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Josaphat hält Hausputz im eigenen Haus

07.07.19592. Chronik 19,4-7

Ja, das ist allerdings eine große Sache: Trotz Ferien und allem kommt hier so ein großer Kreis zusammen.

Ich fuhr noch einmal eben weg und sah das Anströmen zur Bibelstunde. Dabei hat es mein Herz bewegt, wie wahrscheinlich jeder Einzelne von Ihnen sich zu Hause losreißen musste. Der eine, die Frauen – vielleicht hatten sie gerade Wäsche zu machen, man müsste die Kinder versorgen, und was weiß ich nicht alles.

Man kommt von der Arbeit nach Hause, zieht den Rock aus, möchte es sich gemütlich machen. Und da war es mir so ein Anliegen, dass Gott uns auch einen Segen gibt. Das heißt, dass er wirklich mit uns redet, damit wir am Schluss nicht nur den Pastor Busch gehört haben, wovon man gar nichts hätte, sondern die Stimme des guten Hirten.

Josaphats Rückkehr und sein neues Handeln

Nun machen wir also weiter mit Josaphat. Wir stehen bei 2. Chronik 19, Vers 4. Man kann besser hören, wenn es nicht zu laut ist. Ah ja, mach mal. Hier werde ich geblendet. Ach, wie nett, das Reissen, so ist gut, ja ja. Hätte es noch gar nicht gemerkt. Aber das ist fein, das ist geradezu ein Beispiel. So macht es Gott auch, dass er uns die Nöte abwendet, ehe wir sie überhaupt bemerken oder rufen können. Die Antworten kommen nicht erst, wenn wir rufen, nicht wahr? Aber der Blitzkimmel macht es wieder auf.

Also, 2. Chronik 19, Vers 4: Josaphat blieb in Jerusalem und zog wiederum aus unter das Volk von Beerscheba bis an das Gebirge Ephraim und brachte sie wieder zu dem Herrn ihrer Väter, Gott. Er bestellte Richter im Land in allen festen Städten Judas, in jeder Stadt etliche, und sprach zu den Richtern: Seht zu, was ihr tut! Denn ihr haltet das Gericht nicht für Menschen, sondern für den Herrn, und er ist mit euch im Gericht. Darum lasst die Furcht des Herrn bei euch sein und hütet euch und tut es; denn beim Herrn, unserem Gott, gibt es kein Unrecht, weder Ansehen der Person noch Annehmen von Geschenken.

Das ist ja so komisch, wie bei solchen Sachen deutlich wird, dass sich die Welt einfach nicht ändert, verstehen Sie? Sie ändert sich einfach nicht. Josaphat ist also nach Hause gekommen. Der Prophet Jehu hat ihm noch einmal die Verkehrtheit seines Weges vor Augen gestellt, und Josaphat hat Buße getan. Jehu sagt ihm: Der Herr ist mit dir, weil dein Herz sich darauf gerichtet hat, Gott zu suchen (Vers 3).

Nun tut Josaphat etwas sehr Gescheites. Er hatte bisher vielleicht große weltpolitische Pläne gehabt, als er sich mit dem König Israels verbündete. Sehen Sie, es war eine Zeit großer politischer Gärung. Es war politisch so ähnlich wie heute, dass ein paar große Machtblöcke entstanden, nicht wahr? Zuerst das Assyrerreich, später Babylon, und da war es für diese kleinen Könige eine Frage: Allein können wir nicht stehen, wir müssen uns irgendwo anlehnen. Das kennen wir ja auch von heute, nicht wahr? Polen ist angelehnt, Westdeutschland ist angelehnt, und alle sind irgendwo angelehnt. Es gibt ganz wenige wie die Schweiz und Skandinavien, und die sind, wenn man genau nachschaut, auch angelehnt.

Nun war natürlich so ein Paktsystem, ich brauche nur moderne Worte, sehr viel wirkungsvoller. Wenn so ein König Judas nicht bloß allein für sich mit den Assyrern, Babyloniern oder Ägyptern verhandelte, sondern wenn diese kleinen Länder sich erst mal zu kleinen Bündnissen zusammenschlossen, dann konnte man auch mit fünf kleinen Königreichen anrücken. Das sah schon anders aus, als wenn nur ein kleines Königlein kam. Und das steht also hinter diesem ewigen Bestreben Josaphats, sich mit seinem Schwager, dem abgöttischen König Ahas, zu verbünden. Verstehen Sie, dahinter stehen politische Aspekte, politisches Wissen. Er ist damit reingefallen.

Sehen Sie, so etwas können die Mächte dieser Welt tun und fallen dabei hinein, wie wir es hier an der Bibelstelle lernen. Aber das ist Sache der Mächte dieser Welt. Israel ist ja nicht irgendein Land wie andere, sondern das Königreich Josaphats ist Gottes Volk, und da gelten andere Maßstäbe. Gottes Volk hat nicht die Aufgabe, nach Einfluss zu streben. Sehen Sie, wir können heute gerade mal wieder buchstabieren, wie die Kirche einfach auf den Weg kommen kann, nach Einfluss zu streben. Ich habe heute Morgen gedacht, jetzt endlich mal eine Zeitung ohne Bischofsworte. Nein, da kam er doch, er besichtigt die Indien-Ausstellung. Ich wollte die Zeitung schon abbestellen und sah kein Interesse mehr für Kirchenbrettchen. Verstehen Sie?

Aber allmählich wird dahinter ein fester Wille sichtbar: Wir müssen Einfluss und Macht bekannt machen und so weiter. Verstehen Sie, das wird an so einer Stelle deutlich. Und dann sagen wir hoch und sagen: Da müssen wir aber auch dabei sein, das geht doch nicht. Und wir kommen in Rückstand. Und ach, das ist für die Gemeinde Jesu Christi, also für die wahre Kirche, kein Weg. Sie hat eine Aufgabe an der Welt, aber nicht, indem sie Bündnisse schließt und Macht gewinnt. Die Gemeinde Jesu Christi gewinnt Einfluss in der Welt. Sie ist ein Licht der Welt und Salz der Erde, wenn es in ihr richtig steht.

Das ist das eigentümliche Gesetz Gottes, dass er die Welt nicht erneuern will durch globale Pläne, sondern dass er die Welt erneuern will durch seine Gemeinde. Und diese Gemeinde soll in Ordnung kommen, sie soll gereinigt werden. Sie wird gereinigt und kommt in Ordnung, wenn der Einzelne in Ordnung kommt. Und das ist mir das Wichtige an diesem Bibelwort. Ist es deutlich geworden, nicht wahr? Josaphat wird zuerst vom Herrn in die Schule genommen, daher zerstrebt ihm dieses Machtstreben für Gottes Volk. Es wird ihm gezeigt, noch einmal ganz deutlich, Vers 1 bis 3: Das war alles Sünde, du wolltest hoch hinaus. Gott widersteht den Hoffärtigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.

Ich bin gerade so beschäftigt mit meiner Predigt für Sonntag. Gott hat sich hochgesetzt und sieht herab auf das Niedrige. Da beschäftige ich mich mit der Frage: Kann Gott etwas übersehen? Da wird mir deutlich, dass ich am Sonntag noch ausführlicher sagen werde, dass Gott allerdings etwas übersehen will. Alles, was hochmütig und hoch ist, das übersieht er; er sieht aufs Niedrige. Das ist eine ganz wichtige Sache.

Es heißt in der Bibel, er hört das Schreien der Raben, aber den König von Babylon, der gerade liest, den guckt er gar nicht an. Die kleinen Raben, die Hunger haben, die sind da, aber nicht der König von Babylon. Das ist Josaphat deutlich geworden. Er wollte ein großer Mann sein, er wollte im Konzert der Mächte mitspielen, er wollte auch einen Rang bekleiden. Das hat ihm Gott zerschlagen. Es war Sünde, er hat Buße getan.

Und nun sagt er: Ich verstehe, Israel, das Vorbild der Gemeinde Jesu Christi, soll Salz und Licht der Welt sein. Da fängt es bei mir, bei Josaphat, an: Ich muss zuerst den Herrn suchen, mein armes kleines Leben muss in Ordnung kommen. Und dann zieht er aus, die Gemeinde des Herrn in Ordnung zu bringen. Das ist so schön ausgedrückt: Er zog von Beerscheba bis zum Gebirge Ephraim und brachte sie wieder zum Herrn, ihrem Gott.

Wollen Sie sich mal daran erinnern? Die Geschichte Josaphats: Seine Regierungszeit fing ja so an, dass er sein Volk zum Herrn, ihrem Gott, brachte. Und es ist so merkwürdig, kaum war er weggezogen, da war offenbar doch wieder alles schiefgelaufen. Wenn er sie wieder zum Herrn, ihrem Gott, bringt, dann war inzwischen einiges schlecht geworden. Das war eine schöne Aufgabe.

Ich möchte sagen: Josaphat hält Hausputz im eigenen Haus. Nachdem er die Welt reformieren wollte, soweit er es überblickte, verzichtet er jetzt darauf und hält Hausputz im eigenen Haus. Das ist die Aufgabe der Gemeinde Jesu Christi. Paulus sagt, er wusste wohl, dass Jesus für die Welt gestorben ist, aber er sagt: Ich möchte Gott eine Gemeinde zubringen, schön wie eine Braut ohne Flecken und Runzeln. Ich möchte die Welt umgestalten. Ich weiß, die Welt hat keine Verheißungen, aber eine Gemeinde ohne Flecken und Runzeln, das hat Josaphat begeistert.

Das ist sehr wichtig für unsere Zeit auch. Nicht, dass man sich heute so quält, dass ganz Westdeutschland christlich ist, und nur fünf Prozent gehen in die Kirche, und was machen die anderen 95? Wir dürfen ruhig mal sagen: Es ist viel wichtiger als alles andere, dass erst mal die Gemeinde Jesu Christi entsteht, die in Ordnung ist. Und sie kommt in Ordnung, wenn sie und wenn ich in Ordnung bin. Nicht da fängt bei uns an. Gottes Weg ist so, er lässt sich nicht durchbrechen, dass er am kleinsten Raum anfängt, an meinem eigenen Herzen, nicht anders.

