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Committed zur Wahrheit

Jumiko 26, Teil 1/24
11.01.20262. Timotheus 4,1-8
EVENT - Teil 1 / 24Jugendkonferenz für Weltmission 2026
Wer ist eigentlich das Zentrum deines Glaubens? Jesus oder du selbst? Diese Predigt nimmt dich mit auf eine Reise durch die Kirchengeschichte und zeigt, warum Jesus mehr ist als nur ein Freund oder Therapeut.

Es ist mir eine große Ehre und Freude, heute bei euch sein zu dürfen. Eigentlich seid ihr bei mir, denn ich komme aus Filderstadt, also ganz in der Nähe.

Es ist mir eine große Ehre, Jesus zu verkündigen. Ebenso ist es mir eine große Ehre, über Jesus zu sprechen – nicht, weil er etwas Nebensächliches wäre, sondern gerade weil er der Vollkommene ist. Er ist der Versprochene, Christus, der Messias, der Retter der Welt.

Vielleicht denkt ihr jetzt: Was macht dieser Kanake hier vorne? Ist er überhaupt qualifiziert, hier zu reden? Dazu kann ich nur sagen: Nein, ich bin nicht aus eigener Kraft qualifiziert. Aber ich bin von Jesus berufen.

Ich habe euch auch nichts anderes zu geben. Ich bringe euch nichts anderes als Jesus Christus.

Persönliche Vorstellung und Berufung

Ein paar Worte zu mir. Mein Name ist Christian Al-Masoud, ich bin 27 Jahre alt. Ich habe Wirtschaftsingenieurwesen studiert und mich mit christlicher Apologetik beschäftigt. Es ist mir ein Privileg, für den Herrn unterwegs sein zu dürfen und sein Wort zu verkündigen – in Deutschland, Österreich, der Schweiz, darüber hinaus und auch im Internet.

Wisst ihr, wir haben Missionare, die an die Enden der Welt gehen, um Jesus zu verkündigen. Aber wir leben auch in einer erstaunlichen Zeit. Wir haben ein Gerät in unserer Hosentasche, mit dem wir wirklich die Welt erreichen können. Ich sage nicht, dass das eine das andere ersetzt. Aber ich glaube, wir haben ein Potenzial, das wir noch nicht in der Fülle ausschöpfen.

Jesus zu verkündigen ist keine nebensächliche Sache in unserem Glauben, sondern die zentrale Sache.

Seit ungefähr eineinhalb Jahren habe ich den Eindruck, dass der Geist Gottes mich mehr und mehr in die Kirchengeschichte führt. Das Wunderbare an unserem christlichen Glauben ist, dass er nicht nur ein paar Tage alt ist, sondern mindestens zweitausend Jahre existiert. Er reicht sogar noch weiter zurück ins Alte Testament, wo Gott seine Geschichte mit den Menschen schreibt.

Immer wieder stoße ich auf herrliche Persönlichkeiten, die in den letzten zweitausend Jahren aufgekommen sind und die der Herr berufen hat.

Die Bedeutung des Konzils von Nicäa

Und einer dieser Persönlichkeiten war ein Mann. Im Jahr 325 nach Christus fand das Konzil von Nicäa statt. Ihr müsst euch vorstellen: Der christliche Glaube hatte sich ausgebreitet, begonnen in Jerusalem, und dann im gesamten Römischen Reich verbreitet. Auch das ist eine herrliche Art, wie Gott seine Geschichte schreibt.

Der letzte Prophet, der vom Messias verkündete, war der Prophet Maleachi. Danach herrschte vierhundert Jahre Funkstille. Vierhundert Jahre lang gab es keinen weiteren Propheten, der von Gott dem Volk Gottes gesandt wurde. Was könnte man da denken? Vielleicht hat Gott aufgehört zu reden. Vielleicht existiert Gott gar nicht. Vielleicht war all das, was vorher geschah, einfach nur eine Illusion oder Wunschdenken.

Ist es nicht häufig in unserem Leben genauso? Wir erleben Zeiten, in denen wir Gott auf herrliche Art und Weise begegnet sind. Vielleicht waren es Gottesdienste, Bibelschulen oder Konferenzen, wie diese hier. Doch danach kommen Zeiten, in denen wir lange nichts mehr von Gott hören. Das Bibellesen berührt uns nicht mehr so, der Lobpreis bewegt uns nicht mehr, und wir fragen uns: Gibt es Gott wirklich noch? War das vielleicht alles eine Illusion? Kann ich das alles irgendwie weg erklären?

