Gott wird Mensch – Leben und Lehre des Mannes, der Retter und Richter, Weg, Wahrheit und Leben ist.
Episode 511: Habt keine Menschenfurcht, Teil 6.
Einführung in ein schwieriges Thema
Zugegeben, das Thema Abfall vom Glauben ist kein besonders schönes. Viele Christen, die ich kenne, glauben nicht einmal, dass es so etwas überhaupt gibt.
Wenn du zu denen gehörst, die nicht glauben, dass ein Christ verloren gehen kann, ertrage bitte meine Position. Ich denke wirklich, dass genau das ist, was Jesus seinen Jüngern sagt.
Für den Fall, dass ich mich irre und es also gar keinen Abfall vom Glauben für einen echten Christen geben kann – egal, wie er sich verhält, was er glaubt oder was er will – lebe ich aus zwei Gründen gut mit meinem Fehler.
Erstens basiert mein Denken, soweit ich das ehrlich sagen kann, auf der Bibel. Falls ich mich irre, bin ich wirklich gespannt, wo ich gedanklich falsch abgebogen bin. Zweitens ist es mir lieber, etwas zu viel vor der Sünde zu warnen, als sie zu verharmlosen.
Keine Angst, ich möchte nicht in pharisäischen Extremismus verfallen oder neue Gebote aufstellen. Ich meine nur, es ist besser, vor dem Abfall und der Möglichkeit zu warnen, dass in uns ein böses Herz entstehen kann, und später festzustellen, dass es beides nicht gibt.
Als dass ich Christen, die in schwerer Sünde und Unglauben verharren, einen Freibrief ausstelle und sie sich im Gericht dann plötzlich doch nicht auf der Seite der Geretteten wiederfinden.
Rückblick auf die biblische Grundlage
Aber zurück zu unserem Text aus Hebräer 10. Wie sind wir dort hingekommen?
Jesus spricht in Lukas 12 davon, dass er die verleugnen wird, die ihn verleugnen. Ich habe gezeigt, dass Verleugnung dabei nicht die einzelne Tat meint, sondern einen Lebensstil, also eine Einstellung.
Wenn wir wie Petrus in einem Moment der Schwäche Jesus verleugnen, dann heißt das nicht, dass er uns verleugnen wird. Vielmehr setzt er alles daran, uns in eine tiefe Beziehung zu ihm zurückzuführen.
Jesus hat deshalb für Petrus gebetet, dass sein Glaube nicht aufhört. Er hat ihn durch einen stummen Blick im Hof des Hohen Priesters ermahnt und nach der Auferstehung in einem persönlichen Gespräch neu damit beauftragt, die Gemeinde Gottes zu hüten.
Petrus, der Fels, ist nicht zerbrochen, aber Zerbruch ist möglich.
Die mutwillige Sünde und ihre Bedeutung
Es gibt das, was der Hebräerbrief die mutwillige Sünde nennt. In Hebräer 10,26-27 heißt es: „Denn wenn wir mutwillig sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, bleibt kein Schlachtopfer für Sünden mehr übrig, sondern nur ein furchtbares Erwarten des Gerichts und der Eifer eines Feuers, das die Widersacher verzehren wird.“
Die mutwillige oder vorsätzliche Sünde ist die Sünde der Rebellion. Im Alten Testament wird sie als Sünde mit erhobener Hand und als Gotteslästerung bezeichnet. Dort heißt es: „Aber die Person, die mit erhobener Hand handelt, von den Einheimischen und von den Fremden, die lästert den Herrn, und diese Person soll ausgerottet werden aus der Mitte ihres Volkes.“
Es ist wichtig, dass wir eines gut verstehen: Die mutwillige Sünde aus Hebräer 10 ist nicht einfach die Sünde, die ich bewusst tue. Die meisten Sünden, die wir tun, geschehen irgendwie bewusst. Es ist eher die absolute Ausnahme, dass wir völlig aus Versehen sündigen.
Mutwillig meint nicht, dass mir meine Sünde bewusst ist, ich Lust auf sie habe und sie aktiv tue. Als Christ weiß ich meistens, wenn ich sündige, dass ich sündige. Zu wissen, dass man sündigt, ist sogar ein gutes Zeichen. Es zeigt, dass ich Heiligung ernst nehme, in der Gegenwart Gottes lebe, ein scharfes Gewissen habe, das Wort Gottes kenne und mir der Leitung des Heiligen Geistes bewusst bin – auch wenn ich mich im Moment des Sündigens gerade nicht leiten lasse.
Die mutwillige Sünde ist die Sünde der Rebellion. Durch diese Sünde bringe ich zum Ausdruck, dass ich mit Gott nichts zu tun haben will. Es ist jedoch nicht die konkrete Sünde selbst, die meine Sünde mutwillig oder vorsätzlich macht, sondern die Haltung, mit der ich diese Sünde begehe. Diese Haltung ist von Geringschätzung geprägt.