Oh, ich muss da so oft an die Geschichte denken. Ich habe sie wahrscheinlich schon tausendmal erzählt, von meinen feinen Freunden Xhosa. Es wurde geschrieben, das kann man, weiß ich gar nicht wie, Kzz und so weiter. Damals war ich ganz junger Pfarrer in Essen, und ganz Essen war bis 1980 kommunistisch. Einer der mächtigsten war mein Freund Xhosa. Wir verstanden uns gut und hatten uns geduzt. Aber er hielt mich beobachtungslos für doof und nicht intelligent.

Ich will Ihnen diese Geschichte erzählen, wie er eines Tages von einer Versammlung zurückkam. Am Sonntagabend traf ich ihn, wusste, dass im Nordparksaal Max Hölz gesprochen haben musste. Max Hölz, große Sache, tausende Leute. Die alten Essener wissen, früher im Nordparksaal in Altenessen waren diese Geschichten nicht. Max Hölz, Mensch, worüber hat er gesprochen? Über die „Befreiung der Kulis in Shanghai“. Das ist eine Sache, so weit denken wir bis zu den Kulis in Shanghai.

Jawohl, sagte er, Solidarität aller Schaffenden, also der Brüder, herrlich. Die Kulis in Shanghai sind seine Brüder, das war fein. Mensch, dann wirst du ja wohl heute Abend noch Frieden machen mit dem Mann, der auf deiner Etage wohnt, mit dem dauernd Krach macht. Da verzerrt sich sein Gesicht und sagt: Weck den Trepperhauchen auf die Birne.

Da sage ich: Hör auf mit dem Kuli in Shanghai, Mensch, ich gebe um deine ganze Ideologie keine Fünfen hier. Was hilft die Bruderschaft bis an die Enden der Erde, wenn du mit deinem Nächsten Streit hast? Nicht wahr?

Und es ging mir auf, verstehst du diese kleine Geschichte damals, ganz prinzipiell auch, wie im Reich Gottes einfach anders zu gehen ist: Lieb deinen Nächsten, da fängt sie beim Nachbarn an und nicht mit dem Kuli in Shanghai. Der kommt dann auch an die Reihe, nicht wahr? Aber später, das ist richtig.

So in allen Stücken will Gott anfangen, am Kleinsten, noch an meinem eigenen Herzen und in seiner Gemeinde. Das hat Josaphat begriffen. Er bekehrt sich neu, also wenn man das kann. Er reinigt sein Leben und zieht nun aus, in seiner Gemeinde, in Israel, im Volk Gottes, sie zum Herrn, ihrem Gott, zurückzuführen.

Es ist nun merkwürdig, dass er das so macht, dass er in jeder Stadt auch Richter einsetzt. Und ich war auf den ersten Blick, als ich heute wieder darüber saß, da habe ich gedacht: Heute Abend möchte ich predigen, so an einem Sommertag, und ich habe einige Sorgen in meinem Herzen. Lieber predige ich über Psalm 23, „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln“, oder „Unterm Schatten seiner Flügel habe ich Zuflucht“, oder „Das Blut Jesu Christi macht uns rein von aller Sünde“.

Und nun komme ich da an die Sache, dass Josaphat Richter bestellt und sagt: Seid ohne Furcht und tut’s. Doch ist das, was hier gesagt wird, überaus wichtig. Darum erlauben Sie mir, das für uns heute auszulegen.

Erstens, ab Vers 5 heißt es: Er bestellte Richter im Land in allen festen Städten Judas, in jeder Stadt etliche, und sprach zu den Richtern: Seht zu, was ihr tut!

Erstens: Im Psalm 37, Vers 28 steht: Doch der Herr, unser Gott, hat das Recht lieb. Es gehört zum Schmerz Gottes, dass in der Welt Ungerechtigkeit herrscht. Recht, liebe Freunde, ist der Anfang allen christlichen Stands, dass wir nach dem Recht fragen und das Recht lieben. Wir freuen uns am Heiland, wenn wir das Recht lieben.

Das Recht hat alle seine Wurzeln in den Zehn Geboten. Haben wir die Zehn Gebote lieb? „Du sollst nicht lügen.“ „Du sollst den Feiertag heiligen.“ Sonntag morgens um sieben, wenn er vorbei ist, haben wir das Gebot lieb, dass wir Gottes Wort hören und lernen? Haben wir Gottes Gebot lieb? „Du sollst nicht Ehebrechen“ und so weiter.

Ich möchte Ihnen dazu noch einmal ein Erlebnis erzählen. Wahrscheinlich habe ich es all meinen alten Freunden schon tausendmal erzählt. Gleich nach dem Krieg habe ich für junge Bergleute, die der Krieg hierher geschwemmt hatte, damals wurde ja alles im Bergbau vorgenommen, Kreti und Pleti, eine Freizeit im Hespertal gemacht. Die amerikanische Militärregierung gab mir Zelte und Konserven. Die Bergbauleitung sagte: Sie sind wahnsinnig, die Kerle werden in der ersten Nacht die Zelte abmontieren und verkloppen, das Lebensmittellager stürmen und das Zeug verscheuern.

Ich habe die Amerikaner gefragt: Wollt ihr das riskieren? Sie sagten: Ja, das Experiment ist interessant, wir wollen das. Amerika ist so reich, wir könnten es verschmerzen. Dann wurde das Lager gemacht, zuerst für 70 Leute. Das waren schreckliche Schläger, wissen Sie, Kerle, die als 15-jährige Luftwaffenhelfer durch die ganze Welt gekommen waren, durch alle Pfützen gegangen, verzweifelt, ihre Angehörigen verloren, so 17 bis 28 Jahre alt.

Eines Abends hatte ich mir vorgenommen, mit ihnen die Gebote zu besprechen. Ich musste mit dem Gebot Gottes anfangen. Da fiel mir ein, dass mir einer am Tag erzählt hatte, wie er am Lebensmittellager auf der Zeche vorbeiging und es war gerade offen. Da habe ich mir ein paar Fleischdosen für die Frau mitgenommen, bei der ich jetzt wohnte. Sie sorgt für mich wie eine Mutter, muss ich für sie sorgen.

Ich legte das dem versammelten Volk vor und fragte: Was haltet ihr davon? Es war natürlich klar, dass alle siebzig der Überzeugung waren, es sei richtig. Der Bergbau gräbt schon wieder. Das merkt man ja gar nicht im Lager, so ein paar Büchsen. Und die Frau hat Hunger, das ist doch richtig.

Als ich das so hörte, hatte ich beinahe das Gefühl, es sei richtig, wenn man fast versucht zu sagen: Mensch, bring mir doch eine mit. Sie werden sich an die Zeit erinnern, wie es damals war, nicht wahr?

Dann sagte ich: Also, alle fühlen es richtig, alle richtig. Nun passt auf: Wenn alle so machen, ist das Lager leer. Tja, alle dürfen natürlich nicht machen. Ja, was du machst, muss für alle gelten.

Nun wurden sie etwas zweifelhaft, ob es Ausnahmeregelungen für Starke gibt und die Ordnung für die Schwachen gilt. Dann brannte eine Diskussion, die war wundervoll. Ich habe nach einer halben Stunde nichts gesagt. Die Diskussion kam in die Haare, ob das richtig war oder nicht, ob es volkswirtschaftlich richtig war und so weiter.

Ja, jetzt hat die alte Frau was und die Nachbarin nichts. Dann müsste die Frau der Nachbarin abgeben. Aber wenn sie Alarm gibt, ist auch wieder nichts, und so weiter und so weiter. Die Sache verhedderte sich immer mehr.

Da sagte ich schließlich: Stopp jetzt! Stellt euch mal vor, es käme einer, der allein zu sagen hat und sagte, was richtig ist. Wäre das nicht fein? Das wäre fein. Da sage ich: Und dieser Eine ist da. In all diesem Kuddelmuddel kommt der lebendige Gott und sagt: Ich habe zu bestimmen. Und ich sage: Du sollst nicht stehlen. Punkt aus.

Plötzlich begriffen sie, dass die Gebote Gottes eine große Hilfe sind. Nun weiß man, woran man ist. Verstehen Sie? Wenn man so eine Geschichte erlebt, dann versteht man den ganzen Psalm 119, den längsten Psalm, wo es immer heißt: Ich freue mich über dein Gesetz, ich freue mich über dein Gebot, wie alle großen Heiligen.

Nun habe ich Maßstäbe, nun weiß ich, was gut und böse ist. Sehen Sie, heute kam ein Mann zu mir gereist von Darmstadt her. Das ist allerhand, jetzt ist es eine Rückreise. Er ist der Leiter der Arbeitsgruppe im Kirchentag in München, bei der ich die Bibelarbeit habe. Und das ist die Arbeitsgruppe Ehe, Familie und Erziehung.

Sie hat nun ein paarmal in Berlin getagt. Da wollte er mir, weil ich nicht hingeflogen war, kurz die Erträge ihrer Arbeit mitteilen. Da habe ich manchmal auch für mich lachen müssen. Erstes Thema junge Ehen: Wie ist das mit vorehelichem Geschlechtsverkehr? Wie ist das mit Kindern? Wie ist das? Und dann merkte ich, sie hatten sich bei den drei Sitzungen in Berlin eigentlich auch schnöde verheddert.

Die müssen da auch nicht mehr recht. Verstehen Sie? Ganze Eheprobleme unserer Zeit, ungeheuer schwierig, ungeheuer schwierig. Und während er so redete und mir das einmal klar machte, dass das also in Berlin, in München nun diskutiert wird, da habe ich gesagt: Wenn ich in München das Wort ergreife, dann werde ich sagen: Gott sei Dank, dass es ein Gebot Gottes gibt. Jetzt kommt der, der zu sagen hat, und legt es auf den Tisch.

Nicht: Ehe ist eine heilige Sache, die erbricht. Jetzt wissen wir, woran wir sind. Jetzt wissen wir, was Sünde ist und was Vergebung braucht und was abgetan werden muss. Sehen Sie, so ist das zu verstehen. Er hat das Recht.

Josaphat setzt Richter ein und sagt ihnen: Ihr müsst euch freuen, dass Gott uns ein Recht gegeben hat. Und da dürft ihr nicht von herunter. Jetzt dürft ihr euch nicht einlassen in Diskussionen: Ja, unsere Zeit ist anders, und die Problematik und die Welt der Technik ist halt anders, und Jugend ist anders, und Alter ist anders, und so weiter. Sondern ihr steht dazu.

