Nachdem wir nun die vier Evangelien, die Apostelgeschichte und die
Paulusbriefe miteinander in der Übersicht angeschaut haben, kommen wir
heute zu den sogenannten allgemeinen Briefen. Wir haben 14 paulinische
Briefe, zwei mal sieben, und sieben allgemeine Briefe.
Jakobusbrief
Wir beginnen mit dem Jakobusbrief. Jakobus 1,1:
Jakobus, Knecht Gottes
und des Herrn Jesus Christus, den zwölf Stämmen, die in der Zerstreuung
sind, seinen Gruß!
Der Autor ist Jakobus, und zwar Jakobus, der Bruder des
Herrn. Ich habe auf den
Blättern eine ganze Reihe von Bibelstellen aufgeführt. In Matthäus 13,33 wird deutlich, dass einer der Brüder oder
Halbbrüder des Herrn Jakobus hieß. Nach Johannes 7 war er zunächst, wie
auch die übrigen Brüder, ungläubig. Das wird in den Versen 3-5 deutlich
gesagt:
Es sprachen nun seine Brüder zu ihm: "Ziehe von hinnen und geh nach
Judäa, auf dass auch deine Jünger deine Werke sehen, die du tust; denn
niemand tut etwas im Verborgenen und sucht dabei selbst öffentlich bekannt
zu sein. Wenn du diese Dinge tust, so zeige dich der Welt"; denn auch seine
Brüder glaubten nicht an ihn.
Er kam aber doch schließlich zum Glauben, 1. Korinther 15,7. Der Herr, der Auferstandene, ist insbesondere Jakobus
erschienen. Und dieser Jakobus hatte dann in der Gemeinde in Jerusalem eine
besondere, führende Rolle eingenommen. In Apostelgeschichte 15,13 auf dem
Apostelkonzil hat er auch ein besonders klärendes Wort gesprochen und in
Kapitel 21,18 wird deutlich, wie er in der Gemeinde in Jerusalem führend
war. Er wird dann noch in Galater 1,19 und 2,9.12 erwähnt.
Interessant ist ja, vor kurzem wurde ein Ossuarium, ein Beinhaus, gefunden, von denen man schon eine ganz stattliche Zahl aus dem 1. Jahrhundert gefunden hatte, und zwar mit der Aufschrift in aramäisch: «ja'akov ben joseph achui d'jeschua'», Jakob, Sohn des Joseph, Bruder Jesu. Und das ist doch sehr erstaunlich, weil normalerweise auf diesen Ossuarien üblich wäre, das da eben noch der Name des Vaters steht, ja'akov ben joseph, aber das da noch der Name des Bruders steht, ist höchst ungewöhnlich. Und wenn das gemacht worden ist, dann weil der Bruder besonders bekannt war. Und so hat man wirklich gute Gründe anzunehmen, dass dies das authentische Ossuarium von Jakobus ist, aus dem Jahr 62 oder 63 n. Chr.
Etwa um das Jahr 62 ist er gestorben, ich habe hier verwiesen auf die Dezemberausgabe 2002 von Biblical Archaeology Review. Dort ist dieser Fund ausführlich besprochen worden. Also ganz eindrücklich, dieser Hinweis auf den Herrn Jesus.
Interessant ist ja, vor kurzem wurde ein Ossuarium, ein Beinhaus, gefunden, von denen man schon eine ganz stattliche Zahl aus dem 1. Jahrhundert gefunden hatte, und zwar mit der Aufschrift in aramäisch: «ja'akov ben joseph achui d'jeschua'», Jakob, Sohn des Joseph, Bruder Jesu. Und das ist doch sehr erstaunlich, weil normalerweise auf diesen Ossuarien üblich wäre, das da eben noch der Name des Vaters steht, ja'akov ben joseph, aber das da noch der Name des Bruders steht, ist höchst ungewöhnlich. Und wenn das gemacht worden ist, dann weil der Bruder besonders bekannt war. Und so hat man wirklich gute Gründe anzunehmen, dass dies das authentische Ossuarium von Jakobus ist, aus dem Jahr 62 oder 63 n. Chr.
Etwa um das Jahr 62 ist er gestorben, ich habe hier verwiesen auf die Dezemberausgabe 2002 von Biblical Archaeology Review. Dort ist dieser Fund ausführlich besprochen worden. Also ganz eindrücklich, dieser Hinweis auf den Herrn Jesus.