Aber wisst ihr, wenn Gott still ist, dann nie ohne Grund. Während der vierhundert Jahre Funkstille entstand ein Reich: das Römische Reich. Es begann, in der gesamten bekannten Welt Straßen zu bauen. Eine Straße nach der anderen, um die entlegensten Teile des Reiches miteinander zu verbinden. Die Römer, die diese Straßen bauten, wussten nicht, dass der Herr diese Straßen nutzen würde, um das Evangelium von dem auferstandenen Jesus Christus zu verkünden.

Der christliche Glaube verbreitete sich im gesamten Römischen Reich. Es gab einige Bischöfe, die immer wieder zusammenkamen. Im Laufe der Jahrhunderte verbreiteten sich immer mehr verschiedene Lehren. Dann sagte man: „Okay, lasst uns alle zusammenkommen und wirklich über die Lehren sprechen. Wer war Jesus? Was ist unser Glaube?“ Und so weiter.

Ein zentrales Thema auf dem Konzil von Nicäa im Jahr 325 nach Christus war: Wer war Jesus? War er lediglich ein Mensch? War er Gott? Oder war er etwas dazwischen? Die verschiedenen Bischöfe trafen sich, redeten und diskutierten darüber.

Ein Mann trat hervor, bekannt für seine unglaubliche Rhetorik. Man sagt, er hatte wirklich überzeugende Argumente. Er behauptete, Jesus Christus sei erschaffen worden. Sein Argument war: Jesus war nicht von Anfang an, sondern wurde von Gott erschaffen.

Dann stand ein anderer Bischof auf und schlug ihm eine Ohrfeige. Dieser Bischof war Sankt Nikolaus, den wir heute am 6. Dezember feiern. Die Kirchengeschichte ist voll von solchen Geschichten, wenn man so will. Es war ja alles so viel im Nahen Osten.

Einführung in den Predigttext: 2. Timotheus 4,1-8

Ich habe den Herrn in den letzten Wochen immer wieder gefragt: Okay Jesus, welcher Bibelvers, über was sollen wir heute reden, welche Verse, welche Bibelstelle?

Und ich habe mehr und mehr den Eindruck bekommen, dass es der zweite Timotheusbrief sein soll, Kapitel vier, die Verse eins bis acht.

Falls du deine Bibel dabei hast, schlag sie gern auf. Falls du dein Handy dabei hast, mach gern erstmal den Flugmodus rein.

 2. Timotheus 4,1-8 - da schreibt Paulus zu Timotheus:

„Ich bezeuge eindringlich vor Gott und Christus Jesus, der Lebende, der die Lebenden und die Toten richten wird, und bei seiner Erscheinung und seinem Reich: Predige das Wort! Stehe bereit zu gelegener und ungelegener Zeit! Überführe, weise zurecht, ermahne mit aller Langmut und Lehre!

Denn es wird eine Zeit sein, da sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern nach ihren eigenen Begierden sich selbst Lehrer aufhäufen werden, weil es ihnen in den Ohren kitzelt. Sie werden die Ohren von der Wahrheit abkehren und sich zu den Fabeln hinwenden.

Du aber sei nüchtern in allem, ertrage Leid, tu das Werk eines Evangelisten, vollbringe deinen Dienst!

Denn ich werde schon als Trankopfer gesprengt, und die Zeit meines Abscheidens steht bevor.

Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe den Glauben bewahrt.

Fortan liegt mir bereit der Siegeskranz der Gerechtigkeit, den der Herr, der gerechte Richter, mir als Belohnung geben wird an jenem Tag – nicht allein mir, sondern auch allen, die sein Erscheinen liebgewonnen haben. Amen.“

Die Herausforderung der Wahrheit in einer wahrheitsarmen Zeit

Wisst ihr, diese Passage ist herausfordernd. Sie ist enorm herausfordernd. Warum?

Wisst ihr, das Motto meines Dienstes lautet: Wahrheit in einer wahrheitsarmen Generation. Und ich wurde schon häufig, sehr häufig angeklagt, was ich mir anmaße, wenn ich behaupte, die Wahrheit zu besitzen. Wie kann ich es wagen zu sagen, dass ich die Wahrheit habe? Zeugt das nicht von Arroganz? Zeugt das nicht von Uneinsichtigkeit?

