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Der 12-jährige Jesus im Tempel: Vertraulicher Umgang mit Jesus

11.02.1962Lukas 2,46

Gnade sei mit uns und Friede von dem, der da ist, der da war und der da kommt. Amen.

Wir hatten uns vorgenommen, in dieser Epiphaniaszeit – das ist die Zeit zwischen Neujahr und Kapreiter und Passionszeit – die Geschichte vom zwölfjährigen Jesus im Tempel zu besprechen. Dabei nehmen wir noch einmal denselben Text wie am letzten Sonntag.

Damit bin ich noch nicht fertig.

Und es begab sich: Nach drei Tagen fanden sie ihn im Tempel sitzen, mitten unter den Lehrern. Er hörte ihnen zu und fragte sie. Alle, die ihm zuhörten, verwunderten sich über seine Antworten.

Herr, heilige uns in deiner Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit. Amen.

Die Herausforderung des Verstehens des Evangeliums

Man muss sich oft wundern, wie schnell die Menschen in unseren Tagen bereit sind, absprechende Urteile über das Evangelium oder über christliche Wahrheiten zu fällen.

Der größte Unsinn entsteht meist daraus, dass wir Pfarrer uns oft ermüden, wenn wir anhören, was die Leute sagen. Denn vom Evangelium versteht man gar nichts, wenn Gott uns nicht durch seinen guten Heiligen Geist erleuchtet.

Der natürliche Mensch vernimmt nichts davon, heißt es in der Bibel. Ich glaube, sagt Guter, dass ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesus Christus, meinen Herrn, glauben kann, sondern nur durch den Heiligen Geist.

Ohne diese innere Erleuchtung kann man sich bei seinen Urteilen über biblische Wahrheiten oder das Evangelium gefährlich irren.

Das Beispiel von Maria und Joseph: Irrtum trotz Nähe zu Jesus

In unserer Textgeschichte wird erzählt, dass sich sogar Maria und Joseph, die in der römischen Kirche als große Heilige gelten, in Bezug auf Jesus ganz erheblich geirrt haben. Dies steht hier geschrieben.

Ich möchte die Geschichte kurz noch einmal erzählen. Es sind immer wieder andere Menschen in dem Trubel des Passafestes in Jerusalem. Den Eltern, Maria und Joseph, war der zwölfjährige Knabe Jesus abhanden gekommen. Sie suchten ihn schließlich drei Tage lang, sowohl vor den Toren Jerusalems als auch in der Stadt.

Am dritten Tag fanden sie ihn in der Tempelhalle. Dort saß er zwischen den gelehrtesten Leuten Israels, also zwischen der geistigen Prominenz. Er hörte ihnen zu, stellte Fragen und gab ihnen sogar Antworten.

Was danach geschah, zeigt uns, was Maria und Joseph in diesem Augenblick dachten. Sie dachten: Was ist das für ein böser Junge, dass er uns entlaufen ist und uns in solche Not gebracht hat? Ihr nächster Gedanke war: Wie kommt dieser böse Junge dazu, unter der geistigen Elite Israels zu sitzen und ein vertrauliches Gespräch zu führen?

Sehen Sie, da irrten Maria und Joseph. Sie hatten kein inneres Licht. Ihnen fehlte das, was ich vorhin sagte: die Erleuchtung der inneren Augen durch den heilenden Geist. Deshalb haben sie sich mächtig geirrt.

Jesus als Sohn Gottes und wahre Bedeutung seines Handelns

Dieser zwölfjährige Knabe ist der Sohn des lebendigen Gottes. Auch als Zwölfjähriger ist er derjenige, in dem Gott zu uns gekommen ist, in dem Gott sein Volk besucht und erlöst.

So fordert die Bibel: Der Herr hat sein Volk besucht und erlöst. In ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig.

