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Die Braut Rebekka wird zu Isaak geführt

21.06.2026
SerieTeil 16 / 16Auf den Spuren der Stammväter Israels
Gottes Zusage steht fester als jede Krise: Was er Abraham verspricht, gilt trotz Schuld, Zweifel und Zeit. Die Frage bleibt: Vertraust du auf dieses Ja – oder auf deine eigenen Sicherheiten?

Einleitung und Rückblick auf die Opfergeschichte

Guten Tag, ich begrüsse alle ganz herzlich zu dieser Bibelklasse. Heute stehen wir in 1. Mose 22 und lesen ab Vers 15. Wir hatten letztes Mal bis Vers 17 betrachtet, aber des Zusammenhangs wegen lesen wir nochmals ab Vers 15.
Wir haben letztes Mal sehr schön gesehen in dieser Geschichte über die Darbringung von Isaak, dass durch Vater Abraham so viele Parallelen mit Golgatha zu sehen sind. Sogar der Ort: Wir haben gesehen, dass dieser Ort, dieser Berg im Land Moria, identisch war mit dem späteren Golgatha, wo der Herr Jesus das wahre Opfer gebracht hat. In diesen wenigen Versen finden wir etwa dreissig Parallelen zwischen der Opferung Isaaks und der Opferung des Sohnes Gottes, den Gott gegeben hat, wie Johannes 3,16 sagt: Also hat Gott die Welt geliebt, dass er den einzigen Sohn gab.
Ja, und jetzt bitte, Christian, liest du nochmals ab Vers 15, und zwar bis 24.
Und der Engel des Herrn rief Abraham ein zweites Mal vom Himmel zu und sprach: Ich schwöre bei mir selbst, spricht der Herr, dass, weil du dies getan und deinen Sohn, deinen einzigen, mir nicht vorenthalten hast, ich dich reichlich segnen und deine Nachkommen sehr mehren werde, wie die Sterne des Himmels und wie der Sand, der am Ufer des Meeres ist. Und deine Nachkommen werden das Tor ihrer Feinde besitzen. Und in deinem Nachkommen werden sich segnen alle Nationen der Erde, weil du meiner Stimme gehorcht hast.
Und Abraham kehrte zu seinen Knaben zurück, und sie machten sich auf und zogen miteinander nach Beerscheba. Und Abraham wohnte in Beerscheba.
Und es geschah nach diesen Dingen, da wurde Abraham berichtet: Siehe, Milka, auch sie hat deinem Bruder Nahor Söhne geboren: Uz, seinen Erstgeborenen, und Bus, seinen Bruder, und Kemuel, den Vater Arams, und Kesed und Haso und Pildasch und Jidlaf und Betuel. Und Betuel zeugte Rebekka. Diese acht gebar Milka dem Nahor, dem Bruder Abrahams. Und seine Nebenfrau mit Namen Ruma, auch sie gebar Tebach und Gacham und Tachasch und Maaka.
Danke, vielleicht kannst du doch noch weiterfahren bis Vers 2 von Kapitel 23.
Und das Leben Saras war hundertundsiebenundzwanzig Jahre; das waren die Lebensjahre Saras. Und Sara starb in Kirjat-Arba, das ist Hebron, im Land Kanaan. Und Abraham kam, um Sara zu beklagen und sie zu beweinen.

