Zum Inhalt

Das schreckliche Ende Sauls

Der verfolgte David - Teil 42
1. Samuel 3113.03.2024
SerieTeil 42 / 421. Samuel (Vers-für-Vers)
Saul sieht sein Ende kommen und stürzt sich ins eigene Schwert. Er hätte Vergebung gebraucht, so wie wir auch, aber es gibt nur einen Weg über das stellvertretende Opfer Jesu. Wer das nicht annimmt, für den hat das Ende des Lebens schwere Konsequenzen, was wir am Selbstmord Sauls erkennen können.

Der letzte Kampf und die wachsende Angst

Wir fahren weiter mit 1. Samuel 31. Jetzt kommen wir zu diesem tragischen Ende des Königtums Sauls.
Vers 1: Die Philister aber kämpften gegen Israel, und die Männer von Israel flohen vor den Philistern. Und viele Erschlagene lagen auf dem Gebirge Gilboa.
Hier im Bild sieht man etwas von den Bergen von Gilboa. Sie befinden sich südlich vom See Genezareth. Und wenn man von der Ebene Israels kommt, durchs Tal hinab ins Jordantal, also gerade ins Jordantal südlich des Sees Genezareth, dann sieht man dort die langgezogenen Höhen von Gilboa. Hier fand diese entscheidende Schlussschlacht statt.
Und die Philister setzten Saul und seinen Söhnen hart nach, und die Philister erschlugen Jonathan und Abinadab und Malkischua, die Söhne Sauls. Und der Kampf wurde heftig gegen Saul, und die Schützen erreichten ihn. Männer mit dem Bogen. Und ihm wurde sehr angst vor den Schützen.
Wieder diese Angst. Wir haben gesehen: Das Leben Sauls ist am Schluss nur noch von Angst und Schrecken gekennzeichnet. Und das ist genau das, was wir in Hebräer 10 finden.
Bis man das aufgeschlagen hat, eine kleine Anekdote: In der Zeit der Nazis wurde ja gesagt, dass der Gott des Alten Testaments dieser rachsüchtige jüdische Gott sei, im Kontrast zum Neuen Testament, wo es den Gott der Liebe und der Gnade gäbe. Und Pastor Wilhelm Busch wurde darauf angesprochen. Dann sagte er: Hören Sie mal, ich sage Ihnen einen Vers: „Mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt, darum habe ich fortdauern lassen meine Güte.“ Oder man kann auch übersetzen: „Aus lauter Güte habe ich dich zu mir gezogen.“ Ja, das ist genau eben das Neue Testament, das mit dem Gott der Gnade. Nun wissen Sie, wo das steht? Jeremia 31.
Und dann hat Wilhelm Busch zitiert: „Es ist furchtbar, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen.“ Ja, das ist dieser rachsüchtige Gott der Juden. Das steht im Neuen Testament. Und da schlagen wir jetzt gleich auf, und zwar Hebräer 10. In Vers 30: „Denn wir kennen den, der gesagt hat: Mein ist die Rache, ich will vergelten, spricht der Herr.“ Und wiederum: „Der Herr wird sein Volk richten.“ Und jetzt kommt Vers 31: „Es ist furchtbar, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen.“
Ein furchtbarer Satz. Aber man muss sich im Klaren sein: Das bezieht sich nur auf die, die eben die Gnade Gottes nicht annehmen wollen. Wir brauchen alle Vergebung, und es gibt nur einen Weg, wie wir Vergebung bekommen können, nämlich über das stellvertretende Opfer des Herrn Jesus. Und wenn ein Mensch diesen Weg einfach nicht akzeptieren will, dann gibt es keinen Weg zur Gnade, und Gott ist gerecht.
Wie oft sagen Menschen: Warum greift Gott nicht ein? Warum lässt er das und das und das in dieser Welt zu? Da muss man sagen: 2. Petrus 3 sagt, dass Gott langmütig ist, und darum ist die Wiederkunft Christi noch nicht geschehen. Denn da würde er als Richter kommen. Aber dann wird er nicht nur die schlimmsten Kriminellen bestrafen, sondern auch die guten Bürger, die die Gnade Gottes abgelehnt haben. Und da gilt: Es ist furchtbar, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen.
Und der Herr hat Saul gezogen, gezogen und ihm immer wieder Möglichkeiten zur Buße gegeben, wie wir das gesehen haben, und er wollte nicht. Und darum, so traurig dieses Ende, jetzt hier wieder diese furchtbare Angst, nicht nur Angst, sondern ihm wurde sehr angst vor den Schützen.

