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Friede im Sturm, Engel in Naturgewalten und der Gadarener

Markus 4,35-5,2003.06.2026
SerieTeil 12 / 13Bibelseminar: Vollkommener Diener – der Herr Jesus im Markusevangelium
Wenn alles außer Kontrolle gerät: Wer hält Sturm, Angst und dunkle Kräfte wirklich auf? Die Antwort ist überraschend schlicht – und stellt deine eigene Furcht radikal infrage.

Einordnung der Schifffahrtsgeschichte in den größeren Zusammenhang

Guten Abend, ich begrüße Sie alle ganz herzlich, auch die, die jetzt über den Livestream zugeschaltet sind oder später zugeschaltet sein werden.
Wir stehen in Markus 4 und lesen noch einmal, um das zu vertiefen, die Verse 35 bis 41. Wir haben sie schon letztes Mal betrachtet, aber noch nicht genügend tief.
Man beachte, dass sich diese Schifffahrtsgeschichte an diesen neuen Unterteil ab Kapitel 4, Vers 1 anschließt, wo der Herr Jesus beginnt, ganz neu in Gleichnissen zu predigen. Und zwar sagt er, dass diese Gleichnisse speziell dazu da sind, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu illustrieren. Markus 4,11.
Wir haben letztes Mal gesehen: Das Geheimnis des Reiches Gottes ist, ganz einfach gesagt, die Zeit der Christenheit. Das war im Alten Testament nicht vorausgesagt, und darum ist es ein Geheimnis. Aber es ist das Reich Gottes, weil der Messias als König über dieses weltweite Reich regiert, wichtig nicht auf der Erde, sondern im Himmel.
Wir haben letztes Mal gesehen: Das Reich Gottes hat drei Phasen.
Römisch eins: Jesus Christus, der König, kam und hat gepredigt: Tut Buße, das Reich Gottes ist nahegekommen. Und in Lukas 17: Das Reich Gottes ist mitten unter euch. Er, der König, war da.
Aber wir haben gesehen, die Masse seines Volkes hatte ihn verworfen. Und so kam es zu einer neuen Epoche, die eben im Alten Testament so nicht vorausgesagt war. Und zwar, dass eben die Christenheit entstehen würde, ein Zeugnis weltweit, das aber charakterisiert ist durch Vermischung von echten Gläubigen und Unechten.
Das haben wir alles gesehen in diesen Gleichnissen in Markus 4. Das wollen wir jetzt nicht wiederholen. Aber wir haben schon gesehen: Diese Schifffahrtsgeschichte schließt sich genau an diese Predigten in Kapitel 4 an, die eben die vergangenen 2000 Jahre prophetisch zum Thema haben.
Und das macht uns klar: Ach so, diese Schifffahrtsgeschichte ist eine Illustration dieses zweitausendjährigen christlichen Zeugnisses unter den Völkern.
In diesem Sinn darf ich bitten, Markus 4,35-41 vorzulesen:
Und an jenem Tag, als es Abend geworden war, sprach er zu ihnen: Lasst uns hinüberfahren an das jenseitige Ufer. Und nachdem sie die Volksmenge entlassen hatten, nahmen sie ihn mit, wie er da in dem Schiff war. Es waren aber auch andere kleine Schiffe bei ihm. Und es erhob sich ein großer Sturm, und die Wellen schlugen in das Schiff, so dass es sich schon zu füllen begann. Und er war hinten auf dem Schiff und schlief auf einem Kissen. Und sie weckten ihn auf und sprachen zu ihm: Meister, kümmert es dich nicht, dass wir umkommen? Und er stand auf und befahl dem Wind und sprach zum See: Schweig, werde still! Da legte sich der Wind, und es entstand eine große Stille. Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam? Wie habt ihr keinen Glauben? Und sie gerieten in große Furcht und sprachen zueinander: Wer ist denn dieser, dass auch der Wind und der See ihm gehorsam sind?

Das Meer als Bild für die Völker und die Unruhe der Welt

Es geht um einen schlimmen Sturm auf dem See Genezareth. Ich habe auch schon erklärt, dass das Wort für See im Neuen Testament dasselbe ist wie für Meer, also im Altgriechischen. Auch im Hebräischen unterscheidet man nicht zwischen See und Meer; man benutzt dasselbe Wort. Das ist wichtig, weil wir zuerst die Symbolik des Meeres, des Sees, vor Augen haben müssen, um die Geschichte zu verstehen.
Was bedeutet in der Bibel das aufgewühlte Meer? Das sind die Völker auf dieser Erde. Ja, das sind die Völker. Und der Schriftbeweis ist Jesaja. Wir schlagen auf Jesaja auf, ja, zweimal Jesaja 17,12-13. Daniel, könntest du uns das vorlesen?
Wehe, ein Getöse vieler Völker, wie das Tosen des Meeres tosen sie, und ein Rauschen von Völkerschaften, wie das Rauschen gewaltiger Wasser rauschen sie. Völkerschaften rauschen wie das Rauschen vieler Wasser. Doch er bedroht sie, und sie fliehen in die Ferne, und sie werden gejagt wie Spreu auf den Bergen vor dem Wind und wie die Randdistel vor dem Sturm.
Danke. Also, wir sehen hier den Beweis: Das brausende Meer entspricht dem Getümmel der Völker, der Nationen. Die Nationen der Welt sind typischerweise gekennzeichnet von Unruhe, durch die ganze Geschichte hindurch, von Kriegen und Revolutionen, dann auch von sozialer Unrast und sozialen Problemen, dann auch von Problemen in der Wirtschaft und so weiter. Das wird hier eindrücklich illustriert.
Jetzt haben wir hier in unserer Geschichte das Schiff. Die Jünger sind alle auf dem Schiff, und die Jünger repräsentieren eben das christliche Zeugnis in der Epoche des Geheimnisses des Reiches Gottes. Also können wir sagen: Das Schiff mit den Jüngern repräsentiert das christliche Zeugnis der Gemeinde in den vergangenen 2000 Jahren.
Und dieser Sturm, das haben wir auch letztes Mal gesehen, ist ein besonderes Naturphänomen des Sees Genezareth, nämlich, ja, ja, ja, bitte, Scharkiye, Scharkiye, so sagt man im Arabischen. In diesem typischen Ostwind, der eben zuweilen von den Golanhöhen herunterkommen kann, verwandelt er das ruhige, spiegelglatte Bild des Sees Genezareth in einen tosenden Tumult. Das war ein Naturphänomen, das von den Fischern am See Genezareth bis in die moderne Zeit gefürchtet war. Genau dieses Phänomen wird hier beschrieben.
Und der Sturm war also schlimm, und wir sehen: Da waren ja unter den Jüngern erfahrene Fischer, und die kommen alle wirklich in Todesangst. Und was uns auffällt, ist: Der Herr ist da auf dem Schiff, aber er schläft. Und wir haben in den Evangelien noch eine zweite Scharkiye-Geschichte, wo also genau dieser Ostwind einen solchen Sturm auslöste. Nämlich wo?
Ja, wir haben das in mehreren Evangelien, besonders ausführlich in Matthäus 14, weil dort wird es sehr detailliert beschrieben. Der Herr geht zuerst auf einen Berg, um zu beten, und schickt die Jünger, allein mit dem Schiff rüberzufahren. Und dann kommt es eben zu diesem schrecklichen Sturm, und in der größten Not erscheint dann der Herr auf dem Wasser. Das wird so ausführlich beschrieben in Matthäus 14, und dann bringt der Herr aber das Schiff ans Ziel.

