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Der Messias im Alten Testament (AT), Teil 7/60

Psalm 2,1-1218.03.2007
SerieTeil 7 / 60Der Messias im Alten Testament (AT)
Warum toben die Mächtigen gegen Gott? Psalm 2 zeichnet die alte Rebellion der Menschheit – und die klare Frage: Beugst du dich dem König, oder hältst du an deinem eigenen Weg fest?
In den vergangenen Bibelklassen haben wir uns mit dem Thema des Messias im Alten Testament beschäftigt, und zwar insbesondere mit den Prophezeiungen in Bezug auf das erste Kommen als der leidende Messias. Wir haben nun dahingehend die fünf Bücher Mose angeschaut und auch das Buch Hiob, weil das zeitlich eben in die Zeit vor Abraham hineingehört, also in die Zeit von 1. Mose 11.
Jetzt gehen wir weiter. Nach 5. Mose kommt das Buch Josua, das Buch der Landnahme. Da finden wir keine direkten Prophezeiungen auf den Messias hin, aber allein die Person von Josua ist schon ein Hinweis auf Jesus Christus. Weiss jemand, wie die älteste Bibelübersetzung, die Septuaginta, das Buch Josua übersetzt hat? Wie der Titel heisst? Das ist die griechische Übersetzung. Die Septuaginta ist die Bibel, die auch die Apostel im Neuen Testament benutzt haben, wenn sie aus dem Alten Testament zitierten, sehr oft und überhaupt, wenn sie auf Griechisch predigten.
Wie heisst das Buch Josua auf Griechisch? Auf Griechisch kann man nicht Jeschua schreiben, weil es ja keinen Sch-Laut auf Griechisch gibt, und da hat man das Wort Jesus gebildet aus Josua. Jehoschua ist die Langform, Jeschua ist die Kurzform, und da wurde das Wort Jesus gebildet.
Also Mose konnte ja das Volk Israel nicht in den Segen Gottes hineinführen, weil er ungehorsam war. Das musste er Josua übergeben. Und so haben wir diese Opposition: Mose, der Vertreter des Gesetzes, bringt das Volk nicht in den Segen Gottes, aber Jesus, der Sohn Gottes, er kann es. Also genau diese Opposition, die wir so schön in Johannes 1 beschrieben finden. Johannes 1,17 kann das jemand vorlesen? Das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden. Jawohl, also Mose hat das Gesetz gegeben, aber das Gesetz kann den Menschen nicht zum Ziel verhelfen, weil der Mensch nicht fähig ist, das Gesetz einzuhalten. Jesus konnte das sehr wohl.
Übrigens, wenn im Neuen Testament Josua erwähnt wird, da benutzt der griechische Text genau diesen Namen Jesus für Josua. Für die, die das aufschreiben möchten, gebe ich die Stelle an: In Hebräer 4 wird Josua ausdrücklich erwähnt, und das ist dann in den Bibelübersetzungen, damit man eben auf Deutsch rauskommt, auch mit Josua wiedergegeben. Hebräer 4,8. Aber im Grundtext steht Jesus.
Also, das waren diese sechs Bücher zuerst: Landnahme unter Josua, und dann nach dem Tode von Josua fällt das Volk aber von Gott ab, und das führt uns zum Buch der Richter. Immer wieder hat Gott Richter berufen. Die sollten das Volk wieder zu Gott zurückbringen, aus der Not herausführen.
Wie lange dauerte die ganze Richterzeit? Vierhundertfünfzig Jahre. Apostelgeschichte 13 spricht ausdrücklich von diesen vierhundertfünfzig Jahren. Und wenn man die Zahlen im Buch der Richter zusammenrechnet und dann auch in 1. Samuel, die letzten Richter waren ja Eli, 40 Jahre, und dann noch Samuel, dann kommt man auf 450 Jahre Richterzeit.
Gott wollte Israel nicht einen König geben, er selber wollte König sein. Das Volk hätte seine absolut verbindliche Richtschnur anerkennen müssen. Nur so war eine Theokratie, eine Gottesherrschaft, möglich. Aber in der Praxis hat das eben nicht funktioniert, nicht weil Gott es nicht gekonnt hätte, sondern weil das Volk nicht gehorsam war. Darum sehen wir: Diese ganze Zeit der Richter war eine Zeit der totalen Relativität der Werte.
Schauen wir uns den letzten Vers an, Richter 21,25. Wer liest den letzten Vers? Ein jeglicher tat, was ihm recht deuchte. Jawohl, ganz wörtlich übersetzt: Ein jeder tat, was recht war in seinen Augen. Also totaler Relativismus, Subjektivismus, jeder hat so seine eigene Wahrheit. Viele Leute denken, das sei sehr modern, wenn man so denkt. Das ist sehr altmodisch, denn so hat man schon in der Zeit der Richter gedacht.
Das kommt wie ein Refrain vor, wer aufschreiben will: Richter 17,6; 18,1; 19,1 und eben hier 21,25: Ein jeder tat, was recht war in seinen Augen, es gab keinen König in Israel. Aber wir wissen ja, unter Samuel hat dann das Volk den Wunsch gehabt: Wir möchten einen König. Und Gott war enttäuscht über diesen Wunsch und gab ihnen einen König nach ihren Vorstellungen. Das war dann dieser Versuch mit Saul, der in einer Katastrophe geendet hatte.
Aber die Frage ist: Hatte Gott nie vor, Israel einen König zu geben? Ja, und wie wollen Sie das begründen? Ich weiss jetzt die Stelle nicht, aber das steht irgendwo. Gut, aber wir glauben natürlich nur, was schriftlich in der Bibel steht. Ja, Sie wissen ja, wo es steht. Oder wer hilft noch?
Interessant ist: Schon bei Abraham finden wir einen Hinweis in 1. Mose 17. 1. Mose 17, liest jemand Verse 15-16? Gott sprach zu Abraham: Deine Frau Sarai sollst du nicht mehr Sarai nennen, sondern Sara soll ihr Name sein, und ich werde sie segnen, und auch von ihr gebe ich dir einen Sohn, und ich werde sie segnen, und sie wird zu Nationen werden; Könige von Völkern sollen von ihr kommen. Da fiel Abraham auf sein Angesicht und lachte und sprach in seinem Herzen: Sollte einem Hundertjährigen ein Kind geboren werden?
Jawohl, also es geht mir einfach darum: Gott hat vorausgesagt, dass über die Nachkommen von Abraham und Sara effektiv Könige hervorkommen werden, Könige über die zwölf Stämme Israels, darum Könige von Völkern. Das sind die Völker der zwölf Stämme Israels. Also das war einfach als Prophetie schon damals klar, um zweitausend vor Christus. Aber selbst Mose in 5. Mose 17 hat ja das Königsgesetz aufgestellt. 5. Mose 17,14. Wer liest?
Wenn du in das Land kommst, das der Herr, dein Gott, dir gibt, und es in Besitz genommen hast und darin wohnst und sagst: Ich will einen König über mich setzen, wie alle Nationen, die rings um mich her sind, dann sollst du nur den König über dich setzen, den der Herr, dein Gott, erwählen wird.
Jawohl, und dann kommen verschiedene Gebote, was dieser König dann beachten muss. Zum Beispiel soll er die Frauen nicht mehren, also die Polygamie wird da schon ganz klar abgelehnt, wenn man denkt, wie Salomo dieses Gebot tausendfach gebrochen hat oder 999 Mal gebrochen hat, muss man sagen. Aber das war ganz klar. Es wurde auch gesagt, er solle eine Abschrift machen vom Gesetz Mose, jeden Tag darin lesen, in der Bibel.
Gut, auch da wird jetzt gesagt: Wenn die Zeit kommt, wo du sagen wirst: Ich will einen König über mich setzen, wie alle anderen Nationen. Genau das hat das Volk dann eben in 1. Samuel 8 getan. Sie sagten: Wir wollen so sein wie die anderen Völker, wir wollen auch einen König. Und Gott sagt zu Samuel: Sie haben mich verworfen, dass ich nicht mehr König sein soll. Da gab er ihnen eben in Saul einen König, der total versagen sollte.
Aber danach erwählt Gott David, und von ihm sagte er: Ich habe David gefunden, einen Mann nach meinem Herzen, der meinen ganzen Willen tun soll. Da wird also klar: Gottes Plan war effektiv, dass er David einmal als König einsetzen sollte. Aber die kann man sagen, vierzig Jahre zu früh den Wunsch gehabt mit Saul. Sie hätten einfach warten müssen, bis der Zeitpunkt kommt, wo Gott sagt: Und jetzt wähle ich einen König, und zwar David, einen König nach meinem Herzen, nicht ein König im Sinn der Menschen.