Selbstmord, Verantwortung und die Unantastbarkeit des Lebens

Und er wusste ja, was am Vortag Samuel, der extra und zwar eben richtig total ausnahmsweise aus dem Jenseits gekommen ist, ihm gesagt hat. Da sprach Saul zu seinem Waffenträger: Zieh dein Schwert und durchbohre mich damit, damit nicht diese Unbeschnittenen kommen und mich durchbohren und mich misshandeln.
Sein Waffenträger aber wollte nicht, denn er fürchtete sich sehr. Da nahm Saul das Schwert und stürzte sich hinein. Und als sein Waffenträger sah, dass Saul tot war, da stürzte auch er sich in sein Schwert und starb mit ihm.
Schrecklich! Selbstmord ist so etwas Furchtbares. Wir haben in der Bibel sieben Beispiele, Altes und Neues Testament zusammengenommen. Eben, ich sage nicht Suizid, sondern Selbstmord, ganz bewusst. Suizid heisst einfach Selbsttötung. Aber das Gebot: Du sollst nicht töten, lo tirzach, das heisst, du sollst nicht illegal töten, das heisst eben, du sollst nicht morden. Mord ist illegale Tötung.
Und das gilt nicht nur, wenn ich jemand anders eben töten würde, sondern wenn man sich selber tötet, ist es Mord, weil wir kein Recht haben, unser Leben selbständig abzuschliessen und zu bestimmen, wann das Ende sein soll. Unser Leben ist in Gottes Hand.
Wir schlagen dazu auf Daniel 5. Es geht um Belsazar und seine letzte Party. Daniel ist in der Lage, die Schrift an der Wand zu deuten. Und da sagt Daniel in Vers 23: Aber den Gott, in dessen Hand dein Odem ist und bei dem alle deine Wege sind, hast du nicht geehrt.
Das ist einer der Hunderten von Namen Gottes, also ich zähle auch Wortketten als Namen Gottes: der Gott, in dessen Hand dein Odem ist. Das heisst, Gott hat unseren Lebensatem in der Hand, und erst wenn er loslässt, dann gehen wir. Und das haben wir nicht zu bestimmen, wann eben losgelassen wird. Gott ist der, der unser Leben von Anfang an bis zum Ende bestimmt und in der Hand hat.
Und dann kommt ein zweiter Name dazu hier: bei dem alle deine Wege sind. Wege in der Mehrzahl meint eben, dass unser Leben sehr reichhaltig ist. Man kann unser Leben aufteilen in verschiedene Lebensabschnitte, nicht wahr? Und es nimmt gewisse Abzweigungen da und dort und da und dort. Das sind diese Wege, aber alles, das ganze Leben mit allen Abzweigungen, sind in der Hand Gottes.
Und Saul beendet in seiner Verzweiflung ohne den Herrn sein eigenes Leben, aber es war Mord. Wir haben kein Recht, zu bestimmen, wann das Leben beendet werden soll. Bei uns nicht, bei anderen nicht. Und auch bei Schwerkranken nicht. Und darum verstehen wir auch den Waffenträger, der aufgefordert wird, jetzt Saul gewissermassen Sterbehilfe zu leisten. Der fürchtet sich, das kann er nicht machen. Und als er dann sieht, Saul ist wirklich tot, dann tut er in der Verzweiflung dasselbe.
Aber es ist so schrecklich und so verkehrt, und man muss festhalten: Es ist ein No-Go für Christen, keine Option, auch ein No-Go für Nichtchristen. Das geht gar nicht. Und der Selbstmord ist in allen sieben Stellen in der Bibel ganz als verwerflich dargestellt. Und das muss man eben sagen.
Bei den alten Römern gab es wirklich Philosophen, die den Selbstmord gepriesen haben als eine wunderbare Möglichkeit. Wirklich ganz übel. Und die Christen, die frühen Christen, haben ganz klar Stellung genommen gegen Selbstmord. Sie haben auch Stellung genommen gegen Abtreibung. Das war ja im Römischen Reich auch sehr verbreitet. Die hatten damals schon ihre Giftgetränke, um eben die Abtreibung auszulösen. Und die ersten Christen haben sich ganz klar dagegen geäussert und dagegen gestellt. Und auch Kindesaussetzung war verbreitet im Römischen Reich, also unerwünschte Kinder hat man einfach in den Wald gebracht.
Darum auch diese Geschichte von Romulus und Remus, den Gründern von Rom. Wir haben im Latein gelernt: Siebenfünfunddrei, Rom schlüpft aus dem Ei, also 753 vor Christus. Wir haben allerdings auch noch gelernt, dass das Datum nicht stimmt, aber die Grössenordnung schon. Ja, und Romulus und Remus, die wurden ja nach der Legende ausgesetzt, die Gründer von Rom, als Kinder ausgesetzt im Wald, und eine Wölfin habe sie dann gesäugt und aufgezogen. Darum spricht man von Wolfskindern bei den ausgesetzten Kindern.
Ja, und die Christen haben sich ganz klar dagegen gestellt und haben übrigens solche Kinder dann auch aufgenommen. Ganz im Sinn von Matthäus 18: Wer ein Kind aufnimmt in meinem Namen, nimmt mich auf.
Und heute, nach 2000 Jahren Christentum in Europa, wurden durch die Masse alle Werte der Bibel über Bord geworfen. Und darum kommt das alte Heidentum wieder, eben mit Abtreibung und mit Sterbehilfe und mit Selbstmord, den man eben als Selbsttötung, Selbstbestimmung bezeichnet. Aber es ist übel, und das Wort Gottes verurteilt es ganz klar.

