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Licht durchbricht die Dunkelheit

13.12.2020
In der Finsternis ändert ein Licht alles. Und so auch im persönlichen Leben: Licht oder Hoffnung verändert alles. Warum wir auch in dunklen Zeiten Hoffnung haben können erfährst du hier.

Ich habe heute wahrscheinlich den größten Vorteil von allen im Raum, weil ich während des größten Teils des Gottesdienstes hier darauf verzichten darf. Schön, dass ihr trotzdem da seid.

Das habe ich mir gestern Abend im Jugendgottesdienst gedacht. Ich freue mich, euch trotzdem sehen zu können, und ich sehe euch gerade. Eigentlich sehe ich euch seit etwa Dreivierteljahr mehr als meine Arbeitskollegen. Das war sonst eigentlich untypisch für die Gemeinde. Das finde ich zumindest schon mal schön.

Einstieg mit einer persönlichen Geschichte und Lebensreflexion

Ich möchte mit einer kleinen Geschichte beginnen. In Österreich war ein Bergführer mit ein paar Touristen unterwegs. Er befand sich oben am Berg und ging eine schwierige Strecke, um einen Grat zu überqueren. Dabei sagte er zu ihnen: „Der nächste Grat, der am Felsen vorbeiführt, ist sehr steil, sehr gefährlich und ausgesetzt. Er ist rutschig, also gut festhalten und aufpassen. Wenn man doch abstürzen sollte, dann bitte nach links schauen, dort ist die Aussicht am besten.“

Ein schwacher Trost, oder? Wenn man so darüber nachdenkt, stürzt man zwar ab, hat aber wenigstens noch eine gute Sicht gehabt. Der letzte Blick war schön. Das klingt wie ein netter Witz, aber ich glaube, die meisten von euch haben so etwas wahrscheinlich schon einmal in ihrem Leben erlebt. Ich auf jeden Fall habe das erlebt: Man steckt in einem echt tiefen Loch, es geht einem nicht gut, und dann kommt so ein schlauer Spruch von der Seite – ein schwacher Trost, der wenig Hoffnung gibt.

Wenn ich auf mein Leben schaue, muss ich fairerweise sagen, dass ich mir das beim Vorbereiten so gedacht habe: Eigentlich, wenn ich ehrlich bin, habe ich nicht viel Grund, traurig zu sein oder Trübsal zu blasen. Gestern in der Jugendstunde hat Manuel gesagt, dass man in Deutschland, wenn man das deutsche Durchschnittsgehalt hat, zu den 0,34 Prozent der reichsten Menschen weltweit gehört. Er hat genickt, und ich habe mir die Zahl halbwegs gemerkt. Das allein ist schon gut.

Ich persönlich kann nicht über gravierende Krankheiten klagen oder Ähnliches. Auch ansonsten geht es mir, glaube ich, nicht schlecht im Leben. Ich vermute, das trifft auf den Großteil hier im Raum zu, zumindest so weit ich es einschätzen kann. So wirklich die ganz großen Probleme, bei denen wir alle sagen würden, die haben die wenigsten von uns. Trotzdem glaube ich, dass jeder dunkle Momente im Leben hat. Vielleicht gibt es auch den einen oder anderen, bei dem gerade ein größeres Thema ansteht. Vielleicht steht eine Krebsdiagnose im Raum, Arbeitslosigkeit oder andere Probleme, die einen herunterziehen.

Oder vielleicht betrifft es auch dich, wenn du dir das Video ansiehst. Trotz allem gibt es auch die kleinen Dinge, die im Leben ziemlich schnell das Licht ausmachen können – zumindest für den Moment. Ich habe solche Situationen durchaus erlebt. Nur so banale Beispiele, wie eine gescheiterte Beziehung, bei der du danach nicht mehr weißt, wo hinten und vorne ist, wo oben und unten durcheinander geraten, und alles traurig erscheint.

Auch der schwache Trost, den es dann gibt – zum Beispiel „Andere Mütter haben auch schöne Töchter“ – hilft in dem Moment nicht wirklich. Rückblickend weiß man dann, dass die Realität tatsächlich so ist und der Trost mehr als zutreffend war. Aber in dem Moment hilft er eigentlich nicht weiter.

Krankheiten hat auch jeder schon erlebt, vielleicht eine Operation oder ähnliches, bei der man nicht weiß, was passiert. Gescheiterte Wege im Berufsleben, alles keine ganz großen Sachen, aber wenn man sie erlebt, reichen sie aus, um eine dunkle Decke über das Leben zu legen.

Die Frage nach Hoffnung und Kraft in dunklen Lebensphasen

Was hilft in solchen Momenten? Was gibt Hoffnung? Ja, Kraft gibt, was festhält und einem hilft, weiterzugehen, wenn im Leben Dinge passieren, bei denen man nicht mehr weiterweiß. Was hilft, wenn vielleicht sogar Situationen eintreten, bei denen man weiß: besser wird es nicht mehr – um es mal so fränkisch zu sagen. Es geht nicht mehr aufwärts.