Er hat gesagt: Du sollst den Feiertag heiligen, du sollst nicht falsch Zeugnis reden, du sollst deinen Nächsten lieben, du sollst Gott, deinen Herrn, über alles lieben. In Deutschland: Gott hat das Recht lieb.

Ich habe Ihnen immer eine Geschichte erzählt, die ich meinen Jungs in diesem Zusammenhang erzähle. Ich habe heute das peinliche Gefühl, dass ich Sachen erzähle, die ich schon tausendmal gesagt habe. Aber denken Sie daran, dass man einen alten Bekannten immer gern mal wieder sieht, wenn man es gehört hat, nicht wahr?

Paulus sagt: Wenn ich immer dasselbe sage, verdrießt mich nicht und macht euch desto gewisser die Wohltat der Gebote Gottes. Die Wohltat der Gebote Gottes. Die Gebote Gottes sind uns schwer. Wir haben ja keines gehalten, wollen wir ehrlich bleiben. Wir haben alle schon schlecht geredet, über Nacht haben wir von Unreinheit gesprochen. Wir wissen von Lüge, wir wissen von den heiligsten Sonntagen.

Und wenn wir daran denken, die Last von Schuld, das Gebot wäre schwer, wenn wir denken: Was soll ich geben? Aber wie schrecklich wird die Welt, wenn kein Gesetz Gottes wächst! Dann wird die Welt furchtbar, verstehen Sie? Dann wissen wir nicht mehr, was gut und böse ist. Und die Worte der Gebote Gottes gingen mir auf, als ich mein Buch las.

Von der Morro Castle, das war ein Luxusdampfer, der an der kalifornischen Küste parkte, wie in den Luxusbädern in Miami. Dieser Luxusdampfer geriet am Sonntagabend auf hoher See in Brand. Es hat wohl irgendein Passagier, betrunken, in der Bar eine Zigarette zu ihm geworfen, ja, die Holzverkleidung. Also das Ding brannte auf einmal.

Lichterloh mit einem Schlag. Es ist voller Farbe, der Farbwind facht das Feuer an. Alle entsetzt, schreien nach dem Kapitän. Das ist eine wahre Geschichte, die etwa 1925 oder 1926 passierte.

Alle schreien nach dem Kapitän, und dann entdeckt man, dass der Kapitän tot in der Kajüte liegt. Es ist bis heute nicht aufgeklärt, warum der Mann tot war. Das ganze Verbrechen war, und der Mann ist ermordet worden. Die Leiche ist verbrannt, man weiß es nicht.

Nun ist keiner da, der zu sagen hat. Eine Riesenverwirrung. Ein Offizier sagt: Die Passagiere alle aufs Deck, und die Mannschaft hinter Deck. Aber da treibt der Fahrtwind die Flammen hin, nun sind sie erst recht gefährdet, nicht wahr? Der andere sagt: Wir müssen stoppen, damit endlich der Fahrtwind aufhört und das Feuer nicht angefacht wird. Der andere sagt: Nein, auf die Küste zuhalten. Der Dritte sagt: Ein Ziel. Und eine Riesenverwirrung.

Unterdessen breitete sich das Feuer aus, und das Entsetzen unter den Passagieren. Es müssen furchtbare Szenen gewesen sein. Man will die Rettungsboote losmachen, und wie es dann in solchen Fällen ist, die waren natürlich verheddert. Wer rechnet mit so etwas?

Im Augenblick der höchsten Panik geschieht es auf einmal: Ein Passagier, man hat später nie erfahren, wer das war, der Mann ist an Land einfach untergetaucht. Dann merkt ein harmloser Passagier der geringsten Klasse, ein Mann, der nie aufgefallen war, auf einmal auf der Kommandobrücke steht und ganz vollmächtig brüllt: Alles hört auf mein Kommando!

Erstens: Passagiere aufs Vorderdeck, damit sie die Flammen nicht mitkriegen, die vom Fahrtwind eingetrieben werden. Zweitens: Nun das Schiff auf Land zu, das ist ja gar nicht weit, und so weiter.

Es ist wundervoll zu lesen in diesem Tatsachenbericht, wie plötzlich alle aufatmen. Das Verderben ist noch genau so groß wie zuvor, aber es ist einer da, der jetzt sagt, was man tun soll.

Es ist plötzlich keiner mehr da, der sagt: Ja, hat der da was zu sagen? Selbst der schnoddrigste Schiffs-Offizier wagte nicht mehr zu sagen: Was macht der Kerl da oben? Es ist jeder still. Endlich ist einer da.

Und sehen Sie, wenn ich für mich in meiner Bibellektüre an 2. Mose 19 und 20 komme, dann muss ich immer an die Morro Castle denken. So hieß das Schiff. Eine verzweifelte Situation, keiner weiß mehr, was gut und böse ist.

Du denkst an einen Streit mit Atombomben. Die eine Meute schreit: Wir müssten Atombomben haben, und die anderen sagen: Es ist größte Sünde, und so weiter. Ehefragen, Ehrlichkeit, Schätzmoral. Du wirst doch kein Mensch, der nicht weiß, was gut und böse ist. Du wirst doch kein Mensch, der nicht weiß, was gut und böse ist.

Du dachtest doch, wenn ich mir die Wahrheit sagen wollte, sagt mir kürzlich einer: Wer doch doof ist. Und die Welt ist wie ein brennendes Schiff. Wir spüren ja, wie es allmählich dem Verderben entgegengeht.

Lesen wir 2. Mose 19 und 20: Und der Herr sprach: Ich bin der Herr, dein Gott. Da steht einer auf der Kommandobrücke: Du sollst keine anderen Götter haben neben mir, du sollst meinen Namen heiligen, du sollst den Feiertag heiligen.

Bitte besinnen Sie sich mal wieder in der stillen Stunde auf die Zehn Gebote. Ich müsste jetzt alle durchnehmen. Josaphat setzt Richter ein und sagt, wie großartig ausgedrückt: Seht zu, was ihr tut! Seht zu, was ihr tut! Ihr Volk, das von lauter verwirrten Heiden umgeben ist, das angesteckt und angekränkt ist, das einen König hat, der selber nicht mehr weiß, was er tut, da sollt ihr stehen und sagen: So spricht der Herr, das ist gut und das ist böse.

Doch der Herr hat das Recht lieb.

Das Zweite, was ich dazu sagen möchte, ist dies: Im Psalm 99, Vers 4 heißt es: Im Reich dieses Königs hat man das Recht lieb. Nicht nur der Herr hat das Recht lieb, sondern im Reich dieses Königs hat man das Recht lieb.

Der Professor Karl Heim, der vor kurzem in die Ewigkeit ging, hat im Dritten Reich einmal diese Worte in einem Gottesdienst ausgelegt: Im Reich dieses Königs hat man das Recht lieb. Weiter nichts, nur so gesagt.

Christen sind Leute nicht mit Gefühlsleim, sondern die anfangen mit dem Erwischen von Gottes Recht. Und wenn sie im ersten Augenblick wieder werden, dann lernen sie es in seiner Bedeutung für sich selber und für die Welt.

Das gab einen solchen Sturz. Wenn es je ein Zeichen gegeben hat, dass das Recht mit Füßen getreten wurde im Dritten Reich, dann ist es die Aufregung gewesen über diese Predigt, die überhaupt keinen Bezug auf irgendwelche Gegenstände hatte. Aber das brachte die höchsten Stellen auf die Palme, dass man das Recht lieben konnte.

Naja, in so einer Welt leben wir zu allen Zeiten. Zu allen Zeiten, in der das Recht gebrochen wird. Gut für jeden Richter, der ein bisschen um Recht kämpft. Aber er bleibt dann nie lange in den Pfründen, er wird befördert oder so nicht.

Das ist mal eine sehr aktuelle Stelle. Aber Christen sind Leute des Rechten. Sie wissen, der Herr hat es lieb. Sie wissen, warum der Herr es gegeben hat. Es ist eine große Wohltat. Und im Reich dieses Königs hat man das Recht lieb.

Darum geht es Josaphat nun darum, dass Gottes Gebote einfach wieder bekannt werden und getan werden. Sehen Sie, ein Mann, der so viel erlebt hat, dass er zur Vergebung der Sünden gelangt ist, der würde ja denken, dass er anfängt, die Liebe Gottes und Gnade und die Vergebung zu rühmen. Aber es ist mir einfach großartig, dass er sagt: Ich will mein Volk wieder zum Herrn führen. Und das fängt damit an, dass sie den Herrn fürchten und wissen um sein Recht. Und dazu brauche ich Richter, die das Recht auch lieb haben.

Liebe Freunde, wie ist das eigentlich bei uns? Wir sprechen viel vom Kreuz und Jesus. Und das ist wirklich der Mittelpunkt des Evangeliums. Aber ich möchte sagen: Wir werden nichts von Jesu Kreuz verstehen, nichts, wenn wir nicht das Gebot Gottes zuerst in seiner ganzen Gewalt liebgewonnen haben. Dann wissen wir erst, was Übertretung und Sünde ist.

Sehen Sie, in irgendeinem moderneren Phänomen, also in solchen Kritiken, in irgendwelchen Schlagzeilen, wird alles so in Nebel gehüllt: Ja, aber ich liebe doch und so weiter. Wir müssen aus dieser Vernebelung, die Satan über Gut und Böse in die Welt gibt, herauskommen und erst mal Ja sagen zu Gottes Geboten. Dann wissen wir, was Schuld in unserem Leben ist, was Sünde ist. Verstehen Sie? Und dann wird es uns groß vergeben, dann können wir den Weg zum Kreuz Jesu finden.

Die Bibel führt den Menschen, wenn man sie ganz durchliest, zuerst an den Sinai. Da dröhnt der Berg, eine Posaune erklingt, und Gott spricht: Ich bin der Herr, dein Gott. Vom Sinai wird Gottes Volk nach Golgatha geführt. Erst musst du Gottes Recht kennen, damit du weißt, was Sünde ist. Dann kannst du das Kreuz Jesu festhalten.

Darum fängt Josaphat richtig an.

Ich habe neulich eine Diskussion gelesen in der Zeitung über moderne Erziehung in der Kunst und ganzheitliche Methoden in der Schule. Da sind noch Lehrer, nicht wahr? Über die Ganzheitsmethode. Da regen sich die Eltern auf und sagen: Also, das kappt es mich zu Kindern, wir müssen ihnen jetzt das Alphabet beibringen. Meine Töchterlehrerin hat sich über diesen Artikel schrecklich aufgeregt.

