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Religion: Ungenügend! - Evangelisation in Nürnberg

05.11.1957Matthäus 7,13-14

Persönliche Erfahrungen und gesellschaftliche Reaktionen auf Glauben

Ich bin ein bisschen klein ausgefallen, dafür kann ich nichts. Aber Caesar und Napoleon waren ja auch klein, das ist immerhin tröstlich.

Da ist also der junge Mann auf der Baustelle, und eines Tages merken die Kollegen, dass er in meiner Jugendarbeit mitarbeitet. Nun bricht ein lauter Spott aus: „Wasserclub!“

„Du bist ja verrückt, lässt dich vom Pfaffen dumm machen, und was das auch für Sprüche sind.“ Dieser junge Mann hat ein ziemlich phlegmatisches Temperament. Er ließ den Strom dieses Spottes einfach ablaufen. Als sie fertig waren, sagt er: „Denn seid ihr ja wohl alle aus der Kirche ausgetreten.“

Es herrscht Schweigen, Schweigen! Schließlich sagt ein alter Kerl: „Wir denken nicht daran, ich bin auch Christ, ich glaube auch an den Herrgott.“

Plötzlich legen die anderen los: „Du bist ja allein, als ob du ein Christ wärst, wir sind auch Christen!“ Nun kommen die verschiedenen Bekenntnisse: „Ich glaube an den Herrgott und tue Recht, scheue niemand.“ Auf einmal überbieten sie sich darin, Christen sein zu wollen.

Mein Freund sagt: „Ja, dann verstehe ich nicht recht, warum ihr euch vorhin so aufgeregt habt, wenn ich im evangelischen Jugendwerk tätig bin.“

„Ach, mit dir kann man ja nicht reden.“ Das war das Ende. „Mit dir kann man nicht reden.“

Meine Freunde, da haben sie das, was unter dem Namen christlich und unter der Flagge Religion in Deutschland so umgeht. Viele, viele von denen, die hier sitzen, sind in diesem Sinne christlich und religiös. Sie finden es lächerlich, wenn ein Mensch sagt: „Ich gehöre dem Herrn.“ Aber sie finden es empörend, wenn man ihnen das Christentum abspricht.

Kritik an oberflächlicher Religiosität

Mensch, habt ihr auf die CDU gehört, nicht? Also, das ist doch Beweis genug.

Da kann ich nur sagen: Diese Religion ist völlig ungenügend, um unser Leben zu ändern, uns fröhlich zu machen, uns im Sterben zu helfen und uns vor der Hölle zu retten – völlig ungenügend!

Was unter uns als billige Religion gilt, hat nicht einmal eine siebenfache Wertigkeit und besitzt überhaupt keine fünffache Kraft. Vielleicht erreiche ich heute Abend nichts anderes, als dass ich diese Art von Religion zumindest einem Menschen abspreche. Gut, dann habe ich auch etwas erreicht. Ja, dann war es nicht ganz vergeblich.

Das Kennzeichen dieser Art von Christlichkeit und Religion ist, dass alles unklar ist. „Ich glaube an den Herrgott“ – was ist das eigentlich? Ja, das ist nicht der kirchliche Herrgott, sondern eher so ein Herrgott, den man in der Natur spürt. Wenn die Schneeglöckchen klingeln, die Vögel singen und die Bächlein rauschen, dann spüre ich den Herrgott.

Mein großer Landsmann Goethe hat das schon gesagt: „Den kannst du gar nicht nennen, Gefühl ist alles.“ Wenn Beethovens Neunte aufrauscht, dann habe ich so eine heilige Fühlung, dann ist dieser Gott wohl um den Weg, der Herrgott.

Und dieser Herrgott ist dann so, dass, wenn es den guten Deutschen ein bisschen schlecht geht, man sagt: „Dieser Herrgott kann uns nicht im Stich lassen.“ Wieso kann er das nicht? Deutscher Bundesgott, Freunde, hier ist alles unklar!

Die Notwendigkeit, den richtigen Fachmann zu konsultieren

Nun, passen Sie mal auf, ich muss eine Sache ganz einfach sagen. Und ganz kluge Leute dürfen sagen, es ist zu einfach, nicht wahr? Denen verrate ich: Ich sage es nicht noch einmal mit Fremdwörtern, denn dann klingt es weniger einfach.

Sehen Sie, wenn ich meine Schuhe reparieren lasse, gehe ich nicht zum Autoschlosser, sondern zum Schuhmacher. Alles klar? Wenn mein Wagen eine Panne hat, gehe ich nicht zum Schuhmacher. Der Schuhmacher ist ein ehrenwertes Gewerbe, aber für meinen Wagen gehe ich lieber zum Lueck Kundendienst.

