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Wohnort Kapernaum, Beginn des Dienstes und Berufung der Jünger

Matthäus 4,12-25
Matthäus 4,12-2520.05.2018
SerieTeil 8 / 90Das Matthäusevangelium mit Roger Liebi
Wo Hoffnung nur noch dunkel scheint, beginnt Jesus gerade dort mit seinem Licht. Er ruft einfache Leute mitten im Alltag heraus: Folge mir – und dein Leben bekommt eine neue Richtung.
Wir stehen in Matthäus 4 und lesen heute ab Vers 12. Darf ich bitten, dass jemand uns den Text bis zum Schluss des Kapitels liest.

Der Beginn des Wirkens in einer veränderten Lage

Als aber Jesus hörte, dass Johannes gefangen gesetzt worden war, zog er weg nach Galiläa. Er verließ Nazareth, kam nach Kapernaum und ließ sich dort nieder. Kapernaum liegt am See im Gebiet von Sebulon und Naphtali, damit erfüllt würde, was durch den Propheten Jesaja gesagt ist, der spricht:
Das Land Sebulon und das Land Naphtali, am Weg des Sees, jenseits des Jordan, das Galiläa der Heiden: Das Volk, das in der Finsternis wohnte, hat ein großes Licht gesehen. Und denen, die im Land des Todesschattens wohnten, ist ein Licht aufgegangen.
Von da an begann Jesus zu verkündigen und zu sprechen: Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen.
Als Jesus aber am See von Galiläa entlangging, sah er zwei Brüder, Simon, genannt Petrus, und dessen Bruder Andreas. Sie warfen das Netz in den See, denn sie waren Fischer. Und er spricht zu ihnen: Folgt mir nach, und ich will euch zu Menschenfischern machen. Da verließen sie sogleich die Netze und folgten ihm nach.
Und als er von dort weiterging, sah er in einem Schiff zwei andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und dessen Bruder Johannes, mit ihrem Vater Zebedäus, wie sie ihre Netze flickten. Und er berief sie. Da verließen sie sogleich das Schiff und ihren Vater und folgten ihm nach.

Der Überblick über die Struktur des Evangeliums

Und Jesus durchzog ganz Galiläa, lehrte in ihren Synagogen und verkündigte das Evangelium von dem Reich. Er heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen im Volk. Und sein Ruf verbreitete sich in ganz Syrien. Und sie brachten alle Kranken zu ihm, die von mancherlei Krankheiten und Schmerzen geplagt waren, Besessene, Mondsüchtige und Lahme; und er heilte sie. Und es folgte ihm eine große Volksmenge nach aus Galiläa und aus dem Gebiet der zehn Städte, aus Jerusalem und Judäa und von jenseits des Jordan.
Wir kommen jetzt zum Schluss des ersten Teiles des Matthäusevangeliums. Das Matthäusevangelium besteht aus sieben Teilen, und diese Einteilung ist nicht irgendwie subjektiv, sondern sie ist durch eine literarische Markierung gegeben. Wir haben gerade eben 4,23-25 gelesen. Dort wird in der Übersicht der Dienst des Herrn Jesus vorgestellt, insbesondere in Galiläa, aber dann auch, in Vers 25, Dekapolis, Jerusalem, Judäa und jenseits des Jordan. Das ist das Gebiet von Gilead im heutigen Jordanien.
Mit diesem einführenden Paragraphen wird nämlich der zweite Teil eröffnet, in dem es um den Dienst und die Lehre des Herrn Jesus in Galiläa geht. Dieser Teil, der mit diesem Paragraphen ab Vers 23 eröffnet wird, geht bis zum Schluss der Bergpredigt in Kapitel 7. Dann können wir das kurz aufschlagen: Kapitel 7,28. Dort kommt wieder ein solcher einführender Paragraph, der das Vorherige abschließt und das Neue einführt: Und es geschah, als Jesus diese Reden vollendet hatte. Man merke sich diese Formulierung. Es geschah, als Jesus diese Reden vollendet hatte, da staunte die Volksmenge sehr über seine Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie ihre Schriftgelehrten.
Damit wird mit diesem Schlussrefrain und einführenden Paragraphen der dritte Teil eröffnet. Dort geht es um die Autorität des Messias und seiner Jünger. Dieser dritte Teil geht bis Kapitel 10,42, und dort wird der vierte Teil eröffnet, wieder mit einem abschließenden Refrain und einführenden Paragraphen: Und es geschah, als Jesus seine Befehle an seine zwölf Jünger vollendet hatte. Man merkt, wie es ähnlich klingt wie vorhin. Er ging von dort weg, um in ihren Städten zu lehren und zu predigen. Auch hier wird der Dienst wieder allgemein beschrieben.
Das ist also der abschließende Refrain und einführende Paragraph zu Teil vier, in dem es um das Thema das Reich Gottes und seine Geheimnisse geht. Dieser vierte Teil geht dann bis Kapitel 13,52, und dort sehen wir wieder einen Refrain. In Vers 53 beginnt nämlich der fünfte Teil: Und es geschah, als Jesus diese Gleichnisse vollendet hatte. Man merkt wieder: Es ist wirklich ein Refrain. Er begab sich von dort weg. In diesem fünften Teil geht es um das Thema die Gottheit des Messias und die Autorität der Gemeinde. Da wird dann das neue Thema der Gemeinde eingeführt.
Und kam er ins Gebiet von Judäa jenseits des Jordans, und große Volksmengen folgten ihm, und er heilte sie dort. Und da geht es in dem sechsten Teil um Dienst und Lehre in Jerusalem, nicht mehr in Galiläa, wie wir das zum Beispiel früher hatten, sondern in Jerusalem. Dieser Teil geht bis Kapitel 25. Nämlich in Kapitel 26, Vers 1, da haben wir den Schlussrefrain und einführenden Paragraphen zum Teil 7: Und es geschah, als Jesus alle diese Reden vollendet hatte. Man merkt also: Es ist nicht subjektiv. Und ganz eindeutig wiederholt sich das.
Hier beginnt der siebte Teil: Verhaftung, Kreuzigung, Tod, Auferstehung und Ende des Dienstes. Sieben Teile, aber ganz klar eben literarisch markiert.
Und als Hinweis allgemein für das Bibelstudium: Es lohnt sich auch, in anderen Bibelbüchern nach solchen Refrains und solchen Markierungen zu suchen. Sie helfen dann, das Buch richtig einzuteilen, so wie der Geist Gottes das wollte, und dabei zu beachten, was dann das Hauptthema des jeweiligen Teils ist.

Die prophetische Verortung des Lichtes

Nun, von Kapitel 1 weg in Matthäus bis und mit Kapitel 4, Vers 22, da ging es um das Kommen des Messias in diese Welt und die Vorbereitung zum Dienst. Und dann wird der eigentliche Dienst eben beschrieben, und darum wird uns dann in Kapitel 5 in dieser Ausführlichkeit von Matthäus 5,7 die Bergpredigt vorgestellt.
Also, jetzt schauen wir aber schön der Reihe nach an, was uns eben hier in Kapitel 4, Vers 12 berichtet wird, in Vorbereitung des öffentlichen Dienstes des Herrn Jesus. Was ist das Einschneidende in diesen Versen 12, 13? Die einschneidende Änderung: Dass Johannes überliefert war. Ja, Johannes, den wir in Kapitel 3 gefunden haben, als den Propheten, der den Messias einführen sollte, wie angekündigt in Jesaja 40 und Maleachi 3. Dieser Johannes wird überliefert, und das war der Beginn dann schliesslich seiner Wegschaffung. Damit fing es an, er wurde verhaftet von Herodes Antipas und dann später umgebracht.
Also auch da eine kritische Wende, aber diese kritische Wende führt nochmals zu einer anderen Wende, ja, Verlagerung des Wohnortes: Der Jesus zieht um von Nazareth weg nach Kapernaum. Wir hatten ja das ausführlich angeschaut, dass der Messias in Bethlehem geboren werden sollte. Das haben wir gesehen, Matthäus 2, in Erfüllung von Micha 5, Vers 1. Dann haben wir aber auch gesehen, der Messias sollte aus Ägypten gerufen werden. Das hat sich so erfüllt, dass eben die Eltern mit dem Kind nach Ägypten fliehen mussten, um nach dem Tod von Herodes dem Grossen wieder zurückzukehren. Und da kam der Messias tatsächlich aus Ägypten, er wurde aus Ägypten gerufen.
Aber dann hatte Josef den Gedanken, er möchte Wohnsitz nehmen in Bethlehem. Denn das passt irgendwie gut zum Messias. Schliesslich sollte ja der Messias in Bethlehem geboren werden. Das wurde ihm klar, aber allerdings viel zu spät, sonst wären sie schon viel früher nach Bethlehem gegangen. Aber es musste ja so sein, dass Kaiser Augustus einen Befehl gab, um alle Menschen im Reich, im Römischen Reich, in Listen zu erfassen. Und dadurch wurde er und auch Maria, weil sie aus dem Haus Davids waren, gezwungen, sich an den Bürgerort zu begeben. Und so gingen sie aufgrund dieses Zwanges nach Bethlehem, und genau zur richtigen Zeit wurde der Messias in Bethlehem geboren.
Ja, die hatten also nicht die Prophetie selber erfüllen wollen, aber jetzt im Nachhinein dachten sie: Oh, Bethlehem wäre nicht der gute Ort, um dort aufzuwachsen. Fehlanzeige. Als sie zurückkommen, stellen sie fest, das ist Repetition, das hatten wir früher genau angeschaut. Sie stellen fest: Oh, dieser schreckliche Mann, Herodes der Grosse, dieser blutrünstige Mann hatte im Jähzorn kurz vor dem Tod noch das Testament geändert und den blutrünstigsten seiner Söhne eingesetzt als Nachfolger. Und das machte schon etwas Angst. Und so ging dann Josef mit Maria und dem Kind nach Nazareth.