Der Jakobusbrief richtet sich, wie wir gelesen haben, an die zwölf Stämme
Israels in der Zerstreuung. Gemeint ist hier natürlich an Judenchristen aus
den zwölf Stämmen Israels.
Ich muss dazu vielleicht noch folgendes klärend sagen: Nach Salomo wurde das Reich ja in zwei Nationen gespalten, nämlich in das Nordreich der zehn Stämme, Israel oder Ephraim genannt, und das Südreich der zwei Stämme Juda und Benjamin, das Reich Juda genannt. Aber es ist wichtig, in der Zeit der Könige gab es immer Überläufer von den zehn zu den zwei Stämmen hin, weil sie erkannten, dass Gott mit ihnen ist. Zum Beispiel kann man nachlesen in 2. Chronika 15 in der Zeit von Asa, dann in 2. Chronika 31 unter Hiskia, dass Leute aus verschiedenen Stämmen erwähnt werden, die ins Südreich übergegangen sind. Das heißt also, dass es schließlich im Südreich auch Leute aus allen zwölf Stämmen gab. Und so ist ja zum Beispiel die Prophetin Anna in Lukas 2 aus dem Stamm Asser, was uns ja dort berichtet wird. Und Paulus sagt in der Apostelgeschichte 26,7: "unser 12-stämmiges Volk dient Gott Tag und Nacht". Also man spricht zwar nominell von den Juden, auch damals schon, aber es gab Leute aus allen zwölf Stämmen.
Ich muss dazu vielleicht noch folgendes klärend sagen: Nach Salomo wurde das Reich ja in zwei Nationen gespalten, nämlich in das Nordreich der zehn Stämme, Israel oder Ephraim genannt, und das Südreich der zwei Stämme Juda und Benjamin, das Reich Juda genannt. Aber es ist wichtig, in der Zeit der Könige gab es immer Überläufer von den zehn zu den zwei Stämmen hin, weil sie erkannten, dass Gott mit ihnen ist. Zum Beispiel kann man nachlesen in 2. Chronika 15 in der Zeit von Asa, dann in 2. Chronika 31 unter Hiskia, dass Leute aus verschiedenen Stämmen erwähnt werden, die ins Südreich übergegangen sind. Das heißt also, dass es schließlich im Südreich auch Leute aus allen zwölf Stämmen gab. Und so ist ja zum Beispiel die Prophetin Anna in Lukas 2 aus dem Stamm Asser, was uns ja dort berichtet wird. Und Paulus sagt in der Apostelgeschichte 26,7: "unser 12-stämmiges Volk dient Gott Tag und Nacht". Also man spricht zwar nominell von den Juden, auch damals schon, aber es gab Leute aus allen zwölf Stämmen.
Zeit und Ort der Abfassung. Da Jakobus über Jahre hinweg eine führende
Rolle in Jerusalem spielte, ist anzunehmen, dass der Brief aus Jerusalem
stammt. Es wird überhaupt nicht auf Probleme mit den Gläubigen aus den
Heidenvölkern eingegangen und das könnte ein Hinweis sein, dass dieser
Brief noch vor diesem aufgebrochenen Problem aus Apostelgeschichte 15geschrieben worden ist, das heißt also vor 49 n. Chr. Aber genau
können wir das unmöglich festlegen. Es könnte also auch deutlich früher
gewesen sein, aber wohl nicht später als 49 n. Chr.
Die Grobstruktur sieht so aus:
I.) In Kapitel 1 geht es um den Glauben in
der Prüfung.
Jakobus beginnt damit: "Achtet es für lauter Freude, meine
Brüder, wenn ihr in mancherlei Versuchungen fallet." Und er spricht dann
über die Prüfung des Glaubens, die eben gute Früchte bringt. Also, der
Glaube in der Prüfung. Dann
II.), das stimmt mit Kapitel 2 überein, der
Glaube und seine guten Werke.
Jakobus macht deutlich, wenn man sagt: "ich
glaube!" und es hat keine Auswirkung im Leben, dann ist das kein wirklicher
Glaube. Der Glaube zeigt sich in guten Werken. Er verweist dabei auf
Abraham und auf Rahab. Das ist sehr erstaunlich, denn Abrahams gutes Werk
war die Bereitschaft, seinen Sohn zu opfern, und das gute Werk Rahabs war,
dass sie Landesverrat begangen hatte, die hat die Kundschafter aufgenommen.
