Serie•Teil 3 / 12Auf den Spuren der Stammväter Israels
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Rückblick und Übergang zur neuen Geschichte
Ich begrüsse Sie alle ganz herzlich zu dieser Bibelklasse. Wir haben letztes Mal abgeschlossen mit 1. Mose 19, der Zerstörung von Sodom und Gomorra durch Feuer vom Himmel und im Anschluss dem Fall des gerechten Lot.
Jetzt kommt in Kapitel 20 eine ganz neue Geschichte in Abrahams Leben. Es ist immer wichtig, dass wir beim Bibellesen auf die Zusammenhänge achten und nicht einfach in Kapiteln denken: Kapitel 19, Sodom und Gomorra; Kapitel 20, Abimelech und Abraham. Auf den ersten Blick denken wir, das sei etwas völlig anderes und habe keinen Zusammenhang mit dem Vorherigen. Aber der Heilige Geist hat alles in der Bibel so angeordnet, dass wir ständig nach einem roten Faden suchen müssen. Und wenn wir den finden, hilft das enorm, um das Einzelne dann zu verstehen.
Ja, darf ich bitten, Christian, liest du uns 1. Mose 20, ab Vers 1 des Zusammenhangs wegen einmal bis Vers 7.
Und Abraham brach von dort auf ins Land des Südens und wohnte zwischen Kadesch und Schur. Als er sich in Gerar als Fremder aufhielt, sagte Abraham von seiner Frau Sara: Sie ist meine Schwester.
Da sandte Abimelech, der König von Gerar, hin und liess Sara holen. Und Gott kam zu Abimelech im Traum der Nacht und sprach zu ihm: Siehe, du bist des Todes wegen der Frau, die du genommen hast, denn sie ist eine verheiratete Frau.
Abimelech aber hatte sich ihr nicht genähert, und er sprach: Herr, willst du denn eine gerechte Nation erschlagen? Hat er nicht selbst zu mir gesagt: Sie ist meine Schwester? Und sie selbst hat gesagt: Er ist mein Bruder. In Lauterkeit meines Herzens und in Unschuld meiner Hände habe ich das getan.
Da sprach Gott im Traum zu ihm: Auch ich weiss, dass du in Lauterkeit deines Herzens dies getan hast. Und so habe ich selbst dich auch davon abgehalten, gegen mich zu sündigen. Darum habe ich dir nicht gestattet, sie zu berühren. Und nun gib die Frau des Mannes zurück, denn er ist ein Prophet und wird für dich bitten, dass du am Leben bleibst. Wenn du sie aber nicht zurückgibst, so wisse, dass du sterben musst, du und alles, was zu dir gehört.
Vielen Dank. Nachher lesen wir dann weiter, das gehört ja so eng zusammen.
Der Weg aus der Gemeinschaft in die Gefahr
Erste Feststellung: Abraham verlässt seinen bisherigen Wohnort und geht in das Land des Südens. Auf Hebräisch steht hier für Süden das Wort Negev. Negev bedeutet also nicht allgemein Süden. Man kann auf Hebräisch nicht sagen: Südamerika, Negev Amerika, sondern man sagt Drom Amerika. Das ist Südamerika. Negev ist eben die Südgegend des Landes Israel.
Südlich von Beerscheba beginnt die Negev-Wüste, die sich weiter bis nach Eilat erstreckt. Abraham ging also in diese Gegend, in die Nähe der Negev-Wüste, und zwar eben ins Gebiet von Kadesch und Schur. Kadesch ist die Ortschaft, wo später das Volk Israel während der Wüstenwanderung lagern würde, noch bevor es dann in das verheißene Land gehen sollte. Von dort aus wurden ja auch die Kundschafter geschickt. Auch Schur liegt in der Nähe. Abraham hielt sich in Gerar auf und hatte dort Kontakt mit den Philistern.
Also scheinbar eine ganz andere Geschichte. Aber wir sehen: Abraham kommt an dem neuen Ort in große Probleme.
Wo wohnte er vorher, bis dahin? Da ist er aufgewachsen, nicht wahr? Genau, ausgezogen, erst muss er elf, am Schluss wird das erwähnt, aber jetzt, ich meine gerade, bis zur Zerstörung von Sodom und Gomorra. Wo wohnte er? Ja, nicht in Sichem, nein. In Hebron, genau. Hebron, und zwar lesen wir das noch in Kapitel 18, Vers 1, bitte, Christian:
Und der Herr erschien ihm bei den Terebinthen von Mamre, als er bei der Hitze des Tages am Eingang des Zeltes saß.
Ja, das war dann der Moment, als der Herr selbst mit zwei Engeln vorbeikam, scheinbar drei Wanderer auf der Durchreise. Abraham hat die drei Männer eingeladen und bewirtet. Es stellt sich dann heraus, dass einer eben der Herr selbst ist. Dann spricht Gott, der Herr, mit ihm über die Zerstörung von Sodom und Gomorra. Abraham tut Fürbitte und kann durch seine Fürbitte erreichen, dass Gott das Gericht fallen lässt, wenn noch zehn Gerechte in Sodom wären.
Und dann, in Kapitel 19, gehen die zwei Engel nachher zu Lot nach Sodom, um ihn herauszuholen und ihn vor dem Feuer vom Himmel zu verschonen.