Aber das musste so sein, denn wir haben gesehen, es gibt eine ganze Reihe von Stellen in den Propheten, die sagen, der Messias wird Spross genannt werden. Und Nazaräer heisst eben der von Sprosslingen, Spross. Und so war es absolut notwendig, dass der Herr in Nazareth zu Hause und eben bis er ungefähr dreissig Jahre alt war dort in Nazareth wohnte, damit er bekannt sein würde als „Jesus von Nazareth“, also Jesus, der Spross, so wie Zacharja nach dem Fehlten vorausgesagt hat.
Aber jetzt dieser Wechsel von Nazareth nach Kapernaum. Nun, Matthäus erklärt: Das war eine wichtige Sache, denn in dem Propheten Jesaja wurde einiges vorausgesagt über den Beginn des Dienstes des Messias, und er zitiert hier in Vers 15. Vers 14 heisst es: Damit erfüllt würde, was durch den Propheten Jesaja geredet ist, der spricht. Und dann kommt ein Zitat aus Jesaja 8. Jetzt schlagen wir das auf, direkt in Jesaja, das Originalzitat. Das ist 8, Vers 23, je nach Bibelausgabe kann die Zählung etwas anders sein, dann wäre es 9, Vers 1. Darf ich bitten, dass man vorliest Jesaja 8, 23 bis 9, Vers 1.
Doch nicht bleibt das Dunkel über dem, der von der Finsternis bedrängt ist. Wie die frühere Zeit dem Land Sebulon und dem Land Naftali Schmach gebracht hat, so bringt die spätere den Weg am Meer, das Land jenseits des Jordan und den Kreis der Nationen zu Ehren. Das Volk, das im Dunkeln lebt, sieht ein grosses Licht, die im Land der Finsternis wohnen, Licht leuchtet über ihnen. Du vermehrst den Jubel, du machst die Freude gross.
Ja, danke, das reicht. Aber vielleicht können Sie uns noch dazulesen, Kapitel 9, Vers 5. Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter, und man nennt seinen Namen wunderbarer Ratgeber, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Fürst des Friedens.
Jawohl! Also, hier in Kapitel 9, Vers 5 geht es um die Geburt des verheissenen Erlösers. Er sollte als Kind geboren werden, aber er sollte gleichzeitig, obwohl Mensch, als Kind geboren, Gott sein. Diese Doppelnamen, wunderbarer Berater, starker Gott, „Vater der Ewigkeit“ und Friedefürst, machen das deutlich.
Man muss bedenken, auch die alten Rabbiner früher haben diese Stelle markiert als messianisch. Sie spricht von dem verheissenen Messias. Aber was wir haben in Kapitel 8,23, handelt vom Erscheinen des Messias, dass er Licht in die Dunkelheit bringt. Da wird gesagt: 9, Vers 1: Das Volk, das im Winstern wandelt, hat ein grosses Licht gesehen, die da wohl im Land des Todesschattens, Licht hat über ihm geleuchtet.
Und welches Land ist gemeint? Ja, in 8,23 heisst es Land Sebulon, Land Naftali, der Weg am Meer, das jenseitige des Jordan und den Kreis oder Galiläa der Nationen. Das Gebiet von Sebulon und Naftali, das liegt im Norden Israels, und dort sollte das Licht des Messias aufgehen in der Dunkelheit, nicht in Jerusalem. Und darum eine wichtige Prophetie, die zeigt, dass der Dienst des Messias, der Licht in die Dunkelheit bringen sollte, der musste beginnen in Nordisrael. Das war die Überraschung.
Menschlich hätte man gesagt, wenn der Messias kommt, er muss sich in Jerusalem offenbaren. Aber der Prophet hatte etwas ganz anderes voraussagen müssen: In diesem verächtlichen Norden. Da muss ich immer voraussagen, damals vor zweitausend Jahren die Hochburg des Judentums, da, wo auch die grossen und berühmten Rabbiner waren, das war Jerusalem. Und eine zweite Biene, Judäa. Aber Judäa, das war so Israel 2. Klasse. Aber genau dort, in Israel 2. Klasse, sollte das Licht aufgehen.
Wir haben doch die Versuchungsgeschichte durchgenommen, Kapitel 4, 1-11, und dort haben wir gesehen, eine Versuchung auf der Zinne des Tempels war die, der Teufel sagte: Spring hier von der Zinne des Tempels herunter. Und der Herr verurteilt diese Versuchung, aber der tiefere Sinn dahinter ist eben noch der: In der rabbinischen Literatur gibt es die Auffassung, wenn der Messias kommt, wird er sich auf dem Dach des Tempels offenbaren, also in Jerusalem. Und die Zinne, das haben wir damals genauer angeschaut, das ist ja dieser bedeutende Aussichtspunkt in der Südostecke des Tempels. Dort hat man einen fantastischen Blick rüber zum Ölberg und runter ins Kidrontal.
Warum dieser Sprung vom Tempeldach? Ja, das wäre die Gelegenheit, die Erwartung, die rabbinische Erwartung in Bezug auf den Messias zu erfüllen, dass der Messias sich offenbart. Stellen Sie sich vor: Ein Sprung da runter ins Kidrontal und kein Problem überleben. Die ganze Nation würde sagen: Das ist der Messias, den sie gewartet haben. Aber der Jesus lehnt ab. Das ist Show, und das ist der Plan des Teufels und nicht der Plan Gottes.
Und dann sehen wir, er geht nach Galiläa zurück und zieht um von Nazaret nach Kapernaum, und von dort begann zu predigen, Vers 17, und Schlüsselvers: Und dann begann Jesus zu predigen, zu sagen: Tut Busse, denn das Reich der Himmel ist nahegekommen. Also dadurch erfüllte er eben die Jesaja-Prophetie. Der Messias wird nicht auf dem Dach des Tempels sich offenbaren in Jerusalem, sondern im verachteten Norden.
Und jetzt der Punkt mit Sebulon und Naftali. Nazareth liegt im Stammesgebiet von Sebulon. Kapernaum liegt im Stammesgebiet von Naftali, und von dort begann er zu predigen. Und noch eine Besonderheit, die es zu beachten gilt: Sebulon heisst auf Deutsch, weiss das Gott jemand, das heisst Wohnung. Wohnung, ja. Die Mutter von Sebulon hat ein Wortspiel gemacht mit dem Begriff „Wohnen“ und gab darum diesem Sohn, einem der zwölf Söhne Jakobs, diesen besonderen Namen „Wohnung“.
Aber genau im Stammesgebiet von Sebulon, ich helfe dir ein bisschen nach, kann ich aber weiterfahren? Im Stammesgebiet von Sebulon, dort wohnte der Jesus von Kindheit an, von der Rückkehr aus Ägypten, bis er ungefähr dreissig Jahre alt war. Das war also wirklich der Wohnort des Messias. Und da wurde in seinem stillen Leben deutlich, wer er war. Da wurde die Vollkommenheit des Messias im Alltagsleben gesehen.
Man muss sich vorstellen, ein Kind, das immer gehorsam ist, das war schon etwas ... Ja, und da waren ja Halbbrüder da, und dann waren noch Schwestern da, aber einer war immer perfekt. Alles stimmte, jedes Wort war richtig. Unglaublich, ja? Und dann hat er ja sehr früh ein Handwerk gelernt, das war üblich damals im Judentum, anstatt in den Kindergarten zu gehen, wie bei uns. War das etwa der Moment, wo man in die Lehre ging? Der Vater Josef war Zimmermann, und so hat der Herr Jesus diese Arbeit gelernt. Aber auch da in dieser Arbeit mit Nägeln, Holz, und das war damals eingeschlossen auch Stein, also Häuser bauen, da war einer vollkommen. Man weiss ja, was unter Stress in der Firma geschieht.
Aber einer, der sich immer perfekt verhält, das war fast beängstigend, ja. Aber man wusste, das ist eben nicht irgendeiner, das ist der verheissene Erlöser, der einmal als das vollkommene Opfer ans Kreuz gehen würde. Dann wird klar, dass er da im Stammesgebiet von Sebulon, wo er so jahrzehntelang gewohnt hat, wo die Heilige Schrift nur ganz wenig berichtet, aber da wurde seine Vollkommenheit gesehen.
Aber dann dieser Umzug nach Naftali, Kapernaum, und dort begann er zu predigen, und Naftali heisst Mein Kampf. Ja, muss man nicht an das Buch von Hitler denken. Ja, das war ein übler Kampf für Satan, aber hier geht es um den Kampf für die Wahrheit. Dort in Kapernaum, in Naftali, hat der Herr Jesus diesen geistlichen Kampf begonnen und begonnen zu predigen.
Dazu eine Stelle Apostelgeschichte 10. Petrus in einer Predigt beschreibt zusammenfassend den Dienst des Herrn Jesus, diesen dreijährigen Dienst bis zum Kreuz. Ihr kennt es, das Zeugnis, das sich durch ganz Judäa verbreitet hat, und in Galiläa anfing, nach der Taufe, die Johannes verkündigte, wie Gott Jesus von Nazareth mit heiligem Geist und Kraft gesalbt hat und wie dieser umherzog und Gutes tat und alle heilte, die vom Teufel überwältigt waren, denn Gott war mit ihm. Und wir sind Zeugen alles dessen, was er im Land der Juden und in Jerusalem getan hat. Ihn haben sie getötet, indem sie ihn ans Holz hängten. Diesen hat Gott auferweckt am dritten Tag und hat ihn offenbar werden lassen, nicht dem ganzen Volk, sondern uns, den von Gott vorher erwählten Zeugen, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben nach seiner Auferstehung aus den Toten.
Danke, bis dahin. Also sehen wir diesen kurzen zusammenfassenden Bericht, anf in Galiläa, bezeugt er auch wieder, anf in Galiläa, dann auch in Judäa. Und das war eben dieser Dienst Jesus, den von Nazareth, wie Gott ihn mit Heiligem Geist und mit Kraft gesalbt hat, der umherging, wohltuend und alle heilend, die von dem Teufel überwältigt waren. Das ist Naftali, dieser Kampf für die Wahrheit, für das Evangelium. Und darum werden in Jesaja Sebulon und Naftali so speziell hervorgehoben.
