
Matthäus 27,39-4426.05.2024
Serie•Teil 84 / 90Das Matthäusevangelium mit Roger Liebi
Generierte Mitschrift
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Der genaue Blick auf die Bildsprache des Psalms
Wir sind stehen geblieben in Psalm 22, Vers 17: Sie haben meine Hände und meine Füße durchgraben.
Die Frage lautet: Wer ist gemeint mit „sie“? Wie? Ja, wo steht „wir“? Wo steht „Römer“? Meine Frage zielt darauf ab, dass wir den Bibeltext genau lesen und schauen, was der Bibeltext sagt.
Eben: der Schnitt „sie“, aber eine Rotte von Übeltätern, nämlich in Vers 17 am Anfang. Und diese Rotte wird noch weiter umschrieben mit: Ja, denn Hunde haben mich umgeben, eine Rotte von Übeltätern hat mich umzingelt. Das ist ja alles Poesie. Das sind zwei synonyme Verszeilen, wie oft in der hebräischen Poesie: Eine Verszeile drückt etwas aus, und das wird mit anderen Worten wiederholt. Das ist der eine Typ von drei Grundtypen, die es in der Poesie gibt, nämlich der synonyme Parallelismus. Also: Etwas wird ausgedrückt, und das Gleichbedeutende wird mit anderen Worten nochmals gesagt. Dadurch wird es vertieft, und auch die Auslegung wird dadurch erleichtert.
Also, diese Hunde entsprechen einer Rotte von Übeltätern, und die haben Hände und Füße durchgraben. Jetzt hat jemand gesagt: Hunde sind nicht koscher. Also, nach 3. Mose 11 sind das unreine Tiere, weil bei den Säugetieren gilt nach 3. Mose: Ein Säugetier muss gespaltene Hufe haben und wiederkäuen, so wie Rinder, wie Schafe, Ziegen. Die sind eben koscher und dürfen nach den biblischen Koschergesetzen für das Volk Israel gegessen werden. Aber die, bei denen das nicht zutrifft, die sind eben unrein. Und der Hund ist darum in symbolischer Sprache der Bibel unrein.
Aber wir haben die Feinde des Messias hier beschrieben, noch mit anderen Worten. Das sind nämlich noch andere Tiernamen. Was haben wir gelesen? Stiere. In welchem Vers? Vers 13: Viele Stiere haben mich umgeben, gewaltige Stiere von Basan mich umringt. Und die Löwen? Die Löwen? Ja, der Löwe, ja, also Einzahl: Löwe.
Nun, wenn Hunde unreine Tiere sind und hier dieses Bild für Menschen gebraucht wird, dann müssen wir die Verknüpfung machen mit Apostelgeschichte 10, wo Petrus eine Vision hatte. Da sah er eben Tiere, die in der Vision vom Himmel herabkamen, und ihm wurde gesagt, er soll schlachten und essen. Das waren aber alles nicht koschere Tiere. Und Gott sagt: Was er gereinigt hat, das soll er nicht als unrein betrachten.
Und warum diese Vision? Er bekam dann den Auftrag, in ein Haus von Heiden zu gehen und das Evangelium zu verkündigen. Und da kam dann Cornelius, der Hauptmann von Cäsarea, mit den Seinigen zum Glauben und wurde gerettet. Da wurden die Heiden offiziell zur Gemeinde Gottes hinzugefügt in Apostelgeschichte 10. An Pfingsten waren es Juden, die zum Glauben kamen und zur Gemeinde hinzugefügt wurden. Aber in Apostelgeschichte 10 werden offiziell die Heiden dazugefügt, und die werden dort mit unreinen Tieren verglichen, die Gott aber gereinigt hat.
Also machen wir die Gedanken weiter: Wenn Heiden in der Bibel in der Symbolsprache mit nicht koscheren Tieren verglichen werden, dann werden Israeliten verglichen mit koscheren Tieren. Das macht klar: In Psalm 22 sind Heiden und Juden beteiligt an der Kreuzigung des Messias.
Nun, das Durchgraben wird nicht den Stieren zugeschrieben, sondern den Hunden. Und effektiv in Matthäus 27 haben wir gesehen: Es waren römische Soldaten, die die Kreuzigung durchführten. Nicht Juden haben den Herrn gekreuzigt, sondern die Römer haben das getan. Aber wir lesen eben von weiteren Feinden. Vers 13: Viele Stiere haben mich umgeben, gewaltige Stiere von Basan mich umringt. Basan ist welche Gegend in Israel? Golan, ja, Golan, die Golanhöhen und noch darüber hinaus. Das ist Basan, ein sehr fruchtbares Gebiet, ideal für Rinderzucht. Darum haben ja die Rubeniter dieses Gebiet gewünscht, weil sie viele Rinder hatten. Das ist ja wie die Schweiz, es ist ein fantastisches Gebiet, ein Hochplateau, so tausend Meter über Meer, sehr grün, und da kann man gut Rinder züchten. Das sind die Stiere von Basan.
