Serie•Teil 3 / 7E21 Regionalkonferenz Schweiz 2018
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Gottes Volk als Spiegel seiner Herrlichkeit
Was wir im Buch Nehemia sehen, ist, dass der Gott der Bibel sich ein Volk erbaut. Und erinnerst du dich an Jesaja 61? In Vers 3 heißt es dort, dass Gott sich schaffen will, den Trauernden zu zieren, dass ihnen Schmuck statt Asche, Freudenöl statt Trauerkleid und Lobgesang statt eines betrübten Geistes gegeben werden, dass sie Bäume der Gerechtigkeit, Pflanzungen des Herrn, ihm zum Preise genannt werden.
Erinnert ihr euch an das Gebet des Apostels Paulus im Epheserbrief, Kapitel 3, Vers 20? Zu ihm sei alle Ehre durch die Gemeinde. Das heißt in anderen Worten: Die Welt sollte sich die Gemeinde anschauen und dabei etwas sehen von der Brillanz, von der Herrlichkeit Gottes.
Und, ihr Lieben, wir leben in einer Welt, in der die Menschen keine Ahnung davon haben, wie Gott ist. Vor zwanzig Jahren war es so, wenn du in England christlich warst, dass die Leute dachten, du bist ein harmloser Exzentriker. Dann haben die Menschen gedacht: Naja, du bist harmlos, ein bisschen exzentrisch. Aber heute denken die Menschen tatsächlich, dass du gefährlich bist, weil sie denken, dass Gott gefährlich ist. Weil sie denken, dass Gott es ist, der die Gewalt fördert, der Trennung herbeiführt, der auch Dinge in uns Menschen unterdrückt und damit einfach Leben zerstört.
Und deswegen bleiben Leute auf großer Distanz zu Gott. Und deswegen ruft er sein Volk dazu, auf der Welt zu zeigen, wie er wirklich ist. Er sagt: Ich bin die Liebe, seid ein Volk, das gekannt wird durch die Liebe, die ihr füreinander habt. Ich bin gerecht, deswegen seid auch Menschen, denen Gerechtigkeit wichtig ist. Und ich bin ein Gott, der Gott aller Völker ist, deswegen seid auch ein Volk, das andere willkommen heißt, alle Menschen willkommen heißt. In anderen Worten sagt er: Leuchtet, damit die Menschen meine Herrlichkeit sehen!
Und im Alten Testament war sein Volk versammelt um die Stadt Jerusalem herum. Aber seine Verheißung war, dass er eines Tages die Menschen von Jerusalem aus senden würde, nach Judäa, Samaria und bis an die Enden der Erde. Und wo wir vorhin aufgehört haben, da war Jerusalem also noch zerstört, und der Wiederaufbau war zum Stillstand gekommen. Und der Herr sendet Nehemia, um sie wieder zu bauen. Und der Herr sandte Nehemia, damit sie wieder weiterbauen würden.
Schulter an Schulter am Bau
Und wenn ihr euch Kapitel drei anschaut, dann könnte es sein, dass ihr denkt, das ist vielleicht eine Liste von lauter lustigen russischen Namen. Aber könnt ihr sehen, was Eliaschib und all die anderen tun? Sie bauen alle die Mauer wieder auf.
Lasst uns nur einmal Vers 1 anschauen:
Und Eliaschib, der hohe Priester, machte sich mit seinen Brüdern, den Priestern, auf, und sie bauten das Schaftor. Sie deckten es und setzten seine Türen ein. Sie bauten aber weiter bis an den Turm Mea und bis an den Turm Hananeel.
Seht ihr, hier ist Eliaschib, der hohe Priester, der als Vorbild vorangeht.
Oder schaut euch Vers 5 an:
Neben ihm bauten die Leute von Tekoa, aber ihre Vornehmen beugten ihren Nacken nicht zum Dienst für ihre Herren.
Hier sehen wir also die Leute von Tekoa. Das ist sechzehn Kilometer entfernt von Jerusalem. Und sie sind zu Fuß dorthin gegangen. Sie haben ihre Felder zurückgelassen, aber das ist ein Opfer, das sie bereit sind zu bringen.
Oder schauen wir uns Vers 8 an:
Dort heißt es: Daneben baute Ussiel, der Sohn Harhajas, der Goldschmied. Neben ihm baute Hananja, der zu den Salbenbereitern gehörte. Sie bauten in Jerusalem bis an die breite Mauer.
Und ihr seht hier Ussiel, einen dieser Goldschmiede, und dann Hananja, der letztendlich Parfüm hergestellt hat. Sie haben zusammengearbeitet.
Und in Vers 12 heißt es:
Daneben baute Schallum, der Sohn des Lohesch, der Vorsteher des anderen halben Bezirks von Jerusalem, er und seine Töchter.
Er hat seine ganze Familie mitbauen lassen, sogar unter der Hilfe seiner Töchter.
Und in Vers 21 lesen wir:
Nach ihm baute Meremoth, der Sohn Urias, des Sohnes Hakos, ein weiteres Stück von der Haustür Eliaschibs bis an das Ende des Hauses Eliaschibs.
Was war mit dem? Oh, den finden wir ja in Vers 21 und in Vers 4 auch. Und in Vers 4 lesen wir davon, dass er einen Teil der Mauer macht. Und anstatt dann zu sagen: Ich habe ja jetzt meinen Teil getan, ich bin dann erst nächste Woche wieder dran, lesen wir dann in Vers 21, dass er gleich noch einen anderen Bereich der Mauer auch repariert hat.