Ich kann dich gut in dein Leben hineinsehen, aber ich glaube, dass wirklich jeder solche Momente hat, in denen eine dunkle Decke aufs Leben gelegt wird. Zum Beispiel bei einer gescheiterten Beziehung, dem Verlust der Arbeit oder Krankheiten. Momente, in denen du genau spürst, dass du selbst nichts in der Hand hast. Du merkst, dass du nicht mehr weißt, was du tun kannst, keinen Plan B aus der Schublade holen kannst, um die Sache geregelt zu bekommen.

Manchmal gibt es Themen, bei denen diese dunkle Decke zu einem dauerhaften, grauen Schatten über dem Leben wird. Weil sie nicht weggenommen wird, weil sie bleibt. Weil das Thema einen vielleicht sogar ein Leben lang begleitet. Manchmal passt das zusammen mit dem, was wir als Gesellschaft erleben, und manchmal ist es ganz individuell.

Ich möchte heute über ein Ehepaar sprechen, das ebenfalls so eine Situation im Leben hatte. Die Lage in dem Land, in dem sie lebten, war damals auch nicht viel besser. Wir schlagen dazu auf, wie es sich zu Advent gehört, im Lukas-Evangelium Kapitel 1, und lesen dort ab Vers 5:

„Es begab sich in der Zeit, als Herodes König von Judäa war, dass dort ein Priester namens Zacharias lebte. Er gehörte zur Priesterabteilung des Abia. Seine Frau hieß Elisabeth und stammte aus dem Priestergeschlecht Aarons. Beide führten ein Leben in Verantwortung vor Gott und richteten sich in allem nach den Geboten und Anweisungen des Herrn. Sie waren kinderlos geblieben, weil Elisabeth keine Kinder bekommen konnte, und nun waren beide schon alt geworden.

Als seine Abteilung wieder einmal an der Reihe war, den Priesterdienst vor Gott zu verrichten, wurde Zacharias nach priesterlichem Brauch durch ein Los dazu bestimmt, das Räucheropfer im Heiligtum des Herrn darzubringen. Während er opferte, stand eine große Menschenmenge draußen und betete.

Plötzlich erschien ein Engel des Herrn auf der rechten Seite des Räucheraltars. Zacharias erschrak, als er ihn wahrnahm, und bekam Angst. Doch der Engel sagte zu ihm: ‚Fürchte dich nicht, Zacharias! Gott hat dein Gebet erhört. Deine Frau Elisabeth wird dir einen Sohn schenken, und den sollst du Johannes nennen. Du wirst überglücklich sein, und auch viele andere werden sich über seine Geburt freuen. Denn vor Gott wird er ein Großer sein. Er wird keinen Wein und auch keine anderen berauschenden Getränke anfassen und vom Mutterleib an mit dem Heiligen Geist erfüllt sein. Viele Israeliten wird er zum Herrn, ihrem Gott, zurückführen.

Im Geist und in der Kraft des Propheten Elija wird er dem Herrn als Bote vorausgehen. Er wird die Herzen der Väter zu ihren Kindern umkehren lassen und Ungehorsame zur Gesinnung von Gerechten zurückführen, um so das Volk für das Kommen des Herrn vorzubereiten.‘

‚Wie kann ich sicher sein, dass das wirklich geschieht?‘, fragte Zacharias. ‚Schließlich bin ich ein alter Mann, und auch meine Frau ist nicht mehr jung.‘

‚Ich bin Gabriel‘, erwiderte der Engel. ‚Ich stehe unmittelbar vor Gott und bin extra zu dir geschickt worden, um mit dir zu reden und dir diese gute Nachricht zu bringen. Was ich gesagt habe, wird zur gegebenen Zeit eintreffen. Aber du wirst stumm sein, weil du mir nicht geglaubt hast. Du wirst so lange nicht sprechen können, bis alles geschehen ist, was ich dir angekündigt habe.‘

Draußen wartete das Volk auf Zacharias und wunderte sich, dass er so lange im Tempel blieb. Als er dann herauskam, konnte er nicht zu ihnen sprechen. Er machte sich durch Handzeichen verständlich, blieb aber stumm. Da merkten sie, dass er im Tempel eine Erscheinung gehabt hatte.

Als seine Dienstwoche vorüber war, ging er wieder nach Hause. Bald darauf wurde seine Frau Elisabeth schwanger und zog sich fünf Monate völlig zurück. Sie sagte: ‚Der Herr hat mir geholfen, er hat meinen Kummer gesehen und die Schande meiner Kinderlosigkeit vor mir genommen.‘“

Die politische und gesellschaftliche Lage zur Zeit Herodes

Ja, wir wollen uns zunächst anschauen, in welche Zeit diese Geschichte eingebettet ist. Bereits im Vers 5 wird genannt, wer zu dieser Zeit König in Israel war, nämlich Herodes. In der Geschichte ist er auch bekannt als Herodes der Große oder einfach der Große.

Das lesen wir natürlich im Bibeltext, und für uns ist es vielleicht so: War halt Herodes König. Man könnte sagen, früher war Seehofer Ministerpräsident, jetzt ist es Söder oder so ähnlich. Aber für jemanden, der damals lebte und den Namen Herodes den Großen hörte, war das mit viel mehr verbunden.

