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Einführung in das Thema und die erste biblische Grundlage
Heute Morgen wollen wir uns mit dem Thema „Das Buch des Lebens“ beschäftigen. Es ist ein Thema, das dem Namen nach gut bekannt ist, aber es ist erstaunlich, wie wenige Bücher es zu diesem Thema gibt. Ich kenne jedenfalls kein Buch, das das Buch des Lebens als Thema hat. Es scheint also ein vernachlässigtes Thema zu sein, und darum wird es sicher umso interessanter sein, hoffe ich.
Zum Anfang lesen wir aus Offenbarung 20, wo in Vers 11 und folgende das letzte Gericht vor dem grossen weissen Thron beschrieben wird:
Und ich sah einen grossen weissen Thron und den, der darauf sass, vor dessen Angesicht die Erde entfloh und der Himmel, und keine Stätte wurde für sie gefunden. Und ich sah die Toten, die Grossen und die Kleinen, vor dem Thron stehen, und Bücher wurden aufgetan; und ein anderes Buch wurde aufgetan, welches das des Lebens ist. Und die Toten wurden nach dem gerichtet, was in den Büchern geschrieben war, nach ihren Werken. Und das Meer gab die Toten, die in ihm waren, und der Tod und der Hades gaben die Toten, die in ihnen waren; und sie wurden gerichtet, ein jeder nach seinen Werken. Und der Tod und der Hades wurden in den Feuersee geworfen. Dies ist der zweite Tod, der Feuersee. Und wenn jemand nicht geschrieben gefunden wurde in dem Buch des Lebens, so wurde er in den Feuersee geworfen.
In diesem feierlichen Abschnitt aus der Offenbarung ist die Rede vom Buch des Lebens, aber auch von anderen Büchern, die aufgetan werden. Darum ist das erste Thema heute Morgen: Die Bücher der himmlischen Bibliothek.
Was sagt uns die Bibel noch weiter über andere Bücher neben dem Buch des Lebens im Himmel? Aber der Hauptpunkt soll eben das Thema vom Buch des Lebens selbst sein.
Verschiedene himmlische Bücher und ihre Bedeutung
Ein erstes Buch, das man in der Schrift sieht, ist das Buch der Tränen. In Psalm 56,8 sagt der Psalmist: Mein Umherirren zählst du; lege in deinen Schlauch meine Tränen. Sind sie nicht in deinem Buche?
Damit wird darauf hingewiesen, dass Gott die Tränen der Erlösten aufschreibt. Mit anderen Worten: Alle Traurigkeiten der Gläubigen werden von Gott besonders verzeichnet. Das beinhaltet auch, dass Gott in voller Tiefe an jeder Traurigkeit von Gläubigen teilnimmt.
So finden wir auch in Jesaja 63 eine ganz eindrückliche Stelle. In Vers 8 heißt es am Schluss von Gott: In all ihrer Bedrängnis war er bedrängt. Das bedeutet: In aller Bedrängnis, die Israel durchmacht, war Gott nach dieser Stelle so bedrängt, als hätte er das selbst miterlebt und wäre selbst darin gewesen.
Es ist also ein ganz eindrückliches Buch. Sonst wird über dieses Buch in der Bibel im Speziellen nichts mehr gesagt.
Dann haben wir bereits klar in Offenbarung 20 vom Buch des Lebens gelesen. Ich habe hier noch Psalm 69,29 aufgeführt: Lass sie ausgelöscht werden aus dem Buche des Lebens und nicht mehr eingeschrieben sein mit den Gerechten.
Übrigens: Wenn am Text in Klammern E-L-B steht, dann heißt das Elberfelder, also die alte Elberfelder. Wenn dort R-L steht, dann bedeutet das, dass sie leicht überarbeitet ist. Aber zu solchen Details können wir später noch zurückkommen, falls es bei dieser Stelle darum geht.
Dann ist Psalm 119 ja der bekannte Psalm über das Wort Gottes, das längste Kapitel der Bibel mit acht mal zweiundzwanzig Versen. Fast in jedem Vers wird das Wort Gottes erwähnt. In Vers 89 heißt es: In Ewigkeit, Herr, steht dein Wort fest in den Himmeln.
Also ist unter all den himmlischen Büchern selbstverständlich auch die Bibel vertreten, das Wort Gottes. 56,7 oder 8, 8 oder 9, je nach Zählung der Bibelausgabe.
Das Buch des Volkes und das Buch der Wahrheit
Gut, dann kann man ein weiteres Buch als das Buch des Hauses Israel bezeichnen. In Hesekiel 13,8 heißt es:
Darum spricht der Herr, der Ewige, also: Es geht um die falschen Propheten aus Israel, weil ihr Eitles redet und Lüge schaut. Darum siehe, ich will gegen euch sein, spricht der Herr, der Ewige. Und meine Hand wird wider die Propheten sein, die Eitles schauen und Lüge wahrsagen. Im Rat meines Volkes sollen sie nicht stehen und in das Buch des Hauses Israel nicht mehr eingeschrieben sein, und in das Land Israel sollen sie nicht kommen. Und ihr werdet wissen, dass ich der Herr, der Ewige, bin.
Falsche Propheten, also Israeliten, die falsche Propheten sind, sollen nicht im Buch des Volkes Israel drinstehen, in dem Buch, das Gott führt. Das bedeutet mit anderen Worten: Gott will in diesem Buch schlussendlich nur echte Israeliten haben, die es nicht nur äußerlich von der Abstammung her, sondern auch innerlich sind. Oder um einen Ausdruck aus dem Römerbrief zu nehmen: Ich habe die Stelle hier angeführt, Römer 2,28 und Römer 9,6. Die, die am Herzen beschnitten sind. Die äußerliche Beschneidung ist ein Zeichen für einen Israeliten. Aber die Bibel sagt: Nicht nur der, der äußerlich beschnitten ist, sondern auch am Herzen beschnitten ist, ist ein richtiger Israelit, also einer, der Leben aus Gott hat, das heißt wiedergeboren ist. Nur die sollen eingeschrieben sein.
Das ist vielleicht noch ein sehr interessantes Thema, wenn man bedenkt, dass in Israel etwa 80 Prozent Agnostiker und Atheisten sind. Ein Agnostiker ist einer, der sagt: Man kann nichts wissen. Es kann schon sein, dass es etwas gibt, aber man kann es einfach nicht wissen. Und Atheisten lehnen es ganz ab. Also der größte Teil der Israelis heute in Israel hat keine tiefe Beziehung zur Bibel. Und wenn man da liest, dass für Gott nicht einfach jeder in das Buch des Volkes Israel eingetragen sein soll, ist das sehr ernst, aber eigentlich ein aktuelles Thema.
Insofern fragt man sich ja immer: Wer ist Jude? Es gibt so viele Antworten auf diese Frage. Wenn Ben Gurion zum Beispiel gesagt hat: Jude ist der, der sich als Jude fühlt. Andere sagen: Jude ist der, der orthodox ist und Religion praktiziert. Aber dann wären also 80 Prozent in Israel keine Juden. Wieder andere sagen: Jude ist der, der jüdische Abstammung hat, aber kein Christ ist. Ja, das wird von vielen so vertreten. Also man kann Jude sein, man kann dabei Buddhist, Hindu oder was auch immer sein, dann ist man immer noch Jude. Aber wenn einer glaubt, dass Jesus der Messias ist, dann ist er kein Jude mehr. In diesem Zusammenhang ist das Buch, das Gott führt, das Buch des Hauses Israel, hochaktuell und bemerkenswert.
Dann wird in Daniel 10 das Buch genannt, das Buch der Wahrheit. Ein Engel erscheint dem Daniel und sagt:
Daniel 10,21 Doch will ich dir kundtun, was im Buch der Wahrheit verzeichnet ist.
Und dann kommen die Kapitel 11 und 12 im Propheten Daniel, wo der Engel alles sagt, was da drinsteht. Das ist eine Prophetie vom König Choros oder Kyrus von Persien, 538 v. Chr. Die Prophetie geht über Alexanders des Großen Nachfolgerreich, ganz speziell über das ägyptische Nachfolgerreich der Ptolemäer und das syrische Nachfolgerreich der Seleukiden. Im Detail geht die Prophetie durch und dann bis in die Endzeit. Ich habe einmal ausgezählt: Allein in den ersten 35 Versen von Daniel 11, die sich schon erfüllt haben, findet man etwa 150 erfüllte Prophezeiungen. Man kann mit der Weltgeschichte nachweislich zeigen, dass sich das erfüllt hat. Also: Der Engel sieht das alles in dem Buch der Wahrheit.
Dann wird in Maleachi 3,16 ein Gedenkbuch erwähnt für die Treuen in Israel:
Da unterredeten sich miteinander die, welche den Herrn fürchten, und der Herr merkte auf und hörte. Und ein Gedenkbuch ward vor ihm geschrieben für die, welche den Herrn fürchten und welche seinen Namen achten.
Also gibt es ein spezielles Gedenkbuch, in das Gott manche einträgt, die zum Überrest von Israel gehören, manche, die sich in Israel durch Treue Gott gegenüber auszeichnen. Und auf sie hat Gott ein ganz spezielles Auge.
Das versiegelte Buch und das geöffnete Büchlein
Dann findet man im Neuen Testament wieder das himmlische Buch, das Buch mit den sieben Siegeln. In Offenbarung 5 steht Johannes im Himmel und sieht den Thron Gottes. Er sagt:
Und ich sah in der Rechten dessen, der auf dem Thron saß, ein Buch, beschrieben inwendig und auswendig, mit sieben Siegeln versiegelt.
Es ist ein ganz eigentümliches Buch, denn normalerweise hat man auf Buchrollen früher nur einseitig geschrieben, also entweder vorne oder hinten. Aber dieses Buch ist hinten und vorne beschrieben. Normalerweise versiegelte man wichtige Dokumente mit einem Siegel. Dieses hier ist so wichtig, dass es mit sieben Siegeln versiegelt ist.
Übrigens, nur so nebenbei gesagt: Vor einigen Jahren hat man Handschriften in Oad-i-el-Daliye gefunden. Das ist in der Nähe des Jordan, nördlich von Qumran, ziemlich weit nördlich von Qumran. Dort hat man unter anderem ein Dokument gefunden, das mit sieben Siegeln versiegelt war. Also: Das hat es gegeben.
Das himmlische Buch ist also mit sieben Siegeln versiegelt. Es handelt sich um ein Buch, in dem die Gerichte aufzeichnet sind, die nach der Entrückung der Gemeinde bis zur Wiederkunft Christi in Herrlichkeit über die ganze Erde hereinbrechen sollen. All diese Gerichte sind in diesem Buch festgehalten.
Dann findet man aber in der Offenbarung noch ein anderes Buch. Es ist eine Kleinrolle, darum heißt es das geöffnete Büchlein. In Offenbarung 10 steht:
Und ich sah einen anderen starken Engel aus dem Himmel herniederkommen, bekleidet mit einer Wolke, und der Regenbogen war auf seinem Haupt, und sein Angesicht war wie die Sonne und seine Füße wie Feuersäulen. Er hatte in seiner Hand ein geöffnetes Büchlein, und er stellte seinen rechten Fuß auf das Meer, den linken aber auf die Erde.
Es ist also in doppelter Hinsicht ein Gegensatz zu dem Buch mit den sieben Siegeln. Erstens ist es ein Büchlein, und zweitens ist es nicht versiegelt, sondern ausdrücklich geöffnet.
Es hat nicht die ganze Welt im Blickfeld, so wie das Buch mit den sieben Siegeln, bei dem es um das Gericht geht, das letztlich die ganze Welt trifft, ganz besonders das Abendland. Dieses Büchlein betrifft vielmehr ganz besonders das Ereignis um Jerusalem, das in Offenbarung 11 beschrieben wird. Der geografische Gesichtskreis ist bei diesem Büchlein eng begrenzt. Darum ist es nicht ein Buch, sondern ein Büchlein.