Und seht ihr diesen Refrain in den Versen 17 bis 21: Neben ihm, nach ihm, neben ihm, nach ihm, neben ihm? Das versteht ihr, oder?
Wir sehen hier also, dass die Menschen Gottes Plan ausführen. Jeder macht mit, Schulter an Schulter gehen sie voran.
Ich sage jeder, aber es ist nicht wirklich jeder, nicht wahr? Denn in Vers 5 hatten wir gesehen, dass die Vornehmen aus Tekoa, also die Höheren, vielleicht bereit waren, einen Scheck auszufüllen, aber sie wollten auf gar keinen Fall ihre Hände schmutzig machen mit irgendwelchen Steinen. Das war unter ihrer Würde.
Wenn Mitarbeit zur Berufung wird
So baut Gott sich ein Volk, um seine eigene Herrlichkeit darzustellen. Das heißt: Gott erbaut sich ein Volk, um seine eigene Herrlichkeit zu zeigen. Im Alten Testament waren diese Leute in einer besonderen Stadt. Aber diese Stadt weist auf das hin, was in der Zukunft kommen würde, nämlich die Kirche als Repräsentantin Gottes.
Und so machen wir daran mit, nicht indem wir Mauern aufbauen, sondern Menschen. Hier gibt es zum Beispiel Claudia, die den Kaffee bringt, damit wir uns sammeln und miteinander ins Gespräch kommen können. Und da ist Simon, der die Neuen begrüßt, und Alex, der eine Bibelarbeit für einen kleinen Hauskreis vorbereitet. Martin und Christina lesen gemeinsam die Bibel und beten dann mit ihren Kindern. Katja trifft sich mit zwei jungen Christinnen, um sie in der Jüngerschaft voranzubringen. Und dann gibt es noch Pastor Tillmann, der seine Predigt vorbereitet. Und dann kommt auch noch Mark, der immer extra früh kommt, um alle Stühle hinzustellen.
Jeder macht mit, Schulter an Schulter. Es ist harte Arbeit. Und es gibt Tage, da fragt man sich, warum man das denn macht. Vielleicht fragst du dich auch, ob es sich wirklich lohnt. Weil es sich manchmal so anfühlt, als wäre das wahre Leben einfach woanders. Über das wahre Leben schreiben die Zeitungen. Und die Zeitungen schreiben nichts über deine Gemeinde. Das wahre Leben ist das, was alle anderen am Wochenende machen. Und die gehen nämlich nicht zur Gemeinde. Und du investierst dich in diese Nebensache, von der alle denken, dass sie gar keine Rolle spielt?
Aber nein, das ist wirklich das Bauprojekt, das im Zentrum aller Dinge steht. Denn das ist es, was Gott tut. Und wenn alle anderen Projekte dieser Welt irgendwann nur noch Asche und Staub sind, dann wird das Projekt, in das du dich investierst, immer noch hell strahlen.
Also sei nicht wie die Oberen in Tekoa. Mach mit. Und ich frage mich, was das für dich persönlich vielleicht zu bedeuten hat, dass du deine Rolle übernimmst.
Widerstand von aussen und die Antwort des Gebets
Also, in Kapitel drei bauen sie fröhlich voran, Schulter an Schulter. Aber in den Versen vier bis sechs sehen wir dann, dass dieses Bauprojekt aus zwei verschiedenen Richtungen angegriffen wird: einmal von außen und auch von innen.
Zuerst einmal der Angriff von außen. Das heißt, die Feinde Gottes haben sich draußen versammelt. In Nehemia 3,33-35 heißt es:
Als aber Samballat hörte, dass wir die Mauer bauten, wurde er zornig und sehr entrüstet und spottete über die Juden und sprach vor seinen Brüdern und den Kriegsleuten in Samaria: Was machen die ohnmächtigen Juden? Wird man sie gewähren lassen? Werden sie es mit Opfern einweihen? Werden sie es in diesen Tagen schon vollenden? Werden sie aus dem Schutthaufen die Steine lebendig machen, die doch verbrannt sind?
Aber Tobias, der Ammoniter, stand neben ihm und sprach: Lass sie nur bauen; wenn ein Fuchs auf ihre steinerne Mauer hinaufspringt, reißt er sie ein.
Wir sehen hier: Die Feinde Gottes verspotten Gottes Volk. Die Mauern sind angeblich so brüchig, dass selbst ein kleiner Fuchs sie umwerfen kann.
Ich denke, wir wissen, was es bedeutet, verspottet zu werden, nicht wahr? Und die Feinde drohen an, sie anzugreifen. In Nehemia 4,1-3 heißt es:
Als aber Samballat und Tobija und die Araber und die Ammoniter und die Aschdoditer hörten, dass die Mauern Jerusalems ausgebessert wurden, weil die Lücken angefangen hatten, sich zu schließen, wurden sie sehr zornig und verschworen sich alle miteinander, um gegen Jerusalem zu streiten und bei uns Verwirrung anzurichten. Wir aber beteten zu unserem Gott und stellten gegen sie Tag und Nacht Wachen auf zum Schutz vor ihnen.
Sie tun sich also zusammen, um sie anzugreifen. Und ich denke, wir wissen, wie Brüder und Schwestern in der Welt wissen, wie das ist. Und in Kapitel 6 sehen wir dann, dass sie auch noch falsch angeklagt werden, dass sie angeblich gegen den König rebellieren würden. Und wiederum, ich denke, wir verstehen, was es ist, falsch angeklagt zu werden.
