Serie•Teil 14 / 23Joseph - Durch Leiden zur Herrlichkeit
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Guten Abend, ich begrüsse alle ganz herzlich. Wir stehen in 1. Mose 49 und schauen uns diese reichen Verse des Segens Jakobs über seine Söhne an. Wir sind bis jetzt gekommen bis und mit Juda, also den Segen über Ruben, Simeon, Levi und Juda, und kommen jetzt neu zu Sebulon.
Darf ich bitten, Sven, dass du uns vorliest, mal bis Naftali, bis Vers 21.
Sebulon, am Gestade der Meere wird er wohnen, und am Gestade der Schiffe wird er sein, und seine Seite gegen Sidon hin. Issachar ist ein knochiger Esel, der sich lagert zwischen den Hürden, und er sieht, dass die Ruhe gut und dass das Land lieblich ist. Und er beugt seine Schulter zum Lasttragen und wird zum fronpflichtigen Knecht. Dann wird sein Volk richten wie einer der Stämme Israels. Dann wird eine Schlange sein am Weg, eine Hornotter am Pfad, die in die Fersen des Rosses beisst, und rücklings fällt sein Reiter. Auf deine Rettung harre ich, Herr! Gad, Scharen werden ihn drängen, und er, er wird ihnen nachdrängen auf der Ferse. Von Aser kommt Fettes, sein Brot, und er wird königliche Leckerbissen geben. Naftali ist eine losgelassene Hirschkuh, er, der schöne Worte gibt.
Danke, bis dahin.
Wir haben gesehen, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen dem Segen Jakobs über die zwölf Stämme Israels hier in 1. Mose 49 und dem Wort von Jakobus in seinem Brief an die, an wen wurde der Jakobusbrief geschrieben? An die Zerstreuten. Aber wer? An die zwölf Stämme. Also, wir haben hier Jakob und die zwölf Stämme, und da Jakobus und die zwölf Stämme. Jakobus ist einfach die lateinische beziehungsweise im Griechischen Jakobos die griechische Endung, aber es ist der gleiche Name. Und ich habe schon darauf hingewiesen, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen dem Segen Jakobs hier und dem Jakobusbrief.
Er ist nämlich so aufgebaut, dass man den Brief in zwölf Abschnitte teilen kann, und die entsprechen immer einem Segen hier in 1. Mose 49. Also Ruben hatten wir, ich habe das schon angedeutet, aber nur mit einigen Parallelen, es gibt noch mehr. Ruben entspricht in Jakobus 1, nach dem Titel der Einleitung, den Versen 2 bis 18. Und zwar geht es ja dort um das Problem von Prüfung und Versuchung.
Wir haben gesehen, bei dem Wort über Ruben in 1. Mose 49,2-4, da geht es um Versuchung. Und zwar wurde Bilha, diese junge Frau von Jakob, das war ja die Magd von Rahel, wurde für ihn zur Versuchung, und er hat Unzucht mit ihr begangen, Hurerei, und ist in dieser Versuchung nicht bestanden.
Aber gerade in Jakobus 1, wo es eben um das Thema Prüfung geht, wird gesagt, wenn wir kurz aufschlagen, jetzt gehen wir ein bisschen zwischen 1. Mose 49 und Jakobus hin und her, da heisst es doch in Vers 12, darf ich bitten, Sven: Glückselig der Mann, der die Prüfung erduldet; denn nachdem er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, die er denen verheissen hat, die ihn lieben.
Ja, das war eben bei Ruben nicht der Fall. Und darum ist ja dieser Ausspruch von Jakob über Ruben, das war ja eine schlimme Überraschung für Ruben. Wenn man sich vorstellt, die zwölf Söhne standen da um das Bett, auf dem Jakob als Sterbender sass und noch seine letzten Worte sprach, und er wird plötzlich an seine Vergangenheit erinnert. Die Vergangenheit holt ihn hier nochmals ein, und es wird ihm klargemacht: Weil du da so schwer dich versündigt hast, das war ja sogar Inzest, wird ihm das Erstgeburtsrecht weggenommen. Keinen Vorzug soll er haben.
Aber gerade in Jakobus 1 geht es sehr wohl um Erstgeburt, nämlich in Jakobus 1, Vers 18, da sagt Jakobus: Nach seinem eigenen Willen hat er uns durch das Wort der Wahrheit gezeugt, damit wir eine gewisse Erstlingsfrucht seiner Geschöpfe seien. Die Erstlingsfrüchte, das waren eben die, die den ersten Rang hatten in der Ernte, so wie die Erstgeborenen einen ersten Rang hatten. Also ausgerechnet in diesem Abschnitt erwähnt Jakobus dieses Thema: Wir sind Erstlinge, gewissermassen Erstgeborene.
Und dann ist es so, in diesen ersten Versen spricht Jakobus eben über Prüfung, und dann in Vers 5 über das Problem, wenn jemand Weisheit mangelt. Und wer erklärt, dann kann man Gott bitten um Weisheit, er gibt sie. Aber man soll nicht sein wie der Zweifelnde. Vers 6, liest du mal, Sven:
Jakobus 1,6-8: Er bitte aber im Glauben, ohne irgend zu zweifeln; denn der Zweifelnde gleicht einer Meereswoge, die vom Wind bewegt und hin und her getrieben wird. Denn jener Mensch denke nicht, dass er etwas von dem Herrn empfangen wird. Er ist ein wankelmütiger Mann und steht in allen seinen Wegen.
Ja, also hier wird gesagt, ein Wankelmütiger, der muss da nichts erwarten. Die Fussnote der Elberfelder erklärt wankelmütig, da heisst es eigentlich im Griechischen Doppelherzigen. Die Psychos heisst es, also einer mit zwei Seelen, die Seele ist mal so und eine andere Seele so, also in sich überhaupt nicht mit dem Herrn, sondern gespalten.
Und das sehen wir bei Ruben, wenn wir zurückdenken in der Josefsgeschichte. Da haben die Brüder beschlossen, als Josef nach Dothan kam, wir bringen ihn um. Ruben hat sich nicht dagegen ausgesprochen, obwohl er der Älteste gewesen wäre. Er hätte da als Ältester die Autorität gehabt: Das geht gar nicht. Hat er nicht gemacht. Später haben wir gesehen, hat er sehr wohl versucht, dass er einen Weg finden würde, um Josef später zu retten. Also einmal ist er da beim Mordkomplott dabei, und dann andererseits versucht er, irgendwie mit einem Trick, der aber dann für ihn nicht funktioniert hat, Josef herauszuholen. Und er war wirklich ein Mann ohne Weisheit.
