Serie•Teil 11 / 12Connecting Heaven
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Rückblick auf den Weg durch das Thema
Wir haben uns, ich weiß nicht, fast drei Monate lang Gedanken über das Thema Gebet gemacht. Und wir haben inhaltlich einen relativ weiten Weg zurückgelegt.
Das fing damit an, dass wir uns ganz am Anfang deutlich vor Augen gemalt haben: Wo jemand Erweckung will, wo jemand einen Neuanfang in seinem Leben möchte, vor allem in seinem Leben mit Gott, da braucht es Gebet.
Dann sind wir in die Inhalte eingestiegen. Wir haben uns Gedanken gemacht: Was sind eigentlich Inhalte von Gebet? Was sagt die Bibel zum Thema Beten? Und nachdem wir das so Stück für Stück abgegrast hatten, kamen wir zu dem Thema: Wie bringe ich eigentlich ernsthaftes Gebet zum Ausdruck?
Wir hatten da so merkwürdige Predigtthemen wie Fasten und Gelübde. Da ging es um die Frage: Für wen soll ich eigentlich beten? Das ist ja schön und gut, aber wie betet man eigentlich? Was sind Voraussetzungen dafür, dass Gott Gebet erhört?
Und ich mache heute den Abschluss, und wir werden über praktische Tipps reden. Also: Nachdem ihr so viel Theorie gehört habt, ganz am Ende noch ein paar praktische Tipps aus der Praxis.
Ich habe euch drei Tipps mitgebracht. Man könnte sicherlich dreißig Tipps mitbringen, aber ich glaube, es gibt drei Dinge, die mir beim Darüber-Nachdenken selbst am wichtigsten waren. Wenn mich jemand fragt: Jürgen, welche drei Tipps würdest du mir für mein Gebetsleben mitgeben?, dann wären das tatsächlich diese drei.
Und ich fange mit dem wichtigsten Tipp an, mit dem allerwichtigsten Tipp.
Der Anfang von allem
Und der wichtigste Tipp lautet etwa so: Beten braucht Gebet. Das klingt banal.
Ich möchte euch ein Beispiel machen. Ihr habt einen jungen Freund, der sagt: Hey, kann ich dich abholen, zu was weiß ich, ins Kino? Lass uns mal in die Stadt fahren. Und du sagst: Boah, ja, klar, gerne. Dann steigst du in sein Auto, und er hält dir seinen Führerschein entgegen und sagt: Gestern gemacht!
Ja, genau, ihr habt gelacht. Man lernt Autofahren eigentlich nicht in der Fahrschule. Klar, man lernt es bis zu dem Punkt, an dem man sagen kann: Jetzt darf ich dem anderen zeigen, gestern gemacht. Aber so richtig Autofahren, also ehrlich: die ersten hunderttausend Kilometer, und dann reden wir darüber, dass du Autofahren kannst. Vorher ist es nett, wenn du die Pappe hast, aber jeder, der schon länger dabei ist, wird sich tendenziell ein bisschen unwohl an deiner Seite fühlen. Und manchmal so zusammenzucken, wenn er den Eindruck hat, der Abstand ist ein bisschen kurz nach vorne und du bist vielleicht ein bisschen zu schnell unterwegs mit siebzig auf der Heerstraße.
Also: Autofahren lernt man durch Autofahren. Und ich bin davon überzeugt, dass man Beten durch Beten lernt. Und ich weiß gar nicht, wie ich diesen Punkt unterstreichen kann, damit ihr mir ihn abnehmt. Ich würde den Punkt vielleicht gar nicht bringen müssen, wenn ich nicht wüsste, dass in Deutschland eine riesige Gebetsarmut herrscht.
Deswegen soll der erste Vers, den wir miteinander betrachten, wer eine Bibel braucht, dort hinten, also da müsste eine Kiste noch stehen mit Bibeln, wer eine Bibel braucht, wir werden ab und an mal eine Bibel brauchen, nehmt euch ein paar raus, meldet euch kurz. Wir starten mit dem Jakobusbrief, Kapitel 1, Jakobusbrief, Kapitel 1, und dort Vers 22. Eigentlich einer der Verse, die man auch wirklich verinnerlichen muss, weil sie so herrlich praktisch sind: Jakobus 1,22.
Seid aber Täter des Wortes und nicht allein Hörer, die sich selbst betrügen.
Also nochmal: Seid aber Täter des Wortes und nicht allein Hörer, die sich selbst betrügen.
Ich glaube, viele Christen leben heute im Selbstbetrug. Sie glauben an eine Lüge, und diese Lüge heißt ungefähr so: Gebet ist nicht so wichtig. Bis ihr in der Bibel steht: Bittet, und es wird euch gegeben werden. Und viele Christen leben nach dem Motto: Ich krieg’s auch so.
In der Bibel steht: Ihr habt nicht, weil ihr nicht bittet. Und die Christen leben und denken sich: Na ja, ich sehe zwar schon den einen oder anderen Mangel in meinem Leben, ich sehe schon, dass da Probleme sind, ich hätte da schon noch so ein paar Sachen, die ich mir wünschen würde, aber dass es daran liegt, dass ich zu wenig bete, glaube ich eigentlich nicht.
In der Bibel steht, Gott sucht Beter. Er sucht Menschen, die ihn in Geist und Wahrheit anbeten. Das ist eine ganz spannende Sache. In Geist anbeten bedeutet: aus einer geistlichen Beziehung heraus, dass da wirklich eine Du-Beziehung zwischen mir und Gott ist. Und auf der anderen Seite in Wahrheit, also nicht mit frommen Floskeln, die eigentlich gar nicht der Realität entsprechen, sondern so, wie es wirklich in mir aussieht: ehrlich und auf der Grundlage von Gottes Wort. Gott sucht solche Leute, das steht in der Bibel.