Das ist eigentümlich, oder? Aber der Fall Abrahams war Gehorsam gegenüber
einem ausdrücklichen Gebot Gottes an ihn. Und im zweiten Fall war es die
Erkenntnis, dass Israel Gottes Volk ist und die Kanaaniter nun unter Gottes
Gerichtsurteil stehen. Also der Glaube, der sich Gottes Gebot
vollumfänglich unterstellt, auch wenn das gegen den guten Ton der Menschen
gehen würde.
III.) Der Glaube und die Zunge umfasst das ganze Kapitel 3.
Also auch im Sprechen zeigt sich der wahre Glaube, im Umgang mit der Zunge.
IV.) Der Glaube und die Trennung von der Welt, Kapitel 4.
Jakobus
verdeutlicht, Freundschaft mit der Welt ist Feindschaft gegen Gott.
Vielleicht hat man hier ein Problem, wenn man daran denkt, dass der Herr
Jesus ja ein Freund der Zöllner und der Sünder war, wie man ihm vorwarf.
Wie kann man das denn zusammen bringen? Das ist doch vorbildlich und hier
wird ganz deutlich gemacht, das geht nicht zusammen, Freundschaft mit der
Welt.
Nun, der Unterschied ist der: Der Herr Jesus war ein Freund der
Sünder, da geht es um die Menschen, die er gewinnen wollte für die Wahrheit
Gottes. Aber bei der Freundschaft mit der Welt geht es um ein satanisches
System. Mit Welt ist das System gemeint, das Satan benutzt, um die
Menschheit zu beherrschen. Das hat ein Dreipunkteprogramm nach 1. Johannes
2,15-16:
Liebet nicht die Welt, noch was in der Welt ist. Wenn jemand die
Welt liebt, so ist die Liebe des Vaters nicht in ihm; denn alles, was in
der Welt ist, die Lust des Fleisches und die Lust der Augen und der Hochmut
des Lebens, ist nicht von dem Vater, sondern ist von der Welt.
Das ist das
Dreipunkteprogramm der Welt. Und die drei Überschriften am Kreuz machen
auch deutlich, welche Kategorien die Welt umfassen. Die Überschriften
waren: Hebräisch, Latein und Griechisch. Hebräisch war die religiöse
Sprache, aber die der Religiösen, die Christus verwarfen. Griechisch war
die Sprache der Philosophen und der Wissenschaft und Latein war die Sprache
der Politik. Und Satan beherrscht alle diese Sparten. Obwohl Wissenschaft
an sich nicht schlecht ist und Religion nicht an sich, wenn der Mensch sich
unter Gottes Wort stellt und auch nicht Politik an sich. Aber in all diesen
Bereichen herrscht Satan durch das genannte Dreipunkteprogramm und da
müssen wir uns ganz klar trennen.
Also Liebe zum verlorenen Menschen, Liebe
zum Sünder, aber Hass gegenüber der Welt als System. Freund der Sünder, das
findet sich in Lukas 7,34.
V.) Der Glaube und das geduldige Ausharren,
Jakobus 5,1-12
Da wird über soziale Ungerechtigkeit gesprochen,
Arbeitgeber, die den Lohn vorenthalten. Die schreien zu den Ohren des Herrn
Zebaoth. Und es geht um das Ausharren und warten bis die Wiederkunft
Christi erfolgt.
VI.) Der Glaube und das wirksame Gebet, Jakobus 5,13-20
Da steht dann besonders Elia im Blickfeld, Elia, der gleiche seelische
Gemütsbewegungen hatte wie wir und trotzdem im vollen Glauben betete und
Erhörung erfuhr. Der Jakobusbrief betont also den Glauben, der sich
praktisch im Leben, im Alltag, auswirkt.
1. Petrusbrief
Dann kommen wir zum 1. Petrusbrief. Kapitel 1,1 macht deutlich, wer der
Autor ist und auch gleich die Adressaten. 1. Petrus 1,1-2:
Petrus,
Apostel Jesu Christi, den Fremdlingen von der Zerstreuung von Pontus,
Galatien, Kappadocien, Asien und Bithynien, auserwählt nach Vorkenntnis
Gottes, des Vaters, durch Heiligung des Geistes, zum Gehorsam und zur
Blutbesprengung Jesu Christi: Gnade und Friede sei euch vermehrt!