Der Engel des Herrn und die Bestätigung des Bundes

Also, nachdem Abraham gehorsam war und bereit war, seinen Sohn zu geben, wurde er von Gott selbst daran gehindert. Wir haben gesehen, dass der Engel des Herrn ihn stoppte.
Und wir haben bereits gesehen: Der Engel des Herrn ist kein erschaffener Engel, sondern definitiv der Sohn Gottes, der ewige Sohn Gottes. Das haben wir schon früher betrachtet, besonders im Zusammenhang mit Kapitel 16, als Hagar mit dem Engel des Herrn spricht. Der Ausdruck Engel heißt auf Hebräisch Malach und bedeutet einfach ein Gesandter. Er wird in der Bibel für Menschen gebraucht, zum Beispiel für einen vom König Gesandten, etwa in 2. Könige 1 als Beispiel. Dann wird er auch für Engel gebraucht, also für erschaffene Geister.
Der Ausdruck wird aber auch für den Engel des Herrn gebraucht, nicht für irgendeinen Engel, sondern für den Engel des Herrn. Und dieser wird an verschiedenen Stellen gleichgesetzt mit Gott, gleichgesetzt mit dem Herrn, mit Großbuchstaben. Das ist der Eigenname Gottes im Hebräischen: Yahweh, der Ewigseiende, der Unwandelbare. Also ist der Sohn Gottes vom Vater gesandt.
Und nun ist es interessant: Wer hat Abraham gestoppt, seinen Sohn zu opfern? Der Sohn Gottes, der später am gleichen Ort, im Land Moria, als Opfer für unsere Sünden dargebracht werden sollte.
Und auch da heißt es in Vers 15 nochmals: Der Engel des Herrn rief Abraham ein zweites Mal vom Himmel und sprach: Ich schwöre bei mir selbst, spricht der Herr, dass, weil du dies getan und deinen Sohn, deinen einzigen, mir nicht vorenthalten hast, ich dich reichlich segnen und deine Nachkommen mehren werde wie die Sterne des Himmels.
Nochmals, also im Klartext: Jesus Christus, der ewige Sohn Gottes, der Gesandte des Vaters, sagt hier: Ich schwöre bei mir selbst. Und wenn wir dazu Hebräer 6 aufschlagen, dann erfahren wir ganz wichtige Hintergründe. Da wird im Neuen Testament Bezug genommen auf diese Verse. Könntest du, Christian, vorlesen, Hebräer 6, und zwar ab Vers 13 bis 20?
Denn als Gott dem Abraham die Verheißung gab, schwor er bei sich selbst, weil er bei keinem Größeren schwören konnte, und sprach: Wahrlich, reichlich werde ich dich segnen und sehr werde ich dich mehren. Und so erlangte er, indem er ausharrte, die Verheißung. Denn Menschen schwören bei einem Größeren, und der Eid ist ihnen zur Bestätigung ein Ende alles Widerspruchs. Deshalb hat sich Gott, da er den Erben der Verheißung die Unwandelbarkeit seines Ratschlusses noch viel deutlicher beweisen wollte, mit einem Eid verbürgt, damit wir durch zwei unveränderliche Dinge, bei denen Gott doch unmöglich lügen kann, einen starken Trost hätten, wir, die wir unsere Zuflucht dazu genommen haben, die vorhandene Hoffnung zu ergreifen. Diese haben wir als einen sicheren und festen Anker der Seele, der in das Innere des Vorhangs hineinreicht, wohin Jesus als Vorläufer für uns hineingegangen ist, der nach der Ordnung Melchisedeks Hoher Priester in Ewigkeit geworden ist.

