Apg.1,6-8:
Diese Ankündigung führte dazu, dass die Apostel, als sie ein weiteres
Mal mit Jesus zusammen waren, ihm die Frage stellten: Herr, ist jetzt
die Zeit gekommen, in der du das israelitische Reich wiederherstellst?"
/ Jesus gabt ihnen zur Antwort: Es steht euch nicht zu, Zeitspannen
und Zeitpunkte zu kennen, die der Vater festgelegt hat und über die er
allein entscheidet. / Aber wenn der Heilige Geist auf euch herabkommt,
werdet ihr mit seiner Kraft ausgerüstet werden, und das wird euch dazu
befähigen, meine Zeugen zu sein – in Jerusalem, in ganz Judäa und
Samarien und überall sonst auf der Welt, selbst in den entferntesten
Gegenden der Erde.
Der Unbekannte Zeitpunkt (V.6-7)
Nach der Auferstehung begegnete Jesus während 40 Tagen seinen Jüngern.
Er unterhielt sich mit ihnen
Sie waren es auch, denen er sich nach seinem Leiden und Sterben zeigte
und denen er viele überzeugende Beweise dafür gab, dass er wieder
lebendig geworden war: Während vierzig Tagen erschien er ihnen immer
wieder und sprach mit ihnen über das Reich Gottes und alles, was damit
zusammenhängt. Apg.1,3.
Also über die Zeit, wenn Gottes Herrschaft sichtbar werden wird.
Selbstverständlich interessieren sich die Jünger für den Zeitpunkt dieser
Ereignisse. Sie fragten Jesus:
Herr, ist jetzt die Zeit gekommen, in der du das israelitische Reich
wiederherstellst? Apg.1,6b.
Die Erwartung, Gott würde das israelitische Reich wiederherstellen war
und ist bis heute bei den Juden aktuell. Dies erwarteten die Jüngern
schon vor der Kreuzigung von Jesus, denn als Jesus nach Jerusalem ging
heisst es:
Jesus fuhr mit einem Gleichnis fort. Weil er so nahe vor Jerusalem war,
(sie) meinten seine Zuhörer nämlich, der Anbruch des Reiches Gottes
stehe unmittelbar bevor. Lk.19,11.
Sie erwarteten die Erfüllung der Voraussage des Propheten Jesaja.
Denn ein Kind ist geboren, der künftige König ist uns geschenkt! Und
das sind die Ehrennamen, die ihm gegeben werden: umsichtiger Herrscher,
mächtiger Held, ewiger Vater, Friedensfürst. (Jes 9,5) Seine Macht wird
weit reichen, und dauerhafter Frieden wird einkehren. Er wird auf dem
Thron Davids regieren, und seine Herrschaft wird für immer Bestand
haben, weil er sich an die Rechtsordnungen Gottes hält. Der HERR, der
Herrscher der Welt, hat es so beschlossen und wird es tun. (Jes 9,6)Nach der Kreuzigung brachten die Männer auf dem Weg nach Emmaus diese
Hoffnung zum Ausdruck. Sie sagten dem Auferstandenen:
Und wir hatten gehofft, er sei es, der Israel erlösen werde! Heute ist
ausserdem schon der dritte Tag, seitdem das alles geschehen ist.
Lk.24,21.
Die Enttäuschung der Jünger ist verständlich und uns wäre es vielleicht
nicht anders ergangen.
Es ist also nicht so gekommen, wie sie hofften. Doch während den 40
Tagen erklärte ihnen Jesus, wie das erhoffte Reich kommen wird.
Selbstverständlich wollten sie nun wissen, wann genau das alles geschehen
wird.
Jesus kann offensichtlich diese Frage gut verstehen. Sie haben auch
richtig verstanden, dass es um das israelitische Reich geht. Nur kann er
ihnen die Frage nicht befriedigend beantworten. Er sagt:
Es steht euch nicht zu, Zeitspannen und Zeitpunkte zu kennen, die der
Vater festgelegt hat und über die er allein entscheidet. Apg.1,7.
