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Die Lampe, das verborgene Wachstum und das Senfkorn

Markus 4,21-3427.05.2026
SerieTeil 11 / 13Bibelseminar: Vollkommener Diener – der Herr Jesus im Markusevangelium
Warum wirkt Gottes Wort bei manchen sofort – und bei anderen gar nicht? Die Antwort liegt nicht im Samen, sondern darin, ob du wirklich hinhörst, dranbleibst und dich vom Lärm bremsen lässt.

Überblick über den zweiten Hauptteil des Markus-Evangeliums

Guten Abend, ich begrüsse alle ganz herzlich.
Wir stehen in Markus 4 und werden jetzt ab Vers 21 lesen. Bevor wir das tun, ganz kurz eine Übersicht.
Wir haben gesehen: Der erste Teil des Markus-Evangeliums geht von 1,1 bis einschliesslich 3,6. Dort haben wir gesehen, dass der Messias gekommen ist als der vollkommene Knecht Gottes, wie er ganz besonders in Jesaja prophetisch vorgestellt wurde. Er ist gekommen, hat gedient, in völliger Hingabe und mit Eifer. Aber die Führerschaft hat ihn geprüft und kam schliesslich zum Schluss: Er muss sterben, er ist ein falscher Messias. Wir haben den ersten Beschluss zur Ermordung in Kapitel 3, Vers 6 gefunden.
Dann haben wir gesehen, dass ab Kapitel 3, Vers 7 der zweite Hauptteil im Markus-Evangelium beginnt, und zwar so, dass der Herr sich dort zurückzieht. Ab dieser Verwerfung zieht er sich zurück. In 3,7 heisst es: Und Jesus zog sich mit seinen Jüngern an den See zurück.
Und was wir dann gesehen haben, ist sensationell gewesen. Es wurde deutlich, dass der Herr begann zu predigen, und zwar über das Volk Israel hinaus. Wir haben gesehen, es kamen Leute von Idumäa, also aus dem Reich der Edomiter, dann von jenseits des Jordans, also aus dem heutigen Jordanien, aus der Dekapolis, wo viele Heiden waren, und dann auch aus dem Libanon, aus der Gegend von Tyrus und Sidon, eine grosse Menge. Und wir sehen da schon: Der Herr wendet sich mehr und mehr den anderen Völkern zu.
Dann haben wir aber gesehen, dass es zu einer weiteren Phase der Verwerfung kommt. Wir haben gesehen, wie in Kapitel 3, Vers 22 Schriftgelehrte von Jerusalem gekommen waren, also führende Rabbiner. Und die haben den Herrn ganz bewusst als Messias abgelehnt. Sie haben die Lästerung des Geistes begangen. Das bedeutet nicht einfach, dass jemand in Unwissenheit oder Verblendung schlecht über den Heiligen Geist spricht. Es ist noch schlimmer.
Denn der Heilige Geist ist es ja, der dem Menschen die Augen auftut, damit er die Wahrheit erkennt. Und das ist geschehen: Sie haben erkannt, dass er der Messias sein muss, und haben trotzdem ganz bewusst gesagt: Nein, diese Austreibung von einem stummen Dämon, der nach eigener Definition von niemandem ausgetrieben werden kann, das ist nicht geschehen durch den Messias, durch den Geist Gottes, sondern das ist das Werk des Teufels.
Da hat der Herr gesagt: Das kann nicht mehr vergeben werden. Denn wenn man ihn definitiv verwirft, dann will man ja auch nicht mehr zurück. Und es gibt keinen anderen Weg.

Der Wechsel zur Lehrweise in Gleichnissen

Und dann haben wir gesehen, wie der Herr wieder eine Wende bringt. Ab Kapitel 4 haben wir gesehen, dass der Herr wieder auf den See geht, um die Volksmenge vom See Genezareth aus zu lehren, in 4,1. Und wieder fing er an, am See zu lehren, also genau wie in 3,7 am See. Und eine sehr große Volksmenge versammelte sich bei ihm, sodass er in ein Schiff stieg und auf dem See saß.
Und von da an beginnt der Herr, in Gleichnissen zu lehren. Wir haben das letztes Mal angesehen: Das ist in Erfüllung geschehen von Jesaja 6, wo es heißt, dass eine Verblendung über Israel kommt, und zwar wegen der Ablehnung. Und diese Verblendung hatte zur Folge, dass der Herr in Gleichnissen sprach, sodass Menschen, die ihn nicht wollten, gar nicht mehr daraus kamen. Die wussten nicht, was er wirklich meint. Und für die, die ihn wollten, sollten die Gleichnisse eine Hilfe sein, um ihn noch besser zu verstehen, durch all diese Vergleiche.
Und wir haben gesehen: Der Herr bringt da das grundlegende Gleichnis vom Reich Gottes, nämlich das Gleichnis vom vierfachen Ackerfeld. Und vielleicht könnten wir gerade nochmals lesen, Kapitel 4, Verse 10 und 11. Urs, könntest du lesen?
Als er aber allein war, fragten ihn die, welche um ihn waren, samt den Zwölfen, über das Gleichnis. Und er sprach zu ihnen: Euch ist es gegeben, das Geheimnis des Reiches Gottes zu erkennen; denen aber, die draußen sind, wird alles in Gleichnissen zuteil, damit sie mit sehenden Augen sehen und doch nicht erkennen und mit hörenden Ohren hören und doch nicht verstehen, damit sie nicht etwa umkehren und ihnen die Sünde vergeben werden.
Sehen wir, dieser Vers 12 ist ein Zitat aus Jesaja 6, wo wir diese große Prophetie finden über die Verblendung Israels als Folge der Verwerfung des Messias. Und das hängt eben zusammen mit den Gleichnissen. Der Herr spricht jetzt typischerweise in Gleichnissen. Und das gibt eine Scheidung: Die, die wollen, verstehen noch besser; die, die nicht wollen, die verstehen gar nicht mehr, erst recht nicht mehr.
Aber ganz wichtig ist jetzt: Der Herr Jesus sagt im Zusammenhang mit diesen Gleichnissen: Euch ist es gegeben, das Geheimnis des Reiches Gottes zu erkennen. Und das ist jetzt ganz wichtig, dass man das versteht, denn nur so wird klar, um was es hier jetzt eigentlich geht. Aber gehen wir in Stufen vor.
Das Reich Gottes, was ist das aus alttestamentlicher Sicht? Gottes direkte Herrschaft auf dieser Erde. Reich übrigens, im Griechischen Basileia, heißt wörtlich Königreich, wie im Englischen Kingdom, Königtum. Und ganz wichtig: Im Alten Testament war vorausgesagt, wenn der Messias kommt, wird er ein weltweites Reich des Friedens und der Gerechtigkeit aufrichten. Und wenn man im Judentum also vom Reich Gottes sprach, dann dachte man an dieses messianische Reich des Friedens.

