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Liebe leben im neuen Bund

Liebe leben im neuen Bund, Teil 1/2
29.06.2025
SERIE - Teil 1 / 2Liebe leben im neuen Bund

Letzte Woche hat Aaron über 3. Mose 19,18 gesprochen und darüber, wie sich dieses Gebot erfüllt. Der Vers lautet: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“

Wir schauen uns den Vers noch einmal genauer an: 3. Mose 19,18: „Du sollst dich nicht rächen und den Kindern deines Volkes nichts nachtragen, und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Ich bin der Herr.“

Hier wird Liebe als das Gegenteil von Rache und Nachtragen definiert. Das ist, wenn man so will, die Liebe im Alten Bund. Du bekommst von mir, was ich mir von dir wünsche.

Im Neuen Bund klingt das etwas anders. Dort lesen wir in Johannes 13,34-35: „Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander liebt, wie ich euch geliebt habe. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“

Es geht also wieder um Liebe, aber diesmal um eine Liebe, wie Jesus sie gezeigt hat. Diese Liebe bedeutet nicht nur, sich nicht zu rächen oder dem anderen nichts nachzutragen. Es ist eine Liebe, die bereit ist, für den anderen tatsächlich zu sterben.

Diese Art von Liebe ist es, die Jesus uns als seinen Jüngern gebietet.

Einführung in das Thema Liebe im Alten und Neuen Bund

Ich war letzte Woche auf einer Gemeindefreizeit und deshalb nicht hier. Auf dieser Freizeit haben wir uns das Thema Liebe und ein liebevolles Miteinander etwas genauer angeschaut.

Dabei ging es darum, wie das Miteinander unter Geschwistern, das von Liebe geprägt ist, aussehen soll. Insbesondere haben wir uns gefragt, wie dieses Miteinander funktionieren kann, wenn man von der neuen Qualität der Liebe ausgeht, die Jesus uns geboten hat.

Ich möchte von diesem Wochenende einige Gedanken an euch weitergeben. Zuerst schauen wir uns an, wie wichtig Liebe eigentlich ist.

Ein ganz bekannter Text dazu steht im 1. Korinther 13, Verse 1 bis 3. Paulus sagt dort:
„Wenn ich in den Sprachen der Menschen und der Engel rede, aber keine Liebe habe, so bin ich ein tönendes Erz oder eine schallende Zimbel.
Und wenn ich Weissagung habe und alle Geheimnisse und alle Erkenntnis kenne und wenn ich allen Glauben habe, so dass ich Berge versetze, aber keine Liebe habe, so bin ich nichts.
Und wenn ich alle meine Habe zur Speisung der Armen austeile und meinen Leib hingebe, damit ich Ruhm gewinne, aber keine Liebe habe, so nützt es mir nichts.“

Die zentrale Bedeutung der Liebe im Dienst

Paulus spricht hier zu einer Gemeinde, in der sich die meisten Geschwister offenbar sehr auf beeindruckende Geistesgaben konzentriert haben. Dabei ging es nicht so sehr darum, einander zu erbauen oder füreinander zu leben, sondern vielmehr darum, selbst im Mittelpunkt zu stehen. Deshalb ist dieser Text so wichtig.

Der Text betont die Bedeutung von Liebe im Dienst. Wie wichtig ist diese Liebe? Paulus verwendet hier ein rhetorisches Mittel, nämlich die Übertreibung. Er fährt das Thema bis an den Rand und sagt einfach: Stellen wir uns mal vor, 1. Korinther 13,1:

„Wenn ich in den Sprachen der Menschen und der Engel rede, aber keine Liebe habe, so bin ich ein tönendes Erz oder eine schallende Zimbel.“

Das ist die Begabung, die sich die Korinther gewünscht hätten. Es geht um die Gabe, Fremdsprachen sprechen zu können, ohne sie vorher lernen zu müssen. Diese Gabe stand bei den Korinthern ganz oben auf der persönlichen Wunschliste.

Paulus sagt also: Stellen wir uns vor, du könntest das – ja, du könntest plötzlich alle Sprachen sprechen, sogar die der Engel, aber du hättest keine Liebe. Was wäre das? Kennt ihr das Duracell-Häschen? Ich weiß nicht, ob ihr das kennt, aber das ist so ein kleines Ding, das immer weiterklingelt. Genau das bist du, wenn du keine Liebe hast, aber mega begabt bist: Du bist nichts anderes als ein Krachmacher.

In 1. Korinther 13,2 heißt es weiter:

„Wenn ich Weissagung habe und alle Geheimnisse und alle Erkenntnis kenne und wenn ich allen Glauben habe, so dass ich Berge versetzen kann, aber keine Liebe habe, so bin ich nichts.“

Das ist der Vers, der mir vor ein paar Jahren einfach die Beine weggezogen hat. Du bist also ein Prophet, kannst jede Bibelfrage beantworten, hast Glauben, der Berge versetzen kann. Aber wie denkt Gott über mich, wenn ich all das habe, aber keine Liebe? Was denkt Gott über mich, wenn ich so mega begabt bin? Die Antwort ist klar: So bin ich nichts.