Aber eben: Stiere, die stehen da für Führer in der Kuhherde, ja. Und wir gehen zurück zu Matthäus 27, halten Psalm 22 offen, und wir haben ja gelesen: Diese Soldaten haben den Herrn hinausgeführt vom Prätorium des Pilatus nach Golgatha, und sie haben ihn gekreuzigt. Hunde haben ihn gekreuzigt.
Wir lesen dann in Vers 39 von den Vorübergehenden, die den Herrn eben verspottet haben, und nicht nur einfach das allgemeine Volk, und das war natürlich speziell solches aus dem jüdischen Volk, nicht wahr? Aber Vers 41: Ebenso spotteten auch die führenden Priester samt den Schriftgelehrten und Ältesten und sprachen: „Andere hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten. Er ist Israels König, so steige er jetzt vom Kreuz herab, und wir wollen an ihn glauben, er usw.“ Das sind die Stiere von Basan, die ihn bedrohlich umgeben haben.
Und wir werden gleich noch sehen im Psalm 22, wie konkret ihr Spott hier über tausend Jahre vorher prophezeit war. Also sehr eindrücklich, wie präzise Psalm 22 ist. Und jetzt gehen wir weiter, schön in der Reihenfolge. Das war ein bisschen vorausgegriffen.
Vers 35 nochmals, Christian: Als sie ihn aber gekreuzigt hatten, verteilten sie seine Kleider, indem sie das Los warfen.
Und jetzt gehen wir zu Psalm 22, und da steht doch in den Versen 18 und 19: Alle meine Gebeine könnte ich zählen; sie schauen und sehen auf mich herab. Sie teilen meine Kleider unter sich, und über mein Gewand werfen sie das Los.
Also, wer macht das? Die Hunde. Und es sind wirklich in der Erfüllung die Soldaten, die seine Kleider eben ihm wegnehmen und sie unter sich verteilen und dabei noch das Los werfen. So bezieht sich das eben auf diese weitgehende Entblößung des Herrn. Natürlich, die Römer haben Gekreuzigte völlig entblößt. Aber in Israel konnten sie das nicht. Das war natürlich für die Orthodoxen, und da waren ja alle Juden orthodox, das war unakzeptabel. Und darum ist es ganz klar, dass die Genitalien bedeckt waren. Also, da ist kein Zweifel.
Aber wir sehen: Der Messias sagt in Vers 18: Alle meine Gebeine könnte ich zählen. Sie schauen und sehen mich an, also sehen mit Genugtuung auf mich, Fußnote, das ist der Sinn. Aber durch die weitgehende Entblößung kann der Herr gewissermaßen von sich selber die Knochen, die Brustknochen und so weiter zählen. Das in Bezug eben auf das Wegnehmen seiner Kleider bis auf das Minimale.
Und jetzt schlagen wir auf Johannes. Denn da gibt uns der Apostel Johannes noch weitere Zusatzinformationen. So ergänzen sich die Evangelienberichte in wunderbarer Weise in Johannes 19, Vers 23 bis 24, bitte:
Die Soldaten nun nahmen, als sie Jesus gekreuzigt hatten, seine Kleider und machten vier Teile, einem jeden Soldaten einen Teil, und das Untergewand. Das Untergewand aber war ohne Naht von oben an durchgewebt. Da sprachen sie zueinander: Lasst es uns nicht zerreißen, sondern darum losen, wessen es sein soll, damit die Schrift erfüllt würde, die spricht: Sie haben meine Kleider unter sich verteilt, und über mein Gewand haben sie das Los geworfen. Die Soldaten nun haben dies getan.
Die Hunde, die haben dies getan. Und merken wir die Präzision: Die haben also die Kleider des Herrn in vier Teile zerteilt. Aber dann war dieses spezielle Untergewand, das der Herr trug, und das war sehr ungewöhnlich. Denn ein Kleid ohne Naht gewebt, das ist nicht normal. Die Priesterkleider waren so. Die Priester trugen Gewänder, die waren ohne Naht durchgewebt. Da braucht es eine sehr spezielle Herstellungstechnik. Im Blick auf den dritten Tempel hat man das bereits so vorbereitet, solche Priestergewänder ohne Naht durchgewebt. Und der Herr hat ein solches Kleid getragen.
Und damit hat er schon zu Lebzeiten angedeutet, dass er Priester ist, nicht in der Ordnung von Aaron, sondern von einer höheren Ordnung, wie der Hebräerbrief sagt: Priester nach der Ordnung von Melchisedek. Und der Hebräerbrief macht auch klar: Der Jesus ist im Gegensatz zu den aronitischen Priestern so vorgegangen. Die aronitischen Priester bringen Tieropfer dar, aber der Herr Jesus als hoher Priester nach der Ordnung Melchisedeks hat sich selber zum Opfer gegeben. Aber dieses Gewand war schon ein symbolischer Hinweis darauf, dass er sich schliesslich als Priester zum Opfer geben würde.
Da haben die Soldaten realisiert: Ein äußeres Gewand, das darf man nicht zerschneiden, und darum haben sie es verlost. Und jetzt schauen wir nochmals, wenn wir zurückgehen zu Psalm 22, die Präzision.