Die verborgene Form des Reiches Gottes in der Zwischenzeit

Nun, der Jesus ist gekommen. Schlagen wir auf: Der Beginn seines Dienstes wird gerade beschrieben und zusammengefasst in Markus 1,14-15:
Nachdem aber Johannes gefangen genommen worden war, kam Jesus nach Galiläa und verkündigte das Evangelium vom Reich Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe. Tut Buße und glaubt an das Evangelium.
Also: Der König ist da, und er sagt, das Reich Gottes ist nahegekommen. Und zwar war es gegenwärtig in seiner Person. In Lukas 17 sagt der Herr: Das Reich Gottes ist mitten unter euch. Warum? Weil er, der König, da war. Auf der Erde, im Land Israel.
Aber wir haben gesehen: Die Führerschaft Israels verwarf den Messias. Und jetzt sollte etwas kommen, was im Alten Testament nicht erwartet war, nämlich dass das Reich Gottes eine andere Form annehmen würde, die im Alten Testament nicht vorausgesagt war.
Und da ist der Ausdruck Geheimnis sehr wichtig, das Geheimnis des Reiches Gottes. Es gibt ganz viele Geheimnisse. Einerseits eben die Geheimnisse des Reiches Gottes oder des Reiches der Himmel im Matthäusevangelium. Dann finden wir in den Paulusbriefen acht Geheimnisse über die Gemeinde. Und auch in der Offenbarung finden wir verschiedene Geheimnisse, wie zum Beispiel das Geheimnis der Hure Babylon, das Geheimnis des Tieres und auch das Geheimnis der sieben Sterne in Offenbarung 1.
Auch das alles hängt zusammen mit dieser neuen Zeit, die begonnen hat mit der Verwerfung des Messias. Das Reich Gottes sollte nämlich eine neue Form annehmen, in der das Evangelium zu den Heidenvölkern ausgeht. Es kommen ganz viele zum Glauben, das werden wir heute noch sehen. Es wird aber auch eine totale Vermischung geben: von wahren Gläubigen und von bloßen Bekennern. Das, was wir als Christenheit bezeichnen, war im Alten Testament so nicht vorausgesagt. Und das ist ein wichtiger Inhalt dieses Geheimnisses.
Es ist also so, dass das Reich Gottes gewissermaßen aufgeschoben ist bis auf die Wiederkunft des Messias in Macht und Herrlichkeit. Dann würde aber in Erfüllung gehen, was das Alte Testament gesagt hat, nämlich dass der Messias in Macht und Herrlichkeit, in vollkommener Gerechtigkeit und Frieden über die Erde regieren wird.

Die drei Phasen des Reiches Gottes

Jetzt ist es wichtig, drei Phasen des Reiches Gottes zu unterscheiden.
Phase eins: Der König ist da. Phase zwei: Der König wird verworfen und schließlich getötet, aber er wird auferstehen, in den Himmel gehen und lange bleiben, während sich das Reich Gottes hier weltweit unter allen Völkern entfaltet. Das war im Alten Testament nicht bekannt. Phase zwei war ein Geheimnis. Und schließlich wird Jesus Christus in der Zukunft wiederkommen und das Reich erfüllen, so wie es im Alten Testament geschrieben ist. Das wird im Neuen Testament in Offenbarung 20 das tausendjährige Reich genannt. Das ist nichts anderes als die Erfüllung dessen, was das Alte Testament im Klartext und verständlich über das Reich Gottes vorausgesagt hat.
Aber diese drei Phasen sind jetzt ganz wichtig. Und der Herr gibt als grundlegendes Gleichnis für Phase zwei das Gleichnis vom vierfachen Ackerfeld. Wie fundamental das ist, sehen wir nochmals. Wir haben das letztes Mal schon betont, aber durch Wiederholung prägt es sich ein.
Liest du noch Verse 13 und 14? Und er spricht zu ihnen: Wenn ihr dieses Gleichnis nicht versteht, wie wollt ihr dann alle Gleichnisse verstehen? Der Sämann sät das Wort.
Ja, danke, sehen wir. Der Herr hat erklärt, ab Markus 4,3: Der Sämann geht aus, um zu säen, und Samen fällt auf den Weg, auf das Steinige, unter die Dornen, und Samen fallen auf den Acker, auf die gute Erde, und da gibt es richtig Frucht. Und damit wollte der Herr sagen: Das Evangelium wird ausgehen zu allen Völkern. Aber die Reaktion wird unterschiedlich sein.
Es gibt Menschen, die sind wie der Weg. Die Vögel picken die Körner weg, und der Herr erklärt, wie wir das letztes Mal gesehen haben, das ist alles Wiederholung: Der Satan nimmt das Wort weg. Wir haben gesehen, es gibt solche, die dem Samen auf dem Steinigen entsprechen. Das geht auf. Er sagt, sie nehmen das so zuerst an, aber wenn dann Schwierigkeiten kommen, verwerfen sie alles.
Und dann gibt es solche, bei denen der Samen unter die Dornen fällt. Und die Dornen ersticken es. Und der Herr sagt: Sorgen des Lebens und auch der Reichtum, Luxus, ersticken das Wort. Es gibt keine Frucht. Und dann gibt es eben die, die sich wirklich bekehren. Das ist die gute Erde, und da bringt es dreißig-, sechzig- und hundertfältig Frucht.
Dieses Gleichnis ist also die Basis. Der Herr sagt in Vers 13: Begreift ihr dieses Gleichnis nicht? Wenn ihr das nicht versteht, dann versteht ihr alles andere auch nicht. Also geht es um das Reich Gottes, das sich so durch die Verkündigung des Wortes ausbreitet. Und wir haben gesehen, der Same wird ganz klar mit dem Wort Gottes verglichen. Nochmals Vers 14: Der Sämann sät das Wort.

Das Licht des Wortes und die Verantwortung des Hörens

Und nun folgen weitere Erklärungen über diese „neue Zeit“, Phase 2.
Und zwar vergleicht der Herr ab Vers 21 das Wort mit einer Lampe. Jetzt, Urst, würdest du uns die Verse 21 bis 25 lesen?
Und er sprach zu ihnen: Kommt etwa das Licht, damit es unter den Scheffel oder unter das Bett gestellt wird, und nicht vielmehr, damit man es auf den Leuchter setzt? Denn nichts ist verborgen, das nicht offenbar gemacht wird, und nichts geschieht so heimlich, dass es nicht an den Tag kommt. Wer Ohren hat zu hören, der höre! Und er sprach zu ihnen: Achtet auf das, was ihr hört! Mit demselben Maß, mit dem ihr anderen zumesst, wird auch euch zugemessen werden. Und es wird euch, die ihr hört, noch hinzugelegt werden. Denn wer hat, dem wird gegeben werden; wer aber nicht hat, von dem wird auch das genommen werden, was er hat.
Jetzt habe ich einfach behauptet, die Lampe sei auch ein Bild für das Wort Gottes, nicht nur der Samen. Wie könnte man diese Behauptung noch mit der Bibel eindeutig begründen?
 Psalm 119, Vers 105. Das hilft wirklich. Viele kennen den Vers auswendig, und sonst kann man ihn heute noch auswendig lernen.
Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg.
Ja, also: Dein Wort ist Leuchte meinem Fuß. Und mit Leuchte ist im Hebräischen Ner gemeint, also eine Lampe, zum Beispiel eine Öllampe. Und der Herr sagt: Holt man etwa die Lampe, damit sie unter den Scheffel oder unter das Bett gestellt werde, nicht vielmehr, damit sie auf den Lampenständer gestellt werde? Also: Lampenständer. Und jetzt wird die Öllampe darauf gestellt. Und das ist das Wort Gottes.
Noch eine Stelle, die das unterstreicht: 2. Petrus 1,19.
Und so halten wir nun fest an dem völlig gewissen prophetischen Wort, und ihr tut gut daran, darauf zu achten wie auf ein Licht, das an einem dunklen Ort scheint, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen.
Ja, da wird das Wort, und zwar hier das prophetische Wort der Bibel, verglichen mit einer Lampe, die leuchtet an einem dunklen Ort. Der griechische Ausdruck für dunklen Ort bezeichnet ein dreckiges Kellerloch. Jetzt weiß man, in welcher Welt wir leben. Aber da haben wir Licht, Wegweisung, das Wort Gottes.