Es geht hier nicht darum, dass man nur Abzüge in der B-Note bekommt und grundsätzlich alles gut ist. Nein, das steht hier nicht. Mein Dienst wird in den Augen Gottes wertlos. Vielleicht benutzt er mich trotzdem irgendwie – er hat ja auch den ungläubigen Pharao benutzt. Aber Gott kennt auch, was in mir vorgeht. Er weiß, wie es in meinem Herzen aussieht, er kennt meine verborgenen Motive, nämlich dass keine Liebe da ist. Und der entscheidende Punkt ist: So bin ich nichts.

Auch wenn ich mich vielleicht für den Größten halte, ist das der Clou. Ich mag ja noch denken: „Wow, was bin ich für ein toller Kerl!“ – aber Gott sagt: „Sorry, du bist nichts.“

In 1. Korinther 13,3 heißt es weiter:

„Und wenn ich alle meine Habe zur Speisung der Armen austeile und wenn ich meinen Leib hingebe, damit ich Ruhm gewinne, aber keine Liebe habe, so nützt es mir nichts.“

Ich verschenke also alles, was ich habe, gebe es immer zu Geld und gebe es weg. Ich sterbe sogar als Märtyrer. Aber ich habe keine Liebe – was dann? Die Antwort ist: So nützt es mir nichts.

Gott wird solchen Dienst nicht belohnen. Warum? Weil er mein Herz kennt, weil er weiß, dass das nur Heuchelei ist. Was ich nicht aus Liebe tue, wo Liebe nicht die Motivation ist, das tue ich nicht in Gottes Sinn.

Bitte lasst uns diese Zeilen verstehen. Sie gehören zum Zentrum, ich denke, sie gehören zum Zentrum des neuen Bundes. Ohne Liebe ist mein Einsatz im Reich Gottes sinnlos, nur eine fromme Show und eigentlich umsonst.

Immer dann, wenn ich mein Leben ohne Liebe lebe, werde ich unbrauchbar. Ich täusche mich selbst, und ich bekomme keinen Lohn für meinen Einsatz.

Lasst mich einen Satz ein paarmal wiederholen, der mir richtig wichtig ist: Gott ist mehr an meinem Charakter interessiert als an meinen Begabungen und meinem Einsatz.

Ich sage den Satz noch einmal, weil er so wichtig ist: Gott ist mehr an meinem Charakter interessiert als an meinen Begabungen und meinem Einsatz. Er ist mehr an Liebe interessiert als an Performance.

Er wird unseren Dienst nur dann honorieren, wenn wir Liebe haben. Er wird nur dann begeistert sein von dem, was wir tun, und uns nur dann segnen, wenn Liebe unser Motiv ist.

Die Priorität von Liebe vor Leistung im Glaubensleben

Bitte merken wir uns das richtig, richtig gut. Du kannst hier in der Band spielen, du kannst die bedürftigen Lebensmitteltüten packen, du kannst da hinten an der Technik Regler schieben, du kannst hinter einem Büchertisch evangelistische Traktate verteilen. Du kannst in der Gemeindeleitung mitmachen, du kannst im Auf- und Abbauteam sein, du kannst auch hier vorne eine Predigt halten. Egal, was du tust: Wenn du keine Liebe hast, dann bist du falsch an deinem Platz. Du gehörst da nicht hin.

Wie gesagt, es geht nicht nur um Abzüge in der B-Note – du gehörst da einfach nicht hin. Ohne Liebe will Gott deinen Dienst nicht, ohne Liebe braucht er ihn nicht, und ohne Liebe wird er ihn auch nicht belohnen. Ohne Liebe ist unser Dienst für Gott nichts weiter als frommer Selbstbetrug. Womöglich ist es – und da wird es dann interessant – ein ganz subtiler Versuch, Gott mit Leistung auf Abstand zu halten.

Dienst geschieht, um mein Gewissen zu beruhigen, Dienst geschieht, um nicht über mein verkorkstes Herz nachdenken zu müssen. So, das war, wenn man so will, der Einstieg zu dieser Predigt: die Wichtigkeit von Liebe.

Jetzt gehen wir einen Schritt weiter, weil Paulus davon redet, was es heißt, praktisch zu lieben. Das ist sowieso schon spannend: Paulus definiert Liebe nicht theoretisch. Ich habe es gesucht und nicht gefunden. Nirgendwo steht eine theoretische Definition dessen, was Liebe ist.

Liebe ist keine Definition, die wir finden können. Liebe ist ganz, ganz praktisch, und das wird deutlich, wie Paulus jetzt weiterschreibt. Er sagt nämlich nicht: „Die Definition Liebe“, sondern „worin Liebe besteht“, also was Liebe tut.

Bitte merkt euch das auch: Liebe will in unserem Leben nicht als Konzept gedacht werden, so nach dem Motto: „Ja, grundsätzlich bin ich auch dafür.“ Sondern Liebe will gelebt werden, ganz praktisch gelebt werden. Und wo sie nicht gelebt wird, selbst wenn du sie definieren kannst, ist sie einfach mal nicht da.

