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Verfolgung Isaaks durch Ismael; er und Hagar müssen weggehen

SerieTeil 6 / 12Auf den Spuren der Stammväter Israels
Wenn Gottes Plan erst unmöglich wirkt, kann am Ende Lachen daraus werden. Isaaks Geburt zeigt: Treue kommt oft später als gedacht – und verlangt, loszulassen, statt alles selbst zu steuern.

Der verheißene Sohn als Zeichen göttlicher Treue

Wir fahren weiter in 1. Mose 21. Wir lesen nochmals Vers 3, bitte Max:
Und Abraham gab seinem Sohn, der ihm geboren wurde, den ihm Sarah gebar, den Namen Isaak.
Ja, hier ist ganz wichtig, dass betont wird, dass Sarah ihn ihm geboren hatte. Denn das war Gottes Plan, nicht auf einem anderen Weg, sondern durch Abraham und Sarah. Das war Gottes Ratschluss. Darum wird das hier durch den Heiligen Geist nochmals betont: den Sarah ihm geboren hatte, und zwar den Namen Isaak, so wie Gott es vorgeschrieben hatte in 1. Mose 17. Dort hat Gott in Vers 19 nochmals klar gesagt, er soll Jitzchak heißen, also lachen, lachen.
Das ist natürlich eine Anspielung auf diese Tiefpunkte bei Abraham, 1. Mose 17, und bei Sarah, 1. Mose 18. Beide haben im Unglauben gelacht. Aber jetzt wird deutlich, dass dieser Name noch eine andere Bedeutung hat. Und zwar lesen wir nochmals Verse 4, 5 und 6:
Und Abraham beschnitt Isaak, seinen Sohn, als er acht Tage alt war, wie es ihm Gott geboten hatte. Und Abraham war hundert Jahre alt, als ihm sein Sohn Isaak geboren wurde. Und Sarah sprach: Gott hat mir ein Lachen bereitet; wer es hören wird, der wird mir zulachen.
Ja, da geht es nicht mehr um das Lachen des Unglaubens, sondern hier geht es um das Lachen der Freude über die Erfüllung der Pläne Gottes. So kann ein Name eben verschiedene Bedeutungen haben.

Namen, Bedeutung und die Freude über Erfüllung

Wir haben bei unseren Kindern immer den Wunsch gehabt, ihnen Namen zu geben, die wirklich etwas aussagen, nicht nur, weil uns der Klang gefallen würde. Natürlich haben wir auch auf den Klang geachtet. Wir haben darauf geachtet, dass die Rufnamen eher kurz sind und dass man sie gut aussprechen kann, also nicht nur wir, sondern auch andere. Es waren verschiedene Überlegungen. Und es war uns immer wichtig, damit eine Botschaft weiterzugeben.
Wir haben kein Kind Daniel genannt, aber Daniel ist ja einer der beliebtesten Namen in der Schweiz. Wenigstens in den vergangenen Jahren war er einmal auf Platz Nummer eins. Der Name ist aber immer treffsicher. Was heisst Daniel? Mein Gott ist Richter, Gott ist mein Richter.
In der Bibel wird das Wort Richter gebraucht für den Richter, der verurteilt, aber auch für den Rechtsanwalt, der verteidigt. Und so ist Gott zum Beispiel der Richter der Weisen und Witwen. Sie müssen nicht Angst haben vor Gott, dem Richter. Das bedeutet vielmehr, dass er ihnen zum Recht verhilft, weil sie in der Gesellschaft eine schwache oder geschwächte Position haben.
Und so kann Daniel eben bedeuten: Gott ist der, der dir Unterstützung gibt, der im Leben zu dir steht, wenn du ihm nachfolgst. Wenn ein Kind dann aber einen eigenen Weg gehen würde, dann passt der Name auch. Dann ist Daniel eine Warnung: Mein Richter ist Gott.
Und Jesreel kann eben an den Unglauben erinnern. Aber derselbe Name kann auch zum Ausdruck bringen, dass man sich über die Erfüllung freut, darüber, dass Gottes Wort wahr ist und Gottes Treue absolut und beständig ist.