Zwei Seiten derselben Wahrheit: Gegenwart und Fürbitte des Herrn

Und nun ist es sehr wichtig, diese zwei Geschichten nebeneinander zu sehen: so ähnlich und doch verschieden. In einem Fall ist der Herr mit auf dem Schiff, im anderen Fall eben nicht, sondern auf dem Berg, und er betet. Das sind eigentlich zwei Seiten derselben Medaille.
Jesus Christus hat ja vor seiner Himmelfahrt noch in Matthäus 28, in den letzten Versen, den Jüngern verheißen: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters. Also hat er verheißen, dass er immer da sein wird. Und genau das wird hier in der Geschichte vorgestellt: Der Herr ist im Boot.
Andererseits sehen wir in Apostelgeschichte 1, dass der Herr nach seiner Auferstehung in den Himmel gefahren ist und sich zur Rechten Gottes gesetzt hat. Und als Mensch ist er nicht mehr hier auf der Erde, sondern im Himmel. Aber Hebräer 7,25 macht klar: Als Hoherpriester betet er für die Gläubigen im Himmel, damit sie aus all ihren Nöten errettet werden und das Ziel erreichen. Das ist genau die Aussage von Hebräer 7,25. Wir können das kurz aufschlagen. Nicht 27, sondern 25. Hebräer 7, Vers 25, bitte, Daniel.
Daher kann er die auch völlig erretten, die sich durch ihn Gott nahen, weil er immer lebt, um sich für sie zu verwenden.
Regelmäßig ist ein Durativ zu Gott kommen im Gebet und Gemeinschaft pflegen. Aber es heißt hier, er vermag, sie völlig zu erretten. Das ist nicht gemeint als die ewige Rettung, die haben die Erlösten, sondern das Gerettetwerden aus allen möglichen Nöten. Und er verwendet sich also im Gebet fürbittend. Es geht in diesem Kapitel um den Hohenpriester Jesus Christus, so dass sie eben alle das Ziel erreichen.
Und das entspricht Matthäus 14: Der Herr betet auf dem Berg, und später kommt er durch den Sturmwind zu den Jüngern und rettet sie. Das ist ein Hinweis auf die Entrückung der Gemeinde. Der Herr wird die Gemeinde persönlich retten und ans Ziel führen, an das himmlische Ufer, an den himmlischen Hafen.
Also haben wir zwei Seiten: Jesus als Mensch ist im Himmel, er ist nicht hier. Aber andererseits kann er als Gott sagen: Ich bin bei euch alle Tage, weil er Gott und Mensch in einer Person ist. Und das wird in diesen zwei Geschichten hier dargestellt.
Aber jetzt sehen wir: Der Herr schläft, obwohl das eben nicht ein normaler Sturm war, sondern ein tosender, schrecklicher Sturm. Und wir haben gelesen, das Schiff begann sich schon mit Wasser zu füllen, und er schläft in aller Ruhe. Das ist der Schlaf von Psalm 4, Vers 9. Wohl jedem, der diese Art von Schlaf kennt. Lesen wir Psalm 4, Vers 9:
Ich werde mich in Frieden niederlegen und schlafen, denn du allein, Herr, lässt mich sicher wohnen.
Ja, diese Zuversicht, diese innere Ruhe, der Herr hat diese Ruhe in dem größten Sturm. Ich habe letztes Mal schon darauf hingewiesen, aber wenn man nur die Stelle erwähnt und nicht nachschlägt, ist es meistens so wie bei Pingpong: Der Ball fällt runter, und man vergisst ihn.
Also Johannes 14,27: Friede gebe ich euch, nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch. Euer Herz werde nicht bestürzt, seid auch nicht furchtsam, seid auch nicht furchtsam, entschuldige!
Danke, jetzt hast du etwas Kleines ausgelassen. Es kann sein, dass die Augen springen, eine Zeile. Das war übrigens beim Abschreiben der Bibel immer wieder ein Problem. Es gibt ja Unterschiede in Handschriften, und oft oder immer wieder ist ein Fehler genau so geschehen: Ein Abschreiber hat mit den Augen eine Zeile gesprungen und das ausgelassen. Natürlich kann man diesen Fehler durch die besseren Handschriften ganz leicht korrigieren. Man kann wirklich nachweisen, dass es genau so eine Zeilenbreite ist, die weggefallen ist.
Das ist hier beim Lesen auch geschehen, das gibt’s. Kein Problem, wiederhol nochmals:
Frieden lasse ich euch. Meinen Frieden gebe ich euch.