Und ich treffe immer wieder auf Christen, und es sind nicht zu wenige, die faktisch mit ihrem Leben zum Ausdruck bringen: Nö, also Gebet, das spielt eigentlich für richtiges Christsein keine so große Rolle.
Und deswegen dieser Vers am Anfang: Jakobus 1,22. Seid aber Täter des Wortes und nicht allein Hörer. Es reicht nicht, die letzten Predigten über Gebet gehört zu haben. Genauso wenig, wie es reicht, beim Autofahren den Führerscheintest bestanden zu haben. Du musst ins Auto steigen, du musst losfahren, und genauso ist es beim Beten auch.
Letzten Endes wird sich unsere Zukunft, die Zukunft unserer Kinder, aber auch die Zukunft unserer Freunde und die Zukunft dieser kleinen Gemeindegründungsarbeit hier, die Zukunft von Berlin und die Zukunft von Deutschland entscheiden, ob wir anfangen zu beten, ob wir das wirklich ernst nehmen, was in der Bibel steht.
Der Herr Jesus sagt ein Gleichnis, das ist in Lukas 18 das Gleichnis vom ungerechten Richter. Ein Gleichnis, wo es darum geht, dass wir allezeit beten sollen. Eines der wenigen Gleichnisse in der Bibel, wo explizit drinsteht, warum es gesagt wird. Da heißt es: Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis dafür, dass sie allezeit beten und nicht ermatten sollten.
Das heißt, das Thema anhaltendes Gebet ist Jesus so wichtig, dass er ein eigenes Gleichnis dafür spricht. Und dann liest man sich das durch. Und ich möchte euer Augenmerk auf den Schluss dieses Gleichnisses lenken, Lukas 18, Vers 7 und Vers 8. Denn es reicht nicht, dass wir uns darüber im Klaren werden, wie wichtig das Thema für Jesus ist, sondern hier am Ende heißt es dann, Lukas 18,7:
Gott aber sollte er das Recht seiner Auserwählten nicht ausführen, die Tag und Nacht zu ihm schreien? Und sollte er es bei ihnen lange hinziehen? Ich sage euch, dass er ihr Recht ohne Verzug ausführen wird. Doch wird wohl der Sohn des Menschen, wenn er kommt, den Glauben finden auf der Erde?
Ich finde diese Frage faszinierend. Hier sind Menschen, vielleicht gehören wir auch dazu, die während ihres Lebens denken: Ach, Gott hört meine Gebete nicht, ich bete, und da passiert nichts. Und jetzt kommt Jesus und sagt: Ja, was hast du denn für eine Gottesvorstellung, was ist ein Gott für einer? Gott ist einer, der ohne Verzug, das heißt so schnell wie möglich, die Gebete der Gläubigen erhört.
Und dann sagt Jesus: Wenn das so ist, wenn Gott so einer ist, dann bleibt doch eigentlich nur eine Frage übrig. Wenn Jesus wiederkommt und er trifft auf die Gemeinde, was für Christen trifft er denn dann? Trifft er solche, die beten, die glaubend beten, die dranbleiben und nicht zweifeln?
Und meine Sorge ist für Deutschland und für die deutsche Christenheit, wenn man das mal so pauschal sagen darf: Meine Sorge ist nein.
Persönliche Nähe statt äußerer Form
Ich kenne so gut wie keinen Christen, der sich täglich eine Stunde Zeit zum Gebet nimmt. Und ehrlich: Es mangelt nicht an Gebetsanliegen, oder?
Der Zustand unserer Gemeinden in Deutschland könnte im Moment eigentlich kaum übler sein. Wir werden in den nächsten Jahren ein Sterben von Gemeinden beobachten, wie es in dieser Form im Bereich der freien Gemeinden noch nie gegeben hat. Flächendeckend verlieren Gemeinden ihre zweite Generation, die Generation der Kinder. Und zwar entweder an diese Welt, sodass die Kinder nichts mehr mit dem Glauben zu tun haben wollen, oder, was für mich genauso schlimm ist, an so ein halbherziges Christentum, das ich noch am ehesten mit einem Kulturprotestantismus vergleichen will.
Irgendwie ist man noch dabei, man hat sich noch nicht ganz verabschiedet. Aber tief im Herzen ist das nur so eine Halbentscheidung. Du kannst eigentlich darauf warten, bis aus der Halbentscheidung gegen Gott eine ganze Entscheidung wird.
Ich erlebe es immer wieder, dass auch in freien Gemeinden die Vorstellung davon, was es bedeutet, Christ zu sein, oder womöglich schon die Sprache dafür, immer schwächer wird. Ich könnte so weitermachen. Ich könnte euch jetzt eine Stunde lang Dinge aufzählen, bei denen ich sage: Da liegen Dinge im Argen. Und dafür muss ich kein Prophet sein. Ich muss auch nichts weiter tun, als mir einfach nur anzuschauen, was da ist.
Und wisst ihr, was mir für Deutschland fehlt und was ich irgendwie nicht verstehen kann? Mir fehlt eine deutschlandweite, übergreifende Gebets- und Bußbewegung, denn das wäre jetzt eigentlich dran. Ich kann dieses ganze Gerede und diese schönen Prospekte, die wir von manchen christlichen Organisationen ins Haus flattern, wirklich nicht mehr sehen, weil sie nicht der Realität entsprechen.