Das Lachen der Erlösung in den Psalmen

Dazu schlagen wir Psalm 126 auf, und da sehen wir: Lachen ist ein Thema in der Bibel. Und zwar gibt es verschiedene Arten von Lachen.
Hier in Psalm 126, einem Stufenlied, also einem dieser 15 prophetischen Psalmen, die einen engen Zusammenhang mit der Endzeit haben, mit der Heimführung des jüdischen Volkes in Etappen ins Land der Väter und damit, wie schließlich der Messias als König des Friedens kommen wird.
Lied zu Psalm 126,1-3. Ein Wallfahrtslied:
Als der Herr die Gefangenen Zions zurückbrachte, da waren wir wie Träumende. Da war unser Mund voller Lachen und unsere Zunge voll Jubel. Da sagte man unter den Heiden: Der Herr hat Großes an ihnen getan. Der Herr hat Großes an uns getan, wir sind fröhlich geworden.
Ja, der Ausdruck die Gefangenschaft wenden oder die Gefangenen zurückführen, dieser Ausdruck kommt mehrere Male in der Prophetie vor. Er ist ein Schlüsselausdruck für die Wende des jüdischen Schicksals nach langer, schwerer Zeit der Verfolgung und der Wiederherstellung im Land der Väter.
Jetzt wäre also die bessere Übersetzung nicht: Als der Herr die Gefangenen Zions zurückführte, sondern: Als der Herr das Schicksal Zions wendete, waren wir wie Träumende. Und an anderen Stellen steht: Als der Herr das Schicksal Judas wenden wird. Aber hier steht Zion. Und Zion, was ist das für ein Berg? Das ist der Tempelberg, in der Bibel der Tempelberg. Nachbiblisch wurde auch ein Nachbarhügel so genannt, und das führt dann zu Verwirrung. Aber hier geht es um den Tempelberg.
Als der Herr das Schicksal des Tempelbergs wendete, da waren wir wie Träumende. Und das kam wirklich so. Im Mai 1967 verkündigte noch der panarabische Führer Nasser aus Ägypten: Unser Hauptziel besteht in der Vernichtung Israels. Und das führte in den frühen Junitagen zum Sechstagekrieg. Nach sechs Tagen war Ruhe an allen drei Kriegsfronten. Israel hatte als Volk überlebt, und als Folge des Sechstagekriegs wurde am dritten Tag der Tempelberg erobert und kam wieder in jüdische Hand, nach fast zweitausend Jahren.
Und es war genau so: Als der Herr das Schicksal Zions wendete, waren wir wie Träumende. Wer hätte es gedacht? Der Tempelberg war durch eine Mauer der Jordanier abgetrennt vom Rest von Jerusalem. Und man fragte sich: Ja, wie soll das gehen? In Jeremia heißt es, sie werden zurückkehren zum Berg Zion mit Jubel. Aber wie soll das gehen? Und dann kamen eben diese Junitage, am dritten Tag diese Eroberung des Tempelberges, und dann wurde laut verkündet: Har HaBajit Bejadenu, der Tempelberg ist in unserer Hand.
Also so etwas Bewegendes kann man sich kaum vorstellen, wie das war. Nachher kamen Tausende zur Klagemauer, und das war genau so: Wir waren wie Träumende.
Und Vers 2 hat sich auch genau so erfüllt: Da wurde unser Mund voll Lachen und unsere Zunge voll Jubel. Da sagte man unter den Nationen: Der Herr hat Großes an ihnen getan. Ich mag mich erinnern, ich habe das damals mit großem Interesse verfolgt. Ich war ein kleiner Junge, neun Jahre alt, und ich habe zugehört, was die Erwachsenen sagten. Die haben gesagt: So etwas haben wir noch nie gesehen. In sechs Tagen eine Übermacht geschlagen, und an allen Fronten war, wie gesagt, Ruhe. Und alle haben gesagt: Das ist nicht einfach menschlich, das war Gottes Hand.
Ja, genau so: Da sagte man unter den Nationen, der Herr hat Großes an ihnen getan. In Israel sagt man: Der Herr hat Großes an uns getan. Was Gott eben erfüllt hat durch seine Treue, führte zu Lachen. Da wurde unser Mund voll Lachen. Das ist das Lachen der Freude über die Wahrheit des Wortes Gottes, über die Erfüllung, über die Treue Gottes.
Und genauso hier: Abraham ist gehorsam und gibt dem Namen Jizchak, Lachen.