Es enthält Dinge, die schon im Alten Testament ausführlich behandelt worden sind. Deswegen ist es ein geöffnetes, unversiegeltes Büchlein oder eine unversiegelte Schriftrolle.
Die Aufzeichnung menschlicher Werke und die erste Hinführung zum Buch des Lebens
Dann: Bücher der Werke der Menschen. Wir haben das schon gelesen in Offenbarung 20,12: „Und ich sah die Toten, die Großen und die Kleinen, vor dem Thron stehen, und Bücher wurden aufgetan. Und ein anderes Buch wurde aufgetan, welches das des Lebens ist. Und die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den Büchern geschrieben war, nach ihren Werken.“
Also verzeichnet Gott offensichtlich alles, was ein Mensch macht. Das wird auch in der himmlischen Bibliothek festgehalten. Und beim letzten Gericht der Verlorenen wird dann ganz detailliert das Gericht ausgesprochen, gemäß dem, was ein Mensch in seinem Leben getan hat. Das macht deutlich: Das Strafmaß wird unterschiedlich sein. Ein Hitler wird garantiert ein anderes Strafmaß haben als ein guter Bürger, der das Evangelium abgelehnt hat. Aber in jedem Fall ist das Gericht ewig. Das ändert sich nicht.
Gut, das wäre also als Einleitung ein paar Gedanken zur himmlischen Bibliothek. Jetzt aber zu einem Buch, das ganz besonders oft erwähnt wird: das Buch des Lebens.
Lassen wir uns zuerst einmal 2. Mose 32 anschauen. Das ist die Geschichte nach dem Auszug aus Ägypten, wo Mose auf dem Berg ist, um das Gesetz Gottes zu holen. Während seiner Abwesenheit ist das Volk in den Götzendienst verfallen und hat das goldene Kalb gemacht. Es hat also den Apis-Stierkult aus Ägypten nach dem Auszug wieder neu aufgefrischt.
Gott war bereit, das Volk zu richten. Mose hat sich als Fürbittender eingesetzt. Und da liest man in Vers 32: „Und nun, wenn du ihre Sünde vergeben wolltest! Wenn aber nicht, so lösche mich doch aus deinem Buch, das du geschrieben hast.“ Und der Herr sprach zu Mose: „Wer gegen mich gesündigt hat, den werde ich aus meinem Buch auslöschen.“
Also, man könnte aus dieser Stelle schließen, dass Mose stellvertretend für die damaligen Israeliten aus dem Buch des Lebens gelöscht werden wollte. Aber er konnte keinen stellvertretenden Tod leisten, es hätte nichts genützt. Gott sagt, die Schuldigen selbst sollen ausgelöscht werden.
Das Interessante an dem Ganzen ist: Wir stellen fest, dass die Israeliten als Volk in dem Buch aufgeschrieben waren, das heißt also auch Ungläubige. Es war ein Millionenvolk, das ausgezogen ist, allein 600.000 fähige Männer zur Armee. Sie waren also in dem Buch eingeschrieben und sollen als Gericht ausgelöscht werden.
Was man natürlich sagen kann, ist: In dieser Stelle wird jetzt nicht ausdrücklich gesagt, es sei das Buch des Lebens. Es geht einfach darum: „Lösche mich doch aus deinem Buch, das du geschrieben hast.“ Der Zusammenhang zum Buch des Lebens ergibt sich aber durch den Zusammenhang der Geschichte. Gott wollte die Israeliten durchs Gericht töten, und Mose sagt: Nein, mach es nicht bei ihnen, sondern lösche mich aus dem Buch.
Also wären das Hinweise darauf, dass das Auslöschen in Verbindung steht mit dem Sterben, mit dem Verlieren des Lebens. Gott sagt: Nein, die, die gesündigt haben, die sollen ausgelöscht werden.
Auslöschung, Gericht und die Frage nach der Zugehörigkeit
Dann Psalm 9, eine Stelle, wo man auch Licht überlässt, Vers 5: Du hast die Nationen gescholten, den Gesetzlosen vertilgt, ihren Namen hast du ausgelöscht für immer und ewig.
Auch an dieser Stelle wird nicht speziell das Buch des Lebens erwähnt. Es geht aber darum, dass der Name ausgelöscht wird, und zwar genau im Zusammenhang mit der Vertilgung von Gesetzlosen, also mit dem Tod. Das zeigt also, dass sie gewissermaßen ausgelöscht werden und in den Tod übergehen.
Die Stelle ist natürlich aus diesem Grund interessant, denn da geht es um die Nationen, d. h. nicht jüdische Völker. Und selbst die sind eingeschrieben in dem Buch, aber weil sie nicht umkehren, sollen sie als Gericht für ewig aus dem Buch ausgelöscht werden. Also: Vorher haben wir gesehen, dass Israeliten eingeschrieben sind, und jetzt sind auch Heiden, Nichtisraeliten, eingeschrieben.
Wir gehen weiter zu Psalm 89, Vers 28: Lass sie ausgelöscht werden aus dem Buch des Lebens und nicht mehr eingeschrieben sein mit den Gerechten.
Das ist eine ganz bemerkenswerte Stelle, denn Vers 1 bis 22 beschreibt die Kreuzigung des Messias. Stichpunkt dazu ist Psalm 69, Vers 21: Und sie gaben in meine Speise Gift, und in meinem Durst tränkten sie mich mit Essig. Er weist auf das Getränk hin, das man dem Herrn Jesus am Kreuz anbot: Essig. Und zwar mit einem Gift vermischt, also mit einer betäubenden Droge. Wir lesen in den Evangelien, dass er den Trank abgewiesen hat, denn Jesus wollte nicht mit einem Betäubungsmittel stellvertretend leiden, sondern bei vollem Bewusstsein wollte er Sündenträger sein am Kreuz.
Aber darin liegt ein Hinweis, und verschiedene andere Verse aus Psalm 89 werden im Neuen Testament zitiert und auf den Herrn Jesus bezogen, zum Beispiel auch Vers 9: Denn der Eifer um dein Haus hat mich verzehrt. Das wird in Johannes 2 erwähnt, wo der Herr Jesus den Tempel, das Haus Gottes, von den Verkäufern gereinigt hat, die überrissene Preise verlangt haben. Da mussten die Jünger an die Stelle denken: Der Eifer um dein Haus hat mich verzehrt.
Gut, bis Vers 21 ist also die Kreuzigung beschrieben, und was danach folgt, ist eine Bitte um Gericht über die, die den Messias verworfen haben. Das wird auch im Neuen Testament zitiert und genau in diesem Zusammenhang auf das Gericht über Israel angewandt. Ich habe da verwiesen auf Römer 11,9-10.
In diesem Zusammenhang steht also: Lass sie ausgelöscht werden aus dem Buch des Lebens. Das zeigt wieder, dass ungläubige Juden im Buch des Lebens eingeschrieben sind, aber indem sie den Messias verworfen haben und in die Kreuzigung eingewilligt haben, hat das als Volk zur Folge gehabt, dass sie aus dem Buch des Lebens ausgelöscht werden mussten, es sei denn, sie hätten die Vergebung vorher noch angenommen. Der Herr Jesus hat am Kreuz gebetet: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Aber letztlich gilt: Wer nicht umgekehrt ist, dem hat das Los getroffen, aus dem Buch des Lebens ausgelöscht zu werden.
Die behandelten Stellen sind doch überraschend, denn oft hört man vom Buch des Lebens, man werde eingeschrieben, sobald man zum Glauben an Jesus Christus kommt; dann werde man ins Buch des Lebens eingeschrieben. Dann kommt aber die Frage auf: Ja, aber man liest ja an verschiedenen Stellen vom Ausgelöschtwerden. Dann ist die logische Konsequenz: Ja, es kann jemand wiedergeboren werden, aber je nachdem, wie er sich verhält, kann er das Heil und das ewige Leben verlieren; dann wird er ausgelöscht.
Aber aus den bisherigen Stellen haben wir gesehen, dass ungläubige Israeliten und ungläubige Heiden, also Nichtjuden, eingeschrieben sind und dann aber nach Ablauf ihrer Gnadenzeit ausgelöscht werden.
Das Buch des Lebens vor der Geburt und die Würde des ungeborenen Menschen
Jetzt kommen wir zu Psalm 139, Vers 15. Das ist Schlachtertext von mir revidiert. Und zwar geht es um ganz kleine Feinheiten, die sehr wichtig sein könnten.
David staunt darüber, wie er als Mensch geschaffen ist, über seinen menschlichen Körper, und sagt in Vers 15: Mein Gebein war nicht verborgen vor dir, da ich im Verborgenen gemacht wurde, gewirkt wie ein buntes Stickwerk in den untersten Regionen der Erde. Deine Augen sahen meine noch ungeformte Masse, und es waren alle Tage in dein Buch geschrieben, die zuvor bestimmt waren, als derselben noch keiner war.
Das ist also ein sehr schwieriger Text zum Übersetzen aus dem Hebräischen, weil es Poesie ist. Ich habe also versucht, das sehr genau wiederzugeben.
David staunt also darüber, wie er als Embryo im Mutterleib gebildet worden ist. Er vergleicht das, wo er im Verborgenen, im Dunkeln vom Mutterleib gebildet worden ist, mit dem Bild: gewirkt wie ein buntes Stickwerk in den untersten Regionen der Erde. Er hat dort eine Fußnote gemacht, das heißt: wie ein Stickwerk, das in einer unterirdischen, allen Blicken verborgenen Werkstatt hergestellt wird.
David vergleicht die Bildung von sich im Mutterleib mit einem Stickwerk, das jemand in einer Werkstatt macht, die unterirdisch ist, wo niemand sieht. Und übrigens ist der Vergleich vom menschlichen Körper mit einem Teppich eigentlich noch recht naheliegend, denn man spricht sowohl bei unserem Körper von einem Gewebe, oder? Vom Hautgewebe und so weiter. Also genau das Gleiche ist beim Teppich der Fall. Die Beziehung ist also sehr, sehr naheliegend.
Das wird auch noch weiter ausgeführt in der Bibel. Denken wir nur zum Beispiel an den Scheidevorhang im Tempel. In dem Moment, in dem Jesus am Kreuz gestorben ist, ist der Scheidevorhang im Tempel von oben nach unten zerrissen worden. Der Scheidevorhang hat nämlich auf den Erlöser hingewiesen, aber erst mit dem Tod des Erlösers konnte der Zugang zu Gott geöffnet werden. Dann ist der Vorhang zerrissen. Also, der Zusammenhang ist sehr bemerkenswert.
Jetzt Vers 16: Deine Augen sahen meine noch ungeformte Masse. Das hebräische Wort Golem ist ganz interessant. Es bezeichnet also einen Knäuel, etwas Zusammengefaltetes, etwas Ungeformtes. Und wenn man denkt, dass das vor 3000 Jahren geschrieben wurde, wo man noch keine Embryologie-Forschung betrieben hat und keine Ultraschallmöglichkeiten hatte und keine Möglichkeiten, Kinder vorgeburtlich vierfarbig fotografieren zu können.
Da muss man sogar noch daran denken, dass man in der modernen Medizin, im letzten Jahrhundert, das war auch mal modern im letzten Jahrhundert, noch geglaubt hat, dass die Samenzelle vom Mann das kleine Männchen sei. Kleine Männchen, die sich dann entwickeln zu einem etwas größeren Männchen von 50 cm oder Weibchen. Also diese Vorstellung hat man noch gar nicht so lange gehabt, während man in der Bibel vor 3000 Jahren liest: meine ungeformte Masse.
Und genau das ist es ja: Wenn die Eizelle befruchtet ist und beginnt, sich zu teilen, dann wird zuerst ein ungeformter Keim gebildet, und nach und nach wird durch Furchungen und Faltenbildung der menschliche Körper ausgebildet.