Wir erinnern uns zurück: Vater Jakob war ja so in Bedrängnis, als es darum ging, Benjamin muss mit nach Ägypten hinunter. Wenn ich jetzt noch Benjamin verliere, nachdem ich schon Josef verloren habe. Und dann gibt Ruben nicht gerade einen weissen Rat? Er sagt, wenn wir ihn nicht zurückbringen, dann, nein, noch schlimmer, dann kannst du meine beiden Söhne töten. Wie bitte? Da mangelt schon ein bisschen an Weisheit. Was nützt es, wenn dann noch zwei Enkel dazu tot sind, nachdem Josef angeblich tot war, Benjamin sterben würde, und dann tötete er einfach noch zwei Enkel. Also von Weisheit wirklich nicht gerade eine grosse Spur.
Aber eben, Ruben wird beschrieben als überwallendes Wasser, 1. Mose 49,4: Überwallend wie die Wasser sollst du keinen Vorzug haben. Ein unkontrollierter, wilder Woge war er, als er sich eben verging an Bilha. Und hier haben wir: Der Zweifelnde ist wie eine Meereswoge. Direkter Zusammenhang, nicht wahr? Und dieser Mensch muss nicht meinen, dass er von dem Herrn Erhöhung bekommt, wenn er um Weisheit bittet. Das muss man eben natürlich ganz klar sehen.
Das ist nicht dasselbe wie dieser Mann in Markus 9, der zu dem Herrn kommt, weil die Jünger diesen schrecklichen Dämon, diesen stummen Dämon, nicht austreiben konnten. Und der Herr sagt: Wenn du glaubst. Und er sagt: Herr, ich glaube; hilf meinem Unglauben. Und der Herr hat ihn erhört. Ja, man könnte sagen, das ist ein Zweifelnder. Ja, aber das war eben nicht einer so wie Ruben, ein Dipsychos, also einer mit zwei Seelen in der Brust, der wirklich gegenüber dem Herrn ein gebrochenes Verhältnis hat. Das ist nicht das Gleiche.
Und zwar das Wort Dipsychos kommt noch einmal vor in Jakobus 4, Vers 8. Lies, Sven:
Jakobus 4,8: Naht euch Gott, und er wird sich euch nahen. Säubert die Hände, ihr Sünder, und reinigt die Herzen, ihr Wankelmütigen!
Sehen wir, was dieses Wort hier Wankelmütig in Vers 8 ist? Das wäre das gleiche Wort. An diesen zwei Stellen kommt das vor. Und da wird eben einer angesprochen mit schmutzigen Händen: Säubert die Hände. Einer, der angesprochen wird als Sünder, nicht einfach jemand, der gesündigt hat, sondern als Sünder, der nicht in Gemeinschaft lebt mit dem Herrn, sondern da ist Sünde, die trennt. Ein schmutziges Herz hat: Reinigt die Herzen. Und dann sagt er wirklich, da braucht es eine radikale Umkehr.
Und in diesem Sinn muss man Jakobus 1 verstehen. Also der Zweifelnde, der ein Dipsychos ist, der eben gar nicht wirklich mit dem Herrn den Weg gehen will, der muss nicht erwarten, dass er Weisheit bekommt. Aber der, der zum Herrn kommt, sogar dann, wenn er sagt: Ich glaube, hilf meinem Unglauben, da hilft der Herr, da hört der Herr.
Ja, und dann ist es ja so, dass Jakob sagt zu Ruben, liest du gerade nochmals die Verse 3 und 4 in 1. Mose 49:
Ruben, mein Erstgeborener bist du, meine Kraft und der Erstling meiner Stärke, Vorzug an Hoheit und Vorzug an Macht. Überwallend wie die Wasser sollst du keinen Vorzug haben, denn du hast das Lager deines Vaters bestiegen; du hast es entweiht, mein Bett hat er bestiegen.
Ja, sehen wir, Erstgeborener wird hier genannt, auch der Erstling, der Bezug zu Jakobus 1, Vers 18. Und dann wird hier gesagt: Hoheit, Vorzug an Hoheit, das hatte er eigentlich als Erstgeborener, aber das wurde ihm weggenommen, er wird hier gedemütigt. Und was lesen wir in Jakobus 1, Vers 9?
Der niedrige Bruder aber rühme sich seiner Hoheit, der Reiche aber seiner Erniedrigung; denn wie des Grases Blume wird er vergehen. Denn die Sonne ist aufgegangen mit ihrer Glut und hat das Gras verdorren lassen, und seine Blume ist abgefallen, und die Zierde seines Ansehens ist verdorben. So wird auch der Reiche in seinen Wegen verwelken.
Ja, genau das hat Ruben erlebt. Von seiner Hoheit wurde er erniedrigt, und all seine Blüte wurde umgewandelt eben in verdorbenes Gras, abgefallene Blume, und die Zierde des Ansehens ist verdorben. Und so wird auch der Reiche verwelken. Also auch da ein sehr eindrücklicher Zusammenhang mit diesem Wort.
Und dann geht es in Vers 13 um das Problem der Versuchung und Sünde. Lies noch Jakobus 1,13:
Niemand sage, wenn er versucht wird: Ich werde von Gott versucht. Denn Gott kann nicht versucht werden vom Bösen, er selbst aber versucht niemand. Jeder aber wird versucht, wenn er von seiner eigenen Begierde fortgezogen und gelockt wird. Danach, wenn die Begierde empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod.
Ja, also hier geht es wirklich um Versuchung, um die böse Begierde, die lockt und fortziehen will. Ruben der Fall: Du hast das Lager deines Vaters bestiegen, da du es entweihtest. Ja, und dann kommt eben das Wort über Simeon und Levi. Lies nochmals 1. Mose 49,5:
Simeon und Levi sind Brüder, Werkzeuge der Gewalttat ihre Waffen. Meine Seele komme nicht in ihren geheimen Rat, meine Ehre vereinige sich nicht mit ihrer Versammlung; denn in ihrem Zorn haben sie den Mann erschlagen und in ihrem Mutwillen den Stier gelähmt. Verflucht sei ihr Zorn, denn er war gewalttätig, und ihr Grimm, denn er war grausam. Ich werde sie verteilen in Jakob und sie zerstreuen in Israel.
Ja, also Simeon und Levi werden hier zusammengenommen. Das ist alles Repetition, das haben wir ja im Detail durchgenommen, und wer nicht dabei war, kann das bei den früheren Livestreams nachhören. Aber jetzt kommen wir eben weiter, weil wir schon Vorarbeit geleistet haben.
