat Ihre Sünden nicht vergeben.

Die ganzen schmutzigen Jugendsünden, die nicht vergeben sind – Sie gehen mit ihnen in die Ewigkeit. Mir läuft es kalt den Rücken herunter.

Ich beschwöre Sie: Wissen Sie nicht, ob Sie nächste Woche sterben? Bringen Sie Ihr Leben in Ordnung! Jesus ist gekommen, um Sünder zu erretten. Die Strafe liegt auf ihm, damit wir Frieden haben.

Das Blut Jesu Christi macht uns rein von aller Sünde. Er sagt: „Siehe, ich mache alles neu.“

Glückliche Ehe und die Einsamkeit nach dem Krieg

So muss ich einen Schritt weitergehen. Wie soll ich mit dem Leben zurechtkommen, wenn es keine wahre Liebe mehr gibt? Eine Ehe kann beglückend sein und Reichtum bringen.

Ich wünsche mir, dass hier Eheleute sitzen, die sagen: „So würde ich nie sagen, es gibt keine wahre Liebe, ich bin glücklich verheiratet.“ Und wenn sie mich fragen: „Bist du das?“ – dann antworte ich mit Ja. Sie müssen mir glauben.

Doch jetzt möchte ich sagen: Es gibt tatsächlich Menschen, die, trotz dessen, was ich eben sagte, sehr einsam durchs Leben gehen müssen.

Ich bin hundertprozentiger Pazifist. Der Hauptgrund, warum ich das geworden bin – als ehemaliger Soldat – ist folgender: In diesem Krieg sind rund fünf Millionen junge Männer gefallen. Das bedeutet, dass fünf Millionen Mädchen in Deutschland auf das größte Glück verzichten müssen, nämlich einen Mann zu haben, den sie glücklich machen können.

Fünf Millionen Mädchen müssen ihren Weg einsam gehen. Ich brauche gar nicht mehr zu hören oder zu sagen, was für ein Wahnsinn ein Krieg ist. Daran denkt man kaum: an die fünf Millionen Mädchen. Die Männer, die sie heiraten wollten, liegen in Afrika, Russland, Frankreich, Norwegen oder auf dem Grund des Meeres.

Und diese fünf Millionen, von denen einige hier sitzen, müssen das Grauen eines einsamen Lebensweges ertragen.

Daher möchte ich euch sagen: Bitte brecht nicht in fremde Ehen ein. Gott wird es schrecklich richten. Gott ist sehr hart, Gott macht mit keiner Sünde einen Vertrag.

Trotzdem müssen Sie und alle anderen Menschen nicht ohne Liebe bleiben.

Die Liebe Jesu als Antwort auf Einsamkeit und Lieblosigkeit

Und damit bin ich beim Zweiten. Versuchen Sie es doch mal mit der Liebe Jesu. Jetzt meine ich nicht nur diese Mädel, sondern uns alle. Versuchen Sie es mal mit der Liebe Jesu. Ich weiß, dass jetzt viele denken: „Ach Mensch, ein religiöser Quatsch.“ Das habe ich auch mal gedacht und kann es keinem übel nehmen. Aber so kann nur reden, wer die Liebe Jesu nicht kennt.

Bitte schauen Sie sich doch mal in der Welt um, ob die Menschen glücklich sind. Keiner ist glücklich, obwohl es uns so gut geht. Der Mann, der meinen Wagen putzt, fährt nach Österreich in Urlaub, und der Sohn meiner Putzfrau nach Mallorca. Ich meine, wie gut geht es uns, ja? Natürlich haben wir unsere Wehwehchen: Ihr habt Kopfschmerzen, sie haben eine Galle, und sie haben einen Blinddarm und so. Aber das ist ja kein Herzbrechen, oder? Wir wissen ja nicht, wie gut es uns geht.

Ist jemand hier, der heute Abend hungrig ist? Sie sind alle satt geworden, ja? Wir haben bloß Einkommen, wir sind zu dick oder zu dünn. Wie gut geht es uns! Sie noch nicht so, aber das kommt noch. Sehen Sie, und nun gucken Sie sich mal um, ob Menschen glücklich sind. Nein! Gucken Sie diese Don Johnson und die Liebe in dem erotischen Gebiet. Sie sind auch nicht glücklich.