Und in diesem Zusammenhang ist nun das Buch Ruth ganz wichtig. Nach Richter kommt das Buch Ruth, und zwar fällt das genau in die Richterzeit. Liest jemand Vers 1 von Kapitel 1?
Der Mann von Bethlehem in Juda zog aus ins Land der Moabiter, um dort als Fremdling zu wohnen mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen.
Jawohl, also bis dahin ganz klar in der Zeit der Richter. Es gibt eine Hungersnot, das hatte Mose schon angekündigt, 5. Mose 11: Wenn das Volk von Gott abfällt und untreu wird, wird Gott es durch Hungersnot züchtigen. Nun kommt die Geschichte von einem Elimelech aus Bethlehem, der sieht darin eben in dieser Zucht nicht Anlass, sich jetzt einfach zu demütigen, sondern der sagt sich: Ja, dann gehe ich ins Ausland. Er geht ins Nachbarland, nach Moab, heutiges Mitteljordanien, mit seiner Frau Noomi und seinen beiden Söhnen Machlon und Kiljon.
Sie gehen also in ein Land des Götzendienstes. Und wenn man da hingeht mit zwei Söhnen, die Zeit kommt, wo sie mal heiraten wollen, ja? Und damit war eigentlich alles schon vorprogrammiert. Die heiraten moabitische Frauen, Götzendienerinnen. Aber Gott greift ein, züchtigt diese Familie auch im Ausland. Sie sind der Zucht Gottes davongelaufen im Land, aber Gott züchtigt sie auch im Ausland. Elimelech, der Mann Noomis, stirbt. Dann Machlon und Kiljon, die beiden Söhne, sterben auch. Übrig bleibt eine verbitterte Witwe mit ihren Schwiegertöchtern, die sagt: Gut, ich gehe jetzt wieder zurück ins Land, in mein Land, aber ihr bleibt hier, und ihr könnt da wieder einen Mann heiraten, und ja, dann kommt ihr so zu eurem Ziel.
Beide wollen eigentlich nicht, aber Orpa lässt sich überreden, sie bleibt. Ruth lässt sich nicht überreden und geht mit ihrer Schwiegermutter ins Land Israel, weil für sie war es so wichtig: Ich möchte den Gott Israels, diesem Gott will ich dienen. Sie hat sich also von den Götzen Moabs abgewendet. Und das war nach zehn Jahren Aufenthalt. Da kam wieder richtig Nahrung ins Land.
Diese Ruth kann aufgrund des Gesetzes Mose auf den Feldern, wo geerntet wird, Ähren lesen, hinter den Schnittern her. Also das, was die nicht zusammenlesen, das durften die Armen auflesen. Und so kommt sie zufällig mit einem gewissen Boas in Kontakt, also reiner Zufall. Ruth 2,3, ist das jemand?
Sie ging auf dem Feld hinter den Schnittern her, und sie traf zufällig das Feldstück des Boas, der aus der Sippe Elimelechs war.
Jawohl, zufällig! Steht das in anderen Bibeln anders? Zufällig, ja. Das ist ja interessant, da gibt es also doch Zufall nach der Bibel. Nun, man kann unterscheiden zwischen objektivem Zufall und subjektivem Zufall. Objektiven Zufall gibt es nicht, denn Gott hat die ganze Schöpfung in der Hand. In Kolosser 1,17 heisst es sogar, dass durch ihn alle Dinge zusammengehalten werden. Das ganze Universum wird durch ihn zusammengehalten. Aber subjektiv für uns gibt es Zufall, indem wir etwas erleben, das wir eben nicht irgendwie als Plan einordnen können.
Also für sie war keine besondere Planung. Sie ging hin und kam einfach auf das Feld von Boas. Aber gleich werden wir sehen: Objektiv war dahinter kein Zufall, denn dieser Boas war ein naher Verwandter von ihrem verstorbenen Mann. Das Gesetz Mose hatte vorgeschrieben, damit eine Familie in Israel nicht aussterben würde, dass in so einem Fall die Leviratsehe Pflicht war. Der nächste Verwandte musste die Witwe heiraten.
Und so kommt es, dass Ruth diesen Boas heiratet, sie bekommen Nachkommen. Ruth 4,17: Und die Nachbarinnen gaben ihm einen Namen, indem sie sagten: Ein Sohn ist der Noomi geboren, und sie gaben ihm den Namen Obed, der ist der Vater Isais, des Vaters Davids.
Jawohl, also aus dieser Ehe von Ruth, der Moabitin, und Boas kommt Obed. Obed hat wieder einen Sohn, Isai, und Isai schliesslich ist der Vater von David, der König werden sollte nach Gottes Plan. So ist also das Buch Ruth, dieses kleine Büchlein, das Bindeglied zwischen dem Richterbuch und dem David, der König wird, nämlich dem Samuelbuch. Ich sage das Samuelbuch, weil im Hebräischen ist es eigentlich ursprünglich eine Buchrolle gewesen. 1. und 2. Samuel ist erst später künstlich aufgeteilt worden.
Also das Buch Samuel. Jetzt kommen wir zu diesem Buch ganz kurz, und zwar finden wir darin nun zum ersten Mal den Titel Messias im Alten Testament, für den Messias. Und zwar haben wir in 1. Samuel 2 das Gebet von Hanna. Liest jemand da Kapitel 2, Vers 10?
Sie betet vor Gott in der Stiftshütte in Silo. Die mit dem Herrn rechten, werden niedergeschlagen werden, im Himmel wird er über ihnen donnern, der Herr wird richten die Enden der Erde, er wird seinem König Macht verleihen und erhöhen das Horn seines Gesalbten.
Jawohl, sein Gesalbter ist auf Hebräisch Maschicho, also sein Messias. Da wird der Messias Gottes erwähnt. Gut, im ersten Moment könnte man denken: Ja, bezieht sich das jetzt auf David oder gar auf Saul, der ja dann in diesem Buch später vorkommt? Aber was hier berichtet wird, dieses Gericht vom Himmel und dieses Gericht über die ganze Welt, das hat natürlich mit Saul und mit David nichts zu tun. Also das ist wirklich ein Hinweis auf den Messias, der hier der Gesalbte genannt wird.
Wir werden gleich sehen, dass eben Könige jeweils durch Salbung eingesetzt wurden. Saul wurde gesalbt aus was für einem Gefäss übrigens? Aus einer Flasche? Aus einem Glas? Aus einer Flasche? Ja, Glasflasche. Wir werden das gleich noch sehen. Und David wurde gesalbt aus einem Horn, das ist ein bisschen stärker als Glas. Das soll eben bedeuten: Das Königtum von Saul, das sollte zerbrechlich sein, während das Königtum von David, das soll dauern, und zwar bis auf den Messias.
Jetzt haben wir eine zweite Stelle da in 1. Samuel. Der kleine Samuel ist da in Silo tätig als Junge, und in dieser Zeit hat ein Prophet folgende Weissagung ausgesprochen, Kapitel 2, Vers 35.
Ich möchte ein beständiges Haus bauen, das er von meinen Gesalbten immer da einhergeht.
Jawohl, also die Dynastie der Priesterfamilie von Eli, die wird verworfen, weil Eli untreu war, und Gott sagt: Ich will jetzt einen treuen Priester suchen. Das hat Bezug auf Zadok, der dann eben anstelle von Eli Hoherpriester wurde, also anstelle der Linie von Eli, der ein Nachkomme von Aaron war. Die wurde abgeschnitten, und die Linie von Aaron, die hin auf Zadok führte, die wurde erwählt, und so waren im Salomon-Tempel immer Zadokiden Priester.
So hat Gott also diesen treuen Zadok da erwähnt, erwählt, und er sagt ihm: Ein beständiges Haus, und er wird vor meinem Gesalbten wandeln alle Tage, vor meinem Messias. Also auch da ist wieder ein Hinweis auf den Messias.
Und wenn wir weitergehen zu Kapitel 8, kommt dann die Zeit, wo das Volk einen König fordert von Samuel, und Gott sagt: Also, sie haben mich verworfen, und sie sollen einen König haben. Und so wird dann eben Saul ausgewählt, er wird mit einer Flasche gesalbt, Kapitel 10, Vers 1. Liest das jemand?