Wenn ich eine Weißwurst kaufen will – das ist, glaube ich, hier das Nationalgericht –, dann gehe ich nicht zum Schuhmacher. Nicht gegen die Schuhmacher, aber für Weißwürste ist der Fleischer, der Metzger zuständig. Das heißt, wir gehen überall zum Fachmann.

Beim Auto gehen wir zum Autoschlosser, für Würste zum Metzger, für Schuhe zum Schuhmacher – überall zum Fachmann. Nur bei der wichtigsten Frage, wenn es um die Frage geht: Gibt es Gott? Liebt Gott mich? Gibt es ein Leben nach dem Tod? Was ist der richtige Weg?

Bei den wichtigsten Fragen geht der richtige Deutsche nicht zum Fachmann, sondern bezieht seine Weisheit von Hinz und Kunz. Herr Müller hat gesagt: „Es gibt keinen Gott“, also gibt es keinen Gott. Herr Mayer hat gesagt: „Mein Gott ist in der Natur zu erleben, wenn die Sonne aufgeht“, also ist Gott beim Sonnenaufgang. So viele Deutsche, so viele Religionsstifter haben wir. Jeder denkt sich seinen eigenen Salat aus.

Liebe Freunde, wenn ich schon mein Auto nicht vom Schuhmacher reparieren lasse und meine Weißwürste nicht beim Bäcker kaufe, dann sollte ich meiner Meinung nach in den wichtigsten Fragen – nämlich: Wie ist Gott? Wo ist Gott? Wie bekomme ich Frieden mit Gott? Wie werde ich ein Kind Gottes? – doch den Fachmann fragen.

Ist das klar? Das leuchtet doch ein.

Jesus als der wahre Fachmann für Glaubensfragen

Jetzt stellt sich die Frage: Wer ist denn Fachmann? Wenn ich einen 15-jährigen Kompromantin frage, wird er womöglich sagen, der Pfarrer sei der Fachmann dafür, weil er studiert hat. Nein, nein, liebe Freunde, auch das stimmt nicht. Der Pfarrer ist nicht unbedingt Fachmann, und erst recht nicht der Kirchenrat.

Meiner Meinung nach gibt es für diese Fragen – Wo ist Gott? Wer ist Gott? Gibt es ein Leben nach dem Tod? Wie kann ich ein Kind Gottes werden? – nur einen Fachmann. Und das ist der Eine, der aus der Dimension Gottes gekommen ist, derjenige, der von Gott zu uns kam: der Sohn Gottes. Er ist durch den Tod hindurchgegangen und lebt wieder. Ich finde, er ist die einzige Autorität, die mir sagen kann, was in göttlichen Dingen Wahrheit ist.

Ich finde es albern, dass wir bei kleinen Dingen zu Fachleuten gehen, aber bei den wichtigsten Fragen – nämlich ob ich Frieden mit dem lebendigen Gott habe, ob er überhaupt da ist und was das Ziel meines Lebens ist – uns etwas selber ausdenken oder jeden Hans Wurst zum Ratgeber nehmen.

Heute erlebe ich einen jungen Mann, der gleichsam der Inspirator für ein paar andere junge Männer ist. Er erklärte mir, seine Religion sei „Gutsein wie Schweizer“ und „Schiller und Goethe“ – das sei seine Religion. Ich sagte, das sei schön, aber Gott komme dabei gar nicht vor. Darauf antwortete er, Gott gebe es auch nicht. Dann sei das überhaupt keine Religion mehr. „Ist egal“, sagte er, „aber es ist meine.“

So nicht! Und dann stehen junge Männer da und staunen, was das für ein Kerl ist, der sich so feine Sachen ausdenkt. Dabei geht es in der Frage nach Gott um Leben und Tod.

Dringender Aufruf zur Orientierung an Jesus Christus

Um Ewigkeit und um alles, ich beschwöre euch also: Ich bin dringend gebeten worden, euch mit „du“ anzusprechen. Schlagt mich nicht tot, wenn ich später wieder „sie“ zu euch sage. Aber von hier oben spreche ich jetzt zu euch, nicht wahr? Die Verantwortung liegt auf allen Anwesenden.

Ich beschwöre euch, dass ihr euch von dem Fachmann Jesus, Jesus selbst, sagen lasst, was die Wahrheit über göttliche Dinge ist. Es gibt ein Wort des Herrn Jesus, das mich jedes Mal erschüttert, wenn ich es lese. Es heißt, also vom Fachmann, vom Fachmann, der Bescheid weiß: „Geht ein durch die enge Pforte! Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der in die Verdammnis führt.“ Hört ihr? In die Verdammnis, in die Hölle führt er.