Aber es steckt da noch mehr drin. Wenn wir nochmals zurückgehen zu Jesaja 8, dann wollen wir uns diese geographischen Angaben genauer anschauen. Es heisst da, in der letzten Zeit, 8, Vers 23, bringt er zu Ehren den Weg am Meer, und man kann auch übersetzen den Weg zum Meer, zweitens das jenseitige Jordan und drittens den Kreis der Nationen. Nun, was ist der Weg zum Meer gemeint? Obergaliläa gemeint, und zwar gab es eben einen Weg von Banias, später, das ist Caesarea Philippi im Neuen Testament, bis nach Tyrus. Da gab es eine ganz wichtige Wegroute, und das ist eben der Weg zum Meer, das ist der obergaliläische Weg zum Meer. Dann das jenseitige des Jordan, das ist gemeint Gilead, also auf der anderen Seite des Jordans, auch ein jüdisches Gebiet damals, im heutigen Jordanien. Und dann den Kreis oder hebräisch Galil, Galiläa der Nationen, dieser Ausdruck meint hier „unter Galiläa“.
Die stimmt überein mit 2. Könige 15. Müssen wir mal aufschlagen. Aber Jesaja offen lassen, wir müssen da hin und her switchen. 2. Könige 15, da wird uns diese traurige Geschichte erzählt vom Zehnstämmereich, das sich ganz von Gott abgewandt hatte nach dem Tod von Salomo. Und schliesslich musste dieses Reich in die assyrische Gefangenschaft geführt werden. Aber wo begann diese Wegführung in Phasen? Das wird uns da berichtet in 2. Könige 15,29. Liest uns das vor, bitte.
In den Tagen Pekachs, des Königs von Israel, kam Tiglath-Pileser, der König von Assur, und nahm Ion und Abel-Bet-Maacha und Janoach und Kedesch und Hazor und Gilead und Galiläa, das ganze Land Naftali, und führte die Bewohner gefangen fort nach Assur. Und Hoschea, der Sohn Elas, machte eine Verschwörung gegen ...
Ja, das war ich bis dahin. Also hier wird berichtet, dass dieses erwähnte Gebiet das erste war, das weggeführt wurde in die Gefangenschaft. Nun, diese Bezeichnung da, Janoach und Kedesch, Hazor, das ist ganz wichtig, das ist Obergaliläa, und es gab eben diese Strasse, die von Bet-Maacha, das hier erwähnt wird, Abel-Bet-Maacha bis nach Janoach, Janoach ist dieses Janoch bei Tyrus, das ist genau dieser Weg des Meeres in Obergaliläa.
Und dann haben wir eben weiter Gilead, sieht man das? Das ist das Jenseitige des Jordan, und dann Galiläa, das ganze Land Naftali, Galiläa, das sind also genau diese drei Bereiche hier erwähnt, die weggeführt wurden. Das entspricht also wieder diesem Ausdruck Abel-Bet-Maacha, Janoach, Kedesch, Hazor, das ist dieses Gebiet, der Weg zum Meer, zwischen grob gesagt zwischen Caesarea Philippi und Tyrus, und dann Gilead, das Jenseits des Jordan, und Galiläa der Nationen, Untergaliläa. Also dieses Gebiet, das früher verächtlich gemacht wurde durch die Wegführung von König Tiglath-Pileser nach Assyrien, dieses Gebiet sollte ganz besonders von Gott einmal geehrt werden, weil der Messias ausgerechnet dorthin kommen wird und sein Licht in die Dunkelheit der Menschen hineinleuchten wird.
So sind die heilsgeschichtlichen Verbindungen von der Wegführung der zehn Stämme bis hin zum Glauben an Jesus in Matthäus 4. Er zieht um von Nazaret nach Kapernaum, und von dort an beginnt er zu predigen und dieses Licht zu verbreiten.
Gibt es bis dahin Fragen?

Die Städte des Nordens und ihre spätere Verantwortung

Nur ein Gedanke: In diesem Zusammenhang gibt es ja die Weherufe von Jesus später, gerade über diese Ortschaften. Kapernaum wurde bis zum Himmel erhöht usw. Ja, sehr gut, also gerade Kapernaum wird hier ganz besonders geadelt. Aber später, wie Roland sagt, muss der Herr Jesus sagen: Wehe dir, Kapernaum!
Nun, wir können diese Stelle gleich aufschlagen. Frau Land, hast du es schon offen? Also Matthäus 11, nur ein bisschen blättern, aber Vers 4 offen lassen. Und darf ich bitten, Matthäus 11 ab Vers 20 vorzulesen?
Da fing er an, die Städte zu schelten, in denen die meisten seiner Wundertaten geschehen waren, weil sie nicht Buße getan hatten. Wehe dir, Chorazin! Wehe dir, Bethsaida! Denn wenn in Tyrus und Sidon die Wundertaten geschehen wären, die bei euch geschehen sind, so hätten sie längst in Sack und Asche Buße getan. Doch ich sage euch: Es wird Tyrus und Sidon erträglicher gehen am Tag des Gerichts als euch. Und du, Kapernaum, die du bis zum Himmel erhöht worden bist, du wirst bis zum Totenreich hinabgeworfen werden. Denn wenn in Sodom die Wundertaten geschehen wären, die bei dir geschehen sind, es würde noch heutzutage stehen. Doch ich sage euch: Es wird dem Land Sodom erträglicher gehen am Tag des Gerichts als dir.
Ja, also da werden drei Städte erwähnt: Chorazin, Bethsaida und Kapernaum. Das sind drei Städte gewesen, die sehr nahe voneinander gelegen haben, und zwar alle nördlich vom See Genezareth, direkt im Norden am See Genezareth Kapernaum, und dann im Nordosten auch am See Genezareth war Bethsaida, das heißt Haus des Fischens, Fischerhausen. Und dann von Kapernaum ein bisschen hinauf in die Hügel, aber nicht weit davon weg, Chorazin.
Man hat diese drei Ortschaften auch schon das Evangelien-Dreieck genannt, weil die meisten Dienste, die der Herr Jesus getan hat, in ganz Galiläa und auch in Judäa, dort geschehen sind. Und darum waren diese drei Ortschaften ganz besonders bevorrechtigt, eben da im Gebiet von Naftali.
Und jetzt muss man sich noch etwas vergegenwärtigen: Kapernaum liegt wie viele Meter über Meer? Unter. Und zwar? Minus zweihundert. Das ist tiefer als Death Valley. Das Todestal in Amerika, die Amerikaner sind ganz stolz, und sie schreiben das auch dort an. Das ist der tiefste Punkt der nordamerikanischen Hemisphäre, also der nördlichen Halbkugel von Amerika, tiefster Punkt. Kapernaum ist noch viel tiefer.
Und der Sohn Gottes kam vom Himmel herab auf diese Erde, aber nicht einfach so auf diese Erde, so die Durchschnittshöhe weltweit, geografisch. Was ist die Durchschnittshöhe? Die liegt so ungefähr bei 400 Metern, ja. Aber der Herr ging nicht auf 400 Meter, sondern er ging auch nicht auf den Mount Everest, schon gar nicht, ja, circa 8800 über Meer. Aber er ging auch nicht so auf das Durchschnittliche, sondern er ging auch nicht auf Null, irgendwo ans Meer, sagen wir in Caesarea, das wäre am Meer gewesen. Nein, wirklich dieser Punkt: minus zweihundert.
Das ist übrigens auch der Grund, warum das Land Israel in der Bibel genannt wird: „der Nabel der Erde“. Wo steht das? Hesekiel 38,5 steht: Dies ist Jerusalem, ich habe es mitten unter die Nationen gesetzt und Völker um es her. Jerusalem als Mittelpunkt der Welt, ja, weil eben Jerusalem und damit das Land Israel am Knotenpunkt liegen der drei Kontinente Europa, Asien und Afrika.
Aber Hesekiel 38 zeigt noch eine weitere Besonderheit. Können wir das aufschlagen? Hesekiel 38, Vers 12. Da kann ich mir das vorlesen:
Um Raub zu rauben und Beute zu erbeuten, um deine Hand zu kehren gegen die wieder bewohnten Trümmerstätten und gegen ein Volk, das aus den Nationen gesammelt ist, das Viehbesitz und andere Habe erworben hat, Leute, die den Mittelpunkt der Erde bewohnen.
Jawohl, und jetzt beim Mittelpunkt der Erde muss man bemerken: Wörtlich heißt es dort „den Nabel der Erde bewohnt“. Tabu ist das Wort für den Bauchnabel, und es ist ja so: Der Bauchnabel geht ja tiefer hinein als das Normale des Bauches. Ja, und wenn man daran denkt, dass das Land Israel mit diesem Jordantal, das darunter geht bis zum Toten Meer, der tiefste Punkt der Welt schlechthin ist. Nicht nur tiefer als Death Valley, sondern der tiefste Punkt der Welt ist das tatsächlich objektiv gesehen der Nabel der Erde mit minus vierhundert.
Jericho ist die tiefste Stadt, aber der tiefste Punkt ist ja, glaube ich, noch weiter südlich, wo die Salzsäulen sind, oder? Ja gut, Jericho ist heute der tiefste Ort, aber Sodom und Gomorra, die waren auf der anderen Seite des Toten Meeres, die waren dann auch früher schon noch tiefer. Aber die hat Gott verwüstet und ... Da habe ich meine tiefste Stadt, mein tiefster geografischer Punkt ist doch unten ziemlich am Süden beim Toten Meer.
Ja, überhaupt das Tote-Meer-Niveau, das ist im Süden und im Norden gleich hoch, der Meeresspiegel. Ja, und das ist eben circa minus vierhundert. Das ist der Nabel der Erde. Schon speziell, nicht wahr? Und die Bibel bezeichnet das so.