Und gab es auf sein Haupt, und er küsste ihn und sagte: So hat der Herr dich nun zum Fürsten über sein Erbteil gesalbt.
Jawohl, also da haben wir diese Ölflasche, die eine tiefe Bedeutung hatte: ein zerbrechliches Königtum. Und etwas später erklärt Samuel in Kapitel 12: Ich habe jetzt das gemacht, ich habe einen König eingesetzt, wie ihr das wollt, sagt er dem Volk. Und dann fordert er sie heraus und sagt: Könnt ihr sagen, dass ich als Richter eben irgendwie versagt hätte in meinem Amt? Und da können sie ihm sagen: Nein, auf keinen Fall. Aber lesen wir, wie er das genau gesagt hat, Kapitel 12, Vers 3.
Aus wessen Hand habe ich ein Geschenk angenommen, um mir damit die Augen blenden zu lassen? Ich will's euch zurückgeben. Sie sprachen: Du hast uns weder Gewalt noch Unrecht getan, von niemand etwas genommen. Er sprach zu ihnen: Der Herr ist euch gegenüber Zeuge und heute auch sein Gesalbter, dass ihr nichts in meiner Hand gefunden habt. Sie sprachen: Ja, Zeuge sollen sie sein.
Jawohl, es ist doch sehr bemerkenswert. Er sagt: Hier bin ich, Zeuge gegen mich, vor dem Herrn und vor seinem Messias. Und auch Vers 5: Der Herr ist Zeuge gegen euch, und Zeuge ist sein Messias an diesem Tag.
Ja, was folgt aus dieser Aussage? Bisher haben wir immer gesehen: Der Messias wird ja ein Mensch sein. Wir hatten gesehen, wie Eva die Verheissung bekam: Ein Same von ihr wird einmal die Macht des Bösen, die Schlange, besiegen. Dann haben wir gesehen: Der Messias wird ein Nachkomme sein über diese Linie von Seth bis auf Noah. Dann durch die Linie von Sem ging es weiter. Da haben wir gesehen: Er soll der Nachkomme sein von Abraham, danach von Isaak, Jakob. Dann haben wir gesehen: Er soll aus dem Stamm Juda kommen. Diese Linie haben wir so verfolgt, und es war immer klar: Einmal wird ein Mensch kommen aus dieser Linie, der eben Satan, die Schlange, das Böse besiegen wird.
Aber jetzt wird da vom Messias gesprochen als dem Gesalbten. Ja, aber eine ist die zukünftig? Die Person existiert. Aber die Erwartung war ja immer, aus den Stellen, die wir bisher gesehen haben, der Messias wird einmal kommen. Also mal wird ein Mensch geboren werden, das ist der Messias. Aber eben genau aus dieser Linie. Es muss ein Jude sein, aus dem Stamm Juda. Aber hier wird vom Messias gesprochen als einer Person, die da ist. Samuel sagt: Der Herr ist Zeuge, der Messias ist Zeuge.
Na ja, wie in Johannes 1 ist er das Wort, und das Wort war von Anfang an da. Ja, ja, ganz genau. Hier wird deutlich: Der Messias ist präexistent, also er ist bereits da, bevor er geboren werden wird. Ja, weil wir alle Menschen haben keine Präexistenz gehabt. Wir haben nicht, auch nicht irgendwelche Seelen, vor unserer Entstehung im Mutterleib existiert. Erst da, im Moment der Zeugung, sind wir entstanden. Aber der Messias ist da, zur Zeit von Samuel, elftes Jahrhundert vor Christus.
Aber es steht doch: Gott kannte deine Seele, also kannte er jede Seele schon von Anfang an, bevor er der Ersten war. Ja, die Vorkenntnis Gottes, die ist da. Gott kennt jeden Menschen, weiss um jeden Menschen, hat sogar jeden Menschen eingeschrieben ins Buch des Lebens von Erschaffung der Welt an. Also alle Menschen, die je einmal entstehen sollten, die waren bereits bei Erschaffung der Welt von Gott ins Buch des Lebens eingeschrieben, weil Gott für alle das Leben will. Aber man sieht aus verschiedenen Stellen, wenn Menschen die Gnadenzeit während ihrer Lebzeit vorbeigehen lassen, dann werden sie aus dem Buch des Lebens gelöscht. Und darum wird Gott einmal am letzten Gericht das Buch des Lebens als Beweis vorlegen: Eure Namen sind nicht darin, und darum müsst ihr verdammt werden. Aber die Namen wurden gelöscht, nicht weil Gott sie nicht drin haben wollte, sondern weil diese Menschen die Gnade nicht annehmen wollten.
Also, Gott kennt die Menschen, aber hier wird von dem Messias gesprochen als einer Person, die da ist, die als Zeuge für Samuel auftreten sollte. Also, das nehmen wir einfach mal so zur Kenntnis. Wir lesen da nichts von dem ewigen Sohn Gottes oder so. Das werden wir dann anderswo finden, aber einfach feststellen: Der Messias ist präexistent, schon da vor seinem Kommen als Mensch.
Ja, übrigens die grosse Pointe im ersten Buch Samuel ist die: Die Menschen wollen einen König, sie wollen sein wie die anderen, wie die Heiden. Also die Menschen aus Israel wollen so sein wie die Heiden. Und Gott gibt ihnen einen Mann nach ihren Vorstellungen, und zwar ist der ein Kopf grösser als alle anderen. Und Sie denken, das ist doch toll, wir haben einen so grossen König, so mächtigen König, der kann alle unsere Probleme lösen. Jetzt haben wir nicht mehr diese Schwierigkeiten wie in der Zeit der Richter, wo jeder tat, was so recht war in seinen Augen. Jetzt haben wir einen, der uns ganz klar sagt, wo es autoritär durchgehen muss, also es kann ja nur gut gehen.
Aber es geht nur so lange gut, bis das Problem nicht grösser ist als der König. Und da kommt in Kapitel 16, 1. Samuel 16, äh, 17 kommt ein Mann, der ist, wie gross? Sechs Ellen und eine Spanne, das ist Goliath. Das ist wirklich die Pointe: Dieser Saul war einfach besonders gross, auffällig, eindrücklich für die Menschen, und dann kommt dieser Goliath, sechs Ellen. Das ist wohl die kleine Elle gemeint, das wäre dann fünfundvierzig Zentimeter, sechs mal fünfundvierzig und eine Spanne ist eine halbe Elle, also die Hälfte von fünfundvierzig Zentimetern. Also ein eindrückliches Exemplar, und so ist Israel völlig gelähmt. Die ganze Armee hat Angst vor diesem Goliath, niemand kann etwas unternehmen, und dann kommt der Kleinste aus der Familie von Isai. David, ja?
Moment, der wird ja über drei Meter? Nein, zwei Meter, wer hat es gerade? Zwei Meter siebzig, ja, die Grössenordnung. Die sechs Ellen sind zwei Meter siebzig und die Spanne noch dazu. 1,20, 2,3, 6,93. Sie sagten, die Elle sei 45? Ja, 45 die kleine, ja? 46 sind 2,70, die halbe Elle noch dazu. Jawohl, richtig, ja? Also fast drei Meter, ja.
Ja gut, jetzt haben wir eben diese Pointe: Israel ist paralysiert, gelähmt, und Saul kann nichts tun, obwohl er so gross war, ja. Und im Kapitel davor wird David von Samuel gesalbt, und zwar nimmt Gott die Initiative und will, dass David gesalbt wird. Schlagen wir kurz auf: Kapitel 16, er muss zu Isai gehen, dem Bethlehemiter, und einen der Söhne soll er zum König salben. Aber er wusste nicht welchen. Und da kommen all die Söhne an ihm vorbei, der erste ist Eliab, Vers 6, und der Prophet denkt: Das ist bestimmt sein Gesalbter. Wer liest?
Und es geschah, als sie kamen, sah er den Eliab und meinte: Gewiss, da steht sein Gesalbter vor dem Herrn.
Wieder das Wort Gesalbter, das ist Maschiach, also der Messias. Es gibt eben drei Ämter im Alten Testament, die durch Salbung eingesetzt werden konnten: der Oberpriester, dann der Prophet und der König. Und das sind in dem Sinn Messiasse, ja, aber natürlich nicht der Messias, der einmal kommen soll, der Messias, der die Hoffnung Israels war. Denn dieser Mann sollte einmal alle Ämter in sich vereinigen, also Priester, Prophet und König sein.
