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Das Gleichnis vom Unkraut des Ackers – Teil 1

Jesu Leben und Lehre, Teil 286/662
06.07.2023Matthäus 13,24-39
SERIE - Teil 286 / 662Jesu Leben und Lehre

Einführung in das Thema Reich Gottes

Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist. Episode 285: Das Gleichnis vom Unkraut des Ackers, Teil I.

Seit der letzten Episode beschäftigen wir uns mit einem besonderen Thema: dem Reich Gottes. Am Anfang seines Dienstes formuliert der Herr Jesus in Markus 1,15: „Und Jesus sprach: Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahegekommen; tut Buße und glaubt an das Evangelium.“

Mit Jesus ist das Reich Gottes nahegekommen. In den vor uns liegenden Gleichnissen lernen wir Prinzipien kennen, die dieses Reich betreffen.

In der letzten Episode haben wir gelernt, dass das Reich Gottes eine Größe ist, die wir nicht in der Hand haben. Es wird auf geheimnisvolle Weise wachsen. Zyniker könnten sagen „trotz uns“. Ich kann da nur nicken, denn dass es so etwas wie bibeltreues, gelebtes Christentum nach zweitausend Jahren Kirchengeschichte noch gibt, ist ein Wunder. Dass diese Idee einer persönlichen Bindung an Gott durch Buße und Glauben heute stärker ist denn je, ist wirklich bemerkenswert.

Das Gleichnis vom Unkraut des Ackers

Schauen wir uns also das nächste Gleichnis an: Matthäus Kapitel 13, Verse 24 bis 30.

Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: „Mit dem Reich der Himmel ist es wie mit einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. Während aber die Menschen schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut mitten unter den Weizen und ging weg. Als aber die Saat aufspross und Frucht brachte, da erschien auch das Unkraut.

Es kamen die Knechte des Hausherrn hinzu und sprachen zu ihm: ‚Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn Unkraut?‘ Er aber sprach zu ihnen: ‚Ein feindseliger Mensch hat dies getan.‘ Die Knechte aber sagen zu ihm: ‚Willst du denn, dass wir hingehen und es zusammenlesen?‘

Er aber spricht: ‚Nein, damit er nicht etwa beim Zusammenlesen des Unkrauts gleichzeitig mit ihm den Weizen ausreißt. Lasst beides zusammenwachsen bis zur Ernte. Und zur Zeit der Ernte werde ich den Schnittern sagen: Lest zuerst das Unkraut zusammen und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen. Den Weizen aber sammelt in meine Scheune.‘“

Ein langes Gleichnis und eines, das auch die Jünger nicht gleich verstanden haben. In Matthäus 13,36 heißt es: „Dann entließ er die Volksmengen und kam in das Haus. Und seine Jünger traten zu ihm und sprachen: ‚Deute uns das Gleichnis vom Unkraut des Ackers.‘“

Es ist also völlig in Ordnung, wenn wir es auch nicht sofort verstehen. Da der Herr Jesus es erklärt, gehen wir einfach mit ihm Schritt für Schritt durch das Gleichnis.

Die Bedeutung der Figuren im Gleichnis

 Matthäus 13,24: Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: „Mit dem Reich der Himmel ist es wie mit einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte.“

 Matthäus 13,37-38: „Er aber antwortete und sprach: Der den guten Samen sät, ist der Sohn des Menschen, der Acker aber ist die Welt.“

Also gibt es zwei Dinge, die wir verstehen können: In diesem Gleichnis geht es um etwas, das der Herr Jesus tut, und es geht um sein Tun in der Welt. Und jetzt wird es besonders interessant.

 Matthäus 13,25: „Während aber die Menschen schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut mitten unter den Weizen und ging weg.“

 Matthäus 13,38: „Der gute Same aber sind die Söhne des Reiches, das Unkraut aber sind die Söhne des Bösen.“

Das ist wieder so ein Beispiel, bei dem ein Bild je nach Kontext eine andere Bedeutung haben kann. Wir kennen den Samen als Bild für das Wort Gottes. Hier sind es jedoch Menschen. Der gute Same sind die Söhne des Reiches, also diejenigen, die der Herr Jesus als eine bestimmte Qualität von Menschen auf die Erde sät.

