Einleitung
Wir stehen nun am Anfang eines neuen Jahres. Niemand von uns weiss,
was ihn wirklich erwarten wird. Wir leben immer irgendwie in das
Ungewisse hinein. Wir haben unsere Terminkalender schon mit
Abmachungen, Veranstaltungen, Ferien usw. gefüllt, aber werden wir sie
wirklich wahrnehmen können?
Jakobus schreibt:
Nun aber zu euch, die ihr sagt: »Heute oder morgen werden wir in die
und die Stadt reisen! Dort werden wir ein Jahr lang Geschäfte machen
und viel Geld verdienen.« (Jak 4,13) Woher wisst ihr denn, was morgen sein wird? Was ist euer Leben? Es
gleicht einem Dampfwölkchen, das aufsteigt und sich sogleich wieder
auflöst. (Jak 4,14) Sagt lieber: »Wenn der Herr es will, werden wir noch leben und dies
oder jenes tun.« (Jak 4,15) Das Leben ist nicht so sicher. Das zeigt sich wieder in unseren
Tagen. Wenn im Nahen Osten Krieg ausbricht, welche Auswirkungen wird
auf uns haben? Aber eines ist sicher: Gott ist treu und wird seine
Nachfolger nicht verlassen. Das macht David in einem Psalm sehr
eindrücklich deutlich.
Dass du mich so durch und durch kennst, das übersteigt meinen Verstand;
es ist mir zu hoch, ich kann es nicht fassen. (Ps 139,6) Dass Gott uns in jeder Situation sieht und durch und durch kennt,
ist tatsächlich fast unbegreiflich. Denken wir nur an Kinder, die sich
die Augen zuhalten und meinen, weil sie nichts sehen, würde man sie
auch nicht sehen.
Wir wollen heute sehen, dass es eine wunderbare Sache ist, dass Gott
in unserem ganzen Leben präsent ist und um uns weiss.
Geborgenheit
Zum einen gibt uns das eine grosse Geborgenheit. Jeder Mensch trägt
in sich die Sehnsucht von jemanden zutiefst verstanden zu werden. Wir
alles können uns nur bis zu einem gewissen Grad einem anderen Menschen
offenbaren.
Niemand kann uns aber wirklich nachfühlen und verstehen, was uns
zutiefst bewegt. Wir alle sind in einer gewissen Weise einsam.
Aber diese Einsamkeit wird von Gott durchbrochen. Es gibt
tatsächlich jemanden, der uns durch und durch versteht, besser als wir
uns selbst bereifen können.
Wenn ich den Eindruck bekomme, die ganze Welt würde mich nicht
verstehen, so kann ich wissen, Gott versteht mich. Er kennt meine
innersten Beweggründe.
Keinen Ort und keine Situation gibt es in meinem Leben, die von Gott
nicht gesehen und verstanden würde. Wenn ich krank bin und sogar von
einer schweren Krankheit heimgesucht worden bin. Wenn ich grosse
Schmerzen zu erleiden und Ängste auszustehen habe. So darf ich wisse:
Gott ist bei mir. Er kennt mich und er versteht meine innere Not. Er
weiss was mich beschäftigt und ich kann mit ihm darüber sprechen.
Weil er mich so gut kennt, muss ich ihm auch nichts vormachen. Ich
kann mein Herz öffnen und ganz ehrlich zu ihm sein. Wie es im Psalm 62 heisst:
Ihr, die ihr zu seinem Volk gehört, setzt allezeit euer Vertrauen auf
ihn, schüttet euer Herz bei ihm aus; denn Gott ist unsere Zuflucht! (Ps
62,9)
Oder wenn ich unter Depressionen leide und mich kein Mensch mehr zu
verstehen scheint. Wenn ich mich selbst nicht mehr bereifen kann. Gott
kann Dich verstehen. Wenn ich mich ganz in diese Finsternis fallen
lasse und meine verloren und unbeachtet zu sein, dann täusche ich
mich. David schreibt:
Sage ich: »Finsternis soll mich bedecken, rings um mich werde es
Nacht«, (Ps 139,11) so hilft mir das nichts; denn auch die Finsternis ist für dich nicht
dunkel, und die Nacht ist so hell wie der Tag. (Ps 139,12) Deine Dunkelheit ist für Gott nicht dunkel, er behält die Übersicht
über Deinem Zustand und er ist Dir ganz nah.
Oder wenn ich dabei bin Gewohnheiten abzulegen und es mir nicht
leicht fällt, wenn ich damit zu kämpfen habe, wenn ich meine, ich
würde es nicht schaffen: Gott ist bei Dir:
Von allen Seiten umgibst du mich, ich bin ganz in deiner Hand. (Ps
139,5)
Du bist in seiner Hand. Ist uns das wirklich bewusst?