Und seht ihr, was das bei ihnen auslöst, wie sie sich fühlen? In Nehemia 4,4 heißt es:
Und das Volk von Juda sprach: Die Kraft der Träger ist zu schwach, und der Schutt ist so viel; wir können an der Mauer nicht weiterbauen.
Sie verlieren hier ihre ganze Kraft. In Nehemia 4,6 heißt es:
Als nun die Juden, die nah bei ihnen wohnten, kamen und uns wohl zehnmal sagten: Aus allen Orten, wo sie um uns wohnen, ziehen sie gegen uns heran, da fühlten sie sich, als wären sie von den Feinden umringt, und sie hatten den Eindruck, sie würden dieses Bauprojekt niemals fertigkriegen.
Und ich denke, auch das können wir nachvollziehen. Wir wollen etwas bauen, aber der Widerstand ist einfach zu stark. Dann gibt es Tage, an denen es so schwierig ist, dass wir uns fragen, ob Gott wirklich noch da drin ist. Aber dann lässt Nehemia sie nicht hängen, denn dies ist immer der Weg. Es wird einfach immer so sein. Denn wann immer du dich auf Gottes Seite stellst und dich in sein Werk hineingibst, begibst du dich auch in einen geistlichen Kampf hinein. Gegen all die Mächte des Bösen, die gegen ihn ankämpfen, und das heißt, sie werden auch dich angreifen.
Was hat Jesus gesagt? Wenn euch die Welt hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat. Von daher: Seid nicht überrascht, wenn es schwer wird, wenn da Widerstand ist.
Aber wie machen wir dann weiter im Angesicht von Widerstand? Ich denke, wir können das so zusammenfassen: Wir kämpfen, weil der Herr für uns kämpft.
Habt ihr gesehen, was ihr erster Schritt ist? In Nehemia 3,36 heißt es:
Höre, unser Gott, wie verachtet sind wir! Lass ihren Hohn auf ihren Kopf kommen und gib sie der Plünderung preis in einem Land, in das man sie gefangen führt.
Oder auch in Nehemia 4,3:
Wir aber beteten zu unserem Gott und stellten gegen sie Tag und Nacht Wachen auf zum Schutz vor ihnen.
Seht ihr, ihr erster Schritt ist, sich Gott zuzuwenden. Sie versuchen nicht einfach, sich selbst gegen die Angriffe und die Erniedrigung zu verteidigen. Sie überlassen es dem Herrn. Sie lassen es in seiner Hand, denn darum geht es: Dieser Kampf ist sein Kampf.
Deswegen erinnert Nehemia sie in Nehemia 4,8:
Und als ich ihre Furcht sah, machte ich mich auf und sprach zu den Vornehmen und Ratsherren und dem übrigen Volk: Fürchtet euch nicht vor ihnen; gedenkt an den Herrn, der groß und furchtbar ist, und streitet für eure Brüder, Söhne, Töchter, Frauen und Häuser.
Fürchtet euch nicht. Denkt an den Herrn, der groß und furchtbar ist. Ja, wir sind klein, und ja, der Feind ist zu groß für uns. Aber er ist viel größer als unsere Feinde. Deswegen wenden wir uns vor allem anderen ihm zu im Gebet.
Und wir denken viel zu oft: Wenn wir im 21. Jahrhundert Gemeindebau machen wollen, dann brauchen wir eine tolle Strategie, ein visionäres Statement und eine tolle Website. Nein, wir sind klein. Wir sind klein, und der Feind ist viel zu groß für uns. Das heißt: Wenn wir die Gemeinde im 21. Jahrhundert bauen wollen, dann ist das Wichtigste, was wir tun können, den Menschen eine Vision von dem Gott zu geben, der groß und furchtbar ist, und uns daran zu erinnern, dass die Schlacht, der Kampf, nicht in unseren kleinen Händen liegt. In seinen Händen liegt sie.
Und wenn du das verstehst, dann bedeutet das nicht, dass du jetzt aufhörst zu kämpfen. Nein, das heißt, dass du noch viel mehr kämpfen wirst. Das sehen wir dann doch in Nehemia 4,8b: Ja, gedenkt an den Herrn, der groß und furchtbar ist, und streitet für eure Brüder, Söhne, Töchter, Frauen und Häuser.
Aber wie können sie jetzt kämpfen? Was hat sich denn nun verändert? Schaut euch das Ende von Vers 14 an: Unser Gott wird für uns streiten. Siehst du, Gott wird für uns kämpfen. Wir können kämpfen, weil er für uns kämpft. Wenn es allein an uns läge, könnten wir gleich aufhören. Aber es hängt alles von ihm ab. Und wenn du das verstehst, dann verstehst du auch, dass es sich lohnt, diesen Kampf zu kämpfen.
Ich möchte euch ein ganz triviales Beispiel dafür geben. Meine Frau leitet eine Krabbelgruppe in einer Gemeinschaft, in so einem Gebäude irgendwo. Und es gibt ungefähr eine Million Spielsachen, die alle in einem Schrank oben eingeschlossen sind. Die Krabbelgruppe trifft sich unten. Und jede Woche kommt ein Team von Helfern aus unserer Gemeinde, um all die Kisten mit Spielsachen nach unten zu tragen. Letzte Woche kamen die Mitarbeiter einfach nicht. Meine Frau war alleine da, und sie fühlte sich völlig überwältigt. Sie sagte, es war einfach nicht möglich, diese ganzen Spielsachen herunterzubringen. Die Aufgabe war viel zu groß. Sie wusste gar nicht, wie sie damit anfangen sollte.