Der Friede Christi und die Erfahrung menschlicher Angst

Danke! Also hier wird unterschieden zwischen dem Frieden, den der Herr lässt, und seinem Frieden, den er immer wieder gibt. Jesus stand hier am Vorabend der Kreuzigung vor seinem Erlösungswerk, bei dem er Frieden mit Gott schaffen sollte. Und diesen grundsätzlichen Frieden hat er uns gelassen.
Jeder, der seine Schuld Gott bekennt, bereut, umkehrt und das Opfer, das in Jesus im Glauben für sich in Anspruch nimmt, kann mit Paulus sagen: Römer 5,1. Da wir nun gerechtfertigt worden sind aus Glauben, so haben wir Frieden mit Gott.
Das ist dieser grundsätzliche Friede, der uns nicht mehr streitig gemacht werden kann, wenn wir ihn einmal durch echte Bekehrung empfangen haben. Aber den Frieden im Herzen verlieren wir so leicht. Schon kleine Umstände können diesen Frieden gefährden. Und dann sagt der Herr: Meinen Frieden gebe ich euch. Dieses „gebe ich euch“ ist im Griechischen als Durativ zu verstehen, also: ich gebe euch immer wieder.
Diesen Frieden im Herzen, der uns so leicht entgleitet, will er uns immer wieder neu geben. Und zwar sagt er betont: meinen Frieden. In der Elberfelder Übersetzung ist das „mein“ kursiv gesetzt, um zu zeigen, dass im Grundtext dieses Pronomen besonders betont ist. Man kann sagen: mein Friede. Aber hier sagt er: meinen Frieden gebe ich euch. Das heißt: diesen tiefen Frieden, den er hier auf dieser Erde genossen hat, weil er immer in vollkommener Gemeinschaft mit dem Vater war, als Mensch.
Das war der Friede, den er während seines Schlafes auf dem See Genezareth mitten im Sturm genossen hat. Aber diesen Frieden will er uns auch immer wieder geben.
Jetzt müssen wir sehen: Die Jünger waren verzweifelt, obwohl der Herr da war. Reine Logik hätte bedeutet, dass überhaupt kein Problem bestehen könnte. Wenn der Herr auf dem Schiff ist, dann kann uns gar nichts passieren. Aber eben diese Logik geht uns ständig verloren. Und wir erleben das auch immer wieder in unserem Leben, in großen Schwierigkeiten. Ich sage jetzt nicht nur bei kleinen Dingen, dort auch. Aber hier geht es besonders um das Thema großer Nöte.
Wir haben das Gefühl, der Herr greift nicht ein. Nun gut, und tatsächlich hat er auch nicht eingegriffen. Also das Gefühl ist schon richtig: Er greift nicht ein. Und zweitens kommt es einem vor, als würde Gott schlafen.
Und jetzt schlagen wir einmal Psalm 44 auf. In den Psalmen haben wir so viele Gebete in größten Nöten bis hin zur Verzweiflung, und darum können wir das so gut auch auf uns übertragen.
 Psalm 44,24: Herr, erhebe dich! Warum schläfst du? Wache auf und verstöße uns nicht für immer!
Du hast dein Volk hartes sehen lassen, du tränktest uns mit Taumelwein. Gegen einen unschuldigen Lauf und rüsten sie sich. Erwache, komm mir entgegen und sieh!
Nach Vers 6: Ja, du Herr, Gott der Heerscharen, du Gott Israels, erwache, um aller Heiden heimzusuchen!
Ja, zweimal: Wache auf, erwache!
Und wir könnten noch Psalm 35 aufschlagen, Vers 23: Erhebe dich und erwache, um mir Recht zu schaffen in meiner Sache, mein Gott und mein Herr! In der Elberfelder: Wache auf und erwache!
Und dann schließlich Psalm 7,7: Steh auf, o Herr, in deinem Zorn, erhebe dich gegen den Übermut meiner Feinde, wache auf um meinetwillen und schreite zu dem Gericht, das du befohlen hast!

Die Macht des Wortes über Wind, Wasser und verborgene Mächte

Also hier nicht: Wache auf, sondern: Steh auf! Der Herr schlief und lag im Boot. Sie haben ihn geweckt, und dann ist er aufgestanden. Und darum hier: Steh auf, Herr, in deinem Zorn! Und er soll sich gegen das Wüten wenden.
Und so ist der Herr wirklich aufgestanden, nicht wahr? In Markus 4,39 steht: Und er wachte auf, schalt den Wind und sprach zu dem See: Schweig, verstumme! Und der Wind legte sich, und es trat eine große Stille ein. Der Herr hat sich also gegen dieses Wüten des Sturmes gewendet und hat befohlen.
Und man beachte: Ich habe das auch letztes Mal gesagt, aber zur Wiederholung: Er sagt nicht „im Namen Gottes“, sondern er spricht in eigener Machtvollkommenheit zum See: Schweig, verstumme! Und zum Wind. Wer kann so etwas? Psalm 93 gibt uns die Antwort. Psalm 93,4, bitte: Doch mächtiger als das Brausen großer Wasser, mächtiger als die Meereswogen, mächtig ist der Herr in der Höhe.
Also: Der Herr in der Höhe, das ist Herr mit Großbuchstaben. Das bedeutet im Hebräischen: JHWH, das ist der Eigenname des ewigen Gottes, des Ewigseienden, des Unwandelbaren. Und hier wird betont, dass eben er, der Ewige, über den Naturgewalten des Wassers steht. Und da sehen wir ihn genau so.
Das Markusevangelium zeigt uns hier den Herrn Jesus als Menschen. Er musste schlafen, und er wurde müde. Wir lesen zum Beispiel in Johannes 4: Der Herr kam nach einer langen Wanderung zum Brunnen von Sichar, setzte sich dort an den Brunnen, und er war müde von der Reise. Er war wirklich Mensch, nicht nur anscheinend Mensch. Darum musste er auch hier im Schiff schlafen. Aber dann sehen wir: Er ist gleichzeitig der ewige Gott, der Autorität hat in sich selbst über Wind und See.
Hier kommt dazu: Das Wort „schalten“ in Markus 4,39 ist speziell. Also nicht einfach, er spricht und befiehlt der Natur, sondern er schalt den Wind und sprach zum See: Schweig, verstumme! Nicht wahr, der Herr hat Autorität über alle Naturgewalten. Aber die Bibel zeigt, dass in den Naturgewalten Engel eine Rolle spielen können.
Und zwar heißt es ja in Hebräer 1,7, eine wichtige Aussage über Engel, ein Zitat aus Psalm 104,4: Von den Engeln zwar sagt er: Er macht seine Engel zu Winden und seine Diener zu Feuerflammen. Also im Klartext heißt das, dass Engel die Form von Winden annehmen können und in den Naturgewalten wirken können. Und zweitens wird sogar gesagt, dass Engel in der Form von Feuer erscheinen können.
Und wenn wir das jetzt noch verbinden mit einer Aussage in Offenbarung 16,4-5, da sind wir mitten in den Endgerichten der großen Drangsal in der Zukunft, und da spielen in diesen Naturkatastrophen Engel eine aktive Rolle. Lies du Offenbarung 16,4-5.
Und der dritte Engel goss seine Schale aus in die Flüsse und in die Wasserquellen, und sie wurden zu Blut. Und ich hörte den Engel der Gewässer sagen: Gerecht bist du, o Herr, der du bist und warst und der Heilige bist, dass du so gerichtet hast. Danke.
Also hier wird von einem Engel gesprochen, der genannt wird: der Engel der Wasser. Das heißt, es geht hier um einen Engel, der ganz spezielle Autorität hat über die Naturgewalt Wasser. Und ein Kapitel oder zwei Kapitel vorher, Offenbarung 14,18: Und ein weiterer Engel kam vom Altar her und hatte Vollmacht über das Feuer und wandte sich mit lautem Ruf an den, der die scharfe Sichel hatte. Bis dahin, es reicht.
Also hier wird über einen Engel gesprochen, der so beschrieben wird, dass er Gewalt über das Feuer hatte. Also ein Engel, der spezielle Macht hatte über das Phänomen Feuer.