Übrigens identifiziert sich David an dieser Stelle vollkommen als Person mit dem, was im Mutterleib gebildet worden ist. Also das zeigt, dass er von Anfang an Mensch gewesen ist, nicht Mensch geworden ist im Laufe der Entwicklung im Mutterleib, sondern von Anfang an 100 Prozent Mensch, einfach Mensch in Entwicklung.
Gut, es gibt Leute, die heute denken, man darf Menschen in Entwicklung töten, durch Abtreibung. Und weltweit werden ja über 50 Mio. Abtreibungen pro Jahr vorgenommen. Das ist also so viel wie im Zweiten Weltkrieg, während ganze Weltkriege umgekommen sind, und kaum einer schreit auf. Wir leben ganz normal dahin, und wir haben jedes Jahr Weltkrieg.
Gut, man sagt, man kann sie töten, weil sie noch in Entwicklung sind. Aber ich meine, wir sind doch alle zusammen auch in Entwicklung, nur einfach, sagen wir, ab 30 oder 35 in Abwärtsentwicklung. Aber der Unterschied ist einfach, dass sich die Embryos auf ihre Art entwickeln. Aber das ist doch kein Argument, um Leben zu vernichten.
Also Psalm 139 zeigt ganz wesentliche Sachen, die für die Ethik vor unserer Zeit ganz wesentlich sind. Und David ist sich bewusst: Gott hat das Interesse an dieser ungeformten Masse. Und es waren alle Tage in dein Buch geschrieben, die zuvor bestimmt waren, als derselben noch keiner war. Als noch bevor David auf der Erde gelebt hat, sind all seine Lebenstage bereits ins Buch Gottes eingeschrieben gewesen, das heißt, ins Buch des Lebens.
Das macht also deutlich: Der Mensch ist im Buch des Lebens schon eingeschrieben, bevor er geboren wird. Gott betrachtet ihn als vollwertig, als volle Person, so wichtig, dass er bereits eingeschrieben wird. In unserer Gesellschaft werden wir erst nach der Geburt als juristische Personen angeschaut. Das ist eine mutwillige Abmachung. Aber für Gott ist das Einschreiben, das Verzeichnen, schon viel früher geschehen.
Jetzt an dieser Stelle nochmals genau lesen: Es heißt nicht, dass deine Augen meine noch ungeformte Masse sahen und es wurden alle Tage in ein Buch eingeschrieben, sondern es waren eingeschrieben. Wir haben also da noch keine Stelle, wo gesagt wird, seit wann der Mensch eingeschrieben wird. Aber wir wissen jetzt schon: Er ist bereits eingeschrieben, wenn er im Mutterleib gebildet wird, aus einer ungeformten Masse.
Eingeschrieben im Leben, aber auch unter Gericht: Israel, Jerusalem und die Erde
Dann gehen wir weiter zu Jesaja 4,2. Ich glaube, es wird jetzt schon deutlicher. Allein in den Stellen mit der Konkurrenz hätten wir noch nicht genug Stoff zu diesem Thema. Wenn man sich das Buch des Lebens anschaut, dann findet man noch lange nicht alle Stellen. Aber wir haben jetzt viele Stellen gefunden, die einfach vom Eingeschriebenwerden, vom Ausgelöschtwerden sprechen oder einfach vom Buch, ohne weitere Angabe.
Jesaja 4,2: An jenem Tag wird der Spross des Herrn zur Zierde und zur Herrlichkeit sein und die Frucht der Erde zum Stolz und zum Schmuck für die Entronnenen Israels. Und es wird geschehen: Wer in Zion übrig geblieben und wer in Jerusalem übrig gelassen ist, wird heilig heißen, jeder, der zum Leben eingeschrieben ist in Jerusalem.
Es geht im Zusammenhang da um die Herrschaft des Messias im Tausendjährigen Reich, die Herrschaft des Herrn Jesus. Der Spross des Herrn ist ein bekannter Titel für den Messias, der an verschiedensten Stellen vorkommt, bei Jeremia und bei Sacharja. Es ist ein Titel für den Messias: der Spross. Viele reden von Jesus, dem Nazarener, dem Nazaräer. Nazareth heißt auf Deutsch Sprössling. Also Jesus der Nazaräer, das heißt Jesus der Spross. Das ist genau der messianische Titel schon im Alten Testament: der Spross des Herrn.
Also wird es die Zeit sein, in der er der Schmuck und der Stolz sein wird für die, die von Israel überleben werden in den zukünftigen schrecklichen Ereignissen, die über das Volk kommen werden. Und übrig geblieben in Zion und in Jerusalem werden nur die Israeliten, die Juden, die zum Leben eingeschrieben sind, die also dann im Buch des Lebens vorgefunden werden.
Dann gehen wir zu Jeremia 17. Es geht einfach darum, dass wir Stelle für Stelle durchgehen und versuchen herauszuholen, welche Informationen man aus dieser Stelle zu unserem Thema gewinnen kann, bis wir dann am Schluss erst das Gesamtbild versuchen zu überblicken.
Jeremia 17,13: Hoffnung Israels, Herr, alle, die dich verlassen, werden beschämt werden; und die von mir weichen, werden in die Erde geschrieben werden, denn sie haben den Born lebendigen Wassers, den Herrn, verlassen.
Das ist eine ganz eigentümliche Stelle. Die, die Gott aus Israel verlassen, sollen nur in die Erde eingeschrieben werden, und zwar weil sie die Quelle des Lebens, Gott als Quelle des Lebens, verlassen. Was passiert mit dieser Schrift im Sand, zum Beispiel am Meer? Man nimmt hier große Buchstaben, zeichnet sie ein. Es wird einige Zeit sichtbar sein, aber dann wird es verweht werden und vergehen. Das ist der Sinn. Eingeschrieben in die Erde heißt, damit die Schrift bald verweht und ausgelöscht wird. Sozusagen: Die von Gott abgefallenen Israeliten werden ausgelöscht.
Jetzt hilft uns diese Stelle aber, eine ganz schwierige Stelle im Neuen Testament aus einem neuen Blickwinkel zu sehen. In der Geschichte der Ehebrecherin in Johannes 8 im Tempel hat man ja eine Frau zum Herrn Jesus gebracht und gesagt: Die haben wir gerade beim Ehebruch ertappt, was sollen wir mit ihr machen? Dann lesen wir in Johannes 8,6: Dies aber sagten sie, ihn zu versuchen, auf dass sie etwas hätten, um ihn anzuklagen. Jesus aber bückte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde. Als sie aber fortfuhren, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe zuerst den Stein auf sie. Und wiederum bückte er sich nieder und schrieb auf die Erde.
Es steht nichts darüber im Johannesevangelium, weder von vorne noch von hinten, und auch nicht rückwärts, was er geschrieben hat oder warum er geschrieben hat. Eine ganz mysteriöse Stelle. Aber es ist genau in diesem Moment: Israeliten kommen, heuchlerisch, wie sie sind. Sie bringen eine Frau, die beim Ehebruch ertappt wurde. Aber dann hätten sie auch den Mann mitbringen sollen, nicht nur die Frau. Sie haben den Mann weggelassen. Das ist eine widerliche, abscheuliche Doppelmoral, wenn Mann und Frau unterschiedlich behandelt werden, wenn es um Gerechtigkeit geht.
Und wegen dem sagt der Herr Jesus: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein auf sie. Das heißt nicht, dass er erwartet hätte, dass alle schon einmal Ehebruch begangen haben. Bei weitem nicht. Aber sie hatten eine derart abscheuliche Doppelmoral in ihrem Herzen. Darum sagt er: Wer von euch quasi vor Gott recht dasteht, der soll den ersten Stein werfen. Und die sind dann alle weggegangen.
Die Lukas- oder noch zu Johannes-Stelle: Es geht ja dort auch wieder darum, dass sie wollen, dass die Frau die Todesstrafe bekommt, also dass ihr Leben beendet wird wegen ihrer Sünde. Es geht also auch dort wieder um die Frage: Wer muss sterben, wer darf leben? Und darum ist das Schreiben auf der Erde in engem Zusammenhang mit dem Thema Buch des Lebens.
Namen im Himmel, in den Gemeinden und im Blick auf die Überwinder
Lukas 10,20 sagt der Herr Jesus zu den Jüngern, die sich darüber freuten, dass sie Dämonen austrieben und Kranke heilten. Das ist natürlich auch eindrücklich. Dann sagt er aber: Freut euch nicht darüber, dass euch die Geister untertan sind, freut euch vielmehr darüber, dass eure Namen in den Himmeln angeschrieben sind.
Das ist ein Grund zur Freude. Es ist etwas, worüber man nachdenken kann: dass man bei Gott eingeschrieben ist im Buch des Lebens, dass man von Gott vorgesehen ist fürs Leben. Aber die Stelle sagt nichts über den Zeitpunkt des Eingeschriebenseins. Oft hat man aus dieser Stelle abgeleitet: Der Herr Jesus redet zu Jüngern, die Jünger sind gläubig, also sind die Gläubigen darum eingeschrieben. So war es vielleicht. Und dann hat mir der Sonntagsschüler gesagt: Wer an Jesus glaubt und ihn als Retter annimmt, der wird ins Buch des Lebens eingeschrieben. Da steht aber nichts davon. Es steht nur, dass sich die Leute, die im Buch des Lebens eingeschrieben sind, darüber freuen sollen. Das ist die Stelle.
Dann Philipper 4,3. Paulus schreibt an die Gemeinde und da jetzt gerade speziell an eine Person in der Gemeinde: „Ja, ich bitte auch dich, mein treuer Mitknecht, stehe ihnen bei, die in dem Evangelium mit mir gekämpft haben, auch mit Clemens und meinen übrigen Mitarbeitern, deren Namen im Buch des Lebens sind.“ Da wird also von Dienern Gottes gesprochen, von Mitarbeitern des Apostels Paulus, und Paulus sagt, ihre Namen sind im Buch des Lebens verzeichnet. Aber er sagt nicht, seit wann. Einfach als Tatsache. So müssen wir die Stellen als Tatsache stehen lassen. Gläubige stehen im Buch des Lebens. Das ist so.
Offenbarung 3,5. Das ist im Sendschreiben an die Gemeinde in Sardes, in der heutigen Türkei. „Wer überwindet, der wird mit weißen Kleidern bekleidet werden, und ich werde seinen Namen nicht auslöschen aus dem Buch des Lebens und werde seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.“ Also, an Sardes wird gesagt, als Verheißung: Ihr müsst keine Angst haben, eure Namen werden nicht aus dem Lebensbuch gestrichen.
Jetzt kann man die Sendschreiben in zwei Arten anschauen. Einerseits sind das Briefe an Gemeinden, die am Ende des ersten Jahrhunderts existiert haben, die es wirklich gegeben hat, mit den Problemen, genau wie sie dort beschrieben sind. Die Offenbarung ist aber grundsätzlich ein prophetisches Buch. Darum haben die Sendschreiben gleichzeitig auch prophetische Bedeutung und beschreiben die ganze Kirchengeschichte von der Zeit der Apostel bis zur Entrückung der Gemeinde in sieben Etappen, sieben Perioden.
Das Beeindruckende an der ganzen Sache ist, dass die Kirchengeschichte wirklich so verlaufen ist, wie es in den Sendschreiben beschrieben wird. Und wir stehen heute bei Laodizea, beim letzten Sendschreiben. Das macht das Ganze natürlich noch einmal ein bisschen interessanter für Bibelleser. Ja, und dann kommt Kapitel 4 und 5, das Buch mit den sieben Siegeln. Also wir sind in einer interessanten Übergangszeit.