Vers 19: Sie teilen meine Kleider unter sich. Das haben sie gemacht, die Kleider in vier Teile zerteilt. Aber die nächste Verszeile, das ist zwar ein sogenannter synonymer Parallelismus, und ich habe gesagt, das ist so ein Grundtyp von dreien: Das Gleiche wird mit anderen Worten nochmals gesagt. Aber man muss hinzufügen: Manchmal ist es genau das Gleiche, und manchmal ist es das Gleiche, aber ein bisschen anders.
Hier ist es nämlich so: Es geht um die Kleider, das Gleiche. Aber bei den Kleidern wurde es geteilt, und die nächste Verszeile: und über mein Gewand. Das ist ein bestimmtes Kleidungsstück. Das haben sie eben nicht geteilt unter sich, sondern verlost. Genau so ist die Erfüllung.
Aber nicht wahr, wenn man das so liest, überliest man das garantiert sehr schnell und denkt: Das ist das Gleiche, sie teilen meine Kleider, über mein Gewand werfen sie das Los. Nein, das ist nicht das Gleiche. Aber die Prophetie war so präzise, und so präzise hat es sich auch erfüllt. So ist die Bibel. Und darum muss man die Bibel so genau und sorgfältig und eben auch langsam lesen und auffassen.
Die Aufschrift am Kreuz und der Titel des Königs
Jetzt gehen wir weiter in Matthäus 27, und zwar Vers 37: Und sie brachten oben über seinem Haupt seine Beschuldigungsschrift an: Dies ist Jesus, der König der Juden.
Dann werden zwei Räuber mit ihm gekreuzigt, einer zur Rechten und einer zur Linken. Jawohl, also eine Beschuldigungsschrift: Jesus, der König der Juden.
Und so endet das Leben des Herrn Jesus, wie es begonnen hatte. Als er geboren wurde in Bethlehem, kamen Iraner, Perser. Es wird ja gesagt in Matthäus 2: Magier aus dem Morgenland. Und das Wort Magier, griechisch Magoi, ist ursprünglich ein persisches Wort, das eben eine bestimmte Klasse von Sternbeobachtern meint.
Diese Iraner sind nach Israel gekommen, weil sie wussten: Ein neuer Stern bedeutet, in Israel ist der Messias gekommen. Das wussten sie offensichtlich über die Prophetie von Biliam, die von den Juden in der babylonischen Gefangenschaft beziehungsweise danach im Persischen Reich weitergegeben wurde, aus 4. Mose 24,17: Stern geht aus Jakob auf, ein Zepter erhebt sich aus Israel.
Und die sind also gekommen nach Jerusalem. Die wussten: In Israel muss der Messias geboren worden sein. Aber wo? Sie gingen in die Hauptstadt, und zwar zum Palast von Herodes. Das wäre heute beim Jaffa-Tor der Altstadt von Jerusalem. Da ist heute das Jerusalem-Stadtmuseum platziert, ein wunderbares Museum, und dort findet man noch Grundmauern von dem Palast von Herodes.
Da sind sie hingekommen und haben gefragt: Wo ist der König der Juden, der geboren worden ist? Herodes ist entsetzt. Der Ausdruck „der König der Juden“ ist ein Ausdruck, den findet man nirgends im Alten Testament, obwohl König David der erste König über das jüdische Volk war und dann Salomo, dann Rehabeam und so weiter, die ganze Königsreihe bis zur babylonischen Gefangenschaft. Aber die werden nie genannt: König der Juden.
Das ist das erste Mal so greifbar in der Geschichte, dass wir das finden. Im Jahr 37 vor Christus hat der Senat in Rom einen Edomiter, den sie so als Strohmann für sich einsetzen konnten, als politische Schachfigur gegen die Juden, zum König der Juden ernannt.
Da kamen diese Iraner und sagen: Wo ist der König der Juden, der geboren worden ist? Was, ich bin doch ernannt zum König der Juden durch den Senat von Rom, und da ist einer jetzt als solcher geboren, der ist das wirklich vom Wesen her? Er ist entsetzt und begeht dann den Kindermord von Bethlehem und Umgebung.
Ja, aber so beginnt das Leben des Herrn mit diesem Titel: Der König der Juden. Und es endet mit dieser Aufschrift, wo das als Beschuldigung geschrieben wird, weil er der König der Juden ist. Als er so geboren wurde, muss er sterben. Schrecklich!
Aber da gibt es Einsprache. In den Evangelien, in der Parallelstelle, finden wir, wie die führenden Juden sagen, er soll nicht schreiben: König der Juden, er soll sagen: Er hat gesagt, ich bin der König der Juden. Und da wird Pilatus sehr barsch und sagt: Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben. Das hat er sich nicht mehr bieten lassen, nicht wahr?
Die jüdischen Führer hatten ihn gedrängt, einen Justizmord zu begehen. Ihm war klar, der Mann aus Nazareth war unschuldig. Er wusste, sie haben ihn aus Neid überliefert. Und trotzdem gibt er ihnen aus politischen Gründen nach und hat sich so drängen lassen. Die haben ihm auch gesagt: Wenn du diesen akzeptierst, dann bist du nicht ein Freund des Kaisers von Rom. Das war natürlich gefährlich für ihn, wenn er quasi angeschuldigt wird, dass er dem Kaiser nicht wirklich loyal sei.
