Einführung in die Thematik der Wiederkunft Christi
Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 617: Die Wiederkunft Christi, Teil 4.
Der zentrale Punkt der letzten Episode war die Unbekümmertheit der letzten Generation. In den Tagen des Sohnes des Menschen, also kurz vor seiner Wiederkunft, werden die Menschen ganz normal weiterleben – so wie auch kurz vor der Sintflut oder kurz vor dem Untergang von Sodom und Gomorra.
Jesus wird wiederkommen, aber er wird so kommen wie ein Dieb in der Nacht.
2. Petrus 3,10:
„Es wird aber der Tag des Herrn kommen wie ein Dieb; an ihm werden die Himmel mit gewaltigem Geräusch vergehen, die Elemente aber werden im Brand aufgelöst, und die Erde und die Werke auf ihr werden im Gericht erfunden werden.“
Hier sieht man wieder sehr schön, dass Bilder einen bestimmten Aspekt betonen. Jesus kommt wie ein Dieb, weil er unangemeldet kommt. Gleichzeitig kommt er aber auch nicht wie ein Dieb, sondern wie ein Blitz, den man von einem Ende des Himmels bis zum anderen sehen kann.
Merkt ihr? Unterschiedliche Bilder betonen unterschiedliche Aspekte der Wiederkunft Christi. Und wir müssen gerade bei bildhaften Vergleichen aufpassen, dass wir nur die Aspekte übertragen, die auch gemeint sind.
Parallelen zu den Tagen Noahs und Lots
Ein weiterer Aspekt verbindet die Tage Noahs und Lots mit der Wiederkunft Christi. Dies haben wir gerade bei Petrus gelesen. Dort heißt es, dass die Himmel mit gewaltigem Geräusch vergehen werden, die Elemente aber im Brand aufgelöst werden. Die Erde und die Werke auf ihr werden im Gericht offenbar werden.
Wenn der Tag des Herrn anbricht und die Verheißung seiner Rückkehr sich erfüllt, dann bringt er die Wiederherstellung aller Dinge und das Gericht mit sich.
Hören wir dazu noch einmal Jesus selbst in Lukas 17, Verse 27-30:
„Sie aßen, sie tranken, sie heirateten, sie wurden verheiratet, bis zu dem Tag, da Noah in die Arche ging und die Flut kam und alle umbrachte. Ebenso geschah es in den Tagen Lots: Sie aßen, sie tranken, sie kauften, sie verkauften, sie pflanzten, sie bauten. An dem Tag aber, da Lot von Sodom hinausging, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und brachte alle um.“
Jesus fährt fort: „Ebenso wird es an dem Tag sein, da der Sohn des Menschen offenbart wird.“
Wenn der Herr Jesus hier seine Wiederkunft beschreibt, legt er einen Schwerpunkt auf die Menschen, die einfach ihr Leben leben. Gleichzeitig betont er das Gericht. Er hebt die Sorglosigkeit der letzten Generation hervor und die für alle tödliche Flut sowie den Regen aus Feuer und Schwefel, der alle vernichtet. Anschließend sagt er: „Ebenso wird es an dem Tag sein, da der Sohn des Menschen offenbart wird.“
Warnung und Aufforderung zur Wachsamkeit
Und jetzt wird es etwas kryptisch: Lukas 17, Verse 31 und 32.
An jenem Tag, wer auf dem Dach sein wird und sein Gerät im Haus hat, der steige nicht hinab, um es zu holen. Und wer auf dem Feld ist, wende sich ebenso wenig zurück. Denkt an Loths Frau.
Jesus redet immer noch zu seinen Jüngern. Interessanterweise ist das hier inhaltlich eine Warnung: Denkt an Loths Frau.
Frage: Was hat sie falsch gemacht? Sie hat auf der Flucht aus Sodom zurückgeblickt und wurde zu einer Salzsäule. An sie und ihr falsches Verhalten sollen die Jünger denken.
Und dann formuliert der Herr Jesus in Lukas 17, Vers 33:
Wer sein Leben zu retten sucht, wird es verlieren, und wer es verliert, wird es erhalten.
Wir kennen diese Formulierung schon aus Lukas 9, Vers 24. Dort geht es um Nachfolge. Hört unbedingt noch einmal in Episode 384 rein.
Jesus warnt hier wie dort seine Jünger davor, für sich selbst, ihren Wohlstand und ihre Träume zu leben. Wer das tut, wird sein Leben verlieren.