Ja, und Gott sagt in Vers 7, lesen Sie gleich weiter:
Aber der Herr sprach zu Samuel: Sieh nicht auf sein Aussehen und auf seinen hohen Wuchs, denn ich habe ihn verworfen. Denn der Herr sieht nicht auf das, worauf der Mensch sieht; denn der Mensch sieht auf das, was er vor Augen hat, aber der Herr sieht auf das Herz.
Jawohl, dieser Vers wird ja oft in falschen Zusammenhängen angeführt, dass man sagt: Ja, es kommt doch nicht darauf an, auf irgendwelche äusseren Dinge, ob man jetzt anständig oder unanständig gekleidet ist. Ja, das Neue Testament sagt ganz klar: Unsittliche Kleidung ist Sünde, 1. Timotheus 2, er macht das ganz klar. Also kann man nicht argumentieren: Ja, Gott sieht ja nur aufs Herz, nicht auf das Äussere. Der Punkt ist der: Der war so eindrücklich gross, und darum dachte man, das muss der König sein. Also nicht die Körpergrösse, das äusserliche Erscheinen ist wichtig, sondern wie die innere Haltung zu Gott ist. Und Gott hat eben nicht diesen Eliab erwählt, sondern ihn verworfen, denn ich habe ihn verworfen, Vers 7.
Dann kommt der Nächste, Abinadab, dann kommt Schamma, auch nicht, und der Prophet sagt: Ja, hast du nicht noch einen weiteren? Ja, der hütet die Schafe. Der Jüngste, schauen wir mal, Vers 11. Und Samuel fragte Isai: Sind das die jungen Leute alle? Er antwortet: Der Jüngste ist noch übrig, siehe, er hütet die Schafe. Und Samuel sagte zu Isai: Sende hin und lass ihn holen, denn wir werden uns nicht zu Tisch setzen, bis er hergekommen ist.
Jawohl, und dann kommt dieser David und er wird gesalbt, Vers 13. Dann nahm Samuel das Ölhorn und salbte ihn mitten unter seinen Brüdern, und der Geist des Herrn geriet über David an diesem Tag und darüber hinaus. Samuel aber machte sich auf und ging nach Rama.
David wird gesalbt, der Jüngste, der eben auch nicht diese Körpergrösse hatte wie sein ältester Bruder Eliab, aber dieser kleine David besiegt Goliath. Also die Pointe ist: Das waren alles menschliche falsche Vorstellungen. Saul, ein eindrücklicher Mann äusserlich, der löst unsere Probleme. Nein, der Mann, den Gott erwählt, der muss es sein. Und dann kann Gott die Probleme lösen, weil es gibt keine Probleme, die grösser sind als Gott, aber es gibt viele Probleme, die sind viel grösser als wir selber. Das ist also die Pointe, wie Gott nun diesen König nach seinem Herzen erwählt, im ersten Buch Samuel.
Und im weiteren Verlauf, eben 1. Samuel, 2. Samuel, sehen wir, wie dieser David schliesslich zum König über Israel wird. Allerdings erlebt er eine Zeit, in der er verfolgt und verachtet ist, und manche schliessen sich ihm an, dem verfolgten und verachteten David. Aber das Blatt wendet sich später, und David kommt an die Macht. Und auch da ist er bereits ein Hinweis auf Jesus Christus, der zuerst der abgelehnte und verworfene sein sollte, und manche schliessen sich ihm trotzdem an, obwohl es keine Ehre war, mit ihm zu gehen. Aber einmal wird sich das Blatt wenden, und er kommt zur Macht, zum Königtum, und alle, die sich auf seine Seite gestellt hatten in der Verwerfung, die werden dann auch seine Verherrlichung und Erhöhung mit ihm teilen. Das ist so die Botschaft von 1. und 2. Samuel.
Und nun ein ganz wichtiger Vers in dem Zusammenhang: Psalm 132. Das ist ein Psalm von David, und da spricht der König ihm gegenüber von einem Schwur Gottes. Psalm 132,11. Der Herr hat David einen Treueeid geschworen, er wird nicht davon abweichen: Von der Frucht deines Leibes will ich auf deinen Thron setzen.
Auf seinem Thron das Königtum weiterführen. Bei Saul wurde das Königtum abgebrochen nach relativ kurzer Zeit, aber Davids Königtum, Davids Königsdynastie, die soll weitergehen. Gott hat ihm dies geschworen, ein direkter Nachkomme, ein biologischer Nachkomme von ihm, von der Frucht seines Leibes.
Wenn wir jetzt noch aufschlagen Psalm 89, ein Psalm von einem Zeitgenossen Davids, nämlich von Ethan, da spricht er von diesem Schwur und von diesem Bund, den Gott mit David geschlossen hatte. Psalm 89, Vers 3 beziehungsweise 4, je nach Bibelübersetzung.
Wird die Gnade gebaut werden, in den Himmeln wirst du gegründet deine Treue, einen Bund habe ich mit meinen Auserwählten geschlossen, habe David, meinen Knecht, geschworen. Bis in Ewigkeit will ich deiner Nachkommenschaft Bestand geben, und für alle Geschlechter bauen deinen Thron.
Oder besser gesagt, Vers 36 bei Ihnen: Einmal habe ich geschworen bei meiner Heiligkeit, wie könnte ich David täuschen? Seine Nachkommenschaft soll ewig sein und sein Thron wie die Sonne vor mir.
Jawohl, Nachkommenschaft, also es steht wörtlich sein Same, sein Same wird ewig sein, und sein Thron wird also bleiben, solange die Sonne besteht. Damit hat Gott also David geschworen, von ihm wird der Messias einmal abstammen, der Messias, der dann auf seinem Thron, auf dem Thron Davids einmal regieren wird.
Ja, und das führt uns jetzt eben dazu, dass wir verschiedene Psalmen anschauen, von David, dann aber auch von anderen, die eben voll sind von messianischen Prophezeiungen. Also so haben wir jetzt eben die Brücke geschafft, von Mose bis auf David, das war jetzt mein Anliegen. Und jetzt, wo wir sehen, David muss der Stammvater des Messias sein, da schauen wir diese vielen Prophezeiungen, die gerade er eben aufschreiben durfte im Blick auf den kommenden Messias. Jetzt wird es richtig dicht an Aussagen. Also was wir bis jetzt hatten, war noch relativ spärlich, und jetzt kommt immer mehr eine Verdichtung von Prophezeiungen. Es wird immer klar, wer dieser Messias sein sollte.
Aber es war mir auch ein Anliegen, dass wir eben so ein bisschen miterleben, wie das im Alten Testament war. Da kommt immer wieder eine Aussage mehr dazu. Und so kommt ein Puzzleteil zum anderen, aber es ist noch manches geheimnisvoll. Ja, jetzt haben wir zum Beispiel gemerkt: Aha, der Messias ist nicht nur einfach ein Mensch, sondern es ist jemand, der offensichtlich schon existiert, bevor er kommt als Mensch. Wer ist denn diese geheimnisvolle Person? Und jetzt werden wir immer mehr erfahren.
Wir schlagen jetzt auf Psalm 2, das ist der erste ausdrücklich messianische Psalm. Wer hat diesen Psalm gedichtet? Weiss es jemand? Es ist so: Wir haben ja hundertfünfzig Psalmen. Und bei 73 Psalmen gibt es in der Überschrift einen Hinweis oder im Psalm selbst einen Hinweis, dass er von David ist. Aber von zwei Psalmen, die im Neuen Testament zitiert werden, wird gesagt, dass sie von David sind. Psalm 2 wird nämlich zitiert in Apostelgeschichte 4.
Es geht da im Zusammenhang um die Apostel Petrus und Johannes. Sie wurden verhaftet und vor den Hohen Rat, vor den obersten Gerichtshof, unter der Leitung des Hohen Priesters gestellt, weil sie die Auferstehung von Jesus Christus gepredigt haben, obwohl eben die Sadduzäer vollkommen dagegen waren. Sie glaubten ja nicht einmal an ein Weiterleben nach dem Tod. Und so haben sie sie bedroht: Sie dürfen nicht mehr weiter predigen. Jetzt gehen die beiden Apostel zurück zur Gemeinde. Apostelgeschichte 4,23 liest jemand vor?