Und nun, der Jesus ging nach Kapernaum und hat also, wie wir das gelesen haben in Matthäus 11, Kapernaum so geadelt, dass es hier heißt: Und du, Kapernaum, die du bis zum Himmel erhöht worden bist, bis zum Hades, bis ins Totenreich, wirst du hinabgestoßen werden. Also, diese so tief gelegene Stadt wurde dadurch zum Himmel emporgehoben, denn der Sohn Gottes kam und nahm Wohnsitz da. Aber weil Kapernaum, das heißt die Masse der Leute dort, den Herrn Jesus als Messias verworfen haben, wird gesagt: du sollst bis in den Hades geworfen werden.
Und es ist schon ernst, diese Wehe über diese drei Städte. Was ist Kapernaum heute? Ein Ruinenfeld. Und da sind ein paar Mönche, die haben da noch Wohnsitz genommen im zwanzigsten Jahrhundert. Das ist nicht wieder aufgebaut worden durch die israelische Wiederbesiedlung, die israelische Wiederbesiedlung seit 1882. Man hätte ja nach Kapernaum gehen können, noch bevor die Franziskaner dann dort ausgegraben haben und dann da einen kleinen Wohnsitz gebaut haben. Das ist keine Stadt, kein Dorf. Und die haben das nicht besiedelt.
Was ist mit Chorazin heute? Ein Ruinenfeld! Basalt-Ruinen kann man dort bewundern, das ist Chorazin heute. Und was ist mit Bethsaida? Und zwar muss man das richtige Bethsaida nennen, es werden zwei Orte so genannt, aber das biblische Bethsaida ist das direkt am See Genezareth. Und das ist heute, wie du sagst, ein Sumpfgebiet. Man hat nicht mal richtig ausgegraben, nur so Übersichtsausgrabungen gemacht, und hat da Hinweise gefunden für einen Wohnort in der Antike. Ein Sumpf, diese drei Orte: Bethsaida, Kapernaum, Chorazin.
Ja, gehen wir zurück zu Matthäus 4, ja bitte?

Die Berufung der ersten Jünger und ihr Weg in die Nachfolge

Ich hätte eine Frage, eben zur Zeit der Könige im Alten Testament, wo wir jetzt gelesen haben, dass die Gegend zuerst weggeführt worden ist. Richtung Assur war es nicht so, dass dann die Assyrer da noch fremde Völker oder Leute angesiedelt haben? Das war zu der Zeit da üblich, später ja auch im Süden, weit im Süden, Samaria und so weiter.
Ja, korrekt. Also ich wiederhole für die, die auf dem Livestream jetzt nicht gehört haben, was du gesagt hast: Es ist so, diese Leute der zehn Stämme wurden weggeführt, aus Galiläa nach Assyrien. Aber die Assyrer haben andere Völker deportiert und sie im Gegenzug in das Gebiet der zehn Stämme gebracht und dort angesiedelt. Warum? Weil ein entvölkertes Gebiet ökologisch ein Problem ist. Wenn plötzlich keine Leute mehr da sind, die Landwirtschaft betreiben usw., dann wird das ökologische Gleichgewicht gestört. Darum war es wichtig, wieder Menschen dort anzusiedeln.
Und da haben sie also Leute deportiert, andere besiegte Völker, und die haben sich dann mit diesen wenigen aus der Unterschicht der zehn Stämme, die bleiben durften, vermischt. Daraus ist das Volk der Samariter entstanden. Ja, und diese Gegendeportation, die wird dann beschrieben in 2. Könige 15. Man muss ein bisschen weiterlesen, und dann hat man es schon. Und das waren ja dennoch keine gläubigen Juden. Dieses Mischvolk der Samariter hat sich dann betrachtet als Israeliten, und das bis zum heutigen Tag. Sie betrachten sich sogar als die richtigen Israeliten. Aber wir kommen vielleicht später noch auf das Thema ausführlicher im Zusammenhang mit Samaria, aber das schon mal andeutungsweise.
Gut, gehen wir zurück zu Matthäus 4. Nun, Matthäus erklärt in Vers 17 die Erfüllung: Dass dieses grosse Licht in die Welt gekommen ist, war das Predigen des Herrn Jesus, also die Verkündigung des Wortes. Das ist, was Licht bringt, nicht ein Sprung vom Dach. Irgendeine Show. Und es ist so, dass viele heute Evangelisationen verwechseln zwischen Wortverkündigung und Show. Aber der Herr hat gezeigt, was wirklich den Menschen Licht bringt: das ist die Verkündigung des Wortes Gottes.
Aber wir müssen noch etwas beachten: ein grosses Licht. Woran erinnert uns das? Das ist wie in der Musik. In der Musik gibt es den Begriff des Leitmotivs. Wenn das Leitmotiv wiederkommt, ein bestimmtes musikalisches Motiv, dann weiss man sofort: Ah, das soll uns an diese frühere Stelle erinnern. Das ist wie ein Leitmotiv: ein grosses Licht. Ein grosses Licht, woran erinnert das, an welcher Stelle? Also wenn ich sage, dann sagen die meisten: Ah ja, natürlich. Ich bin das Licht der Welt. Meinst du das wirklich, der Ausdruck ein grosses Licht oder grosses Licht? Geburtsgeschichte. Noch weiter zurück, 1. Mose. 1. Mose in der Schöpfung, Gott macht das grosse Licht zur Beherrschung des Tages und das kleine Licht zur Beherrschung der Nacht. Jawohl, das ist ein Ausdruck für die Sonne. Liest Jan Fuhr bitte 1. Mose, vierter Tag, die Himmelskörper werden für die Erde erschaffen. Bitte 1. Mose 1, Vers 14.
Und Gott sprach: Es sollen Lichter an der Himmelsausdehnung sein zur Unterscheidung von Tag und Nacht. Die sollen als Zeichen dienen und zur Bestimmung der Zeiten und der Tage und Jahre und als Leuchten an der Himmelsausdehnung, dass sie die Erde beleuchten. Und es geschah so. Und Gott machte die zwei grossen Lichter: das grosse Licht zur Beherrschung des Tages und das kleinere Licht zur Beherrschung der Nacht. Dazu die Sterne. Und Gott setzte sie an die Himmelsausdehnung, damit sie die Erde beleuchteten und den Tag und die Nacht beherrschen und Licht und Finsternis scheiden. Und Gott sah, dass es gut war.
Ja, danke. Also ist ganz klar: Der Begriff grosses Licht ist eine Bezeichnung für die Sonne. Und hier in Jesaja 9 beziehungsweise dann Matthäus 4 ist das eine Bezeichnung für den Messias, der sich, und das wurde bereits erwähnt in Johannes 8, Vers 12, bezeichnet als das Licht der Welt. Und dann auch in Johannes 9 das Licht der Welt. Das ist dieses klare Licht des Tages.
Und das Land Israel wird also verglichen mit einem Land in der Nacht. Darum haben wir gelesen: „Nicht bleibt Finsternis dem Lande, das Bedrängnis hat“; Jesaja 8,23. In der früheren Zeit hat er dieses Gebiet verächtlich gemacht, in der späteren Zeit bringt er es zu Ehren. Und dann wird gesagt: Das Volk, das im Finstern wandelt, hat ein grosses Licht gesehen. Also es war nachtbildlich gesprochen über dem Land Israel. Und nicht nur, weil die Römer als Fremdherrschaft Israel bedrückten und unterdrückten, sondern weil das Volk auch geistlich wirklich in einem absoluten Tief war. Tote Religiosität der Pharisäer, Liberalismus der Sadduzäer und dann dieses hin und her schwenkende Herodianer, die sich mit der Herodesdynastie und damit mit den Römern so zu arrangieren suchten. Es war geistlich eine katastrophale Situation, die Hohenpriester waren illegal, es war ein Chaos. Und da kommt der Messias hinein in eine so schwierige, dunkle Situation und leuchtet als das grosse Licht hinein.
Aber jemand hat noch Lukas erwähnt. Das bin ich im ersten Moment ein bisschen übergangen, aber das müssen wir doch noch dazunehmen. Wie bitte, Lukas? Ganz genau! Schlagen wir das auf. Und zwar ist das dieses wunderbare Lob, diese Anbetung von Zacharias, dem Vater von Johannes dem Täufer. Darf ich bitten, dass man am Mikrofon liest, ab Vers 67.
Und Zacharias, sein Vater, wurde mit heiligem Geist erfüllt und weissagte und sprach: Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels, dass er sein Volk angesehen und ihm Erlösung geschaffen hat. Er hat uns ein Horn des Heils aufgerichtet im Hause Davids, seines Knechtes, mit der uns der Aufgang aus der Höhe besuchen wird, um denen zu leuchten, die in Finsternis und Todesschatten sitzen, und unsere Füsse zu richten auf den Weg des Friedens.
Jawohl, dieser Aufgang aus der Höhe, das ist genau der Aufgang der Sonne. Und auch da macht Zacharias eine direkte Anspielung auf Jesaja 8. Das konnte schon damals klar sein, was diese Stelle bedeutet. Es gibt ja Leute, die sagen, Prophetie muss man so verstehen: Wenn etwas in Erfüllung gegangen ist, dann muss man in der Bibel nachschauen und sehen: Ah, das war es. Aber im Voraus kann man nicht wissen. Das stimmt gar nicht.
Man muss ja auch bedenken, dass das Volk Israel im Allgemeinen damals vor 2000 Jahren das Kommen des Messias erwartete. Das Kommen des Messias wurde durch all die Jahrhunderte der Existenz des Volkes Israels erwartet. Aber vor zweitausend Jahren ganz speziell war man der Überzeugung: Jetzt ist die Epoche, wo er kommen wird. Und das war ja auch zum Beispiel bei den Leuten von Qumran so. Die sind nach Qumran gegangen und haben dort diese Siedlung gegründet, in dem Bewusstsein: Jetzt ist die Epoche, wo der Messias dann bald kommt. Also es war wirklich klar: Jetzt ist die Epoche. Und warum konnten sie das wissen? Weil es eben in Daniel 9 diese Prophetie gab über die Jahrwochen. Und wenn man die berechnet, kommt man auf die Zeit, die wir heute nennen: erstes Jahrhundert nach Christus. Es war also klar, dass in dieser Zeit der Messias kommen würde, und man hat auch damit gerechnet, dass er kommt.