Wenn du den Namen Herodes der Große gelesen hast, wäre das ungefähr so, als würdest du heute die Namen Stalin oder Hitler lesen – also jemand, für den man nicht viel übrig hat. Er gehörte nicht zu den obersten Herrschern, sondern stand unter dem römischen Kaiser. Er war ein sogenannter Vasall des Kaisers.

Herodes war ein sehr geschickter Diplomat und ein guter Redner, wenn es darum ging, sich selbst eine gute Ausgangsposition zu verschaffen. Er schaffte es, bei zwei Kaisern gut angesehen zu sein, obwohl der zweite Kaiser dem ersten eigentlich nicht wohlgesonnen war. Normalerweise hatte man keine guten Karten, wenn man bei einem Kaiser in der Nachfolge stand, aber Herodes gelang es, bei beiden gut dazustehen.

Neben seiner Bekanntheit für große Bautätigkeiten – er baute den Tempel in Jerusalem aus, errichtete die Burg Antonia und eine neue Vorstadt von Jerusalem –, ist er auch dafür bekannt, die Juden zu provozieren. In dieser Vorstadt baute er Theater und Zirkusbauten, was die Juden verärgerte. Gegen Ende seines Lebens stellte er im Tempel ein Adlerstandbild auf, was die Juden gegen ihn aufbrachte.

Das ist das Wesentliche: Ich habe vorhin solche harten Namen genannt, weil Herodes für seine Grausamkeit bekannt war, wenn es darum ging, seine Herrschaft zu sichern und zu festigen. Eigentlich war er auch von Paranoia geprägt – das heißt, er hatte Angst, dass ihm jemand etwas antun könnte, obwohl diese Angst vielleicht unbegründet war.

Was hat dieser Mann getan? Bereits kurz nach seiner Machtergreifung ließ er seine Brüder töten. Sogar seine Frau, die er wohl durchaus liebte, ließ er hinrichten, ebenso ihre Söhne, weil er befürchtete, sie könnten ihm den Thron streitig machen. Fünf Tage vor seinem Tod ließ er noch seinen ältesten Sohn Antipater hinrichten, aus Angst, dass auch dieser ihm die Herrschaft nehmen könnte.

Wer unter Herodes lebte, konnte sich nie sicher fühlen. Er war ein Sinnbild für einen willkürlichen Herrscher, der bei Unsicherheit oder Angst sofort zuschlug. Und „zuschlagen“ bedeutete bei ihm wirklich, dass man aus dem Weg geräumt wurde und er dafür sorgte, dass man ihm nicht mehr gefährlich werden konnte. Gefängnis war für ihn keine Option – es gab direkt die Hinrichtung.

Ich weiß nicht, ob wir uns vorstellen können, wie ein solcher Tyrann mit der Macht über ein Land und sein Volk umgeht. Unter ihm lebte das Volk in ständiger Angst und Willkür. Keiner war vor Herodes sicher, nicht einmal seine eigene Familie. Solche Zustände verbreiten sich schnell unter der Bevölkerung.

Das ist die Situation, wenn im Bibeltext ganz trocken steht: „Zu der Zeit war Herodes König in Israel.“ Das waren wirklich harte Zeiten.

Wer die Bibel ein wenig kennt, weiß auch, dass nach der Geburt Jesu einige Weise aus dem Morgenland zu Herodes kommen. Sie fragen ihn: „Wo ist der neugeborene König?“ Danach ziehen sie nach Bethlehem. Herodes gerät in Panik, obwohl er keine Ahnung hat, wo genau das Kind ist.

Seine Reaktion ist brutal: Er lässt alle Kinder in Bethlehem töten. Auch die Bibel berichtet von diesem Kindermord, der seinem Charakter durchaus entspricht.

Flavius Josephus, ein jüdisch-römischer Geschichtsschreiber, erwähnt diesen Kindermord von Bethlehem jedoch nicht. Warum? Hat er nicht stattgefunden? Es gibt eine plausiblere Erklärung.

Bethlehem war wahrscheinlich nicht sehr groß, sodass es nicht viele Kinder gab. Außerdem berichtet Flavius Josephus über so viele grausame Taten Herodes’, dass dieser Kindermord für ihn vielleicht kaum der Rede wert war. So sehen es zumindest einige Historiker, die diese Zeit erforschen.

Die persönliche Not von Elisabeth und Zacharias

Und zu dieser großen Last, die auf dem Land liegt, wo Israel wirklich unter der Herrschaft Roms steht – ausgeübt durch den vasallen König Herodes – kommt für Elisabeth und Zacharias eine persönliche Last hinzu. Sie waren kinderlos geblieben.

Elisabeth heißt in der Übersetzung von Luther, aber auch in einer neueren evangelistischen Version, „trocken“. Das bedeutet, sie sind alt geworden. Was will das sagen? Ich denke, es bedeutet, dass die Zeit gekommen ist, in der es menschlich nicht mehr möglich ist, Kinder zu bekommen.