Als sie aber entlassen waren, kamen sie zu den Ihren und verkündeten alles, was die Hohenpriester und die Ältesten zu ihnen gesagt hatten. Sie aber, als sie es hörten, erhoben einmütig ihre Stimme zu Gott und sprachen:
So, jetzt gibt es eine spontane Gebetsversammlung in der Gemeinde, ja! Herrscher, du, der du den Himmel und die Erde und das Meer gemacht hast und alles, was in ihnen ist, der du durch den Heiligen Geist, durch den Mund unseres Vaters, deines Knechtes David gesagt hast: Warum tobten die Nationen und sannen Eitles die Völker? Die Könige der Erde standen auf und die Fürsten versammelten sich gegen den Herrn und seinen Gesalbten. Denn in dieser Stadt versammelten sich in Wahrheit gegen deinen heiligen Knecht Jesus, den du gesalbt hast, sowohl Herodes als Pontius Pilatus mit den Nationen und den Völkern Israels, alles zu tun, was deine Hand und dein Ratschluss vorherbestimmt hat, dass es geschehen sollte. Und nun, Herr, sieh an ihre Drohungen und gib deinen Knechten dein Wort mit aller Freimütigkeit zu reden, indem du deine Hand ausstreckst zur Heilung und Zeichen und Wunder geschehen durch den Namen deines heiligen Knechtes Jesus. Und als sie gebetet hatten, bewegte sich die Stätte, wo sie versammelt waren, und sie wurden alle mit dem Heiligen Geist erfüllt und redeten das Wort Gottes mit Freimütigkeit.
Jawohl, also die Gemeinde betet. Übrigens, wie kann man sich das vorstellen? Da heisst es, sie erhoben einmütig die Stimme zu Gott und sprachen. Haben alle in der Gemeinde laut gebetet? Ja, wenn das ein Gebet wäre, das schon existiert hatte, ein formales, vorgegebenes Gebet, dann könnte man sich das ja vorstellen, so wie man das kennt, das gemeinsame Vaterunser in Kirchen. Da sprechen ja alle miteinander das Gebet. Aber hier geht es ja um ein spontanes Gebet, das reagiert auf das, was jetzt gerade geschehen war.
Also ist das ein spontanes Gebet, aber die Lösung ist ganz einfach. Gott betrachtet jeden in der Gemeinde als betend. Wenn jemand betet, wenn ein Bruder betet, aber die ganze Gemeinde betet mit und bestätigt das danach durch ein lautes Amen, dann betrachtet Gott jeden einzelnen Mann und jede Frau als Beter. Also das wird jedem angerechnet, wie wenn er selber beten würde. Und so heisst es eben: Die Gemeinde war einmütig im Gebet, alle standen voll dahinter, und so kann gesagt werden, obwohl einer gesprochen hat, erhoben einmütig die Stimme zu Gott und sprachen.
Jetzt wird in diesem Gebet aus Psalm 2 die ersten Verse zitiert, und da wird gesagt: Der du durch den Mund Davids, deines Knechtes, gesagt hast. Also es gab im Judentum eben manches Wissen ausserbiblisch, das nicht unbedingt im Alten Testament stand. Und das ist jetzt wieder so ein Beispiel. Ein anderer Fall ist mit Psalm 95. Gebt nur schnell die Stelle an: In Hebräer 4 wird Psalm 95 zitiert, wo es heisst: Heute, wenn ihr seine Stimme hört. Das wird David zugeschrieben, in Hebräer 4,7. Und auch dort in Psalm 95 steht nicht in der Überschrift: Es ist von David. Aber das war in der Tradition des Judentums bekannt, und darum hat der Heilige Geist das auch im Neuen Testament wieder aufgenommen.
Solche Dinge gibt es noch mehr, zum Beispiel auch die beiden Zauberer in Ägypten: Wie hiessen die zur Zeit von Mose? Jannes und Jambres. Nie im Alten Testament werden diese Namen erwähnt, aber in der jüdischen Tradition, in den Targumim, den aramäischen Targumim, sind die Namen bekannt, und so hat Paulus diese Namen verwendet in 2. Timotheus 3. Oder zum Beispiel auch das Zitat von Henoch in Judas 1,14: Eine Prophetie von Henoch, die findet man nirgends im Alten Testament, aber diese Prophetie war eben ausserbiblisch im Judentum überliefert worden, und so kann Judas eben dieses Zitat dann in seinem Brief verwenden. Übrigens, ohne dass er sagt: Wie geschrieben steht, dann wäre es aus der Heiligen Schrift. Er sagt einfach: Henoch hat geweissagt.
Ja, also, das hilft uns zu wissen: Psalm 2 stammt von David. Und so haben wir also, können wir sagen, garantiert sind fünfundsiebzig der hundertfünfzig Psalmen von David. Ja, 150 durch 2 sind 75. Entschuldigung, ja. Übrigens in der Septuaginta steht bei Psalm 95 von David. Und die Septuaginta schreibt auch andere Psalmen noch David zu, also darum sage ich eben mindestens 75.
Jetzt machen wir Pause, und in zwanzig Minuten fahren wir dann weiter mit Psalm 2.
Wir kommen jetzt zu Psalm 2. Die Psalmen sind ja ein Liederbuch für den Gebrauch, mit Instrumentalbegleitung bestimmt, man kann sagen das Liederbuch des Tempels. Und so ist der gesamte Text eben Poesie. Die hebräische Poesie ist so aufgebaut: Das Grundelement ist die Zweiergruppe von zwei Verszeilen, und zwar gibt es da drei Typen. Es gibt den synonymen Parallelismus. Das bedeutet, in der zweiten Verszeile wird dasselbe gesagt wie in der ersten Verszeile, aber mit anderen Wörtern. Das ist der synonyme Parallelismus. Also diese parallele Struktur von zwei Versen, das ist ein Grundcharakter.
Ein zweiter Grundtyp ist der antithetische Parallelismus, das heisst: Die zweite Verszeile drückt einen Gegensatz aus zur ersten Zeile. Der dritte Grundtyp ist der synthetische Parallelismus, das heisst: Die zweite Verszeile baut auf der ersten auf und führt sie weiter zu einer Synthese.
Am besten ein Beispiel. Liest jemand Psalm 2, jetzt Verse 1 bis 2?
Warum toben die Nationen und sinnen Eitles die Völkerschaften? Es treten auf Könige der Erde, und Fürsten tun sich zusammen gegen den Herrn und seine Gesalbten.
Jawohl, jetzt haben wir die erste Verszeile: Warum toben die Nationen? Und die nächste Zeile ist: Und sinnen Eitles die Völkerschaften. Was ist das für ein Parallelismus? Völkerschaften sind in Nationen zusammengefasst. Ja, also das ist welcher Parallelismus? Völkerschaften und Nationen. Welcher Typ? Synonymer Parallelismus. Also das Toben entspricht Sinnen Eitles, die Nationen entsprechen die Völkerschaften. Und dann kommt die nächste Zeile: Es treten auf die Könige der Erde. Und die Fürsten ratschlagen miteinander. Also, was ist das? Wieder synonymer Parallelismus, genau. Also die Könige entsprechen die Fürsten, es treten auf im Sinn von eben rebellisch sich erheben, das ist parallel zu ratschlagen miteinander. Und dann kommt eine Verszeile: Gegen den Herrn und gegen seinen Messias. Das ist die Synthese, also die Fortführung. Jawohl. Oder man könnte sogar aus zwei Verszeilen auffassen: Gegen den Herrn und gegen seinen Messias. Dann ist es eben ein synonymer Parallelismus eigentlich.
Kann man das auf die heutige Zeit schon anwenden, dass es schon geschieht oder ist es geschehen? Das wollen wir noch ein bisschen hinauszögern. Jetzt geht es einfach mal darum, wie liest man einen Psalm? Ich glaube, wenn man sich diese drei Typen einprägt, dann liest man poetische Texte im Alten Testament ganz anders. Plötzlich stellt man fest: Im Buch Hiob verstehe ich den Text. Ja, wenn man das ganz bewusst so liest. Und man muss bedenken: Dreissig Prozent des Alten Testaments ist Poesie. Das macht also vom Textumfang mehr aus als das ganze Neue Testament. Also da lohnt es sich schon mal, sich Gedanken zu machen über Poesie im Hebräischen.
Es ist übrigens so, ja? Poesie habe ich immer verstanden oder immer gedacht, das muss ich reimen, muss es aber nicht, oder? Im Deutschen ja. Im Deutschen ja, aber im Hebräischen nicht. Also von Sprache zu Sprache ist die Auffassung, was Poesie ist, eben unterschiedlich, und auch im Lauf der Zeiten ändert sich das. Was wir in der Bibel finden, entspricht der von der Struktur her der kanaanitischen Poesie, aber Hebräisch ist ja eine kanaanitische Sprache. Also Hebräisch ist ein kanaanitischer Dialekt. Als Abraham aus Ur in Chaldäa kam ins Land Kanaan, da hat er die Sprache der Kanaaniter gelernt, und darum haben seine Nachkommen dann eben Hebräisch als Sprache Kanaans gelernt.