Aber ich muss in meinem Herzen doch denken: Man wird immer am besten tun, wenn man bei den Kindern von vorne anfängt, nicht wahr? Und nicht gleich bei den Höheren manchmal nichts.

So macht Gott Arbeit, so macht sich Josaphat die Furcht des Herrn zur Weisheit an. „Furcht des Herrn heißt, deinen Ursprung zu ehren und zu achten.“

Jetzt noch ein weiterer Schritt.

Josaphat sagt diesen Männern: Seht zu, was ihr tut! Ihr haltet das Gericht nicht für Menschen, sondern für den Herrn, denn er ist mit euch im Gericht.

Das ist das Dritte, was ich Ihnen sagen möchte: Josaphat macht diese Richter unabhängig.

Verstehen Sie, wenn Josaphat ein König der Gnade des Volkes gewesen wäre, hätte er gesagt: So, meine lieben Richter, versammelt euch, und jetzt müsst ihr schwören auf das richtige Buch oder auf mich als den König.

Verstehen Sie, das ist doch der Witz bei allen Staatsleben: Sie werden auf irgendwas verpflichtet.

Josaphat macht es genau umgekehrt. Das ist eine tolle Sache. Er sagt: Ihr werdet jetzt handeln, an Bindungen losgelöst. Ich habe nichts zu sagen, und die Volksmeinung hat nichts zu sagen. Ihr müsst die Stimme des Herrn hören, ihr haltet das Gericht vor ihm.

Ich meine, er macht es genau umgekehrt wie alle Staatsordnungen. Er macht die Leute völlig frei und stellt sie unter lebendiges Oberhaupt. Dem seid ihr verantwortlich, aber niemand anderem.

Und wie ich so weit in meiner Vorbereitung gekommen war, da habe ich denken müssen: Gilt das nicht für jeden Christen? Ist das nicht die Freiheit, in die wir geführt werden? Meine Freunde, ein wirklicher Christ, der sich durch Jesu Blut erkauft hat, ist eigentlich nur noch Gott verantwortlich.

Du machst deinen Beruf nicht für Menschen, sondern für Gott. Nicht Menschen können darüber richten, wie ich meinen Beruf führe, aber Gott richtet darüber. Ihm bin ich verantwortlich.

Das gilt für den Kaufmann, für die Hausfrau und alle.

Liebe Hausfrauen, alle Leute sagen: Das ist eine Tüchtige, die schafft es, wird mit den Kindern fertig und so weiter. Ihr tut es nicht für Menschen, sondern für Gott.

Da gibt es auch immer so eine schöne Geschichte, die wahrscheinlich auch ein alter Bekannter ist, so sehe ich es als Geschichte, die man immer wieder erzählen könnte.

35 Jahre, so wie Geschichten gibt es gar nicht.

Ich habe mal irgendwo gelesen, wie es in einer neugriechischen Abrechnungskalender-Geschichte so in einem Büro war: Da wurde jedes Jahr eine große Revision veranstaltet. Sie haben vorher die Bügelordnung gemacht, alles in Butter und so weiter. Dann war die Revision, und dann war es zu Ende. Am nächsten Tag wurde überhaupt nichts geschafft, die Revision ist vorbei, ein Jahr Zeit.

Nein, jetzt holen wir erst einen Kasten Bier und so.

Nur einer saß auf seinem Pult und schrieb. Da sagt einer: Bist ja doof, Mensch, es kommt ja jetzt keine Revision ein Jahr lang. Da sagt der Mann: Ich habe jeden Tag Revision, jeden Tag Revision.

Wieso das denn?

Von Gott, so unsichtbar.

An der kleinen dummen Geschichte geht mir auch etwas auf: Josaphat, Mensch, du führst dein Leben vor den Augen Gottes. Das gibt eine ganz große Freiheit, das gibt eine wundervolle Freiheit.

Ich darf es mal von mir selbst persönlich sagen.

Sehen Sie, wenn man Pfarrer wird, so ein junger Pfarrer, der hat es ausgiebig schwer. Ne, tragen Sie eine schwarze Krawatte, sagen sie: Das ist immer feierlich, der Kerl. Tragen Sie eine bunte, sagen sie: Will er Pastor sein?

Es ist so, nicht wahr?

Geht man in gesellschaftlichen Verkehr, dann heißt es: Siehst du da, da sitzt der da rum und isst und trinkt. Mache ich es nicht, dann heißt es: Der zieht sich von Leuten zurück.

Verstehen Sie, man kann es machen, wie man will.

Predigt kurz, dann sagt Gott dem alten Mann zu mir: Na ja, wie ich jung war, Sie wissen eben noch nicht so viel richtig. Predigen ist lang, ist noch schlimmer.

Verstehen Sie, es ist sehr schwierig, es richtig zu machen.

Ich erinnere mich an eine ganz dumme kleine Geschichte, die ich als Zielsprecher erlebt habe.

Da komme ich um halb zwölf Uhr hinaus, da waren sie schon am Essen, Erbsensuppe, ganz einfache Leute.

Sagte mein Mann: Essen so einen Teller Mehl, war ein bisschen schmuddelig, ich hätte auch keinen Hunger.

Aber da denkt er, er ist hochmütig.

Gut, sage ich, essen einen Teller Mehl.

Und wie den ersten Löffel in den Mund schieben, sagt der Mann: Naja, euer Kollege hat es auch immer so gemacht. Er sieht, wo er was mitkriegt, nicht wahr?

Dazu die Frau Präsidentin.

Sie glauben gar nicht, wie schwer es ist, so ein junger Pfarrer, dass sich nur die Äußerlichkeit zeigt.

Nun kommt die Predigt, nicht wahr? Nun kommt die Predigt.

Der politische Predigt heißt: Er soll nicht politisch predigen.

Sagt er nichts, dann geht es wie im Dritten Reich: Dann hat die Kirche nicht vor Hitler gewarnt.

Hinterher sind wir beschimpft worden.

Haben aber was gesagt, dann heißt politische Predigt: Nicht.

Man meint: Wenn die erste Atombombe kracht, warum hat die Kirche nichts gesagt?

Sagen wir heute was, schreit die ganze CDU: Heute ist das politische Predigen.

Sie können es machen, wie Sie wollen.

Wie sagt der Einbrecher: Wenn ich einbreche, ist es nicht recht. Wenn ich ausbreche, ist es auch nicht recht. Was hält?

Und verstehen Sie, das ist im Leben eines, also ich rede jetzt bloß mal von mir, einfach eine, möchte man sagen, auch ein Stück Bekehrung, dass man sich eines Tages entschließt: Es geht mich nichts an, was Sie sagen. Ich werde es mit Gott besprechen.

Ich frage es mit Gott und entschloss mich, keinen gesellschaftlichen Verkehr mehr zu pflegen, weil es mir auffiel, in meiner Mauer fiel. Das bin ich ihm verantwortlich, gar nicht der Welt. Ich bin ihm verantwortlich, verstehen Sie?

Und ich kriege mir auf, was für eine Freiheit und was für eine Gewissheit das ist.

Ich habe es an mir dargestellt.

Wollen Sie es mal für Ihr Leben übertragen.

Wir sind alle so... ja, jeder Hausvater ist ja im Grunde abhängig davon, was der sagt und was der sagt, sonst geht es ihm ja genau so wie dem jungen Pfarrer, nicht wahr?

Man will es recht machen, wie man es macht, diesen Verkehr.

Putzt sie dann die Frau, dann hat sie einen Putzteufel.

Putzt sie nicht, dann heißt es, sie lässt alles verkommen.

So, nicht wahr?

Wollen Sie den Satz mir einprägen: Seht zu, was ihr tut! Ihr tut euer Werk nicht für Menschen, sondern für den Herrn.

Lassen Sie mich zum Schluss noch hinweisen auf das letzte Sätzchen. Ich bin gleich fertig, bitte.

Ich werde nicht wohnen, nein, natürlich gar nicht auf das letzte Sätzchen.

Ich sage bloß, damit Sie munter werden, auf das letzte Sätzchen, Vers 7:

Denn es ist kein Unrecht noch Ansehen der Person noch Annehmen eines Geschenkes bei Gott.

Das ist doch eine erschreckende Sache.

Also, es gibt eine Geschichte von irgendeinem General, ich weiß jetzt gar nicht mehr von wem, Friedrich dem Großen, der wie der König ein Spötter über alle christlichen Dinge war.

Dann war er mal bei einem Essen mit einem Prediger zusammen.

Und dann sagt er, um den Prediger zu ärgern: Glauben Sie an die Auferstehung der Toten?

Jawohl, ich glaube ganz fest daran, seit Jesus auferstanden ist.

„Ja, können Sie mir etwas Gewisses sagen über die zukünftige Welt? Was ganz Gewisses, was man ganz bestimmt weiß?“

„Ja“, sagt der Pfarrer, „was ganz Bestimmtes? Was können Sie denn ganz bestimmt sagen über die zukünftige Welt?“

„Dass sie dann nicht mehr General sein wird, dass sie nicht mehr General sein wird.“

Der Mann ist erschrocken.

Es gibt kein Ansehen der Person, Bruder.

Es gilt uns allen Gottes Gebot.

Es gibt keinen Unterschied zwischen reichem Mann und armen Lazarus.

Der reiche Mann mit seinen ganzen Beziehungen zu den höchsten Stellen, mit Geld, kann man alles kaufen, ist in der Hölle.

Der Bettler, den keiner beachtet, in Abranschuss.

Es gibt kein Ansehen der Person.

Bruder, es gilt uns allen Gottes Gebot.

Es riskiert jeden dasselbe, Herr Krutscher, Eisenhauer, unser Oberbürgermeister, Generaldirektor oder Straßenkehrer.

Es riskiert jeder dasselbe, wenn er Gottes Gebot verachtet.

Es riskiert jeder dasselbe.

Wir kommen alle in dasselbe Gericht, und wir haben alle dieselbe Chance, bei Jesu Kreuz Vergebung zu holen und Kraft für ein neues Leben.

Es ist wunderbar, dass Gott allen Menschen dieselbe Chance gibt.

So, nun bis hierher.