In der damaligen Zeit hatte das aber eine ganz andere Bedeutung. Es bedeutete Altersarmut, weil man im Alter keine Versorgung hatte. Damals waren die Kinder dafür zuständig, für die Eltern zu sorgen, wenn diese nicht mehr arbeiten konnten. Heute haben wir vielleicht Angst, dass die Rente knapper ausfällt. Damals aber fürchtete man, überhaupt nicht mehr überleben zu können.

Um die Dramatik für uns ein bisschen vor Augen zu führen: Dazu kommt, dass Kinderlosigkeit gesellschaftlich sehr belastend war. Viele sahen sie als ein Gericht an, als ein Zeichen dafür, dass irgendetwas im Leben nicht in Ordnung sei.

Spannend ist, dass Lukas schreibt, dass die beiden eigentlich ganz nach den Maßstäben Gottes gelebt haben. Da entsteht schon ein Konflikt. Trotz ihres frommen Lebens herrscht Not.

Ich kann mir vorstellen, dass bei Elisabeth und Zacharias das Hoffen, Bangen und Zweifeln vielleicht schon aufgehört hatte. Dass sie von der Last, die über ihrem Leben lag, in einen grauen Schleier übergegangen sind, in dem sie sich abgefunden hatten. So wirkt es zumindest, wenn man Zacharias’ erste Reaktion betrachtet.

Und trotzdem kommt nun eine Botschaft der Hoffnung in ihr Leben. Ein Engel erscheint. Nicht irgendeiner, sondern Gabriel. Er bezeichnet sich später selbst als „Ich bin Gabriel“. Zacharias zweifelt zunächst. Gabriel ist einer von nur zwei Engeln, die in der Bibel namentlich genannt werden. Der andere ist Michael.

In Vers 19 wird Gabriels Stellung genannt: Er steht direkt vor Gott. Es handelt sich also nicht um einen einfachen Dienstboten, sondern um einen der höchsten Engel, der ganz vorne steht. Er darf Zacharias eine Botschaft überbringen.

Und ja, diese Botschaft ist groß: Etwas scheinbar Unmögliches soll möglich werden. Zacharias’ Frau soll schwanger werden. Zacharias kann das nicht glauben. Seine Zweifel führen dazu, dass er eine Schweigeanweisung erhält und bis zur Geburt des Kindes stumm bleibt.

Das wird fast als Kleinigkeit dargestellt: Ein Mensch kann von einem Moment auf den anderen nicht mehr sprechen. Es ist nicht die Rede von einem Schlaganfall oder Ähnlichem. Zacharias führt seinen Dienst danach noch aus und geht dann nach Hause. Hier passiert etwas Übernatürliches, das deutlich macht, dass Großes geschieht.

Ich werde später noch kurz auf das Persönliche eingehen, aber zunächst möchte ich den Blick etwas weiterziehen. Wenn Gott so gewaltig handelt, wenn hoffnungslose Hoffnung bekommt – Frauen, die längst kein Kind mehr bekommen können –, dann sind wir in der Bibel in einer Linie unterwegs, die sich durchzieht wie ein roter Faden.

Dann sind wir bei Abraham und Sarah, bei Isaak und Rebekka, bei Hannah und Elkanah und anderen, die in der Bibel auftauchen. Immer wenn Gott so handelt, will er etwas Größeres deutlich machen.

Bei Abraham und Sarah wird die Grundlage für ein großes Volk gelegt. Gott gibt die Verheißung, dass Abrahams Nachkommen so zahlreich wie die Sterne am Himmel sein werden, obwohl zunächst keine Nachkommen da sind.

Bei Isaak sieht es danach erst einmal so aus, als würde diese Linie abbrechen. Auch Rebekka ist weit über das Alter hinaus, in dem man Kinder bekommen kann, bis sie schließlich mit Zwillingen schwanger wird. Gott handelt dort gewaltig, weil er ein Volk schaffen will und etwas Besonderes tut.

Bei Hannah und Elkanah kommt Samuel hervor. Er eint Israel, das bis dahin meist in Anarchie lebte. So endet das Richterbuch, das kurz vor Samuels Zeit geschrieben wurde. Samuel bereitet das Volk auf den ersten großen König vor, den sie haben werden.

Es gibt noch einen Zwischenkönig, den man in der Bibelstunde gut mitnehmen kann, aber dann kommt ein großer König.

Die Bedeutung von Johannes und die prophetische Verheissung

Und wie es bei diesen drei Ehepaaren nicht nur Auswirkungen auf ihr persönliches Leben hatte, so war es auch bei Zacharias und Elisabeth. Es ging nicht nur um ihr persönliches Leben, denn da steckt mehr dahinter. Das verheißt Gabriel hier direkt. Gabriel sagt, was Gott mit diesem Kind vorhat. Er gibt eine Verheißung, die tief in der Geschichte Israels verankert ist – oder genauer gesagt, auf eine zurückgreift.

Johannes, so soll das Kind später heißen, ist das untrügliche Zeichen dafür, dass Gott nun anfängt, die Geschichte zu verändern. Mit Johannes bricht die Zeit an, auf die Israel seit Jahrhunderten gewartet hatte. Um das deutlich zu machen: Gut 400 Jahre vor diesem Erlebnis hat ein Prophet gelebt, der eine ähnliche Prophetie erhalten hat, ähnliche Vorhersagen.