Viele sind es, die darauf wandeln. Die Hölle wird die größte Massengesellschaft der Weltgeschichte sein. Die Verdammnis wird die größte Massenversammlung der Welt sein. Und das Wort Jesu geht weiter: „Und der Weg ist schmal, der zum Leben führt, und wenige sind ihrer, die ihn finden.“

Nun ist mir ganz egal, was man mir an religiösem Kauderwelsch erzählt. Ich sage: Mensch, ich frage dich, bist du auf dem schmalen Weg zum Leben? Das ist, wie man heute so schön sagt, eine existenzielle Frage. Es geht nicht darum, welche Ansicht ich habe, verstehst du? Es geht nicht um meine religiösen Ansichten, sondern darum, ob ich mit meinem Leben auf dem schmalen Weg bin, der zum Leben führt.

Bist du das, oder bist du es nicht? Siehst du, ich bedauere dich, solange du über diesen wichtigsten Punkt keine Klarheit hast. Das möchte ich wissen: Bin ich auf dem Weg zum Leben oder auf dem breiten Weg in die Verdammnis? Und ich sage noch einmal: Das sind keine pastoralen Hirngespinste, sondern das sagt der einzig mögliche Fachmann.

Nun fragst du mich vielleicht: Wo ist denn dieser schmale Weg zum Leben? Da steht derselbe Jesus noch einmal auf und sagt: „Ich bin der Weg.“ Jesus ist der Weg.

Jesus Christus als der Weg zum Leben

Kennen Sie Jesus? Einen einfachen Mann, der die Weltgeschichte seit zweitausend Jahren bewegt. Einen Mann, der mit seinen Jüngern über den See fährt, und plötzlich kommt ein Sturm auf. Dann streckt er die Hand aus, und der Sturm legt sich. Jesus, dessen Grab ein rufender Toter ist, steht auf.

Ich erzähle keine Märchen. Jesus ist der Weg. Das ist der Mann, der ans Kreuz genagelt wurde, der Tod einsam dort hing, von der ganzen Welt verlassen und verspottet. Wer das Kreuz sieht, der Gottlose wird still. Er versteht, dass dies die Manifestation der Liebe Gottes ist. Dort geschieht für mich das Größte, das Allergrößte.

Ich rede von dem Jesus, der nicht im Tod blieb, sondern glorreich aus dem Grab hervordrang. Er lebt, geht durch die Reihen und klopft bei ihnen an. Und dieser Jesus sagt: „Ich bin der Weg.“

Sehen Sie, was an religiösem Salat auf den Jahrmarkt gebracht wird, verändert keinen Menschen. Es hat noch nie einen Menschen glücklich gemacht. Es hat niemanden im Sterben getröstet und auch niemanden aus der Hölle errettet.

Aber Jesus, dieser Mann vom Kreuz, hat Millionen verwandelt. Ihre ganzen Charakteranlagen wurden zerbrochen, und ein neuer Mensch entstand. Er hat Millionen glücklich gemacht. Er hat Millionen im Sterben bekennen lassen, dass das Sterben ein Tor zum Leben ist. Und er hat Millionen der Hölle entrissen und zum Leben geführt.

Ich wünsche mir, ich könnte jetzt einen Augenblick in die unsichtbare Welt schauen, wo die vollendete Gemeinde diesen Jesus anbetet. Was sie brauchen, ist nicht eine billige Religion, die völlig ungenügend ist. Sie brauchen Jesus.

Sie brauchen nicht religiöse Gefühle, sondern einen Herrn. Sie brauchen nicht Gedanken und Dogmen, sondern einen Heiland. Sie brauchen nicht Religion, sondern den Sohn Gottes, Jesus.

Die persönliche Erfahrung mit Jesus und Kritik an oberflächlicher Religiosität

Und zudem rufe ich Sie, ich bin sehr glücklich, dass ich eine Botschaft habe. Man geht mit Herzklopfen hier vor dreieinhalbtausend jungen Leuten, ungerechnet die paar Omas, die sich doch reingeschlichen haben. Aber ich meine, es ist bewundernswert, dass sie es hingekriegt haben, nicht wahr? Die anderen, die gerufen sind, meine ich jetzt nicht.

Man geht mit Herzklopfen vor dreieinhalbtausend jungen Leuten hin, aber ich bin glücklich, dass ich eine Botschaft habe, von der ich nicht nur so theoretisch rede: Dieser Jesus hat mein Leben umgewandelt – und das meiner Freunde. Darin besteht der Christenstand: Dass ich Jesus gehöre. Religion ist ungenügend, Jesus ist alles.

Soll ich es mal noch ganz grob sagen? Vor einiger Zeit habe ich in einer Ärzteversammlung gesprochen. Da nannte ich den Namen Jesus, und es gab eine kleine Aufregung. Eine Ärztin sagte, ich dürfe diese Ärzte nicht so primitiv behandeln.

