Generierte Mitschrift
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Einleitung und thematische Eingrenzung
Das Thema heute Morgen hatte ich auf der Einladung umschrieben mit Hinduismus und Buddhismus im Licht der Bibel. Im Nachhinein habe ich mir dann doch überlegt, dass es zu viel ist, in zwei Stunden zwei Weltreligionen durchzunehmen. Das wäre eine unnötige Hetze. So habe ich mich entschieden, mich heute Morgen auf den Hinduismus zu beschränken.
Und schon das ist ja ein gewaltiges, breites Thema, das man an einem Morgen nur in der Übersicht behandeln kann. Ich lese nochmals vor, wie ich auf der Einladung das Thema umschrieben habe:
Das einstige christliche Abendland ist von Ideen aus östlichen Religionen überflutet worden. Der in 2. Thessalonicher 2,3 angekündigte große Abfall ist voll im Gang. Immer mehr Menschen im Westen glauben an Reinkarnation und Selbstverwirklichung. Eine gute Kenntnis der Grundlagen des Hinduismus im Licht der Bibel ist eine nützliche Hilfe, um Mitmenschen in unserer Gesellschaft die erschreckenden Hintergründe ihrer eigenen Vorstellungen aufzuzeigen und die Einzigartigkeit des Evangeliums von Jesus Christus wirkungsvoll zu erklären.
Der Ausdruck der große Abfall, 2. Thessalonicher 2,3, hat folgenden Hintergrund: Die Thessalonicher im ersten Jahrhundert waren unter den Einfluss von Irrlehren gekommen, die gesagt haben: Jetzt sind wir bereits in der Endzeit, ihr seid in der Verfolgung, in der großen Drangsal, der Tag des Herrn ist angebrochen. Dann sagt Paulus: Das ist alles überhaupt nicht wahr. Bevor nämlich der Tag des Herrn und diese große Drangsal anbricht, muss zuerst der Antichrist auftreten, und zuvor muss der große Abfall stattfinden.
Nun, wenn wir heute zweitausend Jahre Kirchengeschichte überblicken können, dann können wir einiges über dieses Thema des großen Abfalls sagen. Der größte Bruch im abendländischen Denken hat stattgefunden ab dem siebzehnten Jahrhundert mit der Aufklärungszeit. Die Reformation zuvor im sechzehnten Jahrhundert hat viele unzählige Menschen in Europa zurück zur Bibel geführt. Dann kam der Gegenangriff mit der Aufklärungszeit, wo in der intellektuellen Welt massenhaft ein Abfall von dem Gott der Bibel und von seinem Wort stattgefunden hat.
Das hat sich philosophiegeschichtlich weiterentwickelt, und im zwanzigsten Jahrhundert ist das, was in der Aufklärung vorbereitet worden ist, breit in die Volksmasse hineingekommen. So erleben wir heute diesen großen Abfall von Millionen, die sich von dem Gott der Bibel abwenden. Aber in dieses Vakuum muss etwas hineinkommen, und da spielen unter anderem gerade die östlichen Religionen eine hervorragende Rolle. Darum ist es sehr wichtig, dass man diese östlichen Religionen auch etwas kennt und im Licht der Bibel beurteilen kann.
Ich hoffe, alle haben das Blatt vor sich. Wem fehlt das noch? Das Blatt „Der Hinduismus im Licht der Bibel“ wird hier ausgeteilt.
Zunächst einige Bemerkungen zum Ursprung des Hinduismus.
Herkunft und geschichtlicher Hintergrund
Der Hinduismus ist das Produkt aus vielen Stammesreligionen. Er ist also nicht einfach irgendeine Religion und hat auch nicht einfach irgendeinen Ursprung, sondern er ist das Ergebnis vieler Stammesreligionen: einerseits der dunkelhäutigen Urbewohner Indiens und andererseits der zugewanderten hellhäutigen Arier.
Die Arier, die in alter Zeit eingewandert sind, waren Jaffetiten, also Nachkommen von Jaffet. Seine Nachkommen haben sich hauptsächlich nach Europa ausgebreitet, aber es gab auch im Vorderen Orient Jaffetiten. Das sind diese hellhäutigen Arier, die nach Indien eingedrungen sind. Man nimmt wohl zu Recht an, dass dieses Geschehen um 1800 bis 1500 vor Christus stattfand, also im Vergleich zur Bibel in der Zeit der Patriarchen bis zum Auszug aus Ägypten. Das war die Zeit, als diese halbbarbarischen Arier wahrscheinlich von Persien her ins Indusgebiet eingedrungen sind.
Damals gab es bereits eine hochstehende Induskultur, eine Hochzivilisation der Urbewohner. Diese wurde nach und nach durch die Arier zerstört. Die Arier waren militärisch überlegen. Sie wollten sich in ihrem Stolz und in ihrem Selbstbewusstsein nicht mit den Urbewohnern mischen. Das ist übrigens die Wurzel für das später entstandene Kastenwesen, in dem die Gesellschaft in strenge Kasten geteilt ist, die unüberschreitbar sind.
Die Arier pflegten einen Götter- und Opferkult. Tempel und ähnliche Dinge waren ihnen nicht von Bedeutung, sondern einfach die Götter und die Opfer. Diese Riten, die sie ausgeübt haben, sind in den ältesten hinduistischen Schriften, in den Veden, beschrieben. Wir werden dann weiter noch von den Veden sprechen. Der Ausdruck Veda heißt eigentlich Wissen, und zwar ist damit das Wissen um die Götter gemeint.
Was die Götter der Arier anbetrifft, so waren es Naturgötter. Der Himmel, der Mond, die Sonne, das Feuer usw. wurden als Götter verehrt. Mit der Zeit kam es zu einer Religionsvermischung. Das heißt, die Arier haben auch begonnen, die vielen Götter der Urbevölkerung zu übernehmen und in ihre Vorstellungen zu integrieren. So hat es also eine gewaltige Religionsvermischung gegeben.
Jetzt wollen wir das im Licht der Bibel untersuchen. Dazu müssen wir zurückgehen auf 1. Mose 11. Dort haben wir die Urgesellschaft nach der Sintflut. Das haben wir ja vor einiger Zeit an einem Bibelstudientag näher angeschaut, näher betrachtet, in den Kapiteln 1 bis 11 der Bibel. Wir finden in 1. Mose 11 die Urgesellschaft, die in Babel, also im heutigen Irak, einen Turm gebaut hat, der religiöse Bedeutung hatte. Es ging dort um die Abwendung von dem einen wahren Gott und um die Verehrung von Naturgöttern.
Dieser Turm von Babel, der später noch viele Male kopiert wurde im Nahen Osten, wurde etwa zwei Dutzend Mal als Sicuratu, also als Stufenturm, ausgegraben. Das waren eigentlich Tempeltürme, auf deren Spitze dann ein Heiligtum für irgendeinen Naturgott aufgebaut war. Also da hat sich die Urgesellschaft von dem einen Gott abgewandt, aber den Naturgöttern und der Ausübung der Magie zugewandt.
In Jesaja 47,12 heißt es in Bezug auf Babel oder Babylon, Babel habe von Jugend an Magie getrieben. Die Jugend Babels findet man in 1. Mose 11. Also die ganze Geschichte mit dem Turm von Babel hat mit Magie, Okkultismus und Abgötterei sehr direkt zu tun. Mit der Sprachenverwirrung und der Zerstreuung der Völker, die darauf gefolgt sind, berichten 1. Mose 10 und 11. Damit begann die Zeit, die Paulus in Apostelgeschichte 17,30 die Zeit der Unwissenheit nennt.
Ganz eindrücklich wird die Entstehung der Religionen im Licht der Bibel in Römer 1,18 beschrieben. Ich lese das vor aus der Neuen Genfer Übersetzung; dieser Abschnitt ist besonders schön übersetzt. Wie sieht die Bibel die Entstehung der Religionen? Römer 1,18:
Gott lässt nämlich auch seinen Zorn sichtbar werden. Vom Himmel her lässt er ihn über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen hereinbrechen. Denn mit dem Unrecht, das sie tun, treten sie die Wahrheit mit Füßen. Dabei ist doch das, was man von Gott erkennen kann, für sie deutlich sichtbar. Er selbst hat es ihnen vor Augen gestellt. Seit der Erschaffung der Welt sind seine Werke ein sichtbarer Hinweis auf ihn, den unsichtbaren Gott, auf seine ewige Macht und sein göttliches Wesen. Die Menschen haben also keine Entschuldigung. Denn trotz allem, was sie über Gott wussten, erwiesen sie ihm nicht die Ehre, die ihm zukommt, und blieben ihm den Dank schuldig. Sie verloren sich in sinnlosen Gedankengängen, und in ihren Herzen, denen jede Einsicht fehlte, wurde es finster. Weil sie sich für klug hielten, sind sie zu Narren geworden. An die Stelle der Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes haben sie das Abbild des vergänglichen Menschen und die Abbilder von Vögeln, vierfüßigen Tieren und Kriechtieren gesetzt. Deshalb hat Gott sie den Begierden ihres Herzens überlassen und der Unsittlichkeit preisgegeben, so dass sie ihre eigenen Körper entwürdigten. Denn sie vertauschten die Wahrheit, die Gott sie hatte erkennen lassen, mit der Lüge. Sie verehrten das Geschaffene und dienten ihm statt dem Schöpfer, der doch für immer und ewig zu preisen ist. Amen.
Paulus sagte weiter in Apostelgeschichte 14,16, als er einen heidnischen Stamm besucht hatte, dass dieser Gott, der die Menschen ebenso zerstreut hatte, sie nicht einfach vergessen hatte. In Apostelgeschichte 14 lese ich Vers 15 und 16:
Männer, warum tut ihr dieses? Sie wollten nämlich Paulus und seinen Freund Barnabas göttlich verehren. Auch wir sind Menschen von gleichen Empfindungen wie ihr und verkündigen euch, dass ihr euch von diesen nichtigen Götzen bekehren sollt zu dem lebendigen Gott, welcher den Himmel und die Erde und das Meer gemacht hat und alles, was in ihnen ist, der in den vergangenen Geschlechtern alle Nationen in ihren eigenen Wegen gehen ließ. Wiewohl er sich doch nicht unbezeugt gelassen hat, indem er Gutes tat und euch vom Himmel Regen und fruchtbare Zeiten gab, eure Herzen mit Speise und Fröhlichkeit erfüllend.