Der Fall Sauls und die Erinnerung an Jonathan

Vers 5: Und als ein Waffenträger sah, dass Saul tot war, stürzte auch er sich in sein Schwert und starb mit ihm. So starben Saul und seine drei Söhne, sein Waffenträger und alle seine Männer an jenem Tag zusammen.
Die Söhne Sauls, und dabei ist eben auch Jonathan, waren eng mit David verbunden. Jonathan war für David eine große Hilfe. Wir haben das schon erwähnt, aber ich möchte es doch noch einmal erwähnen. Sie verabschieden sich voneinander in 1. Samuel 20. Es ist so bewegend.
 1. Samuel 20,41: Der Knabe ging, und David machte sich auf von der Südseite her und fiel auf sein Angesicht zur Erde und beugte sich dreimal nieder. Und sie küssten einander und weinten miteinander, bis David über die Maßen weinte. Und Jonathan sprach zu David: Geh hin in Frieden, geh hin in Schalom. Es sei, wie wir beide im Namen des Herrn geschworen haben, als wir sagten: Der Herr sei zwischen mir und dir und zwischen meinen Nachkommen und deinem Nachkommen in Ewigkeit. Und David machte sich auf und ging weg, Jonathan aber kam in die Stadt.
Er konnte sich von seinem Vater nicht lösen, und hier hätte er es tun müssen. Er war ja erwachsen. Aber es wäre wichtig gewesen. Er, der so hinter David stand und auch ganz genau um seine Bestimmung wusste, war mit ihm so eng verbunden, in einem tiefen seelischen Austausch. Ihre Seele hatte sich ja miteinander vereinigt, heißt es sogar in 1. Samuel 17.
Und trotzdem hat er die Beziehung zum Vater, die Verpflichtung als Prinz, höher eingestuft und sich entschieden: Ich lasse David gehen, ich bin mit ihm verbunden, aber ich gehe zurück. Wäre er da mit David gegangen, wäre er nicht auf den Höhen von Gilboa gefallen. Aber das bedeutet nicht, dass Jonathan etwa verloren gegangen wäre.
Gestern wurde mir auch die Frage gestellt, wie man das einordnen muss. Eben so, dass seine Entscheidung dort falsch war und es diese Konsequenz hatte, dass er dann eben unter Zugzwang war und in den Krieg mit seinem Vater ziehen musste, wobei er fiel. Er konnte das gar nicht erleben, wie David dann schließlich aus all diesen Prüfungen herausgezogen wurde und König wurde. Er hätte Anteil gehabt an der Ehre, also im positiven Sinn an der Ehre Davids. Er hat das alles verpasst wegen dieser falschen Entscheidung.