Was verborgen ist, wird offenbar werden

Und jetzt müssen wir mit diesem Wissen die nächsten Details in diesem Gleichnis klären.
Holt man etwa die Lampe, damit sie unter den Scheffel gestellt werde? Was ist ein Scheffel? Ein altes deutsches Wort, das man heute nicht mehr kennt. Wie? Eine Schüssel, ja. Und zwar eine Schüssel mit genauem Maß. Das ist etwa dreizehn Liter, also ein Hohlmaß, oder hebräisch würde man sagen: ein Drittel Efa. Also ein recht großes Maß, zum Beispiel für Samen, sagen wir Weizen, Gerste, was auch immer. Und die Fußnote der Elberfelder erklärt ja: Das ist ein Hohlmaß, ein bestimmtes Hohlmaß, dreizehn Liter.
Nun, das spricht von unserer Arbeit und auch vom Handel. Ein Hohlmaß braucht man, wenn man Samenkörner verkauft, nicht wahr? Da wird verkauft und gekauft. Das spricht von unserer täglichen Arbeit, und die muss es sein.
Und dann haben wir noch etwas: Eine Lampe wird nicht unter ein solches Scheffel gestellt, sondern auch nicht unter das Bett. Das ist jetzt einfacher, da braucht es keine Fußnote. Aber das spricht genau vom Gegenteil von Arbeit. Faulenzen. Aber ich meine, wir alle werden heute Abend wohl in ein Bett gehen. Ja, also es spricht auch von Ruhe.
Aber jetzt ist das Problem: Arbeit und Geschäftigkeit können das Wort Gottes verdunkeln. Es muss nicht so sein, aber es kann so sein. Und Gemütlichkeit, Ruhe, und dann geht es eben in diese Richtung, kann es auch gehen. Faulenzen kann ebenfalls das Wort Gottes verdunkeln, weil die Lampe unter dem Bett ist. Also müssen wir auf beides achten. Überaktivität kann das Wort Gottes verdunkeln, und auch übermäßige Ruhe, die eben zum Faulenzen führt, kann das Wort verdunkeln. Und das darf nicht sein. Das macht der Herr hier klar.
Und dann erklärt er ganz grundsätzlich, dass dieses Licht des Wortes einmal alles, was im Verborgenen ist, aufdecken wird. Der Apostel Paulus sagt in 1. Timotheus 5, dass von manchen die Dinge schon früher offenbar werden, von anderen viel, viel später, wohl nach dem Tod. Aber alles kommt einmal ans Licht. Nichts in unserem Leben können wir einfach für immer verborgen halten. Das Wort Gottes wird alles durchdringen und ergründen.
Liest du nochmals in dem Sinn Vers 22? Wer Ohren hat zu hören, der höre. Nein, noch Vers 22, nicht 23. Denn nichts ist verborgen, das nicht offenbar gemacht wird, und nichts geschieht so heimlich, dass es nicht an den Tag kommt.
Ja, hierzu können wir vielleicht noch 1. Korinther 4,5 aufschlagen. Da sagt der Apostel Paulus, wie das geschieht für die Gläubigen, für die Erlösten. Aber es gilt grundsätzlich für alle Menschen, dass einmal alles vor Gott ans Licht kommen wird. Darum richtet nichts vor der Zeit, bis der Herr kommt, der auch das im Finstern Verborgene ans Licht bringen und die Absichten der Herzen offenbar machen wird. Und dann wird jedem das Lob von Gott zuteilwerden.
Ja, also es war so, dass die Korinther die verborgenen Motive im Herzen von Paulus beurteilt haben. Also nicht alle. Aber es gab eben einige in Korinth, die zum Glauben gekommen waren. Die waren früher ziemlich frech, und sie sind es auch nach der Bekehrung noch geblieben. Und die haben dann den Apostel Paulus in verschiedenen Hinsichten in Frage gestellt und ihm falsche Motive unterschoben.
Und er sagt: Das könnt ihr gar nicht. Das, was in unserem Herzen im Tiefsten verborgen ist, das können wir nicht beurteilen. Und darum sagt er: So urteilt nicht irgendetwas vor der Zeit, bis der Herr kommt. Aber dann, wenn der Herr Jesus kommt für die Gemeinde, dann wird er die Gläubigen vor den Richterstuhl des Christus stellen, der auch das Verborgene der Finsternis ans Licht bringen und die Überlegungen der Herzen offenbaren wird. Also wird alles, was in den tiefsten Tiefen unseres Herzens und unserer Persönlichkeit verborgen ist, ans Licht gebracht werden.
Das könnte einem Angst machen, aber der Apostel Paulus macht hier gerade einen Grund zur Ermutigung. Und dann wird einem jeden sein Lob von Gott werden. Also auch gerade solche Absichten, die eben gut waren, für den Herrn waren, die im Herzen von Paulus waren, aber man hat ihn falsch beurteilt. Das wird ans Licht kommen, und der Herr wird loben.
Aber natürlich gilt auch das andere. 2. Korinther 5,10. Da wird der Richterstuhl des Christus mit Namen erwähnt, wie auch in Römer 14,10. Und liest er uns doch bitte vor, Urs.
 2. Korinther 5,10 Denn wir alle müssen vor dem Richterstuhl des Christus offenbar werden, damit jeder das empfängt, was er durch den Leib gewirkt hat, es sei gut oder böse.
Ja, also es wird dort alles offenbar werden in unserem Leben, ob das jetzt böse war oder gut war. 1. Korinther 4 betont aber das Gute und macht Mut. Da werden die Gläubigen in völliger Übereinstimmung mit dem Herrn kommen, da wird nichts mehr irgendwie Trennendes sein für die Ewigkeit.
Darum ist es so wichtig, dass der Richterstuhl des Christus dann nach der Entrückung im Himmel stattfindet. Da wird alles geklärt. Auch zwischenmenschlich, was nicht geklärt war, wird dann geklärt werden.