Hiob als Beispiel für begrenzte dämonische Macht

Waren solche Engel auch bei Hiob beteiligt? Ich wiederhole die Frage für den Livestream. Ja, das ist gerade der Punkt, auf den ich jetzt gekommen wäre. Sehr gut.
Und zwar: Wir haben ja dieses Gespräch im Himmel. Gott spricht mit der Engelwelt. Insbesondere finden wir in Hiob 1 und 2 Gespräche mit Satan, einem gefallenen Engel. Und Gott erlaubt dem Satan zuerst, den Besitz von Hiob anzutasten.
Dann geschieht Folgendes: Schlagen wir auf Hiob 1. Es kommen in der Folge dieses Gesprächs vier Katastrophen über Hiob und seinen Besitz, und zwar zwei militärische und zwei naturkatastrophische Ereignisse.
Zuerst kommen die Sabäer, also das waren Araber aus Jemen, die einen Einfall bei ihm machten, mit der Schärfe des Schwertes. Dann kommt eine Naturkatastrophe, die zweite Plage. Hiob 1,16, bitte:
Während dieser noch redete, kam ein anderer und sagte: „Feuer Gottes fiel vom Himmel und hat die Schafe und die Knechte verbrannt und verzehrt. Ich aber bin entkommen, nur ich allein, um es dir zu berichten.“
Dann kommt eine dritte Katastrophe, die wieder militärisch ist. Die Chaldäer greifen an und vernichten einen Teil von Hiobs Vermögen. Die Chaldäer waren ein Stamm im heutigen Südirak. Die sind da militärisch eingefallen.
Und dann kommt die vierte Plage in Vers 18 und 19:
Während dieser noch redete, kam ein anderer und sagte: Deine Söhne und Töchter aßen und tranken Wein im Haus ihres erstgeborenen Bruders. Und siehe, da kam ein heftiger Wind drüben von der Wüste her und erfasste die vier Ecken des Hauses, so dass es auf die jungen Leute stürzte und sie starben. Ich aber bin entkommen, nur ich allein, um es dir zu berichten.
Jawohl, also das Ganze sind vier Ereignisse, die gekommen sind, nachdem Gott Satan erlaubt hat, den Besitz von Hiob anzutasten. Und die Ereignisse sind wirklich orchestriert. Da kommt eben dieser Einfall der Sabäer. Ein Bote berichtet das dem Hiob, und er war noch am Reden, als ein nächster Bote kommt und berichtet, dass ein Blitz vom Himmel gekommen ist. Das ist gemeint mit „Feuer Gottes vom Himmel“ und hat einen Teil von Hiobs Knechten und seinem Vieh vernichtet.
Der Bote hat noch nicht ausgeredet, da kommt ein dritter Bote, der sagt, die Chaldäer haben an einem anderen Ort einen Einfall gemacht. Und dieser Bote war noch am Reden, da kommt ein weiterer, der sagt: Deine Kinder, die zehn Kinder Hiobs, waren zusammen in einem Haus und hatten Geburtstag gefeiert. Und dann kommt ein Wind, ein starker Wind von der anderen Seite der Wüste, und zerstört das Haus. Alle Kinder sind umgekommen.
Aber wirklich orchestriert kam das. Und es ist ganz klar, dass hinter diesen Ereignissen militärisch sowieso klar ungerechte Kriege von Satan kommen. Er wird vom Herrn Jesus in Johannes 8,44 der Menschenmörder von Anfang genannt. Am liebsten möchte er uns alle umlegen, und wenn er das nicht macht, ist es, weil er es nicht kann, weil Gott ganz klar sagt, wo die Grenzen sind. Sonst wären wir alle schon weg.
Und dann können sogar Naturkatastrophen, wie jetzt Blitz vom Himmel und Wind, ich sage nicht, dass das das Normale ist, solche Einwirkungen sein.

Die Konfrontation mit den Mächten der Finsternis

Und jetzt zurück zu Markus 4. Der Herr stillt den Wind, und da sehen wir eben offensichtlich diese böse Macht dahinter in den Naturgewalten. Aber der Herr steht darüber. Und dann tritt eine grosse Stille ein, und der Herr deckt dann auf, wie seine Jünger keinen Glauben haben und darum furchtsam waren. Aber das führt sie dazu, dass sie sich ganz grundsätzlich die Frage stellen: Wer ist Jesus Christus? Wer ist denn dieser, dass auch der Wind und der See ihm gehorchen?
Also ein tiefes Staunen über seine Person. Und jetzt werden wir sehen: Wenn wir weitergehen, das gehört ja alles zusammen. Wir denken wieder daran, Kapiteleinteilungen sind erst aus dem Mittelalter als Hilfe dazugefügt worden. Wir müssen also den Verlauf der Abschnitte immer ganz gut im Zusammenhang betrachten und uns ja nicht gedanklich durch Kapiteleinteilungen verwirren lassen. Das gehört alles zusammen, und zwar finden wir jetzt noch drei weitere Geschichten, wo ständig die Menschen über einen Jesus staunen.
Also, das ist wirklich ein Design da drin in diesen Geschichten, die auf die Gleichnisse in Markus 4 folgen. Der Herr führt eben zum Staunen durch seine Macht über die Naturkräfte. Und das führt uns jetzt zum nächsten Abschnitt. Lies Markus 5,1-20:
Und sie kamen ans andere Ufer des Sees in das Gebiet der Gadarener. Und als er aus dem Schiff gestiegen war, lief ihm sogleich aus den Gräbern ein Mensch mit einem unreinen Geist entgegen, der seine Wohnung in den Gräbern hatte. Und selbst mit Ketten konnte niemand ihn binden, denn schon oft war er mit Fussfesseln und Ketten gebunden worden, aber die Ketten wurden von ihm zerrissen und die Fussfesseln zerrieben, und niemand konnte ihn bändigen. Und er war alle Zeit, Tag und Nacht, auf den Bergen und in den Gräbern, schrie und schlug sich selbst mit Steinen.
Als er aber Jesus von ferne sah, lief er und warf sich vor ihm nieder, schrie mit lauter Stimme und sprach: „Jesus, du Sohn Gottes des Höchsten, was habe ich mit dir zu tun? Ich beschwöre dich bei Gott, dass du mich nicht quälst.“ Denn er sprach zu ihm: Fahre aus dem Menschen aus, du unreiner Geist! Und er fragte ihn: Was ist dein Name? Und er antwortete und sprach: Legion ist mein Name, denn wir sind viele. Und er bat ihn sehr, sie nicht aus dem Land zu verweisen.
Es war aber dort an den Bergen eine grosse Herde Schweine zur Weide. Und die Dämonen baten ihn alle und sprachen: Schick uns in die Schweine, damit wir in sie fahren. Und sogleich erlaubte es ihnen Jesus, und die unreinen Geister fuhren aus und fuhren in die Schweine. Und die Herde stürzte sich den Abhang hinunter in den See. Es waren aber etwa zweitausend, und sie ertranken im See.
Die Schweinehirten aber flohen und verkündigten es in der Stadt und auf dem Land. Und sie gingen hinaus, um zu sehen, was da geschehen war, und sie kamen zu Jesus und sahen den Besessenen, der die Legion gehabt hatte, da sitzen, bekleidet und vernünftig, und sie fürchteten sich. Und die, die es gesehen hatten, erzählten ihnen, wie es mit dem Besessenen zugegangen war und von den Schweinen. Da begannen sie ihn zu bitten, er möge aus ihrem Gebiet weggehen.
Und als er in das Schiff trat, bat ihn der Besessene, dass er bei ihm bleiben dürfe. Aber Jesus liess es ihm nicht zu, sondern sprach zu ihm: Geh in dein Haus zu den Deinen und verkündige ihnen, welch grosse Dinge der Herr an dir getan und wie er sich über dich erbarmt hat. Und er ging hin und fing an, im Gebiet der zehn Städte zu verkündigen, welch grosse Dinge Jesus an ihm getan hatte, und jedermann verwunderte sich.