Wer nicht weiß, was ein Prophet ist – vielleicht auch du, wenn du das Video anschaust – das waren ganz besondere Menschen in Israel. Sie hielten den Menschen immer wieder den Spiegel vor, um ihnen zu zeigen, was hinter ihrer oft frommen Fassade wirklich steckt. Gleichzeitig waren es Menschen, denen Gott oft einen Blick in die Zukunft gewährte.

Der letzte von ihnen, der in der Bibel erwähnt wird und mit dem das Alte Testament abschließt, ist Maleachi. Wie gesagt, er lebte etwa 400 Jahre vorher. An zwei Stellen gibt Maleachi fast identische Verheißungen, oder ich würde eher sagen, Gabriel nimmt auf diese Verheißungen ein Stück weit Bezug.

Zum einen heißt es in Maleachi 3,1: "Siehe, ich will meinen Boten senden, der vor mir her den Weg bereiten soll, und bald wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht, und der Engel des Bundes, den ihr begehrt."

Und in Maleachi 3,23 bzw. Maleachi 4,5 (je nach Bibelübersetzung) steht: "Siehe, ich will euch senden den Propheten Elia, ehe der große und schreckliche Tag des Herrn kommt. Der soll das Herz der Väter bekehren zu den Söhnen und das Herz der Söhne zu ihren Vätern, auf dass ich nicht komme und das Land mit dem Bann schlage."

Wenn man den Lukas-Text noch einmal anschaut, findet man diese beiden Verheißungen darin, auf die Gabriel Bezug nimmt.

Was bedeutet das jetzt für einen Israeliten, der in so einer geknechteten Zeit wie unter Herodes lebt? Es bedeutet große Hoffnung – die Hoffnung, dass sich etwas ändert. Wir müssen verstehen, dass Maleachi hier stellvertretend für ein ganzes Volk spricht, das Hoffnung auf einen Erlöser und Retter hatte, Hoffnung auf Besserung.

Ich kann mir vorstellen, dass auf Israel auch zu der Zeit schon eine graue Decke lag, dass die wenigsten noch damit rechneten, dass wirklich Rettung und Hoffnung kommen würden, dass es wirklich besser werden würde. Aber genau jetzt, genau dort, wo die römische Gewaltherrschaft vielleicht am stärksten ist, wo der Vasall Roms einer der größten Tyrannen ist, die das Land erlebt hat, gerade da greift Gabriel diese Verheißung auf und erneuert quasi Gottes Versprechen.

Nein, mehr noch: Er sagt, jetzt ist es so weit, dass der kommt, der, wie diese Verheißung sagt, vorhergehen soll und dem großen Helden, der kommen soll, den Weg bereiten wird.

Das ist die wirklich große, gewaltige, unvorstellbare Nachricht, die Zacharias hier bekommt: Er erhält die Nachricht von dem, worauf das ganze Volk seit Jahrhunderten wartet. Das beginnt jetzt zu passieren. Das geschieht jetzt.

Und es ist mehr als nur die Nachricht, dass eine unmögliche Schwangerschaft möglich geworden ist. Es ist die Nachricht, dass Gott anfängt, sein Volk zu retten. Für Zacharias und Elisabeth ist das untrennbar mit ihrer persönlichen Rettung verbunden.

Das Spannende ist: Wir werden gleich sehen, dass auch deine und meine persönliche Hoffnung und Rettung untrennbar mit der Rettung dieser Welt verbunden ist.

Die Geburt Johannes und die prophetische Verkündigung seines Auftrags

Wie können wir das genauer sehen? Wie sieht dieses Licht aus, das wirklich die Dunkelheit verdrängt? Warum kann mit dieser großen Rettung der Welt auch deine persönliche Rettung einhergehen und Licht in deine persönliche Dunkelheit im Leben kommen?

Als Johannes geboren wird – das werden wir uns jetzt gar nicht so genau ansehen – passiert etwas Interessantes. Die Leute wollen ihn nach seinem Vater benennen. Sie waren gute Juden, und es war üblich, dass der Sohn den Namen des Vaters erhielt. Das erlebt man vielleicht, ich glaube, in Amerika ist das noch mehr üblich als hier in Deutschland, dass der Erstgeborene den Namen des Vaters bekommt. Aber manchmal gibt es das auch bei uns. Damals gab es gar keine andere Möglichkeit, das war völlig außer Frage: Der Junge sollte Zacharias heißen.

Doch die Mutter sagt: „Nein, nein, nein, nein, er soll Johannes heißen.“ Die Leute fragen sich, ob die Schwangerschaft ihr den Kopf vernebelt hat oder ob die Geburt sie durcheinandergebracht hat. Sie sagen: „Der muss Zacharias heißen, wie der Vater.“ Doch sie bleibt dabei, und sie gehen zum Vater. Er schreibt auf eine Tafel, dass der Junge Johannes heißen soll. Das bestätigt das, was der Engel Gabriel ihm vorgegeben hatte. Von einem Moment auf den anderen kann Zacharias wieder sprechen – ein weiteres Wunder.