Josaphats Umkehr und der Weg zur Erneuerung

Und das ist für mich das Wichtige an diesem Bibelwort. Ist das nicht deutlich geworden? Josaphat wird zuerst vom Herrn in die Schule genommen. Dadurch zerstreut sich sein Machtstreben für Gottes Volk. Es wird ihm noch einmal ganz deutlich gezeigt – in Vers 1 bis 3 –, dass sein Streben Sünde war. Er wollte hoch hinaus, aber Gott widersteht den Hoffärtigen und gibt den Demütigen Gnade.

Ich bin gerade sehr beschäftigt mit meiner Predigt für Sonntag. Gott hat sich hochgesetzt und sieht herab auf das Niedrige. Dabei beschäftige ich mich mit der Frage: Kann Gott etwas übersehen? Mir wird dabei klar, dass ich am Sonntag noch ausführlicher sagen werde, dass Gott tatsächlich etwas übersehen will. Alles, was hochmütig und hoch ist, das übersieht er. Er sieht auf das Niedrige. Das ist eine ganz wichtige Sache.

In der Bibel heißt es, dass Gott das Schreien der Raben hört, aber den König von Babylon, der gerade liest, beachtet er gar nicht. Die kleinen Raben, die Hunger haben, sind ihm wichtig, aber nicht der König von Babel. Das ist Josaphat deutlich geworden. Er wollte ein großer Mann sein, im Konzert der Mächte mitspielen und einen Rang bekleiden. Doch Gott hat das zerschlagen. Es war Sünde, und Josaphat hat Buße getan.

Nun sagt er: Ich verstehe, dass Israel, das Vorbild der Gemeinde Jesu Christi, Salz und Licht der Welt sein soll. Da fängt es bei mir, bei Josaphat, an: Ich muss zuerst den Herrn suchen, mein armes kleines Leben muss in Ordnung kommen. Dann zieht er aus, um die Gemeinde des Herrn in Ordnung zu bringen. Das ist so schön ausgedrückt. Er zog von Beersua bis zum Gebirge Ephraim und brachte sie wieder zum Herrn, dem Gott ihrer Väter.

Wollen Sie sich mal daran erinnern? Die Geschichte Josaphats: Seine Regierungszeit fing so an, dass er sein Volk zum Herrn, dem Gott ihrer Väter, brachte. Und es ist merkwürdig: Kaum war er weggezogen, war offenbar doch wieder alles schiefgelaufen. Wenn er sie wieder zum Herrn, ihrem Gott, bringt, dann war inzwischen einiges schlecht geworden. Das war eine schöne Aufgabe.

Ich möchte sagen: Josaphat hält Hausputz im eigenen Haus. Nachdem er die Welt reformieren wollte, soweit er es überblicken konnte, verzichtet er nun darauf und hält Hausputz im eigenen Haus. Das ist die Aufgabe der Gemeinde Jesu Christi. Paulus sagt, er wusste wohl, dass Jesus für die Welt gestorben ist, aber er sagt: „Ich möchte Gott eine Gemeinde zubringen, schön wie eine Braut, ohne Flecken und Runzeln.“

Ich möchte die Welt umgestalten. Ich weiß, die Welt hat keine Verheißungen, aber eine Gemeinde ohne Flecken und Runzeln – das hat Josaphat begeistert. Das ist sehr wichtig für unsere Zeit. Heute quält man sich oft damit, dass ganz Westdeutschland christlich sein soll, aber nur fünf Prozent in die Kirche gehen. Und was machen die anderen 95 Prozent?

Wir dürfen ruhig sagen: Es ist viel wichtiger als alles andere, dass zuerst die Gemeinde Jesu Christi entsteht, die in Ordnung ist. Und sie kommt in Ordnung, wenn wir in Ordnung sind. Es fängt bei uns an. Gottes Weg lässt sich nicht durchbrechen. Er fängt am kleinsten Raum an – an meinem eigenen Herzen. Nicht anders.

Die Bedeutung der persönlichen Umkehr

Oh, ich muss so oft an diese Geschichte denken. Ich habe sie wahrscheinlich schon tausendmal erzählt – von meinen guten Freunden Xhossa, Kzz und anderen. Damals war ich ein ganz junger Pfarrer in Essen. Ganz Essen war damals zu 80 Prozent kommunistisch, und einer der wichtigsten war mein Freund Xhossa. Wir verstanden uns gut und hatten uns geduzt.

Doch er hielt mich für ziemlich dumm und glaubte nicht, dass ich intelligent sei. Ich möchte Ihnen diese Geschichte erzählen, wie er eines Tages von einer Versammlung kam. Es war ein Sonntagabend, als ich ihn traf. Er musste im Nordparksaal gewesen sein, denn Max Hölz hatte dort gesprochen – eine große Sache, tausende Leute waren da. Die alten Essener wissen noch, dass im Nordparksaal in Altenessen solche Veranstaltungen stattfanden.

Dieser Max Hölz, worüber hat er gesprochen? Über die „Befreiung der Kulis in Shanghai“. Das war ein Thema, das weit reichte. „Jawohl“, sagte er, „Solidarität aller Schaffenden, also der Brüder.“ Das klang herrlich: die Kulis in Shanghai, seine Brüder. Das war fein.

Da fragte ich ihn: „Dann wirst du ja wohl heute Abend noch Frieden schließen mit dem Mann, der auf deiner Etage wohnt, mit dem, der dauernd Krach macht?“ Da verzog sich sein Gesicht und er sagte: „Weck den Trepper hauchen auf die Birne.“ Da sagte ich: „Hör auf mit dem Kuli in Shanghai! Mensch, ich gebe um deine ganze Ideologie keine Fünfen hier. Was hilft die Bruderschaft bis an die Enden der Erde, wenn du mit deinem Nächsten Streit hast, nicht wahr?“

Und da wurde mir klar – verstehst du diese kleine Geschichte damals? Ganz prinzipiell zeigt sie, wie es im Reich Gottes anders zugeht: Lieb deinen Nächsten! Da fängt es mit dem Nächsten an und nicht mit den Kulis in Shanghai. Die kommen später auch an die Reihe, aber erst später.

So will Gott in allen Dingen anfangen – am Kleinsten, bei meinem eigenen Herzen und in seiner Gemeinde. Das hat Josaph verstanden. Er bekehrt sich neu, reinigt sein Leben und zieht nun aus, um in seiner Gemeinde, in Israel, im Volk Gottes, die Menschen zum Herrn, ihrem Gott, zurückzuführen.

Es ist merkwürdig, dass er das so macht, indem er in jedem Ort auch Richter einsetzt. Als ich heute wieder darüber nachdachte, dachte ich: Heute Abend möchte ich predigen, so an einem Sommertag, und ich habe einige Sorgen im Herzen. Lieber predige ich über Psalm 23: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln“, oder über Psalm 91: „Unter dem Schatten seiner Flügel habe ich Zuflucht“, oder über die Reinigung durch das Blut Jesu Christi von aller Sünde.

Doch nun komme ich zur Sache, dass Josaphat Richter bestellt und sagt: „Seid ohne Furcht und ohne Todesangst.“ Das, was hier gesagt wird, ist überaus wichtig. Darum erlauben Sie mir, dass ich das heute für uns auslege.

Die Bedeutung des Rechts und der Richter

Erstens hat das folgende Verse ab Vers 5: Er bestellte Richter im Lande, in allen festen Städten Judas, in jeder Stadt einige, und sprach zu den Richtern: „Seht zu, was ihr tut!“

Im Psalm 37, Vers 28 steht: „Doch der Herr, unser Gott, hat das Recht lieb.“ Es gehört zum Schmerz Gottes, dass in der Welt die Ungerechtigkeit herrscht. Recht zu lieben ist der Anfang aller Christen, denn wir sollen nach dem Recht fragen und es lieben.

Wir freuen uns am Heiland, wenn wir das Recht lieben. Das Recht zu lieben hat seine Wurzel in den Zehn Geboten. Wenn wir die Zehn Gebote lieben, dann lieben wir auch: „Du sollst nicht lügen“, „Du sollst den Feiertag heiligen“, zum Beispiel den Sonntagmorgen um sieben Uhr. Wenn wir Gottes Wort hören und lernen, lieben wir Gottes Gebot. „Du sollst nicht Ehe brechen“ und so weiter.

Ich möchte Ihnen dazu noch einmal ein Erlebnis erzählen. Wahrscheinlich habe ich es all meinen alten Freunden schon tausendmal erzählt: Gleich nach dem Krieg habe ich für junge Bergleute, die der Krieg hierhergeschwemmt hatte – damals wurde ja alles im Bergbau vorgenommen – eine Freizeit im Hespertal organisiert. Die amerikanische Militärregierung gab mir Zelte und Konserven. Die Bergbauleitung meinte, ich sei wahnsinnig, denn die Kerle würden in der ersten Nacht die Zelte abmontieren, das Lebensmittellager stürmen und die Vorräte verscheuern.

Ich fragte die Amerikaner, ob sie das riskieren wollten, und sie sagten: Ja, das Experiment ist interessant, wir wollen das. Amerika ist so reich, wir könnten es verschmerzen. So wurde das Lager organisiert. Erst waren es 70 Leute, das waren schreckliche Schläger, junge Männer, die als 15-jährige Luftwaffenhelfer durch die ganze Welt gekommen waren, verzweifelt, weil sie ihre Angehörigen verloren hatten, etwa 17 bis 28 Jahre alt.

Eines Abends hatte ich mir vorgenommen, mit ihnen die Gebote zu besprechen. Ich wollte mit dem Gebot Gottes anfangen. Da erzählte mir einer, dass er am Lebensmittellager auf der Zeche vorbeiging, das Lager war offen, und er hatte sich ein paar Fleischdosen für die Frau mitgenommen, bei der er jetzt wohnte. Sie sorgte für ihn wie eine Mutter, und er wollte für sie sorgen.

Ich legte das der versammelten Gruppe vor und fragte, was sie davon hielten. Natürlich waren alle siebzig der Überzeugung, dass das richtig war: Der Bergbau gräbt schon wieder, das merkt man ja gar nicht an ein paar Büchsen, und die Frau hat Hunger, also ist es richtig. Als ich das hörte, hatte ich beinahe das Gefühl, es sei richtig, fast wollte ich sagen: Mensch, bring mir doch auch eine mit!

