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Der reiche Jüngling – Teil 8

Jesu Leben und Lehre, Teil 642/676
20.11.2025Markus 10,23-27
SERIE - Teil 642 / 676Jesu Leben und Lehre

Einführung in die Herausforderung des Reichtums für den Glauben

Gott wird Mensch
Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist
Episode 642
Der reiche Jüngling – Teil acht

Inzwischen wissen wir, wie man ewiges Leben bekommt: Man folgt Jesus nach. Damit das gelingt, trennt man sich von allen Bindungen, die das eigene Herz davon abhalten könnten, die ganze Sache mit Jesus zu machen.

Bis dahin ist eigentlich alles klar und einfach – jedenfalls so lange, wie man kein wohlhabender Mensch ist. Die haben nämlich das Problem, dass es für sie unmöglich ist, ins Reich Gottes hineinzukommen, jedenfalls solange Gott ihnen nicht dabei hilft.

Die Schwierigkeit des Reichtums im Blick auf das Reich Gottes

 Markus 10,23-27

Und Jesus blickte umher und sprach zu seinen Jüngern: „Wie schwer werden die, welche Güter haben, in das Reich Gottes hineinkommen!“ Die Jünger aber erschraken über seine Worte.

Jesus antwortete erneut und sprach zu ihnen: „Kinder, wie schwer ist es, in das Reich Gottes hineinzukommen! Es ist leichter, dass ein Kamel durch das Öhr der Nadel geht, als dass ein Reicher in das Reich Gottes hineinkommt.“

Sie gerieten ganz außer sich und sprachen zueinander: „Und wer kann dann gerettet werden?“ Jesus sah sie an und sagte: „Bei Menschen ist es unmöglich, aber nicht bei Gott; denn bei Gott sind alle Dinge möglich.“

Irgendwie ist das schon ein ungewöhnlicher Gedanke: Je besser es einem Menschen geht, desto schwerer tut er sich mit der Errettung. Dabei ist dieser Gedanke nicht neu.

Die Gefahr des Erfolgs und der Täuschung des Reichtums

Wenn Asaph in Psalm 73 Probleme damit hat, dass es dem Gottlosen so gut geht und ihm selbst so schlecht, dann klingt seine Lösung in Psalm 73, Verse 16 bis 19, folgendermaßen:

„Da dachte ich nach, um dies zu begreifen; eine Mühe war es in meinen Augen, bis ich hineinging in das Heiligtum Gottes. Bedenken will ich dort ihr Ende. Fürwahr, auf schlüpfrige Wege stellst du sie. Du lässt sie in Täuschungen fallen. Wie sind sie so plötzlich zum Entsetzen geworden! Sie haben ein Ende gefunden, sind umgekommen in Schrecken.“

Der Reiche, dem es gut geht, bewegt sich auf schlüpfrigen Wegen und lebt in Täuschungen. Er mag ein Leben in Saus und Braus führen, erfolgreich sein und mit allem durchkommen. Doch für ihn kommt definitiv ein Moment des Entsetzens und des Schreckens.

Sein Leben mag für eine Weile attraktiv erscheinen, sein Hochmut mag ihn berühmt machen, und sein Betrug mag ihn reich machen. Aber Vorsicht: Gott verachtet ihn, und der Richter der Welt wird ihn zum Schweigen bringen. So jemand hat keine Zukunft.

Die subtile Täuschung des Wohlstands im Glaubensleben

Was Asaph hier beschreibt, ist eine Gefahr, in der jeder steckt, dessen Leben gelingt. Dazu muss man nicht unbedingt besonders böse oder gottlos sein.

Ein Leben, das von Erfolg und Genuss geprägt ist, vermittelt schnell den falschen Eindruck, man sei auf dem richtigen Weg – selbst dann, wenn Gott im eigenen Denken keine Rolle spielt oder, wie im Fall des reichen Jünglings, nur eine Nebenrolle einnimmt.

Genau darin besteht für religiöse Menschen die subtile, aber tödliche Täuschung. Der äußere Segen wird in Verbindung mit einer Form von Frömmigkeit oder Spiritualität fälschlicherweise als Gottes Wohlwollen gedeutet. Dabei ist der Erfolg keine Belohnung, sondern nur ein Vorspiel zum Gericht.

Wir denken leicht, Gott prüft die Echtheit unseres Glaubens vor allem durch Leid. Doch mir scheint, dass für viele Christen die eigentliche Prüfung nicht im Leid, sondern im Wohlstand besteht. Not treibt den Gläubigen normalerweise ins Gebet und lässt ihn, um Petrus zu zitieren, mit der Sünde abschließen.

Aus Bedrängnis erwächst Gebetskampf und Heiligung. Ganz anders ist es beim Wohlstand. Gerade derjenige, der äußerlich alles hat, läuft Gefahr, dass sich sein Herz von Gott entfremdet.

