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Das tat Got!

Keine Verdammnis mehr!
Römer 8,1-423.11.2025
SerieTeil 29 / 48Wir betrachten den Römerbrief
Was bedeutet es, „in Christus Jesus“ zu sein? Warum kann das Gesetz uns nicht gerecht machen? Welchen Weg hat Gott gewählt, um uns von Schuld und Tod zu befreien? Diese Predigt erklärt, wie der dreieinige Gott – Vater, Sohn und Heiliger Geist – zusammenwirkt, um uns Rechtfertigung und neues Leben zu schenken. Wie verändert dieses Geschenk deinen Alltag und deinen Kampf gegen die Sünde?

Gemeinsamer Auftakt und Blick auf das Gemeindeleben

Ich grüsse euch auch ganz herzlich an diesem wunderschönen Sonntagmorgen und wünsche euch Gottes Segen hier in der Halle und auch allen, die sich zugeschaltet haben.
Ich war die letzten 14 Tage nicht hier bei uns in der Arche Hamburg, sondern ich durfte vor zwei Wochen in Hannover sein, in der Arche Hannover, und dort mit den Geschwistern das zehnjährige Bestehen feiern. Das war ein besonders schönes Fest. Wenn wir bedenken, wie viele Schwierigkeiten diese Gemeindegründung durchlaufen hat, können wir nur dastehen und staunen, was Gott geschaffen hat.
Viele Menschen waren da, weit über einhundert Leute. Letzte Woche bei der Ordination von Arthur Lieder in der Arche Stade waren 166 Besucher. Unglaublich, kein Platz mehr. Sie standen förmlich, und es war eine wunderbare Gemeinschaft. Wir sind dankbar für das Netzwerk der Archegemeinden, das Gott dabei ist, auch immer stärker werden zu lassen.
Unser Gebet ist, dass es mit den Archegemeinden in Hamburg, Stade und Hannover sowie den assoziierten Gemeinden in Görlitz und in Sankt Augustin und natürlich auch mit unserer Gemeinde in Santa Rosa, Brasilien, und in der Ukraine nicht dabei bleibt, sondern dass Gott noch mehr Menschen erweckt. Auch Leiter soll er erwecken, die bereit sind zu gehen, weil der Hunger im Land gross ist.
Wir sehen es: Menschen kommen zusammen dort, wo das Evangelium von Jesus Christus gepredigt wird. Warum? Weil es das Wort des Lebens ist. In einer Zeit, in der der Tod herrscht, regiert Gott durch sein Wort und schenkt Leben in die Herzen. Das zieht die Menschen an, und unser Volk braucht mehr vom Evangelium. Amen!
Lasst uns deswegen dafür beten, dass Gott auch weitere Schritte geht und dass noch mehr solcher Gemeinden mit seiner Hilfe ins Leben gerufen werden können.