Der Besessene von Gadara und die Herrschaft über die Finsternis

Und diese Befreiung dieses Besessenen von Gadara führt dazu, dass es in der Decapolis heißt. Das waren zehn Städte, die im Römischen Reich einen besonderen Status hatten. Früher hat man gesagt, sie hätten einen Zehnstädtebund gebildet, aber historisch stimmt das nicht. Es war kein Bund der zehn Städte, aber diese zehn Städte hatten einen besonderen Zusammenhang und eben einen besonderen Status.
Eine lag im heutigen Israel, neun im heutigen Jordanien. Welche Stadt im heutigen Staat Israel heute zur Decapolis gehört, ist Betschean. Diese Stadt liegt gerade südlich vom See Genezareth. Dort wurde ja die Leiche von Saul von den Philistern an die Stadtmauer gehängt, als er in seiner letzten Schlacht gefallen war. 1. Samuel 31. Also Betschean.
Und wir müssen jetzt nicht alle in Jordanien aufzählen. Aber was gehört zum Beispiel zur Decapolis? Eine ganz berühmte Stadt ist Amman, heute die Hauptstadt von Jordanien. Also neun Städte. Dort lebten viele Nichtjuden, aber auch Juden. Und wir sehen: Dieser geheilte Besessene verkündigt sein Zeugnis in der Decapolis, also gerade unter vielen Nichtjuden. Und es gibt einfach Staunen. Wer ist denn dieser, der eine solche Macht hat über die Macht der Finsternis?
Und wir müssen sagen: Das ist der schlimmste Fall von Besessenheit in den Evangelien. Wir lesen so oft von Besessenheit und von Störungen durch Dämonen, aber das ist das Schlimmste. Und es ist wichtig zu sehen: Da gibt es alle möglichen Abstufungen. Die Bibel macht klar, dass jeder ungläubige Mensch unter der Herrschaft Satans steht.
Wo wird das sehr deutlich gesagt? Ja, schlagen wir doch auf. Ich dachte an die gleiche Stelle. Es gäbe ja verschiedene Stellen, aber das ist sehr instruktiv, um das Thema anzugehen. Liest du uns, Daniel, heute bist du sehr herausgefordert, Epheser 2,1-4?
Und auch euch, die ihr tot wart durch Übertretungen und Sünden, in denen ihr einst gelebt habt nach dem Lauf dieser Welt, gemäß dem Fürsten, der in der Luft herrscht, dem Geist, der jetzt in den Söhnen des Ungehorsams wirkt. Unter ihnen führten auch wir alle einst unser Leben in den Begierden unseres Fleisches, indem wir den Willen des Fleisches und der Gedanken taten; und wir waren von Natur Kinder des Zorns wie auch die anderen.
Gott aber, der reich ist an Erbarmen, hat uns seiner großen Liebe willen, mit der er uns geliebt hat, auch uns, die wir tot waren durch die Übertretungen, mit dem Christus lebendig gemacht. Aus Gnade seid ihr errettet. Und bis dahin. Das reicht.
Also, der Apostel Paulus spricht hier die Epheser an, und zwar Heiden, Nichtjuden, die zum Glauben gekommen sind. Und er sagt: „Auch euch“. Nach seinem Kontrast sagt er in Vers 3: „Auch wir“ – da meint er „wir Juden“ im Gegensatz zu euch Nichtjuden. Und er sagt: „Auch euch, die ihr tot wart in euren Vergehungen und Sünden.“ Das heißt, ihr habt ein Leben in Sünde geführt, und für Gott wart ihr eigentlich so, wie jemand ist, wenn er tot ist: abgeschnitten, völlig abgeschnitten von Gott, keine Gemeinschaft mit Gott. Das heißt Tod in Sünden und Vergehungen.
Und dann sagt er: in denen ihr einst wandeltet, nach dem Zeitlauf dieser Welt. Hier Welt, Aion im Griechischen, das bezeichnet oft Welt, aber dann auch Zeitlauf und zwar auch Zeitgeist. Das besondere Wort im Deutschen, Zeitgeist, das man im Englischen eben nicht kennt, darum hat man es übernommen: auf Englisch Zeitgeist. Das zeigt so die Modeströmungen und Gedankenströmungen, die eine bestimmte Epoche kennzeichnen. Also er sagt: Ihr wart durch ganz bestimmte Modeströmungen geleitet.
Und dann sagt er: nach dem Fürsten der Gewalt der Luft, des Geistes, der jetzt wirksam ist. Das ist eine Bezeichnung für Satan, der eben den Zeitlauf und die Mode und Gedankenscheinungen dirigiert und führt. Also ihr wart unter dem Einfluss Satans, das sagt er für alle Ungläubigen. Und dann sagt er: des Geistes, der jetzt wirksam ist in den Söhnen des Ungehorsams.
Und dann sagt er: unter denen auch wir einst alle unseren Wandel führten. Also auch Juden war es nicht besser. Die waren nämlich auch in dieser Situation. Und dann sagt er: Wir haben unseren Lebenswandel geführt in den Begierden unseres Fleisches. Mit Fleisch meint der Apostel Paulus hier die verdorbene sündige Natur, die wir von Adam geerbt haben, wie das ausführlich in Römer 5,12 erklärt wird.
Dann sagt er weiter: in den Begierden unseres Fleisches. Also wir haben verschiedene Quellen: der Zeitgeist, Satan selbst, das Böse in uns. Indem wir den Willen des Fleisches und der Gedanken taten, also wir haben uns nach dem ausgerichtet, sagt Paulus, was an Bösem aus unserer sündigen Natur hervorkommt, und dann auch der Gedanken. Dort sehen wir das Einfallstor Satans. Er beeinflusst die Gedankenwelt der Ungläubigen, und sie stehen unter seinem Diktat.
Und dann sagt er: und von Natur waren wir Kinder des Zorns, wie auch die übrigen. Und jetzt sehr wichtig: Wir haben hier zwei Typen von Menschen. In Vers 2 am Schluss: der jetzt wirksam ist in den Söhnen des Ungehorsams. Und dann haben wir die Kinder des Zorns. Nicht alle Ungläubigen sind Söhne des Ungehorsams, aber alle sind Kinder des Zorns. Wir waren alle Kinder des Zorns. Aber es gibt Menschen, bei denen der Zeitgeist und das Böse in dieser Welt ganz besonders wirken kann, und die stechen so richtig heraus. Das sind die Söhne des Ungehorsams.
Zum Beispiel Hitler war so einer, aber auch Karl Marx, der im 19. Jahrhundert eine Theorie der Revolution auf die Beine gestellt hat, so dass das 20. Jahrhundert das Jahrhundert der Revolutionen wurde. Noch nie in der Weltgeschichte hat es so viele Revolutionen gegeben wie im 20. Jahrhundert, als direkte Folge von diesem Sohn des Ungehorsams.
Bei Karl Marx meinte man, als er das Abitur machte – also auf Deutsch sagt man hier in der Schweiz die Matura –, dass ein Christ ein Abitur hat. Er hat einen Aufsatz geschrieben über unsere Verbindung mit Christus, auslegend zu Johannes 15: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.“ Wunderbar! Dann ging er auf die Universität, ins Studium, und hatte Geldprobleme, weil sich sein Lebenswandel völlig änderte. Er hatte einen furchtbaren Streit mit den Eltern, und er veränderte sich völlig. Man kann sogar aus den Auswirkungen ableiten, dass er eventuell sogar Satanist wurde. Und dann später hat er das Kommunistische Manifest verfasst und eben etwas aufgebaut. Das war ein Sohn des Ungehorsams.
Das könnte man auch von Sigmund Freud sagen, wieder in einem ganz anderen Gebiet. Aber was der ausgelöst hat, das war eine Gedankenbombe. Das hat das 20. Jahrhundert völlig verändert und auch die Rechtsprechung, nicht wahr? Heute kann es so sein, dass der Richter findet: Die Umwelt ist schlecht, Hans ist schon recht. Ja, aber das ist nichts anderes als Sigmund Freud, voll adaptiert. Und so könnte man noch viele aufzählen.
Also es gibt Menschen, bei denen Satan mehr wirken kann als bei anderen, aber er wirkt bei allen. Und in den Evangelien finden wir immer wieder den Ausdruck besessen. Und das Wort heißt eigentlich im Griechischen daimonizomenos, und das heißt ganz wörtlich: dämonisiert, dämonisiert sein. Und da sehen wir, das gibt verschiedene Abstufungen. Also in den Evangelien wird es benutzt für Menschen, in denen Dämonen wohnen. Aber grundsätzlich dämonisiert ist man auch, wenn man von dämonischen Wirkungen beeinflusst ist. Und das kann dann eben so weit gehen, wenn man sich dem Bösen öffnet, bis zu einer Besessenheit. Aber wir sehen auch: Da gibt es Abstufungen. Denn dieser Mann hatte wie viele Dämonen? Wie viele sagst du? Zweitausend Schweine lesen wir, aber die Legion ist ungefähr sechstausend, nicht wahr? Legion ist mein Name, Vers 9, und eine Legion hat ungefähr sechstausend. Also etwas Unvorstellbares. Der Mann war nur verrückt, der war ja nicht mehr normal. Wir werden das gleich noch im Detail sehen. Und darum: Da gibt es eben alle Abstufungen, und hier wirklich etwas vom Schlimmsten, was man sich vorstellen kann.

