Gerettet durch das Blut des Lammes
2. Mose 11,1-12,5106.02.2022
Dieser Inhalt wird noch redaktionell aufbereitet.
Aktuell können Elemente fehlen oder falsch angezeigt werden.
Generierte Mitschrift
Die nachfolgende Mitschrift wurde automatisch mit KI-Technologie erstellt und kann Fehler enthalten. Im Zweifel gilt das gesprochene Wort.
Die eigentliche Not des Menschen
Was ist dein grösstes Problem, was ist deine grösste Not? Die allermeisten von uns sind Christen, wie wir hier zusammen sind, und wir kennen die Antwort, wir kennen die fromme Antwort. Sein grösstes Problem ist die Sünde, die mich von Gott trennt.
Preist dem Herrn, alles ist bezahlt. Jesus starb für mich am Kreuz, gab sich für mich hin, nahm meine Schuld auf sich. Halleluja.
Aber sind wir mal ehrlich: Wie oft leben wir anders? Wie oft leben wir so und zeigen mit unserem Leben, dass andere Dinge für uns das grösste Problem im Leben sind?
Vor allem schwere Umstände, Dinge, die uns zu schaffen machen, können sich zwischen Gott und uns stellen und können grösser werden als alles andere, auch grösser als unsere Sünde. Die kann plötzlich ganz klein und unwichtig werden. Unsere Probleme können sehr präsent sein.
Zwischenmenschliche Probleme, Beziehungsstress in der Ehe, Beziehungsstress mit den Nachbarn, vielleicht sogar Beziehungsstress in der Gemeinde mit Geschwistern hier. Die Sehnsucht nach einem Partner, jemand fürs Leben. Oder, wenn man verheiratet ist, die Sehnsucht nach einem anderen Partner, einer, der besser passt. Schwierigkeiten mit den Kindern. Grösstes Problem. Finanzielle Nöte, die deine Gedanken so ums Geld kreisen lassen, dass da kein Platz mehr ist für Gott, oder nicht viel. Kaputte Gesundheit.
Es gibt tausend Dinge und noch mehr, die uns zum grössten Problem werden können, grösser als die Sünde, grösser als dieses Thema.
Gottes Rettung inmitten der alten Not
Hätte man die Israeliten vor etwa 3500 Jahren gefragt, was denn euer grösstes Problem ist, dann hätten sie ziemlich sicher gesagt: Diese bittere Sklaverei, unter der wir hier leiden, schon so lange, unter dem bösen Pharao, unter den bösen Ägyptern, die uns das Leben zur Hölle machen. Das ist unsere grösste Not.
Und wir sehen heute in unserem Predigttext: Das war eine grosse Not. Wir haben uns das die ganzen letzten Wochen angeschaut, und es war eine bittere Sklavenzeit. Und wir sehen, wie Gott eingreift und sich erbarmt und wie er das Volk rettet. Aber es ist erstaunlich, wie er das tut. Er macht es auf eine Art und Weise, die diesem Volk damals gezeigt hat, dass es noch etwas Grösseres gibt, noch ein grösseres Problem. Dass die Sünde, tatsächlich die Beziehung zu Gott, das Wichtigste ist, auch für sie. Dass sie noch mehr brauchen als einfach Rettung aus ihren Umständen.
Es ist ganz spannend. Wir schauen uns das gleich an, wie Gott sein Volk rettet. Er lehrt ihnen diese Lektion: Ihr braucht mehr als gute Umstände, ihr braucht eine heile Beziehung zu mir. Und das, was viele von uns im Kopf wissen, und ich schliesse mich mit ein, das muss uns noch viel tiefer ins Herz rutschen. Diese Lektion, die Israel damals von Gott gelernt hat, in dieser mächtigen Rettung, die er gebracht hat, müssen wir auch lernen. Dass es eine grössere Not gibt als unsere Umstände. Dass die Sünde wirklich das grösste Problem ist. Und preist dem Herrn, dass er diese Sünde auf ein Opferlamm legt.
Gebet um Verständnis und Betroffenheit
Beten, dass Gott uns hilft, diesen alten Text für uns zu verstehen.
Vater, wir danken dir von ganzem Herzen für dein gutes Wort, das lebendig ist, das kräftig ist, schärfer als jedes zweischneidige Schwert und das uns durchs Herz geht. Darum wollen wir beten, Herr, dass es uns wirklich trifft, dass es uns berührt, dass es uns bewegt, dass wir neu oder zum ersten Mal deine Heiligkeit erkennen, vor der wir nicht bestehen können und vor dir vergehen müssen.
Aber wir wollen auch deine Liebe, deine Barmherzigkeit und deine Gnade erkennen. Und dass es uns bewegt, Herr, darum wollen wir beten. Herr, sprich du zu uns. Amen.
Die letzte Plage und Gottes Macht
Wir haben gerade die ersten Verse dieses Kapitels 11 schon von Andi gehört. Wir sehen am Anfang, dass Gott jetzt das wahr macht, was er lange angekündigt und gut vorbereitet hat. Das ist der erste Punkt: Gott rettet. Kapitel 11, die Verse 1 bis 10.