Ich habe das für mich mal so formuliert: Die Christen in Deutschland verhalten sich wie Aschenputtel mit Gedächtnisverlust. Wir haben vergessen, woher wir kommen, wer wir sind und dass wir dazu bestimmt sind, den Prinzen zu lieben.
Deswegen dieser erste, wichtigste Tipp: Beten braucht Gebet. Wenn es irgendeinen Menschen in deinem Leben gibt, der dir wirklich am Herzen liegt, wenn dir diese Gemeinde am Herzen liegt oder dein Land, dann bete dafür. Du kannst nichts Besseres tun.
Wisst ihr, wenn ich extern zu Vorträgen eingeladen werde, dann mache ich gerne eine Sache: Ich frage danach, ob ihr für uns beten wollt. Dann lasse ich so eine kleine Gebetsliste herumgehen, und einmal im Monat schicke ich dann drei Gebetsanliegen raus. Ich weiß nicht, wie viele Leute inzwischen für uns beten. Ich habe mal vorsichtig geschätzt: irgendetwas zwischen zweihundert und vierhundert.
Ich weiß es deshalb nicht, weil ich eine liebe Schwester habe, die immer den Versand macht. Sie hat immer die ganzen E-Mail-Adressen, und ich schicke dann immer alles rüber. Ich komme dann zurück und habe so eine Liste mit zehn, zwanzig neuen Betern, und dann kriegt sie wieder die E-Mail-Adressen.
Aber eines ist mir völlig klar: Dass es uns hier gibt, dass hier etwas wächst, liegt wesentlich an den Menschen, die irgendwo in Deutschland sitzen und Anfang eines Monats so eine kleine E-Mail kriegen. Das ploppt dann kurz auf, und da steht: Bitte beten. Bevor wir löschen, drei Anliegen. Und die tatsächlich, bevor sie die Entfernen-Taste drücken, kurz beten und sagen: Okay. Das ist es mir wert. Das ist mir diese Gemeindegründungsarbeit wert. Eine Minute Gebet.
Und das mag für euch so lächerlich klingen. Für mich ist es eine super, super wichtige Sache. Denn es gibt einfach nur diese eine Sache, was Gebet zuallererst braucht: Gebet. Wenn wir nur alles im Kopf haben, wenn wir nicht irgendwann die Hände falten, wenn wir nicht irgendwann anfangen, dann wird sich einfach nichts tun. Dann werden wir uns eine Ewigkeit lang in den Hintern beißen können für unsere Faulheit und für das, was wir verloren haben, aber es wird nichts mehr ändern.
Der zweite Schwerpunkt: Zeit mit Gott allein
Erster Tipp, zweiter Tipp
Matthäus-Evangelium, Bergpredigt, Matthäus-Evangelium, Kapitel 6: Jesus reagiert auf die Pharisäer, auf Heuchler, auf Menschen, die ihre Frömmigkeit nur äußerlich leben, die so weit gehen, dass sie sich an Straßenkreuzungen stellen und da anfangen zu beten, damit auch ja möglichst alle mitbekommen, wie heilig sie sind. Und da sagt Jesus dann in Matthäus 6,6: Wenn du aber betest, so geh in deine Kammer, und nachdem du deine Tür geschlossen hast, bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird dir vergelten.
Ich bin total für Gebetstreffen, sonst würde ich die auch nicht so organisieren. Aber ich bin tatsächlich noch mehr dafür, dass wir eine persönliche Zeit mit Gott pflegen. Deswegen heißt mein zweiter Tipp zum Beten: Beten braucht Zeit alleine mit Gott.
Und es spielt, wenn du diese Zeit hast, überhaupt keine Rolle, wann du die Zeit hast und wie du die Zeit machst. Ich will das ganz deutlich sagen: Es gibt keine Uhrzeitvorschriften in der Bibel. Es steht da auch nicht, welche Gebetshaltung man einnehmen soll. Du kannst dich auf den Boden werfen, bis dir kalt wird, oder du kannst auf und ab laufen, oder du kannst die Hände hoch und runter falten. Es ist völlig Wurst. Der Punkt ist: Was du brauchst, ist eine persönliche Zeit mit Gott.
Warum spielen diese Gebetshaltungen so wenig Rolle? Sie spielen so wenig Rolle, weil Gott sowieso in dein Herz hineinschaut. Ob du die passende Haltung hast, vergiss es, solange dein Herz stimmt. Du kannst die allermerkwürdigste Gebetshaltung haben. Wenn dein Herz stimmt, wird Gott darauf reagieren.
Ich wollte euch ein Beispiel erzählen. Also, meine Gebetshaltung, meine Lieblings-Alleine-Gebetshaltung ist: Ich stapfe durch den Spandauer Forst und bete. Ich kenne da so ein paar Wege, wo nicht so viel los ist. Und ich treffe auf meinen Gebetsspaziergängen hauptsächlich im Moment Wildschweine, Rehe und freitags sogar vier Hirsche. Also, das ist so ein bisschen ...
Und ihr müsst euch vorstellen: Da stapfe ich dann so, ja, ich so hier mit so einer Zwei-Lagen-Fleece drunter, kalt draußen, ja, eine Jacke drüber und dann noch viele Taschen, so eine Outdoorjacke, ja. In einer Tasche ein Handy, in der anderen noch mal so ein Notizblock, ja, ein paar Bibelverskärtchen, und irgendwo stecken da auch noch meine Gebetsanliegen in so einer roten, klaren Sichthülle. Und dann stapfe ich so durch den Wald und schaue meist nach unten und bete halt. Ja, das ist super.