Anwendung
Die Frage, wann Jesus das Reich für Israel aufrichten wird ist auch
unsere Frage, besonders auch in dieser Zeit, wo im nahen Osten die
Friedensbemühen keinen Erfolg zeigen. Nur Gott selbst, könnte da
wirklichen Frieden schaffen, was er auch tun wird, aber wann?! Wann wird
Jesus in Erscheinung treten?
Christen warten auf diesen Tag! Gerne wüssten wir den Zeitpunkt kennen.
Doch müssen wir uns - wohl oder übel - damit abfinden, dass wir diesen
Zeitpunkt nie im Leben im Voraus wissen werden.
Wieviel Zeit wurde schon dafür verschwendet einen möglichen Zeitpunkt
zu errechnen. Manchmal hat man den Eindruck, als ob dieses Thema eine
besondere Faszination auch auf Christen ausübt.
Statt mit solchen Fragen Zeit zu verschwenden, sollten wir uns auf das Wesentliche konzentrieren, nämlich heute mit Jesus zu leben.
Petrus
schreibt das in seinem Brief:
Meine Lieben, weil ihr darauf wartet, darum setzt auch alles daran,
dass eure Gemeinschaft mit dem Herrn durch nichts beeinträchtigt wird.
Bemüht euch, rein und fehlerlos vor ihm zu stehen, wenn er kommt.
(2.Petr 3,14)Allein die Gewissheit, dass Jesus kommt, und er sein Reich aufrichten
wird, soll uns Ansporn sein, unser Leben in Übereinstimmung mit Gott zu
führen.
## Die bekannte Aufgabe (V.8)
Jesus belässt es nicht bei dieser Auskunft, er erklärt seinen Jüngern,
was in nächster Zukunft auf sie zukommen wird.
Aber wenn der Heilige Geist auf euch herabkommt, werdet ihr mit seiner
Kraft ausgerüstet werden, und das wird euch dazu befähigen, meine
Zeugen zu sein – in Jerusalem, in ganz Judäa und Samarien und überall
sonst auf der Welt, selbst in den entferntesten Gegenden der Erde.
Apg.1,8.
Sie werden mit der Kraft des Heiligen Geistes ausgerüstet, der sie
befähigen wird von Jesus zu erzählen. Sie werden befähigt seine Zeugen zu
sein. Zeuge heisst im Griechischen Märtyrer. Dieses Zeuge sein oder
Märtyrer sein, kann bedeuten, dass ich mit Leib und Leben Zeuge bin.
Sie werden die Leute sein, die hinstehen und von Jesus erzählen, selbst
wenn sie damit in Schwierigkeiten geraten. So wie Petrus seine
Pfingstrede sagte:
Ja, diesen Jesus hat Gott auferweckt; wir alle sind Zeugen dafür.
Apg.2,32.
Die Kraft des Heiligen Geistes wirkt sich so aus, dass die Christen
befähigt werden von Jesus zu erzählen. Bei dem was man in den letzten
Jahren über den Heiligen Geist gelehrt und gehört hat – scheint mir –
dieser wichtige Aspekt, sei viel zu kurz gekommen, ja gar übersehen
worden.
Überspitzt möchte ich sogar behaupten: Die Hauptaufgabe des Heiligen
Geistes ist es Menschen zu befähigen sich für die Verbreitung des
Evangeliums einzusetzen. Es ist der Heilige Geist, der die Verkündigung
des Evangeliums vorantreibt.
Jesus sagte seinen Jüngern:
Ich werde euch nicht als hilflose Waisen zurücklassen; ich komme zu
euch. Joh.14,18.
Damit meint Jesus, dass er im Heiligen Geist wieder zu seinen Jüngern
kommen wird.
Hätte er die Jünger als Waisen zurückgelassen, so wüssten wir nichts
von Jesus ausser einiger historischer Dokumente, mit denen sich
Geschichtswissenschafter beschäftigen würden.
