Gott wird Mensch: Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 490: Ein Vater im Himmel
Die Jünger lernen beten: Vier wesentliche Aspekte
Die Jünger wollen das Beten lernen. Sie fühlen sich von Jesus persönlich angesprochen, vielleicht sogar herausgefordert, und möchten ebenso beten, wie Jesus es tut. Deshalb bringt der Herr Jesus ihnen und damit auch uns das Beten bei.
Dabei gibt es vier Dinge, die wir beim Beten lernen müssen.
Zum einen ist da der Inhalt. Wir sollen beim Beten vorbereitet sein und Themen haben, für die wir beten. Diese Themen sind Anbetung, Fürbitte, Bitte sowie die Aspekte Vergebung und Führung.
Unser Gebet soll also nicht eindimensional nur um bestimmte Aspekte unseres Lebens kreisen, die uns gerade einfallen – sei es, weil sie uns emotional aufwühlen oder weil sie uns spontan in den Kopf schießen. Gebet soll eine gute Mischung sein aus der Bewunderung Gottes, dem Ringen um sein Reich, der Beschäftigung mit unseren eigenen Nöten, aber auch dem Bekennen von Schuld und dem klugen Bitten um Weisheit und Bewahrung.
Inhaltlich ist Beten im Jesusstil eine gesunde Mischung von Themen, die unserem inneren Menschen richtig gut tun. Das ist der erste Punkt, den Jesus seinen Jüngern beibringt.
Dringlichkeit und Vertrauen im Gebet
Dann fährt Jesus mit einer Frage fort, die uns mahnt, dringlich und ein wenig unverschämt zu beten. Wir dürfen uns im Gebet etwas trauen. Wir dürfen unseren Vater im Himmel um kleine Wunder bitten.
Keine Sorge, damit versuchen wir Gott nicht. Versuchung Gottes fängt dort an, wo ich die Wunder ausschließlich für mich erbitte und wo ich Wunder fordere, um Gott auf die Probe zu stellen. So wie es das Volk Israel in der Wüste getan hat. Psalm 78,18 sagt: „Sie stellten in ihrem Herzen Gott auf die Probe, indem sie Speise forderten für ihre Gelüste.“ Das ist eine Versuchung.
Aber wenn wir vertrauensvoll Gott um ein kleines Wunder bitten und es ihm überlassen, ob, wann und wie er uns erhört, dann ist alles in Ordnung.
Ich kann aus eigener Erfahrung nur sagen: Es gibt ein paar sehr verrückte Gebetserhörungen in meinem Leben, deren Erfüllung so unwahrscheinlich war, dass sie für den Naturwissenschaftler in mir einen greifbaren Gottesbeweis darstellen. Das hat etwas mit statistischer Signifikanz zu tun. Ich bin halt im Herzen immer noch ein bisschen der Typ, der im Labor steht und Versuche macht.
Das ist Punkt zwei.
Das Gebet als geistlicher Kampf und die Bedeutung von Beharrlichkeit
Jesus will, dass wir im Gebet so auftreten, wie es sich für Menschen gehört, die eine von Dämonen beherrschte Welt mit dem Evangelium durchdringen wollen.
Punkt drei: Wir sollen nicht nur dringlich, sondern auch hartnäckig beten, also immer wieder.
Und wir tun das viertens, weil wir wissen, zu wem wir beten – wir kennen Gott.
Lukas 11,11-13: „Wer von euch, der Vater ist, wird dem Sohn einen Fisch geben, wenn er ihn um einen Fisch bittet, und ihm statt des Fisches eine Schlange geben? Oder wenn er um ein Ei bittet, wird er ihm doch keinen Skorpion geben? Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater vom Himmel den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten.“
Dieser Text stellt eine Verbindung her zwischen unserem Gebetsleben und unserer Gottesvorstellung. Ich möchte niemandem zu nahe treten, aber ich denke, dass unser Gebetsleben viel von unserer Vorstellung über Gott offenbart.
Es ist wie in einer guten Freundschaft oder einer guten Ehe: Die Art, wie wir Zeit miteinander verbringen, offenbart etwas über die Qualität, die Tiefe und die Ernsthaftigkeit der Beziehung.