Verlust, Gericht und die geistliche Bedeutung des Landes

Zurück zu Kapitel 7.
Und als die Männer von Israel, die diesseits des Tals, das heißt in der Talebene von Israel, also in der Talebene, die anderswo Hamagedon heißt, in Offenbarung 16, diesseits des Tals und diesseits des Jordans waren, sahen, dass die Männer von Israel geflohen waren und dass Saul und seine Söhne tot waren, da verließen sie die Städte und flohen. Und die Philister kamen und wohnten darin.
Also, wir müssen uns vorstellen: Das ist überhaupt nicht das Philisterland. Ich habe auf der Karte gezeigt, wo die fünf Hauptstädte der Philister waren, also der Gazastreifen und darüber hinaus. Das war gewissermaßen das Land der Philister. Aber der Kampf hier war auf den Höhen von Gilboa, also südlich vom See Genezareth und in unmittelbarer Nähe zur Hamagedon, zur Israelebene. Da sind die Israeliten aus ihren Städten geflohen, und die Philister haben das also übernommen.
Der Krieg endet mit einer Katastrophe. Der König nach den Gedanken der Menschen stirbt, und zwar auf tragische, furchtbare Art und Weise. Und Israel verliert ganz viel von dem verheißenen Land.
Und wenn man das überträgt: Das verheißene Land ist ja ein Symbol für die geistlichen Segnungen im Neuen Testament. Epheser 1,3 sagt ja: Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit jeder geistlichen Segnung in den himmlischen Örtern.
Wir haben diese geistlichen Segnungen. Die bekommen wir nicht allmählich. So hatte Israel das Land Kanaan zugesprochen bekommen, bevor sie hineingingen. Aber sie mussten es dann erobern. Und dieses Erobern ist ein Bild davon, wie wir all diese Reichtümer, die uns geschenkt sind durch den Glauben, nach und nach kennenlernen. Dass wir das ewige Leben haben, dass wir geliebte Kinder des Vaters sind, dass wir mit dem Heiligen Geist versiegelt sind, und und und. Der Epheserbrief ist ja voll davon, und das ganze Neue Testament ist voll von diesen Segnungen. Aber wir müssen sie kennenlernen und insofern in Besitz nehmen, dass wir lernen, uns daran zu freuen und dafür zu danken.
Aber jetzt muss man sich vorstellen, was hier geschieht: Das Volk Israel verliert von dem Land. Und das entspricht in der Übertragung dem, wenn ein Gläubiger schließlich Dinge, die er einmal im Glauben erfasst hatte und sich darüber gefreut hat, plötzlich nicht mehr in seinem Glaubensleben berücksichtigt. Das ist genau das, was hier geschehen ist. Und die Philister, die Feinde, kommen und nehmen alles weg.

Die Demütigung des Sieges und der Blick auf Götzenbilder

Weiter, Vers 8: Und es geschah am nächsten Tag, da kamen die Philister, um die Erschlagenen auszuziehen. Und sie fanden Saul und seine drei Söhne gefallen auf dem Gebirge Gilboa. Und sie hieben ihm den Kopf ab und zogen ihm seine Waffen aus. Und sie sandten in das Land der Philister ringsumher, um die frohe Botschaft in den Häusern ihrer Götzen und unter dem Volk zu verkündigen.
Kommt einem da etwas in den Sinn? Das ist doch genau wie bei Goliath. Das ist wirklich Rache. In 1. Samuel 17 wird dieser Riese unter den Philistern von David besiegt. Mit der Schleuder wird er bewusstlos und fällt zu Boden, war aber noch nicht tot. Und dann lesen wir in Vers 50, 1. Samuel 17,50: So war David mit der Schleuder und mit dem Stein stärker als der Philister, und er schlug den Philister und tötete ihn. Und David hatte kein Schwert in der Hand. Und David lief und trat zu dem Philister hin, und er nahm dessen Schwert und zog es aus seiner Scheide und tötete ihn und hieb ihm den Kopf damit ab. Als aber die Philister sahen, dass ihr Held tot war, da flohen sie.
Und auch im Weiteren erfahren wir, dass David dann dieses Schwert mitgenommen hatte, und es kam zunächst einmal nach Jerusalem. Später holte er es in der Stiftshütte ab, bei dem Hohenpriester. Aber eben genau das Gleiche: Der Feind wird da besiegt, entwaffnet, und die Waffen werden genommen. Und die Priester wussten ja immer noch, was die Frauen damals nach dem Kampf gesungen hatten: Saul hat seine Tausende erschlagen und David seine Zehntausende. Und so brachten sie eben König Saul, der David gegen Goliath kämpfen ließ, in Verbindung mit dem damaligen Sieg über Goliath. Und das ist Tragik. Sie schlagen ihm den Kopf ab und nehmen ihm seine persönlichen Waffen weg, und damit auch seinen Speer. Diese Waffe hat er immer wieder gegen David eingesetzt.