Der
Apostel Petrus ist der Verfasser und er richtet sich an Leute, an Gläubige
in der Zerstreuung, griechisch Diaspora. Das ist der Fachausdruck für
Juden, die zerstreut im Ausland leben. Also der Ausdruck Diaspora macht
schon deutlich, dass es hier um Juden geht. Das entspricht auch den
Erklärungen in Galater 2,7-9, dass der Apostel Petrus speziell unter den
Juden seinen Auftrag hatte. Paulus war in Jerusalem, hat Petrus und andere
getroffen. Also Galater 2,7-9:
Sondern im Gegenteil, als sie sahen, dass
mir das Evangelium der Vorhaut anvertraut war, gleichwie Petrus das der
Beschneidung, (denn der, welcher in Petrus für das Apostelamt der
Beschneidung gewirkt hat, hat auch in mir in Bezug auf die Nationen
gewirkt) und als sie die Gnade erkannten, die mir gegeben ist, gaben
Jakobus und Kephas und Johannes, die als Säulen angesehen wurden, mir und
Barnabas die Rechte der Gemeinschaft, auf dass wir unter die Nationen, sie
aber unter die Beschneidung gingen.
Also, die Adressaten leben in
verschiedenen Provinzen, wie wir gelesen haben, und zwar in Provinzen, die
sich in der heutigen Türkei befinden.
Zeit und Ort der Abfassung. Das war ca. 63/64 n. Chr., denn Petrus
spricht ausdrücklich über das Feuer der Verfolgung. 1. Petrus 4,12-14:
Geliebte, lasst euch das Feuer der Verfolgung unter euch, das euch zur
Versuchung geschieht, nicht befremden, als begegne euch etwas Fremdes;
sondern insoweit ihr der Leiden des Christus teilhaftig seid, freuet euch,
auf dass ihr auch in der Offenbarung seiner Herrlichkeit mit Frohlocken
euch freuet. Wenn ihr im Namen Christi geschmäht werdet, glückselig seid
ihr! denn der Geist der Herrlichkeit und der Geist Gottes ruht auf euch.
Unter Kaiser Nero begann ja die erste Christenverfolgung und so könnten wir
dieses Schreiben auf diese Zeit ansetzen. In Kapitel 5,13 grüßt Petrus:
Es grüßt euch die Miterwählte in Babylon und Markus, mein Sohn.
Babylon
ist also der Ort der Abfassung. Es gibt Ausleger, die sagen, das ist
wahrscheinlich ein versteckter Hinweis auf Rom. Petrus wäre also damals in
Rom gewesen und hätte aus Sicherheitsgründen eben nicht Rom, sondern
Babylon geschrieben. Es ist aber zu sagen, dass Babylonien in dieser Zeit
ein sehr wichtiger Ort war mit einer großen jüdischen Konzentration. Das
Wort Babylon kann die Stadt Babylon bedeuten, die es übrigens damals noch
gab, oder das Land Babylonien, das heißt der heutige Südirak. Es ist
wirklich gekünstelt, dass Petrus nicht Rom schreiben könnte in dem Brief,
sondern stattdessen Babylon setzen müsste, denn das trägt ja nicht wirklich
zur Sicherheit bei. Wenn er in der Gemeinde in Rom predigte, dann war das
sowieso bekannt, er konnte ja nicht versteckt sein. Und wenn der Brief ja
weg ging von Rom, was schützt das ihn, wenn man dann in der Türkei nicht
recht weiß, wo er ist. Denn der Gefahrenort ist ja in Rom selber. Also das
wirkt ein bisschen gekünstelt. Man könnte also durchaus davon ausgehen,
dass Babylonien gemeint ist, weil dort eine große, wichtige jüdische
Gemeinde war, unter der er seinen Aposteldienst der Beschneidung ausüben
konnte.
Zur Grobstruktur. Es ist mir vor Jahren aufgefallen, dass der Brief sich
eigentlich ausrichtet nach der Struktur der fünf Bücher Mose, also nach der
Thora. Und zwar in dem ersten Abschnitt
I.), in Kapitel 1, 1-12, das dem 1.