Ich habe das ja nie so ausgedrückt gehört. Ich habe, wie in der Geschichte, die ich schon tausendmal erzählt habe, einen Freund, der Kaufmann ist. Er war neulich bei einem Fabrikanten eingeladen. Schöne Villa, ein wunderbarer Park, etwa hundert Gäste. Im Getümmel des Festes trifft mein Freund den Hausherrn und sagt: „Mann, was haben Sie es gut! So ein König sind Sie, so eine Besitzung, groß, Fabriken, nette, fraureizende Kinder, gesund, jung.“ Da sagt der Mann: „Ja, Sie haben Recht, mir geht es gut.“ Und auf einmal wird der Ton ernst und er sagt: „Aber fragen Sie mich nur nicht, wie es hier drin aussieht! Fragen Sie mich nur nicht, wie es hier drin aussieht!“

Und wenn ich über die Straßen gehe, dann denke ich oft: Wenn die Leute ehrlich werden, lieben sie alle stehen und schreien: „Frag mich nicht, wie es hier drin aussieht, hier in meinem Herzen!“ Ich muss die Übertragung zahlen, die sehen mich jetzt nicht. Wie es in meinem Herzen aussieht: Friedelosigkeit und die Gedanken verklagen sich in Schuld und alles durcheinander. Friedelosigkeit, sagt die Bibel, ist der richtige Ausdruck.

Sehen Sie, es gibt nur einen, der uns heilen kann. Jetzt denken Sie: Gott sieht unser Elend, und wir können ja nicht zu Gott kommen, nicht? Da ist eine Mauer zwischen. Und da hat Gott die Mauer zerbrochen, die ihn von uns trennt. Er ist in seiner großen Liebe in Jesus zu uns gekommen.

Das ist die atemberaubende Botschaft, die ich zu verkündigen habe: So sehr hat Gott diese Welt geliebt! Ich hätte sie nicht geliebt. Ich, jetzt mit Eisenbahnschienen zusammengehauen, diese Welt voll Dreck und Bosheit und Doofheit und ach, ich kann es ja nicht aussprechen – und die hat Gott geliebt! Da bleibt mir der Verstand stehen. So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen Sohn Jesus gab, auf dass alle, die – ja, soll ich so sagen – dessen Liebe annehmen, nicht verloren werden, sondern das Leben haben.

Auf einmal nicht mehr sagen: „Es gibt keine Liebe in der Welt.“ Sagen Sie: „Wir haben sie gefunden.“ In dem Sohn Gottes, Jesus, ist uns die Liebe Gottes begegnet. Sagen Sie mal, was soll Gott noch für Sie tun, dass er seinen Sohn sterben lässt? Der kann sich wehren, hat sich aber nicht gewehrt. Er lässt sich ans Kreuz schlagen und trägt alle unsere Schuld hinauf, nimmt auf sich unsere Schmerzen.

Ich habe mal jemandem gesagt, im Blick auf das Elend in Korea: „Wenn es einen Gott gäbe, müsste ihm das Herz brechen über den Jammer.“ Da habe ich gesagt: „Mensch, ist ihm doch gebrochen auf Golgatha.“ So hat niemand etwas für Sie getan wie Jesus. Und den verachten sie. Aber sehen Sie: Der ist da am Kreuz gestorben, aber da ist er nicht geblieben. Den hat man in ein Grab gelegt, in ein Felsengrab, und eine Felsplatte davor gelegt.

Und da lag er drin. Man hat, damit man ganz sicher ging, das Grab versiegelt. Man hat Posten davorgestellt, nicht? Römische Soldaten mit Schild und Pilum. Und am dritten Morgen, so im Morgengrauen, da wird es auf einmal so hell, als wenn eine Atombombe in der Gegend explodiert wäre. Das Letzte, was die Soldaten sehen, ehe sie ohnmächtig werden. Die wurden ohnmächtig, denken Sie mal. Das waren keine zarten Jungfern, das waren Kerle, die auf allen Schlachtfeldern gekämpft hatten. Die wurden ohnmächtig. So war das.