Was sagt er nun? Das ist spannend. Das lesen wir ab Vers 67 in Lukas 1:

„Sein Vater Zacharias wurde mit dem Heiligen Geist erfüllt und begann als Prophet zu sprechen:
Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels, denn er hat sein Volk besucht und ihm Erlösung bereitet.
Aus dem Geschlecht Davids hat er einen starken Retter hervorgebracht, ein Horn des Heils aus dem Haus seines Dieners, wie er es vor langer Zeit durch seine heiligen Propheten verheißen hat.
Er ist die Rettung vor unseren Feinden, vor denen, die uns hassen und Gewalt antun.
So hat er sein Erbarmen an uns gezeigt, wie er es unseren Vätern erwiesen hat.
Er hat seinen heiligen Bund und den Eid, den er unserem Stammvater Abraham geschworen hat, erfüllt.
Befreit aus der Hand unserer Feinde dürfen wir ihm nun ohne Furcht dienen, in Heiligkeit und Gerechtigkeit, solange wir leben.“

Ja, wir könnten viel darüber reden und nachdenken, aber ich möchte nur ein paar wenige Punkte herausstellen.

Zacharias sagt, dass einer aufstehen wird. Dieser, der jetzt kommt, stammt aus der Linie Davids. Das ist jener wahre große König, den Israel einst hatte. Für jeden Israeliten gilt er wohl als der Prototyp des perfekten Herrschers, nach dem sich jeder sehnt – jemand, der sich damals wirklich für sein Volk aufgegeben hat.

Zacharias sagt voraus, dass dieser Retter jetzt kommen wird, an dem alle Hoffnung hängt. Er wird Rettung bringen vor Feinden, Hass und Gewalt – also vor allem, was das Leben so unlebenswert macht. Er ist die Erfüllung all dessen, was Gott versprochen hat, zurück bis zu Abraham.

Das ist das Erste, was Zacharias sagt, nachdem er wieder sprechen kann. Ich weiß nicht, ob das für dich besonders wirkt, aber wisst ihr was? Ich hätte wahrscheinlich das Erste gesagt: „Oh, ist der süß!“ oder „Wie toll!“ oder „Endlich kann ich wieder sprechen!“ oder so etwas Ähnliches. Sicherlich hat sich Zacharias auch darüber gefreut, aber das Erste, worüber er sich freut, ist das, was Gott nun tun wird: Rettung schaffen von allem, was Not bereitet, Rettung aus allem Elend und allem, was kaputt ist.

Das ist sein Blick fürs große Ganze, für die großen Probleme. Man könnte meinen, er bleibt jetzt dabei stehen. Ich glaube aber, dass das bei Zacharias ein Blick in die Zukunft ist. Er redet zwar ein bisschen in der Vergangenheit, aber ich glaube, es ist ein Blick aus der Zukunft zurück auf das, was jetzt passieren wird.

Er geht weiter und verbindet das große Ganze wieder mit seinem persönlichen Glück, das er finden durfte. In Vers 76 heißt es:

„Und du, mein Kind, wirst ein Prophet des Höchsten sein, ein Wegbereiter des Herrn. Du wirst sein Volk zur Einsicht führen, dass die Vergebung der Schuld ihre Rettung ist.
Denn unser Gott ist voller Barmherzigkeit. Das Licht des Himmels wird zu uns kommen.
Es wird denen leuchten, die im Dunkeln sitzen und in Furcht vor dem Tod.
Und uns wird es anleiten, den Weg des Friedens zu gehen.“

Zacharias spricht wieder über das Kind. Damit zeigt er auch eine Linie auf, wie diese Rettung geschehen soll. Johannes’ Berufung ist untrennbar verbunden mit dem großen Ganzen, mit dieser großen Rettungsaktion für die Welt.

Ich glaube, genauso wie es unmöglich war, Johannes und das, was Elisabeth und Zacharias persönlich erlebt haben, von dem zu trennen, was ganz Israel als Möglichkeit hat zu erleben, ist es unmöglich, das Auflösen deiner persönlichen Dunkelheit im Leben von dem zu trennen, dass das Licht in diese ganze Welt kommt.

Die Bedeutung der Umkehr und die Vergebung als Weg zur Rettung

Und wie kann das geschehen? Zacharias zeigt in den letzten Versen, wie dieses Volk gerettet wird und was es wirklich braucht.

Durch einen großen Krieg, einen großen Kampf, in dem alle Feinde vielleicht genauso ausgerottet und vernichtet werden, wie Herodes es getan hätte? Dem sie hingemetzelt werden? Nein. Auf ganz andere Art und Weise. Auf eine Art und Weise, wie es Israel nicht erwartet hätte und wie sie es nicht wahrhaben wollten: durch Vergebung der Sünden.

Huch, so heißt der Vers siebenundsiebzig. Huch, Moment, wie, was jetzt? Was hat das denn damit zu tun? Darum geht es doch gerade gar nicht, oder? Sünde war doch bisher überhaupt kein Thema. Es ging um Not im Leben, um die Not in der Situation des ganzen Volkes, um Ungerechtigkeit, Elend.