Also, Abraham ist immer noch da bei den Terebinthen von Mamre. Das steht nicht ausdrücklich bei Hebron, aber wir wissen natürlich, dass die Terebinthen von Mamre in Hebron waren. 1. Mose 13,18: Da kommt Abraham zum ersten Mal nach Hebron.
Und Abraham schlug seine Zelte auf und ging hin und ließ sich nieder unter den Terebinthen von Mamre, die bei Hebron sind, und erbaute dort dem Herrn einen Altar.
Ja, also Hebron, einer der vier Orte im Leben Abrahams, wo der Patriarch einen Altar hatte. Und da sind wir bei den Terebinthen Mamres bei Hebron.
Gemeinschaft, Offenbarung und der Bruch mit dem Vertrauten
Und Hebron bedeutet auf Deutsch Gemeinschaft. Wir sehen das so ausdrücklich und so klar dargelegt, dass das der Ort der Gemeinschaft war. Denn dort kommt Gott persönlich zu ihm auf Besuch und hat sogar Tischgemeinschaft mit ihm. Gott kündigt die Geburt des Sohnes an, von Isaak, und Gott bespricht mit Abraham seine Pläne in Bezug auf das Gericht über Sodom und Gomorra. Abraham ist so in Gemeinschaft mit dem Herrn, dass er ihm sagen kann: Ja, wenn 50 Gerechte da sind, verschone es doch. Und Gott geht darauf ein. Aber es könnten ja etwas weniger sein, und Abraham geht also herunter auf 45, 40, 30, 20, 10. Gott geht darauf ein. Warum? Weil Gott in Gemeinschaft mit ihm war.
Und diese Gemeinschaft kommt darin eben sehr deutlich zum Ausdruck, wenn wir noch einen Vers aus Amos lesen. Dann wird das noch deutlicher, noch mehr unterstrichen, was dieses Wohnen in Hebron wirklich zu bedeuten hat. Wir lesen Amos 3,7: Denn der Herr, Herr tut nichts, es sei denn, dass er sein Geheimnis seinen Knechten, den Propheten, enthüllt hat. Ja, und so hat Gott eben Abraham, der ein Prophet war, wie wir gleich in unserem Kapitel gelesen haben, seine Pläne mitgeteilt. Und Abraham war nicht nur ein Prophet, er war ein Knecht des Herrn, der gehorsam war. Und wie hier steht, offenbart er seinen Knechten, den Propheten, sein Geheimnis.
Aber jetzt geht Abraham weg von Hebron, und das ist wirklich symbolisch. Er geht in das Gebiet der Feinde, denn die Philister wohnten im Gebiet des heutigen Gazastreifens und darum herum und bis nach Gerar. Und da begibt sich Abraham effektiv auf Glatteis. Woran wird das zunächst einmal deutlich? Abraham auf Glatteis. Also, es steht im Text, Kapitel 20, was wir gelesen haben, eine Notlüge, Vers 2 nämlich: Ja, er sagt von Sarah, sie ist meine Schwester. Später wird das erklärt, das war die Folge der Wahrheit in diesem Sinn. Und zwar nehmen wir das jetzt schon mal vorweg.
Die frühere Erfahrung in Ägypten als Schlüssel zum Verständnis
Liest du jetzt ab Vers 8 noch weiter bis zum Schluss des Kapitels, dann haben wir hier auch gleich die Antwort. Und Abimelech stand früh am Morgen auf und rief alle seine Knechte und redete alle diese Worte vor ihren Ohren; da fürchteten sich die Männer sehr.
Und Abimelech rief Abraham und sagte zu ihm: Was hast du uns angetan? Und was habe ich an dir gesündigt, dass du über mich und über mein Königreich eine so grosse Sünde gebracht hast? Dinge, die nicht getan werden dürfen, hast du mir angetan. Und Abimelech sagte zu Abraham: Was hast du damit beabsichtigt, dass du dies getan hast?
Und Abraham sprach: Weil ich mir sagte: Gewiss gibt es keine Gottesfurcht an diesem Ort, und sie werden mich erschlagen um meiner Frau willen. Und sie ist auch wirklich meine Schwester, die Tochter meines Vaters ist sie, nur nicht die Tochter meiner Mutter; so ist sie meine Frau geworden. Und es geschah, als Gott mich aus meines Vaters Haus ziehen und umherirren liess, da sagte ich zu ihr: Das sei deine Gefälligkeit, die du mir erweisen mögest. An jedem Ort, wohin wir kommen, sage von mir: Er ist mein Bruder.
Da nahm Abimelech Schafe und Rinder und Knechte und Mägde und gab sie dem Abraham. Und auch Sarah, seine Frau, gab er ihm zurück. Und Abimelech sagte: Siehe, mein Land liegt vor dir; wohne, wo es gut ist in deinen Augen. Und zu Sarah sagte er: Siehe, ich habe deinem Bruder tausend Silberschäkel gegeben. Siehe, das sei zu deinen Gunsten eine Augendecke für alle, die bei dir sind, und du bist in allem gerechtfertigt.
Man betete zu Gott, und Gott heilte Abimelech und seine Frau und seine Mägde, so dass sie wieder Kinder gebaren. Denn der Herr hatte jeden Mutterleib im Haus Abimelechs vollständig verschlossen, um Sarahs willen, der Frau Abrahams.