Sie werden sich an die Zeit erinnern, wie es damals war. Dann sagte ich: Also, jetzt fühlen alle, dass es richtig ist. Aber nun passt auf: Wenn jetzt alle so machen, ist das Lager bald leer. Tja, alle dürfen natürlich nicht so handeln, denn was du machst, muss für alle gelten.

Da wurden sie etwas zweifelhaft, ob es Ausnahmeregelungen für Starke gibt und die Ordnung nur für Schwache gilt. Es entbrannte eine wunderbare Diskussion. Nach einer halben Stunde sagte ich nichts mehr, die Diskussion entfachte sich immer mehr. Es ging darum, ob das richtig oder nicht richtig war, ob es volkswirtschaftlich sinnvoll sei, und so weiter.

Man sagte: Ja, jetzt hat die alte Frau etwas, aber die Nachbarin hat nichts. Dann müsste die Frau der Nachbarin abgeben. Aber wenn sie Alarm schlägt, ist wieder nichts da. So verhedderte sich die Sache immer mehr.

Schließlich sagte ich: Stopp! Stellt euch vor, es käme einer, der allein zu sagen hätte, was richtig ist. Wäre das nicht fein? Da sagte ich: Und dieser Eine ist da! In all diesem Kuddelmuddel kommt der lebendige Gott und sagt: „Ich habe zu bestimmen!“ Und ich sage: „Du sollst nicht stehlen.“ Punkt aus.

Plötzlich begriffen sie, dass die Gebote Gottes eine große Hilfe sind. Nun weiß man, woran man ist. Wenn man so eine Geschichte erlebt, versteht man den ganzen Psalm 119, den längsten Psalm, in dem es immer wieder heißt: „Ich freue mich über dein Gesetz, ich freue mich über dein Gebot“, wie alle großen frommen Christen.

Nun habe ich Maßstäbe, nun weiß ich, was gut und böse ist. Heute kam ein Mann zu mir gereist aus Darmstadt, das ist allerhand, jetzt ist es eine Rückreise. Er ist der Leiter der Arbeitsgruppe im Kirchentag in München, bei der ich die Bibelarbeit habe. Es ist die Arbeitsgruppe Ehe, Familie und Erziehung. Sie hat nun ein paarmal in Berlin getagt. Da wollte er mir, weil ich nicht hingeflogen war, kurz die Ergebnisse ihrer Arbeit mitteilen.

Ich musste manchmal auch lachen. Erstes Thema: junge Ehen, wie ist das mit vorehelichem Geschlechtsverkehr, wie ist das mit Kindern, und so weiter. Dann merkte ich, dass sie sich bei den drei Sitzungen in Berlin eigentlich auch verheddert hatten. Sie kamen nicht mehr richtig weiter. Die Eheprobleme unserer Zeit sind ungeheuer schwierig.

Während er sprach und mir das erklärte, dachte ich: Wenn ich in München das Wort ergreife, werde ich sagen: Gott sei Dank, dass es ein Gebot Gottes gibt! Jetzt kommt der, der zu sagen hat, und legt es auf den Tisch. Nicht: Ehe ist eine heilige Sache, die man bricht. Jetzt wissen wir, woran wir sind, jetzt wissen wir, was Sünde ist und was Vergebung braucht und was abgetan werden muss.

So ist zu verstehen, dass Josaphat Richter einsetzt und ihnen sagt: Ihr müsst euch freuen, dass Gott uns ein Recht gegeben hat. Und da dürft ihr nicht davon abweichen. Ihr dürft euch nicht einlassen auf Diskussionen wie: „Unsere Zeit ist anders, die Welt der Technik ist anders, die Jugend ist anders“ und so weiter. Ihr steht dazu! Er hat gesagt: „Du sollst den Feiertag heiligen, du sollst nicht falsch Zeugnis reden, du sollst Gott, deinen Herrn, über alles lieben.“

In Deutschland hat Gott das Recht lieb. Ich habe immer eine Geschichte, die ich meinen Jungs in diesem Zusammenhang erzähle. Ich habe heute das peinliche Gefühl, dass ich Sachen erzähle, die ich schon tausendmal gesagt habe. Aber denken Sie daran, dass man einen alten Bekannten immer gern mal wieder sieht, auch wenn man ihn schon kennt.

Paulus sagt: Wenn ich immer dasselbe sage, verdriest mich das nicht, sondern macht euch desto gewisser die Wohltat der Gebote Gottes. Die Gebote Gottes sind uns schwer. Wir haben ja keines gehalten, wollen wir ehrlich sein. Wir haben alle schon schlecht geredet, wir wissen von Unreinheit, wir wissen von Lüge, wir wissen von den heiligsten Sonntagen.

Wenn wir daran denken, ist die Last von Schuld groß. Das Gebot wäre schwer, wenn wir nur daran dächten: Was soll ich geben? Aber wie schrecklich wird die Welt, wenn kein Gesetz Gottes gilt! Dann wird die Welt furchtbar. Dann wissen wir nicht mehr, was gut und böse ist.

Die Worte der Gebote Gottes gingen mir auf, als ich mein Buch über die Morro Castle las. Das war ein Luxusdampfer, der an der kalifornischen Küste lag, wie in den Luxusbädern in Miami. An einem Sonntagabend auf hoher See geriet das Schiff in Brand. Wahrscheinlich war es ein betrunkener Passagier, der eine brennende Zigarette auf die Holzverkleidung warf. Das Feuer brach plötzlich aus.

Der Brand breitete sich schnell aus. Der Fahrtwind fachte das Feuer an. Alle waren entsetzt und schrien nach dem Kapitän. Es ist eine wahre Geschichte, die etwa 1925 oder 1926 passierte. Doch man entdeckte, dass der Kapitän tot in seiner Kajüte lag. Bis heute ist nicht geklärt, warum er tot war. Es war ein Verbrechen, aber der Mann wurde ermordet, die Leiche verbrannt, man weiß es nicht.

Nun war niemand da, der das Kommando übernehmen konnte. Eine riesige Verwirrung brach aus. Ein Offizier sagte, die Passagiere sollten alle aufs Deck, die Mannschaft hinter Deck. Doch der Fahrtwind trieb die Flammen dorthin und gefährdete sie noch mehr. Ein anderer sagte, man müsse stoppen, damit der Fahrtwind aufhört und das Feuer nicht angefacht wird. Ein dritter sagte, man solle auf die Küste zusteuern.

Es herrschte großes Durcheinander. Das Feuer breitete sich weiter aus, das Entsetzen unter den Passagieren wuchs. Es müssen furchtbare Szenen gewesen sein. Man wollte die Rettungsboote losmachen, doch die waren verheddert, wie es oft in solchen Fällen ist.

Im Augenblick der höchsten Panik geschah es plötzlich: Ein Passagier, von dem man später nie erfuhr, wer er war, tauchte an Land unter. Dann bemerkte ein harmloser Passagier der geringsten Klasse, ein Mann, der nie aufgefallen war, plötzlich auf der Kommandobrücke und brüllte vollmächtig: „Alles hört auf mein Kommando!“

Er ordnete an: Erstens, die Passagiere aufs Vorderdeck, damit sie die Flammen, die vom Fahrtwind getrieben wurden, nicht sehen. Zweitens, das Schiff auf Land zuzusteuern, das ja nicht weit entfernt war, und so weiter.

Es ist wundervoll zu lesen in diesem Tatsachenbericht, wie plötzlich alle aufatmen. Das Verderben war noch genauso groß wie zuvor, aber es war nun einer da, der sagte, was zu tun ist. Niemand widersprach ihm mehr. Selbst der schnoddrigste Offizier wagte nicht mehr zu sagen, was dieser Mann da oben machte. Es war jeder still.

Wenn ich in meiner Bibellektüre zu 2. Mose 19 und 20 komme, muss ich immer an die Morro Castle denken. Eine verzweifelte Situation, in der keiner mehr wusste, was gut und böse ist. Man denkt an Streit mit Atombomben. Die einen schreien, wir bräuchten Atombomben, die anderen sagen, das sei die größte Sünde.

Ehefragen, Ehrlichkeit, Moral – wer weiß noch, was gut und böse ist? Man denkt: Wer sagt mir denn die Wahrheit? Jemand sagte mir kürzlich: „Wer doch doof ist.“ Die Welt ist wie ein brennendes Schiff. Wir spüren, wie es allmählich dem Verderben entgegengeht.

Lesen wir 2. Mose 19 und 20: „Und der Herr sprach: Ich bin der Herr, dein Gott.“ Da steht einer auf der Kommandobrücke: „Du sollst keine anderen Götter haben neben mir, du sollst meinen Namen heiligen, du sollst den Feiertag heiligen.“

Bitte besinnen Sie sich mal wieder in der stillen Stunde auf die Zehn Gebote. Ich müsste jetzt alle durchnehmen. Josaphat setzt Richter ein und sagt, wie großartig ausgedrückt: „Seht zu, was ihr tut!“

Seht zu, was ihr tut, ihr Volk, das von lauter verwirrten Heiden umgeben ist, das angesteckt und angekränkt ist, das einen König hat, der selbst nicht mehr weiß, was Recht ist. Da sollt ihr stehen und sagen: „So spricht der Herr: Das ist gut, und das ist böse.“

Doch der Herr hat das Recht lieb.

Das Zweite, was ich dazu sagen möchte, ist dies: Im Psalm 99, Vers 4 heißt es: „Im Reiche dieses Königs hat man das Recht lieb.“ Nicht nur der Herr hat das Recht lieb, sondern im Reich dieses Königs hat man das Recht lieb.

Der Professor Karl Heim, der vor kurzem verstorben ist, hat im Dritten Reich einmal diese Worte in einem Gottesdienst ausgelegt: „Im Reiche dieses Königs hat man das Recht lieb.“ Weiter nichts, nur so gesagt.

Christen sind Leute, die nicht mit Gefühlsleim arbeiten, sondern die mit dem Erwachen für Gottes Recht. Wenn sie im ersten Augenblick wieder werden, lernen sie die Bedeutung für sich selbst und für die Welt.

Das gab einen solchen Sturz. Wenn es je ein Zeichen gegeben hat, dass das Recht mit Füßen getreten wurde im Dritten Reich, dann war es die Aufregung über diese Predigt, die überhaupt keine Anspielung auf irgendwelche Gegenstände machte. Aber das brachte die höchsten Stellen auf die Palme, dass man das Recht lieben konnte.