Wenn wir die ganzen Geschichten nicht verstehen, sollten wir uns klar machen, dass in ihm Gott zu uns kommt. Darum ist er kein böser Junge, der seine Eltern betrübt, sondern er ist auf den Wegen Gottes. Diese Wege verstehen unsere unerleuchteten Menschen nur selten.

Für ihn ist es keine Ehre, unter der geistigen Prominenz Israels zu sitzen. Vielmehr war es für die bedeutenden Männer im Tempel eine hohe Ehre, dass der Sohn Gottes so vertraulich mit ihnen sprach. So herum wird es richtig.

Genauso ist es für uns eine Ehre, wenn wir vertraulich mit dem Sohn Gottes, dem Herrn Jesus, umgehen dürfen.

Es gibt Leute, die sagen mir so rührend: „Ich glaube wenigstens das und das.“ Dabei meinen sie, dass sich Gott darüber freuen müsse. Für uns ist es eine Ehre, wenn wir mit Jesus vertraulich umgehen dürfen.

Und meine Freunde, jetzt nehmen Sie es mir ab: Wir dürfen das. Das ist das Evangelium – wir dürfen es. Er ist ja von den Toten auferstanden, er lebt.

Darum kann man heute mit Jesus vertraulich umgehen, und wir dürfen es. Ich möchte sogar behaupten: Wer das nicht tut, hat keine Ahnung vom richtigen Christenstand.

Die Bedeutung des vertraulichen Umgangs mit Jesus

Haben Sie einen solchen vertraulichen Umgang mit Jesus und wissen, was das bedeutet? Daraus können wir nun aus der Geschichte lernen. Das wollen wir tun.

Ich lese den Text noch einmal: Jesus sitzt im Tempel mitten unter den Lehrern. Er hört ihnen zu und stellt Fragen. Alle wundern sich über seine Antworten.

Ich überschreibe die Predigt mit dem Thema „Vertraulicher Umgang mit Jesus“ und wünsche Ihnen, dass Sie das kennen. Sonst fehlt Ihnen das Beste.

Meine Freunde, im Himmel müssen wir mit Jesus umgehen, oder? Wenn wir es hier nicht lernen, passen wir dort gar nicht hin. Das ist heilsnotwendig: ein vertraulicher Umgang mit Jesus.

Ich möchte dazu drei Dinge sagen.

Jesus hört zu

Erstens: Jesus hört uns zu.

Das steht hier: Sie fanden Jesus im Tempel unter den Lehrern, weil er ihnen zuhörte. Das ist eine große Sache – dass Jesus zuhört.

Ich hatte diese Woche ein Gespräch mit einem Herrn, der von auswärts kam. Er hatte sich angemeldet, und im Gespräch kamen allerlei Schwierigkeiten zur Sprache, in denen ich gerade stecke. Weil ihn seine eigenen Schwierigkeiten beschäftigten, fing ich an, von meinen zu erzählen.

Doch mitten im Gespräch merkte ich plötzlich: Der Mann hört gar nicht zu. Es interessiert ihn gar nicht. Er war gekommen, um seine Sache loszuwerden, und er wartete nur auf den Moment, bis er selbst anfangen konnte zu sprechen. So geht es uns oft. Man hat einen prominenten Besuch, doch plötzlich schaut man verstohlen auf die Uhr. Der andere hört gar nicht zu. Es ist sehr schwer, einen Menschen zu finden, der wirklich zuhört.

Und wir hätten das doch so nötig, nicht? Jemand, der uns anhört und uns so zuhört, dass er sich gleichsam in uns hineinversetzen kann, um uns zu verstehen.

Darum bin ich sehr glücklich, wirklich glücklich, dass ich in meinem Leben den Herrn Jesus gefunden habe – den lebendigen, auferstandenen Heiler, in dem Gott nahe ist. Gottes Sohn, in dem Gott uns so nahe kommt. Er hat Zeit für mich. Er hört mir zu, zu jeder Tages- und Nachtzeit. Ich brauche mich nicht erst in seinem Büro anzumelden, und er versteht mich sofort. Das gilt für uns alle.