Und er hat da nachgegeben. Aber jetzt wollen sie ihm noch sagen: Du musst es so und so schreiben. Da sagt er: Nein, das geht nicht. Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben. Und darum ist diese Überschrift eben so aussagekräftig. Nicht einfach, weil er es gesagt hat, sondern weil er der König der Juden ist, als solcher geboren wurde und gekreuzigt wurde. Der Jesus kam, wurde geboren, um für uns zu sterben.
Zwei wirklich Schuldige gekreuzigt. Vers 38: Das griechische Wort bedeutet Räuber. Es ist übrigens nicht das Gleiche wie ein Dieb. Ein Dieb dringt irgendwo ein und stiehlt etwas, aber ein Räuber ist einer, der auch Gewalt anwendet beim Stehlen.
Aber es ist so: Der Ausdruck, der hier verwendet wird für Räuber, wird bei Josephus Flavius, diesem jüdischen Geschichtsschreiber aus dem ersten Jahrhundert, in anderem Zusammenhang in seinen Schriften verwendet, auch für Rebellen, also Aufständische. Und nun werden also zwei Übeltäter hier mit dem Herrn gekreuzigt, der Gerechte in der Mitte mit zwei Übeltätern.
Und da erfüllte sich Jesaja 53. Wir schlagen auf: Jesaja 53 beschreibt den leidenden Messias, und von ihm heißt es in Vers 12: Darum werde ich ihm Anteil geben unter den Großen, und mit Gewaltigen wird er die Beute teilen, dafür, dass er seine Seele ausgeschüttet hat in den Tod und sich zu den Verbrechern zählen ließ. Er aber hat die Sünde vieler getragen und für die Verbrecher Fürbitte getan.
Und das hat sich erfüllt, dass nicht er allein gekreuzigt wurde, sondern zwei Verbrecher dazu. Und dann wurde auch noch vorausgesagt: Er hat für die Übertreter Fürbitte getan. Das berichtet Matthäus nicht, aber in Lukas 23 lesen wir davon, dass der Herr Jesus, als er gekreuzigt wurde, gebetet hat. Das erste von den sieben Worten des Herrn am Kreuz: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.
Wert mal, wie Wort für Wort in Erfüllung gegangen ist, mit einer solchen Präzision. Und wir hatten ja das bereits angeschaut mit Wein und Galle. Auch das war vorausgesagt, aber nicht im Psalm 22, sondern in Psalm 69, eben auch ein messianischer Psalm, also ein Psalm, der prophetisch auf den Erlöser hinweist. Und wir schlagen Psalm 69 auf.
Genau, also Psalm 69, da spricht der Messias. Und zwar Vers 21: Der Hohn hat mein Herz gebrochen, und es ist unheilbar. Ich habe auf Mitleid gewartet, aber da war keins, und auf Tröster, aber ich habe keine gefunden.
Und diesen Hohn haben wir bereits gefunden. Fünf Spottreden berichtet Matthäus in unseren Versen. Aber wenn wir die anderen Evangelien dazunehmen, sind es noch viel mehr. Ja, also auch da ergänzen sich die Evangelien. Aber Matthäus hat fünf Beispiele von Spott und Hohn gebracht.
Und der Herr sagt, das hat sein Herz gebrochen. Und er weist darauf hin in Vers 21, dass er eben ganz allein war. Seine Jünger hatten ihn verlassen, und schließlich in den Stunden der Finsternis standen die, die ihm nahestanden, ursprünglich von ferne.
Aber dann kommt eben Vers 22: Und sie gaben mir zur Speise Gift, und in meinem Durst tränkten sie mich mit Essig. Ja, da haben wir die Galle. Und wieder die Präzision. Das ist auch wieder ein synonymer Parallelismus, aber das ist eben so Schule. Zwei Mal das Gleiche.
Dieser Typ. Dann gibt es den antithetischen Parallelismus, das heißt, die erste Zeile sagt etwas aus, und die zweite sagt den Kontrast dazu aus. Und dann gibt es noch den synthetischen Parallelismus, das heißt, eine Aussage in der ersten Zeile, und auf die wird aufgebaut und weitergeführt mit der zweiten Zeile.
Also nochmals: synonymer Parallelismus, das Gleiche zweimal. Dann der antithetische Parallelismus: Kontrast, Gegensatz. Und dann der synthetische: Es wird aufgebaut, weitergeführt.
Nun hier auch dieser Grundtyp, synonym, aber es ist nicht genau das Gleiche. Sie gaben in meine Speise Galle. Sie haben ihm das angeboten. Aber der Herr hat es nicht genommen. Es wird nur gesagt: Sie haben es ihm gegeben, eben dieses Schmerzmittel, diese Droge.