Der unauflösliche Charakter der Verheissung

Ja, danke. Also hier wird direkt zitiert aus 1. Mose 22,17, hier Vers 14: „Wahrlich, reichlich werde ich dich segnen, und sehr werde ich dich mehren.“
Das ist schon bemerkenswert, also diese Segensverheißung gerade an diesem Ort, auf Golgatha. Da sollte klar werden, dass all diese Segensverheißungen, die Gott Abraham gemacht hat und dann auch gegenüber Isaak und Jakob bestätigt hat, in Erfüllung gehen können auf der Grundlage des Opfers von Golgatha.
Und was wir hier haben, ist eigentlich einfach eine Bestätigung des Abrahambundes. Der wurde wo geschlossen? Zum ersten Mal und dann mehrmals bestätigt. Aber wo wurde er geschlossen? Erinnerung? 1. Mose 12,2, ein bisschen weiter, ja, aber 12. Du meinst einfach die Geschichte ab Vers 2, und zwar: Aber an welchem Ort? In Ur in Chaldäa war es, ja. Da hat Gott zum ersten Mal gesagt, dass er Abraham segnen wird und seine Nachkommenschaft. Aber den eigentlichen Bund hat er wo geschlossen? In Sichem, ja, und zwar lesen wir 1. Mose 12,6 und 7, bitte:
Und Abram durchzog das Land bis zur Stätte von Sichem, bis zur Terebinthe More. Damals waren die Kanaaniter im Land. Und der Herr erschien dem Abram und sprach: Deinen Nachkommen will ich dieses Land geben. Und er baute dort dem Herrn, der ihm erschienen war, einen Altar.
Jawohl, das war der Bundesschluss mit Abraham. Und zwar ist es eben so: Wenn man die Chronologie der Bibel, ihre Zahlen, streng durchrechnet, dann ist es von hier weg, also 1. Mose 12,6, Bundesschluss in Sichem, bis zum Bundesschluss am Sinai. Ganz genau wie viele Jahre? 430 Jahre, ja.
Und woher diese Gewissheit? Ja, genau, und zwar in, ja, wir helfen einander, Galater 3. In Galater 3 wird gesagt, dass der Bund, der 430 Jahre nach dem Bund mit Abraham geschlossen worden ist, dieser Bund von Sinai, diesen früheren Bund nicht aufheben kann. Das ist die Aussage in Galater 3. Aber da haben wir den Hinweis 430 Jahre, und wenn man die Chronologie durchrechnet, waren es effektiv von da bis dort 430 Jahre.
Und nun wichtig: Gott hat also da die Verheißung gegeben für Abraham: Deine Nachkommenschaft will ich dieses Land geben. Und dann hat Gott das mehrmals bestätigt. Wie viel Mal im Ganzen? Ja, wir haben es immer wieder gesehen, als wir durch die Kapitel zwölf, dreizehn, vierzehn hindurchgegangen sind. In Kapitel 13,14 wird es bestätigt zwischen Bethel und Ai. Und dann später in Kapitel 15 heißt es wieder, dass Gott einen Bund schließt mit Abraham. Aber das war nicht ein neuer Bund, sondern das war ein neues Element zu diesem Bund von Sichem, also eine Bestätigung.
Und dann in Kapitel 17, wo Gott noch hinzufügt den Beschneidungsbund, also wieder kann man sagen: ein Paragraph dazu innerhalb dieses Bündniswerks. Und dann kommt eben Kapitel 22. Und da wird das einfach wiederholt, dieser Segen, und zwar Segen nicht nur für Israel, sondern auch für alle Völker. Wir schauen das nochmals an, und das auf Golgatha, auf diesem Berg, auf diesem einen Berg im Land Moria, den Gott ihm sagen sollte. Und das war dann nicht der Tempelberg Moria, sondern Golgatha, der Nachbarhügel. Aber das haben wir in den vergangenen Malen genau angeschaut.
Und später, in Kapitel 26, wird dieser Bund gegenüber Isaak zweimal bestätigt, und später in Kapitel 28 in Bethel und dann in Kapitel 35 gegenüber Jakob. Und so haben wir also einen Bund mit acht Bestätigungen. In Galater 3 heißt es eben: einen von Gott bestätigten Bund, und zwar achtmal bestätigt, kann das 430 Jahre später entstandene Gesetz vom Sinai nicht annullieren, nicht aufheben.
Das zeigt also: Dieser Bund bleibt bestehen, der kann durch nichts annulliert werden, und er ist gegründet, kann man sagen, auf dem Werk des Herrn Jesus auf Golgatha.