Der Rahmen des Römerbriefs und die Gewissheit der Rechtfertigung

Wir sind im Römerbrief, Kapitel 8, und am letzten Sonntag war dort Vers 1 das Thema. Ich lade uns ein, zu stehen, zur Textlese Römer, Kapitel 8. Und ich möchte, um den Kontext noch hervorzuheben, den ersten Vers mit hineinnehmen in die Textlese, also Römer 8, Vers 1 bis Vers 4:
So gibt es jetzt keine Verdammnis mehr für die, welche in Christus Jesus sind. Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat mich freigemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes. Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch kraftlos war, das tat Gott, indem er seinen Sohn sandte in der gleichen Gestalt wie das Fleisch der Sünde und um der Sünde willen und die Sünde im Fleisch verurteilte, damit die vom Gesetz geforderte Gerechtigkeit in uns erfüllt würde, die wir nicht gemäß dem Fleisch wandeln, sondern gemäß dem Geist. Amen.
Nehmt doch gerne Platz.
Für Besucher, die in den letzten Wochen nicht hier waren, und als kleine Zusammenfassung für uns alle noch einmal eine Erinnerung, wo wir uns hier im Römerbrief befinden: In Kapitel sieben, also im vorangehenden Kapitel, hat Paulus unsere Heiligung beschrieben. Das ist der lebenslange Prozess, in den Gott seine Kinder hineinführt, damit sie mehr und mehr wie Jesus werden.
Von dieser Heiligung, diesem Prozess, wird unsere Rechtfertigung unterschieden. Die Rechtfertigung ist ein fester, unveränderlicher Zustand. Durch einen göttlichen, richterlichen Akt hat Gott dem Gläubigen unverdient die Gerechtigkeit Christi zugerechnet und den Gläubigen ein für allemal gerecht erklärt. Das ist eine Konstante im Leben eines Christen.
Während die Heiligung ein Prozess ist, bei dem es Fortschritte gibt, aber auch mal Rückschläge, haben wir am letzten Sonntag gehört: Obwohl wir in Jesus gerechtfertigt sind und somit der Sünde gestorben, bleiben wir dennoch Zeit unseres irdischen Lebens in diesem Heiligungsprozess. Wir werden aufgefordert, unseren alten Menschen immer wieder abzulegen und täglich der Sünde zu sterben.
Und in dieser Heiligung tobt ein Kampf zwischen den zwei Naturen, von denen Paulus in Kapitel sieben geschrieben hat, nämlich Geist gegen Fleisch. Der neue Mensch und der alte Mensch liegen im Krieg. Und so wie auch du als gläubiger Christ in diesem geistlichen Kampf Siege erringst, aber auch Niederlagen erlebst, ging es auch Paulus.
In seinen Rückschlägen rief er aus: Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen von diesem Todesleib? Und während er diesen Kampf kämpfte, erinnerte er sich aber in diesem ermüdenden Kampf an die Rechtfertigung. Wenn wir so wollen, blickt er vom Schlachtfeld auf den gerechten Stand, den er von Gott zugerechnet hat, von dem Gott niemals ein Stück zurückweicht.
Egal, ob ich in meiner Heiligung Siege erringe oder Niederlagen erleide, eines bleibt gewiss: Römer 8, Vers 1, wir haben es gehört: So gibt es nun keine Verdammnis mehr für die, die in Christus Jesus sind. Diesen Stand kann dir niemand rauben. Du bist ein Kind Gottes, du bleibst ein Kind Gottes.
So wie niemand dir deine Kindschaft deinen Eltern gegenüber nehmen kann, so kann es auch niemand rauben, dass du durch den Glauben an Christus ein Kind des Höchsten bist und daher gerechtfertigt bist. Weder Sieg noch Niederlage in deinem Kampf gegen die Sünde ändern etwas daran. Es ist so, und es bleibt so.
Und deswegen gilt: So gibt es jetzt keine Verdammnis mehr für die, die in Christus Jesus sind. Amen. So ist das.