Aber in der zweiten Zeile heißt es: Und in meinem Durst gaben sie mir Essig zu trinken, oder wie man auch übersetzen kann: Tränkten sie mich mit Essig. So war es doch in der alten Elberfelder. Hat jemand die alte da? Ich habe es so im Kopf, stimmt's? Das ist welcher Vers?
Ja, Vers 21. Alte Elberfelder liest du den Vers 21. Liest du vor?
Ja. Sie gaben in meiner Speise Galle und in meiner Lust zu trinken, sie gaben mir Essig.
Ja, das ist der Punkt. Nicht nur sie gaben mir zu trinken, wie die alte Elberfelder es hier vorzuziehen scheint, sie tränkten mich. Nämlich in Johannes 19 lesen wir ganz am Ende der Kreuzigung, wurde ihm ein Schwamm gereicht mit Essig. Aber ohne Betäubungsmittel. Und das hat der Herr getrunken.
Man muss wissen, die römischen Soldaten liebten Essig als Durstlöscher. Ich kann das nicht verstehen, aber es gibt manche Leute, auch heute noch, die sagen, das ist ganz toll. Ich war mal eingeladen, und zwar von einem Ehepaar, das vor vielen Jahren in die Widowklasse kam, nach Singen, und dann gab es Essig zum Trinken. Und ich habe versucht, irgendwie das zu umgehen, und die fanden: Nein, das müsse ich.
Ja, also die haben mich erzogen, und jetzt weiß ich, wie schrecklich das ist. Aber eben, ich wusste: Römische Soldaten, das wissen wir, die liebten das. Es löscht wirklich den Durst. Ja, und der Herr hat das genommen als Durstlöscher, als er gesagt hat: Mich dürstet. Das heißt, sie tränkten ihn mit Essig, aber Galle, das hat er nicht genommen. Das haben sie ihm einfach angeboten. So präzise ist das Wort Gottes.
Vers 48, ja, ja, genau, genau, hier dann Vers 48. Am Schluss liest das gerade Christian, dann haben wir das gerade im Zusammenhang.
Und sogleich lief einer von ihnen und nahm einen Schwamm, füllte ihn mit Essig und steckte ihn auf ein Rohr und gab ihm zu trinken.
Ja, das hat der Herr angenommen, und das andere wurde ihm nur angeboten.
Der Spott der Menge und der Führer
Wir gehen zurück zu Matthäus 27, Vers 39. Dort haben wir gesehen, dass gespottet wird. Die Vorübergehenden, ganz allgemein, schütteln den Kopf und lästern ihn. Sie sagten: „Der du den Tempel abbrichst und in drei Tagen aufbaust, rette dich selbst! Wenn du Gottes Sohn bist, so steige herab vom Kreuz.“
Und nun schauen wir Psalm 22, Vers 8: „Alle, die mich sehen, spotten über mich; sie verziehen die Lippen, schütteln den Kopf. Er hat es auf den Herrn gewälzt, der rette ihn, befreie ihn, denn er hat ja Gefallen an ihm.“ Jawohl, also hier wird gesagt: Alle, die mich sehen, spotten. Und wir haben gelesen: die Vorübergehenden, nicht nur die Führer, sondern die Vorübergehenden.
Und im Vers davor, Psalm 22, Vers 7, sagt der Herr: „Ich aber bin ein Wurm und kein Mann, der Menschen Hohn und der vom Volk Verachtete.“ Das sind nicht die Stiere von Baschan, sondern sie sind die Volksmenge. Und Matthäus 27 sagt: Die Vorübergehenden, also das Volk, das dort anwesend war, hat ihn gelästert, den Kopf über ihn geschüttelt und dann bringen sie wieder dieses Zitat, oder das angebliche Zitat: „Der du den Tempel abbrichst und in drei Tagen aufbaust, rette dich selbst.“
Der Herr hatte es gesagt, als sein Dienst begann, in Johannes 2, im Tempel: „Brech diesen Tempel ab, und in drei Tagen werde ich ihn aufrichten.“ Man hat ihn nicht verstanden. Sie hätten ja fragen können: Wie meinst du das? Wir haben 46 Jahre daran gebaut, und du willst das? Aber Johannes erklärt: Er sprach von dem Tempel seines Körpers. Und es ist wirklich so: In Jesaja 8, Vers 14 wird von dem Messias, dem Stein des Anstoßes, gesagt, er wird zum Heiligtum sein, ein Tempel.
Und er sagt von diesem Tempel: „Brech diesen Tempel ab, und in drei Tagen werde ich ihn wieder aufbauen.“ Und wir erinnern uns an den Prozess vor dem Sanhedrin. Da wurden in dieser illegalen Vorverhandlung Zeugen aufgeboten, die sagten, wir haben gehört, dass er gesagt hat: „Ich werde diesen Tempel abbrechen“, oder eine andere Zeugenaussage war: „Er kann diesen Tempel abbrechen.“ Und das war eben nicht übereinstimmend. Wir haben damals gesehen, dass sie ein rabbinisches Problem hatten. Denn das rabbinische Gebot sagte: Zeugen müssen exakt miteinander übereinstimmen. Darum waren das eben keine validen, also keine Zeugenaussagen, die gelten konnten.