Also erklärt Paulus: Gott hat die Völker der Welt in dieser Zeit der Unwissenheit ihren eigenen Weg gehen lassen, aber er hat sie nicht vergessen und ihnen nach wie vor immer wieder Gutes erwiesen.
Nun, das zum Ursprung der Religionen allgemein und des Hinduismus im Speziellen. Wir haben also den Hinduismus einige Zeit nach der Zerstreuung und Wegwanderung der Urstämme aus Babylon anzusiedeln.
Pluralität, Toleranz und religiöse Vermischung
Jetzt kommen wir zu einem wichtigen Aspekt des Hinduismus, den ich mit Pluralismus umschrieben habe. Der Hinduismus ist nämlich eine Sammlung vieler Religionen, und das erklärt auch diese enormen Gegensätze. Man findet zum Beispiel im Hinduismus spitzfindige, intellektualistische Religionsphilosophie, aber auf der anderen Seite auch ganz primitive Opferkulte und asketische Übungen usw.
Das hängt damit zusammen, dass der Hinduismus an sich überhaupt offen ist für jegliche neue Religiosität und alles aufsaugt, bis in die heutige Zeit, um sich damit zu bereichern. Der Hinduismus ist also eine ständige Weiterentwicklung, während das Alte bleibt. Darum kann man sagen: Der Hinduismus ist ein riesiges Religionsmuseum. Man findet alles, was von dieser ganzen Geschichte von fast viertausend Jahren konserviert nebeneinander steht. Das Alte blieb, und dauernd ist Neues dazugekommen.
Es gibt in dieser Religion Angebote für alle Bedürfnisse. Es ist auch die Meinung, jeder kann sich aussuchen, was ihm persönlich passt. Und darum kann man auch keine hinduistische Dogmatik schreiben. Das geht gar nicht, denn der Hinduismus kann gar nicht auf einen Nenner gebracht werden, und Widersprüche stören ihn, also den Hindu, überhaupt nicht. Für den Hindu sind Widersprüche eigentlich Ausdruck wahrer Religiosität.
Das ist unserem abendländischen Denken natürlich sehr fremd. Wir beharren auf Logik und auf strenger, widerspruchsfreier Abfolge. Aber das stört den Hindu gar nicht, denn er schaut das aus einer ganz anderen Perspektive an. Und auch in unserer Gesellschaft kommt das nun immer mehr, denn wir wissen, dass das 20. Jahrhundert im Abendland gerade vom pluralistischen Denken geprägt ist. Alles Mögliche kann, soll und muss nebeneinander existieren. Darum ist natürlich das Abendland heute auch sehr offen für diese östliche Religion.
Heute steht in unserer Gesellschaft die neue Toleranz im Vordergrund. Sie toleriert alles, außer Absolutheitsansprüche. Das ist auch nicht ganz logisch: Man toleriert alles, außer. Aber das ist die neue Toleranz. Wichtig ist nur: Es stimmt für mich. Du kannst alles glauben, was du willst, es muss einfach für dich stimmen, aber nicht für mich. Also diese Subjektivität und diese neue Toleranz, indem man sagt, es gibt gar nichts Absolutes, prägt das Abendland. Aber das prägt schon längst den Hinduismus, denn der Hindu sagt: Alle Religionen haben Wahrheit. Nur hat der Hinduismus die Wahrheit in höchster Potenz, aber das ist eigentlich nur relativ mehr. Die Wahrheit liegt in allen Religionen, und dieses Denken entspricht gerade dem Zeitgeist in unserer Kultur heute.
Und im Licht der Bibel betrachtet, gibt es hier Konflikte. Jesus Christus sagt in Johannes 14,6: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ Jedes Mal auch im Grundtext mit bestimmtem Artikel. Also nicht eine Wahrheit, sondern die Wahrheit, nicht ein Weg, sondern der Weg. Das passt nicht zum Hinduismus und passt auch nicht mehr zum pluralistischen Denken im Abendland. Eben die neue Toleranz akzeptiert alles, außer das.
Aber auch die Christen, auch bibeltreue Christen, sind heute angesteckt von dem Zeitgeist der Toleranz, dass man alles stehen lassen will. Und man denkt auch, diese Toleranz sei nötig, wenn man eine Erweckung möchte. Aber denken wir mal zurück an die Reformation: Das war eine der grössten Erweckungen überhaupt in den letzten zweitausend Jahren, und die kam gerade dadurch, dass Luther intolerant war, aber in gutem Sinn intolerant, in dem Sinn, dass er gesagt hat vor dem Reichstag in Worms: Hier stehe ich, Gott helfe mir, ich kann nicht anders.
Jetzt gerade vor kurzem ist ja dieses gemeinsame Abkommen unterschrieben worden zwischen der katholischen Kirche und der lutherischen. Und was zeigt das? Das ist Ausdruck davon: Ich kann auch anders. Ja, das ist die Verleugnung der Reformation. Aber gerade diese Intoleranz, die nicht sagt: Jetzt wollen wir die Andersdenkenden bestrafen, sondern Luther war überzeugt aus der Bibel, dass das, was er gefunden hat, wirklich die Wahrheit ist. Und er muss sagen: Ich kann nicht anders. Dadurch ist die grosse Erweckung gekommen.
Und wenn wir Erweckung wollen heute, wenn es auch nur im Kleinen und regional ist, dann ist es nötig, dass wir zur Wahrheit hundert Prozent stehen, also in dem Sinn: Hier stehe ich, Gott helfe mir, ich kann nicht anders.
Das erste Gebot im Dekalog, in den zehn Geboten, verbietet den Pluralismus, den religiösen Pluralismus. 2. Mose 20, also das ist die Grundlage der Tora, des Gesetzes Mose. Die zehn Gebote fassen nämlich die Hunderten von Tora-Geboten zusammen. Ich lese 2. Mose 20, ab Vers 1: „Und Gott redete alle diese Worte und sprach: Ich bin der Ewige, dein Gott, der ich dich herausgeführt habe aus dem Land Ägypten, um 1500 vor Christus, aus dem Haus der Knechtschaft.
Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.“ Also nicht Gott und andere Götter. Das erste Gebot verbietet den Pluralismus. Nur den einen Gott darf man verehren.
Und weiter geht es in der Bibel nicht um eine freie Auswahl. Das wird zwar oft bei Evangeliumsverkündigungen gesagt: „Gott bietet seine Liebe an, und wir dürfen wählen, wir dürfen frei wählen, ob wir das wollen oder nicht.“ Das stimmt nicht! In Athen, vor dem Areopark, sagte Paulus in Apostelgeschichte 17,30: „Nachdem nun Gott die Zeiten der Unwissenheit übersehen hat“ – das war die Zeit nach der Völkerzerstreuung, 1. Mose 11, bis jetzt zum Kommen des Erlösers Jesus Christus – „gebietet er jetzt den Menschen, dass sie alle an allen Orten Busse tun sollen, weil er einen Tag gesetzt hat, an welchem er den Erdkreis richten wird in Gerechtigkeit, durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und hat allen den Beweis davon gegeben, indem er ihn auferweckt hat aus den Toten.“
Also Gott gebietet den Menschen, an allen Orten Busse zu tun, das heisst, ihre Schuld zu bereuen und Gott zu bekennen. Es ist ein Befehl.
Synkretismus und biblische Abgrenzung
Nun ein interessantes Beispiel für Pluralismus in der Bibel findet man bei dem dämonischen Wahrsagegeist in Philippi, Apostelgeschichte 16,16. Paulus hatte in Philippi evangelisiert und die frohe Botschaft verkündigt. Da liest man in 16,16:
Es geschah aber, als wir zum Gebet gingen, dass uns eine gewisse Magd begegnete, die einen Wahrsagegeist hatte, eigentlich einen Pythonsgeist, das heißt einen von Apollo herkommenden Geist, und die ihren Herren vielen Gewinn brachte durch Wahrsagen. Dieser folgte dem Paulus und uns nach und schrie und sprach: Diese Menschen sind Knechte Gottes des Höchsten, die euch einen Weg des Heils verkündigen. Dies aber tat sie viele Tage. Paulus aber, tief betrübt, wandte sich um und sprach zu dem Geist: Ich gebiete dir, in dem Namen Jesu Christi, von ihr auszufahren. Und er fuhr aus zu derselben Stunde.
Also, wir haben hier ein eindrückliches Beispiel von dem Versuch, selbst das Evangelium in die heidnische griechische Götterwelt zu integrieren. Denn dieser Dämon sagte: Das sind Menschen, Knechte Gottes des Höchsten. So war das ganz positiv, hätte man denken können. Ja, das ist doch eine offene Türe, die haben irgendwie noch ein Feeling für das Evangelium.
Nun muss man sich fragen: Was hat diese Frau unter dem höchsten Gott verstanden? In ihrer Religion war das Zeus. Und Zeus, wie er in der griechischen Mythologie beschrieben wird, das kann man überhaupt nicht irgendwie zusammenbringen mit dem höchsten Gott der Bibel. Das geht nicht. Sie sagt: die euch einen Weg des Heils verkündigen. Im Griechischen fehlt der bestimmte Artikel. Also es gibt vielleicht Bibeln, die haben übersetzt: die euch den Weg. Aber besser ist hier übersetzt: einen Weg des Heils verkündigen, einen unter vielen.
Also da haben wir ein eindrückliches Beispiel von negativem Synkretismus, also Religionsvermischung.
Weitere Beispiele: Das goldene Kalb nach dem Auszug aus Ägypten. Wenn Sie nachlesen in 2. Mose 32,4-5, da haben die Israeliten dieses goldene Kalb Jahwe genannt, das heißt: Das ist der Gott Jahwe, der euch aus Ägypten herausgeführt hat. Das goldene Kalb kannten sie aus Ägypten, das hängt zusammen mit dem Apiskult, mit dem Stierkult in der ägyptischen Religion. Sie haben das vermischt mit dem Jahwe-Kult, mit dem Kult Gottes Israels. Sie sagten: Morgen ist ein Fest dem Jahwe. So wurde es vermischt.
Dann weiter ein Beispiel: 1. Könige 12,28. Als sich das Nordreich abgespalten hatte, da hat der erste König dort den Kälberkult in Dan und Bethel errichtet. Auch das war eine Vermischung mit der israelitischen Religion des einen wahren Gottes.