Simeon heisst, Repetition auf Deutsch kommt es nicht mehr also Erhöhung oder auch einfach Hören. Hören, Shim'on spricht man das aus, Simeon, das kommt von Schaman, Hören, oder auch wenn es in Bezug auf Gott ist, Erhörung.
Und nun haben wir den nächsten Abschnitt in Jakobus 1, Vers 19. Lies noch mal, Sven:
Jakobus 1,19: Daher, meine geliebten Brüder, sei jeder Mensch schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn.
Da haben wir es: schnell zum Hören, langsam zum Reden. Simeon, da kommt der Simeon-Abschnitt bis Vers 21. Und wir haben gesehen, das Problem bei Simeon und Levi war, sie hatten sich vereinigt, die hatten eine tiefe Gemeinschaft, diese zwei, darum sagt er: Simeon und Levi sind Brüder. Und wie beginnt der Simeon-Abschnitt hier? In Jakobus 1, Vers 19 nochmals: Meine geliebten Brüder, sie sollen schnell zum Hören sein.
Und dann wird aber eben gezeigt, dass sie gewalttätig waren, sie haben eine schreckliche Sache angerichtet unter den Leuten von Sichem, und das Ganze war verbunden eben mit ihrem Zorn, mit ihrem sündigen Zorn. Vers 6: Denn in ihrem Zorn haben sie den Mann erschlagen, und auch Vers 7: ihr Grimm, verflucht sei ihr Zorn, zum zweiten Mal, denn er war gewalttätig, und ihr Grimm, denn er war grausam.
Und hier haben wir gehört, Jakobus sagt, Vers 19, langsam zum Reden, langsam zum Zorn. Und dann sagt er in Vers 20: Denn eines Mannes Zorn wirkt nicht Gottes Gerechtigkeit. Sehen wir, wie direkt der Zusammenhang ist. Es geht genau um diesen falschen, sündigen Zorn. Und darum wird hier gesagt: Deshalb legt alle Unsauberkeit und alles Überfliessen von Schlechtigkeit ab. Das war eben genau bei ihnen so. Diese zwei haben überfliessende Schlechtigkeit da ausgeübt.
Und dann haben wir gesehen, dadurch kam ein Fluch über sie. Verflucht sei ihr Zorn, 1. Mose 49,7, denn er war gewalttätig, und ihr Grimm, denn er war grausam. Ich werde sie verteilen in Jakob und sie zerstreuen in Israel. Wir haben letztes Mal angeschaut, dass der Stamm Simeon, der zuerst mal einfach innerhalb von Juda angesiedelt worden war, später sich zerstreut hat bis nach Nordisrael, bis zu den zehn Stämmen hinauf. Das haben wir letztes Mal angeschaut, die Bibelstellen auch gesehen. Aber so wurde das Realität.
Und bei Levi ist es auch so. Haben wir letztes Mal gesehen, die Leviten bekamen ja bei der Landnahme unter Josua schliesslich kein Erbteil, aber sie bekamen 48 Städte unter den Stämmen Israels verteilt. Aber weil Levi in der Sache mit dem goldenen Kalb nach dem Auszug aus Ägypten dem Herrn die Treue gehalten hatte, wurde dieser Fluch in Segen umgewandelt, ihnen wurde schliesslich das Priestertum anvertraut. Sie sollten kein Erbteil haben, sondern sie sollten im Tempel dem Herrn dienen dürfen, also ein besonderes Vorrecht. Und die anderen Stämme, die eben viel Land bekommen sollten, die sollten von der Landwirtschaft eben einen Teil an den Stamm Levi abgeben. Und so wurde diese Zerstreuung zum Segen, dass Levi ein Gottesdiener sein durfte.
Und das führt uns zum nächsten Abschnitt in Jakobus 1, Vers 22. Aber bevor wir das lesen, möchte ich noch etwas aufzeigen. In 5. Mose 33 gibt es auch einen Segen, diesmal von Mose, über Stämme Jakobs. Und wenn wir dort den Segen über Levi lesen, dann klingt das sehr eindrücklich. Lies mal 5. Mose 33, Vers 8 bis 11:
Und von Levi sprach er: Deine Tummim und deine Urim sind für deinen Frommen, den du versucht hast bei Massa, mit dem du hadetest beim Wasser von Meriba; der von seinem Vater und von seiner Mutter sprach: Ich sehe ihn nicht; und an seine Brüder nicht kannte und von seinen Söhnen nichts wusste. Denn sie haben dein Wort gehalten, und deinen Bund bewahrten sie. Sie werden Jakob deine Rechte lehren und Israel dein Gesetz. Sie werden Räucherwerk legen vor deiner Nase und Ganzopfer auf deinen Altar. Segne, Herr, sein Vermögen, und das Werk seiner Hände lass dir wohlgefallen. Zerschmettere die Lenden derer, die sich gegen ihn erheben, und die seiner Hasser, dass sie nicht mehr aufstehen.
Ja, also da wird Levi gesegnet. Er darf lehren, das Wort Gottes weitergeben, das war der Auftrag des Stammes Levi, und eben Opfer bringen. Sie werden Weihrauch legen vor deine Nase und Ganzopfer auf deinen Altar. Und wer sie angreift, wird eben unter den Fluch kommen.
Und jetzt schauen wir den Abschnitt von Levi an in Jakobus 1, Vers 22. Da liest du:
Jakobus 1,22-25: Seid aber Täter des Wortes und nicht allein Hörer, die sich selbst betrügen. Denn wenn jemand ein Hörer des Wortes ist und nicht ein Täter, der gleicht einem Mann, der sein natürliches Angesicht in einem Spiegel betrachtet; denn er hat sich selbst betrachtet und ist weggegangen, und er hat sogleich vergessen, wie er beschaffen war. Wer aber in das vollkommene Gesetz, das der Freiheit, nahe hineinschaut und darin bleibt, in dem er nicht ein vergesslicher Hörer, sondern ein Täter des Werkes ist, der wird glückselig sein in seinem Tun.
Ja, also wir haben von Levi gesehen, er wird gelobt in 5. Mose 33, Vers 9b: Denn sie haben dein Wort gehalten, deinen Bund bewahrten sie. Seid aber Täter des Wortes! Und eben der Täter ist im Gegensatz zu dem, der nur einfach das Wort hört, aber es nicht tut. Und schliesslich Vers 25: Sondern ein Täter des Werkes, der wird glückselig in seinem Tun. Und so wurde Levi gewissermassen glückselig gepriesen.
Und jetzt geht es weiter, Vers 26 in Jakobus:
Wenn jemand meint, er diene Gott, und zügelt nicht seine Zunge, sondern betrügt sein Herz, dessen Gottesdienst ist nichtig. Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott und dem Vater ist dieser: Waisen und Witwen in ihrer Drangsal besuchen, sich selbst von der Welt unbefleckt zu erhalten.