Aber jetzt kommen sie am Kreuz wieder damit, einfach weil sie es nicht verstanden haben, und werfen vor: „Der du den Tempel abbrichst und in drei Tagen aufbaust, rette dich selbst!“ Also wenn du schon etwas kannst, in drei Tagen etwas, was Menschen in 46 Jahren konnten, ja, dann kannst du dich auch retten, wenn du gekreuzigt bist. So hat das Volk ihn verspottet, und der Herr hat sich nicht gewehrt.
„Ich aber bin ein Wurm“, haben wir gelesen. Würmer haben keine Beine, um zu fliehen. Sie haben kein Fell, um sich zu schützen. Sie haben keinen Panzer, um sich zu schützen. Würmer haben keine Zähne, um eben abwehrend zubeißen zu können. So hat der Herr sich hingegeben, völlig wehrlos in die Hände der Sünder.
Und weiter, Vers 41, haben wir schon gesehen: Ebenso, also mit dem gleichen Spott, mit dem Kopf schütteln, also genau das, was Psalm 22, Vers 8 sagt: schütteln den Kopf, reißen die Lippen auf. Das machen sie selber auch. Ebenso spotteten auch die Hohenpriester samt den Schriftgelehrten und Ältesten und sprachen: „Anderen hat er gerettet, sich selbst kann er nicht retten.“ Der dritte Spott.
Und dann der vierte: „Er ist Israels König, so steige er jetzt vom Kreuz herab, und wir wollen an ihn glauben.“ Und er vertraute auf Gott, der fünfte Spott: „Der rette ihn jetzt, wenn er ihn begehrt; denn er sagte: Ich bin Gottes Sohn.“ Da hätten sie es merken müssen. Ja, das ist ja genau Psalm 22, Vers 9, was wir da sagen, nicht wahr? Schütteln den Kopf, vertrau auf den Herrn, der errette ihn, befreie ihn, weil er Gefallen an ihm hat. Nein, sie hätten merken können: Was? Und genau in diesem gleichen Psalm wird gesagt: „Meine Hände und meine Füße haben sie durchgraben.“ Da hätten sie sich selber erwischen müssen. Wir haben genau den Psalm erfüllt.
Und man muss wissen: Im rabbinischen Judentum wurde Psalm 22 auf den Messias bezogen. In dem rabbinischen Werk Besigta Rabbatti wird in Psalm 22 eben die Erklärung beigegeben, da leidet der Messias für unsere Sünden. Obwohl von Sünden im Psalm 22 gar nicht die Rede ist. Das ist in Jesaja 53. Dort wurde die Verbindung gemacht zwischen Jesaja 53 und Psalm 22, dass eben auch diese Leiden hier sühnende Leiden sind gemäß Jesaja 53.
Ja, sie hätten sich also da selber erwischen müssen. Wir haben uns schuldig gemacht an dem Messias. Wir haben den Psalm erfüllt.
Die beiden Verbrecher und die Gnade im letzten Moment
Und dann, Vers 44: Auf dieselbe Weise aber schmähten ihn auch die Räuber, die mit ihm gekreuzigt waren.
Und jetzt kommt einer und sagt: Seht ihr, eure Bibel ist voller Widersprüche. Da heißt es, beide haben ihn gelästert, und in Lukas 23 steht doch, dass der eine, können wir das kurz aufschlagen, ja, den anderen verurteilt, wegen seines Unglaubens. Lukas 23,39 liest du, Christian?
Einer der gehängten Übeltäter aber lästerte ihn: Bist du nicht der Christus? Rette dich selbst und uns! Der andere aber antwortete und wies ihn zurecht und sprach: Auch du fürchtest Gott nicht, da du in demselben Gericht bist? Und wir zwar mit Recht, denn wir empfangen, was unsere Taten wert sind; dieser aber hat nichts Ungeziemendes getan. Und er sprach: Jesus, gedenke meiner, wenn du in dein Reich kommst. Und er sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, heute wirst du mit mir im Paradies sein.
Ja, seht ihr den Widerspruch? Da steht ja nur von einem, der lästert, und dort steht von zweien. Das dauerte ja eine gewisse Zeit, um die drei Stunden der finstern Spröste Sprache gab James Mann dann weiter. Ja, natürlich. Also, das sind ja insgesamt sechs Stunden am Kreuz. Und am Anfang haben wirklich beide gelästert, und da kam der eine zur Umkehr und erkannte eben, wer der ist, der genau Psalm 22 erfüllt und Jesaja 53 erfüllt.
Und in Psalm 22, das können wir uns nächstes Mal dann anschauen, und in Jesaja 53 wird klargemacht, dass der Leidende später der Herrschende sein wird. Wir haben bereits gelesen in Jesaja 53 im letzten Vers: Er hat für die Übertreter Fürbitte getan, er wurde unter die Verbrecher gezählt, und dort heißt es: Ich werde ihm, er wird die Beute teilen mit Mächtigen. Weil er sein Leben ausgeschüttet hat in den Tod, also weil er gestorben ist, wird er der Herrscher sein.