Neutestamentlich möchte ich noch verweisen auf 1. Timotheus 6,20-21. Dort spricht Paulus die Gnosis an. Das war eine der stärksten Religionsströmungen im ersten Jahrhundert, die sich auch ins Christentum hinein einschleichen konnte. Das war die Gefahr Nummer eins im ersten Jahrhundert, und Paulus schreibt: „O Timotheus, bewahre das anvertraute Gut, indem du dich von den ungöttlichen, eitlen Reden und Widersprüchen der fälschlich so genannten Gnosis wegwendest, zu welcher sich bekennend etliche von dem Glauben abgeirrt sind. Die Gnade sei mit dir.“
Die Gnosis war eine Vermischung von griechischer Philosophie, Platonismus usw. mit dem Christentum, und feierlich endet der erste Timotheusbrief mit einer Warnung, sich wirklich ganz deutlich von der Gnosis zu distanzieren.
Exklusivismus in der Bibel.
Wesentliche Kennzeichen des Hinduismus
Nun, die drei Kennzeichen des Hinduismus: Wann ist jemand ein Hindu, und wann nicht? Warum sind Buddhisten, die eigentlich so viel mit dem Hinduismus teilen, nicht einfach Hindus? Der Buddhismus ist ja viel später, etwa tausend Jahre nach der Entstehung des Hinduismus, aus dem Hinduismus heraus entstanden. Sie glauben viele Dinge, die man im Hinduismus glaubt, und trotzdem sind sie keine Hindus, die Buddhisten.
Erstens ist Voraussetzung das Bekenntnis zu den Veden. Das sind die ältesten hinduistischen Schriften, die auf die Zeit um 1500 vor Christus zurückgehen, also etwa auf die Zeit von Mose.
Zweitens die Anerkennung des Kastenwesens. Das lehnt zum Beispiel der Buddhismus ab, so wie auch die Veden im Buddhismus keine Autorität haben. Das Kastenwesen wird im Buddhismus abgelehnt, aber um ein Hindu zu sein, muss man das Kastenwesen anerkennen. Das Kastenwesen ist eine nationale Geburtsgemeinschaft, und zum Hinduismus kann man eigentlich gar nicht übertreten. Man muss in einer Kaste geboren sein, sonst ist man kein richtiger Hindu. Und als Hindu kann man die Kaste auch nie wechseln.
Drittens der Glaube an Dharma, das Weltgesetz, davon wird nachher noch mehr die Rede sein, an Karma, das Vergeltungsgesetz, und an Sansara, den Geburtenkreislauf. Diese Dinge werden auch im Buddhismus geglaubt. Aber das reicht noch nicht, um ein Hindu zu sein. Darum trennt man Buddhismus also von Hinduismus.
Ich habe gesagt, man kann keine Dogmatik schreiben, kein Lehrgebäude des Hinduismus. Aber man kann wenigstens sagen: Diese drei Punkte sind essentiell, also wesentlich für den Hinduismus.
Nun einige Gedanken dazu im Licht der Bibel. Der Glaube an Sansara, an den Geburtenkreislauf, betrifft Folgendes: Wenn der Mensch so die Welt betrachtet und darüber nachsinnt, dann merkt er irgendwie, alles läuft in einem Kreis ab. Das hat auch Salomo, dieser weiseste Mann aus dem Osten, so gesehen und betrachtet. Ich lese aus Prediger 1,4-11.
Und diese Überlegungen über diesen Kreislauf haben Salomo dazu geführt, dass er gesagt hat: Eitelkeit der Eitelkeiten, oder totale Sinnlosigkeit. Alles ist sinnlos und hohl. Prediger 1,4: Ein Geschlecht geht und ein Geschlecht kommt, aber die Erde besteht ewig. Also dieser Wechsel der Generationen, während die Erde einfach da ist.
Vers 5: Und die Sonne geht auf, und die Sonne geht unter, und sie eilt ihrem Orte zu, wo sie aufgeht. Wenn wir den Lauf der Sonne betrachten, dann ist es immer ein Kreislauf. Wir wissen genau: Am Abend geht sie im Westen unter, und am nächsten Morgen kommt sie aus dem Osten wieder empor.
Vers 6: Der Wind geht nach Süden und wendet sich nach Norden, sich wendend und wendend geht er, und zu seinen Wendungen kehrt der Wind zurück. Die moderne Meteorologie hat ja im zwanzigsten Jahrhundert entdeckt, dass es ein Windsystem gibt von Norden nach Süden, das effektiv als Kreislauf verläuft, also von Europa bis Afrika und wieder zurück. Diesen Kreislauf beschreibt Salomo. Er sagt, der Wind geht immer wieder zu seinen Wendungen zurück.
Vers 7: Alle Flüsse gehen in das Meer, und das Meer wird nicht voll. Vielleicht hat man auch schon gestaunt: Das Meer wird nie voll. Ja, Salomo erklärt den Wasserkreislauf vor dreitausend Jahren. An den Ort, wohin die Flüsse gehen, dorthin gehen sie immer wieder. Natürlich, das Wasser geht ins Meer. Dort gibt es eine unvorstellbar gewaltige Verdunstung, und dieses verdunstete Wasser kommt in Wolkenform wieder aufs Festland, regnet sich hier aus. Wir haben heute Morgen gemerkt, etwas davon, dass das gleiche Wasser schon so unendlich viele Male im Meer war. Das kommt wieder hierher, geht in unsere Flüsse, und die gehen wieder ins Meer, und das Meer wird nicht voll. Es ist einfach ein Kreislauf, und immer dasselbe. So langweilig, ja?
Und weiter sagt Salomo, Vers 8: Alle Dinge mühen sich ab, niemand vermag es auszusprechen. Das Auge wird des Sehens nicht satt, und das Ohr nicht voll vom Hören. Das, was gewesen ist, das ist, was sein wird, und das, was geschehen ist, das ist, was geschehen wird, und es ist gar nichts Neues unter der Sonne. Gibt es ein Ding, von dem man sagt: Siehe, das ist neu? Längst ist es gewesen in den Zeitaltern, die vor uns gewesen sind.
Da gibt es junge Damen, die haben so hochgeknöpfte Stiefel. Das ist wahrscheinlich schon wieder out. Aber das hat noch meine Grossmutter gehabt, solche Schuhe. Aber wir haben nie gesagt, dass sie cool sei. Es war einfach unsere Grossmutter. Wir hatten sie lieb. Also, es gibt nichts Neues unter der Sonne.
Vers 11: Da ist kein Andenken an die Früheren, und für die Nachfolgenden, die sein werden, wird es auch kein Andenken geben bei denen, welche später sein werden.
Es ist eine Tatsache, diese Kreisläufe im Leben, und sie könnten zu einer gewissen philosophischen Verzweiflung führen. Und das führen sie auch bei vielen Menschen.
Ferner wird in Jakobus 3 ausdrücklich gesprochen über das „Rad der Natur“. Im Grundtext steht „das Rad der Natur“. Es wird oft übersetzt mit „der Lauf der Natur“ oder etwas Ähnlichem. Das Rad der Natur wird ausdrücklich erwähnt in der Bibel.
Nun, gewaltig ist Folgendes: In Hesekiel 1 sah der Prophet eine Vision. Der Himmel war offen. Er sah den Thronwagen Gottes, wie Cherubim, Engel Gottes, den Thron tragen, und dieser Thron hat Räder. Der Gott der Bibel ist kein statischer Gott, sondern ein dynamischer Gott, der handelt in der Geschichte. Er ist nicht einfach passiv da wie die hinduistischen Götter, sondern er handelt aktiv und greift ein. Sein Thron hat sogar Räder. Diese werden beschrieben in Hesekiel 1,15. Ich werde hier ein bisschen breiter, weil das Raddenken, der Sansaraglaube, ganz entscheidend ist für den Hinduismus und auch für den Buddhismus.
Hesekiel 1,15: Und ich sah die lebendigen Wesen, diese Cherubim, und siehe, da war ein Rad auf der Erde neben den lebendigen Wesen, nach ihren vier Vorderseiten. Das Aussehen der Räder und ihre Arbeit war wie der Anblick eines Chrysoliths, und die vier hatten einelei Gestalt, und ihr Aussehen und ihre Arbeit war, wie wenn ein Rad inmitten eines Rades wäre. Wenn sie gingen, so gingen sie nach ihren vier Seiten hin, sie wandten sich nicht, wenn sie gingen. Und ihre Felgen, sie waren hoch und furchtbar, und ihre Felgen waren voll Augen ringsum bei den vieren. Bis Vers 18.
Also diese Räder spielen eine gewaltige Rolle in Verbindung mit dem Thron Gottes. Wichtig ist nun Folgendes: Diese Räder bewegen sich immer vorwärts, nie rückwärts. Der Thronwagen kann in alle Richtungen gehen, aber jede Richtung ist quasi Vorderseite, nicht ein Umdrehen.
Nun, das Raddenken ist richtig, aber es ist nicht ein Rad an Ort, ein sinnloses Zyklusverfahren an einem Ort, sondern diese Räder gehen vorwärts. Das heißt, Gott regiert diese Welt so, dass sie seinen Plänen und seinem Ziel immer näherkommen. Es gibt eine Vollendung der Geschichte. Man muss nur das Buch Offenbarung lesen, Offenbarung 21 mit einem neuen Himmel und einer neuen Erde usw. oder Offenbarung 20 mit dem tausendjährigen Friedensreich des Messias zuvor.
Die Geschichte ist zwar so, dass es in Kreisen abläuft: Sonnenkreislauf, dann der Jahreskreislauf, der Jahreszeitenkreislauf usw., aber es geht mit jedem Tag dem Ziel Gottes näher. Da haben wir einen ganz entscheidenden Unterschied zwischen hinduistischem Denken und biblischem Denken. Man kann sagen: Typisch für das Denken in der Bibel ist ein geschichtliches Denken. Das finden wir im Hinduismus überhaupt nicht. Hinduismus ist ungeschichtlich, ahistorisch. Es geht nur um den Kreislauf an sich, aus dem man um jeden Preis ausbrechen sollte. Denn der Kreislauf ist sinnlos.
Aber wir haben in der Bibel das lineare heilsgeschichtliche Denken, also Kreislaufdenken kontra lineares Denken. Und das ist eigentlich für Europäer selbstverständlich. Jeder hat die Geschichte so in der Schule gelernt, dass sie von Zeitalter zu Zeitalter vorwärts schreitet, von Epoche zu Epoche. In der Schule haben wir nicht das Kreislaufdenken gelernt, sondern das lineare.