Nach neun furchtbaren Plagen, über die wir letzte Woche nachgedacht haben, kündigt Gott durch Mose noch eine letzte Plage an, noch schrecklicher als alle, die vorher da waren. Gott sagt in den Versen 5 und 6: Alle Erstgeburt in Ägyptenland soll sterben, vom ersten Sohn des Pharao an, der auf seinem Thron sitzt, bis zum ersten Sohn der Magd, die hinter ihrer Mühle hockt, und alle Erstgeburt unter dem Vieh. Und es wird ein großes Geschrei sein in ganz Ägyptenland, wie nie zuvor gewesen ist und auch nie wieder sein wird.
Es war ein furchtbares Gericht. Ein gerechtes Gericht, aber ein furchtbares Gericht. Der Pharao hatte angeordnet, dass alle kleinen Jungs der Israeliten sterben sollen, dass man sie töten sollte. Und Gott sagt: Jetzt halte ich Gericht über dich, Pharao, und über das ganze Volk. Jeder Erstgeborene im ganzen Land, vom Sohn des Pharao bis zur kleinsten Magd, wird durch meinen Zorn getötet. Sogar die Tiere werden nicht ausgenommen. Jedes erstgeborene Tier wird getötet. Ein furchtbares Gericht.
Und Gott sagt: Nach dieser Plage, nach dieser zehnten Plage, da wird euch der Pharao ziehen lassen. Verlasst euch darauf. Er wird euch nicht nur gehen lassen, er wird sagen: Haut ab, bloß weg mit euch. Weil er meine Macht ein für alle Mal erkennen wird, wird er kapitulieren müssen. Diese letzte Plage würde den Widerstand brechen.
Zweifel, Verzögerung und Gottes verborgene Hand
Lange hat es so ausgesehen, als würde die Not Israels nie enden. Nicht einmal die ersten neun Plagen haben das geschafft, und wir haben letzte Woche darüber nachgedacht. Es waren ja schlimme Plagen: der Hagel, die Heuschrecken, die Frösche, die Finsternis und all die Dinge, die Gott über das Volk gebracht hat. Und wir haben schon da gesehen, dass es oft nur die Ägypter getroffen hat und die Israeliten von diesen Plagen ausgenommen waren. Das hat aber nicht dazu geführt, dass der Pharao wirklich umgedacht hat und Israel hat ziehen lassen.
Und wir können uns vorstellen, wie das manche Israeliten verunsichert hat. Vielleicht haben sich sogar viele gefragt: Ja, was ist denn hier los? Nach all diesen Dingen, die da kamen, warum sind wir immer noch in diesen schweren Umständen? Warum sind wir immer noch Sklaven? Warum ändert sich nichts? War das wirklich Gott gewesen oder waren es doch nur Naturphänomene? Vielleicht haben sie sich das gefragt: irgendwelche außergewöhnlichen Dinge, die passiert sind, aber doch nicht Gottes Eingreifen. Und wenn wirklich Gott dahintersteckte, war er nicht stark genug, um dem Pharao die Stirn zu bieten? Der Pharao saß immer noch auf seinem Thron, immer noch das Zepter in der Hand, und hat immer noch unerbittlich dieses Volk gequält. War Gott nicht stark genug?
Und auch wenn das eine ganz andere Zeit war, eine ganz fremde Kultur, ein anderes politisches System, ganz andere Lebensbedingungen: Solche Fragen kennen manche von uns auch. Ist Gott nicht stark genug? Kann er es nicht? Vielleicht trauen wir uns nicht, das so offen auszusprechen, aber manchmal kann das sehr an unserem Herzen nagen, diese Frage: Hat Gott wirklich die Macht über alle meine Umstände? Auch über meine Beziehungen? Auch über meine Gesundheit? Auch über meinen Arbeitsplatz? Auch über die politische Lage in unserem Land? Auch über die Lage für uns Christen in Deutschland, die sich verändert? Hat Gott das in der Hand? Hat er auch die Umstände in der Hand in den Gemeinden, die sich immer weiter wegbewegen? Viele Gemeinden in unserem Land entfernen sich von Gottes gutem Wort hin zu allem Möglichen, zu irgendwelchen Philosophien, zu sonst etwas. Hat Gott das in der Hand?
Jeder von uns ist an einem etwas anderen Punkt, aber solche Fragen können kommen: Hat Gott das im Griff? Und die ganze Bibel, das Buch Exodus und vor allem auch diese zwei Kapitel, über die wir heute nachdenken, zeigen uns: Gott hat die Macht, und er hat einen sehr guten Plan. Er hat auch die Mittel, diesen Plan umzusetzen, und er macht das.
Wir sehen diese Macht darin, dass diese Plagen, wie die Bibel es uns sagt, keine Naturphänomene waren, sondern Gottes Gericht über Ägypten. Gott hat diese Plagen gebraucht. Es kam nicht von irgendwo her, Gott selbst hat es über das Volk gebracht. Wir sehen Gottes Macht hier am Anfang in den Versen 2 und 3, beziehungsweise vor allem in Vers 3, wo es heißt: Der Herr verschaffte dem Volk Gunst bei den Ägyptern. Es ist ganz erstaunlich: Nach all diesen Plagen, wo die Ägypter noch sehen, dass Goschen, dieses Land, wo Israel wohnt, immer ausgenommen ist, hassen die Ägypter die Israeliten nicht, sondern plötzlich sagen die Israeliten: Wir sind euch wohlgesonnen. So sehr, dass sie ihnen nachher sogar Gold und Silber geben, freiwillig. Die müssen sich das nicht klauen, sondern sie bekommen es geschenkt. Der Herr wirkt in diesen Plagen und verschafft dem Volk Gunst bei den Ägyptern und bei den Großen, bei den Ministern des Pharao. Das ist ein Wunder.