Ein aufgehängter König und die Deutung der Geschichte

Vers 10: Und sie legten seine Waffen in das Haus der Astaroth, und seinen Leichnam hefteten sie an die Mauer von Beth She'an, also eine israelitische Stadt.
Beth She'an, hier sehen wir es auf dem Bild: Im Vordergrund sieht man die Stadt Bejean zur Zeit der Römer, in der Römerzeit. Im Hintergrund sieht man aber einen künstlichen Hügel. Das nennt man auf Hebräisch Tell. Das ist ein Zivilisationsschutthügel, das heißt, man hat dort zum ersten Mal eine Stadt gebaut. Als sie zerstört wurde, hat man auf den Trümmern wieder eine neue Stadt gebaut. Als sie wieder zerstört war, wurde sie erneut auf den Trümmern aufgebaut. So ist der Hügel eben künstlich gewachsen, ein Tell.
Und an den Stadtmauern wurde der Leichnam von Saul aufgehängt. Das ist das Ende dieses Programms, das der Mensch machte. Sie wollten einen König nach ihrem Herzen. Dazu aus Hosea 13, Vers 11, wo Gott das rückblickend kommentiert, was da geschehen war. Er spricht zu Israel: Ich gab dir einen König in meinem Zorn und nahm ihn weg in meinem Grimm.
Also die Israeliten hatten einfach Gott herausgefordert: Wir wollen einen König, obwohl sie wussten, Gott wollte das nicht. Man muss eben noch genauer sagen: Gott wollte das zu dem Zeitpunkt nicht. Und darum war das ein Gericht, das er ihnen mit König Saul gab.
Sie dachten: Was wir brauchen, ist ein starker Mann. Wir brauchen nicht Richter, die uns einfach in allen Problemen sagen, was Gottes Wille ist anhand der Bibel. Da muss man nämlich selber auch noch denken. Sondern wir wollen wie die anderen Nationen einen Führer, und der entscheidet, und man kann folgen. Das ist sehr bequem und sehr praktisch. Aber Gott wollte das gar nicht so.
Und so hat er ihnen Saul gegeben, und das war ein Mann, der einen Kopf größer war als der durchschnittliche Israelit. Und da haben sie gedacht: Jetzt haben wir einen so starken Mann, einen so großen Mann, der ist eben größer als unsere Probleme. Aber das galt nur so lange, bis dann in 1. Samuel 17 einer auftritt, der noch größer war, und er hieß Goliath. Fast drei Meter groß, ziemlich groß. Und dann haben sie gemerkt: Oh, jetzt nützt uns dieser König auch nichts mehr.
Und dann kommt eben David, der nicht so groß war wie Saul, und er besiegt ihn mit der Hilfe des Herrn. Es waren alles Lektionen, die Israel da lernen musste. Und so war also allein schon eben die Tatsache, dass Gott ihnen Saul gab, ein Mann nach ihrem Herzen, ein Gericht. Und dann entspricht das Ende in Kapitel 31 in 1. Samuel hier: und nahm ihn weg in meinem Grimm. Das war Zucht über Israel.
Und manchmal wird ja die Frage gestellt: Wie kann ich erkennen, ob die Nöte in meinem Leben eine Zucht sind als Folge meiner Sünden? Oder wie kann ich erkennen, ob die Zucht einfach zur Erziehung ist, so wie das in Hebräer 12 gesagt wird, dass alle Gläubigen von dem Vater erzogen werden, damit wir eben Fortschritte machen?
Nun, man kann das eben so: Wenn man hier die Geschichte Israels anschaut, dann sieht man, sie sind wirklich ganz klar einen falschen Weg gegangen. Und darum waren diese Leiden wirklich eben Zucht Gottes für falsche Wege.