Dann stand einer auf und sagte: „Nun, für religiös veranlagte Leute, hören Sie, für religiös veranlagte Leute ist vielleicht das Christentum ein Heilmittel, eine Therapie. Warum nicht?“

Auf einmal waren alle Ärzte darin einig: Natürlich, für religiös veranlagte Leute ist Religion und Christentum vielleicht ganz heilsam. Und da sah ich, nach meinem Kenntnisstand, dass alle 120 Ärzte sich einig waren: Doch für religiös veranlagte – in Klammern, wir sind es natürlich nicht – ist Religion und Christentum ganz gut.

Und da bekam ich das Schlusswort. Ich bin aufgestanden und habe gesagt: „Meine Herrschaften, ich bin total areligiös, hören Sie, total unreligiös.“ Was heißt das schon, religiös? Dass das Herzchen buppert bei Weihrauch oder bei Orgelklängen und so etwas? Ich weiß es gar nicht. Ich bin zynisch, ich bin unreligiös.

Aber eines Tages habe ich gesehen, dass mein Leben in allen Problemen festgefahren ist, dass ich vor Gott phantastisch schuldig geworden bin. Und dann kam Jesus, und er hat mein Leben aus dem Verderben errettet.

Der Gegensatz zwischen religiösen Eliten und einfachen Gläubigen

Dann habe ich gesagt, meine Herren Ärzte, zur Zeit Jesu gab es… Ihr müsst gut aufpassen, sonst entsteht hinterher ein riesiges Durcheinander wegen dem, was ich jetzt sage. Und wer ein bisschen dumm ist, der soll jetzt lieber abschalten, damit er nicht nur halb versteht, was ich meine. Ich sage gleich noch einmal, wann man wieder zuhören kann, verstanden? Also jetzt nur für die ganz Schlauen, bei denen nie eine Spur von Mattscheibe ist.

Ich sagte: Passen Sie mal auf! Als der Sohn Gottes auf die Erde kam, gab es religiöse Leute – richtig religiöse: Schriftgelehrte, Pharisäer, hohe Priester. Und wissen Sie, was die gemacht haben? Sie haben den Sohn Gottes ans Kreuz schlagen lassen.

Dann gab es total unreligiöse Typen: Huren, Schwarzhändler – die Bibel nennt sie Zöllner – und sogar einen Raubmörder, der gekreuzigt wurde. Da hat man keine religiösen Gefühle mehr, wenn man da oben am Kreuz hängt. Und solche Typen glaubten an Jesus, und ihr Leben wurde neu.

Ich habe gesagt, meine Herren Ärzte, vielleicht sind Sie noch zu religiös und beschäftigen sich mit Ihrer völlig ungenügenden Religion, während Jesus inzwischen durch die Welt geht und Menschen rettet. Verstehen Sie das?

Jetzt dürfen auch die Schwachbegabten wieder zuhören. Sie sind ja gar nicht hier, entschuldigen Sie, das hätte ich mir denken können – die kommen gar nicht hierher, die sitzen im Kino, ja.

Jesus als die Antwort Gottes auf alle Fragen

Jesus, ich halte alles, was Religion ist, für das, was der Mensch sich ausdenkt, was er sucht und was er fühlt. Religion ist es, wenn der Mensch Gott sucht. Jesus aber ist die Antwort Gottes – von oben nach unten. Er ist die Antwort Gottes auf alle Religionen, die Antwort auf alle Probleme, die Antwort auf deine Nöte und auf deine Sünde. Die Antwort Gottes heißt Jesus, der von oben nach unten gekommene Heiland, der aus einer anderen Dimension zu uns erschienen ist.

Sehen Sie, bitte schauen Sie sich einmal an, was heute unter uns so gängig ist als Religion oder als christlich gilt. Ich sagte eben, das zeichnet sich durch große Unklarheit aus. Ich war gestern, als ich mal in Augsburg auf dem Plärrer eine Nachtversammlung hatte, nachts um zwölf, in einem Zelt. Da war vielleicht ein Volk, da schwärmten die Mitarbeiter aus und sammelten alle Nachtschwärmer in das Zelt. Um halb eins war es voll.

Vor mir saß so einer mit einer Bombe und einer Zigarre im Mund – ein toller Kerl! Dann fing ich an zu reden, und als ich zum ersten Mal „Gott“ sagte, brüllte er dazwischen: „Gibt’s ja gar nicht!“ und schob seine Zigarre in den anderen Mundwinkel. „Gibt’s ja gar nicht!“ Dann sah ich zu ihm und fragte: „Wissen Sie es gewiss?“ Er kratzte sich hinter seiner Bombe und sagte: „Genau, genau. Da weiß ja niemand was.“ Versteht ihr? Typisch, typisch – genau, weiß niemand was.

