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Habt keine Menschenfurcht – Teil 7

Jesu Leben und Lehre, Teil 513/690
24.01.2025Lukas 12,10
SERIE - Teil 513 / 690Jesu Leben und Lehre

Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.

Episode 512: Habt keine Menschenfurcht, Teil 7.

Einführung in das Thema der Lästerung des Heiligen Geistes

Wir waren stehen geblieben bei der Antwort auf die Frage, was unter der Lästerung des Geistes zu verstehen ist. Diese Frage interessiert uns, weil Jesus das Thema gegenüber seinen Jüngern anspricht. In Lukas 12,10 heißt es: „Und jeder, der ein Wort sagen wird gegen den Sohn des Menschen, dem wird vergeben werden“ – im Sinne von „vergeben werden können“. Dem aber, der gegen den Heiligen Geist lästert, wird nicht vergeben werden.

Bevor wir weitergehen, müssen wir uns mit der Frage beschäftigen, warum die Lästerung gegen den Heiligen Geist schlimmer ist als die Lästerung gegen den Sohn des Menschen, also gegen Jesus, den Messias. Würde man nicht gerade das Gegenteil erwarten? Kann es etwas Schlimmeres geben, als den Retter der Welt zu lästern?

Jesus gibt uns keine Begründung für diese Behauptung. Wir können also nur Vermutungen anstellen.

Die Bedeutung der Lästerung des Heiligen Geistes und ihre Unvergeblichkeit

Was ist so schlimm daran, gegen den Heiligen Geist zu lästern?

Ich persönlich denke, dass es hier nicht um die Sünde an sich geht, sondern um das, was aus dieser Sünde heraus erwächst. Was meine ich damit? Ich glaube nicht, dass es irgendeine Sünde gibt, die so schwerwiegend ist, dass sie grundsätzlich nicht vergeben werden kann. Eine Todsünde, die man nur einmal begeht und danach nie wieder gerettet werden kann – egal wie sehr man sich das auch wünscht – so etwas gibt es meines Erachtens nicht.

Am Kreuz wurde die Schuld der ganzen Welt gesühnt. In 1. Johannes 2,2 heißt es: „Und er, Jesus, ist die Sühnung für unsere Sünden, nicht allein für die unseren, sondern auch für die ganze Welt.“

Nirgendwo in der Bibel finden wir die Einschränkung, dass nur der gerettet werden kann, der noch nicht den Heiligen Geist gelästert hat. Überall wird der Eindruck vermittelt, dass Jesus alle Schuld tilgen kann – egal, woher ich komme und egal, was ich angestellt habe.

So heißt es in Kolosser 2,13: „Und euch, die ihr tot wart in den Vergehungen und in dem Unbeschnittensein eures Fleisches, hat er mit lebendig gemacht mit ihm, indem er uns alle Vergehungen vergeben hat.“ Merkt ihr, alle Vergehungen. Das ist der durchgehende Tenor des Neuen Testaments. Jesus ist die Antwort auf jede Sünde.

Die Herausforderung der Lästerung im Licht der geistlichen Erfahrung

Aber was meint Jesus dann in Lukas 12,10, wenn es heißt: „Und jeder, der ein Wort sagen wird gegen den Sohn des Menschen, dem wird vergeben werden; dem aber, der gegen den Heiligen Geist lästert, wird nicht vergeben werden“?

Wenn wir uns kurz vergegenwärtigen, worin die Lästerung des Geistes besteht, wird vielleicht klar, warum sie nicht vergeben werden kann.

Im Hinblick auf entkehrte Ex-Christen besteht die Lästerung des Geistes darin, dass sie alte Erfahrungen mit dem Heiligen Geist umdeuten. Sie schreiben ihre geistlichen Erlebnisse nicht länger dem Heiligen Geist zu, sondern machen sie zu einem Produkt ihrer Einbildung, des Zufalls oder sehen sich als Opfer eines gruppenpsychologischen Phänomens.

Vielleicht kennt man Ehepaare, die sich trennen und dann ihre Vergangenheit umschreiben. Alle schönen gemeinsamen Erfahrungen werden von ihnen geleugnet, der Partner war immer schon der Falsche. Dasselbe Vorgehen gibt es auch für das geistliche Leben.

Wer sich von Gott abwendet, darf, um intellektuell redlich zu bleiben, nicht mehr an Gebetserhörungen glauben. Ebenso wenig an spontane Einsichten in Gottes Wort, die mitten in das eigene Leben hineinsprechen. Oder an inspirierende Gespräche, die sich merkwürdig vorbereitet angefühlt haben. Oder an eine Gemeinschaft, in der man Liebe und Unterstützung erfahren hat, weil Menschen in ihrem Innern von Gott verändert worden sind.

All das und noch viel mehr muss man trivialisieren, banalisieren und möglichst vergessen, um sich von Gott abwenden zu können. Man muss die Vergangenheit schlechtmachen.