Die Grenzen des Gesetzes und die Macht des Evangeliums

Aber wie kommt es dazu? Wie ist diese Rechtfertigung, die zu deiner Heiligung führt, überhaupt möglich?
Die Antwort darauf geben uns die nächsten drei Verse. Nochmal Vers 1: So gibt es jetzt keine Verdammnis mehr für die, welche in Christus Jesus sind. Vers 2: Es kommt die Erklärung. Und dann folgen Vers 2 bis 4.
Zunächst einmal: Wie ist diese Rechtfertigung, die zu deiner Heiligung führt, überhaupt möglich geworden? Vier Punkte, kurze Punkte:
Erstens: nicht durch das Gesetz. Zweitens: durch den Vater. Drittens: durch den Sohn. Viertens: durch den Heiligen Geist.
Und dann schauen wir uns kurz an, was das für dein persönliches Leben bedeutet.
Diese Rechtfertigung, die auch zur Heiligung führt, ist erstens nicht durch das Gesetz möglich. Das Gesetz, das sind die Gebote Gottes, zusammengefasst in den Zehn Geboten, sagen wir, die schaffen es nicht, dich zu rechtfertigen. Das ist der Grund, warum das Streben nach äußerem Gehorsam vergebliche Mühe ist. Gute Werke als Mittel zu deiner Erlösung, das bedeutet zu deinem gerechten Stand vor Gott, reichen nicht aus.
Vers 3: Denn was dem Gesetz unmöglich war, mit anderen Worten: Es ist ausgeschlossen, es ist nicht denkbar, dass wir durch das Halten der Gebote Gottes die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, erlangen könnten. Es geht nicht.
An dieser Stelle ein Wort an Menschen, die noch nicht in so einer persönlichen Beziehung mit Jesus stehen. Ich kenne Menschen in meinem persönlichen Umfeld, bei denen bei mir der Eindruck entsteht, dass sie, für den Fall, dass da doch etwas Wahres an Gott sein könnte und sie eines Tages eventuell doch Rechenschaft vor ihm ablegen müssten, einige gute Taten tun. Da ist im Hinterkopf dieser Joker, den man haben möchte, und man tut etwas Gutes. Für den Fall, es kann ja nicht schaden, sagst du dir, kann ja nicht schaden. Und wenn es denn, was ich ja nicht glaube, aber wenn es denn doch so sein sollte, wenn ich die Augen eines Tages schließe und ich stehe vor Gott, meinem Schöpfer, und er fragt, wie ich gelebt habe, dann habe ich etwas vorzuweisen.
Ich befürchte, dass es vielen auf die eine oder andere Weise so geht und man diese Gedanken in seinem Kopf hat. Hier kommt die Bibel und sagt: Das, was dem Gesetz, den Geboten, unmöglich ist, es ist unmöglich, deine Werke und Taten, die du hoffst, die dir irgendwann gutgeschrieben werden, werden dich nicht rechtfertigen. Das ist Gottes Wort an dich.
Dem Gesetz ist es nicht möglich, uns zu retten, nicht weil das Gesetz oder die Gebote Gottes minderwertig seien. Nein, sie sind heilig, sie sind gerecht und gut. Römer 7,12. Und dennoch können uns die Gebote und das Halten der Gebote nicht erlösen. Sie können keine Heiligkeit in uns schaffen. Die Gebote zeigen uns unsere Schuld, aber sie können unsere Schuld nicht nehmen.
Warum? Vers 3: Weil das Gesetz, wie es hier weiter heißt, durch das Fleisch kraftlos war. Es ist also nicht Schuld des Gesetzes, sondern unsere sündige menschliche Natur trägt die Verantwortung dafür. Sie ist es, die vollkommenen Gehorsam den Geboten Gottes gegenüber unmöglich macht. Aber das ist, was Gott erwartet: vollkommener Gehorsam.
Wie sehr wir alle in diesem sündhaften Zustand, wie das hier Paulus ausdrückt, in diesem Fleisch verhaftet sind, zeigt uns Vers 2. Schauen wir noch mal hinein: Denn, schreibt er dort, das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat mich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.
Paulus erinnert hier, dass jeder Mensch ohne Gott so sehr Sklave der Sünde und des Bösen ist, dass wir alle unter der Gesetzmäßigkeit des Todes stehen. Wie die Sünde durch den einen in die Welt kam, so kam der Tod zu allen. Die Sünde herrscht über uns, wenn wir ohne Gott sind. Wir sind so sehr in ihren Ketten, dass es uns unmöglich ist, den Forderungen der Gebote Gottes nachzukommen. Und da hilft es auch nicht, wenn wir hier und da mal etwas Gutes tun und hoffen, es wird uns zugerechnet.
Also steht jeder Mensch, der nicht an Jesus Christus glaubt, unter der Strafe Gottes, und das ist die Verdammnis, der ewige Tod. Das Gesetz kann uns nicht retten. Das ist ein ernstes Wort an uns alle.
Aber nun hat Gott etwas geschaffen, das uns von unseren Todesketten befreit. Nochmal Vers 2: Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat mich freigemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.
Also, hier sind zwei Prinzipien gegenübergestellt: einmal das Gesetz der Sünde und des Todes. Darüber haben wir eben gesprochen, unter dem sind wir alle verhaftet, und die Strafe liegt aufgrund unserer Sündhaftigkeit gerechterweise auf uns. Aber dann hat Gott ein anderes Prinzip eingeführt. Das ist, wie Paulus es in Vers 2 nennt, das Gesetz des Geistes des Lebens. Hört sich viel besser an in meinen Ohren, viel besser. Wer will leben? Natürlich wollen wir leben, wir wollen nicht sterben, wir wollen leben. Du willst leben, ich will leben. Gott kommt und will dir aus deiner Todeszelle heraus helfen. Indem er dir das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus gibt, das dich freimacht.
Okay, was ist das Gesetz des Geistes des Lebens? Ich mache es einfach: Es ist nichts anderes als das Evangelium von Jesus Christus. Dieses Evangelium hat Paulus gleich zu Beginn des Römerbriefes gerühmt, will ich so schön sagen, Römer 1,16: Denn ich schäme mich des Evangeliums von Jesus Christus nicht, denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt. Das ist seine Kraft, die Gott dir gibt, um dich aus dem Kerker des Todes zu befreien.
Das Evangelium ist das kraftvolle Wirken des Heiligen Geistes. Während das Gesetz der Sünde den Tod hervorbringt, bringt das Gesetz des Geistes Leben hervor, ewiges Leben. Und das geschieht durch Jesus Christus.
Also: Unsere Rechtfertigung, also unser gerechter Stand vor Gott, über den wir uns am letzten Sonntag so gefreut haben, Römer 8,1, und die daraus resultierende Heiligung ist nicht durch das Gesetz möglich, macht Paulus klar. Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch kraftlos war, wir können uns nicht selbst helfen, lernen wir hier, sondern wir sind auf Hilfe von außen angewiesen.
Ist denn nun diese Rechtfertigung, die zur Heiligung führt, möglich geworden? Was ist dieses Gesetz des Geistes des Lebens, was ist dieses Evangelium? Es war nötig, dass niemand Geringeres als der dreieinige Gott selbst aktiv werden musste. Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist ergriffen die Initiative, um dich zu retten und um dich zu heiligen.