Gehorsam, Beschneidung und das Zeichen der Sünde

Und weiter ist der Gehorsam. Vers 4 haben wir gelesen: Abraham beschnitt Isaak am achten Tag. Das war eine weitere Vorschrift aus 1. Mose 17, nicht nur der Name, sondern auch die Beschneidung der Nachkommen.
Abraham macht alles genau so, wie Gott es gesagt hat. Wir sehen also sehr schön in diesem Kapitel die Treue Gottes und dann den Gehorsam dessen, der die Treue Gottes erlebt hat. Doppelte Treue, doppelter Gehorsam: Er beschneidet Isaak.
Und die Beschneidung wurde Abraham geboten in 1. Mose 17, nachdem Gott eben etwa dreizehn Jahre nicht mehr mit Abraham gesprochen hatte, weil er einen falschen Weg ging mit Hagar. Aber dann ist Gott ihm wieder erschienen und hat ihm den Bund der Beschneidung aufgetragen. Das sollte eben zum Ausdruck bringen, und das ist jetzt auch wieder eine Wiederholung: Diese Operation mit dem Messer muss bluten. Und es drückt aus: Ein Mann ist nur in der Lage, einen Sünder zu zeugen. Es geht nicht anders.
 Römer 5,12 sagt, dass die Sünde durch einen Menschen in die Welt kam, und von dort ist diese sündige Natur von Generation zu Generation weitergegeben worden. Der Mann gibt das weiter von Generation zu Generation, und das müssen wir anerkennen. Wir sind Sünder, und wir können nur Sünder hervorbringen. Und diese Anerkennung sollte im Beschneidungsbund zum Ausdruck gebracht werden. Darum eben dieses Blutvergießen, ein Bild des Gerichts über die sündige Natur des Menschen.
Und Abraham beschneidet Isaak, um eben auch dieses Bewusstsein weiterzugeben. Nicht nur er musste sich darunter beugen: Ja, ich habe eine sündige Natur in mir. Isaak hatte die auch. Und die weiteren Generationen sollten das dann auch so ausführen, dieses Bewusstsein, und alles im Blick auf den Messias, der einmal kommen sollte, um das Problem der Sünde zu lösen, die Lösung zu bringen.
Also hier vorschriftsgemäß am achten Tag. Und dann wird nochmals betont, Vers 5: Abraham war hundert Jahre alt. Das war Gottes Plan, Gottes Zeitplan. Er musste hundert sein und sie neunzig.
Und dann gibt es eben Leute, die denken: Jetzt kann ich einfach Gottes Ratschluss berechnen, indem ich so auf besondere Zahlen achte. Da könnte die Entrückung eben 2025 sein, ja, nein, oder 2031, ja, weil das wären dann so und so viele Jahre ab da und da. Gott bestimmt selber seinen Zeitplan.
Und es ist dann eben nicht so, dass man jetzt hätte wissen können: Ja natürlich, als Abraham auszog aus Ur in Chaldäa, das wird nicht kommen mit 76, das ist keine schöne Zahl, aber dass wir kommen mit 100, nein. Aber im Rückblick sieht man natürlich, dass Gott so Zahlensysteme hat. Aber die kann man nicht einfach so selber herausfinden. Das ist Gottes Souveränität, wie er das macht. Und darum soll das uns keine Ermutigung sein, um so ein bisschen mit den Zahlen zu jonglieren und schöne Strukturen selber zu erfinden. Nein, wir müssen sie annehmen und sagen: Ja, tatsächlich, Gott hat bestimmt: Er hundert, sie neunzig. Aber das war nicht vorauszusehen, dass es so sein sollte. Aber das war wirklich die bestimmte Zeit, Vers 2.