Aber woher haben die Geschichtslehrer dieses lineare Denken? Das kommt aus der Bibel. Dieses Geschichtsbewusstsein, das wir im Abendland entwickelt haben, das kommt aus der Bibel. Und es geht hin auf eine Vollendung. Also ist der Moment und der einzelne Tag im Licht der Bibel nicht sinnlos, sondern Bewegung hin auf die Vollendung.
Heilige Schriften und Gottesverständnis
Jetzt kommen wir. Wir haben noch einige Minuten bis zur Pause. Wir kommen zu den Grundanschauungen des Hinduismus.
Da sind zuerst die heiligen Schriften zu nennen, die im Hinduismus als heilsnotwendig betrachtet werden. Das sind zunächst die Veden, die auf die Zeit um 1500 v. Chr. zurückgehen und auf Sanskrit geschrieben sind, dieser altindischen, hochkomplexen Sprache. Im Sanskrit hat man acht Fälle beim Nomen, und es gibt Hunderte von Verbalformen. Das ist eine ganz großartige Sprache. Dort findet man Opfergedichte, Rituale und so weiter.
Spätere Schriften sind die sogenannten Brahmanas ab 1000 v. Chr. Man kann sie als Fortsetzung der Veden mit Ritualbeschreibungen usw. umschreiben. Später kommen die Upanishaden ab 800 v. Chr. Das sind nun sehr intellektualistische Bücher. Es geht hier um philosophische Spekulation, und in den Upanishaden findet man die philosophischen Grundanschauungen des Hinduismus formuliert. Später kommt dann noch die Bhagavadgita dazu, um 200 v. Chr. Ich komme darauf nochmals zurück, aber einfach als Übersicht.
Eine weitere Grundanschauung des Hinduismus ist: Die Religion wird als eine ewige Religion ohne Anfang betrachtet. Nach hinduistischem Denken ist Religion nicht erst in diesem Zyklus der Welt entstanden, sondern es gab sie auch schon in früheren Welten. Also ein anfangsloser Prozess. Darum hat man auch kein Interesse an einem Religionsstifter. Man spricht von keinem Religionsstifter des Hinduismus. Im Buddhismus schon, aber Buddhismus ist nicht Hinduismus, das habe ich schon erklärt.
Dann ein weiterer Grundbegriff: Brahman. Das kann man auf Deutsch umschreiben mit kosmischer Kraft, Urwirklichkeit, dem höchsten unpersönlichen Absoluten oder der Weltseele. Es wird gelehrt, dass die Welt immer wieder neu aus Brahman hervorgeht. Es ist ein ewiger Kreislauf von Entstehen, Bestehen und Vergehen. Und unsere Welt heute sei nur einfach ein solcher Kreislauf, der einmal aus Brahman hervorgeflossen ist, jetzt besteht, aber wieder vergehen und in Brahman zurückkehren wird. Später wird dann wieder eine neue Welt aus ihm herausfließen.
Wichtig ist aber noch folgende Vorstellung: Die Welt geht zwar aus Brahman hervor, ist aber nicht Brahman, sondern, und jetzt wieder ein Stichwort, sie ist Maya, also Schein, nur Schein und Trug. Letztlich ist alles, was wir erleben und sehen, nach hinduistischer Auffassung nur Schein und Trug. Es ist nicht Wirklichkeit. Wirklichkeit ist nur Brahman. Und das führt natürlich zu einer Verachtung der Natur, dessen, was wirklich da ist. Wie kann man mit dieser Ansicht Freude haben an Schweizer Bergen und an alter Flora? Und es gibt auch schöne Blumen hier unten usw. Welche Bedeutung kann die Liebe in der Ehe haben? Ja, ich meine, eigentlich ist es ja sowieso nur Schein, dass es meine Person gibt. Ja, also, ich liebe meine Frau, ja, was soll das? Meine Frau, das ist eigentlich nur Einbildung, denn die Person an sich gibt es nicht. Es ist alles Maya, Scheinwelt. Das ist ein Problem in hinduistischen Ehen.
Nun, das betrachtet im Licht der Bibel: Die Bibel sagt, Gott allein ist ewig. Jesaja 42,8 sagt: Der Herr spricht: Mein Name ist Yahweh, das heißt der ewig seiende, unwandelbare, und meine Ehre gebe ich keinem andern, auch nicht den geschnitzten Bildern. Das heißt also: Es gibt nichts anderes Ewiges außer Gott selbst. Er ist der Schöpfer, und die Schöpfung ist ganz klar von ihm geschieden. Die Natur ist nicht aus Gott herausgeflossen, sondern Gott hat sie erschaffen. Der erste Bibelvers 1. Mose 1,1: Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde.
Wir haben in der Schule gelernt, Satzteile auseinanderzunehmen, und da haben wir gelernt, dass in diesem Fall Gott das Subjekt ist, der Himmel und die Erde das Objekt. Also Subjekt und Objekt sind ganz eindeutig voneinander geschieden. Himmel und Erde ist nicht Gott, und Gott ist nicht Himmel und Erde. Aber im Hinduismus wird das alles miteinander zusammengefügt. Objekt und Subjekt wird nicht unterschieden.
Ganz wichtig ist der biblische Begriff für erschaffen: bara. Das meint also nicht etwas, das herausfließt, sondern es meint etwas Erschaffenes, Hinstellen, das es vorher noch nie gegeben hat, das völlig neu ist. Und die Schöpfung ist Gottes sehr gutes Werk. Das heißt nämlich sechsmal: Und Gott sah, dass es gut war. Und beim siebten Mal, 1. Mose 1,31, sieht Gott, dass es sehr gut war. Das war erst nach der Erschaffung der Frau. Ja, das ist so. Dann wird die Schöpfung sehr gut.
Die Bibel stellt sich somit positiv zu Materie, Körper, Ehe und Sexualität in der Ehe, natürlich. Und in der Gottheit selbst unterscheidet die Bibel drei Personen in interaktiver Gemeinschaft. Also nicht wie Brahman ein unpersönliches Absolutes, sondern hier gibt es Gemeinschaft von Liebe zwischen dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist.
Es ist Zeit für Pause. Wir sind vor der Pause bei den Grundanschauungen des Hinduismus stecken geblieben.
Mensch, Selbst und Körper im Vergleich zur Bibel
Jetzt kommen wir zu dem Begriff Atman. Das bedeutet das Selbst. Der Hindu erklärt es als den innersten Kern des Menschen. Und wichtig ist nun die Behauptung: Atman ist gleich Brahman. Das heißt, das innerste Feuer gewissermaßen des Menschen ist mit Brahman identisch, nur weiß das der Mensch nicht mehr und empfindet es nicht mehr.
Im Hinduismus ist es nun die Grundaufgabe, dass der Mensch die Übereinstimmung mit Brahman neu erkenne. Und das bedeutet, ungeschminkt gesagt: Der Mensch sei göttlich, er ist ein Teil Gottes, des unpersönlichen Brahman-Gottes. Und damit wird auch diese Grundauffassung deutlich: Alles sei eins, eine Einheit.
Und es geht also darum, dass der Mensch gewissermaßen seine Personhaftigkeit verliert und letztlich in Brahman aufgelöst aufgeht. Nun, im Licht der Bibel können wir darin die Lüge Satans erkennen. Denn als die Schlange vor dem Fall zu Eva kam, sagte sie: Ihr werdet sein wie Gott. Und das war eigentlich der Auslöser, dass Eva bereit war zur Rebellion gegen Gott. Ihr werdet sein wie Gott.
Aber die Bibel zeigt uns: Der einzelne Mensch ist erstens eine wirkliche Person. Die Personhaftigkeit ist nach der Bibel nicht Einbildung, sondern Wirklichkeit. Und diese Personhaftigkeit bleibt für alle Ewigkeit. Paulus sagt in Galater 2,20: Der Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selber für mich hingegeben hat. Also die Liebe Gottes bezieht sich auf mein persönliches Ich.
Und in Matthäus 8,11 erklärte der Herr Jesus, wie es in dem Reich der Himmel, im zukünftigen tausendjährigen Friedensreich, sein wird: Da werden Abraham und Jakob kommen, und sie werden mit den Menschen im Friedensreich hier auf Erden zusammen essen. Das heißt, die Personen Abraham, Isaak und Jakob sind nicht mit dem Tod irgendwie aufgelöst worden, sondern in der Auferstehung kommen sie wieder und sind erkennbar als Abraham, Isaak und Jakob. Die Personenhaftigkeit ist bleibend.
Im Hinduismus hingegen haben wir die Leugnung des Menschen als Einheit von Geist, Seele und Körper. Aber gerade das ist eine wichtige Grundlehre über den Menschen. 1. Thessalonicher 5,23 sagt Paulus: Euer ganzer Geist, Seele und Leib soll von Gott bewahrt werden. Jeder Aspekt des Menschseins ist vor Gott wichtig.
Und nun sehen wir: Im Hinduismus ist zum Beispiel der Körper letztlich verachtet. Denn gerade im Wiedergeburtsdenken, im Reinkarnationsdenken, da geht es gewissermaßen darum, dass der innerste Kern des Menschen schlüpft weg und er kann in irgendeinen anderen Körper schlüpfen in einem nächsten Leben. Er geht nicht zurück in seinen ursprünglichen Körper. Das ist letztlich Verachtung des Körpers.
Und wir müssen sagen: Es ist diametral der biblischen Lehre entgegengesetzt, wo der Mensch erschaffen worden ist von Gott in seinem Bild, aber als Einheit von Geist, Seele und Körper. Ich habe schon verschiedentlich hingewiesen auf die Gnosis, den größten Angriff im ersten Jahrhundert auf das Christentum, von innen her. Die Gnosis hat aus dem Platonismus genau auch diesen Gedanken der Körper- und Materieverachtung übernommen.
Die Gnosis hat sogar gelehrt, dass die Materie, die Welt, die wir sehen, von einem bösen Gegengott erschaffen worden sei. Also alles Körperliche ist letztlich etwas Negatives und Schlechtes. Der Mensch muss sich mit Übungen hinaufarbeiten und das Geistige, das Oberste, erlangen und letztlich das Körperliche abstreifen.
Und dadurch, weil die Gnosis in die Kirche hineingekommen ist, ist dann auch die Körperverachtung und die Eheverachtung und damit die Sexualitätsverachtung ins Christentum hineingekommen. Das kam aber ganz eindeutig von außen her über das griechische Heidentum hinein.