Das Handeln des Vaters und die Sendung des Sohnes

Das führt uns zu Punkt zwei: Rechtfertigung oder Rettung durch den Vater. Das ist es, was Gott uns hier in diesem Text lehrt.
Gott der Vater handelte. Vers 3: Denn was dem Gesetz unmöglich war, haben wir besprochen, weil es durch das Fleisch kraftlos war, das tat Gott, indem er seinen Sohn sandte. Gott der Vater sandte seinen Sohn, um uns frei von dem Gesetz der Sünde und des Todes zu machen, um uns zu erlösen, um uns Leben zu geben, ewiges Leben zu geben, um dich zu rechtfertigen. Gott der Vater wurde höchstpersönlich aktiv. Was das Gesetz nicht vollbringen konnte, hat Gott selbst vollbracht. Er war es, der seinen eigenen Sohn in diese Welt sandte, um für Sünder zu sterben.
Der Vater sandte seinen Sohn. Es war also seine Initiative, den Sohn für dich zu senden. Der Vater, der dich seit Ewigkeiten geliebt hat, motiviert aus dieser Liebe heraus, sendet seinen Sohn für dich. Er sandte nicht in Anführungsstrichen nur den Sohn, sondern es heißt seinen Sohn. Einige Bibelübersetzungen, unter anderem die Elberfelder, sagen ja seinen eigenen Sohn. Diese Worte erinnern uns an 1. Mose 22, als Gott zu Abraham sagte: Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du lieb hast, den Isaak, und opfere ihn als Brandopfer auf einem der Berge, den ich dir nennen werde.
Was hat Gott, der Vater, getan, um dich vom Gesetz der Sünde und des Todes zu befreien? Was tat der Vater, damit die gerechten Anforderungen des Gesetzes in dir erfüllt werden? Was hat er getan, um dich heilig zu machen? Er hat seinen eigenen, einzigen, geliebten Sohn gesandt. Und anders als bei Abraham damals wurde Jesus bei diesem Rettungseinsatz nicht verschont. Da war kein Widder, der plötzlich auftauchte und der anstelle von Isaak geopfert werden konnte. Der Sohn Gottes selbst starb. Er starb für dich. Und der Vater hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn sogar für dich ans Kreuz gesandt. Deswegen singen wir: Wie tief muss Gottes Liebe sein, er liebt uns ohne Maß, hat seinen Sohn an unserer statt für alles büßen lassen.
Gott tat, was das Gesetz nicht in der Lage war zu tun, indem er seinen einzigen, eigenen, geliebten Sohn auf diese Erde sandte. Der Vater ist beteiligt, aber natürlich ist der Sohn selbst auch beteiligt.
Vers 3: Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch kraftlos war, das tat Gott, indem er seinen Sohn sandte. Und wie sandte er ihn? In der gleichen Gestalt wie das Fleisch der Sünde und um der Sünde willen und die Sünde im Fleisch verurteilte.
Der Vater sandte den Sohn. Hören wir auf den Wortlaut: in der gleichen Gestalt wie das Fleisch der Sünde. Jesus, der Sohn Gottes, zweite Person der Gottheit, der Ewige, der Unveränderliche, der vollkommen Heilige, der Schöpfer und Erhalter des Universums, wurde vom Vater in die Welt gesandt. Und wie kam er? Als helle Erscheinung, herrschend mit Glanz und Gloria? Nein, in der gleichen Gestalt wie das Fleisch der Sünde.
Achten wir jetzt genau auf die Worte, die Paulus hier benutzt. Er kam nicht im Fleisch der Sünde, dann wäre er ein schuldiger Sünder, so wie du und ich gewesen. Er kam, wie nennt er das hier? In der gleichen Gestalt wie das Fleisch der Sünde. Hier begegnet uns das Wunder der Inkarnation, der Fleischwerdung Gottes. Und das ist ein so wichtiges Thema in der Heiligen Schrift, dass ich an dieser Stelle ein Zitat aus dem Kommentar von William Hendriksen vorlesen möchte, um uns das in wenigen Worten nahezubringen.