Und am Freitag ist mir etwas passiert: Dann schaute ich hoch, und es stand vor mir eine Joggerin. Weil ich das war, dachte ich mir: Die arme Frau, die war dann mit dem Hund unterwegs, und ich hatte sie nicht gehört, das war so ruhig. Und ich dachte mir: Was mag die jetzt denken? Da brummelt einer durch den Wald und sagt irgendwie: „Und Vater im Himmel, ich hatte gerade gebetet für alte Freunde, die mal in der Gemeinde waren und die dann irgendwie auf Abwege gekommen sind und mit denen ich zehn Jahre nicht ...“ Und sagt: „Vater, ich wünsche mir, dass die wieder zurückkommen.“ Da steht vor mir diese Joggerin und dann: „Huh, ja okay, das war bestimmt merkwürdig für die Frau.“
Aber hey, es spielt vor Gott doch keine Rolle, weil Gott doch in mein Herz schaut. Gott entscheidet doch die Qualität von Gebet nicht daran, ob ich es in der Kirche mache oder im Wald, ob ich es so mache wie alle anderen oder meinen eigenen Weg finde, sondern er schaut ins Herz. Und er möchte, und das ist wie gesagt mein zweiter Tipp, dass wir alleine Zeit mit ihm verbringen. Ungestörte Zeit, um ihm unser Herz auszuschütten. Zeit, um für Menschen einzutreten. Zeit, um ihn anzubeten, um unsere Sünden zu bekennen. Zeit, um dafür zu beten, dass wir Richtung finden für unser Leben. Wie soll es weitergehen?
Ich möchte euch noch eine Stelle aus dem Markus-Evangelium zeigen, und dann dürft ihr selber ein bisschen in der Bibel forschen. Markus-Evangelium, Kapitel 1: eine Stelle, die ich ganz früh als Christ auswendig gelernt habe. Sie gehört zu den ersten Stellen überhaupt, die ich auswendig gelernt habe, weil es mich so fasziniert hat. Markus-Evangelium, Kapitel 1: Da heißt es über den Herrn Jesus: Und frühmorgens, als es noch sehr dunkel war, stand er auf und ging hinaus und ging fort an einen einsamen Ort und betete dort. Schöner: ging fort an einen Ort und betete dort. Also, das hat auch so eine gewisse Rhythmik drin, insofern lässt sich das leicht auswendig lernen.
Und das hört sich so toll an: Ja, Jesus, klar, der kann ja auch früh morgens aufstehen, der hat ja auch irgendwie keinen schweren Arbeitstag. Er muss ja auch nicht ... Flautsch dich! Da liest du davor, Verse 32 bis 34, wie denn so sein Tag davor ausgesehen hat. Als es aber Abend geworden war, das ist der Vortag, und die Sonne unterging, setzte sich Jesus vor den Fernseher, legte die Füße hoch und ging früh schlafen. Das steht nicht da. Sondern als das passierte, die Sonne war untergegangen, brachten sie alle Leidenden und Besessenen zu ihm, und die ganze Stadt war an der Tür versammelt. Und er heilte viele an mancherlei Krankheiten Leidende, und er trieb viele Dämonen aus und ließ die Dämonen nicht reden, weil sie ihn kannten.
Jetzt kann ich auf die Inhalte eingehen. Das war eine volle Arbeit. Die einen kamen gerade von der Arbeit und dachten sich so: Jetzt ist dieser Jesus noch da, jetzt haben wir Zeit, jetzt gehen wir mal zu diesem Jesus. Und Jesus hat da bis in die Nacht hinein gearbeitet, ist irgendwann wahrscheinlich todmüde umgefallen, hat geschlafen, und er ist trotzdem frühmorgens, als es noch sehr dunkel war, das heißt deutlich vor Sonnenaufgang, aufgestanden, um sich an einen einsamen Ort zurückzuziehen und dort zu beten.
Die einzige Lektion, die ich persönlich für mich daraus ziehen kann, ist, dass dieses persönliche Gebet für Jesus eine unglaublich hohe Priorität hat.
Gebet im Leben Jesu und seine Folgen
Ich möchte euch jetzt bitten, ein Ministudium zu machen. Ich habe euch in den Predigt-Notizen, wer keine hat, hier vorne liegen noch ein paar, fünf Bibelstellen aus dem Lukas-Evangelium angegeben.
Ich möchte, dass ihr euch an dieser Stelle einfach mal die Stellen anschaut und ganz kurz, ihr bekommt dafür von mir nur fünf Minuten Zeit, überlegt, dass ihr allein betet, wie der Zusammenhang ist und was die Folgen sind.
Der Geräuschpegel nimmt langsam zu. Ich gehe mal davon aus, dass die meisten zwei, drei und vielleicht sogar alles geschafft haben. Ich will die Stellen kurz durchgehen. Es geht mir um die Frage: Dieses persönliche Gebet, mein zweiter Tipp: Beten braucht persönliche Zeit mit Gott.
Lukas 5,15-17: Da heißt es: Aber die Rede über ihn verbreitete sich umso mehr, und große Volksmengen versammelten sich, um ihn zu hören und von ihren Krankheiten geheilt zu werden. Er aber zog sich zurück und war in einsamen Gegenden und betete. Und es geschah an einem Tag, dass er lehrte, und es saßen da Pharisäer und Gesetzeslehrer, die aus jedem Dorf von Galiläa und Judäa und aus Jerusalem gekommen waren.