Wir können unser Leben nur dadurch erhalten, dass wir es an Jesus verlieren, ihm folgen, uns selbst verleugnen und die Haltung eines Kreuzträgers einnehmen. Zuerst sollen wir nach Gottes Reich und nach seiner Gerechtigkeit trachten.
Wer das tut, der wird sein Leben erhalten. So jemand mag in dieser Welt als Verlierer dastehen, weil er alles auf die Karte Jesus setzt und sich nicht am sündigen Tun seiner Gesellschaft beteiligt. Aber aus einer ewigen Perspektive ist er der Gewinner.
Nur wer sein Leben an Jesus verliert, wird es erhalten und ewiges Leben bekommen.
Hier wiederholt Jesus diesen Gedanken, weil er seine Jünger im Angesicht seiner Wiederkunft noch einmal warnen möchte: Denkt an Loths Frau!
Die Bedeutung der Flucht und das Wesen der Errettung
Eben ging es inhaltlich um das Gericht über Sodom in den Zeiten Loths. Dabei stand die Sorglosigkeit der Ungläubigen im Mittelpunkt.
Jetzt macht Jesus gedanklich einen Schritt weiter. Es geht nun um seine Jünger, um diejenigen, die gerettet werden. Die Frage lautet: Wie werden sie eigentlich gerettet? Die Antwort ist: indem sie fliehen, indem sie fliehen und nicht zurückblicken.
Errettung ist viel mehr als ein Moment der Bekehrung. Errettung ist ein Prozess.
In 1. Mose 19,17 heißt es: „Und es geschah, als die Engel sie, das sind Lot, Lots Frau und seine Töchter, ins Freie hinausgeführt hatten, da sprach er: Rette dich, es geht um dein Leben! Sieh nicht hinter dich und bleib nicht stehen in der ganzen Ebene des Jordan! Rette dich auf das Gebirge, damit du nicht weggerafft wirst.“
Lasst mich das deutlich sagen: Rettung ist herausfordernd, aber nicht kompliziert. Wie wird man gerettet? Ganz einfach: Wir folgen dem Retter, bleiben nicht stehen und schauen nicht zurück.
Die Sicherheit der Gläubigen und die Gefahr des Rückblicks
Und ich ahne, dass jetzt einige Hörer verwirrt sind und sich die Frage stellen, warum Jesus hier seine Jünger warnt. Warum nennt er das negative Vorbild einer Frau, die auf den letzten Metern ihre eigene Rettung verpasst? Sind wir nicht längst gerettet?
Die Antwort lautet: Wir sind in die Beziehung zu Jesus, das heißt in sein Reich hinein, gerettet, um gerettet zu werden. Noch einmal: Wir sind gerettet, um gerettet zu werden. Wir sind hundertprozentig sicher, wenn wir auf Jesus blicken, auf seine Worte hören und ihm gehorsam folgen.
Wir können uns nicht selbst retten, aber er kann das. Er ist unsere Rettung und geht voran. Ich weiß ganz sicher, dass ich, sollte ich jetzt sterben, bei Jesus bin. Warum? Weil ich auf ihn höre und ihm folge. Und weil Jesus denen, die seine Schafe sind, Folgendes verspricht:
In Johannes 10, Verse 27 und 28 heißt es: „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir. Ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie gehen nicht verloren in Ewigkeit. Und niemand wird sie aus meiner Hand rauben.“
Wir sind sicher. Gleichzeitig sehen wir aber auch Loths Frau. Schon aus Sodom heraus, auf dem Weg Richtung Gebirge, blickt sie zurück. In 1. Mose 19,26 steht: „Aber seine Frau sah sich hinter ihm um, da wurde sie zu einer Salzesäule.“
Es gibt eine Gefahr im Leben derer, die Gott retten will. Eine Gefahr, die tief in unserem Herzen lauert, die uns das ewige Leben kosten kann. Diese Gefahr wollen wir uns in der nächsten Episode genauer anschauen.
Abschluss und Ausblick
Was könntest du jetzt tun? Höre dir Episode 384 an. Du findest sie ganz einfach in der Frogwords-App unter der Rubrik „O Ton Jesus“.
Das war's für heute.
Überlege nun, wie du den Gottesdienst oder das Zusammensein danach am nächsten Sonntag bereichern möchtest. Du bist Gemeinde.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