Die Konsequenzen der Lästerung des Heiligen Geistes

Gott war niemals real. In der Gemeinde und im Leben mit Gott darf es keinen echten geistlichen Kern geben. Denn wenn es diesen gäbe, wenn Jesus wirklich Gott und Retter wäre und das Kreuz zentral für die Sühnung meiner Schuld stünde, wenn ich durch den Heiligen Geist tatsächlich mit einer neuen Welt verbunden wäre – selbst wenn nur ein bisschen davon stimmen würde –, dann wäre mein Abfall vom Glauben nicht nur falsch, sondern auch unglaublich dumm und ein Verrat an meiner Biografie.

Versteht ihr, was ich sagen will? Wer einmal mit dem Heiligen Geist unterwegs war, wer weiß, was es heißt, von ihm erfüllt, geleitet, überführt und transformiert zu werden, wer das kennengelernt hat, der muss den Geist lästern, um von Gott frei zu werden. Er muss sich hinstellen und sagen: Nein, das alles war nicht Gottes heiliger Geist. Keine Ahnung, was ich da erlebt habe, aber mit dem Gott der Bibel hat das nichts zu tun.

Das habe ich damals zwar gedacht, aber heute denke ich so nicht mehr. Tja, und jetzt wird es ganz gruselig. Wer diesen Schritt geht und das Wirken des Heiligen Geistes weg erklärt, der begeht in diesem Moment geistlichen Selbstmord. Warum? Weil es für keinen Menschen möglich ist, sich aus sich selbst heraus zu bekehren.

Es ist Gott, der werbend in das Leben eines jeden Menschen hineinspricht. Es ist der Heilige Geist, von dem wir lesen in Johannes 16,8: „Und wenn er gekommen ist, wird er die Welt überführen von Sünde und von Gerechtigkeit und von Gericht.“ Es ist der Heilige Geist, der Menschen überführt. Und wenn ich mich davor bewusst verschließe, dann bin ich verloren. Dann gibt es für mich keine Rettung mehr.

Dann ist die Lästerung des Heiligen Geistes tatsächlich die eine Sünde, die nicht mehr vergeben werden kann. Nicht, weil sie besonders groß wäre, sondern weil sie mir die Chance auf Buße und Umkehr zu Gott verbaut. Wenn ich argumentativ für das Evangelium nicht mehr erreichbar bin, dann bin ich verloren. Das macht diese Sünde so gefährlich.

Sie ist so etwas wie der Sargnagel meines Abfalls von Gott, der Punkt, an dem ich, obwohl ich physisch noch lebe, geistlich bereits endgültig tot bin. Und dann gilt für mich dieses vernichtende Urteil aus Hebräer 6,4-6:

„Denn es ist unmöglich, diejenigen, die einmal erleuchtet worden sind und die himmlische Gabe geschmeckt haben und des Heiligen Geistes teilhaftig geworden sind und das gute Wort Gottes und die Kräfte des zukünftigen Zeitalters geschmeckt haben und doch abgefallen sind, wieder zur Buße zu erneuern, da sie für sich den Sohn Gottes wieder kreuzigen und dem Spott aussetzen.“

Hier haben wir es mit entkehrten Ex-Christen zu tun, die bewusst die Seiten gewechselt haben. Für sie ist es unmöglich, wieder Buße zu tun.

Ermahnung zum sorgsamen Umgang mit dem Heiligen Geist

Ich muss mir also gut überlegen, wie ich mit dem Heiligen Geist umgehe. Wenn ich ihn aus meinem Leben verbanne, bleibt am Ende nur ein furchtbares Erwarten des Gerichts und der Eifer eines Feuers, das die Widersacher verzehren wird.

Wir verlassen jetzt endgültig das Thema Abfall vom Glauben und wenden uns wieder schöneren Themen zu. Abschließend möchte ich alle beruhigen, die jetzt denken, dass Jürgen nicht an Heilsgewissheit glaubt.

Die Zusicherung der Heilsgewissheit für den Gläubigen

Tut er. Ich glaube daran, dass ein Christ nicht verloren gehen kann, allerdings mit einer Einschränkung.

Ich glaube, dass ein Christ nicht verloren gehen kann, wenn er sich an Jesus hält. Jesus ist meine Rettung, und wenn ich ihn verlasse, dann bin ich verlassen. Aber wenn ich auf seine Stimme höre und ihm folge, dann bin ich sicher. Dann kann mich nichts und niemand aus seiner Hand rauben.

So heißt es in Johannes 10,27-28:
„Meine Schafe hören meine Stimme. Ich kenne sie, und sie folgen mir. Ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie gehen nicht verloren in Ewigkeit. Niemand wird sie aus meiner Hand rauben.“

Abschluss und Ermutigung zum Glaubensleben

Was könntest du jetzt tun? Freue dich an deiner Errettung. Freue dich daran, dass Gottes Geist dich von deiner Verlorenheit überführt hat.

Das war es für heute. Als Christ brauchst du Gemeinschaft. Suche dir eine bibeltreue Gemeinde, in der du mitarbeiten kannst.

Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.

Vielen Dank an Jürgen Fischer, dass wir seine Ressourcen hier zur Verfügung stellen dürfen!

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