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Warnung vor Sorgen – Teil 6

Jesu Leben und Lehre, Teil 525/697
18.02.2025Lukas 12,33
SERIE - Teil 525 / 697Jesu Leben und Lehre

Einführung in das Thema Nachfolge und Freigiebigkeit

Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.

Episode 524: Warnung vor Sorgen, Teil 6

 Lukas 12,33: Verkauft eure Habe und gebt Almosen! Macht euch Beutel, die nicht veralten, einen unvergänglichen Schatz im Himmel, wo kein Dieb sich naht und keine Motte zerstört.

Wir waren bei der Idee stehen geblieben, dass es zur Nachfolge gehört, dass Jünger Jesu ein Herz für Arme entwickeln. Dabei geht es bestimmt nicht nur um Arme, sondern um alle Menschen, die Not leiden. Dazu zählen auch Strafgefangene, Alleinerziehende, alte und einsame Menschen, psychisch Kranke und andere.

Nicht jeder hat die Gabe der Barmherzigkeit und findet seine Erfüllung in der Fürsorge für hilfsbedürftige Menschen. Dennoch sollte sich jeder Christ fragen, wo er Möglichkeiten und Ressourcen hat, um denen beizustehen, die wirklich in Not sind.

Dabei dürfen wir nicht vergessen: Freigiebigkeit wird immer von Freiwilligkeit motiviert.

Freiwilligkeit und Motivation beim Geben

 2. Korinther 9,7: Jeder gebe, wie er sich in seinem Herzen vorgenommen hat, nicht mit Verdruss oder aus Zwang; denn einen fröhlichen Geber liebt Gott.

Der neue Bund kennt keine verpflichtenden Zehnten, die Gott von uns Christen verlangt. Stattdessen liegt es in unserem eigenen Ermessen, wie viel wir geben wollen und geben können. Dabei soll das Geben nicht mit Verdruss oder Zwang geschehen.

Gott liebt den fröhlichen, nicht den verdrießlichen Geber. Geben soll ein Ausdruck von Liebe und Dankbarkeit sein.

Reflexion über asketisches Leben und Besitz

Jürgen, wie würdest du argumentieren, wenn jemand sagt, dass Lukas 12,33 ganz deutlich macht, dass Jünger Jesu asketisch leben sollen?

Ich würde zunächst auf den Zusammenhang verweisen. Unser Text basiert auf der Anwendung eines Gleichnisses, in dem es um einen reichen Mann geht, der im Überfluss lebt.

Anschließend würde ich auf andere Texte aus den Briefen hinweisen. Zum Beispiel 1. Timotheus 6 oder Jakobus 4, wo wohlhabenden Menschen nicht geraten wird, ihren Besitz möglichst schnell loszuwerden. Das Problem mit dem Geld ist primär ein Problem des Herzens, nicht der Menge.

Wie heißt es in den Psalmen, Psalm 62,11: „Wenn der Reichtum wächst, richtet euer Herz nicht darauf.“

Dann würde ich darauf hinweisen, dass die Sprüche Mangel und Armut nicht positiv bewerten. Die Sprüche loben vielmehr die Mitte zwischen Armut und Reichtum.

Die Balance zwischen Armut und Reichtum

 Sprüche 30,7-9:
Zweierlei erbitte ich von dir, verweigere es mir nicht, bevor ich sterbe:
Halt gehaltsloses und Lügenwort von mir fern!

Gib mir weder Armut noch Reichtum, sondern gib mir das Brot, das ich brauche.
Damit ich nicht satt werde und leugne und sage: „Wer ist denn der Herr?“
Und damit ich nicht arm werde und stehle und mich vergreife an dem Namen meines Gottes.

In diesem Zusammenhang würde ich auf meinen Podcast zum Thema Geld, Reichtum und Wohlstand verweisen.

Das Thema bietet verschiedene Blickwinkel. Es gibt falsches Horten, Hamstern und Anhäufen – das ist, wenn jemand mehr spart, als richtig ist.

Aber es gibt auch die nüchterne Vorsorge, weil jeder Vorrat einmal zu Ende geht.

Zwischen diesen beiden Extremen muss jeder seinen Platz finden.

Das wird für den, der die Firma seiner Eltern übernimmt und damit Verantwortung für Arbeitsplätze trägt, anders aussehen als für den, der sich entscheidet, als Missionar nach Tadschikistan zu gehen.