Die innere Zerrüttung des Menschen und die befreiende Autorität Christi

Im Hinduismus gibt es das Phänomen, dass Menschen, wie sie sagen, von einem Gott in Besitz genommen werden, sodass sie nichts mehr selbst machen können. Der Betroffene konnte noch herumschreien, sprechen und toben. Es gibt aber sogar den Fall, dass jemand gar nicht mehr spricht.
Manchem ist vielleicht das Buch von Rabindranath Maharaj, kurz Rabbi genannt, bekannt, der sein Zeugnis gegeben hat in seinem Buch Der Tod eines Guru. Er war auf Trinidad ein Guru aus der höchsten hinduistischen Kaste. Im Dorf hat man ihn als Gott angebetet, und er hat sich auch selbst angebetet, im Spiegel. In seinem Zeugnis sagt er, er habe damals schon ganz genau gewusst: Rabbi, du lügst, du bist ein Geschöpf, du bist kein Gott.
Aber sein Vater galt unter den Hindus als ein ganz besonders heiliger Mann, weil er nicht mehr sprach und nichts mehr machte. Die Ehefrau hat ihn bis zum Tod einfach gefüttert, gewaschen und alles gemacht. Der war so besessen. Im Hinduismus wird das betrachtet als die höchste Heiligkeitsstufe, an die man sich so denken kann. Also, wir sehen alle möglichen Grade.
Aber warum ist uns diese Geschichte gegeben in Markus 5? Um zu zeigen, dass der Herr Jesus nicht nur die Macht hat über alle Naturgewalten, und zwar wirklich erschreckende Naturgewalten, sondern dass er auch die Macht über alle Mächte der Finsternis hat. Und nun schauen wir uns das ein bisschen in Reihenfolge an.
Der Jesus kommt da über den See ins Land der Gadarener. Wo liegt das? Auf der Ostseite des Sees Genezareth. Auf der Ostseite des Sees Genezareth, also da bei den Golanhöhen. Wenn man rüberkommt auf die Ostseite des Sees Genezareth, dann geht es gerade steil die Berge hoch. Das sind eben die Golanhöhen. Und die Stadt Gadara befindet sich eben dort. Sie ist archäologisch ausgegraben worden, also archäologisch interessant, lohnt sich ein Besuch dort.
Denn die Stadt wird ja erwähnt, wo in unserem Text? Wie ich habe gehört, in Vers 1, aber da wird nur das Land der Gadarener genannt. Aber die Stadt, ja, in Vers 14. Lies nochmals, Markus 5,14: Die Schweinehirten aber flohen und verkündigten es in der Stadt und auf dem Land. Ja, in der Stadt. Welche Stadt? Da sind wir im Land der Gadarener, und die Stadt ist die Stadt Gadara, auch da am Fuß der Golanhöhen. Und es wird wirklich gesagt, sie kamen an das jenseitige Ufer.
Aber dann, in Vers 2, liest du nochmals? Und als er aus dem Schiff gestiegen war, lief ihm sogleich aus den Gräbern ein Mensch mit einem unreinen Geist entgegen. Ins Land der Gadarener. Der Gadarener hätte den Herrn nie gesucht. Also genau so, wie es auch von uns heißt in Römer 3,10: Da ist keiner, der Gott sucht. Von uns aus würden wir Gott nie gesucht haben. Aber Römer 2,4 sagt, dass Gott in seiner Langmut uns Menschen zieht und zur Buße leiten möchte. Und da sehen wir: Von uns wäre es nicht ausgegangen, aber der Herr kommt dorthin.
Nur, als er dort ist, kommt dieser Mann zu ihm. Und als er aus dem Schiff gestiegen war, kam ihm sogleich aus den Grüften ein Mensch mit einem unreinen Geist entgegen. Nur ist das nicht dasselbe wie Johannes 7,37, wo der Herr Jesus sagt: Wenn jemand zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen. Eben wenn Gott uns zieht, dann kommt uns der Gedanke, dass wir Jesus Christus suchen. Das können viele bezeugen, wie sie das erlebt haben. Plötzlich haben sie begonnen, Gott zu suchen. Aber das ist, weil er gezogen hat.
Dieser aber kam nicht, um den Herrn zu suchen, sondern er sagt ihm nämlich ganz klar, dass er gar nichts mit ihm zu tun hat und auch nichts mit ihm zu tun haben will. Vers 7 nochmals: Schrie mit lauter Stimme und sprach: Jesus, du Sohn Gottes des Höchsten, was habe ich mit dir zu tun? Ja, also: Was habe ich mit dir zu tun? Das heißt, ich habe nichts mit dir zu tun. Er ist so aufgebracht, weil der Sohn Gottes an ihn kam. Das hat ihn so wütend gemacht. Und in Matthäus 8, in der Parallelstelle, heißt es wirklich, dass er wütend kam. Also, er will gar nichts mit ihm zu tun haben. Und trotzdem kommt er zu ihm, aber eben um eine Konfrontation zu haben.
Und dann wird beschrieben, wo war er zu Hause? Vers 3, nicht wahr? Der seine Wohnung in den Grabstätten hatte. Also, der war zu Hause im Friedhof. Für uns ist das schon so: Man macht Besuche im Friedhof, aber dort fühlt man sich nicht zu Hause. Dort möchte man nicht zelten, aber der war dort zu Hause. Das heißt, seine Umgebung war wirklich die Ruhe selbst. Aber er selbst war voller Unruhe. Der war am Toben, der konnte überhaupt nicht zur Ruhe kommen. Tag und Nacht war er in völliger Unruhe, nicht wahr? Vers 5: Und allezeit, Nacht und Tag, war er in den Grabstätten und auf den Bergen und schrie und zerschlug sich mit Steinen. Selbstverletzung.
Sehen wir den Kontrast zur Geschichte vorher. Die Umgebung war ein schrecklicher Sturm, und der Herr ruht völlig im Sturm. Und hier haben wir rundherum alles ganz ruhig, so wie es auf dem Friedhof ruhig ist, und einen Menschen, der Tag und Nacht voll Unruhe war. Das zeigt also: Satan möchte uns Menschen in ständige Unruhe bringen. Und das macht er da.
