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Das Wort Gottes und seine vielfältigen Wirkungen

29.06.2024
SerieTeil 1 / 2Das Wort Gottes und seine vielfältigen Wirkungen
Die Bibel ist Gottes Wort und ihre Wirkung und Kraft ist unfassbar vielfältig. Sie illustriert ihre Wirkungen auf beeindruckende Weise durch einprägsame Bilder und Vergleiche. Was bedeuten diese Vergleichsbilder?
Guten Morgen, herzlich willkommen, auch die, die über den Livestream zugeschaltet sind.
Das Thema heute Morgen lautet: „Das Wort Gottes und seine vielfältigen Wirkungen“. Auf der Einladung habe ich das Thema wie folgt umschrieben, und das ist auch so auf dem Skript, dass die über den Livestream Zugeschalteten hier unten über den Link unterhalb der Videoanzeige herunterladen können.
Die Bibel ist Gottes Wort, und ihre Wirkung und Kraft ist unfassbar vielfältig. Sie weckt Schlafende auf, ermahnt Verstockte, erfrischt vertrocknete Seelen, belehrt Wissbegierige, richtet Niedergeschlagene tröstend auf und so weiter und so fort.
Die Bibel illustriert ihre Wirkungen auf beeindruckende Weise durch einprägsame Bilder und Vergleiche. Das Wort Gottes wird verglichen mit Milch, mit Wasser, mit Honig, mit fester Speise, mit Feuer, mit Licht und mit Samen. Zudem dienen beispielsweise auch Schwert, Hammer und Spiegel als Vergleich.
Auf dem Skript habe ich achtzehn Vergleiche, oder, wer gescheit sprechen will, Metaphern, also bildliche Umschreibungen, zusammengestellt.

Der erste Vergleich: Nahrung für die ersten Glaubensschritte

Wir beginnen mit Milch, und gemeint ist Muttermilch, nicht Kuhmilch. 1. Petrus 2, ich lese des Zusammenhangs wegen schon ab Vers 1: Legt nun ab alle Bosheit und allen Trug und Heuchelei und Neid und alles üble Nachreden und seid wie neugeborene Kinder. Man kann auch übersetzen: als neugeborene Kinder. Aber es ist besser hier: wie neugeborene Kinder seid begierig nach der vernünftigen, unverfälschten Milch, damit ihr durch diese wachst zur Errettung, wenn ihr wirklich geschmeckt habt, dass der Herr gütig ist.
Hier wird das Wort Gottes verglichen mit Muttermilch, die von neugeborenen Kindern getrunken wird, und zwar eben wirklich begierig. Kleine Kinder haben keine Hemmungen, ihre Gefühle zu zeigen. Darum weinen Babys, wenn sie Hunger haben, und schreien. Und hier ist es so, dass Petrus ja ein Rundschreiben verfasst. 1. Petrus 1,1 sagt er: Petrus, Apostel Jesu Christi, den Fremdlingen von der Zerstreuung, griechisch Diaspora, Fachausdruck für Juden, zerstreut im Ausland, von der Diaspora von Pontus, Galatien, Kappadokien, Asia und Bithynien.
Also richtet sich das an unzählige Gläubige, die Petrus bei weitem nicht alle kennen konnte. Und die waren länger im Glauben, weniger lange im Glauben, und trotzdem spricht er da über Muttermilch. Es geht also hier einfach um den Vergleich. Wie sollen wir uns nach Gottes Wort sehnen? Eben ganz natürlich, so wie kleine Babys.
Und hier wird diese Milch genannt: vernünftige Milch, unverfälschte Milch. Und durch diese kann man wachsen zur Errettung. Vernünftig, griechisch logikos, ist eben verwandt mit logos, Wort. Ja, und damit wird schon angedeutet, dass hier ein Vergleich gemacht wird zwischen dem Wort Gottes und der Muttermilch. Aber es steckt noch mehr drin. Es soll nicht nur der Hinweis gegeben werden, dass es hier um das Wort Gottes geht, das uns einfach so wichtig ist wie Muttermilch für ein Baby.
Es dreht sich ja fast alles um diese Milch. Zwischendurch schlafen sie dann wieder, und dann erwachen sie und schreien. Und was wollen sie? Milch! Ja, und das so rund um die Uhr, könnte man sagen.