Und dann taucht auf einmal so ein großer Kerl auf mit dem Namen Max. Und er hat das dann in seine Hände genommen. Er hat all die schweren Dinge getragen. Und weil er so stark war, konnte sie da mitmachen.
Ihr versteht das Beispiel: Allein sind wir überwältigt. Aber wenn Gott die schweren Dinge für uns tut, dann bedeutet das, dass wir mitmachen können. Dann können auch wir kämpfen.
Und seht ihr, wie sie kämpfen? In Nehemia 4,10 heißt es:
Und es geschah hinfort, dass die Hälfte meiner Leute am Bau arbeitete, die andere Hälfte aber hielt Spieße, Schilde, Bogen und Panzer bereit und stand hinter dem ganzen Haus Juda.
Seht ihr das Bild? Die eine Hälfte baut, und die anderen sind bereits bereit zu kämpfen, mit all den Waffen. Es ist ein wunderbares Bild davon, wie Gottes Volk sich hier zusammenschließt. Und das erinnert uns daran, dass man es auch nicht alleine tun kann. Du brauchst mich, und ich brauche dich.
Und du magst sagen: Na ja, für die funktionierte das ja, die hatten ja den Nehemia, der voranging und sie anspornte. Aber erinnert euch doch daran: Die ganze Schrift weist auf Jesus hin. Nehemia war der Leiter, den Gott diesem Volk gegeben hatte, aber er weist doch hin auf einen anderen Leiter, den der Herr uns gegeben hat. Die haben Nehemia, aber wir haben einen, der größer ist als Nehemia: den Herrn Jesus, der das Haupt der Gemeinde ist.
Und was sagt er in Matthäus 16,18? Ich werde meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle werden ihr nicht widerstehen.
Ist das nicht gut, das zu hören? Er macht die schwere Arbeit, und er sagt uns: Macht mit. Es gibt Tage, an denen es dann schwer ist, wo der Widerstand stark ist, wo du dich so fühlst, als würdest du am liebsten aufgeben. Dann richte deine Augen auf ihn. Und er sagt: Ihn kann nichts aufhalten. Er wird seine Gemeinde bauen, und sein Volk wird das Leben mit ihm für alle Ewigkeit genießen, in einem neuen Jerusalem, in einer neu gemachten Welt.
Es ist ein Kampf. Aber wir stehen dem Feind nicht alleine gegenüber. Wir können kämpfen, denn er kämpft für uns. Dafür preisen wir ihn.
Die Gefahr von innen und die Last der Ungerechtigkeit
Das war also der Teil mit dem Feind von außen. Jetzt kommen wir zum Feind von innen. Erinnert euch daran, worum es hier geht: Gott baut sich ein Volk, um der Welt seine Herrlichkeit wieder widerzuspiegeln. Und es zeigt sich nun, dass die größte Gefahr für dieses Projekt nicht von weltlichen Autoritäten von außen kommt, sondern von innen. Von uns. Von mir und dir.
Wir haben gesehen, in Kapitel 3, dass alle zusammengearbeitet haben, Schulter an Schulter. Aber nun heißt es in Kapitel 5, Vers 1: Und es erhob sich ein großes Geschrei des Volkes und ihrer Frauen gegen ihre jüdischen Brüder.
Versteht ihr? Hier ist jetzt ein Aufschrei der Verzweiflung. Aber er richtet sich nicht mehr gegen äußere Feinde, sondern gegen jüdische Mitmenschen. Was ist hier los?
Vers 2: Die einen sprachen: Unsere Söhne und Töchter müssen wir verpfänden, um Getreide zu kaufen, damit wir essen und leben können.
Da waren große Familien mit vielen hungrigen Mäulern, die versorgt werden mussten. Sie brauchten Getreide. Und die Menschen bekamen ihr Essen nicht von Aldi. Sie hatten ihre eigenen Länder bebaut, ihre Ländereien bestellt, ihre Felder bearbeitet. Aber jetzt hatten sie an der Mauer gearbeitet. Das hieß, dass sie nicht gleichzeitig auch auf ihren Feldern arbeiten konnten. Und das bedeutete, dass sie ihre eigenen Familien nicht mehr versorgen konnten.
Man könnte jetzt denken, dass die Verantwortlichen, die Offiziellen, dafür sorgen würden, dass die Arbeiter irgendwie versorgt werden. Aber es scheint so, als hätten sie sich nicht darum gekümmert. Seht ihr in Vers 3, was geschah? Die anderen sprachen: Unsere Äcker, Weinberge und Häuser müssen wir versetzen, damit wir Getreide kaufen können in dieser Hungerzeit.
Seht ihr, was hier geschieht? In dieser schwierigen Zeit konnten sie nichts anderes tun, als ihre eigenen Sachen zu verpfänden, damit sie Geld hatten, um Essen und Nahrung zu besorgen.
Und dann in Vers 4: Und wieder andere sprachen: Wir haben auf unsere Äcker und Weinberge Geld aufnehmen müssen, um dem König Steuern zahlen zu können.