Ja, also das zu Zacharias, der Jesaja 8 schon lange bewusst in Verbindung gebracht hat mit dem Messias, Jahrzehnte bevor dann der Herr Jesus wirklich dort seinen Dienst begonnen hat in Kapernaum.
So, jetzt ist Zeit für Pause. Wir fahren weiter in Matthäus 4, und ich möchte noch etwas ergänzen, und zwar zum Namen Kapernaum. Was heisst das auf Deutsch? Dorf, Dorf des Trostes, genau. Auf Hebräisch sagt man Qvar Nachum. Qvar ist das normale Wort für ein Dorf, nicht eine Stadt, das wäre Ir. Ein Dorf und Nachum, das ist Nachum, das kommt von dem Wort trösten. Nachum kann man mit Trost übersetzen: das Dorf des Trostes oder das Dorf des Trösters.
Und da möchte ich nochmals erinnern, was wir in Apostelgeschichte 10 gelesen haben, dass der Herr Jesus umherging, wohltuend und heilend alle, die von dem Teufel überwältigt waren. Das zeigt, dass seine Botschaft und seine Evangeliumsverkündigung gekennzeichnet war von Trost für all die, die umkehren, Busse tun und das Evangelium annehmen.
Gott hat diese Orte nicht einfach umsonst gewählt. Wir sehen sogar: Die geografische Höhe spielt eine Rolle, der Name des Ortes spielt eine Rolle und dann überhaupt die Region – alles im Plan des Höchsten. Und jetzt sehen wir, Vers 18: Als er am See von Galiläa entlangging, sah er zwei Brüder, Simon genannt Petrus und Andreas, seinen Bruder, die ein Netz in den See warfen. Denn sie waren Fischer.
Nun, Simon und Andreas wohnten in Kapernaum. Und dort in diesem Haus, wo übrigens auch die Schwiegermutter von Petrus wohnte, da hat der Herr Jesus Wohnsitz genommen. Er selber hat nicht ein eigenes Haus gehabt. Darum sagt er dann auch später, in Matthäus 8 werden wir darauf kommen: Die Vögel des Himmels haben Nester und die Füchse Höhlen, aber der Sohn des Menschen hat nicht, wo er seine Haut hinlege. Das bedeutet nicht, dass er keinen Ort hatte, um zu übernachten, aber es war so, dass er kein Haus hatte, von dem er sagen konnte: Das ist mein Haus hier auf Erden. Also er war dort in diesem Haus untergebracht.
Und nun, wenn hier gesagt wird, dass sie da beim Fischen im See Genezareth vom Herrn berufen worden sind, dann können wir genau sagen, wo das war. Und zwar wissen wir eben aus dieser Zeit, dass die Fischereirechte ganz genau definiert waren rund um den See Genezareth. Die Orte, wo man fischen durfte, waren verbunden mit dem Wohnort. Also diese Jünger hätten nicht irgendwo, sagen wir, heute bei Ein Gäf, wo dieses Fischerei-Kibuz zu finden ist, auf der Ostseite, dort hätten sie nicht fischen dürfen. Also fischen irgendwo, das hätte wirklich eine ganz gefährliche Sache werden können, sogar einen Kriegsgrund mit der Dekapolis. Das sind diese zehn Städte, die einen besonderen Status hatten, und von dort aus hatte man auch Anrechte am See Genezareth. Unmöglich.
Wir können also genau definieren, wo das war, und zwar hat man archäologisch eben auch den Schiffhafen von Kapernaum gefunden. Der ist nicht direkt vor der Stadt, sondern etwas seitlich, und auf Hebräisch nennt man diesen Ort Ein Sheva. Ein heisst Quelle, Sheva sieben. Dort gibt es sieben warme Quellen. Kann man heute noch sehen. Also warm heisst 28 Grad. Ökologisch schon speziell. Gerade im Winter, wenn da 28 Grad einfliessen, da fühlt sich ein Fremdling im See Genezareth sehr wohl. Das ist Tilapia Galilea oder besser bekannt als der Petrusfisch. Das ist ein tropischer Fisch, der eigentlich im See Genezareth gar nichts zu suchen hätte. Den kennt man aus den Tropen, diesen Tilapia. Aber der Tilapia Galilea ist einer der dann, wenn es eben kühler wird im Winter, der sammelt sich gerade im Gebiet von Kapernaum. Und darum war das eben auch der ideale Ort, um einen riesigen Fischfang machen zu können mit grossen Fischen, wie wir dann anderswo in den Evangelien berichtet finden. Das ist nämlich der einzige grosse Fisch im See Genezareth, der in Schwärmen schwimmt. Das ist dieser. Er schmeckt gut, also auch für Leute, die nicht unbedingt Fischspezialisten sind, die oft mögen wenigstens diesen Fisch. Und so war das also wirklich der ideale Ort für Petrusfisch.
Und nun ist also ganz klar: Wenn es hier heisst, als er am See von Galiläa entlangging, das ist eben diese Küstenlinie von Ein Sheva, gerade ein bisschen westlich von Kapernaum. Da kann man wirklich auf den Spuren des Messias gehen, in Israel, weil diese Dinge ganz klar definiert, ganz klar nachvollziehbar sind.
Nun, die sind gerade dran zu fischen, und der Herr beruft sie: Kommt, folgt mir nach, ich werde euch zu Menschenfischern machen. Und dieser Ausruf „Kommt mir nach“, hebräisch acharei, das war der typische Ruf eines Rabbis, der Studenten in seine Nachfolge rief, um sie zu unterrichten. „Kommt, folgt mir nach“ war der Aufruf an Simon und seinen Bruder Andreas, um Schüler, Studenten des Messias Jesus zu werden. Also dieser Ruf an sich war noch nicht klar: Ist das jetzt irgendein Rabbiner oder ist das der Messias, der grösste Lehrer? Aber die wussten schon, wer der Herr Jesus ist. Und zwar war das eben nicht die erste Begegnung mit dem Herrn. Diese Begegnung hier war der Ruf in die Nachfolge und ins Studium, aber die erste Begegnung wird uns beschrieben in Johannes 1, und das war eben früher, was dort berichtet wird.
Und zwar in Johannes 1 wird berichtet, wie Johannes der Täufer dort unten bei Badabara oder Bethanien, das ist der gleiche Ort, Bedabara und Bethanien. Schlagen wir auf Johannes 1, Vers 35. Liest du vor, bitte am Mikrofon.
Am folgenden Tag stand Johannes wieder da und zwei von seinen Jüngern. Und hinblickend auf Jesus, der umherging, spricht er: Siehe, das Lamm Gottes. Und es hörten ihn die zwei Jünger reden und folgten Jesus nach. Jesus aber wandte sich um und sah sie nachfolgen und spricht zu ihnen: Was sucht ihr? Sie aber sagten zu ihm: Rabbi, was übersetzt heisst Lehrer, wo hältst du dich auf? Er spricht zu ihnen: Kommt und ihr werdet sehen. Sie kamen nun und sahen, wo er sich aufhielt, und blieben jenen Tag bei ihm. Es war um die zehnte Stunde. Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer von denen zweien, die es von Johannes gehört hatten und ihm nachgefolgt waren. Dieser findet zuerst seinen eigenen Bruder Simon und spricht zu ihm: Wir haben den Messias gefunden, was übersetzt ist Christus, und er führte ihn zu Jesus. Jesus blickte ihn an und sprach: Du bist Simon, der Sohn des Johannes, du wirst Kephas heissen, was übersetzt wird Stein.
Von Johannes dem Täufer beschrieben. Es wird erklärt, wo er getauft hat, und das Volk kam in Massen zu ihm, um getauft zu werden, das haben wir in Matthäus 3 schon behandelt. Aber ich möchte hier hinweisen: In Vers 28 wird gesagt, wo das war. Dies geschah zu Bethanien jenseit des Jordan, wo Johannes taufte. Und es gibt griechische Manuskripte, die haben dann anstatt Bethanien einen Alternativnamen, Betabara. Und es ist so, dass wir aus diesem Mosaik von Madeba, das ist eine Ortschaft in Jordanien, wo man eine byzantinische Kirche ausgegraben hat mit einem wunderbaren Mosaik. Byzantinische Kirche bedeutet viertes, fünftes Jahrhundert. Also viertes Jahrhundert ist 300 bis 399, viertes und fünftes Jahrhundert mit einer Karte, und da wird die Taufstelle von Johannes eingetragen, gerade am Ende des Jordans, kurz bevor der Jordan in das Tote Meer mündet. Und so gibt es also eine sehr weit zurückgehende Überlieferung an Wissen um diese Taufstelle.
Heute heisst diese Taufstelle arabisch Kasser al-Yahud. Und das ist also authentisch dieser Ort, und da hat Johannes getauft. Und die weiteren Verse zeigen dann, wie der Herr Jesus auch gekommen ist und sich von ihm hat taufen lassen, das haben wir in Matthäus 3 ausführlich gesehen. Und da, also ganz nahe von Jericho, dort in der Wüste Judäa, hat Johannes der Täufer den Herrn Jesus als Messias verkündigt. Johannes 1, Vers 29: Des folgenden Tages sieht er, Johannes, Jesum zu sich kommen und spricht: Siehe, das Lamm Gottes, welches die Sünde der Welt wegnimmt.
Da hat er klargemacht: Das ist der Mann von Jesaja 53, der als Schuldopfer – so wird es genannt in Jesaja 53, Vers 10, Ascham – das ist direkt der Ausdruck, den man in 3. Mose 5 für das Schuldopfer findet. Der Messias sollte Opfer werden, und hier erklärt Johannes: Siehe, das Lamm Gottes, welches die Sünde der Welt wegnimmt. Ein direkter Bezug zu Jesaja 53. Das ist der, der die Prophetie des Messias, der für unsere Sünden stirbt, als Opfer erfüllen wird.