Die praktische Umsetzung von Liebe im Leben

Wir beschäftigen uns in diesem Jahr mit dem Alten Testament. Dabei haben wir bereits mehrfach darüber gesprochen, wie der Herr Jesus die moralischen Gebote des Alten Testaments erfüllt. Nun wollen wir uns noch einmal genauer überlegen, wie das geschieht.

Wie erfüllt Jesus die moralischen Gebote des Alten Testaments? Wir betrachten das beispielhaft am Gebot „Du sollst nicht morden“. Schauen wir dazu in Matthäus 5,21: Dort heißt es: „Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht morden. Wer aber töten wird, der wird dem Gericht verfallen sein.“ Das ist die Lehre der Rabbiner. Wenn du jemanden tötest, kommst du vor Gericht.

Jesus sagt aber: „Ich aber sage euch ...“ Hier betreten wir den Boden des neuen Bundes. Eigentlich betreten wir damit den Boden, den das Alte Testament inhaltlich für den neuen Bund vorbereitet hat. Jesus fährt fort: „Ich aber sage euch, dass jeder, der seinem Bruder zürnt, dem Gericht verfallen sein wird.“

Im Alten Bund geht es also um das Töten. Im neuen Bund hingegen um das, was hinter dem Mordanschlag steht: der Zorn, insbesondere ungerechtfertigter Zorn. Im Alten Bund lernen wir Gebote kennen, und ich formuliere das etwas vereinfacht, aber ich glaube, das hilft uns beim Verständnis: Wir lernen Gebote kennen, wie ein Richter sie ahndet. Wenn du jemanden umgebracht hast, musst du vor Gericht und der Richter muss etwas unternehmen.

Im neuen Bund denken wir darüber nach, wo diese Sünde, die im Alten Testament gerichtet wird, eigentlich ihren Anfang nimmt. Die Antwort liegt im Herzen. Diesen Gedanken möchte ich jetzt mit euch durchgehen.

Die Wurzel der Sünde im Herzen erkennen

Ich habe mir gedacht, wir machen etwas ganz Drolliges. Wir schauen uns mal die Liebe an, so wie Paulus das macht, und wir schauen mal ein bisschen genauer hin, okay?

Also, wir lesen zuerst den Text 1. Korinther 13,4-7. Da heißt es: Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig, sie neidet nicht, die Liebe tut nicht groß, sie bläht sich nicht auf, sie benimmt sich nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet Böses nicht zu. Sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sondern sie freut sich mit der Wahrheit. Sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles.

Ihr merkt schon, Liebe wird hier ganz, ganz praktisch definiert. Wenn du liebst, so sieht es aus.

Wir schauen uns jetzt mal nur die nächste Folie an, bitte. Wir konzentrieren uns jetzt nur auf die Liebe, okay? Das ist richtig.

Also richtig wäre es, wenn wir langmütig sind, wenn wir geduldig sind und fröhlich den anderen ertragen. Richtig wäre es, wenn wir gütig sind, also ganz aktiv Gutes tun, auch eigenmotiviert.

Richtig wäre es, wenn wir nicht neidisch sind, dem anderen seinen Erfolg gönnen und uns für den anderen freuen können – das wäre Liebe.

Liebe tut auch nicht groß, lädt sich nicht auf, das heißt, sie ist bescheiden und demütig.

Liebe ist nicht unanständig, sie ist höflich und respektvoll.

Liebe sucht nicht das Ihre – Selbstlosigkeit wäre Liebe.

Sie lässt sich nicht erbittern; da ist so eine innere Ruhe und Gelassenheit, die zur Liebe dazugehört.

Sie rechnet Böses nicht zu, vergibt gerne, freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, hat Liebe und einen Gerechtigkeitssinn.

Und sie gibt den anderen nicht auf.

Damit fasse ich das zusammen, was da steht: Sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles. Das gehört so ein bisschen zusammen, und ich fasse das unter der Überschrift zusammen: Egal, was der andere macht, ich gebe ihn nicht auf.

Ich bin mir ganz sicher, wenn ich das so als Folie hinwerfe, dann werdet ihr sagen: Ja, so verhält sich Liebe.

Jeder von euch wird diese Begriffe lesen und innerlich sagen: Tschakka, juhu, ja richtig, genau so muss es sein.

Kontrast: Die Gegenteile der Liebe

Jetzt schauen wir uns das Gegenteil an. Wie würde das Gegenteil formuliert werden?

Wo auf der einen Seite Langmut steht, ist auf der anderen Seite Ungeduld, Intoleranz und Jähzorn. Wo auf der einen Seite Gütigkeit steht, ist auf der anderen Seite Boshaftigkeit, also die Freude über das Unglück anderer.

Links bei Liebe steht: „Sie neidet nicht.“ Rechts steht das Gegenteil: Missgunst, Neid und Eifersucht. Links steht: „Sie tut nicht groß.“ Rechts dagegen Hochmut, Arroganz, Selbstdarstellung und Besserwisserei, die sich in den Mittelpunkt stellen.