Jetzt ist es so: Diese Sendschreiben haben sich also in dieser Reihenfolge in der kirchlichen Geschichte erfüllt. Übrigens ist schon die Reihenfolge beachtlich. Die sieben Sendschreiben kann man nämlich auf verschiedene Arten anordnen. Man könnte zum Beispiel Laodizea an den Anfang nehmen und Ephesus ans Ende, und dann wäre es falsch, oder? Dann würde es nicht mit der kirchlichen Geschichte übereinstimmen. Man kann das ganz einfach ausrechnen, wie viele Möglichkeiten es gibt, die sieben Sendschreiben falsch anzuordnen. Ich muss rechnen: 7 Fakultät, also 1 mal 2 mal 3 mal 4 mal 5 mal 6 mal 7. Das gibt 5040. Also sind 5039 Möglichkeiten falsch, und die, die wir in der Bibel haben, ist die richtige. Schon allein wegen der Reihenfolge, oder? Und dann kommen ja noch Details dazu.
Sardes weist prophetisch-kirchengeschichtlich auf den Protestantismus hin. Ich kann das hier nicht ausführen, das wäre vielleicht einmal ein Thema für den Bibelstudientag: die prophetische Bedeutung dieses Sendschreibens. Jetzt wird den wahren Gläubigen aus Sardes, aus dem Protestantismus, gesagt: Wer überwindet, der wird weiß gekleidet werden, und ich werde seinen Namen nicht auslöschen aus dem Buch des Lebens.
Kirchengeschichtlich ist Folgendes interessant: Nach der Reformation hat es ja wieder einen Niedergang gegeben. Aber einige Zeit später ist dann der Pietismus entstanden, eine Frömmigkeitsbewegung innerhalb des Protestantismus. Viele Gläubige haben gesehen: Wir müssen wieder richtig zur Schrift zurückkehren, und nicht nur theoretisch. Wir müssen wirklich nach der Bibel leben und wirklich in einer persönlichen Beziehung zu Gott leben, im Alltag, zum Herrn Jesus leben im Alltag.
Sie wurden unterdrückt, und es war nicht selten, dass man sie aus den Kirchenbüchern ausgelöscht hat, also ausgeschlossen hat. Aber dass ausgerechnet dem Überwinder aus Sardes gesagt wird: Wer überwindet, der wird nicht ausgelöscht werden aus dem Buch des Lebens, das ist gewissermaßen eine schöne Zusage für sich. Das kann uns gleich sein, wenn wir aus Kirchenbüchern ausgelöscht werden. Das ist nicht passiert. Aber glücklicherweise haben wir die Verheißung: Wir werden aus dem Lebensbuch nicht ausgelöscht werden.
Das geschlachtete Lamm, die Grundlegung der Welt und die letzte Scheidung
Ja, es ist genau elf Uhr. Dann machen wir mal eine kurze Pause. Ich würde sagen, dann singe ich mal ein Lied, um die Lunge zu aktivieren.
Machen wir weiter in Offenbarung 13, Vers 8. Es ist also die Zeit des Antichristen, und sein Wirken wird da beschrieben. Und da heisst es: Und alle, die auf der Erde wohnen, werden es anbeten, alle, deren Name nicht geschrieben ist in dem Buch des Lebens des geschlachteten Lammes von Grundlegung der Welt an.
Das „es anbeten“ bezieht sich dort auf das erste Tier aus dem Meer. Das ist eine Beschreibung des kommenden Diktators über das Abendland. Es gibt noch ein zweites Tier aus der Erde, das ist der Antichrist. Israel, wenn man sagt, auf Hebräisch ist es gegangen ins Land, wenn ich Hosea l’Aretz, dann weiss man genau, welches Land gemeint ist. Es gibt nur ein Land: das Land Israel. Also Haaretz, das Land, die Erde. Das gleiche Wort Aretz ist Land oder Erde, das ist schlicht Israel. Und darum haben wir einerseits das Tier aus dem Meer, aus dem Völkermeer, im Gegensatz zu dem Tier aus der Erde, aus Israel, dem Antichristen, dem falschen Messias und falschen Propheten.
Jetzt, der Diktator wird also verehrt werden, das ist da gemeint: werden es anbeten, das Tier aus dem Meer. Und was sind das für Menschen? All die, deren Name nicht geschrieben ist im Buch vom Leben. Jetzt muss man sehr genau lesen. Ich habe das extra, all die Bibelstellen ausgedruckt, denn je nach Übersetzung wird das unterschiedlich sein, und oft kommen die gewissen Nuancen in den Bibelübersetzungen gar nicht heraus. Und zwar die Nuancen sind es: Es steht da nicht, dessen Name an jeder, dessen Name nicht eingeschrieben worden ist, sondern dessen Name nicht geschrieben ist. Das heisst, zu dem Zeitpunkt steht deren Name nicht im Buch vom Leben. Das zeigt aber noch nichts darüber aus, ob der Name nicht schon früher einmal gestanden ist, aber ausgelöscht worden ist. Darum sind also sehr wichtige Nuancen. „Nicht geschrieben ist“ – das ist die korrekte Übersetzung.
Und es ist da auffällig, Entschuldigung, wenn ich jetzt ein bisschen griechische Grammatik annehme: Im Griechischen steht da nicht die Zeitform vom Aorist, sondern vom Perfekt. Ich muss erklären: Wenn man eine Geschichte auf Griechisch erzählt, dann erzählt man die im Aorist. Dann ist das passiert, dann ist das passiert, und dann ist das passiert. Das nennt man Aoristformen, genauso wie wir auf Hochdeutsch im Imperfekt erzählen: Es war einmal ein Mann, der ging in den Wald, er haute einen Baum um, oder so erzählt man. Das ist die Form. Aorist.
Jetzt aber ist da nicht der Aorist, sondern ein Perfekt. Das bedeutet etwas ganz anderes als Perfekt im Deutschen, nur der Name ist gleich. Das ist eine viel seltenere Zeitform. Wenn man Griechisch liest, einen Text fortlaufend, und man stösst auf ein Perfekt, dann muss man aufpassen. Dann hat der Autor etwas Besonderes im Auge, dass er jetzt diese Zeitform braucht.
Ich will schnell erklären: Der Aorist bezeichnet etwas als punktuell. Darum habe ich auf dem Blatt einen Punkt gemacht. Einfach die Handlung, das passiert, das passiert, das passiert, das passiert. Einfach die Handlung als solche wird als Tatsache beschrieben. Das Perfekt ist ganz anders. Da wird betont: Die Handlung ist geschehen, und jetzt hat sie das Resultat, und das Resultat liegt jetzt vor. Zum Beispiel: Jesus Christus ist auferstanden. Das tut man im Neuen Testament speziell im Perfekt schreiben. Warum? Er ist auferstanden, das ist eine historische Tatsache. Aber jetzt lebt er als der Auferstandene, er ist da als der Auferstandene. Darum braucht man, wenn wir betonen, jetzt ist das Resultat dieser Handlung vorhanden. Darum bezeichnen wir das als resultativ, einen Punkt mit einem Pfeil, der jetzt anzeigt, was die Folge aus dieser Handlung ist.
Und genau das ist jetzt da zum Ausdruck: Das Resultat ist jetzt nicht da. Die sind nicht eingeschrieben zu dem Zeitpunkt in dem Buch vom Leben. Was aber noch interessant ist an dieser Stelle: Wir haben noch nie so eine ausführliche Beschreibung gehabt vom Buch vom Leben. Jetzt heisst es aber nicht nur „in dem Buch“, sondern es heisst „in dem Buch des Lebens“, aber nicht nur das, sondern in dem Buch des Lebens des geschlachteten Lammes. Das ist der ausführliche Name. Das geschlachtete Lamm, das ist der Herr Jesus, der Messias, der als Opfer gestorben ist, wie ein Opferlamm auf Golgatha.
Und da wird übrigens schon etwas ganz Neues hineingebracht: Wie kann eigentlich ein Mensch im Buch des Lebens bleiben? Das ist nur möglich auf der Grundlage, dass der Herr Jesus gestorben ist, als Lamm Gottes geschlachtet worden ist. Nur so kann der Mensch bleibend Leben haben von Gott. Und dann wird aber noch etwas Interessantes angeführt: Seit wann wird das Buch geführt? Von Grundlegung der Welt an. Das haben wir bis jetzt noch nie gefunden. Also das „von Grundlegung der Welt an“ bezieht sich zurück auf „geschrieben ist von Grundlegung der Welt an“. Also, die Menschen zu dem Zeitpunkt sind nicht mehr drin in dem Buch, das von Grundlegung der Welt angeführt worden ist. Das wird also jetzt schon so deutlich, als die Frage: Wann wird ein Mensch eingeschrieben? Das ist also geschehen bei der Erschaffung der Welt. Dort hat Gott alle Menschen eingetragen.
Man findet den Ausdruck noch einmal, wenn wir weitergehen auf Offenbarung 17, Vers 8. Da wird das kommende vereinte Abendland beschrieben. Also das Tier, wovon der Diktator beherrscht wird, und dann heisst es: Das Tier, welches du sahst, war und ist nicht und wird aus dem Abgrund heraufsteigen und ins Verderben gehen. Und die auf der Erde wohnen, deren Namen nicht in dem Buche des Lebens geschrieben sind von Grundlegung der Welt an, werden sich verwundern, wenn sie das Tier sehen, das es war, nicht ist und da sein wird.
Das Tier, das ist das vereinigte Abendland. In der Bibel wird das römische Reich als das Tier beschrieben. Und das Tier, das römische Reich, soll drei Phasen haben, nach Troverbarlik: war, ist nicht, wird aus dem Abgrund heraufsteigen. So war es genau in der Geschichte, wenn wir zurücksehen. Es hat mal ein römisches Reich gegeben, oder? Und dann ist es im Jahr 476 untergegangen, Westrom, und das Oströmische Reich ist dann noch weitergegangen bis ins 15. Jahrhundert, und dann ist es auch untergegangen. Und dann hat es kein römisches Reich mehr gegeben, und jetzt werden sich freiwillig die ehemaligen Länder des römischen Reichs wieder zusammenbinden zu einem Grossreich.
Wer nicht ist, wird aus dem Abgrund heraufsteigen und ins Verderben gehen. Und die Menschen dann in dieser Zeit werden sich verwundern, all die, deren Namen nicht im Buch des Lebens geschrieben sind. Und da haben wir wieder das Perfekt. Es ist wieder überraschender, wie es kein Aorist ist. Also wieder drückt das aus: Hier ist das Resultat von dem Einschreiben nicht mehr da, sie sind nicht mehr geschrieben. Aber es wird wieder erklärt, von wann hinweg das Buch geführt wird: von Grundlegung der Welt an.
Und dann gehen wir weiter zu Offenbarung 20, Vers 12: Und ich sah die Toten, die Grossen und die Kleinen, vor dem Thron stehen, und Bücher wurden aufgetan, und ein anderes Buch ward aufgetan, welches das des Lebens ist, und die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den Büchern geschrieben war, nach ihren Werken. Und wenn jemand nicht geschrieben gefunden wurde in dem Buch des Lebens, so wurde er in den Feuersee geworfen.
Schliesslich schliesst sich der Kreis. Mit dieser Stelle haben wir ja angefangen, ganz am Anfang. Da haben wir das letzte Gericht vor dem grossen weissen Thron. Alle Ungläubigen seit der ersten Generation von Menschen werden dort zum letzten Gericht antreten, werden aufstehen zum letzten Gericht. Bemerkenswert ist: Sie werden, obwohl sie auferstanden sind, immer noch als Tote bezeichnet. Eine Hand des Buches des Lebens wird dann dokumentiert, es wird aufgemacht, und man sucht ihre Namen. Sie sind nicht drin. Und dann werden sie in den ewigen Tod, in die ewige Pein, da geworfen.
Also, was ist die Bedeutung des Buches des Lebens für sie dann? Man wird ihnen das Buch quasi vorhalten und sagen: Ihr seid einmal geschrieben, dieses Buch, aber sie sind nicht mehr drin. Ihr habt kein Anrecht auf Leben. Euch bleibt nur noch der ewige Tod.