Der Segen für die Nationen und die Frage nach dem Heil

Und jetzt kommt eben das Besondere in 1. Mose 22. Da haben wir in Vers 18 die Verheissung. Liest du die nochmals, Christian?
Und in deinem Samen werden sich segnen alle Nationen der Erde, dafür, dass du meiner Stimme gehorcht hast.
Ja, in deinem Samen werden sich segnen oder werden gesegnet werden alle Nationen der Erde. Da wird also gesagt, dass der Segen Gottes im Abrahamsbund alle Völker erreicht. Und das ist nun sehr wichtig: Es heisst nicht alle Menschen, aber alle Nationen.
Und es ist so: Aus Offenbarung 5 und Offenbarung 7 erfahren wir, dass einmal Menschen gerettet sein werden aus allen Nationen, allen Völkern, allen Stämmen und allen Sprachen. Nationen gibt es heute etwa zweihundert, aber Völker, da gibt es über zehntausend. Also viele Nationen bestehen aus ganz vielen verschiedenen Völkern. Also ein wirklich enormes Mehrfaches der Anzahl der Nationen. Und dann kommen dazu alle die Stämme. Und schliesslich alle Sprachen. Wie viele Sprachen zählt man heute? Ja, über siebentausend, ohne die Dialekte zu zählen.
Aber eben: Rettung aus allen Nationen, Völkern, Stämmen und Sprachen. Und hier wird gesagt: Alle Nationen werden gesegnet. Warum steht nicht alle Menschen? Weil manche das Herz verschlossen haben. Ja, weil es in die richtige Richtung geht, weil sich nicht alle bekehren wollen.
Das Heil wird allen Menschen angeboten. Darum sagt 1. Timotheus 2,4: Unser Rettergott oder Heilandgott, welcher will, dass alle Menschen errettet werden. Aber „will“ ist dort thelo, nicht boulomai. Thelo heisst wollen und auch wünschen. Boulomai ist wollen als Ratschluss, das steht nicht.
Man könnte ja auch begründen, weil die Allversöhnung eine Irrlehre ist. Es werden nie alle Menschen gerettet werden, obwohl Gott allen Menschen das Heil anbietet und obwohl Johannes 3,16 sagt: Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. Und wer eben das Angebot der Vergebung, der Rettung, nicht annimmt, geht verloren. Aber weiter: Selbe Schuld ist nicht, weil Gott einen Teil der Menschheit gar nicht gewollt hätte.
Es ist wichtig, dass wir das festhalten. Und darum sagt die Bibel: Alle Nationen werden gesegnet werden, aber nicht alle Menschen. Und wir sehen einmal in der Zukunft tatsächlich: Alle Nationen sind vertreten, und alle Völker sind vertreten, alle Stämme und alle Sprachen.
Und eindrücklich: Es gibt ja manche Sprachen, die heute von einer Gruppe von vielleicht 300 Leuten gesprochen werden im Dschungel, aber es ist eine eigenständige Sprache. Und es wird klargemacht: Aus allen Sprachen werden Menschen gerettet. Und das alles auf der Grundlage des Opfers des Herrn Jesus, der Engel des Herrn, der hier vom Himmel Abraham eben diese Bestätigung gibt von dem Bund in Sichem, aber er bestätigt hier auf Golgatha, kann man sagen.
Und nun nochmals zurück zu Hebräer 6. Da wird erklärt, warum Gott bei sich selber schwört. In Vers 16 heisst es: Denn Menschen schwören bei einem Grösseren, und der Eid ist ihnen das Ende allen Widerspruchs zur Bestätigung. Also wenn man vor Gericht z. B. in einer Sache einen Schwur ablegen muss, dann ist das quasi das Normale. Das ist eine eindeutige Sache, dann wird normalerweise nur die Wahrheit gesprochen. Und darum heisst es hier: Der Eid ist ihnen das Ende allen Widerspruchs zur Bestätigung. Da gibt es keine andere Möglichkeit, so ist es, wie es geschworen ist.
Aber jetzt schwört Gott eben, weil er bei keinem Höheren schwören kann: bei sich selbst. Also man kann sagen, der Sohn Gottes ist der Höchste. Und er schwört darum bei sich selbst. Aber hier im Hebräerbrief wird eben erklärt, worin Gott, Hebräer 6,17, worin Gott, da er den Erben der Verheissung die Unwandelbarkeit seines Ratschlusses überreichlicher beweisen wollte, sich mit einem Eid verbürgt hat, damit wir durch zwei unwandelbare Dinge, wobei es unmöglich war, dass Gott lügen sollte, einen starken Trost hätten.
Also zwei unwandelbare Dinge, welche sind das? Das Wort Gottes, der Schwur. Ja, also Gott müsste ja nicht schwören, nicht wahr? Im Alltag ist das etwas ganz anderes, als wenn man vor Gericht in einem besonders feierlichen Moment schwören muss. Der Herr Jesus sagt in der Bergpredigt ganz klar, dass man nicht schwören soll. Und auch der Jakobusbrief wiederholt das, denn das Schwören im Alltag ist etwas ganz anderes. Die Bibel verbietet nicht das Schwören eben in einer Gerichtssache.
Darum, in Matthäus 26, als der Herr Jesus vor dem Sanhedrin war, der oberste Richter, der Hohepriester Kajaphas, stellt den Herrn unter Schwur. Er hat immer geschwiegen, und dann sagt er: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, dass du uns sagst, ob du der Christus, der Messias, bist. Und dann spricht der Herr: Du hast es gesagt. Das heisst: Jawohl. Im Griechischen sagt man, um zu bestätigen, absolut ja, du hast es gesagt. Und dann hat der Herr gesprochen, weil in 3. Mose 5 steht: Wenn man die Stimmen des Schwurs hört und dann nicht spricht, dann macht man sich schuldig. Und darum hat der Herr Jesus in diesem Ausnahmefall dann geantwortet.
Also, dieses Schwören im Alltag ist ja eben eine Unart, besonders von den Lügnern. Ja, wenn man ihr normales Wort nicht glauben kann, dann müssen sie sagen: Ich schwöre! Ja, aber damit bestätigen sie, dass sie eben nicht glaubwürdig sind.
Aber jetzt hier haben wir Gott, und sein Wort ist absolut zuverlässig, unwandelbar. Aber Gott wollte überreichlich zeigen, wie sicher das alles in Erfüllung gehen wird, und darum hat er bei sich selbst geschworen, damit wir einfach noch eine Bestätigung, obwohl sie nicht nötig wäre, an sich dazu haben. Und das wird hier eben so ausgedrückt, Hebräer 6,18: Damit wir durch zwei unwandelbare Dinge, wobei es unmöglich war, dass Gott lügen würde, einen starken Trost hätten.
Und diese Verheissung ist eben hier unter anderem Segen in dem Nachkommen von Abraham für alle Völker. Und jetzt schlagen wir dazu auf Galater 3. Wir sehen, das Neue Testament legt uns das Alte Testament aus. Liest du, Christian, Galater 3,15-16?
Brüder, ich rede nach Menschenart: Selbst eines Menschen rechtskräftig festgelegtes Testament hebt niemand auf oder fügt etwas hinzu. Dem Abraham aber wurden die Verheissungen zugesagt und seiner Nachkommenschaft. Er spricht nicht: „und seinen Nachkommen“, wie bei vielen, sondern wie bei einem: „und deinem Nachkommen“, und der ist Christus.