Vielen Dank! Also, da wird es deutlich gesagt in Vers 12: Abraham erklärt, dass Sarah wirklich seine Schwester ist, die Tochter seines Vaters, nur nicht die Tochter seiner Mutter, und dass sie seine Frau geworden ist. Also war sie seine Halbschwester.
Und ich muss erklären: Damals war das noch möglich. Später, ab dem Auszug aus Ägypten, hat Gott in 3. Mose 18 alle Verwandtschaftsgrade aufgelistet, die nicht legal sind für eine Ehe. Dort wird das klargemacht: Das geht gar nicht.
Gut, man könnte sagen, Abraham hat Sarah ja geheiratet, als er ungläubig war. Er war in Ur in Chaldäa und hat die Götter der Sumerer verehrt, wie wir das wissen aus dem Buch Josua. Aber es war eben so, dass enge Verwandtschaftsgrade noch möglich waren bis zum Auszug aus Ägypten. Und dann hat Gott das alles verboten.
Das gibt dann auch gleich die Antwort auf die berühmte Frage: Woher hatte Kain seine Frau? Ja, ganz einfach. 1. Mose 5 sagt, dass Adam und Eva noch viele weitere Söhne und Töchter hatten. Und so war es ebenso: Am Anfang gab es Bruder-Schwester-Ehen prinzipiell, und das war noch möglich, weil auch genetisch der Mensch am Anfang zu der Zeit noch perfekt war, weil erst gerade nach dem Sündenfall.
Heute wäre das ein riesiges Risiko für geschädigte Kinder, weil eben je näher man verwandt ist, desto mehr hat man gleiche Mutationen, also Veränderungen im Erbgut. Und wenn daraus ein Mann und eine Frau mit den gleichen Schäden werden, dann werden die verdoppelt, und die Wahrscheinlichkeit, dass es bei Kindern zum Ausdruck kommt, ist viel grösser.
So hat Gott also das verschlossen, aber damals war es grundsätzlich noch möglich.
Die alte Angst und die Wiederholung des Musters
Nur, Abraham hat das verbreitet. Nochmals 1. Mose 20,2: Sie ist meine Schwester, ohne zu sagen, übrigens meine Frau. Und damit wollte er sagen, gewissermassen: Sie ist ledig, sie ist grundsätzlich zu haben.
Er hatte Angst, dass man ihm seine Frau nehmen würde, weil Sarah so unglaublich schön war, dass man ihretwegen Streit anfangen würde und es sein Leben kosten könnte. Das war ihm, wie wir daraus lernen, schon damals bewusst, in Ur in Chaldäa.
Vers 13 liest nochmals Christian:
Und es geschah, als Gott mich aus meines Vaters Haus ziehen und umherirren liess, da sagte ich zu ihr: Das sei deine Gefälligkeit, die du mir erweisen mögest. An jedem Ort, wo wir hinkommen, sage von mir: Er ist mein Bruder.
Ja, also, er sagt schon damals, als Gott ihn aus seines Vaters Haus hinausführte, das hätte er übrigens schon sollen in Ur in Chaldäa, gerade in der Berufung Abrahams, 1. Mose 12,1-3. Dort sagt Gott: Verlass das Land, in dem du wohnst, verlass das Vaterhaus und verlass deine Verwandtschaft.
Aber er hat nur Ur in Chaldäa, das Vaterland, verlassen. Der Vater ging mit. Terach hat sogar die Leitung übernommen, und sie gehen dann bis nach Haran. Das ist alles Repetition, und wir wissen: Durch diesen Ungehorsam blieb er in Haran hängen und kam nicht weiter. Erst als das Hindernis des Ungehorsams, nämlich sein Vater Terach, starb, ging es dann weiter, und Abraham kam dann schliesslich mit 75 Jahren endlich ins verheissene Land.
Natürlich, der Moment, wo Gott ihn dann schliesslich aus seines Vaters Haus wandern liess, das war Haran. Aber schon damals musste er seiner Frau sagen, seiner Meinung entsprechend: Das ist ein Risiko. Und immer wieder, wo wir hinkommen, ist mein Leben in Gefahr, weil du so schön bist. Also bitte, jedes Mal, wenn wir an irgendeinen neuen Ort kommen, sag doch den Leuten: Er ist ein Bruder.
Und wo wurde das zum ersten Mal aktuell? Ja, Ägypten, ich höre es: Ägypten. Und zwar schlagen wir auf, 1. Mose 12, einfach zur Repetition. In 11,31 wird beschrieben der Auszug aus Ur in Chaldäa. In 12,1-3 wird dann nochmals gesagt, was Gott damals in Ur in Chaldäa gesagt hatte, nämlich: Gehe aus deinem Land und gehe in das Land, das ich dir zeigen werde.
Und schliesslich, als Abraham dann ins verheissene Land kommt, über die Zwischenstation Haran, 1. Mose 12,4, bitte:
Und Abraham ging hin, wie der Herr zu ihm geredet hatte, und Lot ging mit ihm. Abraham aber war fünfundsiebzig Jahre alt, als er aus Haran zog.