Worum ging es mir? Ich habe die Stelle deshalb gebracht, damit man etwas mitbekommt: Jesus arbeitet, arbeitet, arbeitet. Und er arbeitet in einem durch? Nein, Jesus arbeitet, und dann gibt es eine Unterbrechung. Er zieht sich zurück zum Gebet. Und dann geht die Arbeit wieder weiter. Dieses Muster wollte ich euch einfach zeigen: ein Muster aus viel Arbeit und persönlichem Gebet. Und dann kommt wieder viel Arbeit.
Die nächste Stelle: Lukas 6,12-13. Und es geschah in diesen Tagen, dass er auf den Berg hinausging, um zu beten. Und er verbrachte die Nacht im Gebet zu Gott. Und als es Tag wurde, rief er seine Jünger herbei, und er wählte aus ihnen zwölf, die er auch Apostel nannte.
Einfache Lektion: Du hast wichtige Entscheidungen in deinem Leben zu fällen? Was tut Jesus, bevor er die zwölf Apostel aus seinen Jüngern auswählt? Er betet, ganz genau. Er zieht sich eine Nacht im Gebet zurück, und ich weiß nicht, was er dann getan hat, als er die einzelnen Leute durchgegangen ist. Er hat sich überlegt: Wen nehme ich von denen? Es hat zumindest eine Nacht gedauert, und er kommt wieder, und er trifft eine, wie wir im Nachhinein sagen können, sehr gute Entscheidung.
Lukas 9,18 ist eher etwas für mich. Da heißt es: Und es geschah, als er für sich allein betete, waren die Jünger bei ihm, und er fragte sie und sprach: Was sagen die Volksmengen ...?
Das ist die Mischung aus Gebet und Lehrdienst. Also mein Gebet alleine bereitet meine Predigt. Oder da, wo ich mit jemandem vielleicht nicht eine Predigt halte, sondern eine Jüngerschaft habe, wo ich jemanden begleite auf seinem geistlichen Weg. Wenn ich das tue, dann ist das hier gekoppelt mit persönlichem Gebet.
Lukas 22,31-32: Da geht es darum, dass unser Gebet andere Christen bewahrt. Jesus sagt über ein Gebet, was Simon nicht mitgekriegt hat: Der Herr aber sprach: Simon, Simon, siehe, der Satan hat euer begehrt, euch zu sichten wie den Weizen. Ich aber habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhöre.
Du möchtest, dass die Geschwister stark werden, möchtest, dass das in der Gemeinde aus Leuten besteht, die geistlich stark sind? Beten.
Und das letzte: Lukas 22,40-44. Gethsemane, wo Jesus alleine betet, wo er wirklich darum ringt, den Willen Gottes für sich annehmen zu können, bis zu dem Punkt, wo er das kann, wo er sagt: Wenn der Kelch irgendwie an mir vorbeigehen kann, ja, aber nicht mein Wille, sondern der Deine geschehe.
Also ganz unterschiedliche Situationen im Leben von Herrn Jesus werden geprägt von Gebet, wo er sich alleine zurückzieht. Und deswegen dieser Tipp: Schau, dass du Zeit alleine mit Gott verbringst.
Ich weiß nicht, wie das bei dir praktisch aussehen kann. Ich weiß nicht, was du streichen musst, um Zeit für das Gebet zu haben. Aber ich weiß eines: Wenn du nicht betest, wird dein Dienst kraftlos werden. Dann wirst du falsche Entscheidungen für dein Leben treffen. Du wirst kein Segen für andere Christen, und ich verspreche dir sogar, dass der Wille Gottes für dein Leben schwer wird. Es wird dir schwerfallen, den Weg anzunehmen, den Gott mit dir gehen möchte.
Wenn man dieses Studium fortsetzt, dann würde man feststellen, dass Jesus bereit ist, für diese intime Form des Gebets Schlaf zu opfern, dass er seine Arbeit einschränkt, und in Lukas 22, das finde ich besonders gut, dass sogar seine Sorgen ihn nicht davon abhalten können, zu beten.
Ich weiß nicht, ob ihr das kennt, wenn Sorgen so übermächtig werden, dass man kaum zum Gebet kommt, weil man ständig nur noch überlegt, wie ist die Lösung, statt zu beten. Der gute, alte Salomon hat das so ausgedrückt: Befiehl dem Herrn deine Werke, und deine Gedanken werden zustande kommen. Befiehl dem Herrn deine Werke, und deine Gedanken werden zustande kommen.
Wenn wir ohne Gebet ans Werk gehen, was bringen wir dann zum Ausdruck? Wir bringen doch zum Ausdruck, dass ich auf Gottes Hilfe gut verzichten kann. Ich habe irgendwann eine Entscheidung für mein Leben getroffen. Und diese Entscheidung heißt: Ich möchte so viel wie möglich aus meinem Leben für Gott herausholen. Das ist eine Entscheidung, die ich irgendwann getroffen habe.
Und vor mir liegt ein Ja. Wenn ich daran denke, gruselt es mich jetzt schon. Ich habe das vor ein paar Tagen mal zusammengestellt, will jetzt nicht angeben, einfach nur, damit ihr begreift, warum es mich gruselt, weil mich selten was gruselt. Also ich habe im Moment 50 Predigten, 50 Vorträge, drei Rüsten, eine Studienwoche, ein Kurs, noch ein Kurs, 18 Seminararbeiten plus die ganz normale Arbeit. Und ich sehe das und denke mir: Entschuldigung, wie willst du das schaffen?