Warum dieses Bild so tief greift

Jetzt ist es so, dass die Muttermilch für sich schon für mich ein Gottesbeweis ist. Nicht wahr? Das Baby kommt auf die Welt, und die Mutter kann ab diesem Moment Milch geben, vorher nicht, aber genau dann, wenn das Baby geboren ist. Und die Milch in den ersten fünf Tagen nennt man Kolostrum, und sie verändert sich dauernd. Sie ist am Anfang eben besonders reich an Eiweiss, Vitaminen, Mineralstoffen und Abwehrstoffen. Alles ist drin.
Das ist das Problem von Nestlé. Das kriegen sie eben nicht hin. Man kann das nicht einfach so nachmachen und einfach gleichwertig ersetzen. Man ist froh, wenn es diesen Ersatz gibt, da, wo es irgendwie nicht geht mit der Muttermilch. Aber die Muttermilch ist eben dermassen von Logik, von Design des Schöpfers gekennzeichnet.
Und es ist dann so: Man spricht eigentlich schon ab dem zweiten Tag bis zum vierzehnten Tag nach der Geburt von der Übergangsmilch. Es verändert sich nochmals. Übrigens ist es am Anfang so, dass dieses Kolostrum für die Ausscheidung des Stuhls beim ganz kleinen Baby hilft, des Mekoniums nennt man das, dieser erste Stuhl. Da ist die Milch genau beschaffen, um das zu fördern, damit das mit der Ausscheidung auch gut funktioniert.
Und dann eben, wie gesagt, diese Übergangsmilch bis so ungefähr zwei Wochen nach der Geburt, und dann spricht man ab zwei Wochen von der reifen Muttermilch. Sie enthält alle notwendigen Nährstoffe für das Wachstum. Es ist interessant, dass die Milchmenge ab der sechsten Woche bis zum sechsten Monat eigentlich konstant bleibt, obwohl das Baby wächst und eigentlich mehr braucht. Aber die Milch verändert sich und passt sich so an, dass sie jeder Altersstufe genau gerecht wird. Das ist unglaublich. Wie soll das Nestlé machen? Ja, die müssen ja jedes Stadium irgendwie versuchen zu imitieren, aber das geht eben mit der Muttermilch einfach so. Und darum sage ich: vernünftige Milch. Dieses Logikos, das hat wirklich eine grosse Bedeutung.
Und übrigens verändert sich die Milch auch während des Stillvorgangs. Am Anfang ist die Milch eben viel dünner, hat mehr Laktose, und am Ende des Stillvorgangs wird sie dicker, fettreicher. Das hilft dem Baby, ein Sättigungsgefühl zu entwickeln.
Und ich mag mich erinnern an meinen Chemielehrer auf dem Gymnasium. Der war echt super. Ich war nicht mit allen Lehrern zufrieden, aber das war super. Also Herr Grob, das war ein Mann, der hat nur so nebenbei bei uns unterrichtet. Das war ein Forscher. Und er hat mal so im Zusammenhang mit Enzymen im Magen plötzlich sich so geäussert und gesagt: Meine Herren, nein, er sagte nur meine Herren, denn wir waren eine Knabenklasse, meine Herren, und das alles durch Zufall, lauter Zufall, also völlig ironisch, ja, wie das mit den Enzymen im Magen abläuft, ja, und das müsste man hier auch sagen. Und das jetzt hier, meine Damen und Herren, alles durch Zufall? Nein, es ist logische Milch. Und so ist das Wort Gottes geprägt von dem Herrn Jesus, der selber der Logos ist, das Wort, Johannes 1,1. Und er spricht zu uns durch das geschriebene Wort. Und eben dieses geschriebene Wort ist so wunderbar, es passt für alle Stadien unserer geistlichen Entwicklung.
Darum ist es so schön: Man kann zum Beispiel die Josefsgeschichte kleinen Kindern erzählen, sie sind hingerissen. Ich denke zurück, so war es bei mir. Ich liebte diese Geschichte. Aber das ist nicht so, dass man dann später irgendwie diese Begeisterung für diese Geschichte verliert. Nein. Aber ich weiss noch, als mir klar werden durfte, dass in der Josefsgeschichte so viele Hinweise sind auf den Herrn Jesus, so viele also wirklich grandiose Parallelen, prophetische Parallelen auf ihn hin, dann liest man die Josefsgeschichte ganz anders. Und wenn man sie nach Jahrzehnten studiert und sieht, all die inneren Zusammenhänge und Feinheiten, wie die ganze Geschichte von Anfang bis zum Ende und linear miteinander durch Details verwoben ist, also so etwas kann man nicht erfinden, dann ist man einfach überwältigt.
Aber es ist so: Das Wort Gottes hat einfach Kraft und Nährwert für jedes Stadium des Glaubens und auch für jede Situation, nicht wahr? Da kann jemand sagen: Ja, aber hier in dieser Bibelstelle steht das und das, aber ich erlebe jetzt das nicht so. Für mich okay, aber dann denke ich: Und so viele erleben die Stelle jetzt genau so, wie es da steht. Aber für die Person, die sagt, das erlebe ich nicht so, da habe ich eine andere Stelle. Ja, das Wort Gottes ist so, dass es eben in jegliche Situation hineinsprechen kann, und die Situationen sind ganz unterschiedlich. Wir werden ganz individuell von dem Herrn geführt, durch unser Leben hindurch, von der Geburt bis zur Bekehrung und dann von der Bekehrung bis heute und von heute auch weiter. Und das Wort Gottes hat für jede Situation etwas.
Und das ist auch so schön justierbar durch das Buch der Sprüche, nicht wahr? In den ersten Kapiteln haben wir einen zusammenhängenden Text. Salomo erklärt seinem Sohn, und dann zwischendurch seinen Söhnen Gottes Weisheit, Gottes Gedanken. Aber dann, ab Kapitel zehn, kommen so Merksprüche. Und im ersten Moment könnte man denken, wenn man das liest, diese einzelnen Sprüche haben keinen Zusammenhang untereinander. Aber wenn man mehr studiert, merkt man: Ah, die hängen natürlich sehr direkt zusammen, und zwar durch Gedankenassoziationen. Da merkt man: Ah, das ist die Gedankenlinie, die Assoziation über Stichwörter verläuft so und so und so. Und man muss weiter sagen: Diese Sprüche sind gegeben, um in allen möglichen Situationen uns gerade das richtige Wort Gottes, das passende, treffende Wort Gottes zu geben.
Und es ist oft so: Unser Alltag gleicht wie Sprüche 10. Wir gehen in den Tag und erwarten, es kommt so und so raus, und es kommt genau anders raus. Man hätte gedacht, jetzt ist doch alles schön voraussehbar, keine grossen Überraschungen, und die kommen trotzdem. Man kommt leicht aus dem Konzept, aber das Wort Gottes hat diesen Spruch und dieses Wort und dieses Wort. Es ist angepasst für alle Situationen, für alle Möglichkeiten im Leben. Und das ist eben diese vernünftige Milch, nach der wir begierig sein sollen wie kleine Babys.