Jawohl, hier geht es um Gottesdienst, ein wahrer Gottesdienst, Vers 26. Levi ist eben der Stamm, der den Auftrag hatte, Gottesdienst zu üben. Also auch da ein sehr direkter Zusammenhang.
Und dann kommen wir zum Abschnitt über den Stamm Juda. Das wäre dann in Jakobus Kapitel 2, 1 bis 26, das ganze Kapitel. Und da erinnern wir uns: Letztes Mal haben wir den Segen über Juda genau studiert. Und was war dort das Besonderste, das Herzergreifendste?
Ja, also von Juda sagt Jakob voraus, dass der Messias, dort Schilo genannt, zu Deutsch Friedebringer, Ruhbringer, dem dann die Völker sich anschliessen werden, der kommt aus dem Stamm Juda. Juda wird vorgestellt als der Stamm, der über die anderen regieren wird. Lies nochmals 1. Mose 49,8:
Dich, Juda, dich werden deine Brüder preisen; deine Hand wird auf dem Nacken deiner Feinde sein; vor dir werden sich niederbeugen die Söhne deines Vaters.
Also, die anderen müssen gehorchen. Und so wurde ja schliesslich der Stamm Juda gewählt, mit David als erstem König über Israel nach den Gedanken Gottes, ein Mann nach dem Herzen Gottes, und ihm wurde versprochen, dass eben weitere Könige von ihm abstammen werden, die über Israel regieren werden, und schliesslich wird der Messias von Juda abstammen und am Ende der Zeit König sein über die ganze Welt.
Und Juda wird also vorgestellt als der Stamm, der verglichen wird mit einem Löwen. Und wir haben gesehen letztes Mal, auf Magen 5 wird der Herr Jesus auch genannt: Der Löwe aus dem Stamm Juda hat überwunden. Also es geht hier um den König. Wir haben auch gesehen, die Verheissung in Vers 10: Nicht weichen wird der Herrscherstab. Das Wort im Hebräischen, Mechokek, heisst Herrscherstab, aber auch Herrscher und auch Gesetzgeber, zwischen seinen Füssen weg, bis Schilo kommt.
Nun, nirgends im Jakobusbrief wird der Herr Jesus so in seiner erhabenen königlichen Herrlichkeit vorgestellt wie gerade in diesem Juda-Abschnitt. Lies Jakobus 2, Vers 1:
Meine Brüder, habt den Glauben unseres Herrn Jesus Christus, des Herrn der Herrlichkeit, nicht mit Ansehen der Person.
Ja, also dieser Name, wenn man sich die Namen Gottes anstreicht, hat man hier wieder einen Namen aus diesen Hunderten von Namen in der Bibel: Unser Herr Jesus Christus, der Herr der Herrlichkeit. Das ist der König aus dem Stamm Juda.
Interessant ist: Gerade in diesem Abschnitt wird über das Königreich gesprochen, sonst ja nicht, aber genau in diesem Abschnitt. Lies du mal Jakobus 2, Vers 5:
Hört, meine geliebten Brüder: Hat Gott nicht die weltlich Armen auserwählt, reich zu sein im Glauben und zu Erben des Königreichs, das er denen verheissen hat, die ihn lieben?
Also, das Wort Reich im Griechischen Basileia heisst eigentlich Königreich. Das wäre eigentlich schön gewesen, hätte man in der Elberfelder Reich jeweils mit Königreich übersetzt. Es ist schon richtig Reich, aber es wird dann noch klarer, weil in Basileia da steckt das Wort Basileus, König, drin, und im Englischen steht da jeweils Kingdom, da steckt das Wort King drin. Das ist eben das Königreich. Ja, und da geht es hier um das Königreich.
Und weiter wird hier gesprochen in diesem Abschnitt über das königliche Gesetz, 2, Vers 8:
Wenn ihr wirklich das königliche Gesetz erfüllt nach der Schrift: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, so tut ihr recht. Wenn ihr aber die Person anseht, so begeht ihr Sünde und werdet von dem Gesetz als Übertreter überführt.
Ja, danke. Und da geht es also auch um das Gesetz, wiederholt, nicht wahr? Haben wir gesehen, um das königliche Gesetz, und im Gesetz und in dem Juda-Segen da spricht eben Jakob über den Gesetzgeber, der nicht weichen wird von Juda. Und hier geht es um falsches Gericht, nicht wahr? In Vers 4 sagt Jakobus, liest du da? 2,4?
Und ihr habt nicht unter euch selbst einen Unterschied gemacht und seid Richter mit bösen Gedanken geworden?
Hört, meine geliebten Brüder: Hat Gott nicht die weltlich Armen auserwählt, reich zu sein im Glauben und zu Erben des Königreichs, das er denen verheissen hat, die ihn lieben?
Da geht es um das Thema Richten, Gesetz, genau so, wie eben über den Gesetzgeber oder Richter in dem Abschnitt über Judas Segen in 1. Mose 49 gesprochen wird.
Und noch etwas möchte ich erwähnen, und zwar wird in diesem Abschnitt die Hure Rahab erwähnt, Jakobus 2, Vers 25:
Ist aber ebenso nicht auch Rahab, die Hure, aus Werken gerechtfertigt worden, da sie die Boten aufnahm und auf einem anderen Weg hinausliess?
Ja, die Hure Rahab, eine Kanaaniterin, sie kam zur Umkehr, wurde vor dem Gericht Gottes verschont, und dann wurde sie in welchem Stamm aufgenommen in Israel? Sie durfte übertreten ins verheissene, ins auserwählte Volk. Ja, nochmals, der Stamm Juda hat sie aufgenommen. Und diese Frau mit einer schrecklichen Vergangenheit als Prostituierte, die aber eine völlige Umkehr erlebt hatte, durfte einen jüdischen Mann heiraten. Darum steht sie auch in dem königlichen Geschlechtsregister, in Matthäus 1 wird sie auch mit Namen erwähnt, das königliche Geschlechtsregister, das bis auf Josef geht, und auch in dem Geschlechtsregister des Herrn Jesus nach seiner Abstammung über Maria, die gehen ja beide zurück bis auf König David, und dann sind sie genau gleich. Also auch Maria stammte von Rahab aus dem Stamm Juda, genauso wie auch Josef von Rahab abstammte. Bis König David war das Geschlechtsregister gleich, und dann trennte es sich. Das von Josef geht über Salomo, und das von Maria geht über einen Bruder, über Nathan.