Hören, achten und richtig beurteilen

Und dann sagt der Herr in Markus 4,23: Wer Ohren hat zu hören, der höre.
Ja, sehen wir, so hat das begonnen. Als der Herr mit Gleichnissen begann, sagte er in Markus 4,3: Hört zu! Siehe, der Sämann ging aus, um zu säen. Ja, also hört!
Und hier wieder: Wenn jemand Ohren hat zu hören, der höre. Das ist ein Befehl, wir müssen hören. Der Herr will damit sagen, wir müssen darauf achten, dass wir nicht zu denen gehören, von denen es eben in Jesaja 6 heißt, hier zitiert in Markus 4,12: damit sie sehend sehen und nicht wahrnehmen und hörend hören und nicht verstehen. Das wäre fatal. Man hört das Wort Gottes, versteht es nicht, begreift es nicht. Aber es liegt in unserer Verantwortung, und darum ist es ein Imperativ, ein Befehl: Wer Ohren hat zu hören, der höre.
Und dann sagt der Herr, dass man beim Hören nochmals aufpassen muss, wenn man hören kann, nämlich in Markus 4,24: Und er sprach zu ihnen: Achtet auf das, was ihr hört! Aha, achtet auf das, was ihr hört. Man muss nicht alles hören. Also wir müssen darauf achten, was wir hören: das Wort Gottes.
Und eine Stelle, die sehr eindrücklich ist, ist Jesaja 33. Dort liest man in den Versen 14 bis 16: Die Sünder in Zion sind erschrocken, Zittern hat die Heuchler ergriffen. Wer von uns kann bei einem verzehrenden Feuer wohnen? Wer von uns kann bei der ewigen Glut bleiben?
Ich darf schnell unterbrechen. Es geht also hier im Zusammenhang um die Wiederkunft von Jesus Christus als Richter der Welt. Und hier wird die Frage gestellt: Wer kann das ertragen, wenn er einmal kommt als Richter, mit verzehrendem Feuer, das eben alles vernichten wird, was in Gottes Augen nicht Bestand hat?
Und dann wird beantwortet: Wer kann bestehen? Wer in Gerechtigkeit wandelt und aufrichtig redet, wer es verschmäht, durch Bedrückung Gewinn zu machen, wer sich mit seinen Händen wehrt, ein Bestechungsgeschenk anzunehmen, wer seine Ohren verstopft, um nicht von Blutvergießen zu hören, wer seine Augen verschließt, um Böses nicht mit anzusehen, der wird auf Höhen wohnen, felsenfesten sind seine Burgen, sein Brot wird ihm gegeben, sein Wasser versiegt nie.
Und dann noch der schöne Vers 17: Deine Augen werden den König in seiner Schönheit schauen. Du wirst das Land erweitert sehen. Danke.
Also hier werden sechs Verben zusammengestellt, die die kennzeichnen, die eben einmal vor dem Herrn bestehen können. Wer in Gerechtigkeit wandelt, also einen Lebensweg führt, der Gottes Wort entspricht, wer aufrichtig redet, denn Lügen ist ein No-Go, das geht gar nicht, wer den Gewinn durch Bedrückung verschmäht, also den Weg, auf ungerechte Art an Geld heranzukommen, der muss man eben verachten.
Weiter: Wer seine Hände schüttelt, um keine Bestechung anzunehmen. Denn es sind alles aktuelle Dinge. Also so wird die Hände schütteln: Mit dem will ich nichts zu tun haben. Es kommen manchmal gewisse Angebote, sehr freundlich, mit sehr freundlicher Stimme vorgetragen, und wir merken: Das ist unrecht. Schütteln.
Und dann sagt Gott das Wort: Wer sein Ohr verstopft, darauf wollte ich hin, wer sein Ohr verstopft, um nicht von Bluttaten zu hören, und in Ergänzung seine Augen verschließt, um Böses nicht zu sehen, der wird dann einmal belohnt werden im tausendjährigen Reich und wird den König mit seinen Augen sehen, den Messias in seiner Schönheit.

Der Massstab, das Wachstum und das Vorbild Daniel

Jetzt habe ich aber eine Frage: Wer sein Ohr verstopft, um nicht von Bluttaten zu hören. Wenn wir die Bibel lesen, finden wir einige Geschichten mit Bluttaten. Also kann das ja nicht bedeuten, dass wir diese Abschnitte in der Bibel nicht lesen sollten. Oder es wird auch Böses beschrieben, das in der Bibel begangen worden ist. Aber hier heißt es, dass jemand seine Augen verschließt, um Böses nicht zu sehen. Hat jemand eine Erklärung, worauf sich das bezieht?
Ja, also da haben wir ja ständig Gelegenheit: auf dem Handy, in den Nachrichten, überall kann man das mitverfolgen. Und jetzt wird hier gesagt, wer sein Ohr verstopft, um nicht von Bluttaten zu hören, und seine Augen verschließt, um Böses nicht zu sehen. Aber in der Bibel werden doch böse Dinge berichtet, um uns zu warnen, welchen Weg wir nicht gehen sollen. Und Gutes wird berichtet, um uns zu zeigen, welchen Weg wir gehen sollen. Aber wir verstopfen ja nicht die Ohren, um nichts von Bluttaten zu hören.
Die Erklärung ist eigentlich ganz naheliegend. Man kann eben von Gewalt hören und Gewalt sehen als Unterhaltung, und das ist ja das Übliche in den Medien. Das Böse hat einen Unterhaltungswert, in der Bildübertragung, dann aber auch in der Kunst. So oft wird das Böse thematisiert, und das darf nie Unterhaltungswert haben. Wenn wir uns mit gewissen negativen Dingen beschäftigen müssen, müssen wir uns klar sagen, was die Begründung ist, dass ich das jetzt wissen muss. Wenn es aber einfach ist, weil man das irgendwie so gerne hört, dann ist es eben falsch. Also: Ohren verstopfen.
Darum sagt der Herr: Gebt Acht, was ihr hört. Da haben wir eine Verantwortung. Und dann erklärt der Herr: Mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird euch zugemessen werden. Also, wir sind ja ständig am Denken. Man hat so durchschnittlich ermittelt, dass wir pro Tag etwa 6 Gedanken denken. Ziemlich viel. Und das hat auch sehr viel zu tun mit Beurteilen, weil wir ständig mit Dingen, mit Menschen und mit Taten usw. konfrontiert werden und ständig am Beurteilen sind.
Aber das Problem ist, wenn wir eben ungerecht beurteilen, und zwar mit zwei Maßstäben: Für uns gilt dieser Maßstab, für andere gilt jener Maßstab. Und der Herr macht klar: Das kommt alles auf uns zurück. Mit dem Maßstab, wie wir bei den anderen ansetzen, werden wir selber auch wieder gemessen. Und dann sagt der Herr: Und es wird euch hinzugefügt werden. Und zwar erklärt er das hinzugefügt werden in Vers 25: Denn wer hat, dem wird gegeben werden, und wer nicht hat, von dem wird selbst das, was er hat, weggenommen werden.
Das ist ja wie bei der Bank. Also, mein Bankier bei der Raiffeisen hat mir gesagt: Ja, das gilt. Nein, das war bei der CS, noch früher, ja. Der hat mir gesagt: Ja, das Prinzip gilt. Wer da hat, dem wird gegeben werden. So ist das. Wer auf die Bank geht und Geld hat, der bekommt noch mehr. Und wer nichts hat, der bekommt kein Geld von der Bank, und heute erst recht nicht.
Ja, aber das ist ein Prinzip, das eben im Geistlichen gilt. Wenn wir das Wort Gottes, den Samen, aufgenommen haben, dann bekommen wir vom Herrn noch mehr. Wenn wir das Licht empfangen haben und es wirklich aufnehmen, dann gibt der Herr uns noch mehr Licht. Und der, der eben Licht hat, dem wird selbst das noch weggenommen, was irgendwo an Restspuren mal da war, geht auch noch verloren.
Und das schöne Beispiel für dieses Prinzip im Alten Testament ist Daniel. Daniel kam offensichtlich als Teenager nach Babylon. Er wurde ausgewählt, weil er so schön und so intelligent war, dass er zwangsmäßig an der Hochschule in Babylon sechs Semester studieren sollte. Drei Jahre steht in der Bibel, aber es ist dasselbe. Und zwar wurde er ausgewählt, weil er ein Maskil war, heißt das auf Hebräisch, das ist ein verständlicher Mensch.
Aber woher hatte dieser Teenager aus Juda sein Verständnis? Nun, Israel war damals gegenüber den anderen Völkern deutlich abgegrenzt durch verschiedene Dinge, aber eines zum Beispiel: Lesen und Schreiben. Das war bei keinem Volk im Nahen Osten so verbreitet, weder bei den Philistern im heutigen Gazastreifen noch bei den Ammonitern in Nordjordanien, Moabitern in Mitteljordanien jenseits des Toten Meeres noch bei den Edomitern in Südjordanien oder bei den Phöniziern in Libanon, Tyrus und Sidon, nirgends.
Und zwar war man in Israel eben motiviert, weil Gott die Heilige Schrift gegeben hatte. Die Leute waren motiviert, lesen und schreiben zu können. Das ist auch der Grund, warum man archäologisch gerade in der Zeit von König David, rund tausend vor Christus bis fünfhundert vor Christus, nirgends so viele Siegel findet wie in Israel. Man hat im ganzen Nahen Osten gegraben und Siegel gesammelt. Siegel wurden im Alltag in Verbindung mit den Geschäften verwendet. Diesen Krug versiegeln und diesen Sack versiegeln, und da musste man lesen und schreiben. Da waren die Israeliten eben führend. Aber eben dieses Wissen war verbunden mit der Heiligen Schrift, und da hatte dieser junge Mann eben schon ein Wissen, eine Kenntnis, und das hat man in Babylon wahrgenommen: Also, der soll studieren.
Aber dann sehen wir, dass Gott, weil Daniel sich von Anfang an vorgenommen hat: Jetzt muss ich eine schwierige Schule machen, aber ich möchte dem Herrn treu bleiben und möchte mich nicht durch die babylonischen Sitten und Gebräuche und die babylonische Religion verunreinigen lassen. Er hat es sich im Herzen vorgenommen, und der Herr hat ihm Gelingen gegeben und ihm schließlich so viel Weisheit gegeben, dass er alle Weisen von Babel bei der Abschlussprüfung übertraf. Nach den sechs Semestern war das also grandios, zehnfach hat er alle übertroffen, und auch seine drei Freunde.
Und dann sehen wir: Das hat Daniel aber nicht stolz gemacht, sondern das war echte Erkenntnis, die nicht aufbläht. Nach 1. Korinther 8 bläht Erkenntnis auf, aber echte Erkenntnis nicht, und er blieb demütig. Und dann kam wieder eine neue Herausforderung. Er ging mit seinen Freunden ins Gebet, und Gott gab ihm noch mehr Licht. Und so geht das im Buch Daniel. Es ist wie eine Spirale: Das Wissen aus dem Wort Gottes hat Daniel zur Treue motiviert, und diese Treue wurde belohnt mit neuer Erkenntnis. Und diese Erkenntnis hat ihn zu weiterer Treue motiviert, und Gott hat ihm noch mehr Licht gegeben. Sein Leben war so eine Spirale, eben in dem Prinzip: Wer hat, dem wird gegeben werden.