Problematisch ist, dass er einen Gegenspieler hat, der heimlich Unkraut mitten unter den Weizen sät und dann verschwindet. Dieses Unkraut steht ebenfalls für Menschen, nämlich für die Söhne des Bösen.

Das Reich Gottes dreht sich in diesem Gleichnis also um „Menschen“ – auf der einen Seite die Guten, auf der anderen die Bösen. Während der Herr Jesus offen auftritt, agiert der Feind im Verborgenen. Er möchte gar nicht, dass man weiß, was er tut.

Identifikation des Feindes und die Realität der Welt

Wer ist der Feind? Matthäus 13,39: "Der Feind aber, der es gesät hat, ist der Teufel."

Nun verstehen wir Folgendes: Diese Welt ist ein Acker, auf dem zwei Arten von Menschen gedeihen – die Söhne des Reiches und die Söhne des Bösen. Die einen haben ihren Ursprung in Jesus, die anderen im Teufel.

Interessant ist, dass Jesus den Mittelteil des Gleichnisses nicht auslegt. In Matthäus 13,26-29 heißt es:

"Als aber die Saat aufspross und Frucht brachte, da erschien auch das Unkraut. Es kamen die Knechte des Hausherrn hinzu und sprachen zu ihm: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn Unkraut? Er aber sprach zu ihnen: Ein feindseliger Mensch hat dies getan. Die Knechte aber sagten zu ihm: Willst du, dass wir hingehen und es zusammenlesen? Er aber sprach: Nein, damit ihr nicht etwa beim Zusammenlesen des Unkrauts gleichzeitig mit ihm den Weizen ausreißt."

Jesus erklärt diesen Teil nicht, aber uns wird trotzdem klar, was er bedeutet. Es geht hier um die Frage, warum auf dieser Welt böse Menschen Böses tun dürfen. Gott könnte doch immer und überall sofort richtend eingreifen. Warum tut er das nicht?

Die Antwort steckt in Vers 29, wo es heißt: "Nein, damit ihr nicht etwa beim Zusammenlesen des Unkrauts gleichzeitig mit ihm den Weizen ausreißt."

Die Bedeutung des Aufschubs des Gerichts

Versteht ihr, vorzeitiges Gericht ist eine Gefahr für den Weizen. Wie kann man sich das praktisch vorstellen? Die Gefahr für den Weizen geht doch vielmehr vom Unkraut aus. Es sind doch die Bösen, die den Guten schaden.

Aber hier geht es um etwas anderes. Es geht um das Gericht, um die Gefahr, dass Weizen aus Versehen mit ausgerissen werden könnte. Im Gleichnis selbst wird diese Gefahr dadurch unterstrichen, dass mit dem Wort Unkraut das Weidelgras beschrieben wird. Dieses sieht dem Weizen äußerlich sehr ähnlich. Vor allem, wenn der Weizen noch sehr klein ist, kann man Weidelgras und Weizen leicht verwechseln.

Die Frage war: Wie kann ich mir das praktisch vorstellen? Die Antwort liegt auf der Hand: Wenn Gott heute jeden Bösen sofort richtet und entfernt, was er könnte, dann würden dabei auch ein paar Gute auf der Strecke bleiben. Diese Guten müssen sich erst noch bekehren.

Wir alle starten als die Bösen. Darum geht es in dem Gleichnis nicht, weil es den Konflikt zwischen Jesus und dem Teufel beleuchten will. Aber ganz praktisch, wenn jemand mal fragt, warum Gott dem Bösen eigentlich so viel Raum lässt und Menschen nicht sofort richtet, dann lautet die Antwort: Weil er die nicht richten möchte, von denen er weiß, dass sie sich noch von ganzem Herzen zu ihm bekehren werden.

Schlussgedanken und Ausblick

Was könntest du jetzt tun? Du könntest dich darüber freuen, wie wichtig Gott die Guten nimmt, dass er um ihretwillen wartet und die Bösen erträgt.

Das war's für heute. Heute Abend beginnen die Spandauer Bibeltage. Auf meinem YouTube-Kanal werde ich eine Liveübertragung ausprobieren.

Der Herr segne dich, lass seine Gnade dich erfahren und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

Seine App "Frogwords" gibt's für Android und iOS.

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