Die messianische Zuspitzung der Verheissung

Ja, und jetzt sehen wir diesen Segen, der hier verheißen wird: „In deinem Nachkommen“ oder, wie schon die alte Elberfelder hatte, was ich vorziehe: „In deinem Samen.“ Die Fußnote macht hier klar, Herr Elberfelder, dass das ein Zitat aus 1. Mose 22,18 ist. Und es ist eben so: Es heißt „In deinem Samen“, und das ist im Hebräischen ein Wort in der Einzahl, zera.
Und jetzt sagt Paulus, und das ist ganz wichtig: Er sagt nicht „in deinen Samen“, sondern „in deinem Samen“, also Einzahl, und dann erklärt er, wer das ist, nämlich Christus. Da wird also diese Aussage klargemacht, und in deinem Samen, Vers 18, werden gesegnet werden alle Nationen der Erde. Das ist eine direkte Prophetie auf den Messias hin. Nicht einfach auf die Nachkommenschaft Israels, sondern auf den Messias hin. Und das wird eben hier so bestätigt auf Golgatha. Das macht das Ganze noch viel großartiger und eindrücklicher.
Gut, bevor wir weitergehen: Gibt es da zwischendurch Fragen oder Bemerkungen?
Also, Abraham geht zurück nach Beerscheba, er hat Isaak wieder. Und nun kommt in Vers 20 eine Überraschung: Es gibt plötzlich Kommunikation mit seiner Familie in Haran, heutige Südtürkei. Und zwar lesen wir nochmals Vers 20: Und es geschah nach diesen Dingen, da wurde dem Abraham berichtet: Siehe, Milka, auch sie hat ihrem Bruder Nahor Söhne geboren: Uz, seinen Erstgeborenen, und so weiter.
Also, Abraham ist ja aus Ur in Chaldäa, heute ja Südirak, ausgezogen. Und er ging, wie der Weg normalerweise war, entlang dem Verlauf des Euphratflusses hinauf bis in die heutige Türkei, bis nach Haran. Und diese Verwandtschaft, die hier erwähnt wird, die ist eben in diesem Gebiet von Haran, heute ja Südtürkei. Das ist übrigens das Gebiet, wo es eine besondere Konzentration von Aramäern gibt, auch heute noch. Da gibt es manche Aramäer in Deutschland, und wenn man sie dann fragt, woher sie kommen, wird immer wieder bezeugt: ja, genau aus diesem Gebiet.
Ja, und Abraham ist dann von da weitergegangen ins Land Kanaan. Aber eben dort hatte er eine Verwandtschaft in diesem Gebiet der Aramäer. Und zwar waren dort eben Milka und Nahor. Das erinnert uns an den Beginn unserer langen Serie über Abraham. Da haben wir gelesen in 1. Mose 11, dort beginnt ja die Abrahamsgeschichte. Wir machen Repetition: 1. Mose 11,27-29. Und das ist die Geschlechterfolge Terachs: Terach zeugte Abram, Nahor und Haran; und Haran zeugte Lot. Haran aber starb zu Lebzeiten seines Vaters Terach im Land seiner Verwandtschaft in Ur, der Stadt der Chaldäer. Und Abram und Nahor nahmen sich Frauen. Der Name von Abrams Frau war Sarai, und der Name von Nahors Frau war Milka, die Tochter Harans, des Vaters der Milka und des Vaters der Iska.