Aber was soll Sünde hier jetzt? Es ging um Menschen, die mich in meinem Leben verletzt haben, die mir das Leben schwer machen. Es ging um Krankheit, Not, Elend – eben alles, was dieses Leben oft unlebbar macht. Aber Sünde? Hä, wie soll da jetzt aus Dunkelheit Licht werden? Warum bringt Zacharias das jetzt an?

Ganz einfach: Er erkennt die Tatsache an, dass das Problem nicht mit den Auswirkungen behandelt werden kann. Die Symptome sind nicht die Krankheit. Um gesund zu werden, muss die Krankheit behandelt werden – nicht die Symptome.

Die Krankheit ist – oder fangen wir mit den Symptomen an: Die Symptome, die wir alle erleben, sind, dass Dunkelheit in unserem Leben ist, dass Krankheit da ist, dass Schmerz da ist, dass Verletzungen da sind, dass Krieg da ist, dass Terror da ist und letztendlich sogar der Tod. Das sind die Symptome, die jeder von uns spürt und erlebt.

Aber das Problem ist – und da sind wir sehr gleich mit diesem Volk Israel –, dass wir die Krankheit der Hinderer nicht erkennen. Nämlich, dass wir Menschen Gott den Rücken zugekehrt haben, dass wir meinen, selber alles besser zu wissen und selbst die besseren Entscheidungen zu treffen. Dass wir unser Leben selbst besser in den Griff bekommen.

Indem wir uns aufgespielt haben wie Gott, haben wir unser Leben und die ganze Welt gleich mit ins Chaos gestürzt. Daher kommen die Symptome, wenn wir die Bibel ernst nehmen.

Wenn ihr das ganze Alte Testament durchlest, dann werdet ihr sehen, dass das die wirkliche Krankheit des Volkes Israel ist: dass sie immer und immer wieder Gott den Rücken zukehren und denken, sie könnten selber besser leben. Dass sie ihr Volk und das, wie sie leben als Volk, besser hinbekommen würden, als wie es Gott ihnen gesagt hat. Dass sie Gott nicht brauchen, ihn aus ihrem Leben rausschieben.

Und da setzt die Verheißung von Zacharias an. Er erkennt ganz neu, wo das wirkliche Problem des Volkes ist und wo das wirkliche Problem von jedem Einzelnen ist.

Er erkennt, dass damit wirkliche Rettung passieren kann, müssen wir Menschen, jeder Einzelne ganz persönlich – du und ich – umkehren. Um uns wieder zu dem hinwenden, der wirklich in der Lage ist, zu retten.

Um Hoffnung, um Licht im Leben zu finden, musst du zu dem umkehren, der die personifizierte Hoffnung ist: Jesus Christus, Gott, Retter und Erlöser. Er war das, was im ganzen Alten Testament ruhig als die große Hoffnung Israels verheißungsvoll angekündigt wurde.

Jetzt kommt er, um zu retten und will ein Volk wieder in die Freiheit führen. Und deswegen bekommt Johannes jetzt genau einen Job. Seine Aufgabe ist es, die Menschen vorzubereiten, damit sie ihr Leben wieder an diese Hoffnung hängen. Damit sie ihr Leben wieder an den einen hängen, der in der Lage ist, wirklich zu retten.

Israel hat diese Hoffnung immer wieder aufgegeben und verworfen. Johannes’ Aufgabe ist es, sie daran zu erinnern und den Weg vorzubereiten für den, der da kommt.

Das ist gemeint, wenn er davon spricht, die Herzen der Söhne wieder zu den Vätern zu wenden – und ich denke auch zu Gott hin. Sie zur Umkehr zu rufen, zu einer Lebensänderung.

Und wenn du dich fragst, was der erste Schritt sein kann, in deinem Leben wieder hin zu mehr Hoffnung: Ich werde dir gleich erklären, warum das wirklich mehr Hoffnung gibt. Aber ich möchte dir erst den Schritt erklären, wie das gehen kann.

Dann ist es genau das, was Johannes’ Aufgabe war: umzukehren, deine Hoffnung wieder bei dem zu suchen, der Hoffnung geben kann – nämlich Gott. Ihm zu sagen, dass es dir leidtut, dass du von ihm weggelaufen bist und dass du mit allem in deinem Leben durchgestrichen hast, was er gut gefunden hätte für dein Leben und dadurch viel Leid auf dich und andere gebracht hast.

Und dass du ihm vertrauen willst, dass er in der Lage ist, dein Leben wieder richtig zu lenken. Dass er in der Lage ist, alles gutzumachen, dass er das besser kann als du. Nicht einfach oberflächlich, sondern tief vom ganzen Herzen, dass du in Zukunft mit Gott leben möchtest.

Wenn wir das tun, dann bereiten wir dem Herrn den Weg.

Und was passiert dann? Zacharias sagt das weiter in Vers 78 und 79: Weil unser Gott voller Barmherzigkeit ist, kommt das Licht des Himmels zu uns. Es wird denen leuchten, die im Finstern sitzen und in Furcht vor dem Tod. Und uns wird es leiten, den Weg des Friedens zu gehen.

Gott ist ein barmherziger Gott, so beschreibt ihn hier Zacharias. Er wartet nicht auf mehr, als dass wir einfach sagen: Ich möchte nach Hause kommen, umkehren, zu ihm, wieder bei ihm leben.