Also nicht nur, dass sie Dinge verpfänden mussten, um Geld zu haben, um sich etwas zu essen kaufen zu können. Sie brauchten das Geld auch noch, um Steuern an den persischen König zu zahlen.
Und seht ihr, wie verzweifelt die Dinge geworden sind? Das sehen wir hier in Vers 5: Nun sind wir doch wie unsere Brüder von gleichem Fleisch und Blut, und unsere Kinder sind wie ihre Kinder. Und siehe, wir müssen unsere Söhne und Töchter als Sklaven dienen lassen, und schon sind einige unserer Töchter erniedrigt worden, und wir können nichts dagegen tun. Und unsere Äcker und Weinberge gehören anderen.
Also: In der damaligen Zeit, wenn du das Geld, das du jemandem schuldest, nicht bezahlen konntest, dann konnte dein Darlehensgeber deine Töchter oder deine Söhne nehmen und sagen: Sie arbeiten für mich, bis du mir zurückzahlen kannst. Kannst du dir vorstellen, dass deine elfjährige Tochter verschleppt wird, um für irgendeinen reichen Landbesitzer zu arbeiten, und du nichts dagegen tun kannst? Genau das lesen wir hier in Vers 5: Wir können nichts dagegen tun. There is nothing they can do.
Und habt ihr gesehen, wer dahinter steckt? Vers 5: Nun sind wir doch wie unsere Brüder vom gleichen Fleisch und Blut.
Also: unsere Brüder und Schwestern. Das heißt, die Leute, die jetzt diese Ländereien verpfänden lassen und denen das Geld geben, das sie dann nicht mehr zurückzahlen können, und die Leute, die jetzt deren Kinder in die Sklaverei schicken, das sind ihre Mitjuden, ihre Landsleute. Das sind einfach die Reichen, die Adligen, die Geld haben.
Jetzt stell dir vor, du arbeitest an der Mauer und bekommst die Nachricht, dass deine Tochter abgeführt wurde, um Sklavenarbeit zu tun. Und du fragst: Wer ist dafür verantwortlich? Und die Botschaft kommt zurück: Es ist er. Es ist der Mann neben dir. Der Mann, mit dem du hier zusammenarbeitest. Der Mann, den du eigentlich vor den Feinden schützt.
Kannst du dir vorstellen, wie sich das anfühlt? Wir waren doch in dieser Sache miteinander unterwegs. Schulter an Schulter. Und jetzt fühlt es sich gar nicht mehr so an.
Die Reichen beuten die Armen aus. Und das ist wirklich ernst, denn Gott baut sich doch eigentlich ein Volk, um der Welt zu zeigen, wie gut er ist. Und der Egoismus, den wir hier sehen, bedeutet, dass das, was Gott eigentlich tut, gerade auseinanderbröselt.
Und wisst ihr, Brüder und Schwestern, in unserem Leben miteinander ist es so leicht, dass man andere ausnutzt. Dass man anderen den Raum überlässt, um Dienste zu übernehmen. Dann sind es die anderen, die früher kommen, um die Stühle hinzustellen. Das sind dann die anderen, die das Wochenende organisieren, an dem wir wegfahren. Das können dann die anderen machen, die sich um die kümmern, die in Not sind. Und du kannst sehen, was all die anderen so tun können. Und du siehst dann, wie schwer ihre Last ist, wie schwer sie arbeiten. Und du siehst, was es sie kostet, Gottes Volk zu erbauen.
Aber anstatt zu fragen: Okay, wie kann ich jetzt da helfen? Wie kann ich mich jetzt Schulter an Schulter mit ihnen hineingeben?, nutzen wir sie einfach aus.
Nun beuten wir sie nicht aus, wir machen kein Geld durch sie, und natürlich schicken wir niemanden in die Sklaverei. But we let them do the hard work and we sit back and we profit from their hard work and we lean on zurück und profitieren von ihrer harten Arbeit so they work so I can get the church that I want. Sie arbeiten fleißig, damit ich die Kirche haben kann, die mir gefällt.
Und dann ist der Kaffee schon da, wenn wir kommen. Und da sind natürlich auch Gruppen, wo ich meine Kinder abgeben kann. Und dann ist da Musik, die ich mag. Und dann gibt es tolle Bibelkreise, in denen ich erbaut werde. Es ist einfach großartig.
Nein.
Weil das genau der Egoismus ist, der letztendlich dazu führt, dass Gottes Volk auseinanderfällt.
Gottesfurcht als Weg der Umkehr
Nehemia hört hier, was geschieht, und ist sehr verärgert darüber. Seht ihr in Vers 5? Als ich aber ihr Schreien und diese Worte hörte, wurde ich sehr zornig.
Das heißt, er lässt jetzt die Arbeit an der Mauer aufhören, um ein Treffen zu organisieren. Aber die Menschen sagen alle: Nehemia, wir können jetzt nicht aufhören, hier zu arbeiten, denn die Feinde warten schon draußen.
Aber ihr versteht: Wir können die besten Mauern überhaupt haben, um die Feinde außen zu halten. Aber wenn innerhalb der Mauern die Leute sich gegenseitig zerfetzen, was helfen uns die Mauern noch?
Es ist eine Herausforderung für die unter uns, die in Verantwortung stehen, die vielleicht Älteste sind. Wenn wir merken, wie es untereinander Konflikte gibt, wenn die Schafe einander beißen, wie ich vorhin gesagt habe, dann können wir nicht einfach wegschauen. Da müssen wir uns in die Situation hineinbegeben.