Wir sehen: Gott hat alles in seiner Hand, auch das Herz dieses Pharao. Der Pharao agiert nicht auf Augenhöhe mit Gott. Er ist nicht der mächtige Gegenspieler, sondern wir sehen in Vers 10 von Kapitel 11 noch einmal, dass Gott sagt: Ich lese noch mal Vers 10. Und Mose und Aaron haben diese Wunder alle getan vor dem Pharao, aber der Herr verstockte ihm das Herz, dem Pharao, so dass er die Israeliten nicht ziehen ließ aus seinem Land. Der Herr verstockte dem Pharao das Herz. Der Herr hatte dieses Leben in seiner Hand, und er wollte, dass dieser Pharao sein Volk nicht ziehen lässt, nicht bis nach der zehnten Plage.
Das kann uns sehr herausfordern, weil wir so vom freien Willen vereinnahmt sind. Und jeder Mensch hat einen freien Willen, und dieser Pharao war voll verantwortlich und gleichzeitig voll in Gottes Hand. Das muss man auf sich wirken lassen. Gott hat alles in der Hand. Andi hat vorhin aus dem New City Katechismus vorgelesen und hat gesagt, dass nichts geschieht ohne ihn und gegen seinen Willen. Ja, genau das ist wahr, und genau das sehen wir hier. Gott hat alles in der Hand.
Warum Gott den Weg so führte
Warum wollte Gott das aber so, wie er es hier gemacht hat? In gewisser Weise müssen wir sagen: Das wissen wir nicht. Ich kann euch nicht beantworten, warum Gott über 400 Jahre Sklaverei für sein Volk zugelassen hat und nicht zwanzig oder zehn oder fünf. Wir wissen auch nicht, warum es jetzt zehn Plagen sein mussten und nicht eine.
Aber auf eine andere Weise können wir gut sehen, warum Gott es so gemacht hat. Auf eine andere Weise können wir es dann doch wissen. Denn wir sehen, dass durch diese Plagen und dadurch, wie Gott hier in der Geschichte handelt, seine Souveränität, seine Größe, seine Stärke und seine Macht noch viel heller scheinen und noch viel deutlicher werden. Das ist wirklich ein ganz mächtiger Gott, der diese Welt gemacht hat und uns Menschen.
Eine Plage hätte der Pharao noch als Naturphänomen weg erklären können und dann einfach weitermachen. Fünf Jahre Sklaverei hätte das Volk Israel vielleicht noch als ein paar schlechte Jahre in der Geschichte irgendwo aufschreiben können: Das waren eben jetzt ein paar schwere Jahre, aber es wurde dann wieder besser. Aber 400 Jahre, fast ein halbes Jahrtausend Knechtschaft, das machte diese Befreiung so unwahrscheinlich und gleichzeitig so atemberaubend herrlich. Ein Volk, das von Generation zu Generation nur Sklaven sein konnte, erlebt jetzt, dass es in die Freiheit geführt wird.
Vielleicht leidest du gerade in diesen Tagen. Vielleicht leidest du sogar schwer. Und ich möchte das ganz persönlich zusprechen: Gott hält auch deine Lebensumstände in seinen guten Händen. Es ist womöglich für dich gerade nicht zu erkennen, nicht zu sehen, weil er dir ganz weit weg erscheint, vielleicht schwach erscheint. Vielleicht zweifelst du sogar daran, ob er überhaupt da ist.
Das Buch Exodus, die ganze Bibel, sagt uns: Er ist da. Er sieht dich, dein Leid kümmert ihn. Und wenn er nicht eingreift und wenn er nicht handelt oder scheinbar nicht handelt, dann hat das nichts damit zu tun, dass ihm die Dinge aus der Hand geraten sind, dass er es nicht mehr im Griff hat. Sondern es ist sein guter Plan, den wir auch darin erkennen dürfen. Er hat auch darin einen guten Plan mit dir.
Es ist für uns nicht ganz einfach, das anzunehmen. Es ist oft schwer, das zu erkennen. Es war für die Israeliten in der Sklaverei sicher nicht leicht, das zu erkennen. Manche Dinge nimmt Gott uns ein ganzes Leben hier auf der Erde nicht, so wie die Israeliten von einer Generation zur nächsten. Da gab es so viele Generationen, die als Sklaven geboren wurden und als Sklaven starben, und Gott hat das nicht genommen.
Aber wenn du zu seinem Volk gehörst, wenn du ein Kind Gottes bist, dann darfst du wissen, dass Gott dich auch in die Freiheit führt. Und dass all deine Not und all dein Leid ein Ende haben wird, das gibt er dir hiermit in die Hand. Das verspricht Gott dir. Nicht sofort, manchmal sogar lange nicht, aber ganz sicher: Er wird dich in die Freiheit führen. Verlass dich darauf.