Ich möchte nur als Zeugnis sagen: Die ganze Bibel ist voll davon. Schon im Alten Testament sagt König David ein ganz klares Zeugnis: „Doch Herr, du hörst, wenn ich ihn anrufe.“ Da hört einer zu. Da hört man nicht nur anrufen.

Nun fallen mir all die neutestamentlichen Geschichten ein. Ich kann vom Reichtum nur einige herausgreifen, wie Jesus zuhört.

Da wandert er auf einer Straße auf Jericho zu. Um ihn herum ist eine große Volksmenge. Am Straßenrand sitzt ein blinder Bettler. Jesus fragt, was denn da los sei. Als der Bettler hört, dass Jesus vorbeigeht, fängt er an zu rufen – in Essen sagt man „zu brüllen“ oder „zu bölken“ –, „Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner!“

Die Leute bedrohen ihn und sagen: „Mensch, mach nicht so ein Geschrei hier, hör auf!“ Doch dann heißt es: „Und Jesus blieb stehen.“ Er hat ihn schon gehört. Jesus blieb stehen und hört ihn an – der Gott, der die Welt geschaffen hat, der auf dem Weg nach Golgatha ist, um die Welt zu erlösen. Er bleibt stehen und hört den blinden Mann an!

Meine Freunde, wagen Sie es, Jesus anzurufen! Wagen Sie es, Jesus anzurufen! Er bleibt auch bei Ihnen stehen!

Dann diese wundervolle Geschichte von dem römischen Besatzungsoffizier in Kapernaum. Er war Heide, darum sprach in Israel keiner mit ihm. Und er war Besatzungsoffizier der feindlichen Macht, darum sprach auch keiner mit ihm. Das Schweigen voller Hass umgab ihn überall.

Mit all seiner Pracht als römischer Zenturio war er umgeben von dem Schweigen des Hasses. Doch dann steht er vor Jesus und erzählt ihm die traurige Geschichte von seinem kranken Knecht. Und Jesus hört ihn an.

Meine Freunde, wagen Sie es, Jesus Ihre Probleme zu sagen, Ihre Nöte – auch wenn Sie sich vielleicht selbst für einen Heiden ansehen.

Ab und zu habe ich den Mut, wenn ein junger Mann mir erklärt: „Wissen Sie, mir passt der Pietismus des Weicheis nicht.“ Ach Mensch, das ist mir furchtbar egal. Aber wage es, Jesus anzurufen, auch wenn du römischer Zenturio und Heide bist. Sage ihm deine Probleme, das ist entscheidend.

Als ich so durch die Spiegel blätterte, um alle Geschichten vom Herrn Jesus zu sehen, fiel mir geradezu überwältigend auf, wie der Herr Jesus sogar seine Feinde und Gegner geduldig jedes Mal anhörte, wenn sie ihm widersprachen oder ihm Fallen stellten. Er hört sie an.

Wie viel mehr hört er, wenn seine Jünger reden, die an ihn glauben! Zum vertraulichen Umgang gehört dieses Wissen: Er hört mich. Da genügt auch ein einziger Satz.

Kennen Sie die Geschichte von Petrus, der auf dem Wasser laufen wollte? Er glaubte und dann plötzlich beginnt er unterzugehen. Als das Wasser schon bis zur Brust und zum Hals kommt, hat er nur einen einzigen Schrei: „Herr, hilf mir, ich versinke!“

Und Jesus hat gehört und ist zur Stelle. Er reicht ihm seine Stärkung. Ach, wenn das doch alle hörten, die verzweifelt sind, die daran denken – wie wir als Jugendpfarrer. Wie viele Menschen in der Großstadt versinken! Es gibt so viele Süchte, in denen man versinkt: Alkohol, sexuelle Geschichten und Spielsucht.