Ich meide die Gemeinschaft mit anderen Christen, ich verachte Jesus, das am Kreuz vergossene Blut hat für mich keine Bedeutung mehr. In Hebräer 10,29 heißt es deshalb: „Denn wie viel schlimmere Strafe, meint ihr, wird der verdienen, der den Sohn Gottes mit Füßen getreten hat, das Blut des Bundes, durch das er geheiligt wurde, für gemein erachtet und den Geist der Gnade geschmäht hat!“
Weiter heißt es in Hebräer 10,29-30: „Denn wir kennen den, der gesagt hat: ‚Mein ist die Rache, ich will vergelten‘, und wiederum: ‚Der Herr wird sein Volk richten.‘“
Wenn man mich fragen würde, warum ich denke, dass hier Personen im Blick sind, die man mit Recht als Christen bezeichnen kann, dann liegt das an zwei Dingen im Text. Erstens: Es sind Leute, die durch das Blut des Bundes – gemeint ist der neue Bund – geheiligt wurden. Zweitens: Es ist dem Autor wichtig, darauf hinzuweisen, dass Gott sein Volk richten wird.
Hier geht es nicht um Heiden. Im Blick ist jemand, der die Wahrheit erkannt hat, das Vertrauen in Gott weggeworfen hat, sich aus der Gemeinschaft zurückgezogen hat und den Kern des Evangeliums – also Jesus, das Kreuz und den Heiligen Geist – verworfen hat. Jemand, der bewusst nicht mehr aus Glauben an Gott leben will.
Was bedeutet es jetzt, den Geist Gottes zu schmähen? Oder wie Jesus es formuliert in Lukas 12,10: „Und jeder, der ein Wort sagen wird gegen den Sohn des Menschen, dem wird vergeben werden; dem aber, der gegen den Heiligen Geist lästert, wird nicht vergeben werden.“
Jesus spricht hier zu seinen Jüngern und warnt sie weiterhin vor Heuchelei und Menschenfurcht. Konkret geht es darum, dass sie aus Angst an einen Punkt kommen können, an dem sie gegen den Heiligen Geist lästern.
Ich habe die Frage, was das ist, ausführlich in den Episoden 265 bis 267 behandelt. Deshalb hier nur eine kurze Antwort: Bei der Lästerung des Heiligen Geistes geht es um die Frage, wie wir mit den Erfahrungen umgehen, durch die Gott sich uns offenbart.
Die Lästerung des Heiligen Geistes betrifft vor allem ungläubige Menschen, an denen der Heilige Geist überführend wirkt. Ein klassisches Beispiel sind die Pharisäer und die Geschichte mit der Heilung des blinden, stummen Besessenen (Matthäus 12).
Aber – und ich gebe ehrlich zu, da überrascht mich Jesus – das Thema bleibt nicht stehen. Es ist nicht nur so, dass ich vor meiner Bekehrung das Wirken des Heiligen Geistes nicht einfach dem Teufel zuschreiben darf. So ein Verhalten darf es auch nach meiner Bekehrung nicht geben.
Genau das aber beschreibt Hebräer 10. Hier sind Ex-Christen gemeint, die mit dem Heiligen Geist Dinge erlebt haben – Dinge wie Gebetserhörungen, Offenbarungen, Heilungen, Führung und so weiter.
Sie haben, um Hebräer 6 zu zitieren, die himmlische Gabe, das gute Wort Gottes und die Kräfte des zukünftigen Zeitalters geschmeckt. Heute jedoch, im Rückblick und nach ihrer bewussten Abkehr vom Glauben, schreiben sie diese Erlebnisse nicht mehr dem Wirken des Heiligen Geistes zu.
Natürlich bemühen sie als Erklärung nicht den Teufel – an den glauben sie ja auch nicht mehr. Stattdessen deuten sie ihre alten christlichen Erfahrungen als Ergebnis von Einbildung, Zufällen oder als gruppenpsychologisches Phänomen.
Um von Gott wegzugehen, müssen sie die guten Erfahrungen, die sie gemacht haben, umdeuten und bewusst vergessen. Und genau das ist die Lästerung des Heiligen Geistes.
Was könnte man jetzt tun? Bete heute intensiv für Christen, die nicht mehr regelmäßig zum Gottesdienst kommen.
Das war’s für heute. Wenn du es noch nicht getan hast, abonniere doch meinen YouTube-Kanal.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
Die Lästerung des Heiligen Geistes bei Abfall vom Glauben
Aber genau das beschreibt Hebräer 10. Es handelt sich hier um Exchristen, die mit dem Heiligen Geist verschiedene Erfahrungen gemacht haben. Dazu gehören Gebetserhörungen, Offenbarungen, Heilungen, Führung und Ähnliches.
Sie haben, um Hebräer 6 zu zitieren, die himmlische Gabe, das gute Wort Gottes und die Kräfte des zukünftigen Zeitalters geschmeckt. Heute jedoch, im Rückblick und nach ihrer bewussten Abkehr vom Glauben, schreiben sie diese Erlebnisse nicht mehr dem Wirken des Heiligen Geistes zu.
Natürlich bemühen sie als Erklärung nicht den Teufel, an den glauben sie ja auch nicht mehr. Stattdessen deuten sie ihre alten christlichen Erfahrungen als Einbildung, Zufall oder als gruppenpsychologisches Phänomen.
Um von Gott wegzugehen, müssen sie die guten Erfahrungen, die sie gemacht haben, umdeuten und bewusst vergessen. Genau das ist die Lästerung des Heiligen Geistes.
Abschluss und Ermutigung
Was könntest du jetzt tun? Bete heute intensiv für Christen, die nicht mehr regelmäßig zum Gottesdienst kommen.
Das war's für heute. Wenn du es noch nicht getan hast, abonniere doch meinen YouTube-Kanal.
Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. Amen.