Naja, in so einer Welt leben wir zu allen Zeiten – zu allen Zeiten, in der das Recht geboren ist. Gut für jeden Richter, der ein bisschen um Recht kämpft, aber er bleibt nie lange im Amt, er wird befördert oder so nicht.

Das ist eine sehr aktuelle Falle. Aber Christen sind Leute des Rechten. Sie wissen, dass der Herr es lieb hat, sie wissen, warum der Herr es gegeben hat: dass es eine große Wohltat ist. Und im Reich dieses Königs hat man das Recht lieb.

Darum geht es Josaphat: Gottes Gebote sollen wieder bekannt werden und getan werden. Sehen Sie, ein Mann, der so viel erlebt hat, der zur Vergebung der Sünden gelangt ist, würde ja denken, dass er anfängt, die Liebe Gottes, die Gnade und die Vergebung zu rühmen.

Aber es ist mir einfach großartig, dass er sagt: Ich will mein Volk wieder zum Herrn führen, und das fängt damit an, dass sie den Herrn fürchten und sein Recht kennen. Und dazu braucht er Richter, die das Recht auch lieb haben.

Liebe Freunde, wie ist das eigentlich bei uns? Wir sprechen viel vom Kreuz und von Jesus. Das ist wirklich der Mittelpunkt des Evangeliums. Aber ich möchte sagen: Wir werden nichts vom Kreuz Jesu verstehen, wenn wir das Gebot Gottes nicht zuerst in seiner ganzen Gewalt liebgewonnen haben.

Dann wissen wir erst, was Übertretung und Sünde ist. Sehen Sie, in modernen Phänomenen, in so manchen Kritiken wird alles in Nebel gehüllt: „Ich liebe doch“ und so weiter. Wir müssen aus dieser Vernebelung, die Satan über Gut und Böse in die Welt bringt, herauskommen und erst mal Ja sagen zu Gottes Geboten.

Dann wissen wir, was Schuld in unserem Leben ist, was Sünde ist. Und dann wird uns groß vergeben, und wir können den Weg zum Kreuz Jesu finden.

Die Bibel führt den Menschen, wenn man sie ganz durchliest, zuerst an den Sinai. Da dröhnt der Berg, eine Posaune erklingt, und Gott spricht: „Ich bin der Herr, dein Gott.“ Vom Sinai wird Gottes Volk nach Golgatha geführt.

Erst musst du Gottes Recht kennen, damit du weißt, was Sünde ist. Dann kannst du das Kreuz Jesu festhalten.

Darum fängt Josaphat richtig an.

Ich habe neulich eine Diskussion in der Zeitung über moderne Erziehung, die ganzheitliche Methode in der Schule gelesen. Da sind noch Lehrer, die sich über die Ganzheitsmethode aufregen und sagen: „Das kappt es mit den Kindern, wir müssen ihnen erst das Alphabet beibringen.“

Meine Tochter, die Lehrerin ist, hat sich über diesen Artikel schrecklich aufgeregt. Aber ich denke in meinem Herzen, man wird immer am besten tun, wenn man bei den Kindern von vorne anfängt, und nicht gleich bei den höheren Klassen.

So macht Gott seine Arbeit. So macht sich Josaphat die Furcht des Herrn zur Weisheit. „Furcht des Herrn heißt Weisheit in deiner Geburt und Inklus.“

Jetzt noch ein weiterer Schritt.

Josaphat sagt zu diesen Männern: „Seht zu, was ihr tut! Ihr haltet das Gericht nicht vor Menschen, sondern vor dem Herrn, denn er ist mit euch im Gericht.“

Das ist das Dritte, was ich Ihnen sagen möchte: Josaphat macht diese Richter unabhängig.

Verstehen Sie, wenn Josaphat ein König der Gnade des Volkes gewesen wäre, hätte er gesagt: „So, meine lieben Richter, versammelt euch, und jetzt müsst ihr schwören auf das richtige Buch oder auf mich als König.“ Verstehen Sie, das ist doch der Witz bei allen Staatsleben: Sie werden auf irgendetwas verpflichtet.

Josaphat macht es genau umgekehrt. Das ist eine tolle Sache. Er sagt: „Ihr werdet jetzt handeln, an keine Bindungen gebunden. Ich habe nichts zu sagen, und die Volksmeinung hat nichts zu sagen. Ihr müsst die Stimme des Herrn hören, ihr haltet das Gericht vor ihm.“

Ich meine, er macht es genau umgekehrt wie alle Staatsordnungen. Er macht die Leute völlig frei und stellt sie unter den lebendigen Herrn, dem sie verantwortlich sind, aber niemand anderem.

Und als ich so weit in meiner Vorbereitung war, dachte ich: Gilt das nicht für jeden Christen? Ist das nicht die Freiheit, in die wir geführt werden?

Meine Freunde, ein wirklicher Christ, der durch Jesu Blut erkauft ist, ist eigentlich nur noch Gott verantwortlich. Du machst deinen Beruf nicht für Menschen, sondern für Gott. Nicht Menschen richten darüber, wie du deinen Beruf führst, sondern Gott.

Das gilt für den Kaufmann, für die Hausfrau und alle anderen.

Liebe Hausfrau, alle sagen: „Das ist eine tüchtige Frau, die schafft es, wird mit den Kindern fertig und allem.“ Oder: „Sie tut es nicht, dann lässt sie alles verkommen.“ Ihr tut es nicht für Menschen, sondern für Gott.

Es gibt eine schöne Geschichte, die wahrscheinlich auch ein alter Bekannter ist. Man kann sie immer wieder erzählen.

In einem Büro wurde jedes Jahr eine große Revision veranstaltet. Vorher wurde geschuftet, die Bügelordnung wurde gebracht, alles war in Ordnung, dann kam die Revision und war zu Ende.

Am nächsten Tag wurde nichts geschafft, denn die Revision war vorbei, und man holte erst einmal einen Kasten Bier.

Nur einer saß an seinem Pult und schrieb. Da sagte einer: „Bist du doof? Jetzt kommt ja keine Revision ein Jahr lang.“ Der Mann sagte: „Ich habe jeden Tag Revision.“ „Wieso das denn?“ „Von Gott.“

An dieser kleinen Geschichte geht mir etwas auf: Du führst dein Leben vor den Augen Gottes. Das gibt eine ganz große Freiheit, eine wundervolle Freiheit.

Ich darf es mal von mir persönlich sagen: Wenn man Pfarrer wird, so ein junger Pfarrer, hat man es ausgiebig schwer.

Trägt man eine schwarze Krawatte, heißt es: „Das ist immer feierlich.“ Trägt man eine bunte, heißt es: „Will der Pastor sein?“ So ist es, nicht wahr?

Geht man in den gesellschaftlichen Verkehr, heißt es: „Sieh mal, da sitzt der und isst und trinkt.“ Macht man es nicht, heißt es: „Der zieht sich von den Leuten zurück.“

Man kann es machen, wie man will.

Predigt man kurz, sagt man: „Gott, der alte Mann, war früher besser.“ Predigt man lang, ist es noch schlimmer.

Man soll nicht politisch predigen, sagt man. Sagt man nichts, heißt es: „Im Dritten Reich hat die Kirche nichts gesagt.“ Sagt man etwas, schreit die ganze CDU: „Das ist politische Predigt.“

Man kann es machen, wie man will.

Wie sagt der Einbrecher: „Wenn ich einbreche, ist es nicht recht, wenn ich ausbreche, ist es auch nicht recht.“

Verstehen Sie, das ist im Leben so.

Ich rede jetzt bloß von mir: Es ist auch ein Stück Bekehrung, wenn man sich eines Tages entschließt: Es geht mich nichts an, was andere sagen. Ich werde es mit Gott besprechen. Ich frage Gott.

Ich entschloss mich, keinen gesellschaftlichen Verkehr mehr zu pflegen, weil mir auffiel, dass ich ihm verantwortlich bin, nicht den Menschen.

Ich habe erfahren, was für eine Freiheit und Gewissheit das gibt. Ich habe es an mir selbst erlebt.

Wollen Sie das mal auf Ihr Leben übertragen?

Wir sind alle so – ja, jeder Hausfrau ist im Grunde abhängig davon, was andere sagen. Sonst geht es ihr ja genau so wie dem jungen Pfarrer.

Man will es recht machen. Putzt sie, hat sie einen Putzteufel. Putzt sie nicht, heißt es, sie lässt alles verkommen.

Merken Sie sich den Satz: „Seht zu, was ihr tut! Ihr tut euer Werk nicht für Menschen, sondern für den Herrn.“

Lassen Sie mich zum Schluss noch auf das letzte Sätzchen hinweisen. Ich bin gleich fertig.

Ich sage bloß, damit Sie munter werden, auf das letzte Sätzchen, Vers 7: „Denn es ist kein Unrecht noch ansehender Person noch annehmendes Geschenk bei Gott.“

Das ist doch eine erschreckende Sache.

Es gibt eine Geschichte von einem General, ich weiß nicht mehr von wem, vielleicht Friedrich dem Großen, der wie ein Spötter über alle christlichen Dinge war.

Er war mal bei einem Essen mit einem Prediger zusammen. Um den Prediger zu reizen, fragte er: „Glauben Sie an die Auferstehung der Toten?“ „Jawohl, daran glaube ich ganz fest, seit Jesus auferstanden ist.“

„Können Sie mir etwas ganz Gewisses sagen über die zukünftige Welt? Was ganz Bestimmtes, was man ganz sicher weiß?“

„Ja“, sagte der Pfarrer, „was ganz Bestimmtes.“

„Was können Sie denn ganz bestimmt sagen über die zukünftige Welt?“

„Dass sie dann nicht mehr General sein wird.“

Der Mann war erschrocken.

Es gibt kein Ansehen der Person bei Gott. Der reiche Mann mit seinen ganzen Beziehungen und Geld kann alles kaufen, ist in der Hölle. Der arme Bettler, den keiner beachtet, ist im Himmel.

Es gibt kein Ansehen der Person.

Bruder, es gilt uns allen Gottes Gebot.

Es riskiert jeder dasselbe: Herr Krutscher, Eisenhauer, unser Oberbürgermeister, Generaldirektor oder Straßenkehrer.

