Serie•Teil 4 / 4Der Prophet Samuel – 2. Samuelbuch
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Einleitung und Ausgangsfrage
Wir fahren weiter in 2. Samuel 24 und sind an diese interessante Stelle gekommen.
2. Samuel 24,9: Und Joab gab dem König die Zahl des gemusterten Volkes an, und in Israel waren 800 Kriegsmänner, die ihr Schwert zogen, und die Männer von Judah waren 500 Mann.
Ich sehe das Ganze besser mit meiner Zweitbrille, die nicht da ist. Okay, dann versuche ich es so: die Parallelstelle nochmals in 1. Chronika 21.
Und Joab gab die Zahl des gemusterten Volkes David an, und es waren in ganz Israel eine Million einhunderttausend Mann, die das Schwert zogen, und in Judah vierhundertsiebzigtausend Mann, die das Schwert zogen. Levi aber und Benjamin musterte er nicht unter ihnen; denn das Wort des Königs war Joab ein Gräuel.
Ja, die Frage ist: Wie geht das zusammen, wenn die Bibel von Gott inspiriert ist, absolut fehlerfrei, wie wir in diesen Tagen gelesen haben in Psalm 19, vollkommen und eben wahr, Wahrheit?
Eine erste Hilfe ist: ganz genau lesen.
In 2. Samuel 24 heißt es: In Israel, das sind die zehn Stämme, waren 800 Kriegsmänner, die das Schwert zogen, und die Männer von Judah waren 500 Mann. Also bei Judah wird einfach von 500 Mann gesprochen. In 1. Chronika wird gesagt: 470 Mann, die das Schwert zogen.
Nun müssen wir Folgendes beachten: Es gibt noch weitere Stellen über die Armee in Israel. Da ist zu erwähnen 1. Chronika 27,1-15. Dort finden wir die Berufsarmee.
- Chronika 27, die Berufsarmee: Ich lese ab Vers 1: Und die Kinder Israel nach ihrer Zahl, die Häupter der Väter und die Obersten über tausend und über hundert und ihre Vorsteher, die dem König dienten in allen Angelegenheiten der Abteilungen, die antraten und die abtraten, Monat für Monat, in allen Monaten