Schutz
Diese Wirklichkeit, dass Gott uns sieht und durch und durch kennt,
hat noch eine wichtige andere Seite. Diese Tatsache bewahrt und vor
falschen sündigen Schritten. Ich weiss immer, egal was ich mache, Gott
ist mit mir und er sieht mich.
Also nehmen wir einmal an, Du bist im Begriff etwas zu stehlen. Der
Ladenbesitzer beobachtet Dich aber, würdest Du den Diebstahl
ausführen? Sicher nicht!
Das Wissen um die Gegenwart Gottes schützt uns vor Fehltritten und
Sünde. Ich werde nämlich auch dann nicht stehlen, wenn mich niemand
beobachtet, weil ich weiss, dass Gott mir ist und er weiss immer was
ich tue, vor ihm kann ich nichts verbergen. Paulus war sich der
Gegenwart Gottes auch sehr bewusst, so schrieb er den Galatern:
Will ich jetzt wieder Menschen beschwatzen - oder gar Gott selbst? Oder
rede ich etwa Menschen nach dem Mund? Ich gehöre Christus und diene ihm - wie kann ich da noch den Beifall der Menschen suchen! (Gal 1,10) Das Gott unsere verborgensten Gedanken kennt. Hilft uns zu reifen
Menschen heranzuwachsen. Wir lernen so eine gesunde
Selbstbeherrschung.
Joseph ist ein herausragendes Beispiel für einen Menschen, der sich
der Gegenwart Gottes bewusst war. Als ihn die Frau von Potifar ins
Bett ziehen wollte, weigerte er sich dies zu tun. Er sagt zu dieser
Frau:
Er gilt hier nicht mehr als ich. Nichts hat er mir vorenthalten ausser
dich, seine Frau! Wie könnte ich da ein so grosses Unrecht begehen und
mich gegen Gott versündigen?« (Gen 39,9)
Das ist uns eine grosse Hilfe. Nehmen wir einmal an wir sind im
Internet und im Begriff auf eine jener Seiten zu gehen, die wir
verabscheuen und doch vielleicht einmal gerne genauer anschauen
würden. Wenn man alleine ist, könnte man das ja machen. Aber würde ich
das auch tun, wenn mir jemand zusehen würde? Würde es mir nicht
peinlich sein. Dann sollten wir es lassen. Gott schaut uns zu.
Von Gott korrigiert
David wünscht noch seinen Abscheu gegenüber den Menschen aus, die
Gott verachten. Damit wird deutlichen mit welcher Hingabe er seinen
Gott liebt und ihm dient und wie unerträglich es für ihn ist, wenn
sein Gott verlästert wird. Das ist etwa wie jemand meine Frau oder
einer meiner besten Freunde in meiner Gegenwart und in der
Öffentlichkeit schlecht macht und alles Böse und Unwahrheiten über sie
erzählt. Ich würde zornig über ein solches Verhalten und ich würde
auch Gerechtigkeit fordern.
Nun bleibt aber David bei diesem Gedanken nicht stehen. Er weiss um
seine eigene Unzulänglichkeit. Er weiss, dass er nicht alles
problemlos im Griff hat. Er weiss um die Möglichkeit, dass er selbst
vom richtigen Weg abkommen kann. Hier ist nicht der selbstsichere
Mann, der über die anderen schimpft und ihm gleichen Atemzug sich
rühmt, wie er doch vorbildlich lebt und es bestimmt schaffen wird.
Hier ist ein Mann, der ganz offen sein möchte und sich darauf
konzentriert Gott treu zu bleiben. Dazu braucht er Gottes Hilfe.
Durchforsche mich, Gott, sieh mir ins Herz, prüfe meine Wünsche und
Gedanken! (Ps 139,23) Und wenn ich in Gefahr bin, mich von dir zu entfernen, dann bring mich
zurück auf den Weg zu dir! (Ps 139,24)
Ich bin der tiefen Überzeugung, dass Gott uns auf den rechten Weg
bringt, wenn wir von ihm eine Antwort wollen.
Ich habe das einmal an einem kritischen Punkt unserer Ehe erlebt.
(Rasa)
Paulus sagt im Zusammenhang mit dem Abendmahl:
Würden wir uns selbst einer kritischen Beurteilung unterziehen, dann
müsste der Herr uns nicht richten. / Wenn er uns allerdings straft, tut
er es, um uns auf den rechten Weg zu bringen, damit wir nicht zusammen
mit der übrigen Welt verurteilt werden. 1.Kor.11,31-32.
Schluss
- Zusammenfassung
- Ich wünsche uns, dass wir in dieser Geborgenheit durch das dieses Jahr gehen. Komme was wolle: Gott ist mit uns!
- Ich wünsche uns, dass wir in diesem Jahr Gott immer wieder darum bitten, dass er durchleuchtet und auf die Punkte aufmerksam macht, die der Korrektur bedürfen.
- Wir werden staunen, was das für ein Segen ist.
- Der Herr segne uns!Amen