In seiner Menschwerdung nahm der göttliche Sohn die menschliche Natur an, so dass er von diesem Moment an zwei Naturen hat, die göttliche und die menschliche, die untereinander und untrennbar miteinander verbunden sind, aber dennoch ihre jeweiligen Eigenschaften behalten. In wenigen Wochen werden wir es in dem Weihnachtslied singen: wahrer Mensch und wahrer Gott.
Er kam heilig, er kam unschuldig, er kam unbefleckt. Als einer, der keine Sünde kannte, er kam und wurde Mensch, um in jeder Hinsicht wie wir versucht zu werden, doch ohne Sünde. Dieser heilige Gott und sündlose Mensch, Jesus Christus, kam wozu? Vers 3: um der Sünde willen. Er kam um der Sünde willen. Das ist das Ziel, das der Vater im Visier hatte, als er seinen Sohn in der Gestalt des sündigen Fleisches sandte.
Er kam, sagt Paulus, um der Sünde willen. Er kam, um sich mit dem größten Menschheitsproblem überhaupt auseinanderzusetzen. Er kam, um sich der Sünde zu stellen. Er kam, um sich mit der Sünde zu befassen. Er ist gekommen, um mit ihr fertig zu werden. Er kam, um das Problem der Sünde zu lösen.
Was hat also Gott getan, um mit deiner und meiner Sünde fertig zu werden? Was hat er getan? Er sandte seinen Sohn, der die menschliche Natur annahm, um sich an unserer Stelle als Sühneopfer für Gott hinzugeben. Er ist deswegen auch das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt trägt, Jesus. Er kam um der Sünde willen, um das Problem der Sünde zu lösen, und er löste es, indem er als ein unschuldiges Opfer die Strafe zahlte, die du und ich verdient hätten. Er ist das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt trägt.
Und wie tat er das? Vers 3: Indem Gott die Sünde im Fleisch verurteilte. Indem Gott die Sünde im Fleisch verurteilte, auf Golgatha. Das heißt, dort wurde deine Sünde und wurde meine Sünde auf das unschuldige Opferlamm Jesus gelegt, und dort hat Gott die Sünde im Fleisch seines Sohnes verurteilt, das sagt Paulus hier.
Dort am Kreuz fiel das Urteil Gottes. Der Fluch der Verdammnis wegen deiner und meiner Schuld fiel auf seinen einzigen geliebten Sohn. Gott verurteilte die Sünde im Fleisch seines Sohnes. Wunder über Wunder, ohne dass Christus selbst, weil wahrer Gott und wahrer Mensch, jemals Sünder war. Durch die Verurteilung Christi wurde die Sünde verurteilt, ihr wurde die Macht und Autorität im Leben aller, die an Jesus glauben, geraubt.
Deine Sünde ist im Kerker. Sie ist im Kerker und wartet auf ihre endgültige Hinrichtung. Verurteilt. Wenn du dich ihr näherst, mag sie versuchen, dich mit süßen Worten durch die Gitterstäbe zu locken. Aber vergiss nicht, auf welcher Seite der Gitterstäbe du jetzt stehst. Du bist frei, und die Sünde ist verurteilt durch Jesus Christus. Und deswegen geh doch gar nicht erst hin zu den Gitterstäben und unterhalte dich mit ihr, sondern geh zu dem, der sie für dich verurteilt hat, Jesus Christus, der deine Rechtfertigung ist und der deine Heiligung ist. Die Sünde ist ein verurteilter Feind.