Buch Mose entspricht, da geht es um Leben aus Gott.
Also Gott, der neues
Leben durch die Wiedergeburt bewirkt hat. Es geht hier um das Erbteil der
Gläubigen und weiter um Glaubensprüfungen. Nun, das sind genau die Themen
des 1. Buches Mose, wo Gott das Leben erschafft, das natürliche Leben, und
Adam zu einer lebendigen Seele macht. Es ist das Buch, in dem das Erbteil
Israels in vielen Verheißungen an Abraham gegeben und dann auch an Isaak
und Jakob bestätigt wird. Und es ist das Buch, das das Kapitel mit dem
Höhepunkt der Glaubensprüfung Abrahams hat. Das ist ja das Zentrum im 1. Buch
Mose, 1. Mose 22. Dann Teil
II.), Kapitel 1, 13-25
Vers 13:
Deshalb umgürtet die Lenden
eurer Gesinnung, seid nüchtern und hoffet völlig auf die Gnade, die euch
gebracht wird bei der Offenbarung Jesu Christi.
Also Lenden gürten, das
heißt sich für den Aufbruch bereit machen. Die Kleider in der alten Welt
waren ja weite Kleider. Zu Hause hat man den Gürtel offen gelassen, weil
das angenehmer war. Aber sobald man aufbrach, hat man den Gürtel
geschnallt, das heißt also Bereitschaft zum Aufbruch. Deshalb umgürtet die
Lenden, heißt Bereitschaft zum Aufbruch im Blick auf die Wiederkunft
Christi. Dann lesen wir in Vers 17b-19:
So wandelt die Zeit eurer
Fremdlingsschaft in Furcht, indem ihr wisset, dass ihr nicht mit
verweslichen Dingen, mit Silber oder Gold, erlöst worden seid von eurem
eitlen, von den Vätern überlieferten Wandel, sondern mit dem kostbaren
Blute Christi, als eines Lammes ohne Fehl und ohne Flecken.
Das zentrale
Opferkapitel in 2. Mose ist das Passahlamm. Und das musste man so essen, 2. Mose 12: Die Lenden gegürtet, den Stock in der Hand, in Eile. Und es ging
darum, das Blut musste zum Schutz an die Türpfosten angebracht werden. Also
Aufbruch, das Blut des Lammes, charakterisiert die Verse 13,25. Dann
III.) Kapitel 2, 1-10. Da geht es um das heilige und königliche
Priestertum.
Kapitel 2,4:
Zu welchem kommend, als zu einem lebendigen
Stein, von Menschen zwar verworfen, bei Gott aber auserwählt, kostbar,
werdet auch ihr selbst, als lebendige Steine, aufgebaut, ein geistliches
Haus, ein heiliges Priestertum, um darzubringen geistliche Schlachtopfer,
Gott wohlannehmlich durch Jesum Christum.
Das 3. Buch Mose ist das Buch
des Priesterdienstes und der Opfer. Da haben wir also das heilige
Priestertum und in Vers 9a:
Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein
königliches Priestertum, eine heilige Nation
IV.) Dann kommt inhaltlich wieder ein neuer Abschnitt, der Wandel unter
den Heiden, Kapitel 2, 11-3, 7.
Hier beginnt es mit:
Geliebte, ich ermahne
euch als Fremdlinge und als die ihr ohne Bürgerrecht seid, dass ihr euch
enthaltet von den fleischlichen Lüsten, welche wider die Seele streiten,
indem ihr euren Wandel unter den Nationen ehrbar führet.
Das 4. Buch Mose
ist das Buch der Wüstenwanderung, das Buch des Wandels. Und hier wird
gesprochen über den Wandel, den ehrbaren Wandel unter den Nationen. Die
Verbindung von Wüste und Nationen kann man sehr direkt machen. In Hesekiel
20 wird der Begriff «die Wüste der Nationen» gebraucht. Und hier geht es
also um konkrete Anweisungen, wie sich Christen in dieser Welt verhalten
sollen gegenüber der Obrigkeit, gegenüber Arbeitgebern, in der Ehe, gerade
dann wenn es schwierig ist zwischen den Ehepartnern. Das ist das Buch des
Wandels durch die Wüste.