Hier ist es wichtig, klar und deutlich zu unterscheiden. Ich sage nicht, dass ich in allen Themen des Lebens oder des Glaubens im Besitz der vollen Wahrheit bin. Aber was ich sage, ist, dass ich das Zentrum der Wahrheit kenne und begriffen habe. Sein Name ist Jesus Christus. Denn Jesus Christus sagt von sich selbst: „Ich bin der Weg, ich bin die Wahrheit und ich bin das Leben.“

Jesus ist exklusiv in seiner Sprache. Er sagt nicht, dass er ein Weg ist, sondern dass er der Weg ist. Jesus Christus ist das Zentrum der Wahrheit. Von ihm geht alle weitere Wahrheit aus. Und im Ringen mit ihm kommen wir zur Erkenntnis der Wahrheit.

Wisst ihr, die Kirchengeschichte ist voll von Männern, die an Jesus Christus festhalten, aber in verschiedenen Themen des Glaubens ringen. Bis zum heutigen Tag gibt es die verschiedensten Lager innerhalb des Leibes Christi: Leute, die sagen, dass wir erwählt sind; Leute, die sagen, dass wir den freien Willen haben; Leute, die sagen, dass wir die Babytaufe brauchen; Leute, die sagen, dass die Taufe nur gerecht oder richtig sein kann, wenn man sich bewusst dafür entscheidet.

Wir haben ständig dieses Ringen miteinander, dieses Ringen mit dem Wort Gottes, dieses Ringen mit der Wahrheit. Aber um diese Themen geht es mir nicht. Denn ich bin überzeugt davon, dass jeder einzelne, der nach seinem irdischen Tod in das ewige Leben übergeht – jeder von uns, auch ich – zu einem gewissen Grad eine aufgeräumte Theologie haben wird.

Ich glaube, jeder von uns wird zu einem gewissen Grad erkennen, dass er in manchen Punkten seiner Theologie Berichtigungen vornehmen musste, dass wir nicht die Fülle dessen erkannt haben, was richtig ist. Aber das ist meiner Meinung nach nicht das Gravierende und auch nicht das, wovon Paulus hier an Timotheus schreibt.

Paulus schreibt: „Ich bezeuge eindringlich, vor Gott und Christus Jesus, der die Lebenden und die Toten richten wird.“ Wann war das letzte Mal, dass wir gehört haben, wer Jesus Christus ist? Dass Jesus Christus nicht nur dein Kumpel ist, nicht nur dein Freund, nicht nur derjenige, der dir die Füße wäscht, sondern auch derjenige, der die Lebenden und die Toten richten wird?

Das älteste Glaubensbekenntnis und die Bedeutung der Dreieinigkeit

Sind wir in der Erkenntnis darüber, wer Jesus Christus ist, das älteste Glaubensbekenntnis, das wir als Christen haben. Die letzte Aufschrift haben wir etwa aus dem Jahr 150 nach Christus gefunden. Es handelt sich dabei um ein Taufbekenntnis. Wenn sich jemand im alten römischen Reich für Jesus Christus entschieden hat, hat er dieses Bekenntnis vor der Taufe gesprochen.

Es heißt dort Folgendes, und es geht um den Kern des Glaubens:

Ich glaube an Gott, den allmächtigen Vater, und an Christus Jesus, seinen einzigen Sohn, unseren Herrn. Der geboren wurde aus dem Heiligen Geist und der Jungfrau Maria, der unter Pontius Pilatus gekreuzigt wurde und begraben wurde, am dritten Tag auferstanden ist von den Toten, aufgefahren in den Himmel, sitzt zu Rechten des Vaters, von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Und an den Heiligen Geist, die heilige Kirche, die Vergebung der Sünden und die Auferstehung des Fleisches.

In den ersten Jahrzehnten, nachdem sich der christliche Glaube im Römischen Reich verbreitet hatte, kamen immer mehr Irrlehren auf. Diese Irrlehren sind keine Erscheinung, die wir erst jetzt im Jahr 2026 erleben, sondern haben den Leib Christi schon immer beschäftigt.

In dem Konzil von Nicäa, von dem ich gerade berichtet habe, entschied man: Wir müssen ein Glaubensbekenntnis niederschreiben, das klar und deutlich sagt, auch angesichts all dieser Irrlehren, an was wir glauben und an wen wir glauben.