Ein Warnbild aus der Gemeinde in Korinth

Jetzt schlagen wir aber 1. Korinther 3 auf. Dort geht es auch um Muttermilch, aber hier geht es um ein Problem.
Ja, Babys werden gestillt bis sechs Monate und dann auch darüber hinaus, je nachdem, wie die Mutter das genau sieht. Aber dann kommen plötzlich auch Probleme und Sorgen im Zusammenhang mit der Entwicklung.
 1. Korinther 3,1: Paulus sagt zu den Korinthern: Und ich, Brüder, konnte nicht zu euch reden als zu Geistlichen, sondern als zu Fleischlichen, als zu Unmündigen in Christus. Ich habe euch Milch zu trinken gegeben, nicht Speise; denn ihr vermochtet es noch nicht, aber ihr vermögt es auch jetzt noch nicht, denn ihr seid noch fleischlich. Denn da Neid und Streit unter euch ist, seid ihr nicht fleischlich und wandelt nach Menschenweise? Denn wenn einer sagt: Ich bin des Paulus, der andere aber: Ich des Apollos, seid ihr nicht menschlich? Wer ist denn Apollos, und wer ist Paulus? Diener, durch die ihr geglaubt habt, und zwar wie der Herr einem jeden gegeben hat, usw.
Also, man muss sich vorstellen: Der Erste Korintherbrief wurde im Jahr 54 geschrieben. Das heißt, fünf Jahre nach der Bekehrung der vielen Korinther, wie das in Apostelgeschichte 18 beschrieben ist. Und nun trinken die immer noch Muttermilch, mit fünf. Das ist speziell. Also, ich würde da einer Mutter anraten: Jetzt reicht es.
Wir haben ja einen Fall mit Sarah, und wir können das verstehen, menschlich gesprochen. Diese Frau wartete so lange auf ein Baby, und sie wurde schließlich neunzig. Und es war biologisch gar nicht mehr möglich. Das sagt uns das Neue Testament im Römerbrief ganz klar. Beim Vater war es nicht möglich, bei der Mutter war es nicht möglich, und trotzdem hat Gott das möglich gemacht. Und das Baby war da.
Man muss sich vorstellen: Diese Neunzigjährige stillt das Baby, und sie kann nicht mehr aufhören. Das gibt es auch. Offensichtlich wollte der kleine Isaak auch nicht aufhören. Und das ging wirklich, wenn man die Chronologie in der Abrahamsgeschichte durchrechnet, fünf Jahre.
Und jetzt verstehen wir auch: Es war aus wirklicher Bosheit heraus bei Ismael, dass er Isaak verspottet und verlacht hat. Der Fünfjährige ist immer noch an der Brust der Mutter. Nun, es war böse, aber es war schon ein spezielles Bild, das muss man schon sagen. Also, es ist schon ein bisschen lang.
Und so ist die Situation in 1. Korinther 3. Aber noch mehr: Isaak hatte natürlich schon längst feste Speise dazubekommen, nicht wahr? Stillen bedeutet ja nicht, dass man nicht noch etwas dazu gibt. Und auch da immer mehr feste Speise, nämlich nicht nur Flüssiges, sondern auch das, was konsistent ist, bis hin sogar zu dem, was hart sein kann, wo man die Zähne wirklich braucht.
Aber Paulus sagt: Ich konnte euch keine feste Speise mehr geben. Und da haben wir also wirklich ein pädiatrisches Problem, ein kinderärztliches Problem, wenn ein Junge fünf Jahre gestillt wird und nichts anderes ist, als sich von Muttermilch zu ernähren. Das stimmt etwas nicht, das ist krankhaft. Und die Korinther waren in dem Sinn krankhaft.
Und Paulus sagt also: Ich konnte nicht zu euch sprechen als zu Geistlichen. Geistliche Christen sind Christen, die sich gewohnheitsmäßig durch den Heiligen Geist leiten lassen in ihren Entscheidungen. Das heißt nicht, dass sie da oder dort plötzlich merken: Da habe ich mich entschieden, aber da habe ich den Herrn nicht gefragt. Aber gewohnheitsmäßig lassen sie sich durch den Heiligen Geist leiten. Das sind geistliche Christen.
Aber er sagt: Ich musste zu euch sprechen als zu Fleischlichen. Das sind also Christen, die sich gewohnheitsmäßig durch ihre sündige Natur leiten lassen, das Fleischliche. Das heißt nicht, dass beim Geistlichen das nicht passiert, dass das fleischlich war, aber das war gewohnheitsmäßig bei ihnen. Und das merkte man daran: Sie lebten im Streit in der Gemeinde untereinander.
Und dann kann man gar nicht geistlich sein, wenn man Streit mit den anderen hat und auch nicht den Wunsch, dass es geordnet wird. Nein, die waren überzeugt: Wir sind Anhänger von Paulus, und wir stellen uns gegen die, die Anhänger von Apollos sind. Das geht gar nicht. Die haben Brüder gegeneinander ausgespielt, die eigentlich einander Hand in Hand gearbeitet haben, wie es gerade hier der Fall war. Und darum waren sie fleischlich.
Es gibt noch einen dritten Menschentyp, der wird in 1. Korinther 2,14 genannt: der natürliche Mensch, wörtlich im Griechischen der seelische Mensch. Das ist der Mensch, der nicht wiedergeboren ist und der den Geist Gottes nicht erhalten hat, also der Ungläubige.
Aber die Korinther waren bekehrt, wiedergeboren, aber sie lebten fleischlich und nicht geistlich. Und darum waren sie ernsthaft krank, mit fünf Jahren also. Ich spreche jetzt über die, die sich ganz am Anfang schon bekehrt haben. Natürlich müssen wir damit rechnen, dass in fünf Jahren ständig neue dazukamen. Aber das waren auch die, die Hauptverantwortung in der Gemeinde hatten.
Paulus sagt: Ich habe euch Milch zu trinken gegeben. Also, diese Stelle muss man ganz klar unterscheiden von 1. Petrus 2. Dort geht es um die Muttermilch, und alle Gläubigen von allen Stadien sollten Babys gleichen, die eben einfach nicht anders leben können als mit dem Wort Gottes.
Aber wenn man das Gefühl hat: Ich kann eine Woche lang als Christ leben, ohne die Bibel aufzuschlagen, ohne die Bibel zu lesen, dann stimmt wirklich grundsätzlich etwas nicht. Und nicht einfach, weil man sagt, man sollte jeden Morgen eine Andacht machen. Nein, man möchte einfach das Wort lesen, und zwar dann auch zwischendurch am Tag, wenn die Gelegenheit ist. So wie Babys, sobald sie merken: Es ist Hunger da, dann schreien sie wieder, sie möchten diese Milch.
Also, das ist ein Unterschied hier in 1. Korinther 3. Und noch etwas: Der Apostel Paulus macht ihnen klar, dass er über diese Geheimnisse Gottes spricht. In 1. Korinther 2 spricht er über dieses Geheimnis Gottes, das verborgen war in Gott von Ewigkeit her. Das konnte er den Korinthern nicht richtig entfalten. Weil sie fleischlich waren, waren sie gar nicht fähig, feste Speise, wirklich etwas Konsistentes und etwas, das Reife braucht, um es zu verstehen, konnte er ihnen nicht weitergeben.