Und zwischen Hinduismus und griechischem Denken bestehen sehr viele Übereinstimmungen in der Philosophie. Zum Beispiel das Reinkarnationsdenken: Das findet man auch bei den alten Griechen. Da muss man gar nicht erst nach Indien gehen. Und übrigens, für Schweizer noch näher: Die Kelten glaubten auch an die Reinkarnation, und die Helvetier, das waren Kelten, nicht Germanen, Kelten, die haben dieses Denken auch gehabt.
Aber letztlich ist das eine Verachtung des Körpers. Es wird nicht an Auferstehung geglaubt, wo der Körper, den mir Gott gegeben hat, in der Auferstehung wiederkommen wird. Von Gott vollkommen gemacht, umgewandelt, aber es ist essentiell der gleiche Körper, im Wesen der gleiche Körper.
Der Herr Jesus ist gestorben, sein Körper wurde ins Grab gelegt, und dieser Körper ist am dritten Tag auferstanden. Es wird nirgends gesagt, seine Seele sei auferstanden. Er hat seinen Geist in die Hände des Vaters befohlen, als er am Kreuz gestorben ist: In deine Hände befehle ich meinen Geist. Aber am dritten Tag ist nicht der Geist auferstanden, sondern der Körper ist auferstanden, denn der ist ja gelegen. Er ist auferstanden und mit seinem menschlichen Geist und seiner menschlichen Seele verbunden worden. Das ist der auferstandene Christus.
Als er in Lukas 24 den Jüngern erschien, sie meinten, ein Gespenst zu sehen, sagte er: Rührt mich an und seht, ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen, wie ihr seht, dass ich habe. Also ganz wesentlich die Auferstehung des Körpers, weil für Gott der Körper wichtig ist. Ich habe das jetzt mehr betont, weil gerade immer wieder im Christentum Körperfeindlichkeit vorgeworfen wird. Aber alles, jeder Aspekt, ist für Gott wichtig.
Darum nicht ein Schlüpfen von einem Körper in den anderen, sondern den Körper, den Gott uns gegeben hat, der gehört zu unserem Wesen. Und noch etwas: In Johannes 19 wird sogar von dem Körper des Herrn, als sein Geist und seine Seele schon im Paradies war, gesagt, dass Jesus im Grab lag. Johannes 19,42: Dorthin nun, wegen des Rüsttags der Juden, weil die Gruft nahe war, legten sie Jesus.
Wir würden sagen: Ja, aber dann muss man sagen, sie legten ihn in den Körper von Jesus. Aber der Text sagt: Sie legten Jesus. Das heißt also, der Körper gehört so essenziell, so wesenhaft zur Persönlichkeit, dass gesagt werden kann: Jesus lag im Grab, also war nur sein Körper dort.
Also das sage ich so, um den Kontrast deutlicher zu machen.
Weltgesetz, Kastenordnung und Karma
Ein neuer Begriff ist Dharma, das Weltgesetz. Unter diesem Weltgesetz versteht man nun abgeleitet alle Ordnungen, Pflichten, Fähigkeiten, die Einteilung in Klassen und damit auch die Einteilung in Kasten. Das kommt von diesem Glauben an ein eisernes Weltgesetz, das alles irgendwie so festlegt.
Wir werden aber sehen: Das führt nur zum Teil zu einem Fatalismus, zu einem frustrierten Schicksalsglauben. Denn im Hinduismus wird ja dann auch die Möglichkeit der Selbsterlösung aufgezeigt, und durch die Erlösung soll das Dharma, das Weltgesetz, sogar überwunden werden. Das sehen wir dann noch.
Ein weiterer wichtiger Begriff ist der Begriff der Kaste, und im Sanskrit heißt das Varna. Es bedeutet Farbe. Das kommt natürlich von der Körperfarbe her. In Indien gilt: Je heller die Haut, desto besser. Aber das kommt ja von dieser ganzen Urgeschichte mit Arian und Urbewohnern. Die hellhäutigen Arier, das war in gewisser Massen die herrschende Schicht, und darum wurde das Weiße, das Helle, als das Beste angesehen.
Das ist nun nicht genau dasselbe in Europa im Moment, aber man erlebt das überall, auch zum Beispiel in Tadschikistan, Zentralasien. Die Leute: Je heller sie sind, desto besser. Und sie verachten alle, die dunkelhäutig sind. Also daher dieser Name.
Und schon in den Veden, in diesen ältesten Schriften, gibt es die Einteilung in vier Hauptkasten. Erstens die Brahmanen, das ist der Lehrstand. Das sind Priester und hinduistische Philosophen. Zweitens der Stand der Kshatriyas, das ist der Wehrstand. Dazu gehören alle, die in der Armee tätig sind. Dann gibt es drittens den Stand der Vaishyas, das ist der Nährstand. Da gehören die Industriellen dazu, die höheren Berufe. Dann kommt die Kaste der Shudras, das sind die unteren Berufe. Und außerhalb dieser vier Kasten gibt es dann noch die Pariyas, das sind die Kastenlosen.
Wir haben bereits gesehen: Anhand der Kasten kann man ablesen, welchen sozialen Stand und welchen Berufsstand jemand hat. Also man kann in Indien nicht irgendeinen Beruf lernen, der einem gefällt, weil man die Fähigkeit dazu hat, sondern es hängt davon ab, in welcher Kaste man geboren worden ist. Und wenn man zu den Parias gehört, zu den Kastenlosen, dazu gehören etwa 10 in der Gesellschaft in Indien, dann gehört man zu den Unberührbaren, von denen man sagt, selbst ihr Schatten verunreinigt. Sie können nur Straßenwischer und WC-Reiniger werden. Sie werden als Nicht-Hindus angeschaut, als der Abschaum der Menschheit.
Nun gibt es nicht nur diese Hauptkasten, sondern viele Unterkasten. Heute unterscheidet man etwa dreitausend Kasten. Jede Kaste gibt gewissermaßen einen sozialen Stand, ein soziales Gefüge, eine soziale Sicherheit. Jede Kaste hat auch ihre ganz besonderen Essgewohnheiten. Es ist also alles bis ins Detail sehr genau geregelt.
Im Licht der Bibel möchte ich lesen aus 1. Samuel 2, aus dem Gebet von Hanna. Da heißt es: Der Ewige macht arm und macht reich, er erniedrigt und erhöht auch, erhebt aus dem Staube empor den Geringen, aus dem Kot erhöht er den Armen, um sie sitzen zu lassen bei den Edlen, und den Thron der Ehre gibt er ihnen als Erbteil.
Also, von der Bibel her sind die sozialen Klassen absolut durchlässig in Gottes Augen. Gott kann den Menschen aus der untersten Klasse nehmen, und er kann ihm den höchsten Platz geben. Weiter habe ich verwiesen auf Daniel 2,21, wo es steht, dass Gott auch Könige von ihrem Thron verstößt. Ein eindrückliches Beispiel ist Daniel 4, wo Nebukadnezar wegen seines Hochmuts verstossen wurde. Er wurde wahnsinnig, eine Krankheit, die man heute in der Psychologie als Boanthropie beschreiben würde, also ein Phänomen, das man kennt in der Psychiatrie. Er wurde wahnsinnig und wurde ausgestoßen von seinem höchsten Platz, den er hatte.
Also, das ist Gottes Souveränität, die geht durch alle Klassen hindurch, ohne Schranken.
Nächster Punkt: der Glaube an Karma, das Vergeltungsgesetz. Es wird gesprochen über gutes und schlechtes Karma. Karma heißt eigentlich auf Sanskrit Tat. Es bedeutet also die Tat an sich, die der Mensch tut, und dann gleichzeitig auch die Vergeltung für diese Tat oder Taten. Also je nachdem, wie der Mensch lebt, hat er ein gutes oder ein schlechtes Karma.
Das führt zu einem Schicksalsglauben, zu einem Fatalismus, allerdings eingeschränkt, wie ich das bereits erklärt habe. Und das gibt den Menschen im Hinduismus die Erklärung für arm und reich, gesund, krank usw. Eben: Wenn man arm ist, man ist einfach arm in diesem Leben, da gibt es nichts zu ändern. In diesem Leben, für das nächste Leben, kann man etwas anderes erwarten. Wenn ein Mensch krank ist, dann ist es einfach sein Schicksal jetzt. Und es ist, weil er früher gesündigt hat oder weil er böse gelebt hat in einem früheren Leben.
Mit dem Karmaglauben hängt nun eben der Glaube an die Seelenwanderung und die Inkarnation eng zusammen.
Im Licht der Bibel lehrt Hebräer 9,27, es ist dem Menschen gesetzt, einmal zu sterben. Ein Zahlwort, nicht einmal zu sterben, einmal zu sterben. Und das bedeutet weiter: Unser Schicksal ist in Gottes Hand und hängt nicht von einem früheren Leben ab.
Johannes 9,1-3: Und als er, Jesus, vorüberging, sah er einen Menschen blind von Geburt. Und seine Jünger fragten ihn und sagten: Rabbi, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren wurde? Jesus antwortete: Weder dieser hat gesündigt, noch seine Eltern, sondern auf dass die Werke Gottes an ihm geoffenbart würden.
Zunächst eine Erklärung zur Stelle: Die Jünger damals glaubten nicht an Reinkarnation. Das Denken ist im Judentum völlig fremd. Aber es gab eine rabbinische Lehre, die sagt Folgendes: Der Mensch im Mutterleib, vorgeburtlich, hat in sich einen Drang zum Bösen und einen Drang zum Guten. Jäzer Tow, Jäzer Ra, so sagen die Rabbiner.
Nun, wenn in einem Embryo, einem noch nicht geborenen Menschen, der Jäzer Ra, die Neigung zum Bösen, überwiegt, dann wird er behindert geboren. Das haben sie nicht aus der Bibel gelernt, sondern das ist Philosophie. Aber die Jünger haben das gekannt und darum die Frage bei diesem Blindgeborenen: Wer hat gesündigt? Waren seine Eltern so, oder hat er als Baby im Mutterleib einen so besonders bösen Drang gehabt? Und der Herr sagt: Weder noch.
Nun, aber können wir diese Stelle trotzdem brauchen, wenn es schon nicht um das vorgeburtliche Leben geht, von dem das Schicksal abhängt, noch viel weniger um das Leben in einem früheren Leben?