Das Wirken des Geistes im Alltag des Glaubens

Also, wie kommt Römer 8,1? So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind. Wie konnte das geschehen? Nicht durch das Gesetz, sondern durch den Vater, durch den Sohn und, viertens, durch den Heiligen Geist. Auch die dritte Person der Gottheit ist involviert. Zweimal findet sie in diesen drei Versen Erwähnung: in Vers 2, denn dort heißt es: das Gesetz des Geistes des Lebens, und in Vers 4, damit die vom Gesetz geforderte Gerechtigkeit in uns erfüllt würde, die wir nicht gemäß dem Fleisch wandeln, sondern gemäß dem Geist.
Was wir hier sehen, ist, dass das Evangelium, worüber wir hier gerade die ganze Zeit reden, nicht eine fromme Theorie ist, sondern im Leben von Gläubigen praktische Anwendung findet. Es ist so schön, wie es hier heißt: Wir wandeln. Das ist dein Lebenswandel, das ist dein Montag, und das ist dein Dienstag. Das ist auch dein Samstag und dein Sonntagabend, wenn du die Montagmorgen-Depression bekommst, weil der Wecker klingelt und die Arbeitswoche wieder losgeht. Das ist dein Wandel.
Der Heilige Geist, das Evangelium: Der Vater sendet den Sohn, der Sohn stirbt stellvertretend für dich im Fleisch, Sünde wird verurteilt. Das wird angewandt in deinem Lebenswandel, in dem, wie du lebst, in deinem Kampf mit der Sünde, in deiner Heiligung. Ja, und wie wird es angewandt, durch wen wird das Evangelium angewandt? Durch den Geist. Wir sollen gemäß des Geistes wandeln, also gemäß des Geistes leben.
Gott hat nicht nur den Vater und den Sohn, sondern auch den Heiligen Geist aktiviert, den dreieinigen Gott, um dir deine Rechtfertigung und Heiligung zu sichern. Und dieser Heilige Geist befähigt uns nun, in diesem neuen Leben zu wandeln. Unsere Taten und Werke, so fromm und gut sie sein mögen, machen uns nicht heiliger. Es ist der Geist, der uns hilft, die gerechten Anforderungen des Gesetzes Tag für Tag mehr und mehr zu erfüllen.
Gott legt den Heiligen Geist in das Herz eines Gläubigen, sodass du Kraft bekommst, in seinen Wegen zu wandeln. Er gibt dir das, was du brauchst, um ein gottwohlgefälliges Leben zu führen. Er erweckt deinen Geist und richtet deinen Blick immer wieder auf Jesus Christus, der deine Gerechtigkeit geworden ist. Er legt den Geist in das Herz, und jetzt ist der Geist der Motor deines Lebens. Hesekiel 36,27: Ja, ich will meinen Geist in euer Inneres legen und werde bewirken, dass ihr in meinen Satzungen wandelt und meine Rechtsbestimmungen befolgt und tut.
Also, der Vater tut für dich, was das Gesetz nicht kann. Er sendet seinen Sohn. Der Sohn kommt in der Gestalt sündigen Fleisches als ein Sündopfer. Der Vater verurteilt die Sünde im Fleisch, indem er seinen Zorn nicht über uns, sondern über seinen unschuldigen Sohn ausgoss. All das tat er, damit die gerechte Anforderung des Gesetzes durch den Glauben an diesen Sohn in uns erfüllt wird, zugerechnet wird. Und durch den Dienst, die Gnade und die Kraft des Heiligen Geistes wandelst du nun in diesem neuen Leben.
Amen! Halleluja! Das ist das Evangelium. Das bedeutet: Gott der Vater, Gott der Sohn und Gott der Heilige Geist haben sich bis zum Äußersten eingesetzt, um dich von der Sünde zu befreien, dich aus dem Tod zu holen und dir ewiges Leben zu schenken. Die höchste Instanz im gesamten Universum, alle drei Personen der Gottheit, haben daran gearbeitet, dich zu rechtfertigen und dir in deiner Heiligung beizustehen.