Und dann kommt dazu, dass er nicht kontrolliert war, nicht kontrollierbar war. Also, die Menschen haben versucht, weil er eben so verrückt war, ihn zu binden, aber es wird gesagt in Vers 3: Und selbst mit Ketten konnte ihn niemand mehr binden. Lies nochmals Vers 4: Denn schon oft war er mit Fußfesseln und Ketten gebunden worden, aber die Ketten wurden von ihm zerrissen und die Fußfesseln zerrieben, und niemand konnte ihn bändigen.
Also nicht zähmbar und auch nicht befreibar. Und das ist auch etwas Typisches bei starker dämonischer Besessenheit, dass Kräfte entstehen, die total übernatürlich sind. Wirklich, der konnte eben sogar Ketten zerreißen. Und dann war er eben ständig am Schreien und daran, sich selber zu verletzen. Eben Satan wollte ihn umbringen, aber Gott hat es nicht erlaubt, und so hat er sich wenigstens selbst verletzt.
Und eben als der Herr Jesus erscheint, da läuft er ganz schnell. Vers 6: Als er Jesus von weitem sah, lief er und warf sich vor ihm nieder. Die Dämonen kennen den Sohn Gottes. Darum sagt er ja in Vers 7: Jesus, Sohn Gottes des Höchsten. Die Dämonen wissen, dass Jesus Christus die Macht hat über sie alle. Aber sie hätten Angst, dass sie jetzt schon unter das Gericht Gottes kommen würden, und darum sagen sie, beziehungsweise der leitende Dämon: Ich beschwöre dich bei Gott, quäle mich nicht.
Und das war die Reaktion, denn der Herr hatte bereits gesagt: Fahre aus, du unreiner Geist! Und diese Legion von Dämonen wusste jetzt: Auf den Befehl müssen sie hören, sie müssen also raus aus diesem Menschen. Und da haben sie eine Idee, nämlich: Irgendwie haben diese Dämonen das Bedürfnis, einen Körper zu benutzen. Hebräer 1,14 sagt, dass Engel dienstbare Geister sind. Also die Engel Gottes und die gefallenen Engel sind Geister. Sie möchten eben einen Körper benutzen, und wenn nicht diesen Menschen, dann wenigstens Schweine.
Diese Schweine waren natürlich ein Problem, denn die Tora sagt im Land Israel: Schweinefleisch ist tabu. 3. Mose 11 sagt, das gehört nicht auf den Speisezettel Israels. Da wurden 2000 Schweine gezüchtet, und darum hat der Herr das erlaubt, dass die in die Schweine fahren. Und da zeigt sich wieder: Dämonen wollen einfach nur kaputt machen. Satan will zerstören, wo er nur kann. Darum fahren die in die Schweine. Die Schweine werden verrückt, genauso wie der Mann vorhin verrückt war. Die haben also einen Einfluss auf das Gehirn, nicht nur eines Menschen, sondern auf das Gehirn von Schweinen. Die verlieren auch ihre Kontrolle und verlieren auch ihren Selbsterhaltungstrieb. Die rennen da die Golanhöhen runter ins Wasser und ertrinken.
Die Schweinehirten, haben wir gelesen, sind schockiert, sie fliehen, verkündigen das in der Stadt Gadara. Und das bietet natürlich viele Menschen auf. Jetzt klingt es so schön, Vers 15, lies das? Und sie kamen zu Jesus und sahen den Besessenen, der die Legion gehabt hatte, da sitzen, bekleidet und vernünftig, und sie fürchteten sich.
Ja, also heißt es so schön: Und sie kommen zu Jesus. Das wäre ja, man könnte von Johannes 7,37 denken: Wenn jemand zu mir kommt, wenn jemand zu mir kommt, dann werde ich nicht hinausstoßen. Aber sie teilen ihm mit, er möge bitte das Gebiet verlassen. Unglaublich! Endlich wird dieser Mann befreit! Und anstatt dankbar zu sein, schicken sie den Retter weg. Und der Herr geht dann auch.
Aber sie sehen, was geschehen ist. Der Besessene hat sich wie verändert. Er ist vernünftig. Also, Satan macht unvernünftig und wahnsinnig. Und dann noch etwas: Der war nackt, der hatte auch jegliches Schamgefühl verloren. Und das ist auch eine Wirkung von Dämonen, dass das Schamgefühl zerstört wird. Ein Phänomen des zwanzigsten Jahrhunderts und jetzt auch des einundzwanzigsten. In unserer Gesellschaft wurde die Scham als ein Wert in der Gesellschaft zerstört, übrigens gerade durch die Ideologie von links. Ganz stark von dort her kam das, die Auflösung der Scham.
Dabei ist eben die Kleidung gerade ein Schutz vor Unmoral, und darum hat Gott eben nach dem Sündenfall Menschen bekleidet. Und zwar hat er ihre Minimalkleidung, das war ihm zu wenig, nur die Geschlechtsteile bedecken. Es brauchte mehr. Er hat sie bekleidet mit Kutonet im Hebräischen, und das ist eben ein Kleid, das herabfällt und mehr bedeckt als nur das Minimale.
Ja, und hier sehen wir: Mit dem, dass er errettet wurde, wird er vernünftig und er beginnt sich ganz normal zu kleiden. Und wie gesagt, Vers 17: Sie reden dem Herrn zu, er soll weg. Und dann ging der Herr ins Schiff, und der Besessene wäre, oder der ehemals Besessene, wäre so gern bei dem Herrn geblieben. Aber der Herr hat einen anderen Auftrag, und der Auftrag beginnt eben ganz besonders bei denen, die unsere Nächsten sind, in der eigenen Familie, in der eigenen Umgebung zuerst.
So war es ja auch bei Paulus. Als Saulus sich bekehrt hatte, hat er zwar schon Zeugnis gegeben in den Synagogen von Damaskus, aber dann ging er eine Zeit nach Arabien, um im Glauben in der Stille zu wachsen. Und danach ging er noch kurz nach Jerusalem, aber schließlich für Jahre nach Tarsus, wo er aufgewachsen war. Er ging nicht sofort auf die Weltmission, sondern in Tarsus, bei sich zu Hause, begann das Zeugnis.
Und so schickt der Herr ihn eben zu den Seinen, und so kommt dieses Zeugnis in die Dekapolis, und die Menschen staunen.