Reife im Glauben und die Freude an geistlicher Nahrung

Dann noch eine Stelle, und zwar Hebräer 5,12-14. Hebräer 5 natürlich, das ist ein Schreibfehler. Oh, wie konnte das nur geschehen? Also bitte auf dem Skript korrigieren: Hebräer 5,12-14.
Denn obwohl ihr der Zeit nach Lehrer sein müsstet, habt ihr wieder nötig, dass man euch lehre, welches die Elemente des Anfangs der Aussprüche Gottes sind. Und ihr seid solche geworden, die Milch nötig haben und nicht feste Speise. Denn jeder, der noch Milch genießt, ist unerfahren im Wort der Gerechtigkeit, denn er ist ein Unmündiger. Die feste Speise aber ist für Erwachsene, die infolge der Gewöhnung geübte Sinne haben zur Unterscheidung des Guten sowohl als auch des Bösen.
Hier haben wir das gleiche Problem wie im ersten Korintherbrief. Die Hebräer, das waren Juden, auch als Rundschreiben wurden sie durch den Hebräerbrief erreicht. Und da wird ihnen vorgeworfen, dass mit ihrem Wachstum im Glauben etwas nicht stimmt. Man muss ihnen sogar die grundlegenden Dinge nochmals beibringen, die sie eigentlich schon aus dem Judentum kannten, von Kindsbeinen an. Man muss ihnen das nochmals erklären, dabei sollten sie das schon längst wissen und darauf aufbauen können.
Und er sagt dann auch, was typisch ist: Sie waren im Glauben Unmündige, noch nicht gereift. Und Reife bedeutet dann auch, dass man zunehmend in der Lage ist zu unterscheiden, was vor Gott Recht ist und was Unrecht ist. Also auch da wieder der Kontrast: Milch als das, was es vor Gott speziell gibt für diejenigen, die frisch zum Glauben gekommen sind, die jung im Glauben sind. Aber dann ist es wichtig, weiterzukommen und auch die feste Speise zu sich zu nehmen und sich so gesund zu ernähren, um dem Ziel entgegenzugehen, erwachsen zu sein im Glauben.