Das Letzte, was sie sehen, ist, dass dieser Jesus triumphierend aus dem Grabe kommt. Und das bezeuge ich Ihnen, dass Jesus in der Welt ist. Darum kann ich mit ihm reden und darf seine Liebe erfahren. Man kann mit Jesus leben. Und wenn man das tut, dann sagt man nicht mehr: „Es gibt keine Liebe in der Welt.“

Warum leben Sie nicht mit Jesus? Ich habe eben gesagt, die Welt ist so unglücklich, Sie ja auch. Sie bräuchten es nicht. Man darf mit Jesus leben. Und da hat man die ganze geballte Liebe Gottes in sein Leben hereinbekommen. Da können Sie an Menschen enttäuscht werden, das spielt gar keine Rolle. Natürlich werden Sie an Menschen enttäuscht. Sie selbst sind ja selber die größte Enttäuschung, haben Sie das gar nicht gemerkt, ne? Wir enttäuschen ja auch andere.

Das spielt alles keine Rolle. Die geballte Liebe Gottes kommt in unser Leben, wenn wir mit Jesus leben. Versuchen Sie es doch mal. Jammern Sie nicht die Welt voll: „Es gibt keine Liebe in der Welt.“ Doch, doch, es gibt eine Liebe in der Welt. So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen Sohn gab, auf dass alle, die sich ihm anvertrauen, die ihn annehmen, die bei ihm ansteigen, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

Ich möchte so gern, dass Sie wirklich ernst machen mit Jesus. Und junger Mann da oben, wirklich von morgen an sagt: „Jetzt lebe ich mit Jesus.“ Wissen Sie, ich war als junger Mensch im Ersten Weltkrieg total gottlos. Und über Nacht fing ich an, mit Jesus zu leben. Es gab Aufsehen. Und der Kommandeur sagte: „Warum soll der nicht mehr?“ Da sagten die anderen: „Der hat einen religiösen Vogel gekriegt.“ So ist das dann, nicht?

Dann habe ich gesagt: „Moment, Herr Oberst, darf ich mal eben fragen?“ Fällt mir ein, weil es ein Bataillonsregiment war, nicht? „Herr Oberst, glauben Sie, dass Gott lebt?“ „Ja, selbstverständlich, selbstverständlich glaube ich an Gott.“ „Sagen Sie, Oberst, wir können morgen Schuss kriegen. Dann stehen wir vor Gott. Können Sie vor Gott stehen?“ „Ich kann es nicht.“ Da brüllten die los: Organschen, Cognac, doppelter Cognac. Da wird man ja verrückt, wenn man darüber nachdenkt.

Da habe ich gesagt: „Der Oberst will keinen Cognac mehr.“ Verstehen Sie, der Mensch läuft der Liebe Gottes weg, weil er nicht denken will. Dummheit ist eine riesige Massenreaktion. Wieder: Sie glauben an Gott. Er nimmt es ernst. Sie werden vor ihm stehen. Er sieht Sie jetzt.

Müssen Sie nicht Frieden mit Gott haben? Jesus allein in seiner Liebe gibt Ihnen Vergebung der Sünden und ein neues Herz. Brauchen Sie einen Heiland? Warum leben Sie ohne Jesus? Fangen Sie an, mit ihm zu leben, nicht? Ja, fragt mich immer einer: „Wie macht man das? Wie macht man das?“

Vertrauen in Jesus – Ein Beispiel aus dem Alltag

Ich möchte ein Beispiel erzählen. Vor einiger Zeit war ich in Norwegen und hielt dort Vorträge. Eines Morgens wollte ich von Oslo zurückfliegen. Mein Flug sollte über Kopenhagen und Hamburg nach Düsseldorf gehen.

Als wir in Kopenhagen landeten, war der gesamte Flughafen von Nebel umgeben. Dann hieß es, auch in Hamburg sei Nebel. Die Maschine flog weiter über die Landschaft und landete schließlich in Malmö, Schweden. Das war der einzige nebelfreie Flughafen in der Gegend.

Nun kamen alle Maschinen, die nicht landen konnten, nach Malmö. Dort entluden sie ihre Ladung. Malmö ist ein sehr kleiner Flughafen, und bald waren keine Sitzplätze mehr frei. In die Stadt gingen wir nicht, weil die meisten nicht wussten, wie es weitergehen sollte.

Ich hatte auf der Reise einen österreichischen Kaufmann kennengelernt. Wir standen zusammen, konnten uns aber kaum unterhalten, so groß war das Gedränge. Plötzlich wurde bekanntgegeben, dass eine Viermotorenmaschine nach Süden fliegen würde. Allerdings war noch unklar, ob sie in Hamburg, Düsseldorf oder Frankfurt landen würde.