Ausblick auf die nächsten Zeichen der Vollmacht

Und nächstes Mal fahren wir weiter mit zwei Geschichten, die miteinander verbunden sind, nämlich mit der Auferweckung der zwölfjährigen Tochter des Jairus und, verwoben in diese Geschichte, mit der Heilung einer blutflüssigen Frau.
Dort sehen wir, dass der Herr Macht hat über den Tod, über die Gewalt des Todes. Dieses zwölfjährige Mädchen wird auferweckt. Und er hat Macht über alle Unreinheit. Auch diese Frau, die zwölf Jahre lang litt, also so lange, wie das Mädchen alt war, wird befreit. Und es endet jedes Mal mit Staunen.
Das Schöne ist: Der Vater Jairus kommt zum Herrn Jesus. Aber es ist wirklich ein Kommen, bei dem er den Herrn sucht, und der Herr geht darauf ein. Auch diese Frau hatte furchtbare Angst. Sie wollte, dass niemand irgendetwas erfährt, und sie wollte einfach den Herrn berühren. Aber sie wusste: Nur er kann mir helfen. Alle Ärzte konnten es nicht.
Das ist wirklich eine Erfahrung, wenn jemand sagen muss: Ich war bei allen Ärzten, und keiner konnte mir helfen. Das ist frustrierend. Und sie hatte noch ihr ganzes Vermögen hergegeben; keine Krankenkasse hat das bezahlt. So frustrierend. Aber sie wusste: Der Herr kann mir helfen.
Sie wollte es ganz diskret, sodass niemand etwas davon merkt, und der Herr bringt es ans Licht. Aber wer hat es bewirkt, dass Jairus zum Herrn geht? Der Vater hat gezogen, Römer 2,4. Und dass diese Frau, voll Angst, sich überwindet, zum Herrn zu gehen, weil der Vater auch sie gezogen hat, nach Römer 2,4.
Ja, da fahren wir dann nächstes Mal weiter und sehen dann eben die zusammenhängende Linie von der Schiffsreise: Macht über die Naturgewalten, der Gerasener, Macht über die Gewalt der Finsternis, Macht über den Tod und Macht über Krankheit.
Ja, wollen wir hier schließen?

Vielen Dank an Roger Liebi, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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