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Der Einzug in Jerusalem – Teil 6

Der Einzug in Jerusalem, Teil 6/7
20.02.2026Matthäus 21,10
SERIE - Teil 6 / 7Der Einzug in Jerusalem

Gott wird Mensch: Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter ist, Weg, Wahrheit und Leben.

Episode 681: Der Einzug in Jerusalem, Teil 6.

Jesus vor den Toren Jerusalems und die Reaktion der Pharisäer

Jesus befindet sich vor den Toren Jerusalems. Während seines Einzugs in die Stadt Davids ärgern sich die Pharisäer über die Jünger Jesu und versuchen, ihnen Einhalt zu gebieten.

 Lukas 19,39: „Und einige der Pharisäer aus der Volksmenge sprachen zu ihm: ‘Lehrer, weise deine Jünger zurecht.’“ Jesus geht jedoch nicht wirklich auf sie ein.

Es gibt einfach Momente, da ist ausgelassener Jubel so richtig und angesagt, dass jeder, der das nicht so sieht, kein ernstzunehmender Gesprächspartner mehr ist. Wenn der Schöpfer Gott Mensch wird und zum finalen Schlag gegen das Böse ausholt, indem er sich als den von den Propheten angekündigten, endgültigen Frieden bringenden König inszeniert, was soll die Schöpfung dann anderes tun als vor Begeisterung zu schreien?

 Lukas 19,40: „Und er antwortete und sprach zu ihnen: ‘Ich sage euch, wenn diese schweigen, so werden die Steine schreien.’“

Wie schon gesagt, die Theologen und die politische Elite verstehen nicht, was hier passiert. Das einfache Volk aber schon.

Die Volksmenge erkennt die Zeichen und folgt Jesus

 Johannes 12, Verse 17 und 18: Die Volksmenge, die bei Jesus war, bezeugte, dass er Lazarus aus dem Grab gerufen und ihn von den Toten auferweckt hatte. Darum ging auch die Volksmenge ihm entgegen, weil sie hörten, dass er diese Zeichen getan hatte.

Das einfache Volk kann die Zeichen, die Jesus tut, leicht deuten. Es ist ja auch nicht schwer zu verstehen: Ein Toter wurde zum Leben erweckt. Und Lazarus ist nicht der erste Tote, den Jesus auferweckt hat. Lazarus wohnt nur so nah bei Jerusalem, dass jeder Pilger auf dem Weg zum Passafest einfach bei ihm vorbeischauen kann.

Bei der Tochter des Jairus, dem Jüngling von Nain und den anderen Totenauferweckungen war das für die breite Masse nicht so leicht. Es ist logisch, was hier passiert: Einfache Leute überzeugen sich von der Echtheit der Totenauferweckung, beginnen an Jesus zu glauben und gehen ihm entgegen, als sie hören, dass er in die Stadt kommt.

Was sollte man auch sonst tun? Wie sollte man anders mit einem Rabbi umgehen, der nicht nur außergewöhnliche Predigten hält, sondern auch außergewöhnliche Zeichen tut? Ein Rabbi, in dessen Gefolge sich vielleicht noch Blinde befinden, die erst vor kurzem sehend geworden sind – ganz abgesehen von der Geschichte von dem Oberzöllner, der große Teile seines Besitzes weggegeben hatte.

Was ist das für ein Mann, der Tote auferweckt, Blinde sehend macht und Herzen von Habgier heilt? Das kann doch nur der Messias sein. Mindestens aber einer von den ganz großen Propheten. Die Volksmenge versteht das sofort, die Pharisäer verstehen gar nichts.

Die Resignation der Pharisäer angesichts der wachsenden Popularität Jesu

 Johannes 12,19: Da sprachen die Pharisäer zueinander: „Ihr seht, dass ihr gar nichts ausrichtet; siehe, die Welt ist ihm nachgegangen.“

Das ist Resignation pur. Alle bisherigen Versuche der Pharisäer, diesen Rabbi aus Nazareth zu diskreditieren und zu stoppen, sind kläglich gescheitert. Mit „Welt“ ist hier nicht die gesamte Menschheit gemeint, sondern die breite, sichtbare Öffentlichkeit in Jerusalem.