Gemeinschaft mit Christus und die Freude am Wort

Dann noch aus Hohelied 4,11: Das Hohelied beschreibt die jungverheirateten Salomo und Sulamit. Sie wird immer noch Braut genannt, aber hier hat das hebräische Wort für Braut den Sinn von Jungverheirateter. Es ist vorzustellen, und ebenso im Licht des Neuen Testaments die Beziehung zwischen dem Herrn Jesus Christus und der Gemeinde. Und darum ist das Hohelied nicht nur für Verheiratete, es ist auch für Unverheiratete.
Sie müssen einfach immer daran denken: Wenn Sie von der Braut lesen, dann spricht das von uns Gläubigen und von dem Bräutigam, von Salomo, das ist der Jesus. Es geht um unsere Beziehung zu ihm, eine innige Beziehung.
In Hohelied 4,10 heißt es, da spricht Salomo, also der Jesus, zur Gemeinde: Wie schön ist deine Liebe, meine Schwester, meine Braut! Wie viel besser ist deine Liebe als Wein und der Duft deiner Salben als alle Gewürze! Honigseim träufeln deine Lippen, meine Braut; Honig und Milch ist unter deiner Zunge, und der Duft deiner Gewänder ist wie der Duft des Libanon.
Also hier freut sich der Jesus an der Gemeinde, die eben spricht, und zwar spricht über das Wort. Und zwar hier: Honig und Milch ist unter deiner Zunge. Also der Jesus freut sich darüber, wenn wir eben mit anderen sprechen über das Wort, über diese vernünftige Milch, also jetzt wieder das Wort Gottes ganz allgemein, das einfach passend ist für jede Situation und für jeden Stand der Entwicklung. Der Herr freut sich darüber, und er freut sich auch darüber, wenn wir zu ihm sprechen über das Wort.
Man kann das zum Beispiel auch so machen, das ist nur eine mögliche Anregung: Man liest das Wort, ein ganz einfaches Beispiel: Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln. Man denkt darüber nach, was bedeutet es, dass der Herr Jesus der Hirte ist. Vielleicht weiß man, dass Ro'eh eben bedeutet: der, der pflegt, der Freundschaft hat mit dem Schaf, er, der leitet, der Fürsorge leistet. Das ist alles drin in dem Wort. Und wenn man dann einfach mit dem Herrn Jesus darüber spricht und ihm dankt, dass er eben der ist, der einen ganz persönlich pflegt, führt, durch die Klippen, an den Klippen des Lebens vorbei und dann schließlich eben zur Ruhe bringt auf einer grünen Weide, dann auch zum stillen Wasser, der auch durch das Tal des Todesschattens leitet, und wenn man mit dem Herrn darüber spricht, dann wird das Bibellesen eben eine Kommunikation mit dem Herrn. Und so kann man wirklich die persönlichen Erfahrungen mit dem Herrn direkt besprechen, und das möchte er ja.
Wenn es in Philipper 4,6 heißt, dass wir alle unsere Sorgen auf ihn, ihm kundwerden lassen sollen im Gebet, dann heißt das eben, dass wir über alles das, was uns bewegt, auch mit ihm sprechen und dass wir ihm gegenüber auch in unseren Herzen in Worte fassen. Und den Herrn freut das, so wie Salomo sagt: Honig und Milch ist unter deiner Zunge.
Und dann nochmals in Kapitel 5,1: Ich bin in meinen Garten gekommen, meine Schwester, meine Braut, habe meine Myrrhe gepflückt samt meinem Balsam, habe meine Wabe gegessen samt meinem Honig, meinen Wein getrunken samt meiner Milch. Alle diese Dinge haben zu tun mit Sulamit: diese Myrrhe, dieser Balsam, die Wabe, wir kommen noch darauf zu sprechen, mit Honig, Wein und jetzt eben wieder Milch. Und Salomo gab nicht nur von seiner Person her der Sulamit, sondern er empfing auch von der Sulamit wieder zurück. Und so ist es auch bei den Gläubigen, dass der Herr eben wie etwas von uns zurückbekommt, was er an uns genießt.
Und ein Punkt, den er eben genießt, ist diese Milch, die Milch des Wortes, die uns beschäftigt, über die wir sprechen, über die wir nachdenken. Das genießt er. Es ist für ihn quasi wie ein Garten, wo er sich wohlfühlt bei uns. Aber eben ist die Frage: Was beschäftigt uns? Sind es irgendwelche belanglosen und oft doofen Dinge im Leben, oder geht es wirklich um ihn und sein Wort?
Übrigens haben wir gesehen, er nennt sie meine Braut, also meine jungverheiratete Frau heißt das hier, und dann auch meine Schwester. Ich war bei Boas. Er nennt Ruth immer wieder, auch bevor es ums Heiraten ging, nannte er sie meine Tochter, Bitti. Salomo nennt Sulamit nie Bitti, aber Boas nannte Ruth Bitti. Das war deswegen, weil sie deutlich jünger war als er. Das war eine Ehe mit einem großen Altersabstand, und hier im Hohelied eben auf einem gleichen Altersniveau. Darum nennt er sie meine Schwester. Aber das drückt eben aus: Wir gehören zum gleichen Volk, und die Wiedergeborenen haben das Leben aus Gott. Und darum nennt Salomo sie meine Schwester, und Boas nennt sie meine Tochter.