Ja, und dann kommen sie ins verheissene Land. Sie gehen zu dem Ort Sichem, Vers 6. Aber dann gibt es Probleme, Vers 9 und 10 bitte:
Dann brach Abram auf und zog immer weiter nach Süden. Es entstand aber eine Hungersnot im Land. Da zog Abram nach Ägypten hin, um dort als Fremder zu leben, denn die Hungersnot lag schwer auf dem Land.
Jetzt, am Ort angekommen, wo Gott ihn haben wollte, gibt es grosse Probleme. Eine schwere Hungersnot. Und das führt ihn dazu, dass er das verheissene Land verlässt und nach Ägypten geht, um der Hungersnot zu entgehen.
Und dann kommt das Problem, Vers 11:
Und es geschah, als er nahe daran war, nach Ägypten hineinzukommen, sagte er zu seiner Frau Sarai: Siehe doch, ich weiss, dass du eine Frau von schönem Aussehen bist. Und es wird geschehen, wenn die Ägypter dich sehen, werden sie sagen: Sie ist seine Frau. Dann werden sie mich erschlagen und dich leben lassen. Sage doch, du seist meine Schwester, damit es mir gut geht um deinetwillen und meine Seele deinetwegen am Leben bleibt.
Also, da weist er sie an: Bitte sag, du bist meine Schwester. Und das eben, damit die Leute denken: Aha, sie ist nicht seine Ehefrau. Und damit könnte er seine Haut retten.
Ägypten, Abimelech und die göttliche Unterbrechung
Und sie kommen dann wirklich nach Ägypten, nach dieser Sinai-Wüstenreise. Vers 14: Und es geschah, als Abram nach Ägypten kam, da sahen die Ägypter, dass die Frau sehr schön war.
Es fällt auf: Er sagt, sie sei schön. Er hat sich irgendwie daran gewöhnt. Sie ist aber schön, und die fremden Leute müssen sagen: Sie ist sehr schön. Und zwar so sehr, dass sie damals zehn Jahre jünger war als er. Er war fünfundsiebzig, sie also fünfundsechzig. Und sie war noch so schön, dass der Pharao sie unbedingt heiraten wollte, weil er dachte, sie sei ledig.
Vers 15: Und die Hofbeamten des Pharao sahen sie und rühmten sie vor dem Pharao, und die Frau wurde in das Haus des Pharao geholt, und er tat Abram Gutes um ihretwillen. Und er bekam Schafe und Rinder und Esel, Knechte und Mägde, Eselinnen und Kamele.
Der Herr aber schlug den Pharao und sein Haus mit grossen Plagen um Sarais willen, der Frau Abrams. Da liess der Pharao Abram rufen und sagte: Was hast du mir da angetan? Warum hast du mir nicht mitgeteilt, dass sie deine Frau ist? Warum hast du gesagt, sie ist meine Schwester, so dass ich sie mir zur Frau nahm? Und nun siehe, da ist deine Frau, nimm sie und geh! Und der Pharao entbot seinetwegen Männer, die geleiteten ihn und seine Frau und alles, was er hatte.
Also, man muss sich das konkret vorstellen: Der Pharao hatte bereits die Heirat durchgeführt. Er sagt nämlich in Vers 19: Warum hast du gesagt, sie ist meine Schwester, so dass ich sie mir zur Frau nahm? Also jemanden zur Frau nehmen, das ist der hebräische Ausdruck für heiraten. Nur: Es kam noch nicht zur ehelichen Vereinigung, also war nur juristisch die Ehe geschlossen.
Und wir sehen, das Gleiche geschieht mit Abimelech, dem König von Philistia. Er hat sie auch schon bereits zur Frau genommen, aber es wird ausdrücklich gesagt, er hat sich noch nicht ihr genähert. Das ist ein euphemistischer Ausdruck, um zu sagen, dass Geschlechtsverkehr in der Ehe stattgefunden hat. Also unglaublich dramatisch.
Und Abraham blieb dabei: Sie ist meine Schwester. Und spätestens dann wäre ja der Moment gewesen, die ganze Sache zu klären. Das hat er nicht gemacht. Und durch Gottes Gnade gab es bei beiden Malen einen Stopp. Der Pharao wurde bewahrt vor einem schweren falschen Schritt, und auch Abimelech. Und beides Mal hat Gott angegriffen, und zwar sichtbar, wie beim Pharao, mit Krankheit. Wo wird das gesagt? Welcher Vers? Ja, Vers 17. Lies nochmals, Christian.
Der Herr aber schlug den Pharao und sein Haus mit grossen Plagen um Sarais willen, der Frau Abrams.
Gott hat eingegriffen, mit schweren Plagen. Da muss man sich vorstellen: Das war noch lange, bevor dann einmal die zehn Plagen über Ägypten kommen würden, die zum Auszug aus Ägypten führten. Da macht Gott grosse Plagen in Ägypten, und dadurch wird die Sache schliesslich bekannt. Und sofort ist der Pharao bereit, diese Ehe zu annullieren, weil sie illegal war, also von Gott nicht anerkannt war. Er hat sie annulliert und hat die Frau zurückgegeben.