Und darum sagt dieser Verbrecher, er erkennt sich selber als schuldig. Er sagt: Das haben wir verdient, diese Kreuzigung, aber nicht er. Das heißt, er erkennt, dass er ein Sünder ist und das Gericht Gottes verdient hat. Aber er merkt, dass Jesus der Messias ist, und zwar sagt er ihm: Gedenke meiner, Herr, wenn du in deinem Reich kommst.
Also er ging davon aus, der Gekreuzigte hier wird einmal in der Zukunft als König kommen. Ja, weil er wusste, der Messias wird ja einmal kommen auf den Wolken des Himmels, als König der Welt. Und er wusste, das ist der Gleiche. Und darum sagt er: Herr, gedenke meiner, wenn du in dein Reich kommst.
Also er sieht sich ganz so in der Situation von Joseph im Knast in Ägypten, der sagt zu dem Mundschenk: Wenn er dann frei wird, dann soll er doch seiner gedenken, aber der hat ihn vergessen. Und Joseph blieb noch weiter lange Zeit im Gefängnis. Aber dieser sagt: Gedenke meiner, wenn du kommst als König.
Und Herr Jesus geht darauf ein. Aber nicht! Glücklicherweise erhört er nicht sein Gebet wörtlich, sondern besser. Der Jesus sagt: Heute wirst du mit mir im Paradies sein, nicht erst dann, wenn ich, er wusste, da würden noch zweitausend Jahre dazwischen liegen, nicht erst dann, sondern heute!
Und der Herr sagt nicht im Königreich, das er dann hier auf der Erde aufrichten wird, sondern wir gehen gleich ins Paradies, in den Himmel. Und der Herr sagt: Ich will dann nicht einfach deiner gedenken, indem ich dich nicht vergesse, sondern du wirst mit mir ins Paradies gehen, heute, und mit mir, in Gemeinschaft mit mir. Paulus sagt in Philipper 1: Bei Christus zu sein, ist weit besser.
Also unglaublich, er sagt: Gedenke, mein Herr, wenn du in dein Reich kommst. Nicht erst dann, wenn er im Reich kommt, sondern heute! Und er sagt, in deinem Reich; der Herr sagt, im Paradies. Und er sagt: Gedenke; er sagt: mit mir, in enger Gemeinschaft. Also auf drei Punkte nimmt er mit drei Punkten Bezug.
Und das ist das Schöne: Der Herr, er hört eben nicht immer genau unsere Gebete wortwörtlich. Sie können anders sein, und dann sind sie in seinem höheren Plan. Im Rückblick werden wir sehen, es war viel besser so, wie es der Herr wollte, auch wenn wir es im Moment noch nicht sehen. Aber im Rückblick werden wir sehen, es hat alles gestimmt. Das ist so wunderbar.
Es erinnert mich an eine Situation: Kleine Kinder waren da auf der Wiese, da kam ein Stier, die waren in Lebensgefahr. Was haben diese kleinen Kinder gemacht? Die haben miteinander gebetet: Vater, segne diese Speise uns zur Kraft und dir zum Lobenpreis. Und der Stier ging an ihnen vorbei. Sie wussten kein anderes Gebet. Und natürlich hat der Herr dann ihnen eben nicht zu essen gegeben, sondern er hat ihr Leben gerettet.
Und so erhört der Herr unsere Gebete, wie es gut ist. Und auch hier einfach gewaltig dieser Kontrast. Und dass dieser Mann, was große führende Priester und Schriftgelehrte nicht erkannten, hat dieser Verbrecher erkannt und durfte am selben Tag ins Paradies gehen. Nicht ein Seelenschlaf, wie die Irrlehre der Adventisten sagt. Nein, es gibt keinen Seelenschlaf. Heute im Paradies.
Und dann kommen die Zeugen Jehovas auf mit dem Seelenschlaf, und die sagen: Ja, man muss natürlich übersetzen: Jesus sagt ihm, ich sage dir heute. Wie bitte? Das ist nicht chinesisch. Im chinesischen Dialekt hat man nicht beim Verb Zeitformen, die Vergangenheit und Zukunft, und da muss man eben immer sagen: gehen heute oder gehen vor zwei Jahren oder gehen in zwei Jahren. Man muss also den Zeitpunkt angeben. Aber im Hebräischen ist das anders, und im Griechischen, da kann man schon ausdrücken, ob es Vergangenheit ist oder Zukunft. Und darum muss der Herr nichts sagen: Ich sage dir heute, sondern: Heute wirst du mit mir im Paradies sein. Und dieses heute nimmt Bezug nicht dann, wenn er in Reich kommt, sondern heute.
So kann man beweisen: Nein, ihr seid vollkommen falsch mit eurer Irrlehre vom Seelenschlaf. Das Wort Gottes zeigt: Am selben Tag, wenn ein Geretteter, der wurde gerettet, stirbt, geht er sofort mit vollem Bewusstsein ins himmlische Paradies. Nicht im Gleichnis, sondern in einer Geschichte. In einem Gleichnis kommen nie Eigennamen vor wie Abraham, Lazarus. Es ist eine Geschichte, die der Herr erzählt, und dort ist auch der Verstorbene bei vollem Bewusstsein. Also Lazarus war bei vollem Bewusstsein und wurde getröstet, heißt es, im Himmel. Der wusste noch, was für ein Elendleben er gehabt hat, und wird im Himmel getröstet. Und der reiche Mann, der aber an den Ort der Verlorenen ging, der war auch bei vollem Bewusstsein.