Stillen, Bindung und geistliche Ruhe

Jetzt gehen wir weiter, nochmals Verse 6 und 7, einfach vorlesen: Und Sarah sprach: Gott hat mir ein Lachen bereitet; wer es hören wird, der wird mir zulachen.
Jawohl, sie hat das Lachen der Freude über die Treue Gottes. Und sie sagt: Das möchte ich auch mit anderen teilen. Jeder, der das mitbekommt, der soll sich quasi auch mit ihr freuen. So ist das im Glauben, dass die Freude über Gottes Treue eben mit anderen geteilt wird.
Und jetzt kommt noch Vers 7: Und sie sprach: Wer hätte das dem Abraham verkündet, dass Sarah Kinder stillt, dass ich ihm einen Sohn geboren habe in seinem Alter?
Ja, jetzt kommt noch etwas dazu. Nicht nur, dass Sarah gebären konnte, war ein biologisches Wunder, sondern dass sie dann mit neunzig auch noch stillen konnte. Das war ja alles biologisch abgestorben. Gott hat alles reaktiviert, übrigens bei Abraham auch, und nicht nur punktuell, denn wir sehen ja später: Sarah stirbt, und später heiratet er Ketura, und er hat noch eine Serie von Kindern. Also hat Gott ihn wirklich biologisch restauriert, wiederhergestellt. Und Sarah konnte sogar stillen. Dadurch hatte sie natürlich noch eine ganz besondere Beziehung zu diesem von Gott gegebenen Kind, der Erfüllung von Gottes Verheißungen.
Das Stillen erzeugt eine ganz starke Bindung zwischen Mutter und Kind, und auch das hat Gott ihr geschenkt. Das ist auch damit enthalten in 1. Mose 21,1: Und der Herr wandte sich Sarah zu. Diese Zuwendung, dass sie diese Erfahrung mit neunzig noch machen durfte. Niemand hat die Verheißung, dass er das bekommen muss. Es gibt solche, die heiraten nie. Es gibt solche, die heiraten, aber sie haben keine Kinder. Es gibt solche, die heiraten und Kinder haben, aber es gibt Mütter, da geht es nicht mit dem Stillen. Das ist auch Gottes Souveränität, wie er das zuteilt. Aber da hat er es gegeben.
Und jetzt ist es auch ein wichtiger Punkt für die Kinder. Wenn wir Psalm 22 aufschlagen, und das ist ja schon höchst erstaunlich: Dieser Psalm ist ein messianischer Psalm. David beschreibt nicht seine Erfahrung, sondern hier hören wir die Stimme des Messias in Verbindung mit den Leiden am Kreuz: Sie haben meine Hände und meine Füße durchgraben. Vers 17. Und in diesem Psalm hören wir die Stimme des Herrn Jesus, wie er sagt in Vers 10: Ja, du hast mich aus dem Leib meiner Mutter gezogen, du warst meine Zuversicht schon an meiner Mutterbrust.
Die Elberfelder übersetzt ein bisschen nuanciert, aber noch genauer: Doch du bist es, der mich aus dem Mutterleib gezogen hat. Also im Geburtsvorgang wirkt Gott. Nicht, weil man denkt: Ja, das ist so, es geschieht alles natürlich und nach ganz bestimmten biologischen Prozessen usw., und dann hilft noch ein Arzt oder eigentlich das meiste die Hebamme. Und hier wird klargemacht, dass Gott auch da ist, im Gebärsaal, und er da wirkt: Doch du bist es, der mich aus dem Mutterleib gezogen hat.
Und jetzt, worauf ich hinaus wollte: Der mich vertrauen ließ an meiner Mutterbrust, oder in der Fußnote der Elberfelder: sorglos ruhen, der mich vertrauen ließ. Das heißt, Vertrauen fassen ließ. Das Stillen bewirkt wirklich, dass ein Vertrauen, ein Urvertrauen, dadurch gefördert wird. Aber man muss jetzt nicht traurig sein, wenn man eben ein Kind ist, das nie gestillt wurde. Gott kann das auch auf andere Weise wiedergeben, erstatten. Aber es ist wichtig, dass man sieht: Das hat seine Bedeutung und hat für die Formung, auch die seelische Formung des Kindes, eine wichtige Bedeutung.