Und wir wissen zum Beispiel von den Inschriften, Keilschriften aus Ugarit in Nordsyrien, da hat man über tausend kanaanitische Tafeln gefunden, und es ist genau dieser Typ von Poesie. Und zwar so: Es reimt sich nicht, aber es gibt einen Rhythmus. Zum Beispiel haben wir jetzt da diese ersten Verszeilen: Warum toben die Nationen und sinnen Eitles die Völkerschaften. Das ist auf Hebräisch so: Lama, rakschu, gojim, uleumim, jehgu, rik. Also drei Betonungen in jeder Zeile, es ist also drei plus drei.
Das ist eine Form. Dann gibt es zum Beispiel auch die Möglichkeit in Zweiergruppen, das ist dann eher oft lyrisch, zum Beispiel das Hohelied, typisch im Zweier. Dann belehrende Texte sind oft Dreier, wie jetzt hier, zum Beispiel in den Sprüchen ist es sehr typisch, das Drei und Drei. Und dann gibt es Drei plus Zwei. Eins, zwei, drei, eins, zwei, eins, zwei, drei, eins, zwei, das ist typisch für Klagelieder. Also dieser Rhythmuswechsel bringt etwas Unruhiges hinein, und das soll eben gerade in der aufgewühlten Traurigkeit so poetisch ausgedrückt werden.
Weiss man auch, wie die Psalmen gesungen wurden? Ich kann vielleicht nächstes Mal so Beispiele bringen, wie das klingt, dass man sich das mal konkret vorstellen kann. Ja, da hat man in den vergangenen Jahren grosse Fortschritte gemacht, und konnte die masoretischen musikalischen Zeichen entziffern, und jetzt kann man das ganze Alte Testament so, wie man das im alten Israel gesungen hat, rekonstruieren. Ja, ich könnte das nächstes Mal mal vorführen. Aber das, was man so im Sprachgebrauch unter psalmodieren versteht, also eine ganz bestimmte, eigentlich kaum nuancierende Sprech- oder Singsangweise, das ist aber doch sicherlich nicht die Art und Weise, wie die Psalmen vorgetragen werden.
Ja, es ist ein Psalmmodieren, aber zum Beispiel beginnt die Bibel mit: Bereschit bara Elohim, im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde. Das ist dann so: Bereschit bara Elohim, et haschamajim we’et ha’arets. Gut, also nächstes Mal zeige ich das mit den Psalmen.
Was auch noch typisch ist, ist ein plötzlicher Rhythmuswechsel. In der Zeile, wo es heisst: Gegen den Herrn und gegen seinen Messias, dort ist plötzlich diese Dreiergruppe gebrochen und es gibt ein Zweier. Durch diesen Rhythmuswechsel kommt natürlich die Betonung umso mehr hervor: Gegen den Herrn, gegen den Christus. Es klingt dann so: Rosnim nostu jachad al Adonai we’al Meshicho. Also gegen den Herrn und gegen seinen Messias, das kommt also eindrücklich hervor.
Gut, jetzt was sagen Sie? Vers 3 liest jemand weiter:
Lasst uns zerreissen ihre Bande und von uns werfen ihre Stricke.
Der im Himmel thront, lacht, der Herr spottet über sie. Dann spricht er zu ihnen in seinem Zorn, in seiner Zornesglut schreckt er sie: Habe doch ich meinen König geweiht auf Zion, meinem heiligen Berg. Lass mich die Anordnung des Herrn bekanntgeben, er hat zu mir gesprochen: Mein Sohn bist du, ich habe dich heute gezeugt. Fordere von mir, und ich will dir die Nationen zum Erbteil geben, zu deinem Besitz die Enden der Erde. Mit eisernem Stab magst du sie zerschmettern, wie Töpfergeschirr sie zerschmeissen. Und nun, ihr Könige, handelt verständig, lasst euch zurechtweisen, ihr Richter der Erde! Dienet dem Herrn mit Furcht und jauchzt mit Zittern, küsst den Sohn, dass er nicht zürne und ihr umkommt auf dem Weg, denn leicht entbrennt sein Zorn. Glücklich alle, die sich bei ihm bergen.
Also, David spricht über die Völker im Allgemeinen, die rebellieren gegen Gott, lehnen sich gegen Gott auf und gegen Jesus Christus, eben seinen Messias, seinen Gesalbten, das ist wieder hebräisch Maschiach. Jetzt die Frage: Auf welche Zeit bezieht sich das? Hat jemand eine Idee?
Man könnte meinen, auf die heutige, wenn ich alleine das Gedöns um die Europäische Verfassung unter dem Ausschluss des Wortes Gottes in der Verfassung denke. Ja, es ist ja so: In diesem Psalm geht es darum, dass der Messias eben König der Welt werden soll. Da wird in Vers 5 und in Vers 6 sagt Gott selber: Habe doch ich meinen König gesalbt auf Zion, meinem heiligen Berg! Also was wollen die Nationen, die sich quasi gegen Gottes Autorität auflehnen? Ich habe den Plan festgemacht, dass auf dem Berg Zion in Jerusalem, in Ostjerusalem, dort wird der Messias einmal auf dem Thron Davids regieren, über die ganze Welt.
Also haben wir gerade besonders im Fokus diese Zeit vor dem Kommen des Herrn Jesus als König und Richter der Welt, und die ganze Welt lehnt sich auf gegen die Herrschaft Gottes. Aber wir müssen das nicht darauf einschränken, denn in Apostelgeschichte 4: Warum hat man dort im Gebet diesen Psalm zitiert? Wollen wir uns noch erinnern, was wir gelesen haben? Sie haben sich ja auch gegen Jesus aufgelehnt. Ja klar, dieser Psalm wird bezogen genau auf die Situation damals. Schlagen wir nochmals auf Apostelgeschichte 4. Sie beten ab Vers 24, in Vers 25 kommt das Zitat aus dem Mund Davids. Liest nochmals jemand ab 25, Apostelgeschichte 4?
Du hast durch den Mund deines Knechtes David gesagt: Warum toben die Heiden, aber da sinnen die Völker Nichtiges. Die Könige der Erde lehnen sich auf, und die Fürsten versinnen sich miteinander gegen den Herrn und gegen seinen Gesalbten.
Jawohl, steht bei ihm Gesalbten, und andere Bibelübersetzungen haben Christus, ja, also griechisch Christos heisst Gesalbter, das ist die Übersetzung des hebräischen Maschiach. Einfach, dass wir die Begriffe klären: Jesus Christus heisst Jesus der Messias. Es lohnt sich, ab und zu, wenn man im Neuen Testament liest, Christus wieder zurückzuübersetzen auf Hebräisch, und dann liest man das viel bewusster eben nicht einfach als einen Eigennamen, sondern als einen Titel: Jesus Christus, Jesus der Messias. Oder: Wir sind in Christus. Also das heisst: Wir sind in dem Messias.
Christus ist einfach die Übersetzung von Hebräisch Maschiach, und Messias das ist einfach die Aussprache. Die Griechen konnten nicht Maschiach sagen, weil es ja keinen Sch-Laut im Griechischen gibt. Darum sagen auch die modernen Griechen, die sagen ja nicht Fisch, sondern Fiss, ausser sie haben schon gelernt. Also darum wurde aus Masch wurde Mess und dann Iach mit dem Hät am Schluss Maschiach, hat man früher ausgesprochen Maschiach, da hatten sie auch Mühe, und darum haben sie daraus gemacht Messias. Am Schluss noch ein S angehängt, das ist üblich: Aus Jeremia wird Jeremias, aus Jesaja wird Jesajas, aus Mose wird Moses. Das ist so beliebt bei den Griechen.
Also Messias ist nicht die Übersetzung, sondern einfach die griechische Aussprache von Maschiach. Und Christos, das ist die griechische Übersetzung von Maschiach, Messias, heisst einfach der Gesalbte.