Wollen Sie nicht mal riskieren zu rufen: „Herr Jesus, hilf mir, ich versinke, in mir ist keine Kraft, Herr, hör!“

Die schönste Geschichte vom Zuhören Jesu ist ja doch die, wie er als ein Sterbender, Gequälter am Kreuz hängt. Es ist nicht auszumessen, welche Qualen Jesus durchleidet: gegeißelt, ausgeblutet, ans Kreuz geschlagen, beladen mit der Schuld der Welt.

Und dann hängt neben ihm ein Mörder, ein junger Mann, der reichlich später einmal erschrickt und sich um seine Seelenseligkeit kümmert. Jesus hört ihm zu.

„Herr, gedenk an mich“, sagt der Mann, „wenn du in dein Reich kommst.“ Jesus hört ihm zu.

Ich wünschte mir wohl, dass ihr euch früher um eure Seeligkeit kümmert. Denn ihr wisst nicht, ob ihr noch die letzten drei Minuten habt. Aber wenn ihr Menschen seid, denen das eine erschreckende Frage ist – dass ein Gericht Gottes kommt und was eigentlich nach unserem kurzen Leben kommt, und ihr die Hand Gottes gegen euch fühlt, den Zorn Gottes –

Wenn ihr Menschen seid, die selig werden wollen, lernt von dem Sünder und ruft Jesus an: Er hört!

Aber meine Freunde, das Wundervollste, wenn ich vom Zuhören Jesu rede, ist, glaube ich, dass er sogar hört und zuhört, wenn das Herz schreit, ohne dass es Worte finden kann.

Jesus ist der Einzige, der sogar das dumme Schreien der Herzen hört – das ist kein Wort. Kinder, kennen Sie Gideon, Zachäus? Den Mann, der ins Leben passt und Vermögen machte – frag mich nicht wie!

Und dann, als er älter wird, spürt er: Das ist ja alles ein leeres und sinnloses Leben. Wer rettet mich daraus? Dann will er Jesus sehen. Bald ist Gedränge auf dem Maulbeerbaum, und Jesus geht gerade daran vorbei.

Da oben sitzt der Mann, schaut nur, und Jesus hört das Sturmgeläut des Herzens und das verzweifelte Rufen dieses Mannes, von dem es keiner erwartet, dass er einen Heiland haben will. Jesus hört es und bleibt stehen: „Zachäus, ich muss heute bei dir einkehren.“

Ach, man wird ja nicht fertig, wenn man diese Geschichten vom Zuhören Jesu erzählen will.

Da ist die Geschichte am Ostermorgen, wo Maria Magdalena am leeren Grab Jesu kauert. Der Heiland hatte sie aus großem Schmutz herausgerissen, aus trüben Bindungen. Nun war er weg, und sie kauerte am Grab und weinte.

Lautlos fließen die Tränen übers Gesicht, lautlose Tränen, kein Laut. Und Jesus hat das Schreien dieser Tränen gehört, das Klagen dieser Tränen – und steht da.

Er spricht zu Maria und erfüllt sie mit himmlischem und göttlichem Trost, wie es nur der Heiland kann.

Ah, er hört zu, und das gehört zum vertraulichen Umgang mit Jesus: dass ich damit rechne, dass da einer ist, der mich hört.

Ich bin nicht mehr allein, sagt Galbenwell, aber ich muss weitergehen.

Jesus fragt herausfordernd

Zweitens: Der vertrauliche Umgang mit Jesus

Jesus fragt. Hier steht, dass er ihnen zuhörte und sie fragte. Wer unter Ihnen etwas vom vertraulichen Umgang mit Jesus, dem auferstandenen, lebendigen Heiland der Welt, weiß, der weiß auch, dass Jesus beunruhigend, soll ich mal so sagen, durchdringend fragen kann. So sehr, dass man schlaflose Nächte darüber bekommt.