Mir sagt einer: „Sehen Sie, ich gehe nicht in die Kirche, ich gehe Sonntagmorgen in die Natur, da finde ich Gott.“ Da haben Sie ihn gefunden. Da sagt er: „Ich ahne ihn.“ Ach, hört auf mit dem Quatsch! Religion ist ungenügend, nicht wahr?

Bei Jesus ist genau das Gegenteil der Fall. Da herrscht lauter strahlende Gewissheit. Macht euch doch nur mal die Mühe und schlagt das Neue Testament auf. Vom Pfingsttag an taucht im Neuen Testament das Wort „gewiss“ auf. „So wisse das ganze Haus Israel gewiss“, schließt Petrus eine Pfingstpredigt, „dass Gott diesen Jesus zum König und Christus und Heiland gemacht hat.“ Gewiss steht da, das ist kein unverbindlicher Vorschlag, das ist gewiss.

Paulus sagt den Römern: „Ach, ich bin gewiss, dass nichts mich mehr scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.“ Oder es steht in einem Brief: „Das ist gewiss wahr und ein teuerwertes Wort, dass Christus Jesus gekommen ist in die Welt, Sünder zu erretten.“ Das ist nicht eine Idee, nicht eine Möglichkeit, sondern hier herrscht lauter Klarheit und Gewissheit.

Und wenn Sie mal das Gesangbuch aufschlagen, finden Sie dasselbe. Da ist nicht mehr so religiöses Gekümmel, sondern Gott lebt, sein Name ist Leben und Stärke. Oder: „Jesus ist gekommen, nun springen die Bande, Stricke des Todes, die reißen in zwei.“ Oder: „Ich habe nun den Grund gefunden, der meinen Anker ewig festhält.“ Oder: „Nun weiß ich’s, nun weiß und glaube ich’s feste.“ Paul Gerhardt schreibt: „Feste, ich rühme es auch ohne Scheu, dass Gott der Höchste und Beste meinen Freuden Vater sei.“

Seht ihr, da herrscht lauter strahlende Gewissheit – und zwar jetzt wieder für die Intelligenten die gewisse, objektive Gewissheit: Gott lebt, er hat sich offenbart in Jesus, in Jesus gibt es Heil. Und die subjektive Gewissheit: Er hat mich Sünder angenommen, ich gehöre ihm.

Meine Freunde, macht Schluss mit der billigen Religiosität, die euch überall von meiner Generation operiert wird. Nehmt sie nicht an, nehmt sie nicht an! Ruht nicht, bis ihr Jesus gefunden habt, denn nichts braucht ihr nötiger als Jesus.

Vergleich moderner Technik und der Notwendigkeit von Jesus

Sehen Sie, als ich heute Morgen die Zeitung aufschlug, las ich vom Sputnik 2, der dort oben unterwegs war – mit dem kleinen Hund darin. Dabei dachte ich: Junge, Junge, moderne Jugend von Nürnberg, eigentlich müsstet ihr jetzt vom Sputnik und dem kleinen Köter da oben sprechen, dem armen kleinen Köter, der dort drin sitzt.

Denn das kann ja die moderne Jugend schließlich auch von einem alten Mann verlangen, dass er einigermaßen mit der Zeit geht. Also reden wir von Sputnik.

Plötzlich fiel mir auf: Mit Sputnik 2 hat sich euer Leben, eure Probleme, eure Schuld und eure Sehnsucht in nichts verändert – in nichts. Ihr seid noch dieselben wie vorgestern, bevor Sputnik startete.

Ja, und da dachte ich, lassen wir Sputnik doch lieber beiseite und reden von Jesus. Ich glaube, das ist doch noch wichtiger. Einfach gesagt: Sputnik löst nicht eure Probleme, aber Jesus.

Dieser lebendige Herr – wirklich, ich wage es, euch zu rufen: Lasst euch auf Jesus ein und erlebt ihn!

Darum habe ich jetzt gewissermaßen die ganze Sache auf ein paar Parolen reduziert: Nur bei Jesus gibt es Leben, nur bei Jesus ist Leben.

Die Suche nach dem wahren Leben

Sehen Sie, ich habe vor Jahren eine wundervolle Predigt von einem jungen Burschen gehört. Er sprach genau das aus, was die Jugend unserer Zeit im Grunde empfindet. Er sagte: „Pastor Busch, ich bin Schlosser. Passen Sie mal auf“, sagt er. „Montag Schlosser, Dienstag Schlosser, Mittwoch Schlosser, Donnerstag Schlosser, Freitag Schlosser, Samstag Kino, Sonntag Mädel und Fußball. Montag Schlosser, Dienstag Schlosser, Mittwoch Schlosser, Donnerstag Schlosser, Freitag Schlosser, Samstag Kino, Sonntag Fußball und Mädel. Montag Schlosser, Dienstag Schlosser, und so weiter, das ganze Leben lang.“

Er sagte: „Das ist doch kein Leben.“

„Nee“, sagte ich, „das ist kein Leben, da hast du Recht.“

Er war ein kluger Junge. Manche Dusseln, die so durchs Leben gehen, haben noch gar nicht gemerkt, dass das kein Leben ist. Das war wirklich ein kluger Junge. „Das ist doch kein Leben“, sagte er.