Wenn ich einmal im Jahr mit meinem besten Freund für ein paar Tage an die Ostsee verreise, um zu quatschen, zu grillen und einfach nur auf Männerweise die Seele baumeln zu lassen, dann ist das ein Ausdruck dessen, was wir aneinander haben und schätzen. Bei Gott ist das ganz ähnlich.
Natürlich weiß ich, dass es für den ein oder anderen Bibelleser ein Problem geben kann, wenn ich von einem Vater im Himmel spreche. Der Begriff „Vater“ war für mich persönlich lange Zeit nicht positiv besetzt.
Ich weiß aus der Bibel, dass ein leiblicher Vater, wie Gott ihn sich wünscht, seine Kinder bedingungslos liebt, ihnen gern Gutes tut, sie liebevoll erzieht und immer für sie da ist. Einfach, weil er ihnen Stärke, Schutz und Zukunft garantiert.
Der Vater als die sichere Bank, als meine Rückfallebene, einer, der mich fordert, mich fördert, mir bei alledem den Rücken stärkt und mir hilft. So weit zum Ideal.
Ich habe all das in meiner Kindheit leider nicht erlebt. Und meine weniger idealen Erfahrungen mit meinem Vater wirken sich beim Bibellesen aus.
Wenn Jesus also sagt: „Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst, wie viel mehr wird der Vater vom Himmel den Heiligen Geist geben denen, die ihn bitten“, dann will er vom Kleineren zum Größeren argumentieren.
Wenn irdische Väter schon segensreich sind, wie viel mehr ein Vater im Himmel.
Tja, und wenn irdische Väter nicht so segensreich waren, dann funktioniert der Vergleich irgendwie nicht.
Was, wenn der Begriff „Vater“ statt für Segen eher für Wutausbrüche, Unberechenbarkeit, Desinteresse, Vernachlässigung oder im schlimmsten Fall für Missbrauch steht?
Was, wenn man die Kindheit nur überlebt hat, weil man dem eigenen Vater kein Vertrauen geschenkt hat, ihm aus dem Weg gegangen ist und nicht davon ausging, dass er es gut mit einem meint?
Was dann? Dann habe ich ein Problem.
Dann wird mein tiefsitzendes Misstrauen sich auch nach meiner Bekehrung auf meine Beziehung zu Gott auswirken.
Dann wird der Begriff „Vater“, auch der Begriff „Vater im Himmel“, mich jedenfalls nicht motivieren, mehr, aufrichtiger und offener zu beten.
Warum sollte ich mich einem Vater öffnen, wenn es früher viel sicherer war, genau das nicht zu tun?
An dieser Stelle kommt nun ins Spiel, was Jesus sagt.
Lukas 11,13: „Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst...“
Menschen sind böse. Manche böse Väter wissen, wie man den eigenen Kindern gute Gaben gibt. Viele böse Väter wissen das leider nicht.
Und wenn wir so einen Vater hatten, dann kann ich aus eigener Erfahrung nur zu drei Dingen ermutigen.
Erstens: Vertraue der Bibel mehr als deinen Gefühlen. Lass nicht zu, dass die Überlebensstrategie deiner Kindheit jetzt deine Gottesbeziehung sabotiert.
Mit der Bekehrung ist eine neue Zeit angebrochen.
Suche dir eine Gemeinschaft, die dich trägt, in der du deine Zweifel und Ängste artikulieren kannst.
Eine Gemeinschaft mit Vorbildern, die dir Hoffnung geben, dass es auch anders gehen kann.
Vielleicht darfst du in Familien hineinschauen, wo du auf Väter triffst, die sich wirklich kümmern.
Zweitens: Studiere das biblische Vaterbild. Wofür steht „Vater“ in der Bibel? Was bedeutet es, ein Vater zu sein? Und was bedeutet es, einen Vater im Himmel zu haben?
Nimm dir Zeit – und ich meine genug Zeit – über das zu trauern, was du nicht hattest.
Lade Gott ein, für dich der Vater zu sein, nach dem dein Herz sich sehnt.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass er dazu nur allzu gern bereit ist.
Drittens: Fang an zu beten.
Geh am Anfang über den Verstand. Sieh es als Projekt oder Aufgabe.
Begegne Gott als Vater und tue es mit Worten, auch wenn die Emotionen noch fehlen.
Wir können mit Worten schon bekennen, was wir glauben wollen, bevor wir es so richtig tun.