Das Zeichen an den Türen
Wie hat Gott es damals gemacht, wie hat er gerettet? Du hast gerade schon gesehen, er gebrauchte eine letzte Plage. Und diese letzte Plage sollte, wie schon die Plagen vorher, nur die Ägypter treffen. Vers 7 in Kapitel 11: Aber gegen ganz Israel soll nicht ein Hund mucken, weder gegen Mensch noch Vieh, auf dass ihr erkennt, dass der Herr einen Unterschied macht zwischen Ägypten und Israel.
Und jetzt ist es spannend, auf welcher Grundlage Gott diesen Unterschied macht zwischen Ägyptern und Israeliten. Und wenn wir das, was jetzt in Kapitel 12 kommt, richtig verstehen, dann gibt uns das einen Blick ganz tief in Gottes Herz. Dann können wir ihn besser verstehen, weil er Israel nicht einfach so in die Freiheit führt, sondern sagt: Da muss etwas passieren.
Und ich möchte uns lesen, was wir jetzt in Kapitel 12 sehen. Ich habe die Verse 1 bis 20 zusammengefasst, ich lese aber jetzt nur die Verse 1 bis 13, weil es ein langer Predigttext ist. Aber da sehen wir schon gut, was hilft. Wir sehen da, dass nur das Blut eines Opferlamms Israel retten kann.
Ich lese uns Kapitel 12, Verse 1 bis 13:
Der Herr aber sprach zu Mose und Aaron in Ägyptenland: Dieser Monat soll bei euch der erste Monat sein, und von ihm an sollt ihr die Monate des Jahres zählen. Sagt der ganzen Gemeinde Israel: Am zehnten Tag dieses Monats nehme jeder Hausvater ein Lamm, je ein Lamm für ein Haus. Wenn aber in einem Haus für ein Lamm zu wenige sind, so nehme er es mit seinen Nachbarn, die seinem Haus am nächsten wohnen, bis es so viele sind, dass sie das Lamm aufessen können.
Ihr sollt aber ein solches Lamm nehmen, an dem kein Fehler ist, ein männliches Tier, ein Jahr alt. Von den Schafen und Ziegen sollt ihr es nehmen und sollt es verwahren bis zum vierzehnten Tag des Monats. Da soll es die ganze Gemeinde Israel schlachten gegen Abend. Und sie sollen von seinem Blut nehmen und beide Pfosten an der Tür und die obere Schwelle damit bestreichen an den Häusern, in denen sie es essen. Und sollen das Fleisch essen in derselben Nacht, am Feuer gebraten, und ungesäuertes Brot dazu und sollen es mit bitteren Kräutern essen.
Ihr sollt es weder roh essen noch mit Wasser gekocht, sondern am Feuer gebraten, mit Kopf, Schenkeln und inneren Teilen. Und ihr sollt nichts davon übrig lassen bis zum Morgen. Wenn aber etwas übrig bleibt bis zum Morgen, sollt ihr es mit Feuer verbrennen.
So sollt ihr es aber essen: Eure Lenden sollen gegürtet sein, eure Schuhe an euren Füßen und der Stab in der Hand. Und sollt es essen als die, die hinweg eilen. Es ist des Herrn Passer. Denn ich will in derselben Nacht durch Ägyptenland gehen und alle Erstgeburt schlagen in Ägyptenland unter Mensch und Vieh und will Strafgericht halten über alle Götter der Ägypter, ich, der Herr.
Dann aber soll das Blut euer Zeichen sein an den Häusern, in denen ihr seid. Wo ich das Blut sehe, will ich an euch vorübergehen, und die Plage soll euch nicht widerfahren, die das Verderben bringt, wenn ich Ägyptenland schlage.
Das Opferlamm als Weg zur Rettung
In diesen Versen sehen wir den Unterschied und die Grundlage, warum Gott einen Unterschied macht zwischen Ägyptern und Israeliten.
Gott sagt: Schlachtet ein Lamm, eines, das gesund ist, stark ist und keine Fehler hat. Ja, Leute, die sich mit Lämmern auskennen, ich gehöre jetzt nicht von meiner Ausbildung her dazu, aber die, die sich damit auskennen, sagen: Ein einjähriges Lamm, so ein Lamm, wie hier beschrieben ist, das sind die wertvollsten Lämmer. So ein Lamm sollen sie nehmen und schlachten und sollen es verspeisen, allein oder mit den Nachbarn. Dann sollen sie vor allem das Blut dieses Lammes nehmen und die Pfosten der Tür streichen, die Seitenpfosten und dann auch oben den Balken dieses Hauses. Ihr Haus soll mit diesem Blut gekennzeichnet werden.
Gott sagt in Vers 13: Wo ich das Blut sehe, da will ich an euch vorübergehen. Und vorübergehen, das ist im Hebräischen dieses Wort von dem Passa, das Passa, das Pessachfest: Der Herr ist vorübergegangen. Will ich vorübergehen an diesem Haus, und die Plage soll euch nicht widerfahren, die das Verderben bringt, wenn ich Ägyptenland schlage.