Herkunft, Verwandtschaft und die Vorbereitung auf Rebekka

Ja, also da sehen wir: Abraham hatte zwei Brüder, Nahor und Haran. Haran starb noch in Südirak, also in Ur in Chaldäa. Und dann kam ja der Ruf Gottes an Abraham, dass er aus Ur in Chaldäa ausziehen würde, ins Land der Verheißung.
Wir sehen, dass auch Nahor, sein Bruder, und seine Frau Milka weggegangen sind aus Ur in Chaldäa. Es wird zwar nicht gesagt, dass sie im gleichen Moment gingen, das wird nicht ausdrücklich gesagt. Aber auf jeden Fall ist klar: Sie zogen aus und gingen eben in dieses Gebiet von Harran, das für Abraham eine Zwischenstation war, bevor er schließlich ins Land Kanaan ging.
Und nun, nach vielen Jahren, gibt es plötzlich Kommunikation von dort. Tausend Kilometer, grob gesagt. Und da wird also berichtet, was nämlich? Ja, und zwar: Was wird berichtet über seinen Bruder? Schon eine interessante Nachricht, nämlich? Ja, und zwar deutlich mehr als bei Sara. Sara hat schließlich mit neunzig ein Kind bekommen. Sie war ja von Anfang an unfruchtbar. Aber bei Milka, der Schwägerin, da war es ganz anders.
Die hat Nahor wie viele Söhne geboren? Ja, acht. Das wird ja ausdrücklich gesagt. Sie werden aufgezählt: Uz, Bus, Kemuel usw. Und einer davon ist auch besonders zu erwähnen: Betuel, Schluss von Vers 22.
Aber da erfahren wir auch: Nahor hat sich eine zweite Frau genommen. Sehen wir das? Ja, diese Reuma. Und das war auch wieder ein Bruch mit dem Adamsbund. Wir haben ja ausführlich gesehen bei Abraham, als er eben polygam wurde. Seine Frau hat ihm den Rat gegeben: Heirate doch Hagar, weil ich kein Kind bekomme.
Es gab ein heidnisches Gesetz damals: Wenn eine Herrin unfruchtbar ist und der Herr ihre Magd heiratet, dann werden die Kinder der Magd dem Herrn zugerechnet. Und weil eben über all die Jahre hinweg die Weisung Gottes nicht in Erfüllung ging, dass Abraham einen Sohn bekommen würde, haben sie versucht, das umzudeuten. Und das war Sünde.
Diese ganze Sache mit Hagar war also ein Bruch mit Gottes Plan. Von Anfang der Schöpfung hat Gott einen Mann und eine Frau erschaffen, als eine Einheit in der Ehe. Polygamie ist also nicht erst im Neuen Testament Sünde, sondern durch das ganze Alte Testament von Anfang an. Es ist ein Bruch mit dem Bund mit Adam, wo Gott die Ehe festgelegt hat. 1. Mose 2,24: Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und die zwei werden ein Fleisch sein.
Aber das hat Nahor auch gebrochen. Nur bei ihm war es ja nicht die Ausrede: „Meine Frau kriegt kein Kind.“ Er hatte acht Kinder bekommen und trotzdem meinte er, er müsse diese Reuma auch noch heiraten. Und die hat ihm dann noch vier Kinder geboren. Und so kam er dann auf zwölf.