 Jesaja 53 sagt ja, er wird zur Schlachtbank geführt wie ein Lamm, er ist stumm vor seinen Scherern und verteidigt sich nicht. Und so hat Johannes also klargemacht: Das ist der Erlöser. Und dann haben zwei Jünger, das heisst Studenten von Johannes, die Schule gewechselt. Da haben wir jetzt eben davon gelesen, wie dieser Andreas und noch einer, die sind zu dem Herrn Jesus gegangen und haben gesagt: Rabbi, wo hältst du dich auf? Und er sagt: Kommt und seht. Das ist übrigens auch ein typischer rabbinischer Ausdruck.
Nicht wahr, liberale Theologen, die haben behauptet, das Johannesevangelium, das ist ein sehr griechisches Evangelium mit sehr hellenistischen Gedanken. Sie haben gar nichts verstanden, nicht mal von dem, was auch menschlich zu erkennen wäre, ohne den Geist Gottes. Das Johannesevangelium ist durch und durch jüdisch, und das merkt man bis in die kleinsten Ausdrücke hinein. Schon wenn das Evangelium beginnt: Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, das Wort ... Das ist der rabbinische Ausdruck Memra Adonai, das Wort des Herrn, in den aramäischen Übersetzungen, die man in jeder Rabbinerbibel hat. Es wird immer wieder der unaussprechliche Name Gottes, Yahweh, der Ewigseiende, umschrieben mit das Wort des Herrn. Also das beginnt ganz jüdisch. Hier ist nicht Logos gemeint, so wie die griechischen Philosophen über Logos sprachen, das Wort, sondern hier ist gemeint mit Logos Memra Adonai. Es wird gleich gesagt: Jesus Christus ist Yahweh, der Ewigseiende Gott. Und so ist das ganze Evangelium durch und durch jüdisch und eben auch solche Ausdrucksweisen: Kommt und seht, typischer rabbinischer Ausdruck.
Und dann sehen wir in Vers 39: Sie blieben diesen Tag bei ihm. Und dann geht es weiter, Vers 40: Andreas, der Bruder Simon Petrus, war einer von den Zweien, die es von Johannes gehört hatten und ihm nachgefolgt waren. Was tut er? Andreas, der als Erster von dem Brüderpaar den Messias erkannt hat, führt seinen Bruder zu Jesus. Jetzt muss man sich im Klaren sein: Die Bibel ist meistens so, dass die Geschichten nicht ausführlich und breit beschrieben werden, wie wir Bücher schreiben, Geschichten schreiben, sondern man muss es sehen wie eine Federzeichnung, nur mit kleinen Strichen. Also wenn es hier heisst: Er führt ihn zu Jesus, meint das wirklich, der Bruder führt, also Andreas führt seinen Bruder Petrus zu dem Herrn Jesus, und zwar erklärt er ihm: Wir haben den Messias gefunden. Das ist etwas Gewaltiges, wenn ein Jude das sagen kann. Wir haben den Messias gefunden. Fertig mit Warten. Ja, die meisten Juden heute sagen: Ja, wenn es einen Messias gibt, dann wird er erst noch kommen. Aber wohl all denen, die sagen können: Wir haben den Messias gefunden.
Und dann heisst es, er führt ihn zu Jesus. Und da bekommt Petrus gleich einen neuen Namen: Kephas. Und das ist Aramäisch für Griechisch Petrus, ein Stein. Und das ist der neue Name von einem bekehrten Simon, der eben ein lebendiger Stein wurde. Petrus sagte dann in 1. Petrus 2 viel später, dass alle wahren Gläubigen Steine am geistlichen Haus Gottes sind. Aber da bekommt er selber diesen Namen. Und da kann man sagen, diese ganz kurze Beschreibung ist die Beschreibung der Bekehrung von Simon Petrus. Da hat er den Messias erkannt. Aber das war eben in Judäa, dort näher von Jericho, am Jordan, beim Toten Meer, in der Wüste. Aber was wir hier jetzt gelesen haben in Matthäus 4, das ist oben in Galiläa, bei Kapernaum, in Ein Sheva. Und sehen wir, das war also zuerst die Bekehrung dort. Der Jesus ging dann von dort zurück nach Galiläa, und Petrus und Andreas, die gehen auch zurück nach Galiläa. Und jetzt, als der Herr da am See Genezareth ist und sie ruft, dann war das nicht die Bekehrung, sondern die Berufung in seine Nachfolge und eben in seine Schule. Das müssen wir unterscheiden.
Und da sagt der Herr in Matthäus 4: Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Jetzt werden diese an den Messias Gläubigen von dem Herrn Jesus ausgebildet, um dann diesen Dienst als Menschenfischer zu tun. Und da werden wir sehen: Wir hatten Matthäus Evangelium bereits in diesen drei Jahren werden sie in diese Arbeit schon eingeführt und werden ausgesandt zum Evangelisieren. Und auch das war wiederum eine Vorbereitung von dieser Arbeit, die sie dann tun sollten, wenn er, der Herr Jesus, wieder in den Himmel zurückkehrt und Pfingsten stattfinden sollte und sie in der Kraft des Heiligen Geistes schliesslich das Evangelium verkündigen sollten.
Ja? Und der wunderbare Fischzug aus Lukas 5, kann man den jetzt auch hier zeitlich einordnen?
Ja, ganz genau. Ich frage mich eigentlich immer die Bekehrung des Petrus, wo er sagt: Geh weg von mir, ich bin ein sündiger Mensch.
Jawohl, also Lukas 5, wo dieser wunderbare Fischzug beschrieben wird, das ist die Parallelstelle in Lukas zu dem, was wir hier in Matthäus 4 haben. Nur wird dort eben ganz ausführlich berichtet, und hier in Matthäus wird das Gleiche nur ganz knapp berichtet. In Lukas 5 wird auch gesagt, dass der Herr dort gepredigt hat, am Ufer, bei Ein Sheva, und dass er dann schliesslich ein Boot benutzt hat von Petrus, um ein bisschen hinauszufahren, um vom Boot aus zu predigen. Das wird hier also nicht berichtet. Matthäus begnügt sich nur mit dieser Berufung in die Schule des Messias, Rabbi. Und Lukas hat ein anderes Thema vor sich, und darum berichtet er dort ausführlich.
Übrigens, der Herr Jesus setzt sich dort im Boot und lehrt. Lukas 5. Wir werden dann gleich sehen in Matthäus 5, Vers 1: Als er aber die Volksmenge sah, stieg er auf den Berg, und als er sich gesetzt hatte, traten seine Jünger zu ihm, und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach.
Merkt man in beiden Fällen: Der Herr Jesus lehrt sitzend, dort im Boot und hier auf dem Berg. Und da ist wichtig zu wissen: Im Judentum war das die normale Art in der Synagoge, da sass man beim Lehren. Wenn man die Tora vorliest in der Synagoge, dann steht man. Aber nachher setzt man sich und lehrt. Und wieder eine Parallele: In Lukas 4 wird auch beschrieben, wie der Jesus in der Synagoge von Nazaret die Prophetenrolle, Jesaja, nimmt und vorliest, und nachher heisst es, nach dieser Vorlesung setzte er sich, und dann lehrte er. Das ist genau so, wie das eben war: sitzen beim Lehren. Also ich tue jetzt das nicht hier sitzend, weil das keine Vorschrift ist, aber eben, man muss wissen, das ist typisch jüdisch. Und darum hat der Herr das dort im Schiff gemacht. Und hier dann Matthäus 5, Vers 1 auf dem Berg und auch in der Synagoge in Galiläa, in Nazareth.
Jetzt wollte jemand zwischendurch etwas fragen. Ja, bitte.
Ich wollte fragen, eigentlich, Jesus dürfte lehren. Jesus dürfte lehren. Wer dürfte eigentlich bei den Juden dort lehren, ausser ein Rabbi? Ist Jesus auf diesem Titel, Rabbi, angekommen? In welcher Zeit? Wir wissen es jetzt, dass Jesus von seiner Kindheit bis zwölf Jahre war bekannt und dann ab dreissig Jahren die drei Jahre sein Dienst. Inzwischen wissen wir nichts, ja. Wie kam Jesus auf diesen Titel eigentlich, Rabbi, und was bedeutet? War überhaupt dieser Titel bei den Juden Rabbi?
Also sehr gute Frage. Rabbi heisst ganz wörtlich mein Grosser. Das ist also ein geistlicher Titel, den man Leuten gegeben hat, die bereits von einem Rabbi gelehrt worden waren und dann eingesetzt wurden durch Ordination mit Handauflegung.
Nun, da haben wir schon ein ganz wesentliches Ärgernis. Der Herr Jesus war nicht in der Schule bei einem Rabbi und er wurde nie eingesetzt durch Ordination. Also das war schon mal etwas ganz, ganz Ungewöhnliches, dass er umherging, predigte und auf einem Himmel, eben im Schiff, Lukas 5, auf dem Berg, Vers 5, 1, oder in der Synagoge, Lukas 4, ohne ordiniert zu sein. Heute ist das in unserer Gesellschaft nichts mehr Besonderes, da legt man keinen Wert darauf, dass jemand unbedingt ordiniert sein muss, damit er öffentlich predigen kann. Aber wenn wir zurückgehen in die Zeit der Reformation und davor, da gab es Leute, die haben begonnen, das Evangelium zu predigen und waren nicht ordiniert, dann waren sie Männer des Todes. Und man denke an John Bunyan, der die Pilgerreise geschrieben hat. Ja, was hat dieser Mann im Kerker geschmachtet, weil er das Wort Gottes gepredigt hat, aber nicht ordiniert war, und das ging absolut nicht. Aber das ist eine Parallele, die sich entwickelt hat in der Geschichte der Christenheit, wie das auch schon im Judentum war.