Der zweite Vergleich: geistliche Nahrung für Reife und Erkenntnis

Ja, das nur nebenbei. Jetzt gehen wir zu Punkt zwei: feste Speise. Das haben wir alles schon vorbereitet. Da können wir also jetzt schnell vorwärtskommen.
Diese feste Speise in 1. Korinther 3,2 meint gerade die Dinge, die im Wort Gottes schwierig zu verstehen und kompliziert sind. Und ich finde es gerade so schön, dass die Bibel in so vielem kompliziert ist. Ja, manche schreckt das ab, aber es sollte uns gar nicht abschrecken. Schlagen wir auf Sprüche 25,2 auf: Gottes Ehre ist es, eine Sache zu verbergen, aber der Könige Ehre, eine Sache zu erforschen.
Gerade 1. Korinther 2 sagt ja von dem Geheimnis Gottes, und da geht es um Gottes Ratschlüsse von Ewigkeit her, insbesondere über die Gemeinde. Die waren in Gott verborgen von Ewigkeit her, nicht einmal im Alten Testament geoffenbart, nur durch Bilder vorgeschattet. Aber dann erst im Neuen Testament durch den Heiligen Geist den Aposteln geoffenbart, so steht es in Epheser 3.
Und jetzt sind diese Geheimnisse zwar mitgeteilt, aber damit ist es noch nicht getan. Wir Gläubigen müssen uns diese Geheimnisse aneignen. Allein in den Paulusbriefen findet man acht Geheimnisse, und es sind schwere Dinge. Aber hier lesen wir: Der Könige Ehre ist es, eine Sache zu erforschen. Wir sind ja nach Offenbarung 1,5 ein Königtum, wir sind als Gläubige zu Königen gemacht. Und unsere Aufgabe ist es eben, diese schweren Dinge zu erforschen.
Und es ist einfach so: Wenn dann etwas so erforscht und klar geworden ist, weckt das so die Freude an Gottes Wort. Und dann geht es ein, wie bei Jeremia, Jeremia 15,16. Da geht es eben um feste Speise. Jeremia sagt: Deine Worte waren vorhanden, und ich habe sie gegessen. Und deine Worte waren mir zur Wonne und zur Freude meines Herzens; denn ich bin nach deinem Namen genannt, Herr, Gott der Heerscharen.
Jeremia war ehelos, und er litt unter seiner Einsamkeit. Er stieß in seinem Dienst auf viel Ablehnung unter dem Volk Gottes. Er litt sehr viel, aber hier sehen wir: Er freute sich an dem Wort Gottes. Deine Worte waren vorhanden, und ich habe sie gegessen, nicht getrunken, dann wäre es Milch. Hier geht es um feste Speise. Ich habe sie gegessen, und deine Worte waren mir zur Wonne und Freude meines Herzens.
Wir gehen weiter.