Natürlich verwendet Johannes den Begriff „Welt“ auch im Sinn von Menschheit. So heißt es zum Beispiel in Johannes 3,16: „Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“

Und in Johannes 17,9 sagt Jesus: „Ich bitte für sie, nicht für die Welt bitte ich, sondern für die, welche du mir gegeben hast, denn sie sind dein.“

„Welt“ kann also Menschheit bedeuten, doch die frustrierten Pharisäer formulieren hier bewusst übertrieben: „Ihr seht, dass ihr gar nichts ausrichtet. Die Welt ist ihm nachgegangen.“ Beides ist nicht wahr.

Natürlich haben die Versuche, Jesus schlecht zu machen, bei einigen Menschen Spuren hinterlassen. Und natürlich läuft nicht die ganze Welt Jesus hinterher.

Diese Worte sind die Klage von Pharisäern, die resignieren. Die Volksmenge hat sich Jesus angeschlossen. Seiner zunehmenden Popularität können sie nichts mehr entgegensetzen.

Die besondere Bedeutung des Einzugs Jesu in Jerusalem

 Matthäus 21,10: Und als er in Jerusalem einzog, kam die ganze Stadt in Bewegung und sprach: Wer ist dieser?

Jesus betritt die Stadt, und mit seinem Einzug geht ein Ruck durch Jerusalem. Es heißt hier: „Und als er in Jerusalem einzog, kam die ganze Stadt in Bewegung.“ Wir verstehen, was gemeint ist. Die Einwohner von Jerusalem werden von einer kollektiven Erregung erfasst – die ganze Stadt. Wieder handelt es sich um eine rhetorische Übertreibung, die der Veranschaulichung dient. Alle, oder zumindest viele, wollen wissen, wer dieser Jesus ist.

Interessant ist nun die Wortwahl. Dabei meine ich das Wort „Bewegung“. Es taucht nämlich gar nicht so oft im Neuen Testament auf, in den Evangelien nur bei Matthäus. Und auch er verwendet es nur dreimal:

 Matthäus 21,10: „Und als er in Jerusalem einzog, kam die ganze Stadt in Bewegung und sprach: Wer ist dieser?“

 Matthäus 27,51: „Und siehe, der Vorhang des Tempels zerriss in zwei Stücke, von oben bis unten, und die Erde erbebte.“ Hier haben wir das Wort „erbeben“ wieder, und die Felsen zerrissen.

 Matthäus 28,2-4: „Und siehe, da geschah ein großes Erdbeben, denn ein Engel des Herrn kam aus dem Himmel herab, trat hinzu, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Sein Ansehen aber war wie der Blitz und sein Gewand weiß wie Schnee. Aber aus Furcht vor ihm bebten die Wächter und wurden wie Tote.“

Die Erde erbebt, als Jesus am Kreuz stirbt. Die Wächter erbeben im Anschluss an die Auferstehung. Wenn also beim Einzug Jesu in Jerusalem die Stadt erbebt – nicht im Sinn eines Erdbebens, sondern im Sinn eines seelischen Rucks, der durch die Einwohner von Jerusalem geht – und Matthäus bewusst das Wort „erbeben“ verwendet, das sonst für heilsgeschichtliche Erschütterungen gebraucht wird, dann stellt er literarisch den Einzug Jesu in Jerusalem bewusst in eine Linie mit Kreuz und Auferstehung.

Was beim Einzug selbst passiert, ist dann auch mehr als nur ein unbedeutender Akt kollektiver Freude. Der Einzug wird als ein Moment mit besonderer heilsgeschichtlicher Bedeutung für die Stadt dargestellt. Gott ist gekommen, um erbeben zu lassen: zuerst die Stadt, dann die Schöpfung und zuletzt seine Feinde.

Die Entscheidung über Jesus und seine Sendung

Die Frage „Wer ist dieser?“ prägt die folgende Woche. Schritt für Schritt wird deutlich, wer der auf dem Eselsfohlen Reitende ist. Es ist niemand anderes als der verheißene König und Retter. Er ist der von Gott gesandte Heiland für alle Menschen.

Doch diese Sendung fordert eine Entscheidung. Wer ihn verwirft, verwirft Gottes Heimsuchung und stellt sich unter Gericht.

Was könntest du jetzt tun? Denke darüber nach, ob Jesus dich noch bewegt. So leicht starten wir als junge Christen voller Begeisterung. Doch oft verlieren wir diesen Schwung, wenn wir älter werden.

Abschluss und Segenswünsche

Das war es für heute.

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Der Herr segne dich. Erlebe seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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