Vielleicht sagst du: Warum ist das so wichtig? Weil es hier um Gottes Ehre geht. Weil Gott sich ein Volk erbaut, um der Welt zu zeigen, wie er ist. Und immer und immer wieder ruft er die Menschen dazu auf, ein Leben zu führen, das etwas von ihm widerspiegelt.
Der Grund, warum die Menschen keinen Ehebruch begehen sollen, ist, weil Gott treu ist. Deswegen sollen auch wir treu sein, um der Welt zu zeigen, wie er ist. Und im 3. Mose 25 sagt der Herr, wenn man Geld leiht, sollte man keine Zinsen nehmen. Und das ist nicht einfach so eine beliebige Regel, das spiegelt etwas von ihm wider. Denn er sagt dem Volk: Ich bin doch der Gott, der euch das Land Kanaan gegeben hat. Er ist einer, der gibt und nicht nimmt. Und deswegen sollen sie keine Zinsen nehmen, weil sie sein sollen wie er.
Und die Nationen schauen jetzt auf das Volk Israel und sehen: Die geben ihre eigenen Leute in die Sklaverei. Und dann sagen die doch: Ihr seid doch nicht anders als irgendwer anders. Und das ist wahrscheinlich, weil euer Gott auch nicht anders ist als alle anderen.
Wisst ihr, so oft frustriert uns die Welt um uns herum? Und wir denken: Warum sehen die denn nicht, wie gut Gott ist? Und die Antwort ist: Weil sie uns sehen. Und sie sehen, wie wir uns gegenseitig zerfetzen, und da sehen sie nichts von seiner Herrlichkeit. Aber Gott baut doch ein Volk, um der Welt zu zeigen, wie gut er ist. Und wenn wir so in Konflikt geraten und wenn wir genauso egoistisch sind wie die Welt um uns herum, dann ist das ganze Projekt in Gefahr.
Nehemia ergreift jetzt die Initiative, und wir sehen seine Antwort am Ende von Vers 8. Schaut am Ende von Vers 8: Da sieht man, wie die Menschen wirklich überführt sind. Da schwiegen sie und fanden nichts zu antworten. Das ist der Klang von tiefem Überführtsein von Sünde. Stille! Sie versuchen gar nicht mehr, sich zu verteidigen. Sie haben es verstanden.
Wie werden sie es jetzt also wieder gut machen? Vers 9: Und ich sprach: Es ist nicht gut, was ihr tut. Solltet ihr nicht in der Furcht Gottes wandeln, um des Hohnes der Heiden willen, die ja unsere Feinde sind?
Also, wenn sie dieses Verspotten vermeiden wollen, wenn der Name Gottes geehrt werden soll, dann müssen sie den Weg Gottes gehen. Wenn im 3. Mose, wenn Gott dem Volk sagt, dass sie keine Zinsen nehmen sollen, da heißt es jedes Mal: Nehmt keine Zinsen, sondern fürchtet den Herrn. Nutzt einander nicht aus, sondern fürchtet euren Gott.
Könnt ihr sehen, wie Nehemia das 3. Mose, Levitikus, gelesen hat?
Was bedeutet es, Gott zu fürchten, den Herrn zu fürchten? Wir sollten den Herrn fürchten, so wie ein Segler die See fürchtet. Ein Seemann liebt die See, aber ein Seemann wird mit dem Meer keinen Blödsinn machen. Er wird es ganz ernst nehmen.
Vor einigen Jahren bin ich Fischfang auf Marlin gegangen, das heißt Speerfisch, Schwertfisch fischen gegangen. Das war ein Traum, den ich über viele Jahre hatte: Schwertfisch zu angeln und dann so wie Ernest Hemingway den Fisch zu halten. Und ein Freund hat für mich so im Leben im Prinzip einen Traum verwirklicht. Er hat das für uns geplant.
Wir fuhren raus in die tiefe See, wo die Schwertfische sind, und dann kam ein Sturm. Das Boot wurde unruhig, und der Steuermann sagte: Oh, wir müssen leider umkehren. Und ich sagte: Auf gar keinen Fall, das können wir nicht machen, ich will Schwertfische angeln, ich will doch das Hemingway-Ding machen.
Und er war sehr ernst mit mir. Er sagte, das ist ein ganz ernstzunehmender Sturm, der da kommt. Und er sagte: Wir machen hier keinen Quatsch mit dem Meer, wir fahren jetzt nach Hause.
Ich wollte da bleiben und Schwertfisch angeln. Das Größte in meinem Herzen war der Schwertfisch. Das Größte in seinem Herzen war die See. Seine rechte Furcht vor der See bedeutete, dass wir umkehren mussten.
Und Nehemia urteilt die Menschen Gottes, um in Furcht des Herrn zu gehen. Er mahnt jetzt das Volk, in rechter Gottesfurcht zu leben. Das ist ein Merkmal von Gottes Volk, dass das Größte in unseren Herzen die Gottesfurcht ist. Das heißt, wenn wir durch jeden Tag gehen, dann ist jeder Schritt, den wir machen, nicht dadurch bestimmt, was ich will, sondern durch das, was er ist.
Natürlich kann ich niemandem ins Herz schauen. Aber ich frage mich, ob vielleicht gerade Gott seinen Finger bei dir irgendwo auf eine wunde Stelle legt, wo er dir zeigt, wo du mit ihm in falscher Weise umgegangen bist.