Brot als tägliche Lebensgrundlage in der Wüste

Zu Bild drei: Brot. Dazu schlagen wir auf 5. Mose 8,3.
Hier stehen wir am Ende der vierzigjährigen Wüstenwanderung. Mose rekapituliert am Fuß des Nebo in den Gefilden Moabs, also auf der jordanischen Seite gegenüber von Jericho. Dort hält Mose die Abschiedsreden des fünften Mosebuches und schaut zurück auf den Weg von vierzig Jahren mit all diesen Leiden, Prüfungen, aber auch wunderbaren Erfahrungen.
Da sagt er in Vers 2: Und du sollst dich an den ganzen Weg erinnern, den der Herr, dein Gott, dich hat wandern lassen diese vierzig Jahre in der Wüste, um dich zu demütigen, um dich zu prüfen, um zu erkennen, was in deinem Herzen ist, ob du seine Gebote halten würdest oder nicht. Und er demütigte dich und ließ dich hungern, und er speiste dich mit dem Manna, das du nicht kanntest und das deine Väter nicht kannten, um dir kundzutun, dass der Mensch nicht von Brot allein lebt, sondern dass der Mensch von allem lebt, was aus dem Mund des Herrn hervorgeht.
Hier wird also gezeigt, wie wichtig es ist, dass wir immer wieder auf unser Glaubensleben zurückblicken, auf die Zeit ab der Bekehrung. Das kann bei manchen vierzig Jahre sein, bei anderen zehn Jahre oder drei Jahre. Und was sollen wir da sehen? Es waren Erfahrungen, durch die wir gedemütigt wurden, durch die wir geprüft wurden. Ich beziehe mich auf Vers 2, auf die einzelnen Ausdrücke. Und es waren auch Jahre, in denen wir erkannten, was in unserem Herzen drinsteckt. Es war auch ein Test, ob wir am Wort Gottes festhalten.
Wenn man nach Jahren immer sagen kann: Ich möchte immer noch das tun, was der Herr sagt, dann steht es gut um uns. Um dich zu prüfen, eben um zu sehen, ob du seine Gebote halten würdest oder nicht. Und er demütigte dich und ließ dich hungern. Es gibt also auch Zeiten, in denen man vielleicht den Zugang zum Wort Gottes nicht hat und Hunger empfindet. Aber das macht der Herr, um erst recht die Freude am Wort Gottes wieder neu zu wecken.
Und er speiste dich mit dem Manna, das du nicht kanntest. Eben das Manna, diese besondere Speise, die Gott vom Himmel gab. Ich habe hier noch die Stelle auf dem Skript notiert: Psalm 105,40. Dort wird das Manna Himmelsbrot genannt. Und das war also das Grundnahrungsmittel während der Wüstenwanderung, das dem Grundnahrungsmittel Brot entspricht.
Warum heißt es Manna auf Hebräisch? Die Septuaginta hat an manchen Stellen das dann im griechischen Text mit Manna wiedergegeben, und auch Manna ist eine Form, die wir aus der griechischen Bibelübersetzung kennen. Im Neuen Testament ist das dann auch übernommen: Manna. Aber das meint das hebräische Wort Man. Und was heißt das? Was? Das ist eine Frage.
In 2. Mose 16, wo Gott nach Hunger schließlich dieses Brot aus dem Himmel gab, immer am Morgen, da sind die Israeliten aus den Zelten hinausgegangen und haben das auf dem Boden gesehen. Und sie haben gesagt: Man hu, man hu! Was ist das? Also: Was ist das? Manna, und darum gab man dieser Speise den Namen Manna. Das ist eine Frage.
Und so ist es auch, wenn wir die Bibel lesen: Wir sind aufgerufen, ständig Fragen zu stellen. Was hat das zu bedeuten? Was sagt Gott mit dieser Stelle, ganz unabhängig von meinem Leben? Was steht da? Dann aber müssen wir auch fragen: Was hat das zu bedeuten für mein Leben? Für heute oder für die Zukunft?
Und wir fragen uns auch: Wer hat dieses Buch geschrieben? Es ist wichtig, dass Jeremia von Jeremia ist und der erste Timotheusbrief von Paulus. Das hilft dann auch, besser zu verstehen, auf welche Zeit sich das bezieht, wer die ersten Adressaten waren, was dort in erster Linie angesprochen wurde und dann wieder, was das für uns bedeutet.
So müssen wir ständig Fragen stellen: Was lernen wir hier in diesem Abschnitt über den Herrn Jesus? Was lernen wir über Gott, den Vater? Was lernen wir über den Heiligen Geist? So Fragen stellen, man hu, man hu, und so kommen wir weiter im Verständnis des Wortes.
In Matthäus war der Herr Jesus auch in der Wüste, und er wurde vom Teufel versucht, der sagte, der Herr solle Steine in Brot verwandeln. Und der Herr Jesus macht natürlich nichts von dem, was Satan wünscht. Also: Wenn Satan uns irgendwie in eine Richtung drängen will, dann erst recht nicht das machen.
Und so hat der Herr Jesus eben aus 5. Mose 8 zitiert und gesagt: Der Mensch lebt nicht von Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus dem Mund hervorgeht. Und da wird uns gezeigt, dass das Wort Gottes eigentlich noch mehr ist als Brot. Eben: Es ist das vollkommene Brot aus dem Himmel.
Und Johannes 6 erklärt dann, dass der Herr Jesus selbst von diesem Manna spricht. Er ist das Brot aus dem Himmel. Ja, was ist es jetzt: ein Bild von dem Wort Gottes oder ein Bild von dem Herrn Jesus? Das ist nicht entweder oder. Das Wort Gottes von der ersten bis zur letzten Seite stellt uns die Herrlichkeit des Herrn Jesus vor. Und darum: Er ist das Brot aus dem Himmel, und das Wort Gottes, das von ihm spricht, ist das Brot aus dem Himmel.