Und es ist sehr schön zu sehen: In Vers 19 sagt er: Warum hast du gesagt, sie ist meine Schwester, so dass ich sie mir zur Frau nahm? Und nun siehe, da ist deine Frau. Er sagt nicht: Siehe, da ist deine Schwester. Er sagt es klar: Sie ist deine Frau. Und wenn sie deine Frau ist, dann kann sie nicht auch meine Frau sein. Das war also klar. Und nun: Siehe, da ist deine Frau. Nochmals sagt er es: Da ist deine Frau, nimm sie und geh hin.
Erstaunlich: In dieser Zeit war die Moral in Ägypten so hoch, dass der Pharao ganz klar wusste, wenn diese Frau die Frau eines anderen ist, dann habe ich absolut kein Anrecht an ihr. Der Philisterkönig Abimelech genau gleich. Und was war das Eingreifen bei Abimelech, das Eingreifen Gottes? Wo wird das beschrieben? Ja, Vers 18, 20. Vers 18, lies doch Vers 17 schon dazu.
Und Abraham betete zu Gott, und Gott heilte Abimelech und seine Frau und seine Mägde, so dass sie wieder Kinder gebaren. Denn der Herr hatte jeden Mutterleib im Haus Abimelechs vollständig verschlossen um Saras willen, der Frau Abrahams.
Heilsgeschichtliche Bedeutung und die Bewahrung des Plans Gottes
Also, Abimelech wurde krank und war gar nicht in der Lage, die Ehe, quasi die Hochzeitsnacht, überhaupt zu erleben, obwohl die Ehe schon gesetzlich geschlossen war. Alle Frauen wurden gebärunfähig gemacht. So hat Gott eingegriffen, sehr eindrücklich in beiden Fällen. Das durfte nicht geschehen.
Und wir müssen das auch heilsgeschichtlich sehen. Gott hat ja den Plan, dass durch Abraham und Sarah ein Kind entstehen würde. Aus dieser Linie dieses Kindes sollte schliesslich das verheissene Volk, das auserwählte Volk Israel, entstehen, und aus diesem Volk sollte der Erretter der Welt kommen. Und Satan wollte das zerstören. Darum hat er versucht, dass der Pharao Sarah heiratet, um diesen Weg Gottes zu verhindern.
Und Abraham hat wirklich seine Frau, man muss sagen, preisgegeben. Das muss für Sarah sehr, sehr schlimm gewesen sein. Er hat sie preisgegeben, um sein Leben zu retten. Und das eben nicht nur einmal, sondern auch ein zweites Mal. Also, das muss für Sarah schon etwas Traumatisches gewesen sein.
Und eben in beiden Fällen greift Gott ein. Aber in beiden Fällen sehen wir eine so hohe Moral bei den Heiden. Das ist wirklich erstaunlich. Und ich habe das auch sehr eindrücklich erlebt in Indien. Wenn ich in ein fremdes Land gegangen bin, da habe ich immer viele Fragen gestellt. Denn wenn man Fragen stellt, dann erfährt man auch viel. Man muss immer Fragen stellen.
Dort habe ich dann auch erfahren, dass die Inder, ein Volk, das durch den Hinduismus geprägt ist, Verehrung von unzähligen Göttern, aber in moralischer Hinsicht ist es für Inder, für den Durchschnittsinder, klar, dass Ehebruch absolut unmöglich ist. Und ich habe auch gelernt: Die sind schockiert zu hören, dass in Europa Männer und Frauen unverheiratet zusammenleben. Das geht für sie nicht. Aber die haben keine Bibel, aus der sie diese Dinge gelernt hätten. Warum wissen die das so tief im Götzendienst, aber moralisch wissen sie doch genau, was richtig ist?
Und wenn man sieht, heute das Abendland, Europa und Nordamerika und ja, alles, was zur westlichen Welt gehört, das ist überhaupt nicht mehr klar. Und es ist auch nicht mehr klar, was der Unterschied ist zwischen Mann und Frau. Unglaublich, welche Kultur gab es das einmal schon in der Vergangenheit, dass nicht klar ist, was der Unterschied zwischen Mann und Frau ist? Ich kann kein Beispiel zitieren aus der Geschichte, es ist wirklich erstmalig. Aber unsere Kultur ist so weit von Gott weggegangen, dass diese Dinge nicht mehr klar sind.
Und damals verehrten die Ägypter schon viele Götter, in Abrahams Lebzeit, und eben auch die Philister waren Götzendiener. Und trotzdem wussten die genau Bescheid: Wenn diese Frau deine Frau ist, dann kann sie unmöglich meine Frau werden. Also sehr eindrücklich.
Und jetzt nochmals: Abraham hat ihr also gewiesen, als sie aus dem Vaterhaus von Terach auszogen. Bitte, wo wir hinkommen: „Sag, dass du eben meine Schwester bist.“ Und jetzt haben wir den Fall da in Ägypten. Und es geht von Abraham aus. Er sagt: „Sage doch, du seist meine Schwester.“ Aber ist es aufgefallen, wer hat es schliesslich gesagt in Ägypten? Man muss einfach ganz genau lesen.