Und darum ist die Frage sehr berechtigt: Der Herr Jesus trat als Rabbi auf, hat auch Jünger berufen, aber er war nicht ordiniert, und das war von Anfang an ein Aufsehen. Aber man muss bedenken, schon in Lukas 2, als der Herr Jesus als Zwölfjähriger im Tempel war, da lesen wir doch, dass die Eltern, die schon auf dem Heimweg waren, zurückgekehrt sind, und sie finden schliesslich den Zwölfjährigen im Tempel, wie er da sass inmitten der Lehrer und sie befragte. Aber dann heisst es: Und alle, die ihn hörten, erstaunten über seine Antwort.
Nun, diese Angaben helfen uns, die Sache exakt zu verstehen. Es gab eine Terrasse, gerade südlich von den inneren Gebäuden, die an den innersten Vorhof des Tempels angebaut waren. Und auf dieser Terrasse, da kamen die grossen Rabbiner des Sanhedrin, das ist der oberste Gerichtshof Israels, der aus 71 Personen bestand, unter der Führung des Hohenpriesters. Diese Rabbiner, das waren wirklich die grossen Leuchten, die kamen auf diese Terrasse, man nannte diese Terrasse den Chael, und die haben Fragen beantwortet am Sabbat oder während des Passafestes oder auch bei anderen Festen, eben dann, wann sie frei hatten. Dann kamen sie zur Fragenbeantwortung. Jeder aus dem Volk durfte Fragen stellen. Aber dort in Lukas 2 lesen wir, dass der Herr Jesus auch gefragt hat. Aber es heisst, dass sie ausser sich gerieten über seine Antworten. Das heisst, er hat nicht nur gefragt, er hat auch geantwortet. Die haben festgestellt: Dieser Zwölfjährige kennt die Tora, das ganze Alte Testament, wie kein anderer. Und da haben die begonnen, ihn zu befragen.
Und es ist vielleicht noch wichtig zu wissen: Man hat besonders Fragen behandelt, die im Zusammenhang mit dem Fest standen, also am Sabbat, im Zusammenhang mit Sabbat, aber das war das Passafest, Lukas 2. Und da ging es also um Auslegungsfragen über das Passa. Und der Herr Jesus hat da ausgeführt, und die sind ausser sich. Und jetzt muss man sich bedenken: Er wusste, dass er gekommen ist, um das wahre Passalam zu werden, um sein Blut zu geben, zu sterben. Das war nicht einfach so intellektuelle Diskussion, wie manche das gerne haben, so ein bisschen cool, über verschiedene Ansichten diskutieren, dass das geht. Aber der Herr hat darüber gesprochen, was ihn direkt betraf, dass er das Passalam werden sollte. Das stand vor ihm. Und so war das nicht einfach Theorie. Aber eben, schon damals haben wir gemerkt: Er kennt die Bibel wie kein anderer.
Und dann, mit dreissig Jahren, beginnt er zu predigen von Kapernaum umher, und alle merken, er spricht auch ganz anders als die Rabbiner. Schlagen wir auf in Matthäus 7, gerade im Anschluss an die Bergpredigt, wir haben das bereits gelesen heute, kann man es nochmals vorlesen, Matthäus 7, 28 und 29.
Und es geschah, als Jesus diese Worte vollendet hatte, da erstaunten die Volksmengen sehr über seine Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie ihre Schriftgelehrten.
Ja, ich habe ja bereits erklärt: Hier beginnt ein neuer Abschnitt, Teil 3 im Matthäusevangelium mit dem Thema „Die Autorität des Messias und seiner Jünger“. Und das wird gerade im Anschluss gesagt an die Bergpredigt, wo wir ein erstes ausführliches Beispiel haben, wie der Herr Jesus gepredigt hat. Und was auffällt, ist: Er spricht ganz anders als die Rabbiner im Allgemeinen. Er spricht wie einer, der Autorität hat, nicht wie die Schriftgelehrten.
Und wie konnte man das erkennen? Nun, das hat man zum Beispiel daran erkannt, dass er ganz anders gelehrt hat. Er sagt: Ihr habt gehört, dass gesagt ist, ich aber sage euch. Wir kommen dann nächstes Mal auf die Bergpredigt. Ich aber sage euch. Nun, wir haben die anderen Schriftgelehrten gepredigt, so wie im Talmud. Wenn man im Talmud liest, liest man: Rabbi Sowieso hat gesagt, im Namen von Rabbi Sowieso. Ständig werden Autoritäten zitiert, ja, und so geht das auch in der Theologie heute: so und so hat gesagt zu dieser Stelle, so und so hat gesagt und so und so hat gesagt, ich denke, es könnte so sein, so etwa läuft das, ständig Autoritäten.
Der Herr hat einfach gelehrt, was das Wort Gottes sagt. Und er hat gesagt: Ich sage euch. In welchem Namen? Er sagt nicht einmal, eben, er sagt nicht im Namen von Rabbi sowieso, er sagt auch nicht im Namen Gottes, sondern er sagt: Ich sage euch. Der hat ja Autorität in sich. Und so haben wir gemerkt, er spricht, es ist alles ganz anders. Und auch was er erklärt, ist ganz anders. Und er hat Einsichten, die man bisher im Judentum so nie gehört hat, ganz neu.
Und noch eine Stelle, da kommen wir gleich: Johannes 7. Das ist wieder eine andere Begebenheit, wo man den Herrn verhaften wollte im Tempel. Und dann wurde die levitische Tempelpolizei, das sind die Diener der Pharisäer und der Hohepriester, werden geschickt, um ihn zu verhaften. Und dann kommen sie unverrichteter Dinge wieder zurück. Können wir vorgelesen bekommen, Johannes 7, Vers 45?
Nun kamen die Diener zu den obersten Priestern und Pharisäern zurück, und diese sprachen zu ihnen: Warum habt ihr ihn nicht gebracht? Die Diener antworteten: Nie hat ein Mensch so geredet wie dieser Mensch. Da antworteten ihnen die Pharisäer: Seid doch ihr verführt worden?
Ja, also diese Diener, das sind die Tempelwächter der Leviten, Tempelpolizei, die sollten ihn verhaften, kommen zurück und sagen: Wir haben nicht verhaftet. Warum? Noch nie haben wir einen Menschen gehört, der so spricht wie dieser Mensch. Also das war wirklich einfach unfasslich. Es war alles ganz anders, und jeder merkte, da steckt eine Autorität dahinter, die man bei den Schriftgelehrten, auch bei den grössten Lehrern des Sanhedrins, nicht findet. Das werden wir also besonders dann sehen, wenn wir nächstes Mal an Matthäus 5 bis 7 arbeiten werden.
Aber jetzt geht es einfach mal darum zu sehen: Dieser Rabbi, nicht ordiniert, beruft Schüler. Nachdem Andreas und Simon Petrus schon bekehrt waren, den Messias erkannt haben, werden sie jetzt in die Nachfolge gerufen.
Jemand anders wollte noch etwas sagen. Ich habe es erst gesehen, dort hinten.
Der Lehrer Nikodemus, der kennt ihn auch als den grossen Lehrer in Johannes 3, Vers 2, und wie du eben schon ausgeführt hast. In Johannes 7, Vers 49 weist er die anderen zurück und erkennt auch den Herrn Jesus als den Lehrer an.
Ja, also ich wiederhole für die, die es nicht gehört haben auf dem Livestream: In Johannes 3, Vers 2 sagt der Bruder, da kommt Nikodemus zu dem Herrn und er anerkennt den Herrn als Lehrer. Er sagt: Rabbi, wir wissen, dass du ein Lehrer bist, von Gott gekommen. Denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm.
Man muss bedenken, Nikodemus war ein Mitglied des Sanhedrins. Das war jetzt einer der ganz grossen Leuchten Israels. Und der kommt und anerkennt bei diesem nicht ordinierten Rabbi: Wir wissen, du bist ein ganz grosser Lehrer, und diese Zeichen, die du tust, die weisen dich als solchen auch aus. Aber der Herr geht überhaupt nicht darauf ein. Er sagt nicht irgendwie Danke für dieses Kompliment oder sowas, nein, er sagt: Wahrlich, wahrlich, Amen, Amen auf Hebräisch. Im griechischen Text steht das hebräische Wort Amen, Amen, wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand von neuem geboren wird, sonst kann er nicht das Reich Gottes sehen. Er geht überhaupt nicht auf diese Lobreden ein, sondern geht auf das Grundproblem von Nikodemus ein.
Aber wie gross Nikodemus war in Israel, wird klar, wenn der Herr Jesus zu ihm sagt, als er ihm eine Frage über Wiedergeburt stellt, sagt der Herr Jesus in 3, Vers 10: Jesus antwortete und sprach zu ihm: Du bist der Lehrer Israels und weisst dieses nicht? Er sagt nicht: Du bist ein Lehrer Israels, er sagt: Du bist der Lehrer Israels. Das ist ein unglaublicher Titel. Aber der Herr sagt: Du weisst das nicht, das müsstest du wissen. Und so gibt es auch heute viele Theologen, die haben so grossartige Studien gemacht, die wissen ganz wesentliche Dinge aus dem Wort Gottes nicht. Woran liegt das? Es sind die gleichen Probleme wie damals im Judentum, die spiegeln sich heute in der Christenheit wider. Aber eben, darum ging es: Dieser Nikodemus hat den Herrn auch anerkannt, einfach aufgrund von dem, was der Herr verkündigt hat und was er getan hat.
Ja, jetzt gehen wir zurück zu Matthäus 4. Da hinten war noch eine Frage.
Das war auch gerade meine Stelle, die mich sehr erstaunt hat, dass selbst Nikodemus ihn Rabbi nennt. War er auch das Gleiche?
Ah, alles klar, also es war nur eine Bestätigung. Gut, jetzt sehen wir: Der Herr geht dann weiter und beruft auch noch Jakobus und Johannes. Die ersten zwei, die waren gerade am Fischen, und die anderen beiden waren dran, ihre Netze auszubessern. Das war also früh am Morgen. Nachts hat man gefischt, und am Morgen kam man zurück, und die gerissenen Netze mussten dann eben ausgebessert werden. War also früh am Morgen, und das macht das Ganze noch interessanter, wenn man wieder mit Lukas 5 verbindet. Dort war bereits eine riesige Volksmenge am See Genezareth, so viele, dass der Herr gedrängt war, in ein Boot zu gehen und ein bisschen hinauszufahren. Am Morgen früh kam schon eine riesige Volksmenge, die wollten ihn hören. Das war eine solche Sensation, die ganz Israel in Bewegung brachte.