Ja, also genau in diesem Abschnitt wird das mit Rahab aus dem Stamm Juda erwähnt. Und da möchte ich noch auf ein Detail hinweisen: In Vers 7 geht es um das Thema, Gott zu preisen, anzurufen. Jakobus 2, Vers 7. Also bei mir steht: Lästern denn nicht sie den guten Namen? Das ist nicht ja, aber geh weiter, lies den ganzen Vers.
Lästern denn nicht sie den guten Namen, der über euch angerufen worden ist?
Ja, also es geht hier um den guten Namen. Das ist der Name Gottes, der über dem Stamm oder eben über den Gläubigen angerufen worden ist, und das Wort Juda heisst Preisen, Lobpreis. Also ganz interessante Parallelen, nicht wahr? Ich werde nächstes Mal ein Skript abgeben, wo alle diese Parallelen und je nachdem noch ein bisschen mehr sind. Also man muss jetzt nicht einfach denken, jetzt habe ich manches verpasst und habe die Pingpongbälle nicht alle erwischt, das ist ganz normal. Es ging mir vielmehr darum, dass man es einmal gehört hat, und dann muss man nochmals drübergehen, und dann fängt man die Bälle. Also das werde ich dann nächstes Mal, so Gott will, abgeben.
Und wir gehen jetzt weiter. Was wir ganz am Anfang gelesen haben mit Sebulon, 1. Mose 49,13:
Sebulon, am Gestade der Meere wird er wohnen, und am Gestade der Schiffe wird er sein, und seine Seite gegen Sidon hin.
Solche, die der Bibel gegenüber kritisch sind, die würden sagen: Also diese Prophetie hat sich ja gar nicht erfüllt. Sind wir auf der Karte? Sebulon, wo liegt Sebulon? Hier nicht am Mittelmeer und auch nicht am See Genezareth, allerdings fällt auf, gerade zwischen Mittelmeer und See Genezareth, nicht wahr? Aber jetzt könnte jemand sagen, das ist falsche Prophetie, es wurde ja vorausgesagt, Sebulon wird am Strand des Mittelmeers wohnen. Was macht man da?
Ja, für Leute, die bibelkritisch sind, ist die Sache erledigt. Die Bibel ist halt ein Buch voller Fehler. Und der Unterschied ist eben der: Der Gottesfürchtige, der geht der Sache nach. Und so habe ich das erlebt in über fünfzig Jahren Bibelstudium. So viele Themen sind aufgekommen, da ein Problem, da ein Problem, da scheint es einen Widerspruch zu geben. Und die Erfahrung von über 50 Jahren war: Eine Schwierigkeit nach der anderen wurde aufgelöst. Manchmal sofort, manchmal musste man ein bisschen warten, und manchmal sogar sehr lange warten, aber wirklich, das ist die Erfahrung.
Aber wer keine Gottesfurcht hat, der geht an die Bibel ran, und wenn etwas nicht passt, ist für ihn klar: Die Bibel ist falsch. Und das ist auch das Typische in der liberalen Theologie. Da wird die Bibel dargestellt als ein fehlerhaftes Buch, und es ist eigentlich sehr typisch für die liberale Theologie, dass da Intellektuelle alles in Frage stellen ausser ihrem eigenen Wissen. Da sind sie völlig unkritisch, nicht wahr? Und darum habe ich auch vor Jahren einmal einen Vortrag gehalten, da kann man immer noch nachhören im Internet, auf Sermon Online: Kritik an der Bibelkritik. Ja, wir sind auch kritisch, aber wir sind kritisch gegenüber den Bibelkritikern.
Und jetzt hier geht es darum: Wenn so eine Schwierigkeit ist, dann gibt es verschiedene Ansätze, wie man die lösen kann und wie man da herangeht. Ein Punkt ist natürlich der, man schaut nach: Was steht im Grundtext ganz genau? Bei Vers 13: Chof, das heisst Küste. Aber der Punkt ist eben der, es heisst dort lechow. Und le heisst nicht einfach zwingend am Strand, sondern zum Strand hin, hin zu. Und das ist nicht eine sehr neue Erkenntnis, das kann man zum Beispiel schon im neunzehnten Jahrhundert nachlesen bei Keil und Delitzsch, die haben einen Kommentar geschrieben über das ganze Alte Testament, und das ist eine Fundgrube heute noch. Und wir haben schon darauf hingewiesen: le heisst eben hin zu, also ausgerichtet auf die Küste. Die sind nicht weit weg vom Mittelmeer. Und auch nicht weit weg vom See Genezareth, und darum heisst es hier nämlich: Sebulon, hin zum Gestade der Meere, in der Mehrzahl.
Haben Sie das gemerkt? Nicht einfach zum Meer, einfach das Mittelmeer. Und man muss wissen, in der Bibel, in der biblischen Sprache Jam, was Meer heisst, wird aber auch verwendet für den See Genezareth. Und auch heute sagt man auf Hebräisch: See Genezareth, Jam Kinneret, Meer oder eben See von Genezareth, Kinneret. Also hin und so ist die Erfüllung genau. Der Stamm liegt genau zwischen diesen beiden Yamim, Meeren, und so hatten sie nicht einen besonders weiten Weg zum Mittelmeer, und auch nicht einen besonders weiten Weg zum See Genezareth. Beides war natürlich für Wirtschaft und für Handel bedeutsam. Das Mittelmeer sowieso, aber auch der See Genezareth war wichtig für Handel und für Transport von Gütern.
So heisst es: Sebulon, zum Gestade der Meere hin wird er wohnen. Das ist ein Wortspiel, weil Sebulon heisst Wohnung, also in hebräischen Ohren Zwolon, Wohnung, hin zum Gestade der Meere wird er wohnen. Und eben zum Gestade der Schiffe wird er sein. Und die Schiffe? Das sind eben die wichtigen Hilfsmittel für grossen Handel, Verschieben von Gütern, das wird hier erwähnt. Und seine Seite gegen Sidon hin, also auch nicht so weit weg wie zum Beispiel Juda von Sidon da oben im heutigen Libanon, ganz grossen Handelsstädte in der biblischen Zeit. Und da sieht man also, Sebulon hat da besondere Ambitionen für Güterverschiebung und Handel.
Jetzt gehen wir zum Jakobusbrief, Handel mit Schiffen. In Jakobus 3 geht es um die Zunge, die schwierig zu zügeln ist, und dann erklärt Jakobus: Der Mensch hat Gewaltiges erreicht, er kann Schiffe bauen und die ganz genau steuern, sogar auf dem wilden Meer. Und lies uns mal vor Jakobus 3, Vers 4. Der Sebulon-Abschnitt ist also 1 bis 4, aber wir lesen nur Vers 4:
Siehe, auch die Schiffe, die so gross sind und von heftigen Winden getrieben werden, werden durch ein sehr kleines Steuerruder gelenkt, wohin irgend die Absicht des Steuermanns will.