Es stellt sich überhaupt die Frage, die Frage wird schon ganz von Anfang an bei vielen aufkommen: Wieso führt Gott Bücher? Wir führen Bücher, weil wir so viel vergessen, wenn wir das Zeugs aufschreiben. Aber wieso der allwissende Gott, wieso führt er eine Bibliothek? Natürlich nicht, weil er sich erinnern müsste, weil er es nicht mehr wüsste. Aber unter anderem gerade der Punkt, um dokumentieren zu können, wird es deklariert werden: Schaut, ihr seid einmal drin geschrieben, Gott hat das Beste für euch, er hat von der Erschaffung der Welt an alle Namen eingeschrieben, euer Name ist nicht drin. Was ist passiert? Und dann wissen sie es selber. Wir haben das Opfer von Jesus Christus nicht für uns in Anspruch genommen. Wir haben uns vom lebendigen Gott, vom lebendigen Gott, der das Leben hat, von ihm abgewandt. Wir haben uns nicht um ihn gekümmert. Und das wird Konsequenz sein: der ewige Tod.
Dann haben wir aber noch eine Stelle, Offenbarung 21, Vers 27: Und nicht wird in sie eingehen, das neue Jerusalem, irgendetwas Gemeines und was Gräuel und Lüge tut, sondern nur die, geschrieben sind in dem Buch des Lebens des Lammes. Und sie starb wieder perfekt. Die eingeschrieben worden sind ins Buch des Lebens, das sind alle, aber die geschrieben sind, zu dem Zeitpunkt neu dem Buch in der Stund, die können ins neue Jerusalem eingehen.
Und wenn man so einmal all diese Stellen überbringt, ich hoffe, wir hätten alle. Wer dann noch mehr Stellen wüsste, ist es natürlich interessant, wenn er das uns dann präsentieren könnte, gerade im Anschluss. Aber ich habe versucht, wirklich alles dazu so zusammenzustellen. Und jetzt können wir Schlussfolgerungen ziehen aus dieser Übersicht, aus meinen einzelnen Versen Schlussfolgerungen ziehen. Das ist ja bekanntlich gefährlich. Aber jetzt haben wir versucht, eine Übersicht zu schaffen von 2. Mose bis Offenbarung.
Schlussfolgerungen: Gottes Wille, menschliche Verantwortung und die Sicherheit in Christus
Da können wir also sagen: Gott liebt alle Menschen und möchte das bleibende Leben, das ewige Leben, für jede einzelne von ihnen. So lesen wir in 1. Timotheus 2,4: Gott will, dass alle Menschen errettet werden. Und in 2. Petrus 3,9 lesen wir, dass Gott nicht will, dass irgendjemand verloren geht. Das ist Gottes Wille, Gottes Wunsch.
Wegen dem hat er alle Menschen zur Zeit der Erschaffung der Welt eingeschrieben, von Grundlegung der Welt an. Und darum ist klar, warum auch jeder Embryo schon eingeschrieben ist. Weil er von Gott als vollwertiger Mensch betrachtet wird. Und selbst wenn eine Verschüttung da ist, ist das nicht einfach ein Gewebe, das weg ist, sondern ein Mensch. Und Gott hat den Menschen im Buch des Lebens drin. Gewaltig! Also es wird noch einige Überraschungen im Himmel geben. Wer mehr wird gesehen, und er hätte gar nie einen Namen gehabt, aber für Gott hat er bereits einen Namen gehabt. Im Buch des Lebens eingeschrieben, also etwas Eindrückliches.
Dann ist durch den Sündenfall die große Wende gekommen, das Verhängnis des Todes. Gott hat von der Erschaffung der Welt an, wo es den Tod noch nicht gegeben hat, die Menschen eingeschrieben zum Leben. Dann ist das Verhängnis des Todes gekommen, wie man in Römer 6,23 liest: Der Lohn der Sünde ist der Tod. Aber der Vers geht weiter, weil der stellvertretende Tod des Herrn Jesus als Lamm Gottes die Lösung gebracht hat. Der Lohn der Sünde ist der Tod, die Gnadengabe Gottes aber ewiges Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.
Also noch einmal: Jeder Mensch, der im Mutterleib gebildet wird, steht schon im Lebensbuch. Und wenn er in seinem Leben das Angebot Gottes zur Vergebung der Sünde nicht in Anspruch nimmt, dann wird er nach Ablauf seiner Gnadenzeit aus dem Buch gelöscht werden. Und die Gnadenzeit für den einzelnen Menschen läuft spätestens mit dem Tod ab. Ich sage spätestens, denn es kann auch früher sein.
Und zwar sagt Hebräer 9,27: Es ist dem Menschen gesetzt, einmal zu sterben, danach das Gericht. Das einmal ist also ein Zahlwort. Einmal, nicht zweimal, nicht dreimal, einmal zu sterben. Also es gibt keine Inkarnation. Wir müssten ja etwa zweimal sterben, oder? Aber die Bibel sagt: einmal, das ist das Normale. Und dann das Gericht. Damit ist genau die Zeit abgelaufen.
In Markus 2,10 sagt der Herr Jesus: Der Menschensohn, das ist ein Titel des Messias, hat Gewalt, auf Erden Sünden zu vergeben. Also nicht im Hades, nicht im Totenreich. Nicht irgendwann später, sondern auf der Erde. Solange der Mensch auf der Erde ist, da ist die Möglichkeit für Vergebung. Und wenn er stirbt, gibt es keine Möglichkeit für Vergebung mehr. Die Bibel kennt die Irrlehre von dem Fegefeuer und so weiter und von einer zweiten Chance nach dem Tod nicht. Auf Erden Sünden zu vergeben.
Und dann haben wir das Beispiel, das eindrückliche Beispiel des Pharaos zur Zeit des Auszugs aus Ägypten. 2. Mose 9,12 habe ich dann notiert. Der Pharao war konfrontiert mit dem lebendigen Gott. Mose hat gesagt: Lass mein Volk ausziehen, sagt Gott, sagt Jahwe, und wenn du dich weigerst, wird dieses Land geschlagen werden. Der Pharao fragte: Wer ist Jahwe? Er hat sich empört, und dann sind die Plagen über Ägypten gekommen.
Man liest dann, wie der Pharao sein Herz verhärtet hat. Das hat er sechsmal gemacht, und beim siebten Mal liest man, Gott hat sein Herz verhärtet. Es geht noch weiter: Im Ganzen gibt es zwölf Mal eine Herzensverhärtung. Aber beim siebten Mal hat Gott sein Herz verhärtet, und von diesem Weg konnte er gar nicht mehr umkehren. Also, von dort weg kann man sagen, ist seine Gnadenzeit abgelaufen. Gott hat sein Herz verhärtet, er konnte gar keine Reue mehr empfinden. Aber vorher hatte er die Chance, und diese Chance hat er nicht angenommen.
Darum kann man sagen: Mit dem Tod ist spätestens die Gnadenfrist für den Menschen ausgegangen, aber es kann je nachdem auch schon vorher passieren. Dann tritt eben eine Verhärtung ein, der Mensch kann auch gar nicht mehr Buße und Reue empfinden. Das ist ganz wichtig. Gerade in der Seelsorge gibt es nämlich manchmal Leute, die sagen: Ich glaube, Gott nimmt mich nicht mehr an. Ja, wieso? Ich glaube, ich habe meine Gnade verspielt. Ja, und du leidest unter dem, was du da hast? Ja, natürlich. Ja, hast du es schon bekannt? Ja, nicht noch und noch. Ja, einer, der sein Herz verhärtet bekommt von Gott, der kann nicht mehr Reue empfinden und den Wunsch haben, Vergebung von Gott zu bekommen. Also das ist sehr wichtig. Das ist gerade der Beweis, dass die gar nicht zu dieser Kategorie gehören können.
Noch für das Detail, so nebenbei: Mit der Herzensverhärtung des Pharaos spielt in der ägyptischen Religion eine Herzensverhärtung eine ganz zentrale Rolle. Und zwar haben die Ägypter sich ja unwahrscheinlich mit dem Tod beschäftigt. Das ist wirklich die Religion des Todes, die ägyptische Religion. Ein Land, das eigentlich das Kennzeichen dieses Landes ist, sind Gräber, oder? Die große Kunst der alten Ägypter, das sind Gräber und Totenkult. Das ist eigentlich wahnsinnig. Das Land der Lebendigen in Ägypten ist gekennzeichnet durch den Verwesungsgeruch des Todes, beziehungsweise den haben sie gerade versucht, durch Balsamierung zu unterdrücken. Also ein Volk, das sich sehr mit dem Tod beschäftigt hat.
Dazu gibt es auch das Totenbuch. Dort wird beschrieben: Wenn der Mensch stirbt, dann geht seine Seele ins Totenreich und kommt dann von Gott, von der Unterwelt. Dann wird sein Herz auf die Waage gelegt. Man wird dann dem Gestorbenen verschiedene Fragen stellen, ob er diese Sünde, diese Sünde, diese Sünde oder diese Sünde gemacht hat. Und dann muss er sagen: Nein, das habe ich nicht gemacht, nein, das habe ich nicht gemacht. Ist es aber so, dass das Herz des Menschen, so nach der ägyptischen Religion, dann gegen einen selber Aussagen tut? Also wenn man lügt, das Herz sagt immer die Wahrheit. Und wenn dann das Herz auf der Waage sagt: Doch, das hat er gemacht, dann kommt er dran.
Also hat darum eine große Rolle gespielt, der Kult in Ägypten: Wie kann man machen, dass das Herz nicht gegen einen aussagt? Man muss das Herz hart machen, verhärten. Da hat also in der ägyptischen Religion die Verhärtung des Herzens eine große Rolle gespielt. Man hat auch bei Mumien einen Stein gefunden, also einen magischen Stein, wo man mit Ritual versucht hat, das Herz zu machen wie Stein, hart wie Stein. Und also die ägyptische Religion ist darauf hinausgegangen: Wenn der Mensch sein Herz verhärtet, dann bringt ihm das Rettung.
Und das zweite Buch Mose zeigt: Der Pharao hat sein Herz verhärtet und verhärtet und verhärtet, und dann ist er im Roten Meer untergegangen. Das hat ihm Zerstörung und Untergang und Tod gebracht. Also da ist eine Pointe drin, die ganze Geschichte, wo mit der ägyptischen Religion eben der Irrtum aufgedeckt wird. Wenn der Mensch sich verhärtet, das bringt dem Menschen nicht das Leben, sondern es bringt ihm gerade den Untergang. Und beim Pharao von Ägypten sieht man das zu Lebzeiten. Dann, beim letzten Gericht vor dem großen weißen Thron, wird dem Verlorenen mit dem Buch des Lebens eben vorgestellt werden, deklariert werden: Gott hat euch ewiges Leben gegeben, aber ihr habt es nicht gewollt. Eure Namen sind nicht mehr drin, und die Konsequenz davon ist die ewige Pein.
Und wenn man das so überblickt, dann sehen wir: All die Stellen mit dem Auslöschen stellen nicht die Sicherheit des Heils in Christus in Frage. Wir haben zum Beispiel Römer 8,1, also eine klare Aussage über die Heilsgewissheit: So ist jetzt keine Verdammnis für die, welche in Christus Jesus sind. Vers 38: Denn ich bin überzeugt, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges noch Gewalten, weder Höhe noch Tiefe noch irgendein anderes Geschöpf uns zu scheiden vermögen wird von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.
So können die erlöst Menschen sich auf diesen Vers abstützen. Der Tod hat sie nicht dran, irgendetwas im Leben kann sie nicht trennen, Engelmacht kann sie nicht trennen, nichts in der Gegenwart, nichts in der Zukunft. Wenn in all diesen Sachen, in diesen acht Sachen, nicht schon alles gesagt worden ist, dann ist es sicher im Neunten enthalten: Noch irgendein anderes Geschöpf. Es gibt nichts, was scheiden kann von der Liebe Gottes. Die Voraussetzung ist: Es geht hier um Menschen, die wirklich ewiges Leben bekommen haben, nicht diejenigen, die äußerlich geglaubt haben.