Und natürlich, bei Sarah verstehen wir: Die hat sich gekrallt an dieses Kind. Also verstehen wir doch, mit neunzig bekommt sie ein Kind, jetzt ist das Kind alles, und sie lässt es nicht mehr los. Wie lange hat sie gestillt? Es steht nicht da. Aber man kann es berechnen. Und zwar in 2. Mose 12,40. Ihr könnt kurz aufschlagen, da haben wir Passa und Auszug aus Ägypten. Und dann steht in 2. Mose 12,40: Die Zeit aber, welche die Kinder Israels in Ägypten gewohnt hatten, betrug 430 Jahre.
Jawohl, und jetzt ist es so: Diese 430 Jahre sind nach Galater 3 die Jahre von dem Bund, den Gott mit Abraham geschlossen hat, bis zum Auszug aus Ägypten. Galater 3 sagt, dass der Bund am Sinai 430 Jahre nach dem Bund mit Abraham war. Nun, Abraham kommt 75-jährig ins verheißene Land, 1. Mose 12, dann geht er nach Sichem, und dort macht Gott mit ihm den Bund und verheißt ihm dieses Land für die Nachkommenschaft. Und nachher geht er wegen einer Hungersnot nach Ägypten und bleibt unbestimmte Zeit in Ägypten. Und er bekommt vom Pharao ganz viele Geschenke, und da hat Abraham einen Wohnsitz in Ägypten gehabt.
Und jetzt ist ganz wichtig: Hier in 2. Mose 12,40 steht wörtlich im Hebräischen nicht die Zeit, die die Kinder Israel in Ägypten gewohnt haben, sondern der Wohnsitz der Kinder Israel in Ägypten ist 430 Jahre. Und dann ist es schön in Harmonie mit Galater 3, nämlich: Der Wohnsitz der Kinder Israel, das beginnt mit Abraham, der nach Ägypten ging, im selben Jahr, als Gott den Bund mit ihm machte. Und so wird die ganze Zeit von dort gerechnet bis zum Auszug, und das gibt 430 Jahre. Die Zeit, in der die Israeliten effektiv ab Jakobs Reise nach Ägypten dort waren, war 215, also genau die Hälfte.
Und das ist übrigens der Grund, warum erklärend in der Septuaginta, der griechischen Übersetzung des Alten Testaments, eingefügt ist: 430 Jahre in Kanaan und in Ägypten. Und auch im samaritanischen Text haben wir diesen Hinweis, und auch in der rabbinischen Literatur. In meinem neuen Buch Revolution in der biblischen Chronologie erkläre ich diesen Vers noch ausführlich.
Jetzt hilft das also. Das sind die 430 Jahre. Aber ich habe heute schon erwähnt: In 1. Mose 15 sagt Gott: Dein Same wird ein Fremdling sein, und sagt auch voraus: Deine Nachkommenschaft wird in der Fremde sein und wird unterdrückt werden und schließlich mit Reichtum ausziehen. 400 Jahre. Auch in dem genannten Buch erkläre ich diese Stelle noch im Detail, aber da steht 400 und nicht 430. Warum? Weil es eben nicht die Zeit ist, 400 Jahre ab Abraham im Land Kanaan, sondern es bezieht sich dort auf deinen Same. Und ab dem Moment, wo, wie wir gleich noch sehen werden, der falsche Erbe Ismael ausgetrieben wurde und klar wurde, dass Isaak der Erbe ist, wurde eben noch Isaak abgestellt. Von dort beginnen die 400 Jahre.
Es ist klar: Abraham kommt ins Land, fünfundsiebzig, mit hundert kommt Isaak, fünfundzwanzig Jahre, und dann noch fünf Jahre stillen, wie wir noch sehen werden, das Fest des Abstillens. Ismael wird ausgetrieben, und da beginnt diese Geschichte des Samens. Das sind 400 Jahre, und was sind dazwischen? Fünf Jahre. Also fünf Jahre hat sie ihn gestillt.
Es ist ja schön, wenn eine Mutter stillen kann. Acht Monate, so war es bei mir, und ich bin dankbar, das hat mir genügend Resilienz gegeben fürs Leben. Aber andere machen noch länger, zwei Jahre. Und wir haben bei unseren Töchtern richtige Spezialisten für noch länger. Und dann manchmal kommt man auf die Idee, zu sagen: Also einmal ist auch fertig. Gerade wenn man zwei Kinder gleichzeitig stillt und dann noch einen Vortrag hält, das kann man in Asien, aber irgendwo ist dann mal auch Schluss. Aber Sarah hört nicht mehr auf, fünf Jahre.
Da kann man wirklich die Frage stellen: Was ist der Unterschied eben zwischen einer jüdischen Mama und einem Rottweiler? Beide lassen nicht mehr los, wenn sie zugebissen haben. Und die wollte nicht mehr loslassen. Aber es ist alles verständlich. Nur, das hatte Konsequenzen.