Das Wachstum des Reiches und die Grenzen menschlicher Aktivität

Jetzt gehen wir weiter, Vers 26-29:
Und er sprach: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mensch den Samen auf die Erde wirft und schläft und aufsteht, Nacht und Tag; und der Same keimt und geht auf, ohne dass er es weiß. Denn die Erde trägt von selbst Frucht: zuerst den Halm, danach die Ähre, dann den vollen Weizen in der Ähre. Wenn aber die Frucht es zulässt, schickt er sogleich die Sichel hin, denn die Ernte ist da.
Wunderbar! Also ein weiteres Gleichnis, das ist das Gleichnis vom Wachstum. Es geht wieder um den Bauern, der den Samen sät, aber hier wird gesagt: ein Mensch wirft den Samen auf das Land. Und das ist jetzt ein sehr interessanter Punkt. Wovon ist das Land in der Bibel ein Bild? Dieses Ackerland.
Wir müssen ja die Symbolik eben herholen und nicht einfach irgendetwas behaupten. Vor kurzem habe ich jemanden gefragt. Er hat eine Predigt gehört, da hat jemand gesagt: Die Menschen, die die Tücher auf den Esel am Palmsonntag gelegt haben, das sind die wahren Gläubigen, und die, die ihre Kleider auf den Boden gelegt haben, das sind die Ungläubigen. Stimmt das? Da habe ich gesagt: Nein, das stimmt überhaupt nicht. Und wenn man eine Symbolik deutet, dann muss man sie herleiten können und begründen. Aber das ist einfach mutwillig. Ich meine, da haben wir keine biblischen Anhaltspunkte, um diese Symbolik so oder so zu deuten, wie in diesem Fall.
Aber jetzt müssen wir eben wirklich wieder begründen, wovon das Land, auf das gesät wird, der Acker, ein Bild ist. Wie? Die Herzen der Menschen? Und in welchem Umfang? Ja, im geistlichen Sinn.
Und schlagen wir auf, dann wird klar, worauf ich hinaus will. In Matthäus 13, in der Parallelstelle, da deutet der Herr seine Gleichnisse. Liest du, Urs, Matthäus 13,36-37:
Da entließ Jesus die Volksmenge und ging in das Haus. Und seine Jünger traten zu ihm und sprachen: Erkläre uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker. Und er antwortete und sprach zu ihnen: Der, der den guten Samen sät, ist der Sohn des Menschen, der Acker ist die Welt.
Ja, also er deutet die Symbolik: Der Acker bedeutet die Welt, nicht nur Israel. Darum eben korrekt wurde vorhin gesagt, das Land ist ein Bild der Herzen. Aber eben: Der Acker bedeutet die Welt. Und das heißt eben, das Wort Gottes geht über Israel hinaus, in alle Welt, wird überall verkündet. Und das ist jetzt wichtig für diese Phase zwei des Reiches Gottes: Das Wort Gottes wird weltweit verkündet.
Und nicht wahr, wir können heute zurückgelehnt die Geschichte überblicken, 2026, und wir sehen ja tatsächlich: Ab dem ersten Jahrhundert, ab Pfingsten 32 nach Christus, wurde das Wort gepredigt in Jerusalem, intensiv ein ganzes Jahr bis zur Steinigung von Stephanus. Und dann kam es zu einer Verfolgung, und das Wort ging dann weiter. Durch die Verfolgten wurde es durch ihre Zerstreuung gebracht, bis nach Judäa und auch nach Samarien. Und nachher ging es weiter über Israel hinaus. Und in der Apostelgeschichte sieht man schließlich, wie der Apostel Paulus nach Italien kommt, nach Rom, nach Europa.
Und wirklich, wenn wir jetzt die 2000 Jahre, die vergangen sind, zurückblicken, können wir sagen: Das Wort Gottes wurde verkündet auf allen fünf Kontinenten. Allen Nationen. Es gibt heute keine Nation, die nicht erreicht worden wäre. Und zwar ist es so, dass es ja wie viele Nationen gibt? Etwa 200. Ja, die meisten sind in einer Organisation zusammengefasst, der UNO, aber es gibt noch mehr Völker. Wie viele Völker schätzt man weltweit? Über zehntausend, ja. Und dann gibt es noch viele Stämme.
Und der Jesus sagt in Matthäus 24,15, dass, bevor er wiederkommt als König, alle Nationen erreicht werden mit dem Evangelium. Er benutzt das Wort Ethnos auf Griechisch. Ethnos heißt eben Nation und ist ein Begriff, der größer ist als Volk, das wäre auf Griechisch Laos, und ist nochmals größer als der Begriff Stamm, das wäre Griechisch Phyle. All die Begriffe findet man nebeneinander in Offenbarung 5, auch in Offenbarung 7.
Aber der Herr sagt nicht: Alle Menschen werden erreicht werden. Er sagt nicht einmal: Alle Völker, sondern alle Nationen. Und das ist geschehen. Also so ist das Wort Gottes eben verkündigt worden weltweit. Und der Herr sagt: Wie wenn ein Mensch den Samen ... Das wissen wir, das ist das Wort Gottes, Vers 14, auf das Land wirft. In Matthäus haben wir das Wort Acker gehabt, der Acker ist die Welt, Kosmos. Aber hier haben wir Land. Weiß jemand zufällig, was das für ein Wort im Grundtext ist? Gäh. Also das Wort, das wir kennen von Geographie, das ist die Erdbeschreibung. Gäh heißt Erde oder Land. Oder Geologie, das ist die Lehre der Erdschichten, eben Erdschichten, darum Gäh. Und da haben wir eigentlich genau diesen Gedanken drin: auf das Land. Das Wort für Erde, das Wort wird weltweit verkündet. Das Land, also Gäh im eingegrenzten Sinn, ist da symbolisch für das Erweiterte, was auch in dem Wort drinliegt.