Fragen an das Gewissen und der Ruf zur Umkehr

Zum Schluss folgen hieraus einige Fragen.
Erste Frage: Bist du gegenüber der Sünde gleichgültig geworden? Ähnliches war letzten Sonntag schon Thema, und ich weiß, wie es sein kann: Man lebt den Trott des Christenlebens, man schließt hier und dort einen Kompromiss. Die Frage, die vor diesem gewaltigen Hintergrund dessen, was Gott, der dreieinige Gott, getan hat, zu beantworten gilt, ist: Wie sehe ich die Sünde in meinem Leben?
Gott ist es offensichtlich nicht egal, wie wir leben, denn der Vater sandte seinen Sohn, doch nicht für etwas, was ihm egal ist. Am Kreuz bezahlte der Sohn für unsere Schuld. Der Heilige Geist wohnt im Herzen der Gläubigen. Wie können wir dann mit den Achseln zucken und sagen: So bin ich nun mal, da kann ich nichts dran ändern? Wie können wir uns mit der Sünde in dieser Weise arrangieren?
Es gibt keine Rechtfertigung ohne Heiligung. Beides geht Hand in Hand. Ohne Heiligung kann niemand den Herrn sehen. Deswegen lasst uns Buße tun über unsere Gleichgültigkeit. Unser Predigtext ruft uns zu einer ernsthaften Nachfolge auf.
Zweite Frage: Bist du müde von deinen Kämpfen auf dem Schlachtfeld der Heiligung als Christ? Unser Text hilft uns, zu Gott zu schauen. Schau darauf, was er für dich tat, was er alles tat, um dich zu retten. Er wird sich nicht von dir, seinem Kind, abwenden, denn der Vater sandte den Sohn. Und der Sohn kam ins Fleisch, er nahm die Strafe auf sich, und der Heilige Geist ist da, um dir Kraft zu geben.
Schau, was Gott alles in Gang setzte, welch einen Einsatz er um deine Seele rang. Und nun bist du müde. Aber schau wieder neu zum Kreuz und sieh die Liebe des Vaters, die er schon seit Grundlegung der Welt auf dich ausgegossen hat, durch seinen Sohn und in seinem Sohn. Der, welcher in euch ein gutes Werk angefangen hat, wird es auch vollenden, heißt es. Er wird es vollenden, auch dein Werk wird er vollenden.
Dritte Frage: Versuchst du schon länger, dein Leben auf die Reihe zu kriegen, ohne Gott? Da ist eine große Leere in dir. Du hast dich schon öfter gefragt: Wozu lebe ich überhaupt? Es macht doch alles keinen Sinn.
Vielleicht sind da auch Abhängigkeiten, Süchte, die dich gefangen nehmen. Du hast dies probiert und das getestet, hast versucht, die Löcher zu stopfen, und es hat alles nichts gebracht. Du stellst fest, dass Geld dich nicht zufrieden macht, Karriere auch nicht, die Männer, vergiss sie, Frauen, nee, Esoterik, merkwürdig war das, kann seitdem nicht schlafen, sagst du. Nichts kann deine innere Leere ausfüllen.
Aber hör mal: Der Vater sandte seinen Sohn für dich, und der Sohn gab sein Leben für dich. Willst du nicht an ihn glauben? Kehr doch um, bring ihm deine Sündenlast. Er lädt dich ein. Er sagt: Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken. Er will dich retten. Er will dich neu machen, er wird dich neu machen.
Die Strafe liegt auf ihm, auf dass du Frieden hast, und durch die Wunden Jesu bist du geheilt, nur durch die Wunden Jesu. Amen.

Dankgebet und abschliessender Ruf zu neuem Leben

Vater im Himmel, so danken wir dir von ganzem Herzen für dieses dreieinige Wirken und die dadurch sichtbar werdende Liebe Gottes.
Oh Halleluja, Halleluja, gelobt sei Gott. Gelobt sei Gott, gelobt sei Gott, der uns diese Wahrheiten in seinem Wort offenbart, in der Heiligen Schrift, der Bibel. Wahrheiten, die ewige Gültigkeit haben.
Selbst KI kann die Gültigkeit nicht in Frage stellen, kein technischer Fortschritt. Da bleibt die Seele, da bleibt die analoge Seele, und sie braucht Futter, sie braucht Nahrung, sie braucht Gott.
Herr, ich bitte dich, öffne du uns allen immer wieder neu oder auch jetzt zum ersten Mal die Augen für die wirkliche Wahrheit, die du selber bist. Ich bitte dich, Herr, verändere du unsere Herzen, egal zu welcher Gruppe wir gehören, und schenke du heute neues Leben. Amen.