Ich möchte heute Morgen wieder ein paar biblische Beispiele erzählen. Wir gehen heute Morgen kreuz und quer durch die Bibel. Ich habe eben von diesem blinden Bettler erzählt. Sehen Sie, wie dieser Mann auf der Straße nach Jericho nun vor Jesus stand und mit seinem Reden, Schreien, Rufen und Jammern fertig war. Da fragt Jesus: „Was willst du, dass ich dir tun soll?“

Ich bin gewiss, dass Jesus heute Morgen hier ist und Sie jetzt fragt: Du bist heute Morgen zu mir gekommen – was willst du eigentlich? Was willst du, dass ich dir tun soll? Antworten Sie! Was willst du, dass ich dir tun soll? Antworten Sie ihm bitte! Antworten Sie ihm!

Kommen Sie mit dem letzten Rat. Herr Jesus sagt vielleicht ein junger Mann: „Ich möchte gern dir gehören, aber ich habe auch die Welt lieb. Kann ich als Christ das und das und das und das mitmachen?“ Frag doch Jesus, ob du das darfst. Geh zu ihm, frag ihn, frag den Pastor. Da muss er selbst fragen: „Was willst du, dass ich hier tun soll?“ Antworte ihm vielleicht: „Herr, ich bin meiner halben Christenstand so los, ich möchte wiedergeboren werden.“ Denn er sagt: „Du hast mal vom Wiedergeborenwerden gesprochen, das möchte ich gerne erleben.“ Oder sag ihm: „Mein Herz schreit nach Befreiung von Ketten.“ Oder sage ihm: „Ich möchte gern Vergebung meiner Sünden, ich weiß nicht recht, wie ich dazu komme.“ Sage ihm, frage ihn Gott.

Ich würde sagen: Antworte ihm so auf seine Frage, was willst du, dass ich dir tun soll? Oder sag einfach wie der Blinde, der gesagt hat, als Jesus fragte: „Was willst du denn, Herr, dass ich sehen möge?“ Bitten Sie mich auch. Wir sind so blühend, dass Sie sich segnen wollen.

Oh, Jesus kann durchdringend fragen: „Was willst du, dass ich dir tun soll?“

Ich denke an eine andere Frage. Da kamen mal seine Gegner rund und sagten ihm: „Wie kannst du?“ Und da antwortet er mit der Frage: „Habt ihr nicht gelesen in der Schrift?“ Und dann kam da Jesus und fragte: „Sag, hast du die Bibel gelesen? Was macht denn dein Testament?“ Vielleicht hast du mal angefangen, es wieder aufzuschlagen. Da liegt irgendwo noch eine Bibel, ein paar angestrichene Stellen, aber du hast keine Zeit mehr und keine Lust mehr. „Habt ihr die Schriften nicht gelesen?“ Jesus fragt dich, ob du die Bibel gelesen hast, ob das Johannes-Evangelium, das Evangelium in deiner Bibel eine Rolle spielt, und der Römerbrief. „Habt ihr sie nicht gelesen?“ Überlässt es dem Pastor? Oh, Jesus kann durchdringend fragen.

Da war mal in seinen Jüngern der Sorgengeist ausgebrochen, der Sorgengeist. Das ist schlimm, wenn in der Familie der Sorgengeist kommt, denn da kommt man dann leicht – wissen Sie – das ist eine harte Grenze zum Geiz. Vom Sorgengeist ist es ein ganz kleiner Schritt zum Geiz. Und die Bibel sagt, dass der Geiz die Wurzel alles Bösen ist. Der Geiz ist die Wurzel alles Bösen. Ich hoffe, es trifft ein paar. Ich treffe uns alle, ja? Die Jugend nicht so, von vierzig ab fängt es an. Da fängt sie im Geist an, und sie wurzelt alles Böse.

Und wie Jesus diesen Sorgengeist bei seinen Jüngern merkt, fragt er nur eine Frage: „Habt ihr je Mangel gehabt?“ So darf Jesus seine Jünger fragen, durchdringend: „Habt ihr je Mangel gehabt?“ Ist euer Sorgengeist nicht eine Kündigung des Vertrauens?