Links steht: „Nicht unanständig, höflich.“ Rechts ist das Gegenteil: taktlos, offene Unhöflichkeit. Links steht: „Sie sucht nicht das Ihre.“ Das Gegenteil ist: „Ich suche sehr wohl das Meine.“ Ich bin ein Egoist, selbstsüchtig.

Die Liebe lässt sich nicht erbittern. Das Gegenteil ist: Ich lasse mich erbittern. Es entsteht Bitterkeit, Groll, und am besten wird auch noch schlecht übereinander gesprochen.

Liebe rechnet Böses nicht zu. Das fiese Gegenteil wäre: „Ich rechne Böses zu.“ Und mehr noch: Wenn du kommst, werde ich dir nicht vergeben, sondern an der Schuld festhalten, die du mir gegeben hast. Ich werde das immer wieder hervorheben.

Sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit. Das Gegenteil davon ist: Ich freue mich am Bösen und dulde es, habe überhaupt kein Problem damit.

Sie gibt den anderen nicht auf, sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles. Das Gegenteil ist: Ich lasse den anderen fallen, ich verachte ihn, er interessiert mich nicht mehr. Da bleibt nur noch ein bisschen Zynismus – und das war es.

Wir lesen das nochmal durch, und es ist, glaube ich, für jeden von euch klar, dass diese Begriffe falsch sind. Wenn du jetzt sagst: „Oh ja, da habe ich mich wiedererkannt, ich bin so einer, der all das macht“, dann würdest du sagen: Ich habe ein Problem mit Gott, ich habe ein Problem mit dem Thema Heiligung.

Die Bedeutung von Heiligung und Selbstreflexion

Was wir jetzt gemacht haben, ist Folgendes: Wir haben gesagt, das ist Liebe, und das ist richtig oder falsch. Wenn du an der Stelle ankommst, dann bist du einfach deutlich falsch unterwegs gewesen. Da wollen wir nicht hin.

Jetzt müssen wir uns aber erinnern: Du sollst nicht morden. Was ist das Gegenteil von Mord? Na ja, ich habe jemanden erschlagen. Jesus hat aber deutlich gemacht: Wenn du jemanden erschlagen hast, dann hast du viel früher schon Sünde auf dich geladen – nämlich dort, wo du dem Zorn nachgibst.

Also einfach nur zu sagen: „Ich lese etwas, was ich nicht tun soll, und jetzt suche ich mal das Gegenteil, dann weiß ich, was ich tun soll“, hilft nur bedingt, um zu verstehen, wo mein Problem eigentlich anfängt. Seid ihr noch bei mir?

Beim Mord ist es so, dass es bei ungerechtfertigtem Zorn anfängt. Wenn es an der Stelle anfängt, bei diesem Zorn, dann ist natürlich die Frage: Wo fängt denn bitteschön die Liebe an?

Ich habe mir gedacht, es wäre total interessant, wenn man nicht einfach nur sagt, was richtig und was falsch ist, sondern noch zwei Gruppen dazwischen packt. Ich zeige euch mal diese beiden Gruppen – die nächste Folie bitte.

Ich dachte mir, es wäre vielleicht gut, auf der einen Seite hat man richtig, auf der anderen Seite hat man voll falsch. Und dazwischen haben wir jetzt zwei neue Spalten, die ich euch vorstellen möchte, nämlich „fast richtig“ und „noch verdeckt ungehorsam“.

Ich habe sie mal für euch definiert: Fast richtig bedeutet, es ist halbwegs ehrlich gemeint, aber es kommt noch nicht ethisch so richtig raus. Es ist so: gut gemeint, aber schlecht gemacht. Auf den ersten Blick wirken diese Dinge immer noch halbwegs tugendhaft, aber wenn du dir dann die genaue Motivation oder die Ausführung anschaust, dann ist es schon nicht mehr im grünen Bereich.

Das ist so: Ja, ich habe noch keinen umgebracht, aber zornig bin ich schon.

Dann gibt es „verdeckt ungehorsam“. Das wäre dann übertragen auf den Mord: Ich habe noch keinen umgebracht, aber ich habe schon mal angefangen, mit Worten jemanden zu erschlagen – also solche Sachen. Da ist man schon einen Schritt weiter. Das kriegen dann schon andere mit.

Verdeckt ungehorsam heißt, ich bin an der Stelle schon ziemlich destruktiv drauf, aber ich mache es noch auf eine Weise, dass es nicht zu sündhaft erscheint. Ich will ja nicht, dass die anderen denken, ich wäre ein Schlummer. Aber ich möchte schon ein bisschen schlimm auch sein.

Also, es sind Leute, die bleiben äußerlich oft im Rahmen, aber wenn es darum geht, wirklich die Rechte aufzugeben, liebevolle Hingabe zu praktizieren oder eine Freude an der eigenen Veränderung zu entwickeln, dann fehlt da ganz, ganz viel.