Also nochmals 1. Mose 12,13. Er sagt: „Sage doch.“ Aber später lesen wir Pharaos Vorwurf. Ja, 1. Mose 12,19. Liest du, Christian, Vers 19? 1. Mose 12,19. Verzeihung, wir springen ja so hin und her, aber wir müssen diese Geschichten miteinander vergleichen. 1. Mose 12,19: „Warum hast du gesagt, sie ist meine Schwester, so dass ich sie mir zur Frau nahm?“
Ja, also wer hat es gesagt? Abraham. Er hat gelogen mit der Wahrheit. Das geht. Wichtig: Wir müssen nicht allen Leuten alles sagen. Es gibt Dinge, die man muss und darf man nicht sagen. Das kann auch lebenswichtig sein. Aber nicht alles sagen ist etwas anderes als zu lügen oder bewusst jemandem glauben zu machen, was falsch ist. Das kann man eben durch gewisse Formulierungen so erreichen.
Also, das heisst nicht, wir sollen nicht klug wie die Schlangen und einfältig wie die Tauben sein, so sagt das der Herr Jesus in Matthäus 10 den Jüngern. Und wir müssen aber unterscheiden: Selbst wenn wir die Wahrheit sagen, um zu lügen, das geht nicht. Das hat Abraham gemacht. Und sogar dort, wo wirklich der Punkt kam, jetzt sieht er, jetzt wird sie verheiratet, da hätte er die Sache klären müssen. Das hat er nicht gemacht.
Die Wiederholung als Lehrmittel und die Parallelen in der Bibel
Und jetzt zurück zu Kapitel zwanzig.
Also erinnert er daran, in Vers 12 und 13, wie er das mit seiner Sara abgemacht hatte: Wo wir hinkommen, da kannst du deine Güte mir gegenüber erweisen, indem du sagst: Er ist mein Bruder.
Und da ist noch etwas Pikantes: Das Wort Güte. Weiß jemand, was da auf Hebräisch steht? Chesed, genau. Und Chesed heißt Güte, Freundlichkeit, aber es ist das Wort, das speziell gebraucht wird für Loyalität, für eine Abmachung. Und zwar in der Bibel ganz besonders in Verbindung mit dem Bund. Wenn Gott von seiner Güte in Verbindung mit dem Bund spricht, den er geschlossen hat mit Abraham, Isaak und Jakob, dann geht es darum: Gott hält sein Wort, Gott hält seine Abmachung, er ist treu.
Jetzt muss man sich vorstellen: Abraham sagt seiner angeheirateten Frau Sara, dies sei deine Güte. Also die Loyalität des Ehebundes fordert Güte. Aber er sagt, das erfüllst du, wenn du sagst: Er ist mein Bruder. Wenn du also unsere Ehe verleugnest. Das ist in sich ein Widerspruch.
Und nun sehen wir: Auch da war er aktiv. 20,2: Und Abraham sagte von Sara, seiner Frau: Sie ist meine Schwester. Also es wird nirgends gesagt, dass Sara das gemacht hat. Abraham hat es ihr zwar so als Gebot ans Herz gelegt, aber es wird nicht gesagt, dass Sara das getan hätte. Das spricht für sie.
Nicht wahr, wir müssen Gott mehr gehorchen als Menschen. Wenn ein Ehemann etwas von seiner Frau verlangt, das sie klar vor Gott sündigen lässt, dann muss sie das nicht machen. Da ist die Loyalität Gott gegenüber, und die ist höher.
Ja, also wir lernen da sehr sensible Dinge und sehen aber etwas Wunderbares in dieser Katastrophe. Satan versucht, Gottes Heilsplan zu zerstören, eben mit dem Pharao. Und da wäre der Plan, dass Isaak aus der Ehe von Abraham und Sara hervorkommen würde, und daraus das Volk Israel und daraus der Erlöser. Das wäre zerstört gewesen.
Wir sehen: Gott hat eingegriffen, hat das nicht einfach so den Gang der Dinge ziehen lassen, und genauso bei Abimelech. Und es muss uns klar sein: Auch damals war Isaak noch nicht geboren, noch nicht gezeugt, aber wir sind bereits in dieser Zeit, wo das nächstens nun Realität werden sollte. Ich glaube, in Kapitel 18 sagt Gott zu Abraham – das haben wir durchgenommen – nächstes Jahr wird Sara einen Sohn haben.
Merken Sie, wie getaktet das war. Das war wirklich Satan, der im letzten Moment versuchte, noch einmal den Plan Gottes zu zerstören, und zwar dadurch, dass Abraham zuerst weggeht von dem Ort der Gemeinschaft, weg nach Gerar, gegen das Land des Südens. Genauso wie damals: Er ging auch ins Land des Südens, und dann gingen sie nach Ägypten.
Also diese Parallelen sind ganz wichtig. Und warum betone ich das so? Aus verschiedenen Gründen. Ein Grund ist: In der liberalen Theologie werden solche Stellen in der Bibel, wo fast die gleiche Geschichte mehr als einmal vorkommt, abgetan. Das seien Dubletten. Was will das sagen, das ist eine Dublette, bitte? Zweimal die gleiche Story erfunden. Sie glauben nicht einmal, dass es einmal geschehen ist, aber schon erst recht nicht zweimal. Das ist unmöglich.
Aber wir finden eben im guten Sinn des Wortes in der Bibel verschiedene Dubletten, und da ist es immer ganz wichtig, die miteinander zu vergleichen. Das haben wir jetzt auch gemacht, wo man die Ähnlichkeiten und Übereinstimmungen sieht. Aber es ist auch wichtig, die Unterschiede zu sehen.