Aber diese wundervolle Geschichte vom Sturm auf dem Meer, nicht wahr? Die kleinen Türen, wie die Jünger auf einmal von Panik ergriffen werden, obwohl sie Seeleute sind, die auf dem Galiläischen Meer groß geworden sind. Wie sie den Heiland aus dem Schlaf reißen: „Herr, hilf uns, wir versinken!“ Und seine Antwort ist jetzt nicht Trost oder sonst was, sondern eine Frage: „Warum seid ihr so furchtsam?“

Jesus fragt uns: „Warum seid ihr so furchtsam?“ Dass die Welt, die den Frieden mit Gott nicht kennt, sich fürchtet, ist völlig in Ordnung. Es ist völlig in Ordnung, und Gottes Wort sagt, dass die Welt noch ganz anders die Furcht kennenlernen wird. Man wird wie Gott über Bord gehen, wenn man das könnte, und kann der Furcht nicht entgehen.

Die Menschen, heißt es in der Endzeit, werden erschüttert vom Furcht und Wachen der Dinge, die da kommen sollen. Völlig in Ordnung, wenn die Zeitungen heute geradezu überfließen von Furcht. Völlig in Ordnung. Das ist das Ende der letzten sechzehn Jahre in Deutschland, dass alles voll Furcht sein muss, nicht?

Aber Gotteskinder, Jesusleute, die sich errettet wissen, geborgen: „Warum seid ihr so furchtsam?“ Eine strenge Frage. Weißt du nicht davon, welcher aller Wegen an Mitteln fehlt?

Aber meine Freunde, die schönste Frage ist ja wohl die:

Da war Jesus auferstanden von den Toten, und er begegnete Petrus, der ihn verleugnet hatte. Petrus war auf Fischen gegangen, alles war zerbrochen. Und da kommt Jesus an einem Morgen der Brühe ans Galiläische Meer, und da fragt Jesus, so wie er uns hier fragt: „Hast du mich lieb?“ Bitte rede nicht von deinen Schlussfolgerungen oder von deinen guten Werken. Das zerbricht wie Glas, wenn es ernst wird und Gott Gericht hält.

Jesus fragt: „Hast du mich lieb?“ Red jetzt bitte auch nicht von deiner Sünde und deiner Verlorenheit. Ich weiß, dass du reif bist bis zur Hölle. Aber Jesus fragt: „Hast du mich lieb?“

Nicht der, der für dich gestorben ist, der dich dein Leben in Ordnung bringen kann. Red jetzt nicht davon, dass du mit den Glaubensdingen nicht zu Rande kommst und andere Ansichten hast wie Pastor Busch. Natürlich ist das nicht leicht.

Was meinst du, was ich jeden Tag an Worten von Kritik höre? Gott sei Dank sind sie das alle miteinander. Aber rede nicht davon, sondern Jesus fragt dich: „Hast du mich lieb?“

Hast du den lieb, der an deiner Stelle starb, am Kreuz, seinen Tod suchte? Hast du ihn lieb, der als Auferstandener dich sucht, wie der gute Hirte? Oder hast du nur ein Todeschristentum?

Wissen Sie, Jesus sprach durchdringend. Und ich sage noch mal: Wer etwas weiß vom Umgang mit Jesus, der wird immer wieder mal so gefragt.

Und lassen Sie mich noch kurz ein drittes sagen.

Jesus antwortet

Vertraulicher Umgang mit Jesus. Ich würde sagen: Er hört zu, er fragt, und das Dritte, was ich sagen möchte, ist dies: Er antwortet. Das heißt, er antwortet drittens, nicht wahr? Hör doch mal zu, er antwortet. Und sie verwundert sich über seine Antwort, so steht es hier.