Und dann heißt es: Und dann schläft der Bauer, und dann steht er wieder auf. Das geht so Nacht und Tag, Nacht und Tag. Der Same sprießt hervor, wächst, er weiß selbst nicht wie. Da ist der Bauer völlig passiv. Für das Wachstum sind wir Menschen nicht wirklich zuständig, das geht einfach. Und das bringt dem Bauern Ruhe, da muss er nicht dafür zuständig sein. Und das ist genau das, was der Apostel Paulus in 1. Korinther 3 auch anspricht. Er sagt, wie er gewirkt hat in Korinth als Evangelist. Da hat er gepflanzt, und dann kam später Apollos, das war ein guter Bibellehrer, der hat die Gläubigen weiter unterwiesen, er hat begossen. Liest du, Urs, 1. Korinther 3,6?
Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen, Gott aber hat das Gedeihen gegeben. So ist also weder etwas der, welcher pflanzt, noch der, welcher begießt, sondern Gott, der das Gedeihen gibt. Der aber, welcher pflanzt, und der, welcher begießt, sind eins, jeder aber wird seinen eigenen Lohn empfangen entsprechend seiner eigenen Arbeit. Denn wir sind Gottes Mitarbeiter; ihr aber seid Gottes Ackerfeld und Gottes Bau.
Danke. Also, er vergleicht sich mit einem Bauer, der gepflanzt hat durch die Evangeliumsverkündigung. Apollos, auch ein Bauer, der noch zusätzlich Wasser gegeben hat, das kann man auch. Aber das Wachstum, das kann niemand von uns bewirken, das ist Gottes Werk. Und darum wird hier betont: Gott gibt das Wachstum. Ihm gehört allein diese Ehre.
Und der Herr Jesus macht also klar: Wie ich in den Versen 21 bis 25 geht es um unsere Verantwortung, dieses Licht des Wortes Gottes weiterzugeben, dass es nicht durch unsere Arbeit zugedeckt wird oder durch unsere Faulheit. Und es geht darum, dass wir eben an Licht mehr und mehr bekommen: Wer hat, dem wird gegeben werden. Und jetzt geht es darum, wenn man das Wort Gottes in der Welt ausbreitet, dass Wachstum gibt Gott. Das funktioniert einfach. Menschen kommen zum Glauben und wachsen im Glauben.
Und dann schließlich Vers 28: Denn die Erde trägt von selbst Frucht: zuerst den Halm, danach die Ähre, dann den vollen Weizen in der Ähre. Wenn aber die Frucht es zulässt, schickt er sogleich die Sichel hin, denn die Ernte ist da.
Ja, jetzt haben wir wieder einen Begriff: Ernte. Und da müssen wir wissen, was die Symbolik von Ernte ist, welche Zeit symbolisch gemeint ist. Ja, und jetzt prophetisch wäre das die Zeit, ja. Und der Schriftbeweis Matthäus 13, dort sehr konzentriert verschiedene Symbole gerade direkt erklärt. Also liest du Vers 39 in Matthäus 13:
Der Feind, der es sät, ist der Teufel; die Ernte ist das Ende der Weltzeit, die Schnitter sind die Engel. Gleich wie man nun das Unkraut sammelt und mit Feuer verbrennt, so wird es sein am Ende dieser Weltzeit.
Ja, danke. Also hier wird gesagt, die Ernte bedeutet was? Das Ende der Weltzeit. Was ist das, Weltzeit? Nun, es ist griechisch Aion, das heißt Zeitalter, eine Periode. Und hier heißt es die Vollendung des Zeitalters. Im Judentum haben die Rabbiner gesprochen von Haolam ha-Zeh, dieses Zeitalter. Und sie haben gesagt: Haolam ha-Ba, das kommende Zeitalter. Das ist die Zeit, wenn der Messias als König kommt. Also sie haben unterschieden die jetzige Zeitperiode und die künftige Zeitperiode. Das wird das Reich des Messias sein. Und im Neuen Testament spricht der Herr Jesus genau so. Das heißt also, diese heilsgeschichtliche Deutung der Zeitabschnitte von den Rabbinen hat er unterstrichen als korrekt.
Man kann das nachlesen in Matthäus 12, zum Beispiel. Dort spricht der Herr von „in diesem Zeitalter“ und „in dem zukünftigen Zeitalter“. Oder der Apostel Paulus benutzt diesen Ausdruck in Epheser 1,21, da sagt er: „in diesem Zeitalter, in dem zukünftigen Zeitalter“. Und damit war übrigens für ihn auch klar, dass das tausendjährige Reich in der Zukunft ist. Das nur, weil es eben Gläubige gibt, die sagen, das tausendjährige Reich sei heute. Allerdings nach Offenbarung 20 ist das tausendjährige Reich die Zeit, wenn der Teufel gebunden ist. Und wir merken, dass heute der Teufel los ist. Also sind wir nicht im tausendjährigen Reich.
Und einmal hat eine Studentin mich gefragt, sie habe auf der Bibelschule von ihrem Dozenten gelernt, dass wir jetzt schon im tausendjährigen Reich sind. Und da habe ich ihr gesagt: Also dann mach doch den Test, nimm Stroh in die eine Hand, Fleisch in die andere und geh zum Zoo in Zürich. Und wenn der Löwe das Stroh will, dann sind wir jetzt schon im tausendjährigen Reich, und sonst muss man eben auf das zukünftige Zeitalter warten. Wie? Ja, ein Beispiel, meinst du? Ja, das wäre ein Beispiel.
Und jetzt haben wir aber hier klar die Vollendung des Zeitalters. Das heißt also: der Abschluss dieser Zeit, wenn dann das tausendjährige Reich kommt, das heißt also die Zeit, wenn Jesus Christus wiederkommt. Das ist gemeint mit der Ernte.
Und jetzt ist klar: Also dieses Gleichnis beschreibt genau diese Zwischenzeit, Phase zwei des Reiches Gottes. Nein, das ist die Erstlingsfrucht, kann man sagen, die eingebracht wird. Aber die eigentliche Ernte, die ist dann nachher hier auf der Erde, genau, so kannst du es sagen.
Und jetzt sehen wir also: Das soll eine Zeit sein, wo Gott Wachstum wirkt in aller Welt unter den wahren Gläubigen. Schon interessant: Verse 21 bis 25 betonen unsere Verantwortung, und Verse 26 bis 29 zeigen unsere Begrenzung, wo wir einfach ruhig sein können. Das Wachstum, das müssen wir einfach Gott überlassen.