Das ist ja unglaublich: Man stirbt, und dann heißt es, ihm haben sich die Augen aufgeschlagen, dann sieht er. So war das mit Raisi vor wenigen Tagen. Der hat, ich meine Präsident Raisi vom Iran, der hat uns ja angegriffen in der Nacht vom Dreizehnten auf den Vierzehnten. Ich habe ruhig geschlafen im zweiten Stock, ganz unmittelbar in der Nähe des Palastes von Herodes, im Prätorium von Pilatus. Und dann kamen diese 300 Raketen, ballistische Raketen, Cruise Missiles und Drohnen, und zwar so gesteuert, dass die langsamen Drohnen zuerst flogen, und dann kamen die Raketen, damit möglichst Israel völlig überlastet wird. So etwas hat es in der ganzen Geschichte noch nie gegeben, einen solchen gebündelten Angriff mit so vielen Raketen und Drohnen zusammen. Der wollte Zehntausende von Menschen umbringen, uns auch.
Ich habe geschlafen, und über unseren Köpfen hat es geknallt. Dann war wieder ein Angriff weg, und man konnte die Lichter sehen, andere haben sie gesehen, die nicht geschlafen haben. Einen Monat später stürzt Präsident Raisi ab und ist tot, verkohlt, man konnte ihn noch mit seinem Ring identifizieren. War nicht mehr erkennbar. Und sofort geht man als Verlorener in den Hades, und die Augen gehen auf. Ich habe mich völlig geirrt. Der Islam war ein Irrtum. Man geht nicht einfach so ins Paradies. Und wenn man Heiligen Krieg führt, es war ein unheiliger Krieg, den er geführt hat, also schrecklich, aber eben nicht ein Seelenschlaf. Sondern sofort, und die Augen gehen auf. Und das gilt bei jedem Terroristen, der umkommt. Und darum, wenn man dann wieder hört: Jetzt sind so viele Terroristen in Gaza getötet worden, jetzt schon 13, über 13, dann sage ich nicht: Jetzt sind diese bösen Terroristen besiegt. Muss ich denken: Und jetzt, wo sind die? Schrecklich!
Und nichts von 72 Jungfrauen und so üblen Dingen, perversen Vorstellungen, sondern wirklich am Ort der Verlorenen. Und sie wussten: Der Islam hat uns betrogen. Schrecklich, nicht wahr? Aber wunderbar bei diesem Verbrecher, der noch vor dem Tod eine Umkehr erlebte. Und so ist es möglich, durch Gnade zu erleben und am gleichen Tag ins Paradies zu kommen. Der wurde nicht getauft. Der konnte nicht mehr Missionar werden, irgendwo in einem anderen Land. Der ging ins Paradies und wird belohnt für sein Zeugnis am Kreuz, ja.
Und der Herr belohnt eben anders, als wir belohnen würden, nicht wahr? Herr Jesus erklärt in Matthäus 20: Solche, die angeheuert werden zur Arbeit, früh am Morgen, die werden schließlich gleich entlöhnt wie solche, die noch in der letzten Stunde für die gleiche Arbeit eingesetzt werden. Da muss man sagen: Der Herr ist gerecht. Die wären ja froh gewesen, hätten sie eine Beschäftigung gehabt schon von Morgen her, aber niemand hat sie gerufen. Und so werden manche eben später gerufen, aber die müssen nicht denken: Oh, Roger konnte sich entscheiden mit zehn und ich erst mit 43. Also ich spreche jetzt von Erwin Gröbli, diesem Missionar, der sich mit 43 bekehrt hat. Er war Swiss attendant, und er hat mit vielen Leuten gesprochen, vielen Menschen. Nie hat ihm jemand das Evangelium erklärt, im Flugzeug, nie! Aber mit 43 wurde er trotzdem mit dem Evangelium erreicht, er hat sich bekehrt, hat kurz eine Bibelschule gemacht, und dann ging er nach Thailand und hat seine zweite Hälfte für das Evangelium eingesetzt.
Aber er könnte sagen: Roger, du mit zehn konntest dich entscheiden. Ja, das konnte ich. Es ist Gnade, dass ich den Ruf damals hören durfte, und er hat ihn mit 43 gehört. Aber da muss man nicht denken: Oh, jetzt habe ich all den Lohn verloren von zehn bis dreiundvierzig. Nein, der Herr ist eben treu, gnädig, und darum ist dieses Beispiel mit dem Schächer am Kreuz einfach eine Ermutigung für unzählige Menschen, für uns alle, nicht wahr?
Gut, dann wollen wir hier schließen für heute.
Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
Noch mehr Inhalte von Roger Liebi gibt es auf seiner Webseite unter rogerliebi.ch