Neben mir rief eine Frau: "Da fliege ich nicht mit, man weiß ja nicht, was bei dem Nebel passiert. Das brauchen wir doch gar nicht." Trotzdem stiegen wir ein. In diesem Moment wurde mir bewusst, dass es ein Risiko war. Man gab sich bei so einer nebligen Situation ganz dem Piloten in die Hand.

Der Pilot kam auf uns zu. Er war etwa fünfunddreißig Jahre alt und ging mit einem konzentrierten Gesichtsausdruck an mir vorbei. Man spürte, dass er sich voll auf seine Aufgabe konzentrierte. Ich sagte zu meinem Begleiter: "Dem können wir uns anvertrauen, steigen wir ein."

Wir landeten sicher in Frankfurt. Ich kam mit dem Leben davon, obwohl ich sonst ständig unterwegs bin, wie Sie sehen. In diesem Moment wurde mir klar, was Glauben bedeutet: zu vertrauen.

Das heißt, ich steige bei jemandem ein und vertraue mich ihm an. Wenn ich sage, Sie leben mit Jesus, dann heißt das, dass Sie ihm heute Abend sagen: "Herr Jesus, ich steige bei dir ein. Ich lasse den Boden hinter mir, auf dem ich bisher gelebt habe, und steige bei dir ein. Nimm mein Leben, Jesus, ich übergebe es dir für und für."

Liebe schenken als Antwort auf Lieblosigkeit

Aber ich habe noch einen dritten Punkt. Können Sie noch fünf Minuten zuhören? Melden Sie mir, wenn jemand einschläft, dann werde ich mich sofort zurückziehen.

Wie soll ich mit dem Leben fertigwerden, wenn es keine rechte Liebe mehr gibt? Ich habe von der Ehe gesprochen, die eine rechte Liebe sein soll, und dass nur göttliche Liebe ein Herz befrieden kann. Ich habe davon gesprochen, dass man mit Jesus leben kann, und dann hat man die rechte Liebe.

Ich möchte noch eine dritte Antwort geben: Wie soll ich mit dem Leben fertigwerden, wenn es keine Liebe mehr gibt? Meine Freunde, dann fangen Sie doch an, Liebe zu schenken!

Wissen Sie, ich bin ein alter Großstadtfahrer und habe so oft Jammern gehört: „Ich bin so einsam, keiner schenkt mir Liebe.“ Ich kann es nicht mehr hören. Dann möchte ich sagen: Und du, wo ist der Mensch, der aufsteht und sagt, der hat mir Liebe geschenkt?

Sehen Sie, ich muss das Bild noch ausführen. Meine Weltanschauung stammt aus dem Neuen Testament, und dort gibt es zwei Worte für Liebe, wo wir nur ein Wort haben. Das eine heißt Eros. Das ist die Liebe, von der ich sprach: die erotische Liebe, die Liebe zwischen Mann und Frau, nicht wahr? Das ist Eros.

Und dann gibt es noch ein Wort, das heißt Agape. Wenn von der Liebe Gottes die Rede ist, die mich liebt, und dass Jesus mich geliebt hat und dass ich mit Jesus leben darf, dann heißt das Agape. Diese Liebe darf man weitergeben.

Und ich finde es furchtbar dämlich – verzeihen Sie, dass ich das so ausdrücke –, nicht wahr? Aber ich komme aus dem Ruhrgebiet, und da reden wir grob. Sie müssen sich als Pforzheimer schließlich auch daran gewöhnen. Im Übrigen bin ich im badischen Regiment gewesen. Die Badener reden auch manchmal sehr grob, nicht wahr?

Also, entschuldigen Sie, ich finde es furchtbar dämlich, wenn Menschen dauernd jammern: „Es gibt keine Liebe in der Welt“, und sie selbst sind Eiszapfen. Ist das nicht wahr?

Gut, ich will Ihnen ganz offen sagen: Als mir das aufging, habe ich gedacht, ich möchte auch Liebe üben. Und da merkte ich, dass wir das so gar nicht können. Unser Herz ist unsagbar selbstsüchtig.