Vergleichbare Erzählungen und ihre jeweilige Aussage
In den Evangelien gibt es eine berühmte Dublette, die oft einfach so abgetan wird: die Speisung der 5.000 und die Speisung der 4.000. Aber die Unterschiede sind ganz wichtig.
Bei der Speisung der 5.000: Wie viele Körbe wurden nachher aufgehoben von dem, was übrig blieb? 12. Und bei der Speisung der 4.000? 7.
Die 12 stehen in Verbindung mit den 12 Stämmen Israels. Da wird prophetisch durch diese Geschichte vorgeschattet, dass Gott seine Verheißung in den Psalmen erfüllen wird, dass er seinem Volk Brot geben wird im Tausendjährigen Reich, dass keiner Hunger haben wird. Es wird vorweggenommen: Gott sorgt für Israel.
Bei der Speisung der 4.000 haben wir die Zahl 7. Und da müssen wir daran denken: Das ist die Zahl der Heiden. In 5. Mose 7 sagt Gott, dass Israel ins Land der Verheißung gehen soll und dort diese sieben heidnischen Nationen austreiben müsse. So ist die Zahl 7 die Zahl der götzendienerischen Nationen. Und die Speisung der 4.000 betont eben, dass der Messias Brot bringen wird für Israel und auch für die Heiden, die zur Umkehr kommen sollen.
Weitere Dublette in den Evangelien: Tempelreinigung.
Ich war am Montag, Vorkarfreitag, also gerade am Tag nach Palmsonntag, als der Herr Jesus als König eingezogen ist. Am nächsten Tag geht der Herr Jesus nochmals in den Tempel und treibt alle Verkäufer hinaus. Aber im Johannesevangelium, Kapitel 2, und zwar gerade nach dem ersten Wunder, nämlich auf der Hochzeit von Kana, Kapitel 2, ab Vers 1, wird im gleichen Kapitel beschrieben, wie der Herr Jesus den Tempel reinigt. Da sind wir also am Anfang seines öffentlichen Dienstes.
In Matthäus, Markus und Lukas ist die Tempelreinigung am Ende des öffentlichen Dienstes, nämlich am Tag nach, also am Sonntag, Montag vor Karfreitag.
Nun sagen Liberale, das seien Dubletten. Die Wahrheit ist: Man muss darauf achten, was die Unterschiede sind.
Was ist der Vorwurf am Montag vor Karfreitag an die Verkäufer? Wie? Nur laut. Ja, sie sollen das Haus Gottes nicht zu einer Räuberhöhle machen. Aber das ist nicht der Vorwurf in Johannes 2. In Johannes 2 können wir kurz aufschlagen. In Vers 16 und 17 liest du, Christian:
Und zu den Taubenhändlern sprach er: Nehmt dies weg von hier! Macht nicht das Haus meines Vaters zu einem Kaufhaus! Seine Jünger gedachten daran, dass geschrieben steht: Der Eifer um dein Haus verzehrt mich.
Danke! Also, hier ist nicht der Vorwurf, dass es eine Räuberhöhle wäre, sondern der Vorwurf ist nur der, dass sie das Haus des Vaters nicht zu einem Kaufhaus machen sollen.
Wenn man das zurückübersetzt auf Hebräisch, „Kaufhaus“, dann ist das Chanut. Das ist der Ausdruck heute für ein Shoppingcenter, ja? Chanut oder in der Mehrzahl Chanuot.
Im Talmud, also im wichtigsten rabbinischen Werk im Judentum, wird die Südhalle des Tempels, diese prächtige Basilika, die königliche Säulenhalle, Chanut genannt. Und zwar: In den Jahren vor Christi Geburt hat Herodes Unmengen von Geld gegeben, um sich beliebt zu machen beim jüdischen Volk. Da hat das jüdische Volk den Tempel massiv ausgebaut, ganz massiv nach Süden, etwas nach Westen und noch massiver nach Norden. Im Süden hat man eine Basilika gebaut, also eine wunderbare Säulenhalle mit über 160 mächtigen Säulen. Das war wieder eine Kathedrale. Und dort hat der Sanhedrin beschlossen, dass ab dem Jahr 30 der Sitz des obersten Gerichtshofs sein sollte, in der Südostecke und weiter in der Halle. Das war der Markt.
Es war in der griechisch-römischen Welt so: In den großen Städten gab es eine Basilika. Das war immer der Sitz des Gerichts und des Marktes. Und wenn ein König auf Besuch kam oder ein hoher Fürst, dann machte er seinen feierlichen Auftritt in der Basilika. Das heißt eigentlich königliche Säulenhalle. Und so hat man das also ausgebaut und Chanut genannt.
Aber diese Expansion des Tempels hat man ja gemacht, weil es damals vor 2.000 Jahren so viele im Römischen Reich gab, Heiden, die genug hatten von diesen primitiven griechisch-römischen Göttern und sich nach dem ewigen Gott sehnten, nach dem Gott, den die Juden aus der Bibel kannten, um ihn kennenzulernen. Und so kamen ganz viele auf Besuch. Denken wir zum Beispiel an Johannes 12, an diese vielen Griechen, die ans Fest kamen zum Passa und dann zu einem der Jünger sagten: Wir möchten Jesus sehen.