Die meisten von euch kennen dieses Glaubensbekenntnis, da wir es in Gottesdiensten immer wieder vorbeten und vorlesen. Ich möchte es auch jetzt vortragen:

Wir glauben an den einen Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde, alles Sichtbaren und Unsichtbaren. Und an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, aus dem Vater geboren vor aller Zeit, Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater.

Durch ihn ist alles geschaffen. Für uns Menschen und zu unserem Heil ist er vom Himmel gekommen, hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist und ist von der Jungfrau Maria Mensch geworden.

Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, hat gelitten und ist begraben worden, ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift und aufgefahren in den Himmel. Er sitzt zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen in Herrlichkeit, zu richten die Lebenden und die Toten. Seiner Herrschaft wird kein Ende sein.

Und an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht, der aus dem Vater hervorgeht, der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird, der gesprochen hat durch die Propheten.

Und an die eine heilige katholische und apostolische Kirche. Katholisch bedeutet die vollkommene Kirche, die ganze Kirche. Wir bekennen die eine Taufe zur Vergebung der Sünden. Wir erwarten die Auferstehung der Toten und das Leben der kommenden Welt. Amen.

Das war die Antwort der frühen Kirche im Jahr 325 beziehungsweise 381 nach Christus, um zu sagen: Was ist der Kern unseres Glaubens? Was ist der Kern unseres Glaubens? Es ist deutlich, dass es hier um die Dreieinigkeit geht. Es ist deutlich, dass es darum geht, wer der allmächtige Vater ist, wer der Sohn Jesus Christus ist und wer der Heilige Geist ist.

Der Kampf um die wahre Lehre und das Beispiel Athanasius

An was glauben wir? Nach dem Konzil von Nicäa, bei dem es auch eine Bewegung gab, die behauptete, Jesus sei ein geschaffenes Geschöpf, gingen die Bischöfe wieder in ihre Städte zurück. Doch diese Lehre vom erschaffenen Jesus fand erneut Anklang und wurde wieder interessant. Viele Bischöfe bekannten sich erneut dazu und sagten: Nein, doch, ich glaube, Jesus war oder ist ein Geschöpf.

Dann gab es einen Mann namens Sant Athanasius, Bischof von Alexandria. Ihm wird ein Zitat zugeschrieben, das ich äußerst interessant finde: „Wenn die Welt gegen die Wahrheit steht, dann stehe ich gegen die Welt.“ Ich frage mich, ob hier in diesem Raum Brüder und Schwestern sind, die denselben Geist wie Sant Athanasius haben.

Im Laufe seines Lebens wurde er mehrfach ins Exil geschickt, weil er an der Lehre vom unerschaffenen Jesus Christus festhielt. Man wies ihn mehrmals aus, doch er blieb standhaft. Er schrieb ein Buch über die Inkarnation von Jesus Christus.

Ich weiß nicht, ob jemand von euch C.S. Lewis kennt. Er ist der Autor von „Narnia“ und wird häufig als der einflussreichste christliche Autor des zwanzigsten Jahrhunderts bezeichnet. C.S. Lewis schrieb über das Buch von Sant Athanasius, dass es wohl das größte theologische Buch sei, das er jemals gelesen habe.

Und wisst ihr, was dieses Buch bewirkt hat? Es brachte einen Bischof nach dem anderen zurück zur gesunden Lehre, dass Jesus unerschaffen ist, dass Jesus Gott ist, ganz Mensch und ganz Gott. So fand die gesunde Lehre wieder Anklang. Sant Athanasius kämpfte für diesen Glauben und für die Wahrheit.

Die Herausforderung des Individualismus im Glauben

Wisst ihr, in unseren Kreisen, in der Kirche heutzutage – in der Kirche in Deutschland, in der Kirche im Westen – haben wir nicht dasselbe Problem wie die Kirche im dritten und vierten Jahrhundert. Wir haben ein anderes Problem, so meine ich.

Dieses Problem ist die Frage: Wer ist das Zentrum unseres Glaubens? Wisst ihr, wir leben in Zeiten, in denen es immer mehr um das Individuum geht, immer mehr um das Ego. Ich muss ehrlich sagen, ich glaube, dass Social Media ein regelrechtes Powerhouse ist, um Narzissmus zu fördern. Es dreht sich immer nur um mich, darum, wie andere mich sehen, wie sie mich bewerten, wie es um mich steht.