Darum erklärte Matthäus in diesem einführenden Paragraphen, Matthäus 4,23, dann ganz allgemein: Und Jesus zog in ganz Galiläa umher, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium des Reiches. Also er war nicht nur in der Synagoge in Nazareth, sondern welche Synagogen gab es noch, die wir heute noch kennen durch die Ausgrabungen? Magdala hat man noch nicht so lange schön ausgegraben, dann eine Synagoge in Gamla und so weiter und so fort. Der Herr hat überall gepredigt.
Und dann Vers 25 sagt: Es folgten ihm grosse Volksmengen von Galiläa und der Dekapolis – das waren zehn Städte, die besonders heidnisch bevölkert waren, aber sogar von dort – und Jerusalem aus der Hauptstadt, Judäa und von jenseits des Jordan, von Gilead her. Ganz Israel wurde in Bewegung gebracht, weil hier eine Predigt völlig anders und mit einer Autorität, die man anderswo eben noch nie erlebt hatte.
Jetzt sehen wir diese vier Berufenden am Morgen früh: Die einen sind am Fischen, Netze auswerfen, und die anderen sind am Netze ausbessern. Das Interessante ist, diese erste festgehaltene Momentaufnahme der Berufung in den Dienst hat eine besondere Bedeutung für das, was später folgt. Petrus sollte einen ganz besonderen Dienst bekommen beim Fischen, beim Menschenfischen. Wer war der Mann, der an Pfingsten, als der Heilige Geist ausgegossen wurde, gepredigt hat? Petrus. Und an diesem Tag, Apostelgeschichte 2, kamen dreitausend zum Glauben. Da sehen wir diesen Menschenfischer. Und in den weiteren Kapiteln der Apostelgeschichte sehen wir, wie Petrus eben als Menschenfischer auftritt.
Johannes wird hier berufen, als er die Netze ausbesserte. Und dieser Johannes, der sollte später das Johannesevangelium schreiben, die drei Johannesbriefe, auch die Offenbarung. Und da ist es ganz interessant, dass Johannes Evangelium und der erste und der zweite Johannesbrief Kampfschriften gegen Irrlehre waren. Und zwar wurden diese Schriften speziell geschrieben wegen der Gnostiker. Das waren Irrlehrer, die die Gottheit des Herrn Jesus leugneten und auch seine wahre Menschheit. Und die Gläubigen am Ende des ersten Jahrhunderts waren wirklich in Gefahr, den Herrn zu verlieren, den wahren Jesus Christus der Bibel zu verlieren und das einzutauschen gegen einen falschen Jesus. Johannes schreibt diese Schriften, um die Gläubigen in der Wahrheit und in der wirklichen Lehre über Jesus Christus, den Sohn Gottes, zu befestigen.
Darum beginnt das Johannesevangelium: Im Anfang war das Wort, um ganz klarzumachen, er ist Yahweh, der Ewigseiende, der ohne Anfang, ohne Ende. Er ist nicht wie die Irrlehrer sagen, später ins Dasein gekommen, in der ersten Schöpfung von Jehova oder was auch immer. Nein, seine Gottheit wird dargelegt, und da hat sich Johannes eben ganz besonders als Netzflicker, der das reparieren musste, was schon in den ersten Jahrzehnten des christlichen Zeugnisses kaputtgegangen ist und gerissen hatte. Also schon interessant, wie diese erste Aufnahme ein Abbild ist von dem, wie Gott diese Diener später benutzen sollte.
Und jetzt versteht man aber auch, wenn man weiss, dass das nicht die Bekehrungsgeschichte ist, wie das möglich war: Da ruft der Herr: Kommt, folgt mir nach, und sie verlassen alles und folgen ihm nach. Da war schon Vorbereitung dahinter, das war wirklich nicht eine Entscheidung nur an diesem Tag. Sondern das war alles vorbereitet. Und so ist es eben auch in der geistlichen Entwicklung: Wenn einer sich bekehrt, dann beginnt noch nicht der grosse Dienst, sondern es braucht diese Zeit zwischen Johannes 1 und dann der Berufung hier. Und dann braucht es nochmals diese drei Jahre, bis dann diese Apostel den Dienst tun konnten, den sie ab Pfingsten getan haben. Es braucht eine gesunde geistliche Entwicklung. Und das ist ganz wichtig.
In Amerika ist das oft so, aber bei uns kann das auch so sein: Da bekehren sich gewisse Leute, und die waren schon ein bisschen prominent vorher oder sogar sehr prominent. Was macht man? Das sind Ausstellungsstücke. Und dann werden die so geschoben und berühmt gemacht, das kann man. Man kann jeden berühmt machen, ja. Das wissen wir: Deutschland sucht den Superstar. Man kann wirklich jeden zum Star machen. Das läuft nicht einfach über die Begabung. Man kann auch Leute singen lassen, die nicht unbedingt begabt sind, dafür gibt es auch technische Möglichkeiten, die Stimme ein bisschen zu ändern, ja. Aber man kann eigentlich im Prinzip aus jedem einen Star machen.
Und wenn dann einer eben schon prominent ist, dann wird er geschoben. Das ist ganz gefährlich. Solche können dann sehr leicht später zu Fall kommen, weil sie völlig überfordert sind. Die sind Babys im Glauben, aber es braucht eine gesunde Entwicklung, ein gesundes Wachstum, sonst erträgt man das nicht. Und das lernen wir schon hier.
Ja, und jetzt müssen wir zum Schluss kommen. Ich möchte aber noch den Übergang schaffen zu Kapitel 5, Vers 1. Dort heisst es: Als er aber die Volksmengen sah, stieg er auf den Berg, und als er sich gesetzt hatte, traten seine Jünger zu ihm. Und da haben wir diese Aussagen, Vers 2: Er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach.
An wen ist die Bergpredigt gerichtet? An die Jünger. Aber in Kapitel 7 haben wir doch gesehen am Schluss, da erstaunten die Volksmengen sehr über seine Lehren. Da waren riesige Volksmengen mit dabei, aber der Herr richtet sich mit der Bergpredigt nicht an die Massen, sondern an die Jünger. Aber die Massen durften zuhören. Und das ist sehr wichtig, um die Bergpredigt richtig zu verstehen. Das ist nicht die goldene Regel. Tu ihr Recht und scheue niemand. Tut einfach das, was ihr wünscht, dass man euch tut, tut auch den anderen so ein gesellschaftliches, soziales Programm für alle? Nein, die Bergpredigt richtet sich an die Nachfolger des Herrn Jesus, aber die anderen dürfen zuhören.
Und noch etwas Wichtiges: Hier wird uns durch den Herrn Jesus erläutert, wie man die Tora richtig verstehen muss. Und zwar bringt er dann Beispiele: Sechstes Gebot, Siebtes Gebot, was so dazu gelehrt wurde und was er, der Herr Jesus, jetzt dazu sagt: Ich aber sage euch. Und da stellt er sich bereits gegen das gesamte rabbinische Judentum, das eben die Tora auslegte in der Tradition der Mischna. Wenn ich den Ausdruck Mischna benutze, das ist die Grundschicht im Talmud, das sind die alten Lehrsätze, die man von Generation zu Generation, Rabbi seinem Schüler und der wieder seinen Schülern weitergegeben hat, als menschliche Tradition. Und der Herr bricht mit der Mischna. Aber er stellt die Tora dar, wie sie von Gott gemeint war.
Er sagt dann auch in Matthäus 5, Vers 17: Meint nicht, dass ich gekommen sei, das Gesetz und die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. Also der Herr Jesus erklärt, was das Gesetz wirklich bedeutet. Und das führt jetzt weiter. Wurde ja gefragt: Ja, aber was war denn der Unterschied zwischen dem Herrn Jesus als Rabbi und den anderen Rabbinen? Er war nicht ordiniert. Er lehrte ganz anders. Und er lehrte sogar so, dass er sich gegen die Masse der Rabbiner stellte. Und das ist schon eine Anfangserklärung, warum der Herr dann schliesslich verworfen und gekreuzigt wurde, weil man nicht akzeptieren wollte, dass er sich gegen die Tradition wendet. Aber das Problem haben wir ja später in der Geschichte der Christenheit bis zum heutigen Tag wieder. Die, die gegen die Tradition der Kirche sprechen, das geht nicht. Aber es geht um das Wort allein. Wie Luther sagte: Das Wort sie sollen lassen starren und keinen Dank dafür haben. Im Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“ und damit wollte er sagen: Sie sollen einfach das Wort so lassen, wie es ist, nichts dazu, nichts davon weg. Und wenn sie das tun, dann muss man ihnen nicht noch extra Dankeschön sagen. Das ist ganz selbstverständlich. Sie sollen lassen starren und keinen Dank dafür haben.
Ja, wollen wir an dieser Stelle schliessen und noch danken.
Herr Jesus, danke, dass du in diese Welt gekommen bist als das Licht der Welt. Du bist dieses grosse Licht, das auch in die Dunkelheit unserer Herzen hineingeleuchtet hat, damals in die Finsternis Israels und dann in die Finsternis der ganzen Welt und auch in unsere persönlichen Herzen. Herr Jesus, danke, dass du gekommen bist, und danke für jeden hier, der sagen kann: Mir sind die Augen geöffnet worden, und ich habe den Herrn Jesus als Retter erkannt, als den von Gott gesandten Messias. Danke, Herr Jesus, dass dein Wort so klar ist, für jeden, der Klarheit haben will, und danke auch für all die Herrlichkeiten deiner Person, die wir heute wieder sehen durften. Und wir bitten dich, dass du uns dadurch auch ermutigst, den Weg weiterzugehen.

Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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