Ja, jetzt lesen wir weiter, Vers 27:
Ja, wahrhaftig gegen deinen heiligen Knecht Jesus, den du gesalbt hast, haben sich Herodes und Pontius Pilatus versammelt, zusammen mit den Heiden und dem Volk Israel, um zu tun, was deine Hand und dein Ratschluss zuvorbestimmt hatte, dass es geschehen sollte. Und jetzt, Herr, sieh ihre Drohungen an und verleihe deinen Knechten dein Wort mit aller Freimütigkeit zu reden, indem du deine Hand ausstreckst zur Heilung und Zeichen und Wunder geschehen durch den Namen deines heiligen Knechtes Jesus. Und als sie gebetet hatten, erbebte die Stätte, wo sie versammelt waren, und sie wurden alle mit Heiligem Geist erfüllt und redeten das Wort Gottes mit Freimütigkeit.
Hier haben wir jetzt eine Auslegung oder Anwendung dieser Stelle. Also die Gemeinde sagt: Es ist genau so wie in Psalm 2. In dieser Stadt rebellieren die Heiden gegen Gott und seinen Messias, denn in dieser Stadt hat Herodes, damit ist gemeint einer der Herodes-Söhne, also von dem Kindermörder von Bethlehem, das ist der Vierfürst aus Galiläa gemeint, der ja auch eine Rolle beim Prozess Jesu gespielt hat in Lukas 23. Der Herr Jesus war zuerst bei Pilatus, und er wollte ihn abschieben, weil er hörte, er ist aus Galiläa. Dann ging er in den Makkabäerpalast zu Herodes, aber der Herr hat ihm keine Antwort gegeben auf seine Fragen. Er hat ihn verspottet, und dann ging er wieder zurück zu Pilatus, und dann kam der Entscheid für die Todesstrafe.
Und so haben also der Vierfürst Herodes, der Landpfleger Pontius Pilatus, die die römische Besatzungsmacht vertraten, sich so aufgelehnt gegen Gott und seinen Christus. Und das Ziel war, Vers 28, alles zu tun, was seine Hand und ein Ratschluss zuvor bestimmt hat, dass es geschehen sollte, nämlich Christus wurde gekreuzigt. Und so hat also diese Rebellion der Völker gegen Gott und seinen Christus eigentlich in der Kreuzigung bereits einen ersten Höhepunkt erreicht, und vor dem Wiederkommen des Herrn Jesus als König der Welt soll dieser Widerstand gegen Gott und seinen Christus nochmals seinen Höhepunkt erreichen.
Und darum stimmt alles, was gesagt wurde: Das bezieht sich so ganz deutlich auf unsere Zeit, jawohl, aber auch auf die Zeit, als Jesus Christus zum ersten Mal kam, hat sich diese Revolte gegen Gott und seinen Christus so schrecklich und eindrücklich gezeigt.
Was sagen diese Menschen, die sich auflehnen, in Psalm 2? Jawohl, wie geht das? Wie kann man das machen? Die Bande zerreissen. Welche Bande sind da gemeint? Die Gebote ignorieren. Weiter? Die Bündnisse. Ja. Die damaligen. Also es ist eine Lösung von Gott. Ja, das ist Gottlosigkeit, sich von Gott los zu machen, dann wird man gottlos. Das ist im Prinzip das, was der verlorene Sohn gemacht hat. Der verlorene Sohn sagt dem Vater: Gib mir mein Erbe, ich will gehen. Also er hat sich emanzipiert. Er wollte aus der Autorität des Vaters weggehen und so leben und entscheiden, wie er wollte. Am Schluss ist er dann bei den Schweinen gelandet.
Aber das ist genau das, was in Europa geschehen ist in der Aufklärungszeit. In der Aufklärungszeit hat man sich gesagt: So, jetzt ist fertig. Früher waren wir so stupid, wir haben einfach gehört, was da in der Bibel stand, ja, ein Buch nach dem anderen hat man sich ausgerichtet. Wir wollen nur noch das glauben, was unser Verstand uns sagt. Unser Verstand entscheidet über richtig und falsch, über gut und böse und kennt.
Der grosse deutsche Aufklärungsphilosoph hat ein Büchlein geschrieben mit dem Titel Was ist Aufklärung? Da findet sich dieser Satz: Die Aufklärung ist der Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit, ja. Also was die Menschen bisher gemacht haben, das war Unmündigkeit, sie sahen sich irgendwie abhängig von Gott. Aber jetzt müssen wir uns lösen, wir müssen jetzt mündig werden, das heisst, wir müssen uns von Gott und seinen Geboten, wie das eben vorhin gesagt wurde, lösen. Richtig ist das, was unser Verstand als richtig anschaut, was in einem Buch, in der Heiligen Schrift steht.
Und so war das geistesgeschichtlich ein ganz entscheidender Einschnitt, wo man muss sagen: Unsere westliche Kultur hat sich da bewusst von Gott gelöst. Das tut sie doch heute auch wieder. Ja, noch mehr. Da hat man einen Stein ins Rollen gebracht. Kant glaubte, dass Gott existiert. Aber ein Jahrhundert später haben sich gesagt, die Aufklärer waren ein bisschen noch zu wenig weit, die glaubten ja immer noch an Gott als Schöpfer. Sie sagten zwar: Wunder gibt es nicht, denn Gott greift nicht in die Geschichte ein, aber irgendwie muss ja die Welt entstanden sein. Also ganz am Anfang hat Gott alles erschaffen, aber dann hat er sich nicht mehr interessiert. Also wir können nicht mit Gottes Eingreifen in der Geschichte rechnen, es gibt es nicht. Und wenn in der Bibel steht von Wundern, das ist eben so naives Denken von früher, als man noch glaubte, dass Gott irgendwie auch eingreifen könnte, das gibt es nicht. Beweis? Es ist unvernünftig. Die Vernunft sagt: Wunder gibt es nicht. Aha, also gut. Man muss nur ein bisschen überlegen, dann weiss man schon, was richtig ist, ja?
Aber im neunzehnten Jahrhundert hat man sich gesagt: Das brauchen wir auch nicht, einen Schöpfer, wir können das auch erklären, rein durch Naturgesetze. Die Naturgesetze sind so, dass sich alles immer mehr nach oben entwickelt. Und dann kam die Evolutionslehre mit Charles Darwin, 1859 in seinem Buch Die Entstehung der Arten durch natürliche Selektion. Er hat nur von den Tieren gesprochen, den Pflanzen, und dann war die Zeit ein bisschen reifer. 1871 schreibt er das Buch über die Abstammung des Menschen, er hat das ganze auch auf den Menschen ausgedehnt.
Aber er hat nicht gesprochen über die Entstehung der Erde und des Weltalls, das kam dann im zwanzigsten Jahrhundert, da hat man die Evolution eben auch auf das ganze Weltall angewendet und gesagt: Auch da brauchen wir keinen Gott, es hat einmal geknallt und dann ist alles entstanden. So kam die Sache mit dem Urknall. Aber was ist das? Es ist ein ganz bewusstes Sichlösen von Gott. Ein bekannter Naturwissenschaftler hat einmal gesagt: Die einzige Alternative zu Evolution ist Schöpfung, und das wollen wir nicht glauben. Er hat nicht gesagt, das geht nicht aus vernünftigen Gründen, das wollen wir nicht. Also ein ganz bewusstes Sichlösen von Gott, und das ist diese Rebellion: Lasst uns zerreissen ihre Bande und von uns werfen ihre Seile.
Also sind wir im Grunde genommen jetzt in einer Zeit, die man auch als die Richterzeit bezeichnen kann: Jeder tat, was recht war in seinen Augen. Vollkommen! Es gibt ja nichts, was man heute sagen könnte, das ist ein absoluter Wert, sondern Wahrheit ist das, was mehr als 50 als Wahrheit ansieht. Also ich habe das mal erlebt an einer Podiumsdiskussion über Abtreibung, und da hat so ein arroganter Philosoph aus Zürich, von der Uni Zürich, gesagt: Ja, wir haben uns für die Moderne entschieden, und das heisst, Wahrheit ist das, was mehr als 50 wollen. Und wenn Sie quasi gegen Abtreibung sind, dann müssen Sie schauen, dass Sie mehr als 50 auf Ihrer Seite haben, dann ist das wahr. Wir haben uns dafür entschieden, jetzt müssen wir den Weg der Moderne gehen.
Ja, aber jetzt sind wir bei den Schweinen, weil die ganzen Probleme mit Drogenproblem und Gewaltproblem usw., das unsere Gesellschaft richtig beutelt, das ganze Problem mit den Menschen, die psychisch kaputtgehen, und unser ganzes Sozialversicherungssystem zerstört, das ist alles die Folge dieses Denkens, das sich von Gott lösen wollte. Jetzt sind wir bei den Schweinetrögen.