Ich kann euch sagen, wie man sowas schaffen kann, wenn überhaupt: mit ein bis zwei Stunden alleine im Wald. Ja, aber irgendwann in meinem Leben habe ich eine ganz wichtige Doppellektion gelernt. Wer viel für Gott schaffen will, der braucht zwei Dinge. Erstens: Du brauchst einen Ruhetag, der wirklich ein Ruhetag ist. Und zweitens: Du brauchst Gebet, das den Namen Gebet wirklich verdient. Das sind die zwei Motoren, die du hast, um deinem persönlichen Leben Kraft, Dauer, Ausdauer und Zielhaftigkeit zu verleihen.
Und deswegen kann man zu Recht sagen: Ob du ein reifer geistlicher Christ bist oder nicht, das kann man irgendwie an deinem Gebetsleben ablesen. Ein Freund von mir hat das ein bisschen zu platt mal so gesagt: Wenn du ein reifer Christ bist, so reif wie du bist, dann sieht man an der Menge der Leute, für die du betest. Das mag ein Tick zu platt sein, aber es trifft irgendwie schon, die Richtung stimmt. Menschen sind dann geistlich reif, wenn sie für andere Menschen beten.
Ich möchte jetzt etwas sagen, was mich in euren Ohren wieder unpopulär macht, das ist aber okay: Du hast genug Zeit von Gott bekommen, um täglich ein bis zwei Stunden zu beten, genug zu arbeiten, um von dem, was du dann arbeitest, leben zu können, und für den Herrn wirklich brauchbar zu sein.
Ich glaube, dass es tatsächlich ein Mangel ist in unserem Leben, wenn wir wenig beten. Und ich habe mich gefragt: Wo kommt das her, dieser Mangel? Und ich habe drei Hauptquellen gefunden. Das eine sind falsche Prioritäten, das zweite ist Vergnügungssucht und das dritte, vielleicht in Deutschland das größte Problem: Was uns davon abhält, eine intensive Zeit mit Gott zu verbringen, ist, dass wir nicht genügsam sind, dass uns das, was wir haben, nicht reicht, dass wir immer noch mehr haben wollen.
Und ich möchte das ganz deutlich sagen von hier vorne: Wenn wir ohne Gebet leben, werden wir im Endeffekt draufzahlen. Wir haben vielleicht etwas mehr auf unserem Konto, sind irgendwie in unserem Hobby ein bisschen besser geworden, haben vielleicht sogar unseren Kindern eine bessere Schulausbildung erarbeitet, aber wir haben das eigentliche Ziel unseres Lebens verpasst. Wir haben Jesus nicht wirklich kennengelernt.
Wer wenig betet, und das verzeiht mir, manchmal liebe ich es ein bisschen pointiert zu formulieren, aber ich dachte, es ist einfach mal nötig: Wer wenig betet, der hat vielleicht eine aufgeräumte Wohnung, aber er hat ein aufgewühltes Herz. Er hat vielleicht 500 Euro mehr auf dem Konto, aber er hat einen kleinen Schatz im Himmel. Er hat vielleicht seine Kinder gut auf die Karriere vorbereitet, aber er hat ihnen wenig geistlichen Tiefgang vermittelt. Er wird vielleicht der Pokerkönig, aber er ist arm im Blick auf Gott.
Und deshalb mein zweiter Tipp: Verbringe eine intensive persönliche Zeit mit Gott, regelmäßig, immer wieder. Beten braucht diese Zeit.
Worte, Anliegen und Ordnung im Gebetsleben
Ein letzter dritter Tipp: Also erstens, Beten braucht Gebet, zweitens, Beten braucht persönliche Zeit, Zeit allein mit Gott, und jetzt mein einfacher dritter Punkt: Praxis machen. Ja, Gebet braucht Anliegen.
In Matthäus 6,7 sagt der Herr Jesus etwas darüber, wie wir nicht beten sollen. Matthäus 6,6 haben wir vorhin gelesen, jetzt also den Vers danach, Matthäus 6,7: Wenn ihr aber betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden. Ihr sollt nicht plappern. Das heißt: nicht Masse, sondern Klasse. Das heißt auch, wir beten nicht einfach den Rosenkranz, wo man immer wieder das Gleiche macht. Das machen wir nicht, sondern wir beten gezielt, wir beten bewusst für Menschen, bewusst für Gottes Reich.
Jetzt ist die Frage: Wie betet man denn gezielt? Und die Antwort lautet etwa so: Du kannst nur dann gezielt beten, wenn du Worte hast, wenn du Anliegen hast. Und das muss man in gewisser Form oder Weise tatsächlich lernen. Ich möchte das an einem Beispiel deutlich machen, das für jeden Bereich des Gebets gilt.
Anbetung: Du möchtest Gott anbeten, du möchtest Gott sagen, wie toll du ihn findest. Das ist doch eigentlich wie ein Liebesbriefschreiben, also, außer es geschieht mit Worten. Also, was muss ich tun, wenn ich im Internet einen Liebesbriefgenerator verwende, um einen Liebesbrief zu schreiben? Ich gehe auf eine Internetseite, da baut mir automatisch einen Liebesbrief. Was muss ich machen, damit so etwas funktioniert? Na ja, ich muss irgendetwas eingeben.