Das kleine Anfangsstadium und die grosse Ausbreitung

Und jetzt geht es weiter. Urs, könntest du 30 bis 34 vorlesen?
Und er sprach: Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen, oder durch was für ein Gleichnis sollen wir es euch darlegen? Es ist einem Senfkorn gleich, das, wenn es in die Erde gesät wird, das kleinste ist unter allen Samenkörnern auf Erden. Und wenn es gesät ist, geht es auf und wird grösser als alle Gartengewächse und treibt grosse Zweige, sodass die Vögel des Himmels unter seinem Schatten nisten können. Und in vielen solchen Gleichnissen sagte er ihnen das Wort, wie sie es zu hören vermochten. Ohne Gleichnis aber redete er nicht zu ihnen. Wenn sie aber allein waren, legte er seinen Jüngern alles aus.
Wir merken ganz klar: Es geht weiter um das Thema des Reiches Gottes, und zwar in der Phase zwei. Der Herr bringt ein neues Gleichnis, das Gleichnis vom Senfkorn.
In Israel sind zwei Senfkornarten bedeutsam. Das eine ist Brassica nigra, der schwarze Senf. Die Körner sind dunkelbraun oder sogar schwarz. Dann gibt es noch den anderen Senf, Sinapis alba. Das ist eine einjährige Pflanze, also muss man sie jedes Jahr neu säen.
Das Spezielle ist aber: Der schwarze Senf, Brassica nigra, wächst in Israel, vor allem um den See Genezareth, und da sind wir ja in Galiläa, ohne Probleme auf zwei bis drei Meter Höhe. Ein Senfkorn, nicht wahr, man muss sich nur einmal Dijon-Senf anschauen, das ist wirklich guter Senf, also ich kriege nichts dafür, aber diese kleinen Körner. Und eben beim schwarzen Senf sind die Körner noch kleiner als beim weissen, das ist Alba. Beim schwarzen Senf sind sie 0,95 Millimeter bis 1,6 Millimeter gross. Der weisse Senf ist dagegen doppelt so gross. Der schwarze Senf wiegt auch nur ein Milligramm, also ein Tausendstel Gramm, und auch da ist der weisse Senf doppelt so schwer.
Also das, was der Herr hier im Gleichnis bringt, ist eindeutig Brassica nigra. Er sagt: Das Senfkorn, wenn es auf der Erde gesät wird, ist kleiner als alle Samenkörner. Die Erde ist hier übrigens dasselbe Wort wie Land in Vers 26. Es ist also das kleinste Korn, das der Bauer auf das Land sät. Und wenn es gesät ist, schiesst es auf, also wächst und spriesst, und wird grösser als alle Kräuter. Es treibt grosse Zweige, sodass sich unter seinem Schatten die Vögel des Himmels niederlassen können.
Das ist wirklich so. Wie gesagt, beim schwarzen Senf verholzt sogar der Haupthalm. Das ist alles in der Winterzeit verholzt, und auch gewisse Zweige verholzen. So können Vögel dort Unterschlupf finden. Das ist also fantastisch für eine Vielzahl von Vögeln in Galiläa. Sie können sich dort gut verstecken und sind auch geschützt vor Raubvögeln, auch vor Krähen und Raben. Der Senf ist also ganz, ganz nützlich. Es sind verschiedene Singvögel, die das wirklich schätzen, dort diesen Unterschlupf, und die fressen dann übrigens auch wieder Schädlinge. Sie können also sehr, sehr nützlich sein. Darum war das in der Landwirtschaft in Israel damals üblich. Neben einem Weizenfeld war dann das Senffeld. So brachte das Senffeld ökologisch mit den Vögeln wieder Schutz für die anderen Felder, indem verschiedene Schädlinge eben von diesen Vögeln gefressen worden sind.
Das Besondere ist also in diesem Gleichnis: So klein am Anfang, und dann wird es so gross. Der Herr wollte damit sagen: Alles beginnt ganz, ganz bescheiden. Ich weiss, da waren 120 zusammen in Jerusalem an Pfingsten, Apostelgeschichte 1, Apostelgeschichte 2. Der Heilige Geist kommt, und diese Jünger beginnen zu predigen. An Pfingsten, an diesem Tag, kommen 3000 aus Israel zum Glauben. Und dann geht das weiter. Schon in den weiteren Monaten sieht man in der Apostelgeschichte: Es waren schliesslich 5000 Männer. Nicht nur 3000, zuerst werden Männer und Frauen gezählt, und dann werden nur die Männer gezählt: 5000. Hochrechnung: Frauen und dann noch Kinder. Also wir sind gerade bei 10 plus. Es wächst, wächst, wächst, wächst, wächst, wächst, und jetzt weltweit hat sich das ausgebreitet.

Die Vögel als Bild für die Vermischung

Aber jetzt kommt der Punkt mit den Vögeln. Nicht wahr, man könnte sagen: Ja, die Vögel, was bedeuten die in Markus 4 jetzt von der Symbolik her? Nichts Gutes, Beleg? Ja, genau. Also nochmals: In Markus 4,4 sagst du richtig, die Vögel kamen und fraßen es auf. Und der Herr deutet diese Vögel. Damit sind speziell Raben, Krähen gemeint, das sind die berühmten Samenpicker. Und er sagt in der Auslegung, Kapitel 4, Vers 15, wo das Wort gesät wird: „Und wenn sie es hören, sogleich kommt der Satan und nimmt das Wort weg, das in sie gesät war.“
Also diese schwarzen Vögel, die so gerne wegpicken, was an Samenkörnern da liegt, sind ein Bild von Satan. Das können wir noch unterstreichen durch eine Stelle in Offenbarung. Da wird die Hure Babylon, das ist ja auch ein Geheimnis, die Hure Babylon stellt im Kontrast zur Braut Christi, dem neuen Jerusalem, die falsche Kirche mit Sitz auf sieben Bergen dar. Und in Offenbarung 18 heißt es dann in Vers 2: „Und er rief kraftvoll mit lauter Stimme und sprach: Gefallen, gefallen ist Babylon, die Große, und ist eine Behausung der Dämonen geworden und ein Gefängnis aller unreinen Geister und ein Gefängnis aller unreinen und verhassten Vögel.“
Unreine Vögel sind also ein Bild von Dämonen. Eben: Satan nimmt das Wort weg, und hier wird von unreinen Vögeln in einem Atemzug mit einer Behausung von Dämonen gesprochen. Also unreine, nicht koschere Vögel. Und eben Raben und Krähen gehören nach 3. Mose 11, wo die koscheren und nicht koscheren Tiere für den Speisezettel Israels vorgestellt werden, ganz klar zu den nicht koscheren Tieren.
Aber jetzt ist es so: Beim Senfbaum, oder besser gesagt beim Senfbusch, eben einem großen Busch bis drei Meter Höhe, ist es nicht üblich, dass Raben und Krähen hingehen. Dort sind diverse Singvögel. Und da haben wir also eine ganze Serie von koscheren Vögeln: Distelfink, dann Grasmücke, Laubsänger, Hänflinge, der Zilpzalp, Blaukehlchen. Die sind koscher. Allerdings muss ich noch erklären: Vor zweitausend Jahren waren sie koscher. Und darum war das kein Problem für Juden, sie zu essen. Man muss an die ärmliche Bevölkerung in Galiläa denken. Die haben mit Netzen Vögel gefangen und dann auch verspeist.
Aber vielleicht etwa im zweiten Jahrhundert nach Christus haben die Rabbiner entschieden: Die tun wir alle auf die Liste der nicht koscheren Vögel. Und zwar werden in 3. Mose 11 eine ganze Serie von Vögeln aufgezählt, die alle nicht koscher sind. Man kann sie einteilen: Das sind Raubvögel, dann Aasfresser und Nachtvögel wie Eulen, Uhu usw. Aber jetzt kann man davon ableiten: Aha, das sind eigentlich keine Singvögel, und dann wären die Singvögel koscher. Aber dann haben die Rabbiner gesagt: Ja, aber das ist schwierig im Einzelnen zu unterscheiden, weil es bestimmte Singvögel gibt, die eigentlich räuberisch sind, zum Beispiel der Maskenwürger und der Rotkopfwürger. Und die sind nicht koscher. Da haben sie gesagt: Das ist zu schwierig für die Leute. Dann erklären wir einfach wegen Unsicherheit alle für nicht koscher.
Aber eben wichtig ist zu wissen: Gerade da sind viele koschere Vögel, nicht nur die eben auch. Maskenwürger und Rotkopfwürger sind Singvögel, aber sie sind räuberisch. Sie fressen Mäuse, Eidechsen, die sind nicht koscher. Und dann gibt es auch Eisvögel. Gerade am See Genezareth sind sie da in den Zweigen auf Wacht und holen dann Fische. Aber die sind nicht koscher. Und der Kuckuck, dieser verlogene Vogel, wiegt hundert Gramm. Das geht eben gerade noch vom Gewicht her. Für die Rabenvögel wäre es zu schwer, die sind so vierhundertfünfzig bis sechshundert Gramm.
Also, wir haben aber in diesem Senfbaum eine Mischung von koscheren und nicht koscheren Vögeln. Und der Herr macht klar: Aus einem ganz kleinen Anfang wird etwas überraschend Großes werden, aber es wird eine Vermischung sein von echten Christen und Namenschristen. Und so erklärt der Herr, wie diese Zwischenzeit zwischen seinem Kommen und seinem Wiederkommen in diesen Gleichnissen aussehen wird.