Und wir haben auch bei David gesehen, als er da nach Gad ging, diese ganze Verkettung von Zucht, die über ihn gekommen war. Das war nicht irgendwie unklar, sondern es war klar: Er ist wirklich einen falschen Weg gegangen und hat auf diesem Weg dann dies falsch gemacht und das falsch gemacht. Und wir sehen aber: Sobald David dann auch zurückgekehrt war zum Herrn, da hat sich auch dann deutliches wieder verändert.
Aber wenn wir nicht sehen, da ist handgreiflich Sünde, dann müssen wir nicht immer studieren: Ah, was ist das für eine Strafe, was ist das für eine Strafe, und grübeln. Das ist nicht gesund. Beten und das immer wieder: Prüfe mich, Gott, und erforsche mein Herz.
Ich schlage auf Psalm 139, die letzten Verse. Psalm 139: Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne meine Gedanken. Und sieh, ob ein Weg der Mühsal bei mir ist, und leite mich auf ewigem Weg.
Und wenn wir das so beten und dem Herrn abgeben, dann ist es abgegeben, und er wird das Gebet auch erhören und wird uns zeigen, wo etwas nicht richtig ist. Aber wenn uns eben das nicht bewusst wird, dann müssen wir nicht ständig drehen und grübeln, was könnte doch sein, sondern müssen wir einfach mit dem Herrn vorangehen und dürfen wissen, dass all diese Prüfungen im Leben dazu dienen, um uns als Edelsteine aufzupolieren, damit wir sein Licht noch deutlicher ausstrahlen können.
Dann noch Hiob 34, Vers 32. Da spricht Elihu, und er zeigt, wie wir beten sollen: Was ich nicht sehe, zeige du mir. Wenn ich Unrecht verübt habe, so will ich es nicht mehr tun. So können wir beten, aber dann abgeben und nicht darum herumdrehen.
Und noch eine Stelle aus Hiob 13, 23: Da betet Hiob selbst: Wie viele Ungerechtigkeiten und Sünden habe ich? Lass mich meine Übertretung und meine Sünde wissen.
Und dann noch ein hilfreicher Vers aus Psalm 19. Da geht es um drei Zeugnisse Gottes. In den Versen 1 bis 7 wird gezeigt, wie die Schöpfung ein Zeugnis ist von Gottes Herrlichkeit. Die Verse 8 bis 11 zeigen, dass das Wort Gottes, das inspirierte Wort Gottes, das fehlerfreie Wort Gottes, ein Zeugnis Gottes ist über das, wer er ist und wie er denkt. Und dann in den Versen 12 bis 15 geht es um einen Menschen, der dem Herrn nachfolgt, der eben als Mensch ein Zeugnis ist.
Und da betet David Folgendes ab Vers 12: Auch wird dein Knecht durch sie, nämlich durch die Belehrung des Wortes Gottes, belehrt. Im Halten derselben, im Halten der Gebote Gottes, ist großer Lohn. Und jetzt sagt er: Verirrungen, wer sieht sie ein? Von verborgenen Sünden reinige mich. Auch von Übermütigen halte deinen Knecht zurück, lass sie mich nicht beherrschen. Dann bin ich untadelig und bin rein von großer Übertretung. Lass die Reden meines Mundes und das Sinnen meines Herzens wohlgefällig vor dir sein, Herr, mein Fels und mein Erlöser.
Also, es kann auch sein, dass man sich fragt: Ja, aber vielleicht ist irgendeine Sünde in meinem Leben, die ich nicht erkannt habe, was mache ich damit? Wie können wir beten: Von verborgenen Sünden reinige mich. Das ist auch eine Hilfe, gerade in Situationen, wo man manchmal fragt: War jetzt das falsch oder war es nicht falsch? Und wirklich ganz aufrichtig: Es ist nicht klar. Dann könnte man dadurch ständig abgelenkt und beunruhigt sein, und dann kann man auch einfach dem Herrn sagen: Von verborgenen Sünden reinige mich. Dass man entlastet. Also auch Unbekanntes kann so vergeben werden.