Ich würde nie sagen, ein Gläubiger kann nicht verloren gehen, weil zum Beispiel sagt der Herr Jesus im Gleichnis vom vierfachen Acker: Es gibt den Samen des Wortes Gottes, der fällt auf steinigen Boden. Und dann geht der Samen auf, da kommt die Sonne und verbrennt. Und der Jesus sagt, das sind Menschen, die nehmen das Wort Gottes mit Freude auf und sind für eine Zeit. Und wenn Schwierigkeiten kommen und Druck, dann fallen sie ab, und dann ist alles vorbei, weil sie keine Wurzeln hatten. Und nur das, was auf die gute Erde gefallen ist, nur dieser Samen geht auf und bringt wirklich Frucht, weil es auch Wurzeln hat.
Jetzt ist es natürlich so, dass wir uns immer täuschen können. Und könnte jemand, der das Wort Gottes mit Freude aufnimmt, der glaubt doch alles und nimmt es mit Freude auf, aber keine Wurzeln hat, da können wir uns immer täuschen. Aber es geht um die Sicht von Gott. Wenn ein Mensch wirklich das Wort Gottes aufgenommen hat, seine Schuld Gott bekannt hat, das Opfer von Jesus Christus ganz für sich persönlich in Anspruch genommen hat, dass der Jesus gestorben ist und gerade auch für Sünde, für meine Schuld, wer das ganz klar für sich in Anspruch nimmt, dem gibt Gott ewiges Leben, und das kann man nicht mehr verlieren.
Und dann gilt Johannes 10,27: Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir. Und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie gehen nicht verloren ewiglich, und niemand wird sie aus meiner Hand rauben. Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann sie aus der Hand meines Vaters rauben. Also absolute Sicherheit. Aber das sind die, die der Herr Jesus nennt: meine Schafe. Und das sind die, die ihm auch nachfolgen.
Wenn jemand sagt: Ja, ich bin natürlich gläubig, ich bin gerettet, aber lebt in der Sünde, und ordnet die Sünde nicht, dann ist man nicht mehr verpflichtet, den als Wiedergeborenen zu betrachten. Gott weiß, was mit ihm ist, aber man sieht keine Frucht davon. Aber manche, die die Sünde hassen, die auch immer wieder in Ordnung bringen, diejenigen, die Jesus Christus nachfolgen, das sind Früchte, die deutlich werden, wenn jemand wirklich errettet ist.
Weitere biblische Hinweise auf echtes Leben aus Gott
Auf die Stellenhinweise in Johannes 6, die sehr nützlich sind im Zusammenhang mit Johannes 6, Vers 51, der sich auf Jesus bezieht, seit er das Brot vom Himmel ist, das Brot, das Leben bringt. Johannes 6, Vers 51: Ich bin das lebendige Brot, das aus dem Himmel herniedergekommen ist. Wenn jemand von diesem Brot isst, so wird er leben in Ewigkeit. Und dann Vers 54: Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat ewiges Leben, und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag.
Jetzt Vers 51: Wenn jemand von diesem Brot isst, das ist im Griechischen ein Aorist, ein punktueller Akt. Also: Wer den Akt des Essens vollzieht, was ist die Konsequenz? So wird er leben in Ewigkeit. Aber in Vers 54 braucht Jesus eine andere Zeitform, die Präsens.
Jetzt haben wir dann schon alle Aspekte im Griechischen durchgenommen, das ist unser Grammatikunterricht fertig. Die Präsens hat im Griechischen nicht das Gleiche wie Präsens im Deutschen, sondern drückt eine fortgesetzte Handlung aus, eine Fortdauer. Man kann das also darstellen mit einer Wellenlinie. Dann haben wir jetzt alles: Aorist, einen Punkt; Perfekt, ein Punkt und ein Pfeil; und Präsens, eine Wellenlinie oder auch Wiederholung, viel, viel, viel, viel, viel. Eine Handlung, die immer wiederholt wird, angesetzt wird.
Das ist da in Vers 54: Wer mein Fleisch immer wieder isst und mein Blut immer wieder trinkt, hat ewiges Leben. Das heißt nicht: kommt ewiges Leben über. Muss man die Bibel sehr genau lesen? Hat, das ist einer, der ewiges Leben hat, einer, der sich dauernd von Jesus Christus ernährt und darüber nachdenkt: Er ist gestorben für mich, er hat sein Blut gegeben auf Golgatha für mich. Wo das gewissermaßen seine tägliche Nahrung ist, eben das Bewusstsein vom Erlöser zu haben und Gemeinschaft mit dem Erlöser, das ist einer, der ewiges Leben hat.
Aber da haben wir so zwei Sachen: Vers 51, durch den Akt des Essens wird er Leben in Ewigkeit, und der, der sich immer ernährt von Jesus Christus, der hat ewiges Leben. So, jetzt sind sicher viele Fragen. Ja?
Gerade zu dem Thema vom Verlorengehen gibt es ja so etwas, wo der Bibelfest offenbar 3,5 nennt, um zu argumentieren, dass man eben verloren gehen kann, also wiedergeboren. Ich habe gesagt, der Brief ist ja an Gläubige geschrieben worden, also Gemeinden, und dass nur die Gläubigen, die überwinden, in ihm leben und die anderen eben ausgelöscht werden können aus dem Buch des Lebens. Ja, ich habe ja gesagt, Gläubige können verloren gehen. Also wiedergeboren, ich sage jetzt. Ja, gut, du hast gesagt, gerade Gläubige vorher. Genau die Differenz muss man machen. Ein Gläubiger kann verloren gehen, und es gibt einen Haufen Gläubige in der Gemeinde. Aber man kann von jedem sagen: Er ist wiedergeboren. Das weiß Gott. Wir können die äußeren Früchte sehen, und auf die müssen wir auch schauen, die sind auch wichtig. Wenn jemand keine Frucht bringt, dann müssen wir nicht glauben, dass er echt gläubig ist, dass er wiedergeboren ist.
Aber auch schon in Sardis musste man nicht damit rechnen, dass jeder echt wiedergeboren ist. Und schon im Judasbrief schreibt er ja: Es werden sich Menschen neben ihnen einschleichen in die Gemeinde. Und es gibt manchmal Leute, die sind so naiv und denken, das war nur am Anfang, zur Zeit der Apostel. Aber heute passiert das natürlich nicht mehr, oder? Zu Zeiten der Apostel, Herr, das ist in Galater 2, schrieb der Paulus: Es war aber wegen der nebeneingeführten falschen Brüder, wegen derer, die unsere Freiheit in Christus auszukundschaften suchten, denen wir nicht eine Stunde durch Unterwürfigkeit nachgegeben hätten, auf dass die Wahrheit des Evangeliums bei euch verbliebe.
Von so einigen nebeneingeführten falschen Brüdern, die einen wollen, um das Gesetz zu bringen. Also ist Offenbarung 3, muss man einfach so stehen lassen: an eine Gemeinde gerichtet, und der Herr sagt, die, die überwindet, das sind die, die auch wissen dürfen, sie werden nicht ausgelöscht aus dem Buch des Lebens. Und wer ewiges Leben hat, der hat Kraft zum Überwinden. Darum sagt Johannes in 1. Johannes 5,4: Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt, und dies ist der Sieg, der die Welt überwunden hat, unser Glaube. Alles, was aus Gott geboren ist, überwindet. Also der Aufruf an die Überwinder, gerade an die, die wirklich wiedergeboren sind, Leben aus Gott haben.
Ja, Eva-Marie, jawohl, Hebräer 6 ist eine der Stellen, an denen auch gerade in der Seelsorge, wenn Gläubige Angst überkommen, sie können das Heil verlieren, das dauernd kommt. Hebräer 6, Vers 4, und dann auch Hebräer 10. Das wäre natürlich mal ein gutes Thema allein, all die schwierigen Stellen zu dem Thema. Ich habe natürlich jetzt nur die ganz einfachen Stellen am Schluss aufgeführt. Man könnte sagen: Ja, das ist natürlich nicht so ganz. Super, da hätte ich an der Müsse Hebräer 6 und Hebräer 10 und Johannes 5 und so weiter ein bisschen an der Mache.
Gut, Hebräer 6: Es fehlt noch ein paar Bemerkungen dazu. Vers 4: Denn es ist unmöglich, diejenigen, welche einmal erleuchtet waren und geschmeckt haben die himmlische Gabe und teilhaftig geworden sind des Heiligen Geistes und geschmeckt haben das gute Wort Gottes und die Wunderwerke des zukünftigen Zeitalters und abgefallen sind, wiederum zur Buße zu erneuern, indem sie den Sohn Gottes für sich selbst kreuzigen und ihn zur Schau stellen.
Also, das ist natürlich eine schwierige Stelle, und das ist auch der Grund, warum es unter den bibeltreuen Christen so viele verschiedene Ansichten zu diesem Thema gibt. Es ist nicht etwa so, dass die Stellen so einfach wären und alles so ganz klar. Aber man muss Folgendes achten: Das heißt, welche einmal erleuchtet waren. Vor Wiedergeburt steht schon mal nichts, vor Gottes Kindschaft steht auch nichts. Erleuchtet. Also, das Licht ist in sie gekommen, aber das ist auch bei einem Ungläubigen, der mit dem Evangelium konfrontiert wird. Da leuchtet das Evangelium in ihn, er wird erleuchtet. Aber ein erleuchteter Mensch ist noch nicht ein erretteter Mensch.
Zweitens: und geschmeckt haben die himmlische Gabe. Also, man kann ein gutes Fleisch im Mund haben und schmecken, aber das ist noch nicht das Gleiche, wie wenn man es gegessen hat, oder? Das ist geschmeckt haben. Sie sind auf den Geschmack gekommen. Aber wir haben in Johannes 6 gelesen: Wenn jemand von diesem Brot isst, so wird er leben in Ewigkeit, nicht wenn jemand von diesem Brot schmeckt. Merkt man, wie nahe sie dran sind? Unwahrscheinlich nahe.
Und da kommt der schwierigste Ausdruck: und teilhaftig geworden sind des Heiligen Geistes. Ich habe übrigens ganz wörtlich zitiert. Es heißt nicht im Grundtext „teilhaftig geworden sind des Heiligen Geistes“, sondern „teilhaftig Heiligen Geistes“. Wenn der Artikel fehlt, wird oft der Akzent mehr gelegt auf die Kraft des Heiligen Geistes und weniger auf die Person. Der Heilige Geist ist eine Person, aber auch Kraft, und wenn der Artikel fehlt, dann ist mehr auf Kraft betont. Teilhaftig geworden sind Heiligen Geistes.
Teilhaftig ist auch noch nicht zwingend das Gleiche wie der Heilige Geist in ihnen wohnend. Es steht auch da nicht, dass der Heilige Geist in ihnen wohnt, aber sie haben Anteil. Das Wort medecho heißt „Nutznießer sein“. Und wenn ein Mensch unter den Einfluss vom Wort Gottes kommt, fängt automatisch der Heilige Geist an, in ihm zu wirken. Und automatisch wird der Mensch, der unter den Einfluss des Evangeliums kommt, teilhaftig an der Wirkung des Heiligen Geistes.
Und dann wird weiter gesagt: Sie haben das Wort Gottes und die Wunderwerke geschmeckt, wieder schmecken, nicht essen, und dann fallen sie ab und können nicht mehr erneuert werden. Also, das sind wirklich Ausdrücke, die bezeichnen einen guten Menschen, der ganz, ganz nahe herangekommen ist, aber nicht weitergegangen ist und dann zum Abfall kommt.