Und jetzt wäre die Frage, ob wir schon angekommen sind an dem Punkt, wo der verlorene Sohn sagt: Ich will zu meinem Vater umkehren. Ich habe gesündigt gegen den Vater und gegen den Himmel. Also mit Himmel meint er Gott. Ja, das ist die Chance der modernen Zeit, eben zu erkennen, wo sind wir eigentlich hingekommen. Und dieses hochmütige Denken der Aufklärer, das hat uns in die Katastrophe gebracht.
Ja, und jetzt sehen wir aber die Reaktion von Gott. Da haben wir also die Seite der Menschen, Verse 1 bis 3, und jetzt kommt die Reaktion Gottes, Verse 4 bis 6. Das ist die zweite Strophe, kann man sagen. Wie reagiert Gott? Der im Himmel thront, lacht, der Herr spottet über sie. Dann spricht er zu ihnen in seinem Zorn, in seiner Zornesglut schreckt er sie: Habe doch ich meinen König geweiht auf Zion, meinem heiligen Berg.
Also, wie reagiert Gott? Ja, man mag es fast nicht zu sagen, ja. Gott lacht! Also, haben wir das schon mal bewusst gelesen, dass Gott lacht? Es gibt nur wenige Stellen, wo Gott lacht. Psalm 37,13. Drei Stellen, 37,12 und 13. Liest jemand vor, bitte?
Planen die Gottlosen Böses gegen alle, die Gott die Treue halten. Der Herr aber lacht über sie, weil er weiss, der Tag der Abrechnung kommt.
Jawohl, der Herr lacht wieder im Blick auf den Tag des Gerichts, wann Jesus Christus eben als Richter der Welt kommen wird. Und dann die dritte Stelle, Psalm 59,8:
Siehe, sie lassen ihren Mund Böses reden, Schwerter sind auf ihren Lippen, und sie denken: Wer hört? Du aber, Herr, wirst über sie lachen, spotten über alle Nationen.
Jawohl, also das erschreckt. Gott lacht über die, die sich so gegen ihn auflehnen. Gott lacht nicht über den, der sich vor ihm beugt und seine Schuld erkennt, über den erbarmt er sich, aber über den Rebellen, über den lacht er, spottet er. Und das ist die eine Reaktion, und die andere Reaktion, Vers 5, ist Zornesglut, der die Menschen einmal schrecken wird.
Wenn man die Offenbarung liest, dann bekommt man einen Eindruck von diesem Schrecken. Nach der Entrückung der Gemeinde werden die ersten Gerichtssiegel, die sechs Siegel, geöffnet werden, und mit dem siebten Siegel kommt dann die grosse Drangsal. Jetzt schauen wir mal Offenbarung 6. Als das sechste Siegel, das gewissermassen noch vor der grossen Drangsal der schrecklichsten Zeit der Weltgeschichte von dreieinhalb Jahren geöffnet wird, da heisst es Offenbarung 6,15:
Und die Könige der Erde und die Grossen und die Obersten und die Reichen und die Mächtigen und jeder Sklave und Freie verbargen sich in den Höhlen und in die Felsen der Berge. Und sie sagen zu den Bergen und zu den Felsen: Fallt auf uns und verbergt uns vor dem Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt und vor dem Zorn des Lammes, denn gekommen ist der grosse Tag ihres Zorns, und wer vermag zu bestehen?
Genau, dieser Schrecken. Sie sehen, jetzt kommt der grosse Tag seines Zorns. Und wo suchen Sie Zuflucht? Ja, das reicht noch nicht. Noch schlimmer. Das ist nur das Vordergründige, ja, im Selbstmord. Und sie sagen zu den Bergen und zu den Felsen: Fallt auf uns und verbergt uns. Und dabei ist Selbstmord immer eine Sackgasse, denn in Hiob steht, dass auch das Totenreich vor dir entblösst ist. Der Mensch ist dort gefangen, und er steht vor Gott. Der Selbstmord ist nie eine Rettung, man kann nicht hinaus, sondern ist erst recht in der Gegenwart des Richters. Also schrecklich, anstatt Busse zu tun, wegen diesem Ausgang aus der sogenannt selbstverschuldeten Unmündigkeit, anstatt sich darüber zu beugen, sagen sie: Wir wollen sterben. Also das ist dieser Schrecken von Psalm 2, Vers 5.
Und Vers 6: Gott, der Vater, ist es ja, der in diesen Versen 4 bis 6 spricht. Da erklärt der Vater seinen Beschluss, seinen Plan, nämlich: Habe doch ich meinen König geweiht auf Zion, meinem heiligen Berg. Jawohl, also Zion, das ist der Tempelberg in Ostjerusalem, eben der heilige Berg Gottes, auf dem Südabhang. Stand einst der Palast von David. Gerade oben auf der Berghöhe, das ist der Tempelplatz, wo heute die Omar-Moschee und die Al-Aksa-Moschee stehen. Wenn man runter geht nach Süden, der Berg ist so lang nach Süden gestreckt, kommt man über den Ofel, und gerade nach dem Ofel, da war die Davidstadt, und oberhalb der Davidstadt, da war der Palast von David, den man ja vor einigen Monaten ausgegraben hat, neu. Eben da auf diesem heiligen Berg, das ist der Berg Zion, der Tempelberg, der Palast unterhalb des Tempelbezirks, da wird der Jesus wieder herrschen in der Zukunft auf dem Thron Davids, wie Gabriel das Maria damals verkündigt hatte, Lukas 1, Vers 31 und 35.
Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben. Der wird gross sein und Sohn des Höchsten genannt werden, und Gott, der Herr, wird ...
Jawohl! Das ist dann eben die Erfüllung dieses Schwurs Gottes an David, dass eben das Königtum seiner Nachkommenschaft ewig bestehen wird. Der Jesus wird also als Nachkomme Davids auf seinem Thron, auf dem Thron seines Vaters David in Jerusalem auf dem Berg Zion regieren.
Nun in den Versen 7 bis 9 haben wir die dritte Strophe, da spricht jetzt der Sohn, der Sohn Gottes selbst. Vers 7 bis 9, bitte liest das jemand?
Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt. Erbitte von mir, so will ich dir die Heidenvölker zum Erbe geben und die Enden der Erde zu deinem Eigentum. Du sollst sie mit eisernem Zepter zerschmettern, wie Töpfergeschirr sie zerschmeissen.
Gottes Sohn ist. Also der Gedanke, dass der Messias Gottes Sohn ist, den finden wir schon längst im Alten Testament. Eben: Du bist mein Sohn, sagt Gott zu Messias, und nicht: Du bist einer meiner Söhne, du bist mein Sohn. Das spricht eben von dem einzigen Sohn Gottes. Und Gott, der Vater, gibt dem Mensch gewordenen Sohn, hier geht es ja um Jesus Christus als Mensch, du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt, da geht es eben um diese Zeugung durch den Heiligen Geist. So wurde der Messias als Mensch eben von Gott gezeugt.
Und nun sagt der Sohn: Der Vater hat zu mir gesagt, fordere von mir, ich will dir zum Erbteil geben die Nationen. Er wird das Gericht über alle Völker ausführen. Das ist der Beschluss Gottes, nicht wahr? Vers 7: Vom Beschluss will ich erzählen. Gottes Plan, der bedingungslos in Erfüllung gehen wird, dass schliesslich der Herr Jesus als Richter und dann als Herrscher über die ganze Welt erscheinen wird.
Ja, jetzt ist die Zeit vorüber, wir fahren nächstes Mal an dieser Stelle weiter und schauen uns genauer an, was das bedeutet, der Sohn Gottes im Alten Testament. Und dann noch die letzte Strophe, sind wieder drei Verse, 10 bis 12. Da werden die Menschen eben aufgerufen zur Busse, dass sie über ihre Rebellion, Verse 1 bis 3, Busse tun sollen, das heisst, indem sie Vertrauen, ihr ganzes Vertrauen setzen auf den Sohn Gottes. Glückselig alle, die auf ihn trauen. Da ist gemeint der Sohn. Vers 12 sagt er: Küsst den Sohn, dass er nicht zürne! Es gibt also die Möglichkeit, sich vor ihm zu beugen und so vor dem Gericht Gottes verschont zu werden.
Also eine unglaubliche Fülle in diesem Psalm zusammengefasst.

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