Ja, sieht man, es geht da um Schiffe in Verbindung mit dem Mittelmeer und dem See Genezareth, und genau in dem Sebulon-Abschnitt geht es da um Schiffe, die der Mensch mit Steuerruder lenken kann und den Wind dafür ausnützen kann.
Wir gehen weiter zu Issachar. Lies du nochmals den Segen über Issachar, 1. Mose 49,14 und 15:
Issachar ist ein knochiger Esel, der sich lagert zwischen den Hürden, und er sieht, dass die Ruhe gut und dass das Land lieblich ist, und er beugt seine Schulter zum Lasttragen und wird zum fronpflichtigen Knecht.
Issachar, was heisst der Name? Wie?
Er bringt Lohn.
Ja, oder es gibt Lohn, ja, es gibt Lohn oder er bringt Lohn. Merkt man das Wortspiel? Der fronpflichtige Knecht? Ja, das ist der, der eben gerade nicht Lohn bekommt, sondern als Sklave umsonst arbeitet und abgeben muss. Also da ist ein Wortspiel: Es gibt Lohn, aber er wird leider zum fronpflichtigen Knecht.
Nun, der Stamm Issachar, sehen wir auf der Karte, bekam sein Gebiet in der Nähe des Sees Genezareth auch wieder. Und was hier jetzt eben nicht genau eingezeichnet ist: Er bekam auch noch die Jesreel-Ebene. Sehen wir hier dieses Horn da ins Mittelmeer hinaus, da südlich von dem Stamm Aser. Das ist der Ort von heute Haifa, Haifa, Haifa. Ja, und gerade im Hinterland von Haifa, da am Fuss des Karmel, da ist die gewaltige Jesreel-Ebene. Und man kann das nachlesen, nur wenn ich die Karte korrigiere. Das muss man leider immer wieder. Die Karten in den Lexika haben oft auffällige Fehler, aber ich habe diese Karte genommen, weil die in manchen Hinsichten besser war als wieder andere Karten. Aber hier bin ich genau in Josua 19, Vers 18 wird nämlich darauf hingewiesen, dass der Stamm Issachar Jesreel bekommt.
Was heisst Jesreel, der Name der Ebene? Jerry, du weisst doch alles.
Gott wird säen.
Und zwar ist das eine der Kornkammern von Israel, nebst der Scharon-Ebene entlang dem Mittelmeer südlich von Haifa. Ich habe erklärt, wo Haifa liegt, da auf der Karte. Haifa gibt es in der Bibel nicht. Der Ort gerade nördlich von Haifa heisst im Neuen Testament der Apostelgeschichte Ptolemais, da kommt der Apostel Paulus hin, und Ptolemais entspricht dann Akko. Akko und Haifa sind heute miteinander verbunden. Und südlich, eben entlang des Mittelmeeres, südlich von Haifa, da ist die Scharon-Ebene, da ist auch eine Kornkammer Israels, und eben die Jesreel-Ebene. Und auch heute, da wird in grossem Stil wunderbare Landwirtschaft betrieben. Also jedes Bauernherz schlägt höher, wenn er durch die Jesreel-Ebene reist. Und die bekommt Issachar.
Er wird beschrieben als knochiger Esel, das heisst ein kräftiger Esel, aber der nicht nur gerne viel arbeitet, sondern es heisst, er lagert sich zwischen den Hürden. Das ist ja nicht falsch, nicht wahr? Wenn das Verhältnis zwischen Ruhe und Arbeit gut ist, dann ist Lagern sehr wichtig, und darum lesen wir auch in Psalm 23 von dem guten Hirten: Er lagert mich auf grüner Aue. Das ist wichtig, damit man wieder aktiv sein kann, muss man lagern. Also Issachar, dieser kräftige Esel, lagert sich gerne da zwischen den Hürden. Das sind die Hürden, das sind die Zäune der Weiden. Und dann weiter: Und er sieht, dass die Ruhe gut und dass das Land lieblich ist. Also er liebt es, wenn es nicht Unruhe, Revolution und Krieg gibt, er liebt den Zustand des Friedens. Das ist positiv. Und er sieht das Land Israel, es ist lieblich, und gerade diese Jesreel-Ebene ist lieblich.
Und dann sehen wir, aber er ist auch bereit zum Arbeiten, er beugt seine Schulter zum Lasttragen. Also nicht nur Ruhe, sondern er ist eben bereit, als knochiger Esel Arbeit zu leisten. Und er ist sogar bereit, sich in der Arbeit ausnutzen zu lassen, denn der fronpflichtige Knecht, der wird ausgenutzt. Ja, das ist eine Prophetie über Issachar, und es ist eben so, dass er also bereit war für harte Bauernarbeit, aber er war auch bereit, sich von fremden Mächten unterdrücken zu lassen.
Und es ist so, dass die Handelsroute in biblischen Zeiten, die ging durch die Jesreel-Ebene. Da kamen eben immer wieder fremde Armeen gerade diesen Weg, und so wurde Jesreel eben in der Geschichte der Ort vieler Kriege. Dazwischen Ruhe, schöne Landwirtschaft und dann wieder Krieg. Das geht zurück bis in die alte Geschichte der Ägypter, die gekämpft haben in der Jesreel-Ebene. Und durch die ganze Geschichte haben wir da Schlachten, bis in den Ersten Weltkrieg. Welche grosse Schlacht war dort in Jesreel? Die Briten gegen die Türken. Das war ja der Moment, wo schliesslich Palästina, wie man das Land Israel damals nannte, durch die Briten erobert wurde, und zwar in einer ganz entscheidenden Schlacht in Jesreel. Und der damalige General Allenby bekam dann den Titel Allenby of Hamageddon.
Ja, weil die Jesreel-Ebene, das habe ich bisher noch nicht gesagt, die hat auch einen anderen Namen in der Bibel. In Offenbarung 16 wird die genannt Hamageddon. Und dort wird ja auch diese bedeutsame Endzeitschlacht, wenn der Jesus wiederkommt, stattfinden in Issachar, in Issachars Jesreel-Ebene.
Ja, und dann gehen wir weiter, Vers 16 zu Dan:
Dan wird sein Volk richten wie einer der Stämme Israels. Dan wird eine Schlange sein am Weg, eine Hornotter am Pfad, die in die Fersen des Rosses beisst, und rücklings fällt sein Reiter. Auf deine Rettung harre ich, Herr!