Da sitzen die Ältesten Israels im vertraulichen Gespräch mit dem Sohn Gottes, und sie sind erstaunt über seine Antworten. Ja, meine Freunde, Jesus gibt wundervolle Antworten. Wer etwas vom vertraulichen Umgang mit diesem Heiland weiß, der kennt das: Er gibt in meinem Leben Antworten.

Da haben sie ihn zum Beispiel mal gefragt: Herr Jesus, warum sitzt du ausgerechnet mit Sündern zu Tische, also mit Leuten, mit denen kein Mensch in Israel verkehren möchte? Und Jesus antwortet – wisst ihr, was er antwortet? Eine wundervolle Antwort. Er sagt: „Die Gesunden brauchen keinen Arzt, sondern die Kranken.“

Nun verstehe ich auf einmal, warum sich Jesus mit ihm und mit mir und meinen Jungs so viel Mühe gibt, damit wir nicht krank sind. Oh, Jesus kann wundervoll antworten.

Da haben sie ihn mal gefragt: Herr Jesus, warum hast du ausgerechnet am Sabbat, an dem doch keiner arbeiten soll, einen Kranken geheilt? Da hat Jesus gesagt: „Hört mal, wenn dir ein Schaf in die Zisterne fällt, holst du es auch am Sabbat heraus, nicht wahr? Und wie viel mehr ist ein Mensch wert als ein Schaf!“

Mit dieser einen Antwort stellt Jesus den Wert des Menschen heraus. Warum achten wir uns selbst gering oder halten uns für großartig? Das sollten alle hören, die zum Beispiel jetzt mit Krieg, Gewalt und Staat umgehen und was sonst noch in ihren Köpfen vorgeht. Der Mensch ist mehr als der Staat. Das sollten alle im Kopf haben, die vielleicht in großen wirtschaftlichen Zusammenhängen denken. Der Mensch ist mehr wert als alle wirtschaftlichen und materiellen Dinge. Das sagt der Sohn Gottes!

Verstehen Sie, Jesu Antworten greifen tief hinein in unser verkehrtes Wesen. Da hat ihn zum Beispiel mal einer gefragt: Herr Jesus, ich habe da so einen schwierigen Nachbarn, wie oft muss ich ihm vergeben? Genügt sieben Mal? Da fährt Jesus auf: „Nicht sieben Mal, sondern siebzig mal sieben Mal!“

Es wäre eine schöne Welt, wenn wir alle diese eine Antwort Jesu anhören und danach leben würden, ja?

Ja, meine Freunde, es ist schrecklich, dass man bei solch einer Auswahl nicht immer sämtliche Geschichten erzählen kann, die dazugehören. Aber ich muss schließen. Ich darf Ihnen sagen, dass der Herr Jesus einmal, ein für alle Mal, eine Generalantwort gegeben hat auf unsere wichtigsten und tiefsten Fragen:

  • Wo ist der Sinn meines Lebens?
  • Gibt es Gott?
  • Hat Gott mich eigentlich lieb?
  • Werde ich eigentlich schuldlos?
  • Wie werde ich ein anderer Mensch?
  • Werde ich in meinem Leben neu?

Auf all diese Fragen gibt Jesus eine Generalantwort. Das ist sein Kreuz.

Lassen Sie uns am Schluss nach Golgatha gehen, zu dem Ort, wo der Sohn Gottes am Kreuz hängt und all unsere Schmerzen auf sich nimmt. Gehen Sie unter Jesu Kreuz im Glauben. Hier finden Sie Antwort auf die tiefsten, größten und wichtigsten Fragen des Lebens.

Nun wollen wir beten:
Ach Herr, lass uns doch diesen vertraulichen Umgang mit Dir finden.
Ach Herr, hör doch unser Rufen, lass uns nicht stecken bleiben in einem Christentum des Kopfes und des Wissens.
Führe uns in diese personale Ich-Du-Beziehung zu Dir, dem Lebendigen. Amen.