Ich möchte mit euch tatsächlich mal an der Stelle die Frage stellen: Okay, hier ist Liebe, und hier ist das Gegenteil. Aber wenn wir uns mal „fast richtig“ anschauen würden – die nächste Folie bitte.

Also, die Liebe ist langmütig. Wo fängt das denn an, dass ich so auf eine kleine Weise nicht mehr liebe? Na ja, kennt ihr die Leute, die zwar noch nicht aus der Haut fahren, aber schon mal mit den Augen rollen? Die sind so ein bisschen genervt, sie dulden das gerade noch so, aber eigentlich fängt da Ungeduld an.

Wir sind noch nicht grob, wir sind noch nicht bei Intoleranz angekommen. Aber bei Liebe sind wir auch nicht mehr, merkt ihr?

Oder die Liebe ist gütig. Na ja, du kannst auch Gutes tun, nachdem dich jemand darum bittet oder weil du denkst, „eine Hand wäscht die andere“. Du tust das Gute, aber die Motivation dahinter ist eine andere. Es ist nicht ganz rein, dass du sagst, es ist pur aus Liebe.

Oder die Liebe neidet nicht. Na ja, du kannst dich auch für den anderen freuen, weil du etwas davon hast – so ein bisschen Opportunismus. Versteht ihr? Das sieht noch keiner. Das fühlt sich fast noch nach Mitfreuen an, aber in deinem Herzen kommt da so eine andere Motivation: „Schön, dass der ein großes Auto hat, hilft mir für meinen nächsten Umzug.“ Freue ich mich mit?

Die Liebe tut nicht groß. Na ja, vielleicht tust du auch nicht viel, aber hast in deinem Herzen so die Idee, wenn ich mich jetzt ein bisschen zurückhaltend präsentiere, nimmt das vielleicht jemand wahr, dass ich so sehr zurückhaltend bin.

Oder sie ist nicht unanständig. Der erste Schritt Richtung Respektlosigkeit ist noch nicht, dass du dem anderen eine Scheu hast. Der erste Schritt ist, dass du so ein bisschen oberflächlich bist, so dieses Förmliche, eine Herzlichkeit ohne Herz.

Man macht schon das Richtige: „Hallo, schön, dass du da bist.“ Und du denkst dir: „Der ist woanders mit seinen Gedanken, der schaut mir gar nicht in die Augen, der ist gar nicht da, der macht das jetzt nur, weil man es halt machen muss.“

Oder sie sucht nicht das Ihre, sie ist selbstlos. Na ja, da haben wir wieder dieses: Ich kann auch Selbstlosigkeit spielen, und in Wirklichkeit diene ich mit der stillen Erwartung, dass ich etwas davon habe.

Sie sieht nicht, sie sucht nicht das Ihre – das hatten wir.

Sie lässt sich nicht erbittern. Ah, das ist cool. Ja, sie lässt sich nicht erbittern. Das Gegenteil hatten wir: Da ist jemand zornig, grollig, bitter, redet schlecht.

Aber der erste Schritt dahin, vielleicht ist es auch schon der zweite, ich weiß es gar nicht, aber für mich: Sie lässt sich nicht erbittern. Also so ein bisschen gekränkt, so ein bisschen empfindlich, so ein bisschen negative Gedanken – nicht viel, aber halt so ein bisschen, wo du sagst: „Das kann doch jetzt nicht so schlimm sein.“ Doch!

Wir reden über Liebe. Wir reden über Liebe, wie Jesus sie vorgelebt hat: Sie stirbt am Kreuz für den anderen, sie freut sich nicht über Böses, oder nein, sie rechnet Böses nicht zu, sie vergibt gerne.

Auch da gibt es ein oberflächliches Vergeben ohne Herz, Vergebung als Formalismus.

Dann: Sie freut sich nicht über Ungerechtigkeit. Da war es schwierig, den ersten Schritt zu finden, aber ich fand ihn gut. Hier: Kennt ihr das? Also, ich freue mich noch nicht über Ungerechtigkeit, aber dieses „Ich habe es dir doch gesagt“ – das ist so der erste Schritt.

Das hilft ja keinem, wenn du es dem anderen sagst, dass du es ihm gesagt hast. Aber das ist so eine fiese, ganz subtile Art, wo man sich doch ein bisschen darüber freut, dass es bei dem anderen irgendwie nicht so klappt.

Und das Letzte: Sie gibt den anderen nicht auf. Na ja, es ist dieses, wo ich anfange, auf Distanz zu gehen, mich abzugrenzen.

Ich habe mir überlegt, wo das in meinem Leben sichtbar würde. Es wird da sichtbar, wo ich Leute nicht mehr einlade, wo ich sie quasi aus dem Pool derer, mit denen ich Gastfreundschaft praktizieren würde, ausschließe.

Das wäre so der erste Schritt. Ich bin noch nicht ganz weit weg, okay, aber ich habe den ersten Schritt getan, um zu sagen: Ich bin voll für den anderen, ich habe das einfach aufgegeben.