Der vierte Vergleich: neues Leben durch das Wort

Wir gehen weiter zu vier Samen. 1. Petrus 1,23. Petrus sagt: Die ihr nicht wiedergeboren seid aus verweslichem Samen, sondern aus unverweslichem Samen durch das lebendige und bleibende Wort Gottes. Denn alles Fleisch ist wie Gras, und alle seine Herrlichkeit wie des Grases Blume. Das Gras ist verdorrt, und die Blume ist abgefallen. Das Wort des Herrn aber bleibt in Ewigkeit.
Das hier war gerade ein Zitat aus Jesaja 40,6-8. Petrus erklärt: Die Wiedergeburt geschieht durch das Wort Gottes. Wenn der Mensch beginnt, die Bibel zu lesen oder sie in der Predigt hört, dann ist es so, dass das Wort Gottes von Sünde überführt. Es macht einem bewusst: Ich bin vor Gott verloren. Und das Wort Gottes macht klar: Du musst deine Schuld Gott bekennen und bereuen, dann bekommst du Vergebung. Und wer das eben tut, der wird durch das Wort wiedergeboren.
Warum? Weil Gott in dem Moment, wo ein Mensch an den Herrn Jesus glaubt, den Sohn Gottes, der die Schuld stellvertretend am Kreuz getragen hat, ihm ewiges Leben gibt, das Leben aus Gott. Das ist das, was Johannes 3,16 sagt. Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. Das ist nicht erst etwas, das er irgendwann haben wird, sondern er hat es gegenwärtig. Das ist die Wiedergeburt.
Gott gibt also sein Leben, und das ist auch gleichzeitig die Kraft, um gottgemäß leben und wandeln zu können. Und das geschieht eben durch das Wort Gottes. Aber dieses Wort Gottes wird hier jetzt mit einem Samen verglichen. Und wir verstehen das besser, wenn wir Lukas 8 aufschlagen. Dort haben wir das Gleichnis vom vierfachen Ackerfeld, so wie auch in den parallelen Stellen in Matthäus und Markus.
Wenn wir jetzt Lukas 8 aufschlagen, geht es um den Sämann. Er hat den Samen ausgestreut. Ein Teil des Samens fällt auf den Weg, und die Vögel picken ihn weg. Ein anderer Teil fällt auf den Felsen. Er geht zwar auf, wird dann aber durch die Sonne versengt und bringt keine Frucht. Wieder ein anderer Teil fällt unter die Dornen, da wird er erstickt. Aber die Samen, die auf die gute Erde fallen, bringen Frucht hervor.
Nun erklärt der Herr Jesus die Symbolik. In Lukas 8,11 sagt er: Dies aber ist das Gleichnis: Der Same ist das Wort Gottes. Das will sagen: Der Same bedeutet das Wort Gottes. Übrigens genau so wie beim Abendmahlsstreit zwischen Luther und Zwingli. Luther sagte: Hier steht beim Brot des Abendmahls: Dies ist mein Leib. Und Zwingli sagte: Nein, das will sagen, das bedeutet mein Leib. Wer hat recht? Zwingli. Ja, hier steht: Der Same ist das Wort Gottes. Das heißt, der Same im Gleichnis bedeutet das Wort Gottes.
Genauso wie Paulus sagt in Galater 4: Hagar ist der Berg Sinai in Arabien. Er wollte damit nicht sagen, Abraham war mit einem Berg verheiratet, also mit Hagar. Aber Hagar hatte als Sklavin die gleiche symbolische Bedeutung wie der Bund vom Sinai, der eben ein Bund war, in dem Gott Israel als sein Volk annahm, das ihm dienen sollte, wie ein Diener. Es geht um Knechtschaft.
Also: Der Same ist das Wort Gottes.

Die innere Kraft des Samens und die Schrift im Leben

Und dieses Bild ist sehr eindrücklich. Was ist denn da drin in dem Samen? Wenn man ihn ausstreut, wird aus einem Weizenkorn garantiert ein Weizenhalm, der dann wieder Weizen produziert, also Körner. Und wenn man einen anderen Samen nimmt, sagen wir von einem Granatbaum, dann entsteht ein Granatbaum und nie ein Weizenhalm.
Also, was steckt da drin? Was haben sich die Menschen früher gedacht? Bei diesem Samen kommt das, bei dem Samen kommt garantiert das. Aber was ist da drin, dass die Pflanze weiß, was sie werden muss und wie sie wachsen, wie sie sich entwickeln muss?
Nun, der Punkt ist der: Seit den 1950er Jahren wissen wir erst, dass da drin die DNA ist. Mit einem Code ist da alles aufgeschrieben, genau wie man eine Weizenpflanze baut oder wie man einen Granatbaum und Granatfrüchte baut. Bei jeder Art ist das drin aufgeschrieben.
Und wirklich, es ist eine Schrift. Der DNA-Code ist eine Schrift. Auf engstem Raum sind da Informationsmengen von Unmengen von Büchern, Büchern, ja.
Der Same ist das Bild von dem Wort Gottes, von diesem Wort, das eben eine Sammlung ist von Büchern, von 1. Mose bis Offenbarung. Also dieser Vergleich ist einfach fantastisch, weil ein sehr direkter Zusammenhang besteht zwischen der DNA und dem geschriebenen Wort Gottes.
Jetzt machen wir Pause, eine Viertelstunde.

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