Ablösung, Reife und der Weg in die Freiheit

Lesen wir noch ein bisschen weiter, Verse neun bis dreizehn.
Und Sarah sah, dass der Sohn der Hagar, der ägyptischen Magd, den sie dem Abraham geboren hatte, Mutwillen trieb. Da sprach sie zu Abraham: Treibe diese Magd hinaus mit ihrem Sohn, denn der Sohn dieser Magd soll nicht erben mit meinem Sohn Isaak. Dieses Wort missfiel Abraham sehr um seines Sohnes willen. Aber Gott sprach zu Abraham: Es soll dir nicht leidtun wegen des Knaben und wegen deiner Magd. Höre in allem, was Sarah dir sagt, auf ihre Stimme; denn in Isaak soll dir ein Same berufen werden. Doch ich will auch den Sohn der Magd zu einem Volk machen, weil er dein Same ist.
Danke. Also, wir haben noch gesehen: Vers 7: Wer hätte Abraham gesagt, Sarah wird Söhne stillen? Das war so etwas Grandioses für Sarah, denn sie konnte sagen: Ich habe ihm in seinem Alter noch einen Sohn geboren. Und dann wird erklärt in Vers 8: Und das Kind wuchs und wurde entwöhnt. Also kam der Tag, an dem sie losliess, die Entwöhnung. Und das wurde wirklich gekrönt mit einem grossen Festmahl. Abraham machte ein grosses Festmahl an dem Tag, als Isaak entwöhnt wurde.
Und in diesem Zusammenhang wird gesagt, dass Ismael spottete über Isaak. Ich weiss, das war schon ein spezielles Bild: Der Fünfjährige immer noch an der Brust seiner Mutter, und Ismael hat ihn verachtet und verspottet. Und für „spotten“ sehen wir in der Fussnote: Es heisst lachen. Er hat gelacht. Jetzt haben wir noch ein anderes Lachen. Es gibt das Lachen des Unglaubens, es gibt das Lachen der Freude über Gottes Treue und Erfüllung, und es gibt das Lachen, das ein Verachten, ein Verspotten ist. Und das hat Ismael gemacht, er hat Isaak verspottet.
Und dann kam eben diese Austreibung, Vers 10. Und das war eben nach diesen fünf Jahren. Und diese fünf Jahre haben geendet mit einem grossen Festmahl. Dieser Schritt der Ablösung wurde gefeiert. Man könnte sagen: Jeder Schritt der Ablösung ist doch traurig! Nein! Es beginnt ja eigentlich schon mit der ersten Ablösung, mit der Geburt. Ja, die Mutter hat das Kind neun Monate unter dem Herzen. Und das gibt eine ganz enge Verbindung. Und die erste Lösung ist die Geburt. Und dann noch eine zweite: Nach der Geburt schneidet man die Nabelschnur. Das ist auch ein wichtiger Moment, das bedeutet nochmals Ablösung. Und dann kommt das Stillen und schliesslich eben auch der Tag, wo man jetzt abstellt. Und das ist wieder ein Loslassen.
Jetzt muss die Mutter lernen, und das wird noch weitergehen. Dieses Loslassen ist nicht beim Abstellen fertig, das geht weiter. Ein Alter wird erreicht, wo man sagen muss: Das muss jetzt das Kind oder der Teenager selber entscheiden. Da entscheiden wir noch. Aber es ist auch ein Loslassen. Und man kann die Kinder nicht einfach von null auf hundert loslassen, wenn sie dann erwachsen sind. Die sind gar nicht mehr in der Lage, diese Freiheit überhaupt zu meistern. Und darum ist es wichtig: Das ist über die Jahre ein weiterer Prozess, wo man loslässt. Und das ist dann eben so schwierig, zu wissen, wo soll man loslassen und wo nicht. Wo muss man sagen: Das ziehen wir durch, da lassen wir die Verantwortung gelten. Das braucht die Gnade und Hilfe des Herrn. Wir dürfen um Weisheit bitten, sagt Herr Jakobus, und Gott gibt sie, wenn wir das im Glauben tun.
Aber eben: Dieses Loslassen ist nicht einfach etwas Trauriges, sondern es bedeutet, da wird jemand immer reifer. Und darum war diese Entwöhnung von Isaak ein grosses Festmahl, also nicht ein Trauerereignis, sondern ein freudiges Ereignis. Jetzt hat er wieder eine Etappe in seiner Entwicklung genommen. Also ist es wichtig, dass wir uns freuen, dass Kinder sich entwickeln.
In der säkularen Psychologie spricht man über den Peter-Pan-Komplex. Damit will man etwas beschreiben, was man im Leben beobachten kann. Es gibt Kinder, die wollen gar nie erwachsen werden. Und die freuen sich zum Beispiel auch über die Erfindung des Ausdrucks Teenager. Ich habe das in der Bibel noch nie gelesen. Aber gut, das ist eine moderne Erfindung: Teenager. Das beginnt mit dreizehn, weil man auf Englisch zählt: ten, eleven, twelve, und dann thirteen, fourteen. Also das sind Teenies ab dreizehn, bis neunzehn. Und dann kommt twenty, dann sind sie keine Teenies mehr.