Aber der Heilige Geist sorgt dafür, dass das Evangelium verkündigt
wird.
Gamaliel sagte ja dem Hohen Rat, als es darum ging, was sie mit den
Aposteln machen sollten folgendes:
Lasst die Leute unbehelligt! Geht nicht gegen sie vor! Denn wenn das,
was sie planen und unternehmen, nichts weiter ist als Menschenwerk,
wird es von selbst zugrunde gehen. / Wenn es jedoch Gottes Werk ist,
werdet ihr nicht imstande sein, diese Bewegung zum Verschwinden zu
bringen. Apg.6,38-39.
Es ist also die Kraft des Heiligen Geistes in uns Christen, die die
Verbreitung des Evangeliums bis heute vorantreibt. Gerade an Pfingsten
müssen wir uns diese Wirklichkeit bewusst machen. Denn wir lassen uns oft
übermässig von den Zeichen des Heiligen Geistes an Pfingsten ablenken und
konzentrieren uns viel zu wenig auf die Auswirkungen. An Pfingsten heisst
es:
Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt, und sie begannen, in
fremden Sprachen zu reden; jeder sprach so, wie der Geist es ihm
eingab. Apg.2,4.
Und was sprachen diese Jünger aus, was hörten die Zuhörer?
...Und wir alle hören sie in unseren eigenen Sprachen von den
wunderbaren Dingen reden, die Gott getan hat! Apg.2,11.
Dann hebt Petrus zu seiner Predigt an, er selbst war ja erfüllt mit dem
Heiligen Geist. Was hat er nun gepredigt? Er Verkündigt den gekreuzigten
und auferstandenen Herrn.
Jesus sagte schon seinen Jüngern bevor er gekreuzigt wurde und
auferstand:
Doch glaubt mir: Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich
nicht von euch wegginge, käme der Helfer nicht zu euch; wenn ich aber
gehe, werde ich ihn zu euch senden. / Und wenn er kommt, wird er der
Welt zeigen, dass sie im Unrecht ist; er wird den Menschen die Augen
öffnen für die Sünde, für die Gerechtigkeit und für das Gericht. / Er
wird ihnen zeigen, worin ihre Sünde besteht: darin, dass sie nicht an
mich glauben. / Er wird ihnen zeigen, worin sich Gottes Gerechtigkeit
erweist: darin, dass ich zum Vater gehe, wenn ich euch verlasse und ihr
mich nicht mehr seht. / Und was das Gericht betrifft, wird er ihnen
zeigen, dass der Herrscher dieser Welt verurteilt ist. Joh.16,7-11.
Als Petrus und Johannes von ihrem Verhör zurückkamen und über das
Erlebte berichteten, baten die Christen Gott, er möge sie furchtlos und
unerschrocken das Evangelium verkündigen lassen. (Apg.4,29). Und die
Folge dieses Gebets war:
Nachdem sie in dieser Weise gebetet hatten, bebte die Erde an dem Ort,
an dem sie versammelt waren. Sie wurden alle mit dem Heiligen Geist
erfüllt und verkündeten die Botschaft Gottes weiterhin frei und
unerschrocken. Apg.4,31.
Und über Stephanus lesen wir, als er sich vor dem Hohenrat zu
verantworten hatte:
Doch gegen die Weisheit, die aus seinen Worten sprach, und gegen die
Kraft des Heiligen Geistes, mit der er redete, konnten sie nichts
ausrichten. Apg.6,10.
Noch viele Beispiele gibt es anzuführen. Der Heilige Geist fördert die
Verkündigung des Evangeliums.
Anwendung
Ich bin mir dessen bewusst, dass der Heilige Geist vielseitig handelt.
Ich weiss von den Gaben des Heiligen Geistes, die ich sehr schätze. Aber
das Wirken der Kraft des Heiligen Geistes richtet sich hauptsächlich auf
die Verbreitung des Evangeliums aus.