V.) Das wird abgeschlossen in Kapitel 3, 8 mit einer ganz präzisen
Auflistung von einzelnen Geboten:
Endlich aber seid alle gleichgesinnt,
mitleidig, voll brüderlicher Liebe, barmherzig, demütig, und vergeltet
nicht Böses mit Bösem, oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern im Gegenteil
segnet, weil ihr dazu berufen worden seid, dass ihr Segen ererbet.
Im 5.
Buch Mose geht es um die acht Abschiedsreden des Gesetzgebers. Da werden
noch einmal die Gebote aufgeführt und auf die neue Situation im Land
angewendet. Also Gottes Gebote werden hier abschließend nochmals neu
vorgestellt und aktualisiert. Das entspricht also hier diesen ganz
konkreten Ermahnungen bis Vers 12.
I.) Dann beginnt ein neuer Zyklus mit Kapitel 3,13-22.
In diesem
Abschnitt geht es um die Sintflut und ihre geistliche, neutestamentliche
Bedeutung, also Noahs Arche aus dem 1. Buch Mose wird hier geistlich
ausgedeutet.
II.) Kapitel 4,1-6.
Verse 1-2:
Da nun Christus [für uns] im Fleische
gelitten hat, so waffnet auch ihr euch mit demselben Sinne; denn wer im
Fleische gelitten hat, ruht von der Sünde, um die im Fleische noch übrige
Zeit nicht mehr den Lüsten der Menschen, sondern dem Willen Gottes zu
leben. Denn die vergangene Zeit ist [uns] genug, den Willen der Nationen
vollbracht zu haben, indem wir wandelten in Ausschweifungen, Lüsten,
Trunkenheit, Festgelagen, Trinkgelagen und frevelhaften Götzendienereien.
Also jetzt ist genug mit dem Leben in Ägypten, jetzt beginnt etwas ganz
Neues. Entspricht also sehr schön dem 2. Buch Mose, wo wir zuerst die
Versklavung der Israeliten unter dem Pharao in Ägypten finden und dann die
Befreiung durch das Opfer des Lammes. Und hier ist auch der Wendepunkt: Da
nun Christus für uns gelitten hat. Also da gibt es eine Wende, ein völlig
neues Leben.
III.) Dann kommen wir zu Kapitel 4, 7-11
Es geht hier ganz konkret um
den Dienst für Gott und das entspricht wieder dem Priesterdienst im 3. Buch
Mose.
IV.) Kapitel 4, 12-19. Da geht es um Verfolgung, das Feuer der Verfolgung
und es geht auch darum, dass das Gericht Gottes am Haus Gottes anfängt.
Also Gott richtet sein Volk. Das ist genau das Thema des 4. Buches Mose, wo
Gott in der Wüste immer wieder Israel als das Volk Gottes richtet, weil es
ungehorsam war.
V.) Das entspricht dem Kapitel 5.
Da wird nochmals an verschiedene
Gruppen in der Gemeinde konkrete Ermahnungen abgegeben und das entspricht
dem 5. Buch Mose.
Das heißt übrigens nicht, dass das die einzig mögliche Einteilung ist.
Denn Gottes Wort ist nicht nur ein- oder zweidimensional. Man muss sich die
Bibel vielmehr dreidimensional vorstellen, so dass auch die Strukturierung
der Bücher unter verschiedenen Gesichtspunkten möglich ist, so dass nicht
eine Strukturierung die andere zwingend ausschließt. Aber das ist eine
Einteilung, die sich effektiv aus der Struktur des Textes in Vergleich mit
den fünf Büchern Mose ergibt.
2. Petrusbrief
Wir gehen jetzt zum 2. Petrusbrief. Auch der ist von Petrus verfasst,
Kapitel 1,1, und zwar wieder an die gleichen Judenchristen in den
verschiedenen Provinzen der heutigen Türkei. Kapitel 3,1:
Diesen zweiten
Brief, Geliebte, schreibe ich euch bereits, in welchen beiden ich durch
Erinnerung eure lautere Gesinnung aufwecke.
Also da merkt man, dass der
zweite Brief an die gleichen Adressaten wie der erste Brief gerichtet ist.
Zeit und Ort der Abfassung: 66-67 n. Chr. und zwar aus der
Todeszelle in Rom. Kapitel 1,13-14:
Ich halte es aber für recht, solange
ich in dieser Hütte bin, euch durch Erinnerung aufzuwecken, da ich weiß,
dass das Ablegen meiner Hütte bald geschieht, wie auch unser Herr Jesus
Christus mir kundgetan hat.