Der Hebräerbrief richtet sich nicht an eine Gemeinde, sondern an die Hebräer. Das war auch ein Rundschreiben, also an Juden, die sich zum Messias Jesus bekannten, aber sie sind unter Druck gekommen von ihren Volksgenossen. Das hat einige in Gefahr gebracht, dass sie wieder vom Glauben abfallen, dass also genau diese Situation eintritt, vom Gleichnis: Der Same ist auf den felsigen Boden gefallen. Sie haben das Wort Gottes mit Freude aufgenommen, aber wenn die Verfolgung kommt, dann fallen sie ab, weil sie keine Wurzeln haben.
Da geht es also um den Fall: Ein Mensch ist wirklich völlig klar geworden, erleuchtet worden, aber er fällt ab, tut gewissermaßen Jesus Christus nochmals kreuzigen, sagt, es sei genau richtig gewesen, dass er gekreuzigt worden ist. Das ist natürlich Gewalt. Er sagt: Das ist richtig, er war ein Verbrecher, der musste gekreuzigt werden. Das ist also jemand, der wirklich endgültig einen Bruch macht und dann sagt: Gottes Wort, der kann nicht mehr erneuern, der kann nicht mehr zu Fuß kommen. Das ist gewissermaßen genau die Situation des Pharaos, als er sich das siebente Mal verhärtet hat, Jesus Christus quasi für sich nochmals kreuzigen.
Und dann kommt Kapitel 10, dort ist der allerschwierigste Ausdruck drin. Ja, ich habe ja gesagt, das sind Juden, die Hebräer, die sich wirklich bekannt haben zu Jesus Christus als Messias. Und die sind wieder abgefallen und haben gesagt: Also jetzt, der Fall, seit Jesus Christus ist zu Recht gekreuzigt worden, er hat das verdient. Also ist das nicht jemand gewesen, der wiedergeboren ist, aber glaubt, glaubt für eine Zeit. Er ist also abgefallen von dem, was er richtig geglaubt hat. Genau, genau, genau. Ja, sonst gibt es doch einen Abfall, Abfall ist nur Abfall von dem, wo man dabei war.
Noch stärker ist Hebräer 10, Vers 26: Denn wenn wir mit Willen sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, so bleibt kein Schlachtopfer für Sünden mehr übrig, sondern ein gewisses furchtvolles Erwarten des Gerichts und ein Feuereifer, der die Widersacher verschlingen wird. Da heißt es wieder: Sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit bekommen haben, nicht nachdem wir wiedergeboren worden sind, nicht nachdem wir Kinder Gottes geworden sind. Es heißt nur: erkannt waren, erkannt.
Und dann kommt aber der schwierige Vers 28 und 29: Jemand, der das Gesetz Moses verworfen hat, stirbt ohne Barmherzigkeit auf die Aussage von zwei oder drei Zeugen. Wie viel ärgere Strafe, meint ihr, wird der wert geachtet werden, der den Sohn Gottes mit Füßen getreten und das Blut des Bundes, durch welches er geheiligt worden ist, für gemein geachtet und den Geist der Gnade geschmäht hat?
Also das ist wieder: den Sohn Gottes mit Füßen getreten entspricht Sohn Gottes nochmals gekreuzigt, oder? Wie in Kapitel 6. Und dann heißt es sogar, das Blut als unrein anzuschauen, das Blut von Jesus Christus, also zu sagen: Das Blut, das dort geflossen ist, das war das Blut eines Verbrechers, unreines Blut. Aber da heißt es: das Blut des Bundes, durch welches er geheiligt worden ist. Und das ist ja der schwierige Ausdruck, denn er ist doch gerettet, geheiligt durch das Blut Jesu Christi.
Tja, aber das ist ja so: Wir nehmen manchmal die Ausdrücke der Bibel nicht so genau, wie sie in der Bibel gebraucht werden, sondern machen einen eigenen Sprachgebrauch. Wir müssen dem nachgehen: Was heißt heilig in der Bibel? Heilig hat die Grundbedeutung, abgesondert zu sein, abgesondert auf die Seite gestellt für Gott. Wenn man mit der Konkordanz einmal durchgeht, wo kommt das Wort heilig überall vor, dann merkt man plötzlich: Ah, 1. Korinther 7, da gibt es heilige Leute, die verloren gehen, sogar ungläubig sind.
Ja, in 1. Korinther 7 liest man doch, dass wenn von einem Ehepaar ein Partner zum Glauben kommt, dann ist der andere, der ungläubige Partner, geheiligt durch den gläubigen Partner. Also gibt es Ungläubige, die heilig sind. Aber dann merkt man, wie unser sprachlicher Gebrauch anders ist. Wenn man so im Gespräch plötzlich jemandem etwas sagen würde von einem, der ungläubig ist, aber heilig, dann würde man sagen: Gott, na oder? Aber das steht in der Bibel. Aber der Gebrauch ist anders. Das ist 1. Korinther 7, Vers 14: Denn der ungläubige Mann ist geheiligt durch die Frau, und die ungläubige Frau ist geheiligt durch den Bruder. Sonst wären ja eure Kinder unrein, nun aber sind sie heilig.
Also auch die ungläubigen Kinder sind auch heilig, auf die Seite gestellt. Das heißt, ein Ehemann, wo seine Frau zum Glauben gekommen ist, der hat natürlich eine Chance, zum Glauben durchzudringen, bekommt einen. Und gewissermaßen ist er durch seine eheliche Bindung, dass seine Frau für Gott auf die Seite gestellt ist. Aber das heißt noch lange nicht, dass er gerettet ist. Und bei den Kindern ist es genau so: Kinder, die in einer christlichen Familie aufwachsen, die haben einen Vorsprung, ein Vorrecht, unglaublich. Sie sind auf die Seite gestellt, sie kommen unter einen Einfluss, unter einen natürlichen, gesunden Einfluss, oder hoffentlich gesund, während Jahren. Wer hat das schon als Nichtchrist? Die sind geheiligt, auf die Seite gestellt für Gott.
Jetzt da haben wir geheiligt durch das Blut des Bundes: ein Jude, der damals gesagt hat, ich glaube, dass Jesus der Messias gewesen ist. Ich glaube, dass das kein Verbrecher gewesen ist, sondern das Blut ist geflossen, und es war das Blut des Messias, des gerechten, von Gott gesandten Erlösers. Dann ist er durch das Bekenntnis, das er abgelegt hat, auf die Seite gestellt.
Und das ist heute noch genau so. Ein Jude im Allgemeinen, wenn er sich zu Jesus Christus bekennt, dann ist er automatisch abgesondert. Das habe ich ja schon erklärt. Viele sind der Ansicht, wenn ein Jude glaubt, dass Jesus der Messias ist, dann ist er kein Jude mehr. Das reicht, dann ist man abgesondert. Wenn einer sagt: Der Gekreuzigte, der Nazaräer, das ist der Messias, dann bist du abgesondert als Jude.
Es heißt auch da wieder nicht: durch das Blut des Bundes, durch welches er Vergebung erhalten hat, durch welches er gereinigt ist, nein, sondern durch welches er geheiligt worden ist, für unrein geachtet und den Geist der Gnade geschmäht. Also der Heilige Geist wird ganz willentlich gelästert. Deutlich auf den Wiedergeborenen, sondern einer, der ganz nah dran ist. Und dann wird gesagt: Wehe, wenn ein Mensch so willentlich mit Willensünden, das heißt willentlich Christus verwerfen und den Rücken drehen, der kann nicht mehr erneuern.
Jetzt allerdings ist es wichtig: In der Seelsorge gibt es denselben Fall. Sagen wir zum Beispiel einen Teenager, der in einer gläubigen Familie aufgewachsen ist und sich dann abwendet unter dem Einfluss eines Lehrers, sich abwendet vom Glauben, redet auch wüst über den Glauben usw. Und später kommt er zum Glauben. Wieso? Weil er Philosophie studiert hat und Theologie, er hat dann auch Griechisch studiert. Ich erzähle jetzt gerade ein konkretes Beispiel: Griechisch studiert, um biblisch besser kennen zu können als die pietistischen Leute, die nichts verstehen. Dann haben sie an der Uni in Zürich den Römerbrief gelesen, hat eingeschlagen wie eine Bombe, und die Bekehrung ist auch gekommen.
Und dann die Angst: Ja, aber ich habe doch gelästert als Kind, als Teenager, ich habe mich ja abgewendet, dann kann ich doch nicht mehr zurück. Aber das Argument ist: Natürlich kann man zurück, sonst hätte ich ja gar keine Reue. Wärst du wirklich eine von dieser Klasse, die so bewusst abgefallen ist, dann könntest du gar nicht mehr Reue empfinden. Also die Logik ist völlig da. Und es geht auch nicht darum, dass wir genau wissen: Bei diesem Menschen ist das so, bei dem ist es so, sondern wir müssen wissen, das Prinzip gibt es. Und es gilt, aufzupassen. Und es gilt, darauf hinzuweisen, wie wichtig es ist, eine volle, voll durchdringende Bekehrung zu erleben, weil fast bekehrt ist überhaupt nicht bekehrt.
Da haben meine Kinder mal beigebracht, dass fast überhaupt nichts ist. Das haben sie dann immer wieder zitiert, wenn sie fast mit etwas an den Kopf gekommen sind: Papi, fast ist überhaupt nichts. Und so ist es eben: Fast bekehrt ist überhaupt nicht bekehrt. Und der Hebräerbrief, wie ein Refrain wiederholt er: Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht. Ganz wichtig, dass man es nicht rausschiebt, sondern jetzt durchdringt, damit man sich nicht verhärtet wie der Pharao. Dann wieder die Parallele zum Pharao. Ja?
In Hebräer 12, Vers 17 hat dann der Esau geruhter Fuß mit Tränen zu. Aha, ja, das ist gut, dass du die Stelle anfügst. Hebräer 12, oder ist das? Vers 17, ich lese Vers 16: dass nicht jemand ein Hurer sei oder ein Ungöttlicher wie Esau, der für eine Speise sein Erstgeburtsrecht verkaufte. Denn ihr wisst, dass er auch nachher, als er den Segen ererben wollte, verworfen wurde, denn er fand keinen Raum für die Buße, obgleich er ihn sehr mit Tränen suchte.
Jetzt ist die Frage: Wer ihn ist? Den Segen, nicht die Buße. Ja, ja, es bezieht sich zurück, obwohl er den Segen sehr mit Tränen suchte. Er ist doch zu seinem Vater gekommen und hat gesagt: Was, du kannst mir nicht mehr segnen? Ich will auch einen Segen haben. Er hat gesagt: Ich kann nicht, ich habe ihn dem Bruder gegeben. Er hat nur geheult wegen der Konsequenzen seiner Sünde, aber nicht wegen der Sünde selber. Und das gibt es natürlich oft, dass man heult über das, was man angerichtet hat, aber nicht über die Wurzeln. Das ist natürlich sehr ernst, und das ist keine Buße, die vor Gott gilt. Wenn ein Kind brüllt, weil es ein Haus anzündet und ist traurig, dass das Haus jetzt kaputt ist, das ist noch nicht zu verstehen, aber dass er wirklich sieht: Ich kann falsch handeln.
Jawohl, 1. Korinther 3 geht es ja darum, Gemeinde zu bauen. Dann wird aber erklärt, wer da quasi baut mit wertlosem Material wie Holz, Heu, Stroh. Das wird dann einmal verbrennen und keinen Bestand haben, und gerade dort wird dann gesagt 1. Korinther 3,15: Wenn das Werk jemandes verbrennen wird, so wird er Schaden leiden. Er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer.
Das heißt, für all das, wo wir wertloses Zeug gemacht haben im Gemeindebau, das wird mal alles verbrennen. Und der Schaden wird der sein, dass wir dafür keinen Lohn bekommen. Und das hat ewige Konsequenzen, denn der Lohn, den die Bibel an vielen Stellen verspricht, der bleibt ja für die Ewigkeit. Verlorener Lohn hat ewige Konsequenzen. Aber gerade diese Stelle ist interessant, dass es von ihm heißt: er selbst aber wird gerettet werden. Aber wie durchs Feuer. Wir wissen also: All das Nichtiges und Wertlose, was er gebaut hat im Gemeindebau, das wird im Feuer lichterloh aufgehen, kein Bestand vor Gott. Es muss Substanz haben. Das ist die Frucht vorhanden, der ist von Müttern geboren, der nachher alles verbrennt.