Mit Teenager will man eben junge Menschen bezeichnen, die keine wirklichen Kinder mehr sind, aber auch keine Erwachsenen. Das ist gefährlich. Im Judentum hat man eben schon in biblischen Zeiten, und im Neuen Testament sehen wir das eben mit dreizehn, erklärt, dass ein Junge jetzt verantwortlich ist, die Gebote Gottes aus eigener Verantwortung einzuhalten. Dann feiert man die Bar Mitzwa. Jesus ging ja noch mit zwölf mit den Eltern nach Jerusalem, Lukas 2 beschreibt das. Und das war eben das Eingewöhnungsjahr, bevor man erwachsen wurde, gewissermassen mit dreizehn. Da wurde man mit zwölf eben in diesem Jahr eingestimmt auf das Erwachsensein. Und darum ist es so wichtig in Lukas 2, dass der Herr eben da mit zwölf nach Jerusalem ging. Und damit hat man da wirklich Verantwortung übergeben, und man hat nicht gesagt: Das ist so ein Zwischending zwischen Kind und Erwachsen. Man hat jemanden voll ernst genommen: Du trägst mit dreizehn Verantwortung, dass du dich richtig entscheidest. Und das hilft.
Es ist wirklich schwierig, dieses Zwischending. Man kann blöd tun wie ein Kind und will die Vorrechte als Erwachsener. Ja, das ist wirklich das Brötchen und das Geld dafür. Man muss sich entscheiden: entweder das Brötchen oder das Geld. Und das bringt eben viele Probleme in unserer Gesellschaft, diese Unklarheit dazwischen. Aber eben: Man muss in dieser Zeit, ich benutze jetzt bewusst den Ausdruck Teenager, zeigen, jetzt musst du immer mehr die Verantwortung übernehmen, und wir lassen los. Und das ist eigentlich gut, denn das ist eine gesunde Entwicklung bis hin zum Erwachsenen.
Und darum ist 1. Mose 21,8 eine wichtige Belehrung: ein grosses Festmahl bei diesem wichtigen Schritt der Ablösung. Und Ablösung dann schliesslich im Erwachsenenalter bedeutet ja nicht: Jetzt machen die Kinder, die keine Kinder mehr sind, was sie wollen, und machen einen Schnitt mit den Eltern. Nein, Ablösung bedeutet nicht einen Schnitt mit den Eltern, sondern man begegnet sich auf einer ganz anderen Ebene. Und die Beziehung kann sogar besonders schön werden, achtungsvoll auf beiden Seiten. Und da haben wir auch schöne biblische Beispiele von diesem Miteinander der Generationen, wo aber eben eine gegenseitige Achtung da ist und nicht ein Abschneiden.
Und manche, die sich eben die Freiheit als Teenager mit Gewalt holen, die machen einen Schnitt mit den Eltern, und das ist traurig. Das wäre ein Trauerfest wert. Aber jeder Abschnitt sollte eigentlich zu einem Freudenfest führen, so wie bei diesem grossen – ich habe mir in meiner Bibel das Spezielle unterstrichen – grossen Festmahl.
Und mit dem Kind passiert etwas, wenn es entwöhnt ist. Was? Ja, schlagen wir auf Psalm 131. Auch im Psalm von David: Psalm 131. Nein, ich habe meine Seele beruhigt und gestillt wie ein entwöhntes Kind bei seiner Mutter; wie ein entwöhntes Kind ist meine Seele still in mir.
Ein entwöhntes Kind hat eine Ruhe. Man muss die kleinen Kinder, die noch gestillt werden, beobachten: Die werden so oft so unruhig, und sie suchen die Brust der Mutter. Und dann schreien sie, und sie weinen, und man kann sie nicht beruhigen, bis sie endlich wieder an der Brust sein dürfen. Aber das ist alles nicht mehr, wenn sie abgestillt sind: einfach zufrieden, eine Zufriedenheit, eine innere Ruhe, obwohl sie etwas nicht haben, was eigentlich gerade neben ihnen wäre.
Und David sagt, dass der Herr eben ihn so geformt hat, dass er still werden kann und zufrieden mit dem, was er jetzt hat. Und das ist eben ein wichtiger Entwicklungsschritt mit dem Entwöhnen, diese Ruhe, die man bekommt. Und das ist im Glaubensleben genau gleich. Also ist das entwöhnte Kind hier ein Vorbild, wenn man als Gläubiger eben zur Ruhe kommt, zufrieden ist, dankbar ist mit dem, was der Herr uns gegeben hat bis hierher.