Warum so eine komische Anweisung? Warum rettet Gott sein Volk nicht einfach so, wie er das Volk vor den anderen Plagen, vor vielen der anderen Plagen, gerettet hat? Gott gebraucht diese Nacht des Auszugs aus Ägypten, indem er sein Volk vor dem Pharao rettete. Er gebrauchte diese Nacht, um Israel eine lebenswichtige Lektion zu lehren. Sie brauchten nicht nur Rettung aus ihren Umständen, nicht nur Rettung aus dieser bösen Sklaverei. Sie brauchten auch Rettung von ihren Sünden. Sie mussten gerettet werden für die Beziehung zum heiligen Gott.
Menschlich gesehen waren die Israeliten die Opfer und die Ägypter waren die Täter. Die Israeliten waren die Sklaven, die Ägypter die Unterdrücker. Wenn man das vor einen Gerichtshof für Menschenrechte gebracht hätte, international, der Fall wäre klar gewesen. Aber vor Gott ist es anders, und das lehrt er seinem Volk hier durch dieses Zeichen, was er seinem Volk aufträgt, dass sie es an ihren Türen anbringen sollen. Gott ist anders.
Vor Gott ist kein Unterschied zwischen Opfer und Täter, wie wir das hier sehen, sondern vor Gott sind sie alle gleich. Auch seine Israeliten, auch sein auserwähltes Volk, hat Schuld vor Gott. Auch sie haben in diesen Jahren der Sklaverei nicht in einer perfekten Beziehung zu Gott gelebt. Auch sie haben nicht Tag für Tag seinen guten Willen gesucht und getan, nein, ganz bestimmt nicht. Auch sie haben ihr Herz an andere Götter gehängt, vielleicht an die Götter der Ägypter. Vielleicht haben sie sich irgendetwas zum Gott gemacht. Sie waren nicht mit ganzem Herzen bei Gott.
Und Gott zeigt ihnen durch das, was sie hier tun sollen: Ihr braucht ein Opfer, ihr braucht Rettung. Nichts, was sie selbst getan haben, nichts, was sie selbst tun konnten, konnte sie in die heile Beziehung zu Gott bringen. Was konnte retten? Nur das Blut eines Opferlamms. Nur dieses Blut am Türrahmen.
Das wahre Lamm und die vollkommene Vergebung
Wir haben ja drei kleine Kids, und da habe ich inzwischen schon wirklich viele Kinderbibeln durch. Und in manchen Kinderbibeln liest sich die Geschichte so, als wäre das einfach nur ein Zeichen gewesen, damit der Engel des Herrn, wenn er durch Ägypten geht, weiß: Ah, hier wohnt ein Israelit, weil das ja rot markiert ist, und in den anderen Häusern dann wohl die Ägypter, sodass er da so richtig unterscheiden kann, fast wie ein Klingelschild.
Aber wenn es nur das gewesen wäre, dann hätte auch ein Eimer rote Farbe gereicht oder sonst irgendeine Markierung. Das ist nicht der Punkt. Wie absurd ist auch die Vorstellung, dass der allmächtige, der mächtige Gott nicht genau weiß, wer da in jedem Haus wohnt.
Dieses Blut brauchte es, weil Gott genau wusste, wer in diesen Häusern wohnte: Sünder, Menschen, die seinen Zorn verdient hatten, auch die Israeliten, Menschen, die nicht vor ihm bestehen konnten. Und Gott sagt: Wenn es dieses Opfer nicht gibt, wenn nicht ein Tier, ein Lamm, ein makelloses Lamm stellvertretend für euch stirbt, dann kann ich euch nicht retten. Das ist ein Zeichen. Die Bibel beschreibt es hier in Vers 13: Ihr sollt es anbringen als ein Zeichen.
Das Blut dieser Lämmer, das Blut der Tiere an sich, konnte nicht retten. Das dürfen wir wissen, wenn wir weitergehen in der Bibel. Wir erleben diesen großen Segen, dass wir heute eine ganze Bibel und auch ein Neues Testament lesen und studieren dürfen. Und wir dürfen sehen, wie diese Lektion, die Gott seinem Volk damals gelehrt hat, und die sie vieles noch gar nicht richtig verstanden haben, da bin ich mir sicher, weit vorausweist. Es ist ein Zeichen, das weit in die Zukunft weist, weil 1500 Jahre später das wahre Opferlamm, das wahre Lamm Gottes, auf diese Welt gekommen ist.
Johannes der Täufer, als er dieses Lamm am Jordan gesehen hat, als er Jesus Christus sieht, der da kommt, ruft aus: Seht das Lamm Gottes, das hinwegträgt die Sünde der Welt! Paulus sagt im 1. Korinther 5 über Jesus: Er ist unser Passahlamm, das geopfert ist.
Jesus ist der Stellvertreter. Jesus ist das Opfer, das wir alle brauchen, weil wir, wie wir hier zusammen sind, alle miteinander, weil wir nicht besser sind als die Ägypter und auch nicht besser als die Israeliten damals, weil auch wir Gottes Gericht und seinen Zorn verdient hätten, weil auch wir nicht so leben, wie es Gott gefällt und wie es ihn ehrt. Und Andi, du hast es vorhin schon im Gebet aufgegriffen: Sind wir ehrlich, es vergeht keine Woche, in der uns das nicht vor Augen steht, dass wir nicht so sind wie Jesus, das perfekte Lamm Gottes. Jesus, der so geliebt hat, wie das keiner von uns kann, der Gott geliebt hat, wie keiner von uns das kann, der seine Mitmenschen geliebt hat, wie keiner das kann.