Ich habe weiter verwiesen auf Psalm 31,16, wo der Psalmist sagt: Meine Zeiten oder mein Schicksal ist in deiner Hand. Das haben wir auch gesungen am Anfang: Meine Zeiten sind in deiner Hand.
Römer 8,29-30 zeigt uns: Wir sind nicht irgendwie einem unpersönlichen Schicksal anvertraut, sondern Gegenstände des Ratschlusses des ewigen Gottes. Ich lese ab Römer 8,28: Denn ich lese ab Vers 28: Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken, denen, die nach Vorsatz berufen sind. Denn welche er zuvor erkannt hat, die hat er auch zuvor bestimmt, dem Bild seines Sohnes gleichförmig zu sein, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. Welche er aber zuvor bestimmt hat, die hat er auch berufen, und welche er berufen hat, diese hat er auch gerechtfertigt, welche er aber gerechtfertigt hat, diese hat er auch verherrlicht.
Kein blindes Schicksal, sondern Gottes Plan, Gottes Vorkenntnis, Gottes Vorbestimmung: Das sind Dinge, die den Menschen ruhig, dankbar und zuversichtlich machen dürfen.
Erlösung, Ekstase und die Wege der Selbstbefreiung
Ein weiterer Begriff, ganz zentral im Hinduismus, ist Moksha. Das bedeutet Ausbruch, nämlich der Ausbruch aus dem sinnlosen Sansara-Kreislauf. Moksha umschreibt die Erlösungslehre. Dabei ist es so verstanden, dass Moksha die Selbstbesinnung auf den Atman als einen Teil Brahmans ist. Das ist die Grundauffassung für Erlösung im Hinduismus.
Weiter wird gelehrt: Nur Atman, also dieser innerste Kern, der göttliche Kern des Menschen, kann erlöst werden. Alles andere ist sowieso nicht wichtig. Die Erlösung besteht darin, dass Atman im Menschen freigesetzt wird, ohne sich wieder zu verkörpern. Denn der Körper ist letztlich nur ein Hindernis, ein Gefängnis, so wie das auch schon die alten Griechen kannten, diese Gedanken. Erlösung bedeutet dann letztlich die Auflösung in ein kosmisches Sein, in ein unpersönliches kosmisches Sein, die Vereinigung mit dem unpersönlichen Brahman. Und der Tod selbst ist nur ein Durchgangsstadium. Es gibt auch keine ewige Verdammnis.
Nun kennt der Hinduismus drei klassische Erlösungswege. Die sehen ganz verschieden aus, aber jeder kann wählen, was er will, was ihm besser zusagt. Das hängt wieder mit diesem Angebot zusammen: Es gibt nicht einen Weg, sondern jeder muss irgendwie den Weg, der für ihn gut ist, erkennen.
Der erste Weg ist Karma Marga. Darunter versteht man Erlösung durch Opferwerke und Rezitation von wortmagischen Gedichten. Dafür sind die Veden ganz wichtig, denn sie geben genau an, welche Gedichte rezitiert werden müssen, von wem, und es ist auch ganz entscheidend, wie es rezitiert wird. Wenn nur irgendein Fehler gemacht wird, dann wird die Wortmagie wirkungslos. Also ist auch der Glaube irgendwie, dass heilige Wörter etwas verändern und Erlösung bewirken.
Dann der zweite Weg: Jnana Marga, Erlösung durch höhere esoterische Erkenntnis. Für diesen Weg muss man schon ein bisschen intellektuell veranlagt sein. Da sind die Upanishaden wichtig, dort sind die Grundlagen für diese Erkenntniserlösung. Dahin gehören auch Yoga und Meditation, und zwar über vier Stufen. Der Mensch trainiert, dass er vier Stufen durchlaufen kann.
Die erste Stufe in dieser Erlösungslehre ist die äußere Erkenntnis. Und da gehört dann auch das Bewusstwerden des Körpers dazu. Nun ist das nicht bekannt, so von den Schulen und so weiter, Entspannungsübungen, da geht es immer darum, Körperbewusstsein zu entwickeln. Ja, das ist die erste Basis in der hinduistischen Erlösungslehre, das kommt von daher. Letztlich hat das auch gar nichts damit zu tun, dass für die Leute irgendwie der Körper so wichtig wäre. Denn letztlich ist ja, wenn man wirklich die Theorie dahinter anschaut, der Körper gar nicht wichtig. Ein wirkliches Wertschätzen des Körpers, des Geistes und der Seele findet man nur in der Bibel. Es gibt keine Religion, in der das Wesen des Menschen dermaßen Wert und Bedeutung hat wie im Evangelium. Das ist ganz eindrücklich. Keine Religion kann die Frage, wer der Mensch wirklich ist, beantworten und lösen. Also, das ist die erste Stufe.
Die zweite Stufe ist ein Absinken ins Unterbewusste, also ein Konzentrieren in sich selbst hinein und ein Absinken da hinein. Ein noch tieferes Absinken wird dann als drittens beschrieben: ein Glückszustand im tiefen Bewusstsein. Aber es ist noch nicht die tiefste Stufe, denn noch in diesem Zustand, bereits in einem ekstatischen Zustand, merkt der Hindu einen Unterschied, empfindet der Hindu einen Unterschied zwischen sich und Brahman.
Die vierte Stufe ist dann die totale Ekstase im kosmischen Bewusstsein, wo die Ekstase so tief ist, dass der Mensch keinen Unterschied mehr empfindet zwischen sich und Brahman. Und dann muss er aus dieser höchsten Ekstase wieder stufenweise ins Leben zurückkehren. Es gibt einzelne Hindus, die bleiben in diesem letzten Zustand. Zum Beispiel der Vater von Rabindranath Maharaj, der das Buch geschrieben hat Der Tod eines Guru. Er war ja selber Guru, ist angebetet worden, er hat sich selber auch im Spiegel angebetet. Obwohl er das interessant im Buch schreibt, hat er noch nie mit Christen Kontakt gehabt, aber als er sich so im Spiegel angebetet hat, hat er genau gewusst: Rabbi, du lügst. Du bist nicht Gott, du bist nur ein Geschöpf. Das hat er aus dem tiefsten seiner Seele gewusst.
Nun, eben Rabindranath Maharaj schreibt, sein Vater war so ein außergewöhnlicher Heiliger im Hinduismus, der diesen Zustand dauernd erreicht hat, und er konnte nichts mehr selber machen. Seine Mutter, also die Frau, hat ihn baden müssen, waschen müssen, ernähren müssen. Der ist einfach ewig weg gewesen. Aber eben, wenn ja alles nur Maya ist, Einbildung, was soll man sich mit dieser Einbildung noch weiter abgeben? Dieser Gedanke führt also letztlich zur totalen Negierung, Verleugnung der Realität um uns herum und all das Schöne im Leben.
Und gerade das Buch des Predigers ist so interessant, weil dort diese Lösungen gebracht werden. Salomo kommt dazu und sagt: Es ist wirklich etwas Schönes, essen und trinken und sich freuen, aber nur dann, wenn ich es als Geschenk aus der Hand Gottes nehme. Denn Essen und Trinken ohne Beziehung und Dankbarkeit zum Schöpfer, der das gibt, führt auch zum Exzess, zum Übertreiben, und letztlich ist es eigentlich nur ein Fressen und Saufen. Aber wenn es wirklich aus der Hand Gottes genommen wird, all die natürlichen Dinge, dann lehrt uns der Prediger, dann kann der Mensch sich wirklich an diesen irdischen Dingen freuen, und er braucht die irdischen Dinge nicht zu verachten. Denn geistliches Leben ist gerade, dass wir Gott und seine Autorität, seine Liebe und seine Herrlichkeit in die alltäglichen Dinge unseres Lebens hineinnehmen.
Bhakti Marga: Erlösung durch leidenschaftliche Hingabe an irgendeinen Gott. Für diesen Weg ist die Bhagavadgita entscheidend wichtig. Dies ist der Erlösungsweg der breiten Masse. Die ersten zwei sind für die meisten Menschen zu kompliziert, aber der zweite wird betrachtet als der wirksamste. Also da wird erwartet, dass es eventuell unwahr ist, wenn man diesen Weg geht. Das ist der Lösungsweg der breiten Masse. Bhakti Marga: Durch leidenschaftliches Anhängen an einen Gott soll das Gefühl der Einheit mit diesem Gott entstehen. Und jetzt versteht man die Hare-Krishna-Bewegung, warum die auf der Straße herumgehen und tausende Male Hare Krishna rezitieren, bis sie weg sind mit diesen Mantras. Das ist das Ziel, sich quasi mit Hare Krishna zu vereinigen, und das führt letztlich zur Vereinigung mit Brahman.
Nun, im Licht der Bibel, Römer 3,23: Denn es ist kein Unterschied, denn alle haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes. Das ist das Ergebnis aus 1500 Jahren Gesetz für Israel. Israel hat am Sinai die Tora bekommen, zehn Gebote und Hunderte weitere, und sie sollten tun, was Gott will. Und Israel hat gemerkt: Wir sind gar nicht fähig. Kein Mensch kann Gottes Anforderungen erfüllen. Wir sind Sünder vor Gott, denn niemand, wir haben all diesen Drang zum Bösen in uns, und wir tun es auch. Es ist kein Unterschied, alle haben gesündigt, ob Juden oder Nichtjuden, und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes.
Und jetzt kommt das Evangelium, Vers 24: und werden umsonst, also gratis, gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist, welchen Gott dargestellt hat zu einem Gnadenstuhl durch den Glauben an sein Blut. Also nicht Erlösung, Selbst-Erlösung von unten nach oben, sondern Erlösung von oben nach unten, indem Gott zu uns gekommen ist, um diese Kluft zu überbrücken, die wir nicht überbrücken konnten. Darum also der Gegensatz: Fundamental versucht der Hinduismus, sich durch eigene Anstrengung zu erlösen, und im Evangelium sind wir unfähig, wir brauchen hundert Prozent Gottes Gnade.