Also er wusste, ich stehe vor dem Tod. Genau
so wie 66/67 n. Chr. der Apostel Paulus im 2. Timotheusbrief wusste,
dass das Martyrium vor ihm stand, Kapitel 4,7: "Ich habe den Lauf
vollendet, fortan liegt mir bereit die Krone der Gerechtigkeit." Das war
also in der gleichen Zeit, als Paulus geköpft wurde, dass Petrus dann
gekreuzigt wurde, weil er eben kein römisches Bürgerrecht hatte wie Paulus.
Weil Paulus römischer Bürger war, durfte er nicht gekreuzigt werden,
sondern wurde gnädigerweise enthauptet. Aber Petrus wurde gekreuzigt. Und
wir lesen da in Kapitel 1,14: "Wie auch unser Herr Jesus Christus mir
kundgetan hat." Da bezieht er sich auf das prophetische Wort seines Herrn,
das uns in Johannes 21 überliefert ist, wo der Auferstandene in Vers 18
sagt:
Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Als du jünger warst, gürtetest du
dich selbst und wandeltest, wohin du wolltest; wenn du aber alt geworden
bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten
und hinbringen, wohin du nicht willst. Dies aber sagte er, andeutend, mit
welchem Tode er Gott verherrlichen sollte.
Also Petrus wusste um dieses
Wort und wusste nun um die bevorstehende Erfüllung. Und das gibt diesem 2.
Petrusbrief ein sehr ernstes, feierliches Gepräge. Es ist das Testament des
Petrus aus der Todeszelle. Ein letztes Vermächtnis des Erlösten.
Die Grobstruktur.
I.) Kapitel 1,1-11: Ermahnung zu Wachstum im Glauben
Man beachte diese Verkettung von verschiedenen Tugenden des Glaubens, die
zum Wachstum gehören.
II.) Kapitel 1,12-21: Zur Bedeutung der Prophetie.
Petrus macht aufmerksam, wie wichtig es ist, auf das prophetische Wort zu
achten, das wir haben als eine Lampe, die an einem dunklen Ort scheint.
III.) Kapitel 2: Warnung vor Irrlehrern.
Und insbesondere vor Irrlehrern,
die Unmoral und einen leichten Lebenswandel in die Gemeinde hineinbringen.
IV.) Kapitel 3: Prophetischer Ausblick.
Petrus betont, dass es so wichtig
ist auf das prophetische Wort zu achten, auf die Verheißung der Wiederkunft
Christi und er geht dann über das Kommen des Herrn hinaus bis zur Auflösung
des Kosmos und der Erschaffung eines neuen Himmels und einer neuen Erde.
Übrigens, interessant in dem Zusammenhang Kapitel 3,10:
Es wird aber
der Tag des Herrn kommen wie ein Dieb, - Der Tag des Herrn ist die
Erscheinung Christi als Richter dieser Welt. - an welchem die Himmel
vergehen werden mit gewaltigem Gekrach, die Elemente aber im Brande werden
aufgelöst und die Erde und die Werke auf ihr verbrannt werden.
Jetzt
könnte man denken: Aha, bei der Wiederkunft Christi wird die Welt
untergehen. Nein, sondern der Tag des Herrn dauert von dem Kommen des Herrn
Jesus in Herrlichkeit bis an das Ende des 1000-jährigen Reiches. Das ist
der Tag des Herrn, das heißt, dieser Zeitabschnitt in der Heilsgeschichte,
wo Gott sich als Herr dieser Erde erweist. Und eben an diesem Tag, ganz am
Ende, werden Himmel und Erde aufgelöst werden, die Elemente im Brand werden
aufgelöst.
Das ist schon interessant, weil die gescheiten, alten griechischen Philosophen ja an Atome glaubten. Das ist ja ein griechisches Wort, átomos, das Unteilbare. Die glaubten also, die Elemente sind die letzte Einheit. Aber Petrus schreibt, die Elemente werden aufgelöst werden. Und er gebraucht übrigens nicht das Wort átomos, átomoi für Elemente, sondern er gebraucht das Wort stoichoi. Dieses Wort kennen wir aus der Chemie, die Stöchiometrie. Das ist die Lehre der Zusammensetzung der Atome. Das kommt also von diesem Wort stoichoi. Und Petrus sagt, die werden aufgelöst werden. Das so nebenbei.