Sogar Nichtchristen schauen auf Jesus und sagen: Das war ein guter, das war wirklich ein guter Mensch. Der war so gütig, der war so barmherzig, wie der mit Menschen umgegangen ist, so möchte ich sein. Viele nehmen ihn sich als Vorbild. Aber als Vorbild kann er uns nicht so helfen und nicht so retten, wie wir das brauchen. Er muss für uns sterben. Er muss unser Stellvertreter sein am Kreuz. Er hat sein Leben gegeben, damit wir Frieden haben können durch sein Blut, Frieden mit Gott.
Vor einigen Tagen hat mich jemand gefragt: Kann Gott denn nicht einfach so retten? Wenn bei mir jemand Schulden hat, so hat er gesagt, dann kann ich ihm doch auch einfach so diese Schulden erlassen. Aber stimmt das? Ist das wirklich wahr? Angenommen, ich schulde dir tausend Euro und du erlässt sie mir: Wer hat dann die Schuld bezahlt? Du kannst die tausend Euro nicht für etwas anderes ausgeben, wenn du sie mir erlassen hast. Wenn ich dein Auto kaputt mache und du mir das nicht in Rechnung stellst, wer hat bezahlt? Wenn ich dich tief verletzt habe und du hältst mir das nicht vor, und du wendest dich nicht von mir ab, sondern du hältst an unserer Beziehung fest und du sagst: Ich habe dich weiter lieb, wer hat bezahlt?
Es ist gut, dass wir uns das nicht immer gegenseitig so vorrechnen. Tatsächlich, wenn man in so ein Denken kommt, kann es eher hinderlich sein für Beziehungen, weil wir dann eben aufrechnen und uns die Schuld vorrechnen und sagen: Jetzt hast du aber mir auch etwas wieder gutzumachen. Es ist also gut, dass wir da im Alltag gar nicht so oft daran denken, dass immer jemand die Schuld bezahlt. Aber ich möchte, dass wir das sehen: Einer bezahlt die Schuld immer. Gnade, Vergebung ist nicht etwas, was nichts kostet, nie. Es gibt keine billige Gnade. Gnade kostet schon bei uns zwischenmenschlich ganz arg viel, wenn es echte Gnade ist. Du musst den Preis selber bezahlen.
Und jetzt sagt uns die Bibel: Gott kann nicht einfach hier mit ein bisschen Geld den Schaden mit der Sünde wiedergutmachen, oder mit Gold oder mit Silber. Nein, es gibt nur einen Preis, der unser Problem lösen kann, nur einen Preis. Ein Menschenleben muss dafür gegeben werden. Und Gott sagt: Ich löse dieses Problem für dich. Ich gebe meinen geliebten Sohn, das perfekte Opferlamm. Ich bezahle den Preis.
Ob uns das passt oder nicht: Kein Geld der Welt kann den Schaden wiedergutmachen, den wir durch unsere Sünde angerichtet haben. Es kann nur das Blut des Lammes. Und Petrus sagt es im 1. Petrusbrief so schön. Er sagt den Christen: Denn ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöst seid von eurem nichtigen Wandel nach der Väterweise, sondern mit dem teuren Blut Christi, dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes.
Reingewaschen ist an den Türpfosten unseres Lebenshauses dieses Blut. Gott sieht es, und er geht vorbei. Und er sagt: Ich verschone euch, mein Zorn ist weggenommen durch dieses Lamm.
Der Baptistenpastor Robert Lowry drückt es in seinem Lied „Nothing but the Blood of Jesus“ so schön aus. Ich lese es in der Übersetzung:
Was erlöst mich von der Schuld?
Nur das Blut des Lammes Jesu.
Was schenkt mir des Vaters Huld?
Nur das Blut des Lammes Jesu.
Was versöhnet mich mit Gott?
Nur das Blut des Lammes Jesu.
Was errettet aus der Not?
Nur das Blut des Lammes Jesu.
Vertrauen, Abendmahl und die Hoffnung auf das kommende Reich
Aber wem nützt dieses Blut? Dem Blut des Lammes Jesu? Wer wird gerettet? Das sehen wir in den letzten Versen. Das ist mein letzter Punkt: Gott rettet durch das Blut eines Opferlammes alle, die ihm vertrauen. Das sehen wir ab Vers 21.
Und auch hier, weil es ein so langer Text ist, lese ich uns nicht den ganzen Abschnitt. Es gibt noch viele Details, die man herausarbeiten kann. Aber das ist die große Botschaft: Es rettet die, die auf das Wort hören und danach handeln, und die dieses Blut an ihre Türpfosten anbringen. Das Zeichen damals rettet heute die, die auf dieses Opferlamm vertrauen.