Wir haben schon gesprochen über die Gnosis und diese Stelle 1. Timotheus 6,20-21. Auch da finden wir ja diesen betrügerischen Erlösungsweg der Gnostiker, die meinten, mit höherer Erkenntnis könnten sie sich weit zu Gott hinaufarbeiten. Aber letztlich ist das die Lüge Satans aus Eden. Satan hat gesagt: Ihr werdet sein wie Gott, aber dann auch: Ihr werdet erkennen, wie Gott erkennt. Und das war so schmackhaft für Eva. Die Schlange sagt: Ihr werdet erkennen wie Gott, höhere Erkenntnis, übermenschliche Erkenntnis, das ist esoterische Erkenntnis. Und darum ist ja interessant, dass die Schlange überhaupt im Hinduismus oft eine große Rolle spielt. Ja, aber die Schlange war es in Eden, die gesagt hat: Ihr werdet sein wie Gott, ihr werdet erkennen wie Gott erkennt.
Ja, da kommt noch eine Frage. Am einfachsten wird man erlöst aus den obersten Kasten, natürlich, und dort sind ja auch die Brahmanen. Die haben die besten Chancen, weil sie auch nach dem Hinduismus die wirkungsvollsten Erlösungswege gehen können. Da gibt es allerdings noch außerhalb der Kasten darüber zum Beispiel die Sadhu, die sind kastenlos, aber sie stehen über den Brahmanen. Das sind quasi die allerhöchsten Heiligen im Hinduismus, und je höher man da ist, hat man auch die größten Chancen. Aber aus der untersten könnte niemand erlöst werden. Ja, wie gesagt, wenn jemand den zweiten Erlösungsweg geht, da hat er die größten Chancen, so. Aber natürlich, je höher man ist, da hat man nach ihrer Auffassung schon die besten Erlösungsvoraussetzungen, ja.
Und die zweite Frage war noch: Ja, sehr! Die Exerzitien, besonders auch was die Jesuiten gelehrt haben, das geht ja letztlich bis in die Ekstase auch. Es sind genau die gleichen Techniken, die sind ins Christentum hineingekommen und aber christlich bemäntelt worden. Auch die Wege der Mystiker im Allgemeinen, das geht alles in die gleiche Richtung, und die haben erstaunlich gleiche Techniken, die sie anwenden. Oder auch in der griechisch-orthodoxen Kirche, da gibt es ja auch die Hesychasten. Das ist auch ein mystischer Weg mit Nabelbeschauung und so weiter. Die haben genau gleiche Techniken, wie man sie im Hinduismus findet, aber es ist dann griechisch-orthodoxe Frömmigkeit.
Nüchternheit, Opfer, Götter und Bilder
Gut, weiter. Im Neuen Testament finden wir vierzehnmal den Aufruf zum Wachen. Ich habe zum Beispiel hingewiesen auf Matthäus 26,41: Wachet, damit ihr nicht in Anfechtung kommt. Wachen, das ist genau das Gegenteil von Ekstase. Das volle Bewusstsein muss da sein.
Elfmal wird im Neuen Testament zur Nüchternheit aufgerufen, zum Beispiel in 2. Timotheus 4,4: „Du aber sei nüchtern in allem.“ Das griechische Wort nefo wird im Standardwörterbuch zum Neuen Testament von Walter Bauer erklärt als Abwesenheit von jeglicher geistigen und seelischen Trunkenheit, Exaltiertheit, Verwirrnis. Das erschreckt einen natürlich. Wie viel im Prinzip Hinduistisches finden wir sogar in der evangelikalen Welt? Abwesenheit von jeglicher geistigen und seelischen Trunkenheit, Exaltiertheit, Verwirrnis.
Der Heilige Geist ist nach dem Neuen Testament ein Geist der Selbstbeherrschung, des gesunden Denkens, der Besonnenheit. In 2. Timotheus 1,7 heißt es: „Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Furcht gegeben, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“ Besonnenheit, das ist nun das Wort sophronimos. Das bedeutet Selbstbeherrschung, gesundes Denken, Besonnenheit. Der Heilige Geist führt immer zur Selbstbeherrschung, nie dazu, dass der Mensch die Kontrolle über sich selbst verliert oder irgendetwas tut oder sagt, das er nicht versteht. Es ist nie der Heilige Geist, das kennen wir aus dem Hinduismus, aber nicht nach neutestamentlicher Lehre.
Weiter ist zu sagen, was die hinduistischen Opfer anbetrifft: Wir erkennen das im Licht des Neuen Testaments als eine Perversion der auf Christus hinweisenden Opfer aus 1. Mose 3-9. Woher kommt das Opferdenken? Ja, Noah hat doch geopfert nach der Sintflut. Aber diese Opfer von Noah sollten hinweisen auf das kommende Erlösungsopfer Jesu Christi, und auch die Opfer schon früher, bis zurück zu Abel. Sie sollten alle hinweisen auf Christus und seine Erlösung, die von oben herkommt, ohne Leistung unsererseits.
Aber nicht nur im Hinduismus, in allen möglichen Religionen der Welt finden wir den Opferkult. Die haben also gewisse Elemente noch von dem Urglauben an den einen Gott, von Noah her. Aber das wurde dann gedreht, das heißt: Perversion, Verdrehung.
Nun ein Wort zu den Göttern im Hinduismus. Da wird damit gerechnet, dass es Millionen von Göttern und Göttinnen gibt, die alle selber auch sterblich sind. Es gibt im Hinduismus drei Spitzengötter, die miteinander verbunden sind: Brahma, der die Entfaltung repräsentiert, Vishnu, der die Erhaltung repräsentiert, und Shiva, der den Niedergang repräsentiert. Ich habe ja erklärt, dass die Weltvorstellung immer aus diesen drei Perioden besteht, die dann wieder als Kreis fließen.
Diese drei Hauptgötter werden oft als Dreiergruppe dargestellt. Die hinduistische Lehre besagt, dass von Zeit zu Zeit die Götter aus der Passivität heraustreten und unter den Menschen erscheinen. Zum Beispiel nimmt Vishnu Menschengestalt an. Um 3001 v. Chr. sei Vishnu in der Gestalt des Krishna gestorben. Und die Vorstellung der Götter ist: Durch die Götter soll den Menschen Brahman, das unpersönliche Absolute, besser verständlich werden.
Nun, im Licht der Bibel, da haben wir ja bereits Römer 1,18 und folgende gelesen, wie das Neue Testament beleuchtet, woher die Religiosität des Menschen kommt: eine Abwendung von dem einen Gott. Und es wird ausdrücklich gesagt: Sie haben das, was sie von Gott wussten, verdreht. Und darum überrascht es nicht, dass man diese Andeutung auf eine Trinität im Hinduismus findet. Aber es ist eine Verdrehung dessen, was man bereits über das Wesen des einen Gottes wusste. Und auch die Vorstellung, dass die Götter unter den Menschen erscheinen, in Menschengestalt, ist letztlich ebenfalls eine Perversion des zentralen Erlösungsweges des Evangeliums, dass Gott wirklicher Mensch werden musste, um als Mensch als Opfer zu sterben für die Befreiung.
Also das überrascht nicht. Man könnte noch viele, viele Details in allen möglichen Religionen zeigen, wo man Parallelen entdeckt zum Evangelium, aber die pervertiert sind.
Dann noch ein Wort zu den Götterbildern als solches. Götter werden im Hinduismus nach ganz genauen Vorgaben dargestellt. Es wird gelehrt, die Gottheit sei nur im Bild anwesend, wenn dieses mit einem rituellen Akt verehrt wird. Dieser rituelle Akt muss ganz genau stimmen, sonst sind die Götter nicht da, im Götzenbild nicht gegenwärtig. Die Götterbilder werden als Hilfen für die Meditation angesehen.
Natürlich sieht man unter diesem Aspekt den ganzen Ikonenkult in der griechisch-orthodoxen Kirche und den Kult in der katholischen Kirche mit all diesen Bildern. Diese Bilder sieht man dann direkt auf diesem Hintergrund. Es geht letztlich genau um das Gleiche, auch dieser Glaube, dass sich Maria plötzlich in gewissen Statuen vergegenwärtigt, zu gewissen Zeiten.
In der griechisch-orthodoxen Kirche hat man eine spekulative Philosophie entwickelt über die Ikonen und darüber, wie die Ikonen wirken und warum die Ikonen biblisch sein sollen. Das glaubt man fast nicht, wenn man griechische orthodoxe Dogmatik studiert, wie ausgeklügelt die da mit Begriffen und Wörtern philosophisch drehen und machen, bis sie der Allgemeinheit das Gefühl vermitteln, das ist alles biblisch und Gott gewollt. Es ist unglaublich, unglaublich.
Aber im Licht der Bibel ist das der klare Verstoß gegen das zweite Gebot. Das erste Gebot haben wir schon gesehen: Keine anderen Götter. Aber das zweite fundamentale Gebot der Tora, 2. Mose 20,4, lautet: „Du sollst dir kein geschnitztes Bild machen, noch irgendein Gleichnis dessen, was oben im Himmel und was unten auf der Erde und was in den Wassern unter der Erde ist. Du sollst dich nicht vor ihnen niederbeugen und ihnen nicht dienen; denn ich, der Ewige, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Ungerechtigkeit der Väter heimsucht an den Kindern, am dritten und am vierten Glied derer, die mich hassen, und der Güte erweist auf Tausende hin, an denen, die mich lieben und meine Gebote beobachten.“
Interessanterweise hat man in der katholischen Katechetik die Zählung der Zehn Gebote geändert. Nicht in der katholischen Bibel, da steht es noch genau gleich, aber in der Katechetik ist das zweite Gebot weggelassen. Man hat aber das zehnte Gebot dann in zwei Gebote aufgeteilt, dann gibt es wieder zehn, und niemand merkt es. Das zweite Gebot ist weggelassen: das Verbot des Bildermachens zu religiösen Anbetungszwecken, zu Verehrungszwecken.
Aber wir haben genau das Gleiche. Und letztlich zeigt das: All diese Tendenzen, diese Richtungen, die sind nicht in einer bestimmten Menschengruppe drin, Arier und indische Ureinwohner, sondern die stecken in uns Menschen überhaupt, wo sie auch sind. Dieses Bestreben, sich selber erlösen zu wollen, dieses Bestreben, Götterbilder zu haben oder neben einem Gott andere Götter hinzustellen, das steckt in uns Menschen und ist letztlich eigentlich ein Ausdruck unserer Perversion, der Perversion des Herzens schlechthin.
Menschenbild, Sünde und der Weg der Gnade
Zum Menschenbild abschliessend: Im Hinduismus wird gesagt, wie wir das schon gesehen haben, der Mensch sei göttlich. Weiter wird behauptet, er könne wesenhaft nicht böse sein. Und wenn man das nach dem Holocaust immer noch behaupten will, dann bleibt die Frage: Der Mensch könne wesenhaft nicht böse sein?