Der Übergang zu Kapitel 23 und die Bedeutung von Saras Tod

Aber warum wird uns dieses Geschlechtsregister jetzt plötzlich eingefügt? Was ist der Grund? Der Knecht in Abraham ist eine Frau. Isak, will Gott eiligen. Ja genau, aber warum wird das Geschlechtsregister hier erwähnt? Ja natürlich, genau, also man muss das ausdrücklich sagen.
Ja, wir haben eben diese Zwischenbemerkung in Vers 23: Und Betuel zeugte Rebekka. Da wird erklärt, woher die spätere Frau von Isak kommt. Und das wird uns ja noch sehr ausführlich beschäftigen, 1. Mose 24. Das ist die ungewöhnlichste Liebesgeschichte der Welt. Und zwar hat Gott einen Plan, wie Isaak eben die richtige Frau bekommen sollte: Rebekka. Und das wird jetzt hier vorbereitet. Rebekka wird nur schon mal erwähnt. Aber das wird dann ausführlich dargelegt in Kapitel 24, ein sehr langes Kapitel mit 67 Versen. Und das hat nun eine ganz besondere Bedeutung.
Kapitel 24 kommt jetzt nicht gleich, sondern zuerst kommt Kapitel 23. Das ist logisch, das ist mathematisch. Aber ich will sagen: In Kapitel 23 kommt nicht die Heirat von Isaak mit Rebekka. Da kommt zuerst ein trauriges Kapitel, nämlich der Tod Saras. Und wir werden sehen: Sarah ist ein Bild des Volkes Israel, das starb. Und zwar kennen wohl die meisten von uns Ezekiel 37. Wir werden das gleich noch nach der Pause aufschlagen. Der Prophet Ezekiel sieht ein breites Tal, also nicht so ein V-Tal, sondern ein breites Tal, hebräisch emek, und das ist voll von Totengeweinen und sehr, sehr vertrocknet. Und diese toten Gebeine sagen: „Unsere Hoffnung ist zunichte. Avda tiquateinu.“ Das ist ein besonderer Grund, warum ich das jetzt hebräisch zitiere. Also: zerstört, verloren ist unsere Hoffnung.
Aber wir werden sehen in Hesekiel 37, dass dort erklärt wird: Diese toten Gebeine bedeuten das ganze Haus Israel. Und dort wird erklärt, dass es in drei Phasen zu einer Wiederherstellung Israels kommen wird. Es gibt einen Riesenlärm in der Vision von Ezekiel, und dann beginnen die toten Gebeine, aneinander zu rücken. Und dann, in einer zweiten Phase, kommen Sehnen, Muskeln, Haut und Fleisch, und schliesslich Haut darüber. Sie sind noch tot. Und in einer dritten Phase kommt der Lebensodem Gottes in sie, und sie stehen auf. Also eine Wiederherstellung in drei Phasen: Die Knochen rücken zusammen, die Knochen werden mit Fleisch, Muskeln und Sehnen versehen, und in einer dritten Phase kommt Leben in sie hinein. Und wir werden das noch genauer anschauen.
Wann starb Israel? Ja, aber es ist ja so: Wenn du das in Verbindung bringst mit der Josefs-Geschichte, dann wird in Ezekiel 37 für die Zukunft gesagt, dass Gott Israel wieder lebendig machen wird. Und wir werden dann noch sehen: In diesem Kapitel 37 von Ezekiel heisst es, dass Gott Israel herausholen wird aus den Nationen und sie wieder in ihr Land zurückführt. Also dort wird eigentlich gezielt auf die Wiederherstellung Israels in unserer Zeit hingewiesen, und zwar in drei Phasen. Zuerst kehren sie zurück im Unglauben, und erst im Land wird es dann eine Erweckung geben. Und das haben wir schon längst alles erlebt.
Seit 1882 kehren Juden, und zwar Millionen aus allen fünf Kontinenten, zurück ins Land. Aber es ist noch nicht ein bekehrtes Volk. Natürlich gibt es messianische Juden, die bekehrt sind, aber die Masse ist nicht bekehrt. Aber Hesekiel 36 und 37 macht eben klar, dass Gott sie zuerst ins Land führt, und dann wird die Erweckung kommen.