Ja, ja, gut, ich meine, die Stelle behandelt jetzt speziell Gemeindebau und sagt, wenn einer jetzt ein Dorf baut, so und so, dann wird gerade mal alles zusammen verbrennen. Also die Stelle wird sehr absolut auf das sich konzentrieren, wie einer wertlos baut. Aber das geht natürlich nicht darum, dass die Stelle würde ich sagen, ein wahrer Gläubiger hat überhaupt nie irgendeine Frucht gebracht in seinem Leben. Aber es geht einfach darum, zu betonen: Wir müssen auf dem aufbauen, auf dem, was die Apostel geleitet haben. Als Grund müssen Gemeindebauer da weiterführen, aber wehe, wie man das macht, sonst geht alles in Flammen auf.
In der Ansprache Johannes 6,53 und 54, Stichwort Abendmahl: Man könnte da eigentlich auf die Idee kommen, möglichst fleißig an so einer Tankstelle, Anführungszeichen, zu gehen, möglichst fleißig und darauf spekulieren: Du hast ein ewiges Leben, aber das Wort sei doch auch würdig. Das heißt, wenn man nicht weiß, auf sich bewusst, es ist etwas nicht gut, muss man doch damals den ersten Ton einbringen. Ja, unbedingt. Aber in Johannes 6 geht es sowieso nicht ums Abendmahl, denn das Abendmahl war ja damals gar nicht eingesetzt. Man muss sich ja immer vorstellen: Der Jesus hat das in einer Synagoge in Kapernaum gepredigt und hat eben gepredigt in der Wüste und sagt: Ich bin das Brot aus dem Himmel, wer das Brot isst, und dann nur das ausdüttet, das Brot essen heißt, sich das Fleisch essen, sich das Blut trinken. Das heißt eben, ihn als den leidenden Messias in sich aufnehmen.
Die Juden haben ja gewusst aus dem Alten Testament, es gibt Beschreibungen vom herrschenden Messias, es gibt Beschreibungen vom leidenden Messias. Wer wird sterben? Das hätte man ja verstehen können: Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, das ist der, der mich annimmt als leidenden Messias. Also ums Abendmahl geht es da gar nicht, denn das Abendmahl ist ja erst viel später eingesetzt worden, es war etwas völlig Neues für die Jünger, dort beim letzten Passah. Aber in der Geschichte vor der Christenheit hat man diese Stelle oft auf das Abendmahl bezogen und aus dem natürlich auch den ganzen Kult gemacht, die Abendmahlsumwandlung in der katholischen Kirche, und hat daraus also einen Aberglauben und Magie sogar gemacht. Und die Stelle will überhaupt nicht das, sondern es geht darum, sich gewissermaßen von Jesus Christus nähren zu lassen als dem leidenden Messias. Aber sicher besteht der Zusammenhang beim Abendmahl: Das ist natürlich auch der Fall, dass man sich vom leidenden Messias in dem Sinn nährt, oder? Aber es beschränkt sich dann nicht auf das, und es ist erst rückblickend, denn der Herr hat noch nicht direkt darauf Bezug genommen.
Ja? Jawohl! Ich muss die Frage wiederholen für die, die auf der Kassette zuhören. Also Offenbarung 13, Vers 8: Ich habe gesagt, die Namen eingeschrieben wurden von Grundlegung der Welt an. Und zu dem Zeitpunkt da in Offenbarung 13 sind sie nicht mehr drin. Wann sind sie gelöscht worden? Ist das die Frage? Hast du richtig verstanden? Jawohl, jetzt ist es natürlich so, das ist in der Grammatik ein echtes Problem. Der Perfekt ist ja eigentlich eine Zeitform, in der zwei Sachen in sich vereinigt werden. Das vereinigt den Aorist, das Punktuelle, und dann das Resultat. Darum ist es oft so, dass je nachdem der Akzent mehr auf dem einen oder auf dem anderen liegt. Da liegt jetzt der Akzent darauf, dass sie jetzt nicht mehr drin sind.
Aber wenn jetzt gesagt wäre, sie seien nie eingeschrieben worden, dann müsste es ein Aorist stehen. Aber die Stelle sagt einfach aus, sie seien jetzt nicht mehr drin. Wann sie gelöscht wurden, das wissen wir jetzt, wenn ihre Gnadenzeit abgelaufen ist. Aber sie sind trotzdem mal eingeschrieben worden, vor Grundlegung der Welt, bei Grundlegung der Welt. Aber Johannes bucht eben eine Zeitform und verneint das: Sie sind nicht eingeschrieben worden und sind jetzt immer noch drin. Das ist gelöscht. Aber du darfst nicht verneinen, dass sie mal punktuell eingeschrieben gewesen sind. Aber das gesamte, eingeschrieben und jetzt noch drin sein, das ist nein. Oder? So ist die Verneinung zu verstehen.
Ja, bitte! Römer 9, wegen der Auserwählung. Ah, ja, das wäre natürlich auch wieder ein Thema für sich. Gut, also wir haben noch genug Themen für die Bibelschultage in Zukunft.
In Römer 9 geht es um die Auserwählung von Israel. Und es wird gezeigt: Gott hat nicht den Ismael ausgewählt, sondern Isaak. Die Araber in Saudi-Arabien, die Ismaeliter, wo Mohammed auch ein Nachgekommener ist, das sind nicht ausgewählte Völker, sondern Isaak. Dann wird auch erklärt: Der Jakob hat zwei Söhne gehabt, der Isaak hat zwei Söhne gehabt, der Jakob und der Esau, aber Gott hat nur den Jakob ausgewählt und nicht den Esau. Und Esau hat sich in Jordanien angesiedelt. Also nicht Jordanier sind das auserwählte Volk Gottes, sondern nur die Nachkommen durch den Jakob.
Was will ich mit dem sagen? Bei dieser Auserwählung hier in Römer 9 geht es nicht um die Auserwählung für das ewige Heil, sondern es geht um die Auserwählung, das Volk Gottes zu sein, das irdische Volk Gottes zu sein. Also es geht nicht um die Frage, aus der Welt gerettet zu werden oder aus der Welt verloren zu gehen. Das ist ja nicht im Vordergrund, ob es um die Auserwählung geht, um die Zusagenverheißung vom auserwählten Volk zu haben oder nicht. Aber es ist uns natürlich klar, dass es einen Haufen Ismaeliter gibt, die gerettet worden sind durch Glauben, und auch Edomiter.
Also es geht in Römer 9 selber gar nicht in erster Linie um die Frage, wie Gott auswählt, wieso er einfach Jakob und Esau nicht. Da wird gesagt: Gott kann wählen, was er will. Das ist seine Souveränität. Aber aus dieser Stelle ableiten, dass Gott gewisse Menschen ausgewählt hätte für die Verdammnis und andere für die Rettung, einfach so, das können wir aus dieser Stelle nicht ableiten.
Dennoch redet die Bibel genau über „auserwählt“ im Blick aufs Heil. 1. Petrus 1,2: Da sagt Petrus vor den Gläubigen, 1. Vers 2: Sie sind auserwählt nach Vorkenntnis Gottes des Vaters durch Heiligung des Geistes zum Gehorsam und zur Blutbesprengung Jesu Christi, also auserwählt, dass das Blut Jesu Christi auf sie angewendet wird, dass sie Vergebung und Erlösung bekommen können.
Jetzt ist aber interessant: Er heißt nicht einfach „auserwählt“, sondern „auserwählt nach Vorkenntnis“. Im Griechischen steht ja das Wort Prognosis, wo wir es kennen von der Wetterprognose. Die Wetterprognose sagt voraus, was für Wetter kommt. Wir haben also vorausgesagt: Heute soll es bis dreißig Grad werden, und am Nachmittag soll es hoch gewittern kommen. Ob das dann stimmt, das ist noch eine zweite Frage, so perfekt ist das auch nicht. Aber da verstehen wir also Prognosen. Die Wetterprognosen bestimmen nicht, dass es heute dreißig Grad wird, denn sie haben überhaupt keinen Einfluss durch ihre Erkenntnis, Vorkenntnis, die das im Voraus sehen, was dann kommt, aber völlig unabhängig von ihnen, ob es sie gibt oder nicht, wegen dem kommt das gleiche Wetter.
Da haben wir: auserwählt nach Vorkenntnis Gottes. Gott hat eine vollkommene Prognose, Prognosis. Er weiß ganz genau, wie jeder Mensch sich in Bezug auf das Heil in Christus verhalten wird, ob er das ablehnt oder ob er bereit ist, sich von Gott zum Heil hinziehen zu lassen. Darum aus der Welt nach Vorkenntnis. Also zuerst ist die Vorkenntnis, und aufgrund der Vorkenntnis tut Gott aus der Welt.
Römer 8, dann haben wir wieder so eine ganz logische Verkettung. Römer 8, Vers 29: Da geht es um die, die Gott liebt, denn welche er zuvor erkannt hat, die hat er auch zuvor bestimmt, dem Bild seines Sohnes gleichförmig zu sein, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. Welche er aber zuvorbestimmt hat, diese hat er auch berufen, und welche er berufen hat, diese hat er auch gerechtfertigt, welche er aber gerechtfertigt hat, diese hat er auch verherrlicht.
Merkt man die logische Reihe? Das Erste ist zuvor erkannt. Die, die er zuvor erkannt hat, die hat er zuvor bestimmt. Und die, die er zuvorbestimmt hat, die hat er berufen. Die, die er berufen hat, die hat er gerechtfertigt. Und die, die er gerechtfertigt hat, die hat er verherrlicht. So ist die Logik. Eins folgt aus dem anderen. Wieder zuvorbestimmt zu der Sohnschaft Gottes können zu gehören, das heißt, dem Bilde seines Sohnes gleichförmig zu werden. Gott können als Vater kennenlernen. Gott hat die Menschen zuvorbestimmt aufgrund seiner Vorkenntnis.
Weil er gewusst hat: Die werden sich zu mir ziehen lassen, die werden dem Zug vom Evangelium nahegehen, dann will ich ihnen auch schenken, dass sie die Sohnschaft dürfen bekommen. Und die, die so zuvorbestimmt sind, die sind dann auch berufen worden, dass sie zum Glauben kommen, und das hat sie gerecht gemacht, sie sind gerechtfertigt worden. So ist die Verkettung. Also müssen wir unterscheiden zwischen der Vorkenntnis und Zuvorbestimmung und Auserwählung auf der anderen Seite. Und sowohl Zuvorbestimmung wie Auserwählung gründet sich immer auf der Vorkenntnis von Gott.
Und das findet man nur positiv. Also was Calvin gemacht hat, er hat das Positive gespiegelt, und er hat gesagt: Wenn es das so gibt, dann gibt es es auch auf die andere Seite, oder? Wenn es eine positive Zuvorbestimmung gibt, dann gibt es auch negative. Aber nicht in der Bibel. Es gibt nur eine positive, und die positive ist aufgrund der Vorkenntnis von Gott.
Ja, wir haben noch eine Minute. Jawohl, da hinten. Jawohl, Epheser 1, Vers 3 und folgende wird auch über die Auserwählung und die Vorbestimmung der Erlösten geredet, die zur Gemeinde gehören. Und es heißt dort, sie seien auserwählt, nicht von Grundlegung, ja, sondern vor. Vorgrundlegung, das heißt also, der Plan zur Gemeinde hat Gott schon gemacht, bevor die Welt erschaffen worden ist. Christentum ist also noch viel älter als Judentum, noch viel älter als die Schöpfung, denn es war schon vorher so. Und das einschreibende Buch vom Leben, das ist mit Erschaffung der Welt geschehen. So hat alles seine Reihenfolge. Jetzt geht's zum Mittag.
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