Es wird erklärt, das Böse sei Maya, eben Unwirklichkeit, oder heute würden wir sagen: virtuelle Realität. Ja, es ist interessant, der Ausdruck der virtuellen Realität, der immer mehr Bedeutung bekommt. Letztlich ist das philosophisch auf derselben Ebene wie im Hinduismus, wo man sich in eine virtuelle Realität hineinbegibt und dort so das alltägliche Glück erlebt oder zu erleben glaubt. Also: Das Böse sei Maya, es stehe ausserhalb der Atman-Brahman-Wirklichkeit.
Einer der ganz grossen hinduistischen Philosophen, Vivekananda (1862 bis 1902), hat in einem Vortrag im Westen gesagt: Es ist die grösste Sünde, einen Menschen einen Sünder zu nennen. Ein innerer Widerspruch, aber das stört ja nicht. Es ist die grösste Sünde, einen Menschen einen Sünder zu nennen.
Darum auch die Grundaussage: Der Mensch könne sich selbst erlösen. Aber das passt uns ja, eben dass man irgendwelche Dinge tun kann. Oder man kann irgendwelche Sakramente nehmen, Taufe oder Messe. In der Messe könne der Mensch sich irgendwie die Erlösung wenigstens zum Teil selber aneignen. Das ist nichts anderes als aus derselben Quelle der Schlange.
Wir haben bereits gelesen in 1. Korinther 5,3-12: Es ist kein Unterschied, denn alle haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes. Aber Gott hat von seiner Seite den Weg zu uns gemacht.
Und wenn man so die Grundbegriffe des Hinduismus vor sich hat, dann hilft das, denke ich, einiges an neuen Denkströmungen philosophisch einordnen zu können. Und wenn man mit Menschen rundherum spricht, dann kann man ihnen die Hintergründe zeigen. Ja, du bist so offen für Hinduismus und für solches. Aber weisst du, was das letztlich bedeutet? Dann musst du konsequent sein. Dann ist alles Maya. Dann musst du letztlich alles Schöne im Leben leugnen. Und letztlich musst du sagen: Was Hitler gemacht hat, das war ja nur virtuelle Realität.
Und wenn jemand so umgeht mit dem, was mit sechseinhalb Millionen Juden geschehen ist und mit über fünfzig Millionen Menschen, die im Zweiten Weltkrieg umgekommen sind, dann will er nichts damit zu tun haben. Das Böse ist eine Realität, aber nicht nur in einigen Menschen, die sich als ganz besonders böse erwiesen haben, sondern es steckt in unseren Herzen. Wer sagt: Ja gut, Hitler, dem haben wir nichts zu tun. Aber was ist dann mit der ganzen Abtreibung? In der Schweiz werden jedes Jahr 60 Menschen abgetrieben.
Das Herz des Menschen ist von Grund auf böse. Und wir können uns nicht selber erlösen. Das zwanzigste Jahrhundert, nach 500 Jahren Humanismus, wo der Mensch sich durch Bildung und so immer besser machen wollte, und auch durch Kunst: Beethoven hat ja auch geglaubt, dass man durch Musik den Menschen edler machen kann. Selbsterlösung durch Musik, das war eine Idee, warum es wichtig war, Sinfonien zu komponieren. Aber nach 500 Jahren so edler europäischer Bildung: Was ist geschehen? Zwei Weltkriege. Der zweite hat über 50 Millionen Menschen weggerafft. Und was hat der Bolschewismus gebracht im zwanzigsten Jahrhundert? Hundert Millionen Tote. Und dann sagen: Das Böse sei Maya. Nein. Aber der Mensch ist erlösungsbedürftig, und es geht nur durch den Weg, den Jesus Christus in seiner Menschwerdung, in seinem Sterben und Auferstehen gegangen ist, und eben durch ein ganz persönlich klares Schuldbekenntnis Gott gegenüber.
Wie Paulus sagt: Jetzt hat Gott die Zeit der Unwissenheit übersehen, und er gebietet allen Menschen an allen Orten, Busse zu tun, also zu bereuen, was sie getan haben, zu bekennen und dann das Opfer des Herrn Jesus im Vertrauen und Glauben anzunehmen.
Ja, wir haben noch ein paar Minuten Zeit. Er hat sich natürlich in einer katholischen Symbolik auch entdeckt, in einem Buch, das Hitler Mein Kampf analysiert. Also es ist ganz eigenartig: Dieses Hakenkreuz findet man, wie gesagt, auch im Osten. Dort sind es so zwei Schlangen übereinander, und die Schlangensymbolik können wir natürlich von der Bibel her wieder ganz, ganz gut deuten. Das ist eben diese Kraft, die den Menschen verspricht: Ihr werdet sein wie Gott, und ihr werdet erkennen wie Gott. Also die Wurzel ist letztlich dieselbe.
Übrigens war Hitler ja auch Mitglied beim Tulleorden. Das war ein okkulter Orden, und auch von dort her hat er die ganze Inspiration für den Holocaust noch deutlicher bekommen.
Ich habe zwei Fragen Zeit. War die gestellte Frage Buddhismus? Und haben Sie noch die Absicht, diesen Vortrag abzulösen? Der Buddhismus stammt aus der Achsenzeit. Die Achsenzeit um 600 vor Christus hat auf der ganzen Welt gewaltige Ereignisse ausgelöst. Es gibt ja immer solche Wendezeiten in der Geschichte. Da ist der Buddhismus entstanden, mit dem, dass eben Buddha als historische Person existiert hat und ihn gewissermassen als hinduistische Sekte, denn er kommt ja daraus heraus, gegründet hat.
Sollen wir dieses Thema behandeln? Das müsst ihr sagen. Wäre das interessant, zu einem anderen Zeitpunkt mal Buddhismus? Ich habe auch noch gedacht an Islam und animistische Religionen, Stammesreligionen. Denn die spielen alle heute im zwanzigsten Jahrhundert in unserer Kultur eine ganz wichtige Rolle, und viele Leute wissen gar nicht, dass sie Gedanken haben aus den animistischen Stammesreligionen. Wer das von Interesse? Hand hoch, wer findet das interessant?
Ja, gut, also dann könnte man als Fortsetzung ein weiteres Mal den Buddhismus nehmen und so weiterfahren. Ich wollte einfach nicht, dass Bibelstudientage nur Religionsgeschichte werden. Es geht mir darum: Wir haben viel gemacht in der Vergangenheit, Einleitungsfragen zu Bibelbüchern, dann Auslegung von Bibelbüchern. Weiter haben wir Themen wie Wissenschaft und Bibel behandelt und auch Kirchengeschichtliches. Also das sind eigentlich alles Gebiete, die in einem Theologiestudium ihren Platz haben. Aber das sind alles Dinge wie Religionsgeschichte und Wissenschaft und Bibel, die am Rande sind, die notwendig sind, auch zur Verteidigung des Glaubens usw. Aber ich möchte einfach, dass der Bibelstudientag nicht das Zentrum verpasst.
Aber ich glaube, allein durch die Behandlung des Hinduismus lernt man auch die biblische Lehre des Heils, um eine ganz neue Perspektive wiederzusehen und zu wertschätzen.
Gut, sind noch weitere Fragen? Ja, die Frage ist natürlich, ob er den Wunsch hat, da herauszukommen, oder ob er sich darin wohlfühlt. Dann muss man ihm natürlich den Heilsweg erklären und ihm sein Gewissen ansprechen, dass er wirklich den Wunsch bekommt, Erlösung durch Gnade zu bekommen. Und dann ist es wichtig, dass er einen totalen Bruch vollzieht mit allen Praktiken und mit all diesen Büchern, die er studiert hat. Also radikal.
Es ist interessant, Rabinath Maharaj sagt zum Beispiel auch, es ist unmöglich, Yogaübungen zu machen, um Gymnastik zu betreiben. Man kann Yoga nicht trennen, abtrennen vom Hinduismus. Und übrigens: Die Übungen sind auch ganz anders. In der Gymnastik geht man doch bis zur Schmerzgrenze und dann wieder zurück. Aber das Typische im Yoga ist, dass man in Schmerzstellungen verharrt. Abgesehen davon, dass es medizinisch auch nicht gesund ist, solches zu machen. Aber das ist nicht dasselbe wie Gymnastik, und die Übungen werden auch immer ganz langsam vollzogen. Warum? Es geht darum, dass der Geist sich einübt in Passivität. Es geht hier letztlich darum, dass unser Bewusstsein immer mehr absinken kann, bis man in einem tiefen Bewusstsein ankommt. Aber es heisst letztlich Einschränkung des Bewusstseins, es ist nicht Bewusstseinserweiterung.
Es ist genau dasselbe wie mit den Drogen. Drogen sind keine Bewusstseinserweiterung, sie sind immer eine Bewusstseinsverengung in verschiedenen Graden. So muss man also einem solchen Menschen wirklich zeigen: Der Bruch ist total zu vollziehen, und er muss wirklich lernen, die Erlösung geht nur durch eine radikale Erklärung.
Ja, noch eine Frage, weil wir ja in dem Zeitplan müssen. Was machst du mit Menschen, die wiedergeboren sind, die Neuläufung praktizieren, sei es im Berufsalltag, im Fussen oder jetzt auch tiefer in der Schule? Was können die Wolken sein, gerade jetzt, und was macht das Rätsel so hier?
Ja, da kann man nur radikal sein. Also wirklich absolut brechen. Und wenn man im Berufsleben so dazu quasi gezwungen wird, auf ganz feine Art Stellung zu nehmen, denn wir haben immer noch unsere Grundartikel der Gewissens- und Glaubensfreiheit, und auf die können wir uns auf würdige Weise berufen. Müssen wir auch immer mehr, denn die geistlichen Gefahren sind ganz vehement.
Es geht hier mit all diesen Techniken darum, dass der Mensch allmählich in das richtige mediale Empfinden hineinkommt. Das ist nicht eine Entwicklung von einem Tag auf den anderen, sondern allmählich. Und da muss man sich ganz radikal dagegen stellen. Eben wie Luther: Hier stehe ich, Gott helfe mir, ich kann nicht anders. Und das hat dann auch geistliche Auswirkungen, positiv in unserem Leben, diese Art von geistlicher Intoleranz.
Ja, ich glaube, wir müssen, sonst bekommen wir kein Essen mehr.
Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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