Zwischenstufen im Umgang mit Liebe und Ungehorsam

Was mache ich mit euch? Jesus sagt: Du sollst nicht morden. Das ist das Böse. Das Gute ist, du baust Beziehungen auf.

Wenn man weiterliest in Matthäus 5, wird er sagen: Geh hin, versöhne dich! Und wenn jemand etwas zu Recht gegen dich hat, dann geh gar nicht in den Gottesdienst. Bring erst einmal die Sache mit demjenigen in Ordnung, der etwas gegen dich hat. Dann komm und bring deine Opfer dar. Also bevor du das nächste Mal betest, bring das mit den Leuten in Ordnung.

Das ist das Gute: Versöhnung, Gemeinschaft.

Dazwischen gibt es aber auch dieses ein bisschen zornig sein. Diesem Zorn gibt man schon mit Worten, Gesten oder Brummen Raum, lange bevor man den anderen umbringt.

Wenn ich mir überlege, was ist denn dieses Hier ist Liebe, da ist das Gegenteil? Was ist denn verdeckter Ungehorsam? Wir gehen jetzt eine Folie weiter.

Jetzt geht es um Dinge, die man vielleicht noch verstecken kann, aber sie sind schon tief rot. Eben könntest du sagen: Da war doch manches noch orange. Von mir aus war manches noch orange. Ich will da auch nicht päpstlicher sein als der Papst, zumal ich nicht weiß, wie der neue Papst drauf ist.

Sei es wie es mag, jetzt schauen wir uns Dinge an, die sind richtig im roten Bereich.

Falsch wäre Ungeduld und Intoleranz. Kurz davor ist dieses, ich nenne es mal, diese Reizbarkeit, wo Langmut in Rang ist. Du weißt, da hat jemand eine ganz kurze Lunte. Da ist jemand immer ein bisschen damit beschäftigt, irgendwie nicht unter der Decke zu hängen, weil er eigentlich die ganze Zeit schon damit kämpft, bloß nicht diese Ungeduld rauszulassen.

Oder die Boshaftigkeit davor: Das sind so Lieblosigkeiten. Das ist noch nicht richtig böse? Doch, es ist schon, aber halt noch nicht so greifbar. So subtile Sticheleien, kleine Boshaftigkeiten, wo du denkst: Warum sagt der das jetzt? Warum macht der das jetzt? Das tut mir doch weh.

Manchmal kann man das gar nicht so richtig greifen. Das ist, was ich meine mit verdecktem Ungehorsam.

Oder bevor es dann richtig neidisch und missgünstig wird: Na ja, da ist dann dieses Gefühl des Bedauerns und der Benachteiligung. Man kann dem anderen das nicht gönnen. Man ist noch nicht richtig neidisch, aber man gönnt es ihm auch nicht, weil man eigentlich denkt: Ich hätte das auch gern gehabt. Ich bin, wenn ich mich mit demjenigen vergleiche, richtig unzufrieden. Also eigentlich geht das nicht, dass der das hat.

Wie gesagt, ich bin noch nicht richtig missgünstig und noch nicht richtig neidisch, aber kurz davor. Ja, ich will es eigentlich auch.

Oder das richtig Falsche wäre Hochmut, Arroganz. Ich tue das Gute, aber ich habe überhaupt nicht mehr das Wohl des Anderen im Blick, sondern eigentlich nur noch meine Reputation. Es geht mir nur noch darum, dass alle sehen, was für eine coole Socke ich bin.

Oder hier: Unhöflichkeit, Taktlosigkeit. Ich nenne das mal, davor ist dieser subtile Mangel an Respekt, wenn Leute so ignorant werden. Wenn sie auch da sticheln, wo du manchmal denkst: Also ganz ehrlich, das war jetzt nicht nett. Das war jetzt einfach überhaupt nicht nett, das war taktlos eigentlich schon, aber ich kriege es nicht richtig gegriffen.

Oder gehen wir zum Nächsten über: Sie sucht nicht das Ihre, wäre das eine. Das Gegenteil wäre egoistisch. Kurz davor ist die berechnende Hilfeleistung. Du machst es, aber mit völlig falscher Motivation.

Dann: Sie lässt sich nicht erbittern. Zorn und Groll sind das Falsche.

Und da hatten wir ja davor schon gekränkt und empfindlich. Gekränkt und empfindlich gibt es in verschiedenen Stufen.

Es gibt so das bisschen gekränkt und bisschen empfindlich. Dann gibt es Leute, die sind einfach übersensibel. Ich will jetzt nicht hochsensible Leute ansprechen, darum geht es mir nicht, sondern so dieses „Ah, das ist irgendwie so...“ So diese stummen Beleidigten, die sich dann so verhalten, wenn der sie noch anspricht: „Ist was?“ – „Nee, ist nix.“ Und du weißt genau, es stimmt nicht. Er ist einfach nur grässlich.

Das ist dann so deutlich destruktiv. Bezieht sich zurück, irgendwie total ätzend. Rechnet Böses nicht zu. Auf der anderen Seite verweigere ich dem anderen die Vergebung.