Ich habe das heute Morgen mal gemacht. Ich wurde also gefragt nach der Augenfarbe meiner Frau, ihrem Namen, ihrer Haarfarbe, was ihr besonders gefällt, was sie besonders gut kann, welche herausragenden Eigenschaften sie hat, was ich gern mit ihr machen würde. Und dann muss man noch anklicken, ob man einen stürmischen Liebesbrief haben will oder einen zaghaften, ob er kurz, mittel oder lang sein soll. Das habe ich gemacht. Folgendes kam raus:
Meine geliebte Bärbel, deine wunderbaren grauen Augen sind das absolut Verführerischste, das ich jemals gesehen habe. Dieser Brief soll dir sagen, dass ich dich innig liebe und immer lieben werde. Deine braunen Haare sind unheimlich erotisch. Deine Beine mag ich ganz besonders an dir. Ich möchte vierundzwanzig Stunden am Tag deine Nähe spüren, sieben Tage in der Woche, dreihundertfünfundsechzig Tage im Jahr. Du bist sehr begabt, denn du kannst so gut kochen. Und ich liebe dich auch deshalb so sehr. Weil du so irrsinnig klug bist, liebe ich dich noch mehr, als ich dich ohnehin zu lieben vermag. Alle meine Gefühle und all meine Liebe zu dir habe ich in diesem Brief zärtlich für dich verpackt. Willst du mit mir spazieren gehen? Ich brenne darauf, das mit dir zu tun. In ewiger Liebe, dein Jürgen.
Ich sage euch nicht, welche Internetseite, aber das war das Original. Ihr müsst zugeben, dass es einfach nur blöd klingt, oder? Ich habe gefragt, ob ich das hier vorlesen soll, wer hat das verneint. Ich hoffe, dass keine Frau auf einen solchen Dünnbrettbohrer, Schmalspur-Gigolo reinfällt, der so etwas schreibt. Wirklich nicht.
Wenn du einen wirklich guten Liebesbrief schreiben willst, dann musst du den Geliebten tatsächlich kennen, das stimmt. Aber deine Gedanken müssen tiefer gehen als die hübschen Beine, die grauen Augen und die Kochkünste. So ein Liebesbriefgenerator klingt einfach nach Standardfloskeln plus fünf oberflächlich offensichtliche Dinge. Ehrlich, jeder hätte diesen Brief an meine Frau schreiben können. Wer weiß, dass Bärbel gut kochen kann, weiß auch, dass sie graue Augen hat. Das ist auch keine völlige Überraschung für die, die schon mit ihr in die Augen geschaut haben. Uh, ja, mehr Grau. Null Tiefgang, null Persönlichkeit, null Intimität, null echtes Interesse.
Und jetzt stelle ich die Frage: Ist unser Liebesbrief an Gott, da wo wir Gott anbeten, nicht manchmal genauso? Geht unsere Anbetung wirklich tiefer als über diese Standardfloskeln plus fünf oberflächlich offensichtliche Dinge hinaus, die jeder Atheist hätte Gott sagen können, ohne Tiefgang? Ich denke, wir müssen als Evangelikale irre aufpassen, dass wir nicht nur von der persönlichen Beziehung mit Gott reden. Und wenn du mal nachbohrst und fragst: Hey, erzähl mir doch mal von deiner persönlichen Beziehung mit Gott aus der letzten Woche, was war da persönlich? Dann müssen wir an der Stelle zugeben: Da ist eigentlich nichts. Ich nenne das nur so. Aber so wirklich persönlich, dass Gott mich angesprochen hätte? Also, ich hatte da mal vor einem Dreivierteljahr so ein Erlebnis, aber letzte Woche, ich weiß nicht, da fällt mir jetzt gerade auch nichts ein.
Wenn wir Gott anbeten wollen, wenn wir persönliche Beziehung leben wollen, dann brauchen wir Zeit mit Gott. Dann müssen wir uns Mühe machen, ihn kennenzulernen. Dann müssen sinnvolle Gebete dadurch entstehen, dass wir wirklich anfangen, über Gott nachzudenken, in seinem Wort zu lesen, und dann, wenn wir ihn verstanden haben, das in eigenen Worten wiederzugeben. Dann sind wir unterschiedlich. Da bin ich mir sicher: Wenn Boris Gott anbetet und wenn ich Gott anbeten würde, da kommen zwei unterschiedliche Welten von Worten bei raus. Und das ist okay, völlig okay.
Der Punkt ist: Beten wir Gott an, wie wir einen Liebesbriefgenerator verwenden und freuen uns, wenn wenigstens rauskommt: Deine Beine mag ich ganz besonders gern an dir? Und wir sind nie über diesen Level hinausgekommen, obwohl wir vielleicht schon zwanzig Jahre dabei sind? Oder sind wir bereit, eine Beziehung mit Gott zu leben, die nicht im Alltag einerlei untergeht, und wirklich zu lernen, was es heißt, Gott anzubeten, nicht zu plappern, nicht das, was wir aus irgendeinem Lied aufgeschnappt haben, einfach nachzuplappern, sondern uns auch selbst Gedanken zu machen, Gott kennenzulernen?
Und Gott hat ein paar Seiten, die sind heikel. Die sind wirklich heikel. Da lässt sich nicht leicht dafür beten. Das war ein Beispiel: Anbeten. Und der Punkt ist: Mach dir Gedanken.
Und das ist der Punkt, warum es mir so wichtig ist, dass wir in den Kleingruppen diese Gebetszettel haben. Weil ich da Fürbitte lernen kann, weil ich weiß, was der andere wirklich braucht. Deswegen ist es mir so wichtig, dass wir dieses Heftchen von Open Doors über die verfolgten Christen haben, weil ich Worte lernen kann, wie ich für diese Christen beten kann, weil ich Anliegen mitkriege. Und es braucht tatsächlich ein Stück Zeit, dass wir Beter werden.