Ich lese uns in Kapitel 12 nur die Verse 21 bis 28, wo das schon deutlich wird:
Und Mose berief alle Ältesten Israels und sprach zu ihnen: Lest Schafe aus und nehmt sie für euch nach euren Geschlechtern und schlachtet das Passa. Und nehmt ein Büschel Isop und taucht es in das Blut in dem Becken und bestreicht damit die Oberschwelle und die beiden Pfosten. Und kein Mensch gehe zu seiner Haustür heraus bis morgen. Denn der Herr wird umhergehen und die Ägypter schlagen. Wenn er aber das Blut sehen wird an der Oberschwelle und an den beiden Pfosten, wird er an der Tür vorübergehen und den Verderber nicht in eure Häuser kommen lassen, um euch zu schlagen. Darum so halte diese Ordnung für dich und deine Nachkommen ewiglich. Und wenn ihr in das Land kommt, das euch der Herr geben wird, wie er gesagt hat, so haltet diesen Brauch. Und wenn eure Kinder zu euch sagen werden: Was habt ihr da für einen Brauch?, sollt ihr sagen: Es ist das Passaopfer des Herrn, der an den Israeliten vorüberging in Ägypten, als er die Ägypter schlug und unsere Häuser errettete. Da neigte sich das Volk und betete an. Und die Israeliten gingen hin und taten, wie der Herr es Mose und Aaron geboten hatte.
Wir sehen: Das Wissen allein um diese Rettung hat den Israeliten nicht geholfen. Es brauchte eine Antwort. Sie mussten diesen Weg der Rettung ergreifen, den Gott ihnen gegeben hat. Und genau diese Antwort gaben die Israeliten. Sie haben genau das getan, was Gott ihnen gesagt hat. Sie haben alles vorbereitet, wie er es angeordnet hatte.
Diese ungesäuerten Brote sind ein Brot, das du ganz schnell zubereiten kannst, weil du nur Wasser und Mehl brauchst. Es ist optimal, wenn es ganz schnell gehen muss, in einer Nacht, in der die Flucht bevorsteht. Sie nahmen die bitteren Kräuter, ein Symbol für diese bittere Zeit der Sklaverei, der Knechtschaft. Vor allem aber schlachteten sie das Lamm und brachten das Blut an die Pfosten an, so wie Gott es angeordnet hatte.
All das waren Glaubensschritte, Vertrauen darauf, dass das wirklich wahr war, was Aaron und Mose ihnen gesagt hatten. Sie haben das nicht einfach nur als Worte von Aaron und Mose gehört, sondern als Gottes Wort an sie. Und im Vertrauen darauf haben sie das getan.
Es ist wichtig, dass wir sehen: Sie haben sich dadurch nicht die Rettung erarbeitet. Gott hat sich das ausgedacht. Gott hat ihnen gesagt, wie diese Rettung ablaufen wird. Aber sie haben die Rettung ergriffen. Sie sind diesen Weg gegangen, den Gott ihnen vorgezeichnet hat. Seht ihr Vertrauen in diesen Rettungsweg, dem Gott vertraut.
Und damit sind wir bei uns. Denn bei allen Unterschieden zwischen damals und heute hat sich daran nichts geändert. Rettung bei Gott findest du nur, wenn du auf ihn vertraust, wenn du diese Rettung, die Jesus bringt, persönlich ergreifst, dieses Blut, das er am Kreuz vergossen hat, persönlich für dein Leben annimmst. Und du sagst: Ja, das soll auch meine Schuld bedecken. Ich glaube, ich vertraue darauf, dass sein Blut mich von aller Schuld reinwäscht.
Deshalb möchte ich dich persönlich fragen: Vertraust du auf dieses Blut des Lammes Jesu? Glaubst du, dass Gott wirklich so heilig ist, dass sein Zorn auch über dein Leben gerecht ist und dass du mit deinem eigenen Leben bezahlen müsstest für all deine Schuld? Und vertraust du darauf, dass Gott in seiner großen Liebe und Barmherzigkeit jemand anderen gegeben hat, einen Stellvertreter, seinen lieben Sohn, der alle deine Schuld mitgenommen hat ans Kreuz?
Das Blut des Lammes rettet dich nur, wenn du das persönlich annimmst. Und es gibt keine wichtigere Frage in deinem ganzen Leben, die du persönlich beantworten musst. Vertraue diesem Lamm.
Und wenn du ihm vertraust, und das sind viele unter uns, möchte ich uns das sagen: Unter diesem Blut sind wir sicher. Dieses Blut rettet ein für allemal. Wir kennen inzwischen so viele Christen, die immer wieder zweifeln und sich fragen: Ja, reicht es denn wirklich so, wie ich lebe? Kann ich mir denn sicher sein, dass ich gerettet bin?
Lass uns noch einmal zurückdenken an diese Nacht, diese Passanacht, und diese Menschen in den Häusern. Warum konnten die sich sicher sein, dass sie gerettet waren? Nicht, weil sie gute Menschen waren, nicht, weil sie so tolle Dinge getan hatten, sondern allein, weil dieses Blut des Lammes, dieses stellvertretenden Opfers, an ihren Türpfosten war.
Und wenn wir Gott kennen, dann leben wir natürlich für ihn. Natürlich wollen wir seinen Willen mehr erkennen und tun. Das ist richtig. Und wenn du davon gar nichts in deinem Leben siehst, dann solltest du wirklich Zweifel haben, ob du ihn schon kennst. Aber wenn es dir ein Anliegen ist, mehr nach Gottes Willen zu leben, und wenn du siehst: Ich fahre aber doch immer wieder gegen die Wand, ich bin immer wieder am Kämpfen und am Michabmühen, und ich schaffe es in manchen Punkten immer noch nicht, ich brauche Vergebung, dann verlass dich darauf.