Ja, es gibt Leute, die kann man liebhaben, die einem sympathisch sind, nicht wahr? Das ist nicht schwierig. Aber die, die einem auf die Nerven fallen – unsere Arbeitskollegen und Nachbarn.

Sehen Sie, ich erinnere mich an ein Gespräch mit einem kommunistischen Arbeiter, der sagte: „Wir haben demonstriert für die Kulis in Shanghai, das ist großartig. Aber wenn ich meinen Nachbarn treffe, haue ich ihm auf die Birne.“ Verstehen Sie? Das ist es. Liebe deinen Fernsten, da ist es nicht schwierig. Aber den Nächsten zu lieben, da wird es kompliziert.

Und nun meine ich: Die Welt wird erst anders, wenn ich meinen Nächsten liebhaben kann. Nicht wahr? Wenn ich meinen Nächsten liebe, auch den Schwierigen, auch den Gefährlichen, auch den, der mir böse will.

Das kann man nicht von alleine. Das ist eine Folge von Punkt zwei: Wenn ich mit Jesus lebe, dann ist die Liebe Gottes ausgegossen in unser Herz. Und dann dürfen wir sogar die lieben, die unsere Feinde sind.

Sehen Sie, im politischen Leben erleben wir heute allmählich wieder so eine Hetzerei auf die Feinde – die andere Partei, die Russen und die... Verstehen Sie, diesen angeheizten Hass?

Seitdem Jesus gekommen ist, weigere ich mich, mich mit zu hassen. Ich brauche es nicht mehr, ich will es nicht mehr. Dann mögen Sie mich so nennen, wie Sie wollen.

Und das gilt für unser persönliches Leben: Seit Jesus gekommen ist, bin ich nicht mehr verpflichtet, einen, der mir Böses tut, wieder zu hassen. Ich darf ihn lieben, ich darf ihn lieben!

Seitdem Jesus gekommen ist, darf man schrankenlos lieben. So wie eine freie Botschaft ist keine Liebe in der Welt.

Lassen Sie Jesus Ihr Leben regieren und fangen Sie an, in die Welt hinein diese Agape, diese Liebe, zu verströmen.

Die Geschichte von Tabea – Liebe, die Spuren hinterlässt

Ich erzähle gerne eine kleine Geschichte aus der Bibel, mit der ich schließen möchte.

In der Stadt Joppe, dem heutigen Jaffa, war ein älteres Fräulein gestorben. Sie war unverheiratet und hatte somit Punkt eins nicht mitbekommen. Sie verstehen, das ist mein erster Punkt. Man würde sagen, sie war ein altes Düngferlein. Nun ist sie gestorben.

Da wird Petrus gerufen, weil sie in der Gemeinde eine wichtige Rolle in der ersten Christenheit gespielt hatte. Petrus betritt das Zimmer, in dem die Tote, Tabea, aufgebahrt ist. Er staunt, denn das Zimmer ist voll mit Menschen. Alle erzählen Petrus, wie Tabea ihnen mit stiller Liebe geholfen hat.

Da sagt eine Witwe: "Den Pullover hat Tabea mir gestrickt." Kinder, sogenannte Schlüsselkinder, berichten: "Um uns hat sich keiner gekümmert, aber Tabea hat sich ein bisschen um uns bemüht." Ein blinder Mann sagt: "Ich war so furchtbar einsam, und der Höhepunkt war sonntags von zwei bis drei. Da kam Tabea und hat mir eine Stunde vorgelesen, besonders die Schilderungen in der Bibel."

Auf einmal wird deutlich: Das Leben dieses einsamen Mädchens war unendlich reich. Sie merkte nicht, dass sie allein und ungeliebt war. Sie lebte mit Jesus und wusste sich geliebt. Und dann schenkte sie ihre Liebe weiter.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie die unerhörte Liebe, die in Jesus zu uns gekommen ist, in Ihrem Leben aufnehmen und weitergeben. So dass die Menschen um Sie herum nicht sagen: "Oh, die ist kalt" oder "Der ist kalt." Sondern wenn man in deren Nähe kommt, wird man fröhlich und getröstet.

Nun wollen wir noch einen Vers singen. Bitte nehmen Sie das Liederblatt vor. Ich habe es irgendwo aufgeschrieben, aber ich weiß nicht mehr genau, wo. Wir singen aus dem Lied Nummer elf, die Verse eins und zwei.