Ich möchte noch einmal Boris als Beispiel nehmen, tut mir leid jetzt aber: Boris verkauft Versicherungen. Na, was glaubt ihr wohl, kann er das heute nach drei Jahren Ausbildung besser als am Anfang oder schlechter? Na, er kann es besser. Ja, warum denn? Na, weil er die richtigen Worte hat, weil er weiß, was er sagen will, weil er nicht mehr rumstammelt, weil ihm die Argumente zufliegen, weil er einfach weiß, worum es geht. Er hat die Materie begriffen.
Und genauso ist es mit dem Beten auch. Wir haben so viele Bereiche, über die wir beten können. Wir sollen beten für den Staat, für die Gemeinde, für unsere Freunde, wir sollen beten für unsere Familie, für unsere eigenen Sorgen, für die Ziele, die wir haben, für die Bewahrung vor dem Bösen. Wir sollen im Gebet unsere Sünden bekennen, und wir sollen Gott anbeten und was weiß ich nicht noch. Du kannst all das machen im Gebet. Und ich verspreche dir: In jedem einzelnen Bereich musst du langsam Stück für Stück lernen, die richtigen Worte zu finden. Bleibt bitte nicht bei den Kindergebeten stehen. Wir brauchen Worte und Anliegen.
Und ein allerletzter Unterpunkt, dann seid ihr erlöst: Ihr braucht für eure Gebetsanliegen eine vernünftige Organisation. Ihr müsst irgendwie eine Methode für euch selbst erwirtschaften, selbst erfinden, wie ihr diesen Wust an Anliegen, den ihr habt, ordnet. Ihr könnt nicht jeden Tag für alle Leute beten, die euch über den Weg laufen. Das geht nicht. Ihr werdet irgendwie Anliegen haben, die jeden Tag dran sind. Also ich bete jeden Tag für meine Kinder zum Beispiel, ja logisch. Ich bete nicht jeden Tag für eure Kinder. Ja, ich bete für eure Kinder, das ist nicht der Punkt, aber ich bete nicht jeden Tag dafür. Ich bete jeden Tag für diese Gemeindegründungsarbeit hier, aber ich bete nicht jeden Tag für die Freie Versammlung in Altenmarkt in Österreich. Ich bete für die, aber sehr selten. Vielleicht einmal alle drei Monate oder so.
Ich möchte dir nichts vorgeben, ich möchte dir zeigen, was ich habe, und dann mache ich Schluss. Das ist meine Gebetskladde. Also hier sind meine Gebetsanliegen drin, sehr praktisch. Du kannst auch einen Zettelkasten verwenden, du kannst auch einfach nur ein Büchlein haben, wo du es hineinschreibst, es ist völlig Wurst. Hier vorne ist einfach so ein Inhaltsverzeichnis, unterschiedliche Rubriken. Da steht dann halt Cgmg, das steht für unsere Muttergemeinde. Dann kommen hier die Geschwister, fremde Gemeinden, Familie, verfolgte Christen, Freunde, Sonstiges, unsere Gemeindegründungsarbeit, Obrigkeit, einfach sortiert.
Immer wenn ich ein Anliegen habe, stopfe ich das hier rein, weil ich so ein Chaot bin. Ich muss es irgendwo reinstopfen können. Ohne Probleme muss ein Schmierzettel reichen. Meine täglichen Gebetsanliegen sehen so aus. Und wenn mir irgendetwas richtig wichtig wird, schmiere ich das Wasser noch rein. Dauert zwei Sekunden, reinschmieren, ablegen, fertig. Das ist meine Hülle, mit der ich dann durch den Wald laufe. Da habe ich dann meine Gebetsanliegen drin, damit es nicht nass wird, es regnet ja manchmal draußen. Und dann bete ich halt meine täglichen Gebetsanliegen, und dann mache ich halt meine Kladde hier durch. Und so komme ich bei jedem von euch mit schöner Regelmäßigkeit vorbei. Und wenn ich für Leute öfter beten will, dann sind die halt zwei-, dreimal hier drin, das ist auch okay. Ich kann den Zettel mehrfach reinlegen. Und schon ist fertig.
Meine Möglichkeit: Finde eine andere Möglichkeit. Aber tu mir einen Gefallen: Fang irgendwann an, deine Gebetsanliegen vernünftig zu organisieren. Es kostet dich einmal einen Abend. Es ist etwa so belastend wie eine Steuererklärung, macht genauso viel Spaß. Aber wenn man sie jetzt fertig hat, kennst du dieses Gefühl, wenn du es dann eintütest fürs Finanzamt? Also ich schicke das noch nicht per Elster weg, sondern per Bundespost, insofern habe ich da noch dieses Eintütgefühl. Das ist genial. Du hast da Anlage N, K, O und was es nicht alles gibt, und du tütest, bist fertig. Und das ist das Gefühl, wenn du dich einmal hinsetzt und die Gebetsanliegen sauber ordnest und dann sagst: So, Vater im Himmel, ich stehe bereit.
Schlussgedanken und Zusammenfassung
Zum Schluss noch drei Tipps: Beten braucht Gebet, Beten braucht Zeit allein mit Gott, und Beten braucht Anliegen.
Vielen Dank fürs Zuhören. Ich habe euch heute noch einmal strapaziert, vergebt mir das. Aber tut mir einen Gefallen: Lasst diese Reihe nicht einfach an eurem Leben vorbeigehen, bitte, bitte, bitte!
Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.
Jürgens aktuellste Gebets-Infos gibt's hier zum Lesen und Abonnieren.