Ausblick auf Sturm und Befreiung

Ja, und wenn ich natürlich so viel über Vögel gesprochen habe, ist es natürlich so, dass Israel ein ganz besonderes Vogelland ist, und zwar für unsere Vögel aus Europa. Viele von ihnen verlassen uns im Herbst. Jetzt sind sie wiedergekommen und erfüllen das Land mit schönen Gesängen, aber im Herbst werden sie wieder gehen.
Und wohin gehen sie? Ja, gewisse ziehen bei Spanien durch, über Gibraltar, weil es dort mit dem Mittelmeer so schmal ist. Eine andere Frage ist: Wieso wissen die, dass sie dorthin gehen sollen? Die haben ja keine Weltkarte. Dort ist es ganz eng. Ja, sie gehen also dort hinüber nach Afrika. Und dann gibt es solche, die über das Mittelmeer fliegen. Aber ganz viele von ihnen schaffen das nicht. Viele stürzen auf ihrer Vogelroute ab und enden im Mittelmeer.
Da gibt es eine andere Gruppe, die geht über den Knotenpunkt der drei Kontinente Europa, Asien, Afrika. Das ist das Land Israel, die Landbrücke. Und so kommt es eben, dass man in Israel die Migration von einer halben Milliarde Vögel hat, im Frühjahr und im Herbst. Das ist wirklich das sensationelle Vogelland. Und die gehen natürlich gerade über Galiläa, über den See Genezareth.
Darum sind sie zwischenzeitlich gut zuhause, im Frühjahr, wenn der Weizenbusch eben vergrössert und richtig heranwächst und Schutz bietet.
Und jetzt ist vielleicht noch ein Detail wichtig: Atheisten und Kritiker der Bibel suchen ja nach Fehlern in der Bibel. Sie sagen zum Beispiel, das sei ja völlig unhaltbar, hier irrt sich Jesus Christus. Er sagt ja in Vers 31, es sei wie ein Senfkorn, das, wenn es auf die Erde gesät wird, kleiner ist als alle Samenkörner, die auf der Erde oder auf dem Ackerland sind. Das ist ja gar nicht der kleinste Same. Natürlich ist er schon klein, 0,95 mm, aber es gibt noch viel kleinere Samen. Zum Beispiel diverse Orchideen, und die Sensation ist die Juwelen-Orchidee. Die findet man in Kalzedonien, also in der Südsee, tropisch. Und die sind so klein, das ist wie ein Staubkorn, also wirklich: Die sind so klein, 0,05 mm, das heisst fünfmal dünner als ein Haar im Durchmesser und wiegen tatsächlich ein Millionstel Gramm.
Aber der Herr sagt nicht, was der kleinste Same überhaupt der Welt ist, sondern er sagt: der kleinste Same, der gesät wird aufs Land. Und in Israel ist das einfach so, dass Brassica nigra, der schwarze Senf, den kleinsten Samen produziert, ganz klar. Also ist das widerlegt.
Und dann bleibt noch für nächstes Mal, ich will nur den Übergang zeigen, ab Vers 35: Es wird Abend, und der Herr geht mit den Jüngern über den See Genezareth, und er schläft im Schiff, und dann kommt ein schrecklicher Sturm. Das schauen wir uns alles nächstes Mal an. Und die Jünger haben wirklich Angst, sie würden jetzt umkommen.
Und zwar ist es ein Naturphänomen, das eben bekannt ist aus der Gegend vom See Genezareth. Man sieht, das sind eben Leute aus der Gegend, die das geschrieben haben, die kennen genau, wie es ist. Und zwar ist es bis in die moderne Zeit so gefürchtet gewesen bei Fischern: der Scharkie, wie die Araber sagen. Das ist der Ostwind, der von den Golanhöhen herabkommt und den romantischen, spiegelglatten See Genezareth in einen tosenden Tumult verwandelt. Und der ist wirklich schrecklich gefährlich. Genau das ist das Phänomen hier. Und die Jünger haben wirklich Angst, jetzt kommen sie um.
Der Herr schläft, und sie wecken ihn. Er steht auf und befiehlt dem Wind und den Wellen, nicht im Namen Gottes, sondern in eigener Autorität: Schweig, verstumme! Und die Leute fragen sich: Wer ist denn dieser?
Nun, auch diese Geschichte gehört zusammen mit dem, was wir gesehen haben: Phase zwei. Das ist also die Zeit der Gemeinde, die Zeit des christlichen Zeugnisses. Die Jünger gehen mit dem Schiff, und es soll so sein, wie wenn der Herr schlafen würde. Wo ist er? Aber das christliche Zeugnis würde durch ganz, ganz schreckliche Stürme gehen. Wenn wir an die Verfolgungen unter römischen Kaisern bis ins vierte Jahrhundert denken und wenn wir die weitere Geschichte betrachten, dann bis ins zwanzigste Jahrhundert, wo der Kommunismus unzählige Christen umgebracht hat, und der Islamismus genauso bis zum heutigen Tag. Aber das Schiff wird ans Ziel gebracht, und das macht daher klar: Phase zwei wird sehr, sehr schwierig sein.
Und es wird so sein, dass die Gläubigen denken: Wo ist der Herr? Er schläft. Aber er bringt sie ans Ziel. Und man muss sich vorstellen: Er schlief im Schiff völlig ruhig im schlimmsten Sturm. Das zeigt, was der Herr Jesus in seinem Herzen für einen Frieden genoss. Er sagt später den Jüngern in Johannes 14: Meinen Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Und damit meint er: Am Kreuz mache ich grundsätzlich Frieden mit Gott, Römer 5,1. Das ist der Frieden, den er uns liess, und seinen Frieden, das ist der Frieden, den er in seinem Herzen empfand, den will er uns immer wieder geben, wenn wir in Unruhe kommen. Und das brauchen wir jedes Mal wie neu, dass er uns seinen Frieden gibt.
Also, wir sehen die Situation rundherum: Alles tost und tobt, und der Herr ist völlig ruhig. Und dann möchte ich den Übergang noch zu Kapitel 5 zeigen. Dort kommt dann die Geschichte, das gehört also auch dazu, mit dem Gadarener, einem Mann, der besessen war von einer Legion Dämonen, rund sechstausend Dämonen. Und der wohnte an einem ganz ruhigen Ort, wirklich das Gegenteil von Scharkie, wo ja, im Friedhof, der hatte täglich Friedhofsruhe. Aber der war so unruhig: Tag und Nacht schrie er herum und tobte, niemand konnte ihn beendigen.
Also er hatte die totale Unruhe am friedlichsten Ort, und der Herr Jesus hatte die totale Unruhe am schlimmsten tumultartigen Unruheort. Aber eben, das schauen wir uns dann nächstes Mal noch an. Man muss ja in jedem Film wieder eine Perspektive geben, wie es weitergeht, sonst bleibt man nicht dran.

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