Dann habe ich ihm gesagt: „Stell dir mal vor, in dieser Bibel steht ein unerhörtes Wort, ein gottloses, empörendes Wort – wenn sie nicht so schläfrig wäre. Es heißt: ‚Wer den Sohn Gottes hat, der hat das Leben.‘ Das ist Jesus, der Sohn Gottes. Und wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht. Der hat es nicht.“

Du kannst von mir aus morgen mit einem Mercedes 300 anfahren und sagen: „Mensch, ich habe eine Brieftasche voll Geld, ich kann mir ein Leben leisten.“ Da sage ich: „Irrtum, Genosse, du hast kein Leben.“

Wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht.

Das ist eine klägliche Angelegenheit, eine kümmerliche Existenz. Das ist doch wohl klar, wenn der lebendige Gott den Himmel zerreißt, seinen Sohn gibt, ihn für uns sterben lässt und ihn von den Toten auferweckt.

Und dann sagen wir: „Lieber Gott, danke!“

„Es wäre auch für mich ohne das gegangen, bitte, hier.“

Dann muss es wohl so sein, dass ohne diesen Heiland, ohne diesen Erlöser, kein Leben ist.

Das ist kein Leben.

Geschichte eines Mannes im Krieg und die Bedeutung des Glaubens

Zweitens: Darum heraus aus eurem Unglauben! Ich kenne euch nicht. Deshalb darf ich mir vielleicht noch, um das deutlich zu machen, was es heißt, heraus aus dem Unglauben, euch noch einmal eine nette Geschichte erzählen. Diese erlebte ich im Jahre 45 mit einem Mann, der hieß – ich weiß nicht mehr genau – ich nannte ihn für mich Ringelmann. Er trug einen Pullover, auf dem eine Wendeltreppe abgebildet war. Ein weißer Pullover mit blauen Wendeltreppen. Und so nannte ich ihn für mich Herrn Ringelmann.

Eines Tages, wissen Sie, war Essen schon durch Bomben beinahe ganz zerstört. Die beiden – die hatten jetzt völlig abgeschaltet, sie hatten vergessen, wieder anzuschalten. Essen war schon fast zerstört, es waren nur noch 80 Menschen da, also der zehnte Teil. Da kommt eine Frau und sagt: „Besuchen Sie doch mal Herrn Ringelmann, der wohnt in der und der Straße. Dem hat eine Bombe die Frau totgeschlagen, und seine beiden Söhne sind gefallen.“

Ich vergesse nicht den Weg dahin. Ich komme in die Straße, da ist alles Trümmer, totenstill. Ja, wo soll Herr Ringelmann wohnen? Am Ende steht noch ein Haus. Ich gehe hin. Das Erdgeschoss ist ausgebrannt, die Haustür verbrannt. Auf einmal steckt aus dem vierten Stock eine alte Frau den Kopf heraus und sagt: „Ich höre in der stillen Straße Ihre Schritte. Wo wollen Sie hin?“ Ich sage: „Oma, zu Herrn Ringelmann.“ Sie antwortet: „Ja, der wohnt hier oben.“

„Ja, um Gottes Willen“, sage ich, „Oma, ich kann doch nicht fliegen. Da unten ist alles ausgebrannt und keine Treppe mehr. Wie kommen Sie denn da rauf?“ „Gehen Sie hinter das Haus“, sagt die Oma, „da ist ein Hühnerstall, da ist eine Leiter. Unter dem Hühnerstall können Sie einsteigen und dann so hoch.“

So kam ich in den vierten Stock. Dass ich noch lebe, ist ein Wunder. Es wäre schade gewesen, wenn ich abgestürzt wäre. Ich hätte in Arnionberg bleiben können. Dann komme ich also in den vierten Stock. Da ist eine Tür, halb Pappdeckel, halb Holz. Darauf steht mit Kreide „Ringelmann“. Ich klopfe an, und es ruft herein. Dann gehe ich ins Zimmer.

Prostlos eine Kiste, das war der Stuhl. Darauf saß Herr Ringelmann. Er sah aus wie ein Gangster aus Chicago, so ein dicker, großer Kerl mit diesem Ringelmann-Pullover. Vor ihm eine Kiste, auf der eine Schnapsflasche stand, ein Schnapsgläschen, und noch ein Luftschutzbett. Das Ganze trostlos, verlassen, einsam. Der Mann, dem die Frau erschlagen ist und die Söhne gefallen sind.