Es riskiert jeder dasselbe, wenn er Gottes Gebot verachtet.

Wir kommen alle in dasselbe Gericht und haben alle dieselbe Chance, bei Jesu Kreuz Vergebung zu finden und Kraft für ein neues Leben.

Es ist wunderbar, dass Gott allen Menschen dieselbe Chance gibt.

So, nun bis bald!

Die Weisheit der Furcht des Herrn und die Freiheit vor Menschen

Ich habe neulich in der Zeitung eine Diskussion über moderne Erziehung in der Kunst und die wissenschaftliche Ganzheitsmethode in der Schule gelesen. Dabei ging es auch um Lehrer, die sich mit der Ganzheitsmethode beschäftigen. Die Eltern regten sich darüber auf und sagten, man solle den Kindern endlich das Alphabet beibringen.

Die Lehrerin meiner Tochter hat sich über diesen Artikel sehr aufgeregt. Doch ich denke in meinem Herzen, dass man am besten bei den Kindern von vorne anfängt und nicht gleich mit höheren Dingen beginnt. So arbeitet auch Gott. So handelt Joseph mit der Furcht des Herrn, die eine herrschende Weisheit ist.

„Furcht des Herrn“ bedeutet Ehrfurcht in deiner Geburt und Inklus. Jetzt noch ein weiterer Schritt: Josaphat sagt zu diesen Männern: „Seht zu, was ihr tut. Ihr haltet das Gericht nicht vor Menschen, sondern vor dem Herrn, denn er ist mit euch im Gericht.“ Das ist das Dritte, was ich Ihnen sagen möchte: Josaphat macht diese Richter unabhängig.

Verstehen Sie, wenn Josaphat ein König der Gnade des Volkes gewesen wäre, hätte er gesagt: „So, meine lieben Richter, versammelt euch jetzt einmal und schwört auf das wirkliche Rechtbuch oder auf mich als den König.“ Verstehen Sie, das ist doch der Witz bei allen Staatsleben: Sie werden auf irgendetwas verpflichtet.

Josaphat aber macht es genau umgekehrt. Das ist eine tolle Sache. Er sagt: „Ihr werdet jetzt handeln, an keinen Bindungen losgelöst. Ich habe nichts zu sagen, und die Volksmeinung auch nicht. Ihr müsst die Stimme des Herrn hören. Ihr haltet das Gericht vor ihm.“ Er macht es also genau umgekehrt wie alle Staatsordner. Er macht die Leute völlig frei und stellt sie unter lebendiges Gesetz.

Sie sind dem Herrn verantwortlich, aber niemand anderem. Und als ich so weit in meiner Vorbereitung gekommen war, musste ich denken: Gilt das nicht für jeden Christen? Ist das nicht die Freiheit, in die wir geführt werden? Ein wirklicher Christ, der sich durch Jesu Blut erkauft hat, ist eigentlich nur noch Gott verantwortlich.

Du übst deinen Beruf nicht vor Menschen aus, sondern vor Gott. Nicht Menschen können darüber richten, wie du deinen Beruf führst, sondern Gott. Ihm bist du verantwortlich. Das gilt für den Kaufmann, die Hausfrau und alle anderen. Liebe Hausfrau, alle sagen, du bist eine Tüchtige, du schaffst es, mit den Kindern fertig zu werden und allem. Aber du tust es nicht vor Menschen, sondern vor Gott.

Es gibt auch eine schöne Geschichte, die wahrscheinlich ein alter Bekannter ist. So sehe ich Geschichte: Man kann immer Neues machen, aber es gibt auch immer wieder dieselben Geschichten. Ich habe mal irgendwo gelesen, wie es in einem neugriechischen Büro jedes Jahr eine große Revision gab. Die Mitarbeiter arbeiteten vorher hart, brachten die Bügelordnung in Ordnung und alles war in Butter.

Dann wurde die Revision durchgeführt und war zu Ende. Am nächsten Tag wurde nichts geschafft, denn die Revision war vorbei. Ein Jahr Zeit, und dann holte man erst einmal einen Kasten Bier. Nur einer saß an seinem Pult und schrieb. Da sagte jemand: „Bist du doof? Jetzt ist doch ein Jahr lang keine Revision.“ Der Mann antwortete: „Ich habe jeden Tag Revision, jeden Tag Revision.“ Warum? Von Gott, so unsichtbar.

An dieser kleinen, einfachen Geschichte sehe ich etwas: Josaphat sagt den Menschen, du führst dein Leben vor den Augen Gottes. Das gibt eine große Freiheit, eine wundervolle Freiheit.

Ich darf es mal von mir selbst sagen: Wenn man Pfarrer wird, hat man es als junger Pfarrer ausgiebig schwer. Trägt man eine schwarze Krawatte, sagen die Leute, das sei immer feierlich. Trägt man eine bunte, sagen sie, will er etwa Pastor sein? So ist es, nicht wahr?

Man geht in den gesellschaftlichen Verkehr, dann heißt es: „Siehst du, da sitzt der da rum und isst und trinkt.“ Macht man es nicht, heißt es: „Der zieht sich von den Leuten zurück.“ Man kann es machen, wie man will.

Predigt man kurz, sagt man: „Gott, der alte Mann, hat als junger Mann gesagt, Predigen soll lang sein.“ Predigt man lang, ist es noch schlimmer. Es ist sehr schwierig, es richtig zu machen.

Ich erinnere mich an eine kleine Geschichte, die ich als Zielsprecher erlebte: Ich kam um halb zwölf Uhr hinaus, da waren die Leute schon am Essen, Erbsensuppe, ganz einfache Leute. Mein Mann sagte, sie essen so einen Teller Mehl, es war ein bisschen schmuddelig. Ich hätte auch keinen Hunger gehabt. Doch da denkt er, er sei hochmütig. Gut, sagte ich, essen Sie den Teller Mehl.

Als der erste Löffel im Mund war, sagte der Mann: „Naja, Ihr Kollege hat es auch immer so gemacht. Er sieht, wo er was mitkriegt.“ Sie glauben gar nicht, wie schwer es für einen jungen Pfarrer ist. Es geht nur um die Äußerlichkeit.

Nun kommt die Predigt. Die Predigt soll keine politische sein. Sagt er nichts, heißt es: „Wie im Dritten Reich, die Kirche hat nichts gegen Hitler gesagt.“ Sagt man etwas, heißt es: „Politische Predigt.“ Man meint, wenn die erste Atombombe kracht, warum hat die Kirche nichts gesagt? Sagt man heute etwas, schreit die ganze CDU: „Das ist politische Rede.“

Man kann es machen, wie man will. Wie sagt der Einbrecher: „Wenn ich einbreche, ist es nicht recht, wenn ich ausbreche, ist es auch nicht recht.“ Was hält?

Verstehen Sie, das ist im Leben so. Ich rede jetzt nur von mir. Es ist auch ein Stück Bekehrung, dass man sich eines Tages entschließt: Es geht mich nichts an, was Sie sagen. Ich werde es mit Gott besprechen. Ich frage Gott, und ich entschloss mich, kein gesellschaftliches Theater mehr zu spielen.

Weil es mich auffiel: In meiner Mauer falle ich. Ich bin ihm verantwortlich, gar nicht den Menschen. Verstehen Sie? Und ich erkenne, welche Freiheit und welche Gewissheit das ist. Ich habe es an mir erlebt.

Wollen Sie es auf Ihr Leben übertragen: Wir sind alle so... Ja, jeder Hausfrau ist im Grunde abhängig von dem, was der andere sagt. Sonst geht es einem ja genauso wie dem jungen Pfarrer. Man will es recht machen, wie man es macht.

Macht die Frau sauber, heißt es, sie sei ein Putzteufel. Macht sie es nicht, heißt es, sie lässt alles verkommen. Wollen Sie sich den Satz einprägen: „Seht zu, was ihr tut. Ihr tut euer Werk nicht den Menschen, sondern dem Herrn.“

Die Gleichheit vor Gott und das Ende der Ansehen der Person

Zum Schluss möchte ich noch auf den letzten Satz hinweisen: „Ich bin gleich fertig mit Kochen, bitte, ich werde nicht wohnen, nein, natürlich gar nicht.“

Ich erwähne das nur, damit Sie aufmerksam werden.

Zum letzten Satz, Vers 7: „Denn es ist kein Unrecht noch ansehender Person noch annehmendes Geschenk bei Gott.“

Das ist eine erschreckende Aussage. Es gibt eine Geschichte von einem General, ich weiß nicht mehr genau von wem, vielleicht von Friedrich dem Großen, der wie ein Spötter über alle christlichen Dinge war.

Einmal war er bei einem Essen mit einem Prediger zusammen. Um den Prediger ein wenig herauszufordern, fragte er: „Glauben Sie an die Auferstehung der Toten?“

Der Prediger antwortete: „Jawohl, daran glaube ich ganz fest, seit Jesus auferstanden ist.“

Der General fragte weiter: „Können Sie mir etwas ganz Gewisses über die zukünftige Welt sagen? Etwas, das man ganz bestimmt weiß?“

Der Pfarrer erwiderte: „Was ganz Bestimmtes? Was können Sie denn ganz bestimmt sagen über die zukünftige Welt?“

Daraufhin fragte der General: „Dass sie dann nicht mehr General sein wird? Dass sie nicht mehr General sein wird?“

Der Mann war erschrocken.

Es gibt keine Ansehung der Person. Der reiche Mann und der arme Lazarus — der reiche Mann mit all seinen Beziehungen zur höchsten Stelle, mit Geld, mit dem man alles kaufen kann — ist in der Hölle. Und der Bettler, den keiner beachtet, liegt im Abgrund.

Es gibt kein Ansehen der Person, Bruder. Gottes Gebot gilt für uns alle.

Es riskiert jeder dasselbe: Herr Krutscher, Eisenhauer, unser Oberbürgermeister, Generaldirektor oder Straßenkehrer.

Jeder riskiert dasselbe, wenn er Gottes Gebot verachtet.

Wir kommen alle in dasselbe Gericht. Und wir haben alle dieselbe Chance, bei Jesu Kreuz Geborgenheit zu finden und Kraft für ein neues Leben zu erhalten.

Es ist wunderbar, dass Gott allen Menschen dieselbe Chance schenkt.

So, nun bist...