Und ein Hinweis darauf, dass du ihn nicht wirklich ernst genommen hast, könnte sich daran zeigen, dass du andere ausnutzt, dass du die harte Arbeit anderer ausgenutzt hast, ihre Freundlichkeit, dass du etwas von ihnen genommen hast, ohne jemals etwas zurückgegeben zu haben. Du bist sehr froh darüber, wenn sie bereit sind, dir zu dienen, aber du dienst ihnen nicht. Und das bringt Trennung, und das musst du richtigstellen.
Was passiert also? In Vers 11 lesen wir: Gebt ihnen noch heute ihre Äcker, Weinberge, Ölgärten und Häuser zurück und erlasst ihnen die Schuld an Geld, Getreide, Wein und Öl, die ihr von ihnen zu fordern habt.
Und ihr seht, wie sie darauf antworten: Da sprachen sie, wir wollen es zurückgeben und wollen nichts von ihnen fordern und wollen tun, wie du gesagt hast. Und ich rief die Priester und nahm einen Eid von ihnen, dass sie so tun sollten.
Und seht ihr, wie ernst das ist, hier dann in Vers 13? Auch schüttelte ich mein Gewand aus und sprach: So schüttle Gott einen jeden aus seinem Hause und aus seinem Besitz, der dies Wort nicht hält; so sei er ausgeschüttelt und leer. Und die ganze Gemeinde sprach Amen und lobte den Herrn, und das Volk tat so.
Wenn du das nicht alles zurückgibst, dann schüttle dich der Herr aus deinem Haus. Seht ihr, da gibt es keinen Platz für so etwas im Hause Gottes. Denn das Haus Gottes soll doch der Welt zeigen, wie gut er ist. Also wenn du das jetzt nicht richtigstellst, dann würde er dich ausschütteln.
Und wie antworten sie jetzt darauf? Amen! Und lobten den Herrn. Sie sehen, dass dieser Aufruf des Herrn richtig ist, denn sie erkennen, dass dieser Aufruf, den Herrn zu fürchten, richtig ist. Es ist ein guter Aufruf. Das ist das, was wir hören müssen. Denn wir brauchten die Erinnerung daran, wie anders seine Wege sind als die Wege der Welt, wie wunderbar seine Wege sind.
Du siehst etwas von dieser Herrlichkeit in Nehemia. Die Oberen sind die Leute, die sagen: Ich komme zuerst. Aber Nehemia ist eine Person, die andere zuerst sieht.
Ein Vorbild, das auf Christus weist
Hört auf die Verse 14 bis 18 aus Kapitel 5. Und von der Zeit an, als mir befohlen wurde, ihr Statthalter zu sein im Lande Juda, nämlich vom zwanzigsten Jahr an bis in das zweiunddreißigste Jahr des Königs Achasasta, das sind zwölf Jahre, verzichtete ich für mich und meine Brüder auf meine Einkünfte als Statthalter.
Denn die früheren Statthalter, die vor mir gewesen waren, hatten das Volk belastet und hatten für Brot und Wein täglich vierzig Silberstücke von ihnen genommen. Auch ihre Leute waren gewalttätig mit dem Volk umgegangen. Ich aber tat nicht so, um der Furcht Gottes willen. Auch arbeitete ich an der Mauer und kaufte keinen Acker, und alle meine Leute mussten sich dort zur Arbeit versammeln.
Dazu waren von den Juden, nämlich den Ratsherren, hundertfünfzig an meinem Tisch, und auch die, die zu uns kamen aus den Völkern, die um uns her wohnen. Und dafür brauchte man täglich einen Stier und sechs auserlesene Schafe und Geflügel und jeweils für zehn Tage eine bestimmte Menge Wein. Dennoch forderte ich nicht die Einkünfte eines Statthalters, denn der Dienst lag schon schwer genug auf dem Volk.
Ja, Bankette halten. Und er hätte verlangen dürfen, dass die Menschen ihm einen Anteil von ihrem Essen und Wein geben. Er hätte auch eine Steuer erheben können, aber er hat nie verlangt, dass die Menschen irgendetwas zahlen. Das ist das, was die Statthalter vor ihm getan hatten. Aber das war zu einer großen Last geworden für das Volk, und Nehemia war nicht so wie seine Vorgänger als Statthalter. Und deswegen zahlte er selbst für diese Festmähler aus seiner eigenen Tasche. Es war sehr teuer, aber er zahlte die Kosten selbst, weil er auf die Menschen achtete, weil ihm die Menschen wichtig waren. Er hat getan, was er konnte, um die Last von ihnen zu nehmen, um ihre Lasten zu tragen.
Und ihr seht in Vers 16, wie er sich selbst beschreibt: Auch arbeitete ich an der Mauer und kaufte keinen Acker, und alle meine Leute mussten sich dort zur Arbeit versammeln. Die anderen Statthalter haben es dem Volk auferlegt, die Lasten auferlegt, aber er diente einfach mitten unter ihnen. Die anderen Statthalter haben ihre Männer ausgesandt, um Steuern einzutreiben und Land zu kaufen. Aber Nehemia hat seine Leute ausgesandt, um einfach mitzuarbeiten an der Mauer. Und er sagt: Wir haben kein Land für uns erworben. Das heißt, anstatt seine jüdischen Mitbürger auszubeuten, hat er mit ihnen gedient.