Ich sage: „Und da, Herr Ringelmann, ich bin Pastor Busch!“
„Ah“, sagt er, „von Ihnen habe ich gehört. Setzen Sie sich auf das Bett und trinken Sie einen Schnaps.“
„Nein, nein“, sage ich, „danke, Herr Ringelmann, deshalb komme ich nicht. Sie kommen doch wohl nicht, um wegen des Christentums mit mir zu reden?“
„Doch“, sage ich, „Herr Ringelmann, deshalb komme ich.“
„Ausgeschlossen“, sagt Herr Ringelmann, „ich glaube nichts mehr. Ich habe viel durchgemacht. Ich glaube nichts mehr. Da kann einer kommen, was er will, ich glaube nichts mehr.“
„Haha“, sage ich.
„Lachen Sie mich nicht aus, ich glaube nichts mehr!“
„Herr Ringelmann, das glaube ich Ihnen nicht. Fahren Sie ab und zu mit der Eisenbahn?“
„Klar“, sagt er, „da gehen Sie doch hoffentlich immer vorne zur Lok und stellen fest, ob der Lokführer auch einen Führerschein hat.“
„Nö“, sagt er, „das traue ich der Reichsbahn zu, dass sie da richtige Lokführer hat.“
„Quick“, sage ich, „also Sie glauben doch, Sie glauben der Reichsbahn! Sie steigen ein und setzen Ihr Leben darauf, im Vertrauen darauf, dass die Reichsbahn sich einen Führer hingesetzt hat. Das heißt: glauben, dass ich irgendwo einsteige, weil ich blindes Vertrauen zur Sache habe.“
„Herr Ringelmann, sagen Sie von jetzt an: Ich glaube gar nichts, außer der Reichsbahn.“

„Herr Ringelmann“, sage ich, „gehen Sie ab und zu in die Apotheke?“
„Ja“, sagt er, „ich habe oft so Kopfschmerzen, da kaufe ich mir so ein Neuralginpulver.“
Ich sage: „Herr Ringelmann, lassen Sie das gut untersuchen, noch einmal chemisch. Es haben schon Apotheker Leute vergiftet – aus Versehen. Nicht jetzt, bitte lassen Sie es prüfen! Es haben Leute aus Versehen – Apotheker, sehen Sie – Leute vergiftet.“
Da sagt er: „Aber nein, das sind doch approbierte Apotheker. Wenn die mir Kopfweh-Pulver geben, das kann ich nehmen.“
„Herr Ringelmann“, sage ich, „da setzen Sie Ihr Leben auf still schluckendes Pulver, und es kann Strichnin sein, einfach im Vertrauen auf den Apotheker.“
„Herr Ringelmann, von jetzt an sagen Sie: Ich glaube gar nichts mehr, außer Reichsbahn und Apotheker.“

„Dann haben Sie weitergemacht, Herr Ringelmann: Wenn Sie sich verlaufen und dann fragen Sie einen Schutzmann, dann sagt er: zweimal rechts und einmal links. Und dann gehen Sie so.“
„Klar, Herr Ringelmann, der Schutzmann kann doch Spaß mit Ihnen machen.“
„Das tut ein Schutzmann nicht“, sage ich.
„Dann laufen Sie einfach los, nur im Vertrauen auf den Schutzmann.“
„Herr Ringelmann, von jetzt an: Ich glaube nichts mehr, außer Reichsbahn, Apotheker und Schutzmann.“
„Herr Ringelmann, hören Sie auf mit Ihrem dämlichen Satz: Sie glauben nichts.“

Und nun will ich Ihnen etwas sagen: Als mein Leben – da war ich ein junger Bursche – am Ende war, da lernte ich Jesus kennen aus dem Neuen Testament. Ich las eigentlich nur ein Wort von ihm: Jesus Christus ist gekommen in die Welt, die Sünder selig zu machen.

Und in dem Moment hatte ich ein Vertrauen: Bei Jesus steige ich ein, ganz egal, was daraus wird. Dem vertraue ich mich an. Herr Ringelmann, das heißt Glauben, verstehen Sie? Glauben heißt nicht, allerhand in den Kopf reinzupressen, was nicht möglich sein kann. Glauben heißt nicht, Scheuklappen vorzubinden. Glauben heißt etwas viel Schwereres: das Leben aus allen bisherigen Bindungen loszureißen und bei Jesus einzusteigen, es Jesus in die Hand zu geben, Jesus völlig zu vertrauen und ihm die Dinge hinzuwerfen.

Die Geschichte vom Mann am Kreuz und die Hoffnung auf Erlösung

Zum Schluss eine biblische Geschichte.

Da ist der Hügel Golgatha. Tausende von Menschen brüllen, und über ihren Häuptern erheben sich drei Kreuze. Rechts hängt einer, der nur flucht – das kann ich verstehen. Links hängt einer, dem plötzlich die Augen aufgehen.