Dann kommt Licht zu uns, da wo Finsternis und Angst vor dem Tod ist. Das beschreibt Zacharias ja auch. Dort bricht Licht durch die Dunkelheit, dort kommt Hoffnung auf.

Wir wissen heute, dass diese Barmherzigkeit Gottes durch nichts weniger sichtbar wurde als durch das, was in den nächsten Jahren in der Geschichte Israels passiert: nämlich durch Jesus Christus, für den Johannes den Weg bereitet hat, von dem Malachi vorhergesagt hat und viele andere Propheten.

Der Herr, der zu seinem Tempel kommt und Friedenschaft zwischen Menschen und Gott bringt, weil er sich selbst aufgibt.

Und deshalb gibt es Hoffnung für unser Leben.

Hoffnung trotz anhaltender Schwierigkeiten und praktische Anwendung

Heißt das, dass nun aller Schmerz weg ist? Heißt das, dass von einem Moment auf den anderen alles gut wird in deinem Leben? Ich glaube eher nicht.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass Zacharias und Elisabeth noch erlebt haben, wie es mit Johannes weiterging. Johannes hat nämlich bei einem der Nachfolger dieses grausamen Herodes, der ebenfalls Herodes hieß, die Finger in die Wunde gelegt.

Er wurde deshalb gefangen genommen und hat seinen Kopf verloren – im wahrsten Sinne des Wortes –, weil er ihn kritisiert hat. Es kann gut sein, dass Zacharias und Elisabeth noch erlebt haben, dass ihr Kind, auf das sie so viel gehofft hatten, vor ihnen starb. Nicht mehr alles war gut, nicht mehr alles perfekt.

Wenn wir aus dem Text die Anwendung ziehen, dass wirklich jedes einzelne persönliche Problem sofort von einem Moment auf den anderen gelöst wird, dann, glaube ich, ziehen wir eine falsche Schlussfolgerung. Das sagt uns der Text nicht. Aber er sagt uns mehr.

Er sagt uns, dass unsere wirkliche Krankheit gelöst werden kann – das, was uns wirklich fehlt: nämlich die Beziehung zu Gott. Diese Beziehung ist verloren gegangen und hat uns kaputt gemacht. Wenn diese Beziehung wiederhergestellt ist, dann darf sie uns Hoffnung geben. Sie darf Trost sein. Aber sie darf auch Hoffnung geben, dass das, was wir hier erleben, nicht das Letzte ist und dass das Beste erst noch kommt.

Das ist, was Gott denen verspricht, die ihm ihr Herz öffnen und zu ihm umkehren. Er verspricht wirklich eine Zeit, in der alles gut wird, ein Leben in seiner Gegenwart. Er sagt, dass er die Erfüllung unserer größten Not ist, dass er wirklich die Krankheit behandeln kann.

Das gilt auch für das, was am Ende der Bibel verheißen wird: In Offenbarung 21,4 heißt es, dass er jede Träne von unseren Augen abwischen wird. Es wird keinen Tod mehr geben, keine Traurigkeit, keine Klage, keinen Schmerz. Was früher war, ist für immer vorbei.

Das ist das Erste: Durch Jesus kommt wirklich Hoffnung in dein Leben. Die Zukunft ist geklärt, und du darfst wissen, dass, auch wenn Lasten in deinem Leben dich bedrücken und traurig machen, eines Tages der Moment kommt, in dem alles gut wird. Denn er hat das Hauptproblem gelöst: die Wiederherstellung der Beziehung zu Gott.

Wenn du eine Beziehung zu Gott hast, dann darfst du auch in den schwierigen Zeiten hier schon jetzt erleben, dass er Halt gibt, Trost spendet und Kraft schenkt. Kraft, um Dinge zu tragen, die wir als Menschen eigentlich nicht tragen können. Kraft, um Dinge auf sich zu nehmen, unter denen wir sonst schier zerbrechen würden. Und du darfst eine Hoffnung haben auf mehr.

Wie kannst du das praktisch leben? Wenn das in deinem Leben noch nicht Realität ist, dann wäre mein Wunsch für dich, dass du wirklich zu Gott umkehrst. Riskier es! Er ist in der Lage, deine dunkelsten Ecken des Lebens mit Hoffnung zu erfüllen.

Wenn du das schon lange kennst, und diese Verheißungen Gottes vielleicht immer wieder in Vergessenheit geraten – so wie es bei Israel der Fall war und wie es bei Zacharias und Elisabeth auch schon weit weg war –, dann möchte ich dir Mut machen. Hänge deine Hoffnung wieder ganz neu an das, was Jesus dir verheißt. Vertraue ihm, dass er eines Tages alles gut machen wird, dass wirklich alles gut wird.

Ich glaube, durch das, was Jesus getan hat, haben wir allen Grund, uns zu freuen – egal wie düster und traurig es aussieht. Denn das wird alles gut. Das ist kein schwacher Trost, sondern er selbst verbürgt sich dafür, und es wird Realität. Wir haben Hoffnung auf eine bessere Welt.

Häng dich an diesen Gott! Amen.