Die schleichende Gefahr des bequemen Lebens

Wie leicht das geschieht, erkennt jeder, der sich ein normales Christenleben anschaut: In den Zwanzigern brennt man für Gott, in den Dreißigern erlahmt die Begeisterung langsam, in den Vierzigern stagniert das geistliche Wachstum, und in den Fünfzigern – naja, da wird halt der Rasen gemäht.

Woran liegt das? Wo ist der anfängliche Biss geblieben? Wo ist die erste Liebe hin?

Meine Vermutung: Sie erstickt. Erstickt an einem bequemen Leben, das sich jedes Jahr ein wenig mehr um sich selbst und ein bisschen weniger um Jesus dreht.

Reichtum ist nicht böse, aber gefährlich. Wohlstand ist ein Spiel mit dem Feuer.

Lasst mich diesen Gedanken mit ein paar Bibelstellen untermalen.

Biblische Warnungen vor der Gefahr des Reichtums

 Psalm 62,11
Wenn der Reichtum wächst, richtet euer Herz nicht darauf.

 Sprüche 23,4
Mühe dich nicht ab, es zu Reichtum zu bringen, verzichte auf deine Klugheit.

 Matthäus 6,19
Sammelt euch nicht Schätze auf der Erde, wo Motten und Fraß zerstören und wo Diebe durchgraben und stehlen.

 1. Timotheus 6,17
Den Reichen in dem gegenwärtigen Zeitlauf gebiete, nicht hochmütig zu sein, noch auf die Ungewissheit des Reichtums Hoffnung zu setzen, sondern auf Gott, der uns alles reichlich darreicht zum Genuss.

 5. Mose 8,11-14
Nimm dich in Acht, dass du den Herrn, deinen Gott, nicht vergisst. Wenn du isst und satt wirst, schöne Häuser baust und bewohnst, deine Rinder und Schafe sich vermehren, dein Silber und Gold sich mehren und alles, was du hast, sich vermehrt, dann erhebe sich nicht dein Herz und du vergisst den Herrn, deinen Gott.

 Lukas 12,15
Seht zu und hütet euch vor aller Habsucht, denn auch wenn jemand Überfluss hat, besteht sein Leben nicht aus seiner Habe.

 Prediger 5,9
Wer Geld liebt, wird des Geldes nicht satt, und wer den Reichtum liebt, nicht des Ertrages. Auch das ist Nichtigkeit.

Die Auswirkungen des Reichtums auf Herz, Denken und Prioritäten

Soweit ein paar Bibelverse zum Thema Reichtum. Nehmen wir das wirklich ernst. Wohlstand ist eine Gefahr für das geistliche Leben. Er war es schon vor meiner Bekehrung, wie wir beim reichen Jüngling gesehen haben, aber auch danach. Und er ist es auf verschiedene Weise.

Erstens betrifft es das Herz. Reichtum bindet mein Herz. Wo mein Schatz ist, da wird auch mein Herz sein. Reichtum lenkt meine Zuneigung weg von Gott hin zu vergänglichen Dingen. Schritt für Schritt lebe ich dann ein Leben für mich selbst und nicht mehr ganz für Jesus.

Zweitens betrifft es das Denken. Wohlstand erzeugt ein falsches Sicherheitsgefühl und macht blind für die geistliche Realität. Laodizea lässt grüßen, Offenbarung 3,17: „Weil du sagst: Ich bin reich und habe Reichtum erlangt und brauche nichts, und weißt nicht, dass du elend, bemitleidenswert, arm, blind und bloß bist.“

Drittens betrifft es die Prioritäten. Was erstickt geistliches Leben? Die Sorgen der Zeit, der Betrug des Reichtums und die Begierden nach den übrigen Dingen, Markus 4,19. Merken wir uns das gut: Betrug des Reichtums. Reichtum verspricht, was er nicht halten kann. Er verspricht unter anderem Sicherheit, Freiheit und Erfüllung. Damit verdrängt er das Reich Gottes aus dem Zentrum meines Lebens.

Die täglichen Prioritäten verschieben sich auf subtile Weise: ein wenig mehr hin zur Karriere, ein wenig mehr hin zu Spaß und Komfort, ein bisschen weg von der Hingabe ans Evangelium. Das geht langsam, aber über die Jahre wird das Wort Gottes erstickt und bringt keine Frucht.

Schlussgedanken und praktische Anregungen

Reichtum ist nicht böse, aber er ist ein Spiel mit dem Feuer. Möge Gott uns im Umgang damit nüchtern und weise machen.

Was könntest du jetzt tun? Beschreibe mit wenigen Sätzen deine Einstellung zum Geld. Woran machst du deine Einschätzung fest?

Das war's für heute. Drucke dir die sieben Bibelverse zum Thema Geld aus und lies sie für zwei Wochen einmal am Tag durch.

Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden! Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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