Verachtung als Form von Verfolgung

Ja, aber jetzt gehen wir noch ein bisschen weiter und versuchen, den Schluss zu finden. Wir haben gelesen, Verse 9 bis 13: Ismail wird zum Feind von Isaak und spottet über ihn, lacht über ihn. In Galater 4 wird das aufgenommen. Und wie wird das dort bezeichnet, dieses Spotten?
Es steht nicht, dass Ismail gespottet hat, sondern: Ja, ich kann mich kurz aufschlagen. Galater 4, die ganze Austreibung von Ismail, die sparen wir uns fürs nächste Mal. Aber diesen Punkt der Verfolgung wollen wir noch anschauen, und zwar Galater 4, nicht wahr? Erich, gibst du uns den Vers? Also ich helfe, 29, ja, 29 und 30 liest du ab Vers 28, Max.
Wir aber, Brüder, sind nach der Weise des Isaak Kinder der Verheißung. Doch gleich wie damals der dem Fleisch nach Geborene den dem Geist nach Geborenen verfolgte, so auch jetzt. Was aber sagt die Schrift? Treibe die Magd hinaus und ihren Sohn, denn der Sohn der Magd soll nicht erben mit dem Sohn der Freien. So sind wir also, Brüder, nicht Kinder der leibeigenen Magd, sondern der Freien.
Also hier wird tatsächlich in Vers 29 das Wort „verfolgte“ genannt, aber er hat nur gelacht. Was lernen wir daraus? Die Bibel beschreibt, wenn Leute uns verachten wegen unseres Glaubens, das ist bereits Verfolgung. Wir im Westen haben oft das Gefühl: Ja, in anderen Ländern, da werden die Gläubigen verfolgt. Wir werden nicht verfolgt. Aber all das, was wir an Verachtung und Spott erleben für unseren Glauben, das gewichtet Gott stärker. Es ist Verfolgung.
Dazu noch ein ermutigender Vers aus 2. Timotheus 3,12: Und alle, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden Verfolgung erleiden. Ja, da denken manche: Aber ich erleide keine Verfolgung. Doch, das haben wir alles erlitten. Und zwar wird hier gesagt, nicht nur die, die gottselig oder gottesfürchtig leben, werden verfolgt, sondern die, die gottselig leben wollen.
Also das verheißt uns das Wort Gottes: Wenn wir wirklich den Wunsch haben, den Weg mit dem Herrn zu gehen und ein Leben zu führen, das erfüllt ist von dem Herrn. Gottselig bedeutet ja ein Leben, das von Gott erfüllt ist. Trübselig ist ein Leben voller trüber Gedanken. Leutselig: Das ist ein Leben, in dem man mit vielen Leuten Kontakt hat. Und redselig sind solche, die in ihrem Leben dauernd nur reden und nicht schweigen können. Aber gottselig ist ein Leben, das von Gott erfüllt ist. Und wer gottselig leben will, wird verfolgt.
Aber das kann eben Verachtung bedeuten. Und das sind Dinge, die vielleicht äußerlich nicht so eindrucksvoll sind, aber es sind Dinge, die wirklich wehtun können. Der Herr sieht das und gewichtet das auch.

Ausblick auf die weitere Deutung des Konflikts

Ja, aber jetzt wollen wir das auf nächstes Mal sparen: die Bedeutung im Zusammenhang mit Charakter 4 von der Austreibung von Hagar und Ismail und dann auch, wie Gott in den weiteren Versen eben sich Hagar und Ismail annimmt in ihrer schwierigen Situation. Die werden nicht einfach dem Schicksal überlassen. Dann werden wir auch sehr viele Prinzipien lernen, wie Gott ist, wie Gott handelt, und wir werden uns dann auch damit beschäftigen, warum es heißt im Vers 12, was immer Sarah dir sagt, sagt Gott zu Abraham, was immer Sarah dir sagt, höre auf ihre Stimme.
In 1. Mose 16 hat sie ihm gesagt, heirate Hagar, und Abraham hat gehorcht, und es war vollkommen falsch. Es gibt also Momente, wo man wirklich nicht auf die Ehefrau hören darf. Aber es gibt Momente, wo Gott sagt: Höre auf ihre Stimme!
Und unser Problem als Männer – habt bitte Mitleid mit uns – ist zu wissen, wann muss ich hören und wann nicht. Eben, es ist eigentlich ganz einfach: im richtigen Moment hören, im falschen Moment nicht hören. Aber wir haben das schon an einer anderen Stelle: Wo hat Gott den Vorwurf gemacht, dass ein Mann auf seine Frau gehört hat? Ja, Gott sagt: Warum hast du auf die Stimme deiner Frau gehört?
Aber das kann jetzt niemand nehmen, um zu sagen, das ist ein Problem, ich höre nie auf meine Frau. Nein, dann kann man völlig auf dem Holzweg sein, denn hier steht: Höre auf ihre Stimme.
Ja, aber das andere nächstes Mal.

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