Da gibt es natürlich vorher etwas. Bevor ich einfach so richtig kaputt alles mache, kann ich auch nachtragend sein, so richtig nachtragend. Ich schaffe es, ich mache das einfach nicht. Ich vergebe anderen Leuten nicht.

Oder ironische Distanziertheit. Ihr merkt, das sind Dinge, die sind manchmal nicht zu greifen. Aber du merkst, der andere würde dir nicht ins Gesicht sagen: „Nee, ich vergebe dir nicht.“ Aber du merkst: Bah, der ist ein Krümel, der Dänen, der kriegt die Sache einfach nicht los.

Die letzten beiden: Freut sich nicht über die Ungerechtigkeit. Das Gegenteil wäre Freude am Bösen.

Und natürlich gibt es davor etwas, ich nenne das mal Gleichgültigkeit gegen Sünde. Es ist: Ich schaue weg. Ich merke, da ist Sünde im Leben meines Bruders oder meiner Schwester. Diese Sünde macht ihn kaputt. Und weißt du was? Das ist mir egal. Soll doch, interessiert mich nicht.

Und zum Schluss: Sie gibt den anderen nicht auf. Das Gegenteil wäre, ich verachte ihn, ich lasse ihn fallen.

Ich hatte gesagt: Die kleine Sünde ist, ich lade ihn schon nicht mehr ein. Ich grenze mich so ganz vorsichtig, ein bisschen ab.

Und ich meine hier nicht abgrenzen, weil der andere ein Psychopath ist. Das gibt es auch. Es gibt Leute, von denen man sich abgrenzen muss, weil sie einfach eine Gefahr für das eigene Leben darstellen.

Das meine ich nicht, sondern ich mag mit dem einfach nichts mehr zu tun haben. Ich lade ihn nicht mehr ein.

Das Nächste ist: Ich resigniere innerlich. Ich suche auch jetzt nicht irgendwie das Gespräch mit ihm, sondern ich gebe tatsächlich einfach auf.

Die Herausforderung der Selbstwahrnehmung und Veränderung

So, jetzt ist die Katze aus dem Sack. Vielleicht geht es dir wie mir: Ich habe mir diese Tabelle geschrieben, sie mit der Gemeinde erarbeitet und wir hatten zwei Stunden Zeit. Danach dachte ich: Jürgen, du bist echt viel kaputter, als du dir selbst eingestehen möchtest. Das war so mein Gedanke.

Mir ist einmal wieder klar geworden, wie sehr in mir die Idee steckt, dass Liebe doch nicht so wichtig sein kann. Also wenn alles, was hier rot markiert ist, schon nicht mehr Liebe ist, dann geht das doch nicht. Das muss doch... Ich weiß nicht, ob ihr diesen Gedanken kennt. In mir steckt der Gedanke: Solange ich meine Predigten vorbereite und an meinen Chatbots arbeite, muss Gott doch, auch wenn ich nicht so richtig liebevoll bin, mit mir zufrieden sein.

Und jetzt kommt dieser Satz wieder: Gott hat mehr Interesse an deinem Charakter als an deiner Leistung und deiner Performance. Es geht ihm tatsächlich darum, dass du lernst zu lieben, dass du mehr wirst wie Jesus und seine Liebe nachahmst.

Ich weiß nicht, ob ihr das spüren könnt. Aber wenn ich mich mit solchen Themen beschäftige, merke ich, wie mein Fleisch sich windet. Dieser unerlöste Anteil meines Menschseins hasst diese Folie, möchte gar nicht genauer hinschauen und wünscht sich, dass Samuel sie endlich wegklickt.

Der Teufel hat kein Problem damit, wenn du noch hundert Predigten hörst, wenn du einmal die Woche die Gemeinde hier durchputzt oder dich an den evangelistischen Einsätzen beteiligst, die ich mit Christian für nächste Woche planen werde. Das macht ihm relativ wenig Angst. Solange du – und das ist jetzt wichtig – in Sachen Liebe der Krüppel bleibst, der du heute bist.

Der Teufel hat ganz wenig Angst vor lieblosen Christen. Und ich kann euch auch sagen, warum: Weil sie durch ihren Charakter mit dem Popo einreißen, was sie vorne mit ihren Händen aufbauen. Sie können sich reinhängen und machen quasi während ihres Dienstes alles schon wieder kaputt.

Solche Christen sind unbrauchbar und ungefährlich.

Die Kraft der Liebe als Kennzeichen echter Jünger

Gefährlich – und jetzt schauen wir uns die Gefährlichen an. Gefährlich sind, liebe Christen, Christen, die man an ihrer Liebe als Jesusjünger erkennt. Das sind Menschen, die jede Form von Lieblosigkeit, alles, was hier rot markiert ist, mit einem brennenden Herzen einfach als Sünde bekennen. Sie strecken sich danach aus, jedes Jahr ein ganz kleines bisschen liebevoller zu werden.