Bevor wir damit dann weitergehen, machen wir noch die Verbindung zum Jakobusbrief mit Issachar. Schlagen auf den Issachar-Abschnitt. Nun ist es so, auf dem Skript, das ich dann austeilen werde, wird klar werden, dass die Reihenfolge genau gleich ist, von Ruben über Simeon, Levi, Juda, Sebulon. Aber dann ist die Reihenfolge ein bisschen anders. Zuerst kommt der Naftali-Abschnitt in Kapitel 3, Verse 5 bis 12, und dann kommt der Issachar-Abschnitt, und zwar ab Vers 13.
Lies du mal in Jakobus 3, Vers 17 und 18:
Die Weisheit von oben aber ist erstens rein, dann friedsam, milde, folgsam, voll Barmherzigkeit und guter Früchte, unparteiisch, ungeheuchelt. Die Frucht der Gerechtigkeit aber wird in Frieden denen gesät, die Frieden stiften.
Ja, wir haben ja gesehen, dieser Issachar liebt nicht Krieg, er liebt die Ruhe und den Friedenszustand. Und genau hier wird gesagt: Die Weisheit von oben aber ist erstens rein, dann friedsam. Und wir haben gelesen in Vers 18: Die Frucht der Gerechtigkeit wird in Frieden denen gesät, die Frieden stiften. Das ist das, was Issachar möchte. Und wir haben gesehen, Issachar ist auch bereit zu dienen und seine Schulter unter die Last zu stellen, und da haben wir in Vers 17: Die Weisheit von oben aber ist erstens rein, dann friedsam, milde, folgsam. Das ist Issachar, der folgsame Esel, der bereit ist für Arbeit.
Und hier wird dann eben der Kontrast aufgezeigt, das, was Issachar nicht mochte. In Vers 14 wird gesprochen: Wenn ihr aber bitteren Neid und Streitsucht in eurem Herzen habt ... Und weiter in Vers 15, da wird gesprochen über eine irdische, sinnliche, teuflische Weisheit, die gekennzeichnet ist von Neid, Streitsucht, Zerrüttung und jeder schlechten Tat.
So, und jetzt gehen wir weiter zu Dan. Was heisst Dan auf gut Deutsch?
Richter.
Ja, Dan heisst Richter. Ja, manche Juden, die früher Dan hiessen, und dann die Söhne nannten sich zum Beispiel Ben Dan, Sohn von Dan, die haben dann aber als Juden eben in Europa ansässig wurden, im deutschsprachigen Raum, begonnen, ihre Namen anzupassen an die deutsche Sprache. Und als die Familiennamen eingeführt wurden, haben dann manche eben den Namen Richter angenommen. Also wer Richter heisst, kann damit rechnen, dass in seinem Stammbaum jüdische Abstammung ist, von einem Dan.
Und da wieder ein Wortspiel, merken wir, ständig diese Wortspiele: Dan wird sein Volk richten. Wie einer der Stämme Israels, das bedeutet, er wird seine Identität als Stamm bewahren und trotzdem die anderen Stämme richten. Es ist nicht so, dass er aufgeht in den anderen Stämmen, sondern er ist als Stamm Dan unabhängig, aber regiert über die anderen Stämme. Und er wird verglichen mit einer Schlange am Weg, und zwar eine ganz bestimmte Art, nämlich die Hornotter, die nennen wir heute eher im heutigen Deutsch die Hornviper. Ja, wie sieht die aus? Das ist ganz speziell. Ja, die hat wirklich Hörner oberhalb der Augen. Gerade in der Wüste ist sie sehr typisch, sie vergräbt sich im Sand, und dann guckt einfach ihr Kopf mit den Hörnern raus. Sie ist sandfarben, man sieht sie praktisch nicht.
Darum, das ist natürlich ein übles, eine üble Bestie, wenn da einer kommt auf dem Pferd und das Pferd sieht nicht mal die Schlange, und dann beisst die, ist eine Giftschlange, in den Fuss, also in das Bein des Rosses, und dann geschieht die Katastrophe. Das Pferd kriegt Panik und wirft den Reiter ab, und dann hat die Schlange nochmals ein Opfer, um zuzubeissen. Also dann ein hinterhältiger Schlangenstamm.
Und es ist so in der Geschichte Israels, das erste Mal, dass Gotteslästerung auftrat. Wo war das? Nein, noch früher, also Gotteslästerung. Wie? Gut, das war im Garten Eden, aber ich meine jetzt in der Geschichte Israels, wo da eben zum ersten Mal Gotteslästerung auftaucht in 3. Mose. Da lesen wir von einem jungen Mann, der den Namen des Herrn lästerte, und der war aus dem Stamm Dan.
3. Mose 24,10-11: Und der Sohn einer israelitischen Frau, er war aber der Sohn eines ägyptischen Mannes, ging aus unter die Kinder Israel; und der Sohn der Israelitin und ein israelitischer Mann zankten sich im Lager. Und der Sohn der israelitischen Frau lästerte den Namen des Herrn und fluchte ihm; und sie brachten ihn zu Mose. Der Name seiner Mutter aber war Schelomit, die Tochter Dibris, vom Stamm Dan.
Ah, da haben wir es. Dann wird er ins Gefängnis getan und schliesslich hingerichtet. Also er hat den Namen des Herrn mit Grossbuchstaben in der deutschen Übersetzung, das ist der Name, der Eigenname Gottes, Jahwe, bewusst gelästert, das war im Stamm Dan.
Das ist eben nicht Gotteslästerung, dort geht es vielmehr um die Stämme. Ja, und zwar welcher Stamm? Du sagst die Stämme, der Stamm Dan. Richter 17,18 hat zum ersten Mal offenen Götzendienst in Israel eingeführt. Man muss wissen, das Buch der Richter, das geht chronologisch vom Anfang bis Kapitel 16 nach einer Einleitung, dann ab Kapitel 3 ganz chronologisch bis 16, und dann kommt ein Anhang, also 17 bis 21 ist ein Anhang und geht zeitlich wieder an den Anfang der Richterzeit zurück. Das sieht man im Buch der Richter selbst. Und so ist also diese Einführung ganz am Anfang der Richterzeit gewesen, dass der Stamm Dan Götzendienst eingeführt hat.