Oder wie Jesus es ausdrückt:
Er wird meine Herrlichkeit offenbaren; denn was er euch verkünden wird,
empfängt er von mir. Joh.16,14.
Ohne die Kraft des Heiligen Geistes sind wir als Gemeinde wirkungslos,
denn wir hätten keine Chance Menschen für Jesus zu gewinnen, denn nur der
Heilige Geist kann die Herzen der Menschen in der Tiefe berühren.
Der Heilige Geist kann den Menschen existentiell treffen, so dass eine
Reaktion kommen muss. Zwei Beispiele auch aus der Apostelgeschichte. Nach
der Pfingspredigt lesen wir:
Die Zuhörer waren von dem, was Petrus sagte, bis ins Innerste
getroffen. Was sollen wir jetzt tun, liebe Brüder?" fragten sie ihn
und die anderen Apostel. Apg.2,37.
drei Kapitel weiter lesen wir:
Bei diesen Worten packte die Zuhörer ein unbändiger Zorn, und sie
hätten die Apostel am liebsten auf der Stelle getötet. Apg.5,33.
Zwei verschiedene Reaktionen aber eine Ursache: Die Botschaft ging
ihnen durch's Herz. Dies ist das Werk des Heiligen Geistes.
Sind wir uns dessen bewusst, wenn wir Zeugnis geben von Jesus, wenn wir
predigen, wenn wir Traktate weitergeben.
Der Heilige Geist öffnet die Herzen und er kann Betroffenheit auslösen.
Unsere Aufgabe ist, sein Wort unverfälscht und treu weiterzugeben. Das Evangelium soll sich bis ans Ende der Erde ausbreiten.
in Jerusalem, in ganz Judäa und Samarien und überall sonst auf der
Welt, selbst in den entferntesten Gegenden der Erde. Apg.8,b.
Diese Reihenfolge entspricht der Einteilung der Apostelgeschichte.
Zuerst wird über die Verbreitung in Jerusalem, dann in Judäa und Samarien
und schlussendlich bis ans Ende der Erde berichtet.
Mit der Apostelgeschichte ist die Verbreitung des Evangeliums nicht
abgeschlossen.
Anwendung
Wir sind jetzt die, welche in der Kraft des Heiligen Geistes am Ende
der Erde arbeiten und mithelfen das Evangelium zu verbreiten.
Sind wir bereit dazu? Wollen wir anpacken und den Auftrag Jesu ernst
nehmen? Paulus sagt:
Nun ist es aber doch so: Den Herrn anrufen kann man nur, wenn man ihm
vertraut. Ihm vertrauen kann man nur, wenn man von ihm gehört hat. Von
ihm hören kann man nur, wenn jemand da ist, der die Botschaft von ihm
verkündet. Rö.10,14. (NGÜ leicht abgewandelt)
Wir sind für diese Aufgabe nicht allein gelassen. Die Kraft des
Heiligen Geistes haben wir auch empfangen, wenn wir unser Leben in den
Dienst Jesu gestellt haben und er unsere Sünden vergeben hat.
Schluss
Die Hauptaufgabe des Heiligen Geistes ist die Verkündigung des
Evangeliums.
Der Heilige Geist ist nicht dazu da, um für unser Wohlbefinden besorgt
zu sein, oder uns ausserordentliche Erfahrungen zu liefern.
Wenn der Heilige Geist bei uns am Werk ist, wird er uns drängen uns an
seinem Werk der Verkündigung des zu beteiligen. In welcher Form auch
immer, das geschehen mag. Er wird uns die nötige Kraft dazu geben.
Sind wir bereit, uns leiten zu lassen?
Jesus sagt ja gerade im Zusammenhang mit dem Missionsbefehl:
Und seid gewiss: Ich bin jeden Tag bei euch, bis zum Ende der Welt.
Mt.28,20b.
Amen