Ich frage euch jetzt ganz persönlich: Wie sieht es in eurem Leben aus, wenn es um Jesus Christus geht? Wenn es um Jesus Christus geht, wie sehen dann eure Gebete aus? Geht es ausschließlich um eure Belange, eure Sorgen, eure Nöte? Ich sage nicht, dass es schlimm ist, wenn wir unsere Anliegen vor Gott bringen. Das mache ich auch ständig. Aber ich frage mich: Wer ist das Zentrum unseres Glaubens?

Wenn wir selbst das Zentrum unseres Glaubens sind, wird unser Glaube zerbrechen, sobald wir zerbrechen. Ich hatte immer wieder Gespräche mit Leuten, die sagten: „Ich weiß nicht, ob ich noch glauben kann, weil ich in der Kirche so enttäuscht wurde. Mein Pastor hat mich enttäuscht, meine Mitchristen haben mich enttäuscht.“ Ich selbst bin nicht fremd darin. Ich wurde auch viele Male enttäuscht von Pastoren und von Christen.

Aber meine Enttäuschung ist nicht der Grund, warum ich von Jesus Christus weggehe. Denn ich glaube nicht an Christen, ich glaube an Christus. Ich glaube nicht an mich selbst, ich glaube an Jesus.

Wie steht es um deinen Glauben, wenn du die Bibel liest? Wen liest du in diese Schriften hinein? Liest du dich selbst hinein oder liest du Jesus Christus hinein? Wie steht es um die Lehren, an die du glaubst? Wie sieht es aus, wenn es um deine Belange, deine Sorgen, dein Leben geht? Steht Jesus Christus auf dem Thron?

Ich habe manchen Leuten begegnet, die sagen: „Ich glaube schon irgendwie an Jesus, aber ich glaube daran, dass ich selbst entscheiden darf, wie ich mit meinen Beziehungen umgehe, wie ich mit meiner Sexualität umgehe, wie ich mit den Dingen in meinem Leben umgehe.“

Ich habe auch Menschen getroffen, die sagen, dass sie an Jesus Christus glauben, aber ihr Arbeitgeber hat mehr Autorität über ihr Leben als Jesus Christus. Sie lassen zu, dass ihr Arbeitgeber ihnen sagt, wann sie in den Urlaub gehen dürfen und wann nicht. Aber Jesus Christus hat nicht einmal so viel Mitspracherecht.

In vielen Leben ist Jesus Christus ausschließlich ein Therapeut. In der Bibel heißt es: Gott heilt die, die zerbrochenen Herzens sind, und er verbindet ihre Wunden. Das ist eine wunderschöne und herrliche Wahrheit. Aber wir dürfen nicht an diesem Ort stehenbleiben, wo Jesus nicht mehr ist als unser Heiler.

Denn Jesus Christus ist nicht nur unser Heiler, sondern auch unser Herr. Wer ist das Zentrum unseres Glaubens? Ist es Jesus Christus oder sind wir es selbst?

Die Aufforderung zur Verkündigung und das Wort Gottes als Grundlage

Paulus schreibt hier: „Predige das Wort.“ In Vers 2 heißt es: „Predige das Wort, stehe bereit zu gelegener und ungelegener Zeit, überführe, weise zurecht, ermahne mit allem Langmut und Lehre.“ Denn es wird eine Zeit geben, da sie die gesunde Lehre nicht ertragen.

Ich frage mich: Was ist das Wort und was ist die gesunde Lehre? Wenn Paulus über das Wort, das griechische „Logos“, schreibt, meint er offensichtlich nicht das Neue Testament, so wie wir es heute haben. Denn damals hatten sie es nicht in der Form, wie wir es heute besitzen.

Johannes beschreibt in Kapitel 1 Jesus Christus als das Logos. Als Jesus Christus auferstanden war, gibt es die Geschichte, als er mit zwei Männern nach Emmaus lief. Auf diesem Weg lehrte er die Männer, worum es in der Bibel geht, worum es in den Schriften geht und was die gute Lehre ist.

Und was ist diese gute Lehre? Dass Jesus Christus das Zentrum ist.

Im ersten Buch Mose (Genesis) war Jesus das Wort Gottes, durch das Himmel und Erde geschaffen wurden. Im zweiten Buch Mose war Jesus das Passalam, dessen Blut an die Türpfosten deines Herzens gestrichen wurde, damit du den Fesseln der Sklaverei der Sünde entkommst.