Darum brauchte es viel Platz, damit die auch beten konnten zu dem Gott der Bibel. Aber diese Säulenhalle mit dem ganzen Marktgeschrei war eine Störung, eben eine schlimme Störung dieser Andacht vor Gott. Und darum hat der Herr Jesus die hinausgetan.
Opfer kaufen, das war schon recht. Man musste nicht einen Stier von Nazaret über riesige Distanzen nach Jerusalem bringen, wenn man einen Stier opfern wollte. Nein, man konnte dort kaufen, zum Beispiel auf dem Ölberg gab es eine Verkaufsstelle. Aber nicht da, wo die Heiden in Ruhe beten sollten. Und darum ist der Vorwurf hier: Macht nicht das Haus meines Vaters zu einem Chanut, zu einem Kaufhaus.
Aber der Vorwurf am Montag vor Karfreitag ist viel härter: Macht nicht, sie haben das Haus Gottes, er sagt nicht nur, macht nichts, sondern sie haben es zu einer Räuberhöhle gemacht. Im Talmud wird über völlig überrissene Preise für die Opfer geklagt. Da haben sich geldgierige Leute im Haus Gottes auf schändliche Art und Weise bereichert, indem sie unangemessen hohe Preise auf die Opfer setzten. Das ist der Vorwurf bei der zweiten Tempelreinigung: eine Räuberhöhle.
Aber hier war der Vorwurf lediglich, dass verkauft wurde am falschen Ort. Beides ist ein Problem, aber das muss man unterscheiden.
Und wenn man diese Dubletten in der Bibel miteinander vergleicht, sieht, wo die Parallelen sind und wo die Unterschiede, dann ergeben sich ganz wichtige, schöne Belehrungen.
Gottes Eingreifen durch Traum und die Frage nach der Schrift
Und da wollen wir jetzt mit Abraham in 1. Mose 20 weiterfahren. Gott hat nicht nur durch Krankheit eingegriffen, denn Abimelech wurde krank, und die Frauen wurden gebärunfähig. Sondern was hat Gott noch weiter gemacht, um das zu verhindern? Ja, genau, in welchem Vers? Gott kommt im Traum zu Abimelech. Welcher Vers? Vers drei. Liest du nochmals, Christian?
Und Gott kam zu Abimelech im Traum der Nacht und sprach zu ihm: Siehe, du bist des Todes wegen der Frau, die du genommen hast; denn sie ist eine verheiratete Frau.
Jawohl, Gott spricht im Traum. Warum sprach er nicht durch die Bibel? Ja, laut, es gab keine Bibel. Die ersten Bücher der Bibel hat Mose verfasst, also Jahrhunderte später, nämlich die fünf Bücher Mose. Auf Deutsch sagen wir Erste Mose, Zweite Mose, Dritte Mose. Auf Hebräisch ist es so, dass jedes Buch einen Namen hat, mit einem Wort aus dem ersten Satz, gerade aus dem Anfang. Und das trifft immer das Thema des Buches.
Zum Beispiel heißt das erste Buch Mose „Im Anfang“, und tatsächlich zeigt uns das erste Buch Mose, was Gott im Anfang gemacht hat, nämlich Himmel und Erde, das Universum, dann die Erde, die Pflanzen und die Tiere und den Menschen. Also werden uns die Anfänge von allem in diesem Buch gezeigt.
Auf Deutsch sagen wir Erste Mose, Zweite Mose, Dritte Mose, Vierte Mose, Fünfte Mose. Man könnte das verächtlich und deutschsprachig anhängen und sagen, wir hätten nicht viel Fantasie. Aber es ist doch etwas Schönes darin. Es wird nämlich jedes Mal betont, dass Mose das geschrieben hat.
In der liberalen Theologie wird das geleugnet. Die liberale Theologie hat speziell damit begonnen, unter dem Einfluss der Aufklärung zu leugnen, dass Mose die fünf Bücher Mose geschrieben hat. Damit wurde auch das Ganze eigentlich als Fake verschrien. Wenn die fünf Bücher Mose sagen, dass Mose sie geschrieben hat, und wenn man sagt, Mose hat das nicht geschrieben, dann macht man das Wort Gottes zu einem Lügenwort. Und darum begann die Bibelkritik eben auf diese Weise.
Aber jedes Mal, wenn wir sagen, Zweite Mose oder Fünfte Mose, betonen wir: Diese Bücher sind von Mose. Und das ist ganz wichtig. Denn auch der Sohn Gottes im Neuen Testament, in den Evangelien, wenn er aus diesen Büchern zitiert, sagt er: Mose hat gesagt. Mose also bezeugt er es selbst. Und wenn die liberale Theologie sagt: Nein, das war nicht Mose, dann macht sie den Sohn Gottes zum Lügner und erhebt sich in Stolz über den Sohn Gottes. Merkt man, wie übel und lästerlich das Ganze ist?
Ja gut, es gab keine Bibel, und Gott sprach im Traum.
Schluss und Ausblick
Jetzt machen wir zwanzig Minuten Pause, und dann fahren wir weiter mit Traum und Traumdeutung.
Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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