Gotteslästerung und Götzendienst, und das sind Dinge, die in der Endzeit nochmals eine besondere Bedeutung haben werden, nämlich in der antichristlichen Zeit. Wenn der Antichrist auftreten wird, nach Daniel 11,36-39 wird der König in Israel sein. Und wenn wir Offenbarung 13 lesen, dann sehen wir, diese Zeit wird charakterisiert werden von Götzendienst, der Antichrist wird ein Götzenbild machen, das sprechen kann, und er verlangt, dass alle dieses Bild anbeten müssen. Und das Tier aus dem Meer, sein Freund, wird charakterisiert sein von Gotteslästerung, alles in Offenbarung 13.
Und es ist eben so, dass wir hier eine Prophetie haben über den Antichristen, die aus dem Stamm Dan kommen wird. Er wird diese Schlange sein und wird eben das Volk richten. Es ist ja so, in der Bibel ist der König immer auch oberster Richter, also Richter bedeutet auch König sein. Dan wird sein Volk richten, Dan ist eine Schlange am Weg, eine hinterhältige Hornviper. Und so wird er die Masse in Israel verführen und den Reiter zu Fall bringen.
Und dann schreit gewissermassen Jakob in Vers 18: Wo besteht es gerade, bitte? Entschuldigung? Ja, jemand anders? An dieser Stelle wirklich ein Ausruf von Vater Jakob: Auf deine Rettung harre ich, Herr!
Ja, dann gibt es nur noch ein Harren, dass der Messias, der wahre Messias, kommt, der Jesus. Und so ruft Jakob hier aus: Auf deine Rettung harre ich!
Ich werde nächstes Mal nochmals zurückkommen auf Sebulon, Issachar. Ich habe gesehen, wir sind immer so in Stufen vorwärts gegangen, wieder zurück. Aber dann nicht einfach das Gleiche, sondern wir haben dann auf dem bereits Erarbeiteten aufgebaut. Und jetzt machen wir das auch so. Nächstes Mal will ich zeigen, dass Sebulon und Issachar prophetisch Bilder sind auf die Zeit Israels Zerstreuung unter die Völker, wo sie den Völkern dienstbar werden, wie Issachar zum fronpflichtigen Knecht wird, und wo sie unter den Völkern Handel treiben. Und wirklich, die haben es gekonnt. Ja, die haben in Bezug auf Welthandel eine ganz bedeutende Rolle gespielt, natürlich, weil man sie gezwungen hat. Man hat sie überall beschnitten, und sie durften das nicht und diesen Beruf nicht, und dann haben sie halt diese Berufe gemacht, die sie konnten. Und dann waren sie viel besser als die anderen.
Ja, warum sind Juden oft einfach in dem und dem und dem Gebiet besser als die anderen? Das ist ganz einfach so. Eine jiddische Mama, beschreibe ich mal, wie sie typisch ist, hat zwei Jungs: Das ist Samuel, das ist unser Arzt. Ach so, die Mutter weiss schon, er ist fünf, und die weiss schon, er wird Arzt. Und das ist Michael, das ist unser Rechtsanwalt. Nun, die jüdische Mutter weiss, meine Jungs, die werden immer gemobbt werden, und die werden auch immer die Wege verschlossen bekommen, und darum müssen sie einfach zehnmal besser sein als die anderen. Und das haben sie gemacht. Und darum haben sie auch die Nobelpreise abgeräumt. Weltweit hat kein Volk so viele Nobelpreise gewonnen wie das jüdische Volk.
Ich werde nächstes Mal das zeigen im Zusammenhang mit Sebulon, Handel und Issachar, der fronpflichtige Knecht weist das hin auf diese zweitausend Jahre, nachdem Schilo gekommen ist. Wir hatten letztes Mal gesehen bei Juda: Schilo ist gekommen vor zweitausend Jahren, und ihm haben sich die Völker angeschlossen. Wir haben gesehen, Millionen haben den Messias, Jesus, erkannt. Und dann, nach diesen zweitausend Jahren, sehen wir, kommt dann die antichristliche Zeit mit Dan. Der Antichrist wird kommen, Dan wird sein Volk richten, und dann ruft eben Vater Jakob: Auf deine Rettung harre ich, Herr!
Und Frage: Was steht im Hebräischen für Rettung hier? Sag es mal ganz genau.
Sehr schön! Also nicht Jeshua, das wäre der Name Jesus auf Hebräisch, sondern Jeshua. Aber hätte ich jetzt hier eine Tafel, ich kann das nächste Mal dann projizieren, dann Jeshua schreibt man genau gleich wie der Name Jesus: Jeshua. Der Unterschied ist nur, dass man hier bei Rettung noch ein H hinten anhängt. Der einzige Unterschied. Das heisst, wenn wir das nächste Mal nochmals darauf zurückkommen, dann werde ich einen Rahmen setzen um die gleichen Buchstaben wie der Name Jesus, Jeshua. Das heisst also, in dem Wort Jeshua, das an ganz vielen Stellen dutzende Male im Alten Testament vorkommt, da steckt eigentlich der Name des Erlösers drin, versteckt Jeshua.
Und ich möchte nur zum Schluss noch aufschlagen Jesaja 12, wo Jeshua gerade ein paarmal vorkommt, und keine Angst, wir verlängern nicht gross, sondern es ist einfach so, dass das das kürzeste Kapitel in Jesaja ist. Und wir lesen ja nicht das Ganze. Lies du Jesaja 12,1-3:
Und an jenem Tag wirst du sagen: Ich preise dich, Herr, denn du warst gegen mich erzürnt; dein Zorn hat sich gewendet, und du hast mich getröstet. Siehe, Gott ist meine Rettung. Ich vertraue und fürchte mich nicht; denn ja, der Herr ist meine Stärke und mein Gesang, und er ist mir zur Rettung geworden. Und mit Wonne werdet ihr Wasser schöpfen aus den Quellen der Rettung, und ihr werdet sprechen an jenem Tag: Preist den Herrn, ruft seinen Namen aus, macht unter den Völkern kund seine Taten, verkündet, dass sein Name hocherhaben ist.
Danke, also da haben wir Rettung, er ist mir zur Rettung geworden, er ist mir zum Jesus geworden. Der Sohn Gottes wurde Mensch und als Mensch bekam er den Namen Jeschua. In der griechischen Aussprache ist das Jesus, das Gleiche. Und dann heisst es: Ihr werdet Wasser schöpfen aus den Quellen der Rettung, aus den Quellen von Jeschua. Der Jesus sagt in Johannes 7,37: Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir und trinke; von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fliessen. Das sind die Quellen von Jeschua hier. Also ganz versteckt der Name des Erlösers, und Jakob, wenn er die antichristliche Zeit der Lüge, den Schlag des Schlangengifts sieht, sagt er: Auf deine Rettung, Jeschua, Jeschua, harre ich, Herr!
Dann wollen wir hier schliessen.
Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!
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