Das ist schon interessant, weil die gescheiten, alten griechischen Philosophen ja an Atome glaubten. Das ist ja ein griechisches Wort, átomos, das Unteilbare. Die glaubten also, die Elemente sind die letzte Einheit. Aber Petrus schreibt, die Elemente werden aufgelöst werden. Und er gebraucht übrigens nicht das Wort átomos, átomoi für Elemente, sondern er gebraucht das Wort stoichoi. Dieses Wort kennen wir aus der Chemie, die Stöchiometrie. Das ist die Lehre der Zusammensetzung der Atome. Das kommt also von diesem Wort stoichoi. Und Petrus sagt, die werden aufgelöst werden. Das so nebenbei.
1. Johannesbrief
Nun kommen wir zum 1. Johannesbrief. Der Autor wird im Brief nicht
genannt, aber wir wissen das aus der frühchristlichen Überlieferung, die
uns eben sehr viel historisch wichtige Informationen darüber liefert, wer
welche Schreiben verfasst hat, manchmal auch wann und wo. Wie man an diese
Informationen herankommt, habe ich schon früher erklärt. Ich erinnere an
die Bibliographie in dem letzten Teil (Überblick NT, Teil 2), die beiden
Bände von Erich Mauerhofer Einleitung ins Neue Testament. Dort findet man
all die Informationen schön zusammengestellt. Der Apostel Johannes ist der
Autor.
Die Adressaten sind Judenchristen, das entspricht Galater 2,9. Das
haben wir doch vorhin gelesen. Petrus, also Kephas, Jakobus und Johannes,
die als Säulen angesehen wurden, hatten den Auftrag, unter der Beschneidung
zu wirken, während Paulus und Barnabas unter den Heiden wirkten. Also das war der erste Auftrag des Johannes, die Judenchristen, ihnen zu dienen.
Und das hilft nun auch, die schwierige Stelle in Kapitel 2,1-2 zu
verstehen.
Meine Kinder, ich schreibe euch dieses, auf dass ihr nicht
sündiget; und wenn jemand gesündigt hat, wir haben einen Sachwalter bei dem
Vater, Jesum Christum, den Gerechten. Und er ist die Sühnung für unsere
Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die ganze
Welt.
Da kommen jetzt die Allversöhner und sagen: Seht ihr! Christus ist
die Sühnung für uns Gläubige, aber nicht nur für uns Gläubige, sondern auch
für die ganze Welt. Das ist Allversöhnung. Nun, aber Johannes schreibt an
Judenchristen. Und er erklärt: Schaut, das Opfer des Jom Kippur ist
Christus, aber nicht mehr nur für uns Juden, sondern auch im Blick auf die
Heidenwelt. Nicht nur für die Judenchristen, sondern auch für
Heidenchristen. Das ist die ganz einfache Lösung dieses Problems. So ist
diese Stelle zu verstehen. Allversöhnung ist und bleibt eine schlimme
Irrlehre.
Zeit und Ort der Abfassung. Wir müssen diese Briefe an das Ende des
Lebens des Apostels setzen, das heißt so um 90-100 n. Chr., höchst
wahrscheinlich aus Ephesus. Das ist zwar außerhalb von Israel, aber dort
gab es ja viele Juden. Und da tat Johannes auch seinen Dienst weiterhin
unter den Judenchristen. Also wir haben es hier zu tun mit einem alten
Mann. Wenn er so alt war wie der Herr damals in den Evangelien, dann wäre
er hier etwa 90-100 Jahre alt gewesen. Es könnte auch sein, dass er ein
bisschen jünger war als der Herr, aber dann wäre er doch immer noch im
Bereich von 80-90 Jahren, was natürlich weit über der allgemeinen
Lebenserwartung stand. Denn Paulus nennt sich ja schon im Philemonbrief,
als etwa 60jähriger, ich Paulus, der Alte. Es geht mir nur darum zu zeigen,
Johannes, ein ganz alter Mann, der in einem Rückblick von etwa 60 Jahren,
auf die Ereignisse, die er damals mit dem Herrn und den anderen Aposteln
erlebt hatte, über diese Dinge ein letztes abschließendes Wort spricht.