Wenn man so will, konditioniere dich auf Gott als Vater.
Das klingt sehr nüchtern, ich weiß.
Aber für Opfer von Missbrauch ist das ein Weg, den sie gehen können. Und irgendwann kommen dann die Gefühle nach.
Was könnte man jetzt tun, wenn das Thema „Gott als Vater“ sehr berührt?
Höre dir mein Zeugnis auf YouTube an, vielleicht hilft es dir. Der Link ist im Skript.
Das war's für heute.
Ein grundsätzlicher Tipp für den Umgang mit Geschwistern in der Gemeinde: Lass dich nicht von ihnen frustrieren.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden.
Amen.
Umgang mit Verletzungen und Misstrauen gegenüber Gott als Vater
Was, wenn der Begriff „Vater“ statt für Segen eher für Wutausbrüche, Unberechenbarkeit, Desinteresse, Vernachlässigung oder im schlimmsten Fall für Missbrauch steht?
Was, wenn man die Kindheit nur überlebt hat, weil man dem eigenen Vater kein Vertrauen geschenkt hat, ihm aus dem Weg gegangen ist und nicht davon ausging, dass er es gut mit einem meint? Was dann?
Dann habe ich ein Problem. Mein tiefsitzendes Misstrauen wird sich auch nach meiner Bekehrung auf meine Beziehung zu Gott auswirken. Der Begriff „Vater“, auch der Begriff „Vater im Himmel“, wird mich jedenfalls nicht motivieren, mehr, aufrichtiger und offener zu beten.
Warum sollte ich mich einem Vater öffnen, wenn es früher viel sicherer war, genau das nicht zu tun?
An dieser Stelle kommt nun ins Spiel, was Jesus sagt: „Wenn nun ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gute Gaben zu geben wisst“ (Lukas 11,13).
Menschen sind böse. Manche böse Väter wissen, wie man den eigenen Kindern gute Gaben gibt. Viele böse Väter wissen das leider nicht.
Drei Schritte zu einer heilenden Beziehung zu Gott als Vater
Und wenn wir so einen Vater hatten, dann kann ich aus eigener Erfahrung nur zu drei Dingen ermutigen.
Erstens: Vertraue der Bibel mehr als deinen Gefühlen. Lass nicht zu, dass die Überlebensstrategie deiner Kindheit jetzt deine Gottesbeziehung sabotiert. Mit der Bekehrung beginnt eine neue Zeit. Suche dir eine Gemeinschaft, die dich trägt. Eine Gemeinschaft, in der du deine Zweifel und Ängste artikulieren kannst. Eine Gemeinschaft mit Vorbildern, die dir Hoffnung geben, dass es auch anders gehen kann. Vielleicht darfst du in Familien hineinschauen, in denen du auf Väter triffst, die sich wirklich kümmern.
Zweitens: Studiere das biblische Vaterbild. Wofür steht „Vater“ in der Bibel? Was bedeutet es, ein Vater zu sein? Und was bedeutet es, einen Vater im Himmel zu haben? Nimm dir Zeit – und ich meine, nimm dir genug Zeit – über das zu trauern, was du nicht hattest. Lade Gott ein, für dich der Vater zu sein, nach dem dein Herz sich sehnt. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass er dazu nur allzu gern bereit ist.
Drittens: Fang an zu beten. Geh am Anfang über den Verstand, sieh es als Projekt oder Aufgabe. Begegne Gott als Vater und tue es mit Worten, auch wenn die Emotionen noch fehlen. Wir können mit Worten schon bekennen, was wir glauben wollen, bevor wir es wirklich fühlen. Wenn man so will, konditioniere dich auf Gott als Vater. Das klingt sehr nüchtern, ich weiß. Aber für Opfer von Missbrauch ist das ein Weg, den sie gehen können. Und irgendwann kommen dann die Gefühle nach.
Einladung zur persönlichen Auseinandersetzung und Abschluss
Was könntest du jetzt tun, wenn dich das Thema Gott als Vater sehr berührt?
Höre dir mein Zeugnis auf YouTube an. Vielleicht hilft es dir weiter. Den Link findest du im Skript.
Das war's für heute.
Ein grundsätzlicher Tipp für den Umgang mit Geschwistern in der Gemeinde: Lass dich nicht von ihnen frustrieren.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