Schaut euch das Ende von Vers 15 an: Ich aber tat nicht so, um der Furcht Gottes willen. Seht ihr warum? Aufgrund seiner Gottesfurcht. Das ist dasselbe Wort wie in Vers 9 schon. Er hatte das Recht, Steuern zu erheben, aber er hat sein Recht nicht ausgenutzt. Er kümmerte sich um die Menschen, obwohl es ihn etwas gekostet hat. Warum? Weil er Gott gefürchtet hat.
Und so sieht das dann aus, wenn man Gott fürchtet: nicht ich zuerst, die anderen kommen zuerst. Jetzt stellt euch mal vor, wie herrlich Gemeinden wären, wenn alle wären wie Nehemia. Anstatt zu sagen: Ich komme zuerst, immer zu schauen, was dem anderen dient, die anderen zuerst zu haben. Wenn wir Leute wären wie Nehemia, die einander helfen, Lasten zu tragen, wenn wir sehen, der Freund, der beim letzten Lied, beim Schlusslied, in Tränen ausbricht, und zu ihm hingehen und mit ihm beten und uns dann verabreden, uns im Laufe der Woche nochmal zu treffen, um seine Lasten mitzutragen.
Oder wenn wir Leute wären wie Nehemia, die nicht auf ihren Rechten beharren würden, wenn wir bereit werden, die Kosten in Kauf zu nehmen, die es mit sich bringt, Leuten zu vergeben, bei denen es so schwerfällt, ihnen zu vergeben. Oder stellt euch vor, wir wären Menschen wie Nehemia, die unsere Gaben und unser Geld einsetzen, um dem Volk Gottes zu dienen, anstatt zu denken, dass es unter meiner Würde ist. Wir machen uns die Hände schmutzig. Wir helfen in der Bibelbetreuung.
Oder Menschen wie Nehemia, die nicht darauf bedacht sind, etwas herauszuholen, Geld zu machen, sondern bereit sind zu geben. Das heißt, anstatt zu sagen: So möchte ich Kirche haben, das ist für mich wichtig, diese Musik will ich haben, und dieses Training, diese Zurüstung brauche ich, frage ich stattdessen: Was wäre gut für die anderen, für die, die neu sind in der Gemeinde? Was kann ich für sie tun, damit ich sicherstelle, dass für sie gesorgt ist, dass sie zugerüstet werden?
Oder wie herrlich wäre eine Gemeinde, in der Menschen wie Nehemia wären, die darauf eingestellt sind, dass es sie etwas kosten würde, die den weiten Weg gehen von dem Palast in Susa, die für ihre Zeit aus der eigenen Tasche zahlen. Nehemia ist bereit, das zu zahlen. Oder stellt euch vor, eine Gemeinde voller Leute, die bereit sind, auch mal einen Abend aufzugeben, um sich vorzubereiten für die Sonntagsschule. Oder die bereit sind, einen Samstag herzugeben, um einem Ehepaar zu dienen, das in ihrer Ehe Probleme hat. Stellt euch mal so eine Gemeinde vor, in der es immer erst um den anderen geht. Wäre das nicht herrlich? Würdest du nicht gerne in einer solchen Gemeinde sein? Also was können wir tun, um so eine Gemeinde zu werden?
Die Geschichte, die unsere Kultur erzählt, sagt: Nimm Gott mal nicht zu ernst, denn Gott ist gefährlich. Denn wenn du Gott zu ernst nimmst, dann wirst du zornig, gefährlich, hasserfüllt. Das ist genau das Gegenteil, ihr Lieben. Wir sind hasserfüllt, gerade weil wir Gott nicht ernst genug nehmen. Denn wenn wir für uns alleine bleiben, ohne Gott, und dann auf Menschen stoßen, die schwer zu lieben sind, wenn sich das für uns nicht lohnt, dann gehen wir ganz schnell weiter. Aber wenn er groß ist in unseren Herzen, dann selbst wenn sie schwer zu lieben sind, selbst wenn es uns viel kostet, selbst wenn da nichts für uns drin ist, gehen wir weiter und lieben sie.
Und vielleicht sagst du jetzt: Ja, das ist ja gut für die, wenn wir nur so einen Leiter hätten, der uns so ein gutes Vorbild sein würde. Aber ihr wisst ja, so einen haben wir. Und ihr wisst ja, wir haben einen größeren, der größer ist als Nehemia. Wie wäre es, wenn wir uns Philipper 2 anschauen? Verse 5 bis 8: Seid so unter euch gesinnt, wie es auch der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht. Er, der in göttlicher Gestalt war, hielt es nicht für einen Raub, gottgleich zu sein, sondern entäußerte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward dem Menschen gleich und der Erscheinung nach als Mensch erkannt. Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.
Der höchstrangige jemals hat alle seine Rechte niedergelegt und hat anderen gedient, zu einem ganz hohen Preis. Und Paulus sagt uns: Schau auf ihn. Gott baut sein Volk zum Lobpreis seines Namens. Da ruft er uns dazu auf, mitzumachen. Also wie kann ich jetzt meine Rolle spielen in Gottes gutem Plan? Was kann ich tun, um der Welt zu zeigen, wie er ist? Ich sage euch, wie das Ganze anfängt: Vater, durch deinen Geist, mach mich mehr so, wie dein Sohn ist. Und das ist ein Gebet, das er sehr gerne beantwortet, weil das nämlich sein ganzer Plan ist, sein Volk so zu machen, dass es ihn mehr reflektiert, zu seiner Ehre.