Die Bundeslade, Götzen und die Ordnung der Heilsgeschichte

Wir gehen zurück zu 1. Samuel 31. Also, wir sind ja ausgegangen von den Gedanken, dass Israel ganz viel vom Land verloren hat und dass die Sache mit Saul eine Zucht Gottes war.
Die Waffen Sauls kamen in einen Götzentempel, in den Götzentempel der Astarot. Erinnert uns das an etwas? Das waren nicht Waffen, sondern die Bundeslade, die sie in den philistäischen Tempel von Dagon gebracht hatten.
Wir schlagen auf: 1. Samuel 5,1. Und die Philister hatten die Lade Gottes genommen und brachten sie von Ebenezer nach Asdod. Und die Philister nahmen die Lade Gottes und brachten sie in das Haus Dagons, und sie stellten sie neben Dagon.
Und damit wollten sie klar machen: Unser Gott steht über dem Gott Israels. Die Bundeslade war das Symbol des Gottes Israels, der mit Israel einen Bund geschlossen hat. Darum die Bundeslade. Und die Zeichen des Bundes, die zwei Tafeln, also die zehn Gebote in zwei Ausführungen, wie man das auch heute bei einem Vertrag macht, der Vertrag in zwei Exemplaren, waren diese zwei Tafeln darin. Das war der zweiseitige Bund zwischen Gott und Israel.
Und das war für die Philister quasi ein Triumph: Unser Gott Dagon ist stärker als der Gott Israels. Das war Lästerung. Und genau das war der Gedanke hier, die Waffen Sauls im Haus dieser Göttin Astarot. Das sollte bedeuten: Unsere Göttin Astarot, diese Kriegsgöttin, ist stärker als eben der König von Israel, der gewissermaßen das Zeugnis sein sollte für den Gott Israels.
Aber da lesen wir dann in 1. Samuel 5,3: Und als die Asdoditer am nächsten Tag früh aufstanden, siehe, da lag Dagon auf seinem Angesicht auf der Erde vor der Lade des Herrn. Das war eine deutliche Sprache: Wer hat das Sagen? Ja, was machen sie? Und sie nahmen Dagon und stellten ihn wieder an seinen Ort. Okay, der konnte selber nicht aufstehen. Aber er ist ein Gott, dachten sie. Aber die Menschen müssen ihn aufrichten.
Vers 4: Und als sie am nächsten Tag frühmorgens aufstanden, siehe, da lag Dagon auf seinem Angesicht auf der Erde vor der Lade des Herrn. Und zwar lagen das Haupt Dagons und seine beiden Hände abgehauen auf der Schwelle; nur der Fischrumpf war an ihm übrig geblieben, beziehungsweise einfach der Körper.
Ja, also nochmals eine klare Sprache: Die Hände, mit denen er sowieso nichts tat, da konnte er nicht aufstehen, er konnte auch nichts tun. Aber die Hände sind abgehackt, und das Haupt, das auch nicht denken konnte, denn es war ja nur ein Klotz, war abgehauen, und der Körper, der Rumpf, blieb für sich. Um klar zu zeigen, wer der Gott ist, der wirklich handelt in der Geschichte.
Und das hat eben wirklich Eindruck gemacht, und die haben verstanden, was das bedeuten sollte. Aber hier hat Gott nicht eingegriffen. Die Waffen Sauls waren im Haus der Astarot, und es geschah nichts. Ja, weil Gott Saul wirklich beiseitegestellt hatte.
Und hier endet ein wichtiges Zeitalter in der Heilsgeschichte. Die ganze Heilsgeschichte lässt sich ja in sieben Zeitalter einteilen, von der Schöpfung bis zum tausendjährigen Friedensreich. Und es ist so: Bei jedem Zeitalter schließt Gott am Anfang einen Bund, und er gibt Segen. Aber in der Folge sehen wir, dass der Mensch dann untreu ist, und es geht abwärts und immer weiter abwärts, bis es schließlich mit Fluch und Gericht endet.
Und gleich danach sehen wir in der Heilsgeschichte, dass Gott wieder einen Bund schließt, und das ist wieder verbunden mit Segen. Aber der Mensch erweist sich als untreu, und es geht immer weiter abwärts, bis es schließlich mit Gericht und Fluch endet. Aber dann wird Gott wieder einen Bund schließen.
Das ist wirklich so interessant, das zu sehen, weil es einfach schön aufgeht durch die ganze Bibel hindurch. Und es gibt nirgends eine Seite in der Bibel, die sagt, man muss das gut durchlesen und mal die sieben Bünde herausfinden und darauf achten: Jedes Mal, wenn ein Bund geschlossen wird, dann ist es mit Segen verbunden, und dann geht es abwärts, und es endet mit Fluch und Gericht, und dann schließt Gott wieder einen neuen Bund. Nein, Sprüche 25 sagt: Gottes Ehre ist es, eine Sache zu verbergen; der Könige Ehre, eine Sache zu erforschen.
Und wir Gläubigen der Gemeinde sind ja Könige, Offenbarung 1,5, ein Königtum. Also müssen wir diese Dinge herausfinden. Und es ist also so: Gott hat mit Adam einen Bund geschlossen, Hosea 6 spricht von diesem Bund mit Adam, und Gott hat Adam und Eva gesegnet. Und dann kam der Sündenfall, und es ging abwärts und abwärts und abwärts, so schlimm, dass Gott schließlich die Sintflut bringen musste.
Aber was macht Gott nach der Sintflut? Er schließt einen Bund mit Noah und segnet Noah und seine Söhne. Und es geht dann leider abwärts und abwärts und abwärts bis zur Rebellion gegen Gott in Babel mit dem Turm von Babel. Es war Rebellion gegen Gott, und Gott greift ein mit der Sprachenverwirrung und zerstreut die Völker, die nicht hören wollten auf den Bund, den Gott mit Noah geschlossen hatte. Er hatte gesagt, die Menschen sollen die Erde füllen und sich nicht an einem Ort globalistisch konzentrieren.