„Mensch“, sagt er, „ich hatte nur ein Leben, ihr habt auch nur ein Leben, ihr habt nur ein Leben. Falsch gelebt, kannst du es nicht reparieren.“ Da gehen dem Mann am Kreuz die Augen auf. „Himmel“, sagt er, „ich hatte nur ein Leben, und jetzt ist es zu Ende, und alles war falsch. Wo gehe ich hin? Wo gehe ich hin?“

Auf einmal steht der heilige Gott vor ihm, der gerechte Gott. „Himmel, ich gehe vor Gott, ich gehe hinein ins Dunkel vor Gott und nehme nichts mit außer meiner Sünde. Ich muss mich stellen, nichts mitnehmen außer Sünde. Ein Leben verspielt, ich habe kein anderes mehr.“ Da packt ihn die Verzweiflung.

In seiner Verzweiflung sieht er nach rechts, und dort hängt Jesus, der Sohn Gottes. Und seht, das ist das Wunder des Glaubens, das der Heilige Geist bewirkt: Auf einmal bekommt dieser Mann mit dem verkorksten Leben Vertrauen.

Der Mann am Kreuz kann alles in Ordnung bringen. Dann fasst er Mut und ruft ihn an: „Herr Jesus, errett mich von der Hölle!“ Er sagt es anders: „Nimm mich mit zum Leben.“

Nicht als er sein ganz verkorkstes Dasein, der junge Mann, Jesus hinwirft – dem Mann am Kreuz – und Jesus nimmt es auf und sagt: „Ich schenke dir Leben hier und dort. Heute wirst du mit mir im Paradies sein.“

Die Überwindung von Religion Ungenügen durch Vertrauen in Jesus

Meine Freunde, ich bin überzeugt, dass der Studienrat, bei dem der Junge in der Schule gewesen war, am Kreuz stand und dachte: „Kein Wunder, dass er da hängt. Die Religion hat ihm nicht genügt.“

Bestimmt hat die Religion ihm nicht genügt, denn er war zwar tüchtig, aber die Religion war unzureichend. Nun hing er da, und sein Zeugnis in Religion war ungenügend.

Plötzlich kommt das Vertrauen zum Sohn Gottes, der am Kreuz hängt. Dem kann ich mein Leben mit all meiner Schuld und allen Problemen anvertrauen, denn er bringt alles in Ordnung.

Wie lange habe ich mühsam gerungen, habe unter Sünde und Schmerz gelitten! Doch als ich mich ihm überließ, strömte sein Frieden in mein Herz. Sein Kreuz bedeckt meine Schuld, sein Blut macht mich hell und rein. Mein Wille gehört meinem Gott, und ich vertraue auf Jesus allein.

Gespräch mit einem Industriellen über den wahren Glauben

Es ist einige Tage her, da saß ich in einem großen, gläsernen Verwaltungsgebäude eines riesigen Industriewerks einem Direktor gegenüber. Das Gespräch kam auf den Menschen, dann auf Religion.

Da sagte ich: „Wissen Sie, Herr Direktor, Ihre Religion tröstet Sie nicht, macht Sie nicht froh und ändert Sie nicht. Sie sollten Christ werden.“

Da sprang der Beiner hoch und fragte: „Was heißt denn das, ein Christ? Hier geht doch alles unter der Flagge ‚christlich‘.“

Ich erwiderte: „Herr Direktor, wollen Sie es wirklich wissen?“

„Ja“, sagte er.

„Setzen Sie sich gut hin und halten Sie sich fest“, antwortete ich.

Dann deklamierte ich in dem „Hochhaus aus Glas eines großen Industriewerks“, womit ich schloss:

„Herr Rektor, ein Christ ist ein Mensch, der sagen kann: Ich glaube, dass Jesus Christus mein Herr ist. Und zwar nicht irgendein Religionsstifter – ach, wenn ich das höre, ‚Religionsstifter‘! – ich glaube, dass Jesus Christus wahrer Gott ist, vom Vater in Ewigkeit geboren, und Mensch geworden, von der Jungfrau Maria geboren. Er ist mein Herr, der mich erlöst hat, der verdammten Menschen erlöst hat, erworben und gewonnen von allen Sünden, vom Tod und von der Gewalt des Teufels. Nicht mit Gold oder Silber, sondern mit seinem heiligen, teuren Blut und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben, damit ich sein Eigentum sei.“

„Haben Sie das mal gelernt?“ fragte ich.

„Ja, das ist ja belanglos“, sagte er.

„Ich möchte wissen: Sind Sie sein Eigentum? Ruhen Sie nicht, bis Sie das sagen können: ‚Ich bin sein Eigentum.‘“