Das ist nämlich Gottes Idee: dass wir uns ändern. Solche Menschen, solche losen Leute, sind Brennstoff für die Gnade Gottes. Ich sage das noch einmal: Die Lieblosen, die sich ihrer Lieblosigkeit, ihrer Verlorenheit, ihrer Kaputtheit bewusst sind, sind Brennstoff für die Gnade Gottes. Solche Lieblosen sind das Material, mit dem Gott sein Reich baut.

Warum? Weil sie aus der Gnade Gottes heraus leben. Merkt euch das bitte richtig gut: Gefährlich sind Christen, die aus Gnade leben. Die sind richtig gefährlich.

Warum? Gefährlich sind Christen, die diese Herausforderung annehmen und sagen: „Ich werde mit Gottes Hilfe lieb. Ich bin kein hoffnungsloser Fall. Ich werde ein lieber alter Mann oder eine liebe alte Frau.“ Und zwar egal, was die anderen denken. Ich werde Schritt für Schritt mit Gottes Hilfe das erreichen, was er für mich vorgesehen hat. Jesus ist mein Vorbild, und ich werde genau wie er.

Nicht weil ich so toll bin, nicht weil ich die Kraft habe, sondern weil Gott da ist und weil ich jeden Tag einen dämlichen Schritt nach vorne gehe. Manchmal wieder zwei zurück, okay, dann wieder einen nach vorne. Wir kriegen das hin. Wir – das heißt Gott und ich – wir kriegen das hin.

Und dazu ist es nötig, dass wir uns den Blick in den Spiegel trauen.

Selbstreflexion als Grundlage für Wachstum

Nächste Folie, letzte Folie: Jakobus 1,23-24

Denn wenn jemand ein Hörer des Wortes ist und nicht ein Täter, der gleicht einem Mann, der sein natürliches Gesicht in einem Spiegel betrachtet. Er hat sich selbst betrachtet, ist weggegangen und hat zugleich vergessen, wie er beschaffen war.

Das ist die Idee: Ich schaue in den Spiegel, stelle fest, dass ich ganz unordentlich bin, und statt mich danach zu ordnen, gehe ich weg und vergesse es wieder.

Mit dieser Folie haben wir also in den Spiegel geschaut. Du weißt jetzt quasi, wenn es um Liebe geht, wie unordentlich du bist. Und jetzt geht es darum, dass wir das nicht vergessen.

Deshalb mein Tipp: Ihr habt diese Zettel, nehmt sie mit und umkreist, wo ihr steht. Umkreist, wo ihr steht, und seid barmherzig mit euch selbst. Es geht nicht darum, das zu umkreisen, was auch mal passiert, sondern wo du sagst: An der Stelle merke ich, das passiert mir zu häufig.

Umkreist also, wo du sagst: Das bin ich. Wir machen nächste Woche an dieser Stelle weiter. Kommt am besten alle mit euren umkreisten Zetteln – das wäre total toll. Darüber würde ich mich sehr freuen.

Nächste Woche machen wir weiter mit der Frage: Was kann ich denn konkret tun, wenn die Kreise nicht immer nur das grüne Feld getroffen haben? Das kann ja sein, bei mir ist das ja auch so.

Das heißt, wir nehmen uns jetzt eine Woche Zeit, über dieses Thema nachzudenken. Vielleicht auch an der einen oder anderen Stelle ein bisschen zu trauern. Du darfst über dein Versagen auch traurig sein. Die Bibel sagt, dass die Trauernden getröstet werden.

Wir dürfen unsere Zerbrochenheit bekennen, um Vergebung bitten. Aber dann bitte nie vergessen: Wir jubeln und jauchzen und sind fröhlich darüber, dass wir aus Gnade leben.

Du musst Jesus niemals irgendetwas beweisen. Das ist das Schöne. Er kennt dein Herz besser als du selbst. Er weiß, wie es in dir drin aussieht.

Was du ihm schenken kannst, ist eine innere Sehnsucht nach Veränderung. Du kannst ihm all das bringen, wo du sagst: Das lähmt mich an der Stelle, das drückt mich nieder, ich weiß nicht weiter.

Bring es ihm. Nimm dir die nächste Woche Zeit, darüber nachzudenken, wo stehe ich, wo verzweifle ich vielleicht ein Stück an mir. Aber dann auch, dich zu freuen und zu sagen: Ich weiß, dass egal wo ich stehe, Gott größer ist.

Gott ist derjenige, der weiß, wie verzweifelt ich bin, wo ich keine Ahnung habe, wie ich anders werden soll. Aber weißt du was? Gott ist da. Gott ist in deinem Leben als Immanuel – ein Gott, der da ist, mit seiner Kraft, mit seinem Geist und mit seinem Wunsch, dich anders zu machen.

Das Einzige, was es braucht, ist von deiner Seite ein bisschen Ehrlichkeit und ein bisschen zu sagen: Ja, da meine ich mit, das will ich.

Wenn du das hast, mehr kannst du sowieso nicht geben. Der Rest ist unbrauchbar. Aber wenn du das hast, dann können wir nächste Woche gemeinsam überlegen: Was machen wir denn jetzt, wenn wir die Kreise gesetzt haben?

Amen!

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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