Das Thema Geld ist komplex. Es auf ein simples „Verkauf einfach alles, was du hast“ zu reduzieren, halte ich für falsch.

Andererseits ist es bestimmt nicht verkehrt, mal in Ruhe darüber nachzudenken und zu beten, was man alles hat und ob man wirklich alles braucht.

Investition in den unvergänglichen Schatz

Was will Jesus? Er sagt: Macht euch Beutel, die nicht veralten, einen unvergänglichen Schatz in den Himmeln, wo kein Dieb sich naht und keine Motte zerstört.

Wir sollen Geld in seinem Sinn investieren. Wir sollen uns einen unvergänglichen Schatz in den Himmeln anlegen – einen Sparplan für den Himmelsschatz. Dabei kann die Briefmarkensammlung, die goldene Uhr oder die chinesische Vase ein Anfang sein.

Kommen wir zum letzten Punkt, den Jesus hier betont. In Lukas 12, Verse 33 und 34 heißt es: Verkauft eure Habe und gebt Almosen, macht euch Beutel, die nicht veralten, einen unvergänglichen Schatz in den Himmeln, wo kein Dieb sich naht und keine Motte zerstört. Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.

Das ist der eigentliche Knackpunkt beim Thema Geld, Reichtum und Wohlstand: Es ist die Frage, wofür dein Herz schlägt.

Die Ausrichtung des Herzens auf Gott

Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein. Unsere Loyalität gehört der Sache, die wir am meisten schätzen. Wenn wir also wollen, dass unser Herz an Gott hängt, dann muss sich unser Denken um den Schatz im Himmel drehen. So wie Paulus es formuliert, wenn er schreibt:

 Kolosser 3,1-2: "Wenn ihr nun mit dem Christus auferweckt worden seid, so sucht, was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. Sinnt auf das, was droben ist, nicht auf das, was auf der Erde ist."

Wir sind als Christen dazu berufen, uns über die Dinge droben Gedanken zu machen. Darüber sollen wir nachdenken.

Interessanterweise haben die himmlischen Dinge sehr viel mit der Erde zu tun. Der unvergängliche Schatz in den Himmeln entsteht dadurch, dass wir ganz irdisch Geld in die Hand nehmen und es anderen geben – den Menschen, die es brauchen.

Wir sollen auf das achten, was droben ist, nicht auf das, was auf der Erde ist. Über die Dinge sollen wir nachdenken, die dort, wo Christus ist, relevant sind.

Neue Lebensausrichtung durch Christus

Warum sollen wir so ans Leben herangehen? Weil wir ein neues Leben geschenkt bekommen haben. Wir sind mit Christus auferweckt worden, und dieses neue, ewige Leben richtet sich auf Gott aus.

Das, was dem Herrn Jesus wichtig ist, soll auch für uns wichtig sein. Indem wir unser Leben ganz praktisch in Gottes Reich investieren, wird auch unser Herz an Gott hängen.

Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein (Lukas 12,34).

Beziehung zu Gott als Investition

Heißt das, dass ich mir Nähe zu Gott kaufen kann? Ja, genau das.

Natürlich klingt das erst einmal seltsam – Nähe kaufen. Aber ganz praktisch wird sich die Tiefe meiner Beziehung zu Gott immer in dem Investment zeigen, das ich bringe. Das bedeutet, wie viel Zeit, Geld und Kraft ich investiere.

Wichtig ist: Ich tue das, weil ich Gott vertraue, ihn liebe und aus Dankbarkeit für das, was er getan hat, für ihn leben will. Ich tue das nicht, weil ich einen Deal eingehe – so nach dem Motto: Wenn die Münze im Kasten klingt, springt die Seele in den Himmel.

Ich kann mir das ewige Leben nicht erkaufen. Aber ich kann als Christ dafür sorgen, dass mein Herz an Gott und an Gottes Reich hängt, indem ich meine Ressourcen in seinem Sinn einsetze. Almosen zu geben ist genau das: ein Investment von Geld – in Gottes Sinn!

Abschluss und Ausblick

Was könntest du jetzt tun? Denke noch einmal darüber nach, was dir im Verlauf der sechs Teile „Warnung vor Sorgen“ besonders wichtig geworden ist.

Das war's für heute. Wenn du die Skripte nachlesen möchtest, findest du sie in der App und auf der Homepage.

Der Herr segne dich. Erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.

Jürgens aktuellste Gebets-Infos gibt's hier zum Lesen und Abonnieren.