Schau nicht nach innen. Schau nicht darauf, wer du bist. Schau nach oben. Schau auf das Lamm. Schau auf Jesus. Verlass dich darauf: Sein Blut bedeckt alle Sünde. Da findest du Sicherheit. Da findest du Gewissheit.
Und ein ganz großes Geschenk, das uns Jesus gemacht hat, um das Vertrauen in sein Opfer zu stärken, ist das Abendmahl. Es ist kein Zufall, dass Jesus das etwa 1500 Jahre nach dieser Passanacht mit seinen Jüngern auch bei einem Passafest gefeiert hat. Sie saßen zusammen und nahmen dieses Mahl zu sich. Aber dann passiert etwas ganz Überraschendes. Bei dieser Mahlfeier geht es plötzlich nicht mehr um das, was einmal damals in Ägypten war, sondern Jesus sagt über das Brot: Das ist mein Leib. Nehmt, esst, das ist mein Leib. Und dann nimmt er diesen Kelch mit Wein und sagt: Trinkt alle daraus, das ist mein Blut des neuen Bundes, das vergossen wird für viele, um die Schuld zu bedecken.
Und Jesus gibt diesem Passamahl und dieser Passafeier eine völlig neue Bedeutung. Er macht klar: Ich bin der, auf den ihr gewartet habt. Ich bin dieses Lamm. Ich bin das, worauf alle diese Lämmer, die vorher geschlachtet wurden, immer hingewiesen haben. Ich bin das wahre Passalamm. Ich bin der Erlöser.
Da gibt er es seinen Jüngern, und da gibt er uns dieses Mahl, damit wir uns erinnern: Er hat bezahlt. Er hat sein Leben hingegeben für uns. Und wir feiern das gleich auch zusammen. Es soll unser Vertrauen stärken: Alles ist bezahlt.
Wir sollen aber auch den Blick auf die Zukunft richten, denn das hat Jesus seinen Jüngern auch gesagt. Schaut nicht nur zurück, schaut auch nach vorne. Ich trinke jetzt das letzte Mal mit euch, hat er bei diesem Mahl gesagt, aber ich werde von Neuem mit euch trinken in meines Vaters Reich.
Wir gehen auf einen großen Tag der Erlösung zu. Wir gehen auf einen Tag zu, an dem alle Not und alles Leid ein für allemal beseitigt wird. Und lasst uns auch da noch einmal zurückdenken an Israel: Sie waren frei aus der Sklaverei in dieser Nacht. Das heißt, in diesem Text dann später sind 600 Mann und Frauen und Kinder und sogar noch fremdes Volk, das sich auch mit seinem Herzen an diesen Gott Jakobs gehängt hat, ausgezogen aus Ägypten. Aber sie waren noch nicht da. Sie waren auf einem langen Weg.
Da kam die Wüste. Da kamen viele Kämpfe miteinander, mit Gott. Da war viel Sünde. Da war noch viel Leid. Da war noch viel Schweres. Sie waren auf dem Weg in das gelobte Land, was auch nur ein Bild ist für das kommende Reich Gottes, in dem alles Leid, alle Not weg sein wird, wo wir wirklich in allen Umständen diesen Frieden erleben dürfen.
Seht ihr, wie das größte Problem, das wir haben, wenn Gott es löst, wie diese Dinge klein werden? Sie sind nicht weg. Wir stehen noch in manchen Kämpfen. Aber er hat unser größtes Problem schon gelöst, und er führt uns diesen Weg bis an sein sicheres Ziel.
Lasst uns dem Herrn dafür danken, dass er das getan hat, und lasst uns beten, dass es uns wirklich auch im Alltag erreicht und unsere Herzen bewegt.
Dank und Bitte um gelebte Erlösung
Vater, so kommen wir vor dich. Du siehst jeden Einzelnen von uns, und du weißt, wo wir in der Beziehung mit dir stehen. Du weißt auch, wo sich unsere Umstände zwischen dich und uns stellen, wo wir unsere Probleme und Nöte sehen und sie uns viel größer erscheinen können als alles andere.
Und wir wollen beten, Herr, dass du neu zu uns durchdringst, dass wir neu begreifen, wie sehr du uns liebst, wie gnädig und barmherzig du mit uns bist, Tag für Tag. Wie mächtig und wie gut du auch bist, Herr, wir wollen beten, dass du uns das wirklich ganz tief erkennen lässt, dass du einen guten Plan hast für jeden von uns, auch da, wo wir am Kämpfen sind, auch da, wo wir durch finstere Täler gehen.
Herr, lass uns erkennen, dass du da bist. Hilf uns auch, dass wir einander auf diesem Weg stützen können.
Wir wollen beten, dass uns das Evangelium neu groß wird, dass du uns von aller Schuld erlöst hast, dass das Blut des Lammes unsere Herzen reinwäscht. Herr, lass uns das jeden Tag aufs Neue erfreuen, dass wir dankbar werden dafür und man es uns auch im Alltag abspürt, dass wir Erlöste sind, dass wir dankbare Menschen sind, die Gott gut kennen.
Wir beten, dass wir dich mehr erkennen und mehr lieben lernen. In Jesu Namen. Amen.