Israels Niedergang, die Gemeindezeit und die Hoffnung auf Wiederherstellung

Also, jetzt stellt sich wieder die Frage: Wann starb Israel? Mit dem Jahr 70, das heißt also kurz nach der Kreuzigung, wurde Jerusalem zerstört und der Tempel. Man meint jetzt, alles sei am Boden. Aber Israel hat einen so starken Lebenswillen, dass man sich nochmals aufgefangen und sogar noch einen weiteren Aufstand gegen Rom gemacht hat. Und dann kam Kaiser Hadrian im Jahr 135. Das war von 132 bis 135 in einem Krieg so brutal und grausam, dass nochmals etwa eine Million Juden starben. Schon im Jahr 70 kamen eine Million um, bei der Zerstörung Jerusalems. Und dann 132 bis 135 nochmals eine Million. Dann war der Staat Israel am Ende. Und damit starb Israel.
Und nun sehen wir im Tod von Sarah einen bildlichen Hinweis auf den Tod Israels. Jetzt müssen wir sehen: Zuerst die Kreuzigung, 1. Mose 22, die Opferung Isaaks, und dann eben der Untergang des Staates Israel. Sarah stirbt, und dann wird beschrieben, dass Isaak Rebekka bekommt. Rebekka ist da eben ein Bild von der Gemeinde. Und noch bevor Sarah stirbt, wird aber Rebekka hier erwähnt, ja?
Und so war das: Jesus starb im Jahr 32 am Kreuz, und dann kam im selben Jahr Pfingsten. Die Gemeinde wurde gegründet, da tritt Rebekka ins Blickfeld. Und dann kam der Untergang des Staates Israels mit der Darstellung in Kapitel 23, Saras Tod. Und Kapitel 24 zeigt aber Rebekka, die gewissermaßen die Aufgabe oder den Platz von Sarah einnimmt. Können wir ganz kurz den Schluss von der Liebesgeschichte lesen in 1. Mose 24,67:
Dann führte Isaak sie in das Zelt seiner Mutter Sarah, und er nahm Rebekka, und sie wurde seine Frau, und er gewann sie lieb, und Isaak tröstete sich nach dem Tod seiner Mutter.
Das war für Gott eine furchtbare Sache, dass das mit Israel so kam, durch die Verwerfung des Messias, und dass die Gemeinde dann eine Realität wurde für die vergangenen zweitausend Jahre. Das war gewissermaßen wie ein Trost über diesen Verlust mit Israel.
Aber ganz wichtig in diesem Zusammenhang: Römer 9 bis 11 macht klar, Gott hat Israel nie aufgegeben, nie verworfen. Und Römer 9 bis 11 macht klar, dass Gott Israel als Nation auf die Wartebank gestellt hat. Jetzt ist die Gemeindezeit. Und nach dieser Gemeindezeit, wenn die Vollzahl der Nationen eingegangen ist, dann wird Gott Israel wieder als Zeugen einsetzen.
Also, was wir hier haben: 1. Mose 23 stellt einfach diese zeitweise beiseitige Stellung Israels als Zeugnis in dieser Welt dar. Und Kapitel 24 zeigt dann Rebekka, die eben heute das Zeugnis ist. Aber bis zur Entrückung. Und dann wird Israel wieder seinen Platz als Zeugnis auf dieser Erde einnehmen.

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