Aber was tut Gott danach? Er schließt mit Abraham einen Bund und er segnet ihn. Aber wir sehen auch da, wie es abwärts geht, wie Abraham versagt, dann auch Isaak, auch Jakob, und wie schließlich auch die Nachkommen, das Volk Israel, in Ägypten versagen. Sie beginnen nämlich dort auch, die Götter Ägyptens zu verehren, und so lässt Gott sie fallen in die Hand der Ägypter, und sie kommen in die Sklaverei.
Aber was geschieht danach? Gott holt aus Ägypten sein Volk, um es nach Hause zu führen, und am Sinai schließt er einen Bund und segnet das Volk. Und da beginnt die Theokratie, die Gottesherrschaft. Gott wollte König sein über Israel, und so hat er eben angeordnet, dass Israel keinen König haben soll, sondern Führer wie Mose und dann Josua, die anhand des Wortes Gottes leiten mussten. Und danach kam die Zeit der Richter von 450 Jahren bis auf Samuel.
Und da haben sie gesagt: Wir möchten einen König, wir möchten so sein wie die anderen Nationen. Und Gott sagte zu Samuel, das haben wir gesehen in frühen Kapiteln von 1. Samuel, dass Samuel erschüttert war. Und Gott sagte, er soll das nicht persönlich nehmen. Sie haben nicht dich verworfen, sondern mich, dass ich nicht mehr König sei.
Und so gab es eben ein Ende mit Gericht. Gott gab in seinem Zorn einen König nach den Gedanken der Menschen. Und dieser führt das Volk in einen katastrophalen Krieg mit den Philistern, wo er selber umkommt. Seine Waffen kommen in das Haus der Astarot, sein Kopf wird abgeschlagen, und seine Leiche hängt hier an den Mauern von Beit She'an. Schrecklich, so endet dieses Zeitalter.
Aber danach werden wir sehen, wir kommen heute Nachmittag zu 2. Samuel, und wir werden sehen, wie David König wird, aber nach Gottes Gedanken. Jetzt war die Zeit da, und zwar ein König, der dann Stammvater des Messias, des Königs der Könige, werden sollte, der schon etwas davon abbilden sollte, wie das sein wird, wenn einmal der Messias als König regieren wird über Israel und alle Völker.
Und so werden wir sehen: Gott schließt mit David einen Bund. Und er ist wieder mit Segen verbunden, und da geht es eben darum, dass David als König Stammvater werden soll von dem Erlöser der Welt, dem König über alle Könige.
Und so geht das eben durch die ganze Heilsgeschichte hindurch bis zum Tausendjährigen Reich, wo Gott am Anfang einen neuen Bund schließen wird mit Israel, Jeremia 31,31. Und es geht alles nach Schema, nämlich: Auf dem tausendjährigen Reich wird es einen Niedergang geben, der schließlich endet mit dem Aufstand von Gog und Magog, Feuer vom Himmel, wirklich nach Schema. Es endet mit Fluch und Gericht.
Und das ist sehr wichtig, weil man immer wieder findet, diese Konfrontation, dass Gläubige einem sagen: Ihr mit diesen Dispensationen. Was heißt Dispensationen? Ich habe mal festgestellt, dass die meisten Gläubigen das Wort Dispensation gar nicht kennen. Aber man spricht immer von Dispensationalismus.
Und es ist eigentlich ganz einfach: Man muss nicht sagen Dispensation, sondern man muss sagen Zeitalter, Heilszeitalter, das mit einem Bund beginnt und mit Gericht endet. Das bedeutet das Wort. Und Dispensationalismus heißt, dass man eben diese Unterscheidung der Zeitalter macht und auch sieht, dass da in jedem Zeitalter andere Grundsätze gelten.
Ja, in dem Zeitalter der Theokratie sollte kein König über Israel herrschen, aber im nächsten Zeitalter mit dem Bund von David sehr wohl. Da war es nach Gottes Gedanken, und darum gab dann Gott einen König nach seinem Herzen. Von dem wird das gesagt, nicht vom alten David, der viele falsche Wege gegangen war, sondern der junge David ist der Mann nach dem Herzen Gottes.
Und er blieb es in dem Sinn, dass man sieht, dass trotz all dieser Irrungen und Wirrungen in seinem Leben er dem Herrn die Treue gehalten hat und auch bereit war, wirklich Dinge einzusehen, die falsch waren, und umzukehren.
Ja, aber eben, diese Einteilung ist sehr wichtig, um die Bibel gut zu verstehen. Warum war es falsch, da einen König zu haben, und da ist es plötzlich richtig? Weil es eben verschiedene Dispensationen gibt, und die muss man unterscheiden.
Es ist interessant, dass diese Einteilung dann bei denen, die das so kritisieren, in dieser Weise gar nicht bekannt ist. Und auch, dass es so in einer konsequenten Weise aufgeht, das ist doch nicht menschliche Fantasie. Es ist einfach im Wort Gottes so vorgegeben, aber eben nicht einfach so im Vorwort erklärt. Man muss auf das achten, und dann findet man es. Man muss wirklich forschen, und dann: wow.
Und so erkennen wir eben die Art und Weise, wie Gott handelt, und verstehen so die Wege Gottes viel deutlicher und viel klarer.
Ja, wollen wir an dieser Stelle enden. Heute Nachmittag beziehungsweise heute Abend um 19.30 Uhr fahren wir weiter mit 2. Samuel 1, und um 16.00 Uhr schieben wir eine Fragezeit ein. Also es wäre wichtig, dass man sich Fragen aufschreibt, nicht zu lange, möglichst kurz und zwar möglichst im Zusammenhang mit dem Thema Samuel. Und das wird auch als Livestream weitergegeben werden. Und dann eben heute Abend mit 2. Samuel gehen wir weiter.

Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

Noch mehr Inhalte von Roger Liebi gibt es auf seiner Webseite unter rogerliebi.ch