Im dritten Buch Mose war Jesus der Tempel, der heilige Ort, an dem du Gott begegnest. Im vierten Buch Mose war Jesus dein ständiger Leiter, die Wolkensäule am Tag und die Feuersäule in der Nacht. Im fünften Buch Mose war Jesus der kommende Prophet, größer als Mose.

Im Buch Josua war Jesus der siegreiche Krieger, der dich in das verheißene Land führt. Im Buch der Richter war Jesus der verwundete Retter, der immer wieder aufstand, um dich zu befreien. Im Buch Ruth war Jesus dein Erlöser, dein Blutsverwandter.

In den Büchern Samuel war Jesus der Hirtenkönig mit einem Herz, der allein hinausging, um deinen Riesen namens Sünde zu bezwingen. In den Büchern der Könige war Jesus der gerechte Herrscher. In den Chronikbüchern war Jesus der Wiederhersteller des Reiches.

Im Buch Esra war Jesus der treue Schriftgelehrte. Im Buch Nehemia war Jesus der Erbauer der Mauern Jerusalems. Im Buch Esther war Jesus dein Fürsprecher, der sein Leben riskierte, um dich wieder zur königlichen Würde zu führen.

Im Buch Hiob war Jesus dein lebendiger Löser. In den Psalmen war Jesus der, der dein Schreien hört. In den Sprüchen ist Jesus die personifizierte Weisheit. Im Prediger ist Jesus der Sinn, der dich dem Wahnsinn des Lebens entkommen lässt. Im Hohelied ist Jesus dein Geliebter und dein Bräutigam.

Im Buch Jesaja ist Jesus der wunderbare Ratgeber, der starke Gott, der Vater der Ewigkeit, der Fürst des Friedens, verwundet wegen deiner Übertretungen und zerschlagen wegen deiner Schuld. Im Buch Jeremia ist Jesus der Geist, der Gottes Gesetz in dein Herz schreibt. In den Klageliedern war Jesus der weinende Prophet.

Im Buch Hesekiel war Jesus der Strom des Lebens, der Heilung zu den Nationen bringt. Im Buch Daniel war Jesus der vierte Mann im Feuer. Im Buch Hosea war Jesus der treue Ehemann, der seiner untreuen Braut nachgeht. Im Buch Joel war Jesus der Wiederhersteller dessen, was die Heuschrecken gefressen haben.

Im Buch Amos war Jesus dein Beschützer. Im Buch Obadja ist Jesus der Richter der ganzen Erde. Im Buch Jona war Jesus der Prophet, der in den Sturm geworfen wurde, damit du hineingebracht werden kannst in das himmlische Reich. Im Buch Micha ist Jesus der ewige Herrscher, der uns in Bethlehem geboren wurde.

Soll ich weitermachen oder ist es langweilig geworden? Ich mache weiter.

Im Buch Nahum ist Jesus der Rächer der Erwählten Gottes. Im Buch Habakuk ist Jesus der Grund zur Freude, selbst wenn die Felder leer bleiben. Im Buch Zefanja ist Jesus der große Erneuerer. Im Buch Haggai ist Jesus die reinigende Quelle.

Im Buch Sacharja ist Jesus der durchbohrte Sohn, vor dem eines Tages jedes Auge sich öffnen wird. Im Buch Maleachi ist Jesus die Sonne der Gerechtigkeit, die aufgeht mit Heilung unter ihren Flügeln.

Das ist Jesus Christus, und das ist die Schrift. Das ist die gute Lehre, und das Zentrum der guten Lehre ist unsere Lehre, unser Glaube, der geleitet wird von diesem Jesus Christus, der uns in der Schrift offenbart wird.

Oder ist es ein Glaube, der geleitet wird von deinen Begierden, von dem, was du gutheißt, von dem, was du für richtig hältst? Der Unterschied ist radikal, und es ist essenziell.

Die Hoffnung auf Jesus als Zentrum des Glaubens

Eine Geschichte, die mich in den Evangelien immer wieder begeistert, ist die vom Dieb am Kreuz. Dieser Mann hat in seinem Leben nichts richtig gemacht. Dennoch sagt Jesus zu ihm: „Wahrlich, noch heute wirst du mit mir im Reich der Himmel sein.“

Ich stelle mir das so vor: Der Dieb kommt in den Himmel. Die Leute dort fragen ihn: „Was machst du hier? Bist du getauft?“ – „Nein, bin ich nicht.“
„Okay, das Abendmahl hast du dann wahrscheinlich auch nicht genommen.“ – „Nein, habe ich auch nicht.“
„Okay, was hast du denn in deinem Leben gemacht?“
„Also, nicht viel, außer Rauben, Stehlen, Wegrennen und allerlei Schlechtigkeiten.“
„Ja, okay, aber warum bist du hier?“
„Weil ich meine ganze Hoffnung auf Jesus Christus gesetzt habe.“

Das ist das Zentrum unseres Glaubens: Unsere gesamte Hoffnung liegt auf Jesus Christus. Oder liegt unsere Hoffnung auf der Politik, die wir hier in diesem Land haben? Auf dem Job, den wir hier haben? Auf der Wirtschaft, die wir hier haben? Auf unserem menschlichen Verstand?

Bitte versteht mich nicht falsch: Ich sage nicht, dass man den menschlichen Verstand ausschalten soll. Nein, ich glaube, er ist von Gott gegeben. Aber wisst ihr, bei mir ist es immer so – und ich bin überzeugt, dass es bei den meisten von euch auch so ist –, wenn wir die Bibel lesen, dann stoßen wir häufig auf Passagen, die in uns Fragen aufwerfen. Passagen, bei denen wir sagen: „Okay, Gott, wie meinst du das denn jetzt? Irgendwie widerstrebt mir das gerade.“

An diesen Punkten haben wir zwei Möglichkeiten. Wir können diese Lehre einfach verwerfen, dieses Wort ablehnen und sagen: „Okay, das macht gar keinen Sinn, deswegen ist es für mich uninteressant.“ Oder wir bleiben im Wort und ringen mit dem Herrn. Wir fragen: „Okay, was meinst du damit, Jesus? Was meinst du damit, Jesus?“

Wie lange habe ich eigentlich noch? Acht Minuten? Cool, okay, wir müssen ins Flugzeug landen, Freunde.

Das Wort Gottes als Grundlage des Glaubens

Das Wort, von dem Paulus spricht, ist in den Schriften bezeugt, in Jesus Fleisch geworden und von den Aposteln überliefert. Dieses Wort ist nicht das, was Menschen hören wollen, sondern das, was Gott gesprochen hat und was Menschen rettet. Das ist das Wort.

In 1. Korinther 15,1-4 – falls du deine Bibel dabei hast, schlag es gerne mit mir auf – spricht Paulus darüber, was diese gute Lehre ist, was das Evangelium ist. Dort schreibt er: „Ich tue euch aber, Brüder, das Evangelium kund, das ich euch verkündet habe, das ihr auch angenommen habt, in dem ihr auch steht, durch das ihr auch gerettet werdet, wenn ihr festhaltet, mit welcher Rede ich es euch verkündet habe, es sei denn, dass ihr vergeblich zum Glauben gekommen seid.“

Und jetzt passt auf, denn Paulus fährt fort: „Denn ich habe euch vor allem überliefert, was ich auch empfangen habe, dass Christus für unsere Sünden gestorben ist, nach den Schriften, und dass er begraben wurde, und dass er auferweckt worden ist am dritten Tag nach den Schriften.“

Das ist der Kern unseres Glaubens, der Grund, wofür wir leben und wofür wir sterben.

Paulus schreibt auch in 2. Timotheus 3,16: „Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes richtig ist, für jedes gute Werk ausgerüstet.“

Die gute Lehre ist nichts Subjektives. Sie offenbart sich im Wort Gottes. Die gute Lehre ist nicht inspiriert vom Zeitgeist, sondern zeitlos. Sie kann in deinem Leben wehtun, aber immer nur zum Heil. Die schlechte Lehre dagegen kann in deinem Leben guttun, aber immer nur zum Unheil.

Ein Gleichnis zur Unterscheidung von gut und schlecht

Wisst ihr, meine Ehefrau hatte vor ein paar Tagen eine Weisheitszahn-OP. Dabei wurden ihr alle vier Weisheitszähne gezogen. In dem Moment tat es unglaublich weh, und auch in den Tagen danach war der Schmerz noch spürbar. Ich bin überzeugt, dass hier im Raum einige wissen, was das bedeutet.

Wenn eine Sache im Moment wehtut oder viel von dir abverlangt – auch über eine längere Zeit – heißt das dann, dass diese Sache schlecht ist? Nein, offensichtlich nicht.

Vor einigen Jahren war ich richtig im Fitness-Game drin. Ich bin sehr regelmäßig ins Fitnessstudio gegangen und habe viel von meinem Leben darauf konzentriert, Gewichte zu heben, mich entsprechend zu ernähren und so weiter.

Dann habe ich für mehrere Wochen eine richtig harte Diät durchgezogen. Anschließend habe ich gesagt: Okay, um mich jetzt zu belohnen, mache ich einen sogenannten Cheat Day – einen Tag, an dem ich so viel esse, wie ich nur kann. Heute weiß ich, dass das Völlerei ist und eigentlich Sünde, aber damals wusste ich das nicht.

Leute, ich habe Punkt Mitternacht, also um 0:00 Uhr, angefangen. Ich bin zum KFC gefahren, habe mir dort so einen großen Bottich mit, ich glaube, acht frittierten Hähnchenstücken und so weiter geholt und habe dann wirklich den ganzen Tag gegessen. Ich habe meine Kalorien gezählt und an diesem Tag von 0 Uhr bis 0 Uhr gegessen, also 24 Stunden lang – natürlich dazwischen geschlafen. Insgesamt habe ich ungefähr 10.000 Kalorien in diesen 24 Stunden zu mir genommen.

Lasst mich euch sagen: Vor allem nach dieser Diät war es ein herrliches Gefühl, in Donuts zu beißen, Kuchen zu essen, Pizza und Pasta so viel ich wollte. Ich bin zum Burger King gefahren und danach direkt zu McDonald’s. Es war wirklich wunderschön und herrlich.

Aber als ich dann am nächsten Tag aufgewacht bin, habe ich gemerkt, dass es mir gar nicht gut geht. Ich habe gespürt, dass ich langsam zur Toilette gehen sollte – doch ich habe es nicht mal bis zur Toilette geschafft und mich direkt im Flur unseres Hauses übergeben.

Diese Sache hat im Moment sehr, sehr gut getan, aber sie war mir zum Unheil.

Daran möchte ich uns alle ermutigen, mich mit eingeschlossen. Wir leben in einer Zeit, in der sich auch in christlichen Kreisen eine Lehre breitmacht, die die Bedürfnisse des Menschen in das Zentrum stellt. Aber die Schrift offenbart nicht den Menschen als das Zentrum der guten Lehre.

Auch die Kirchengeschichte zeigt nicht den Menschen als das Zentrum der guten Lehre, sondern Jesus Christus, unser Herr, unser Gott, unser Anwalt und unser Richter. Er ist das Zentrum der Geschichte, der Anfang und das Ende unseres Glaubens: Jesus Christus.

Einladung zum Gebet und zur Standhaftigkeit im Glauben

Ich lade euch ein, aufzustehen, und wir wollen vor den Herrn treten.

In einer Welt, in der alles fake wirkt, muss fake sich nicht immer schlecht anfühlen. Wisst ihr, Marvel-Filme sind auch fake, aber sie fühlen sich ziemlich gut an. Doch auf diesen Filmen baust du nicht dein Leben.

Wenn dein Fundament fake ist, wird das Haus deines Lebens zerbrechen. Aber wenn dein Fundament der feste Fels ist, der Fels der Ewigkeit, Jesus Christus, dann wird dein Lebenshaus stehen, auch wenn die Welt vergeht.

Denn Jesus Christus sagt: Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden bleiben.

Jesus Christus, ich danke dir für dein ewiges und lebendiges Wort. Ich danke dir für die gute Lehre, die wir in dir haben, Jesus Christus, dass du das Zentrum der Schrift, das Zentrum des Glaubens und das Zentrum des Universums bist. Wir dürfen an dir festhalten, Jesus Christus.

Es geht um dich und nicht um uns. Du bist derjenige, der für uns kämpft, und du bist derjenige, auf den wir schauen dürfen, Jesus, damit wir in dieser Zeit und in dieser Welt nicht verloren gehen.

Ich bete in deinem mächtigen Namen, dass du durch deinen mächtigen Geist uns Kraft gibst, an der Wahrheit festzuhalten, die Christus Jesus heißt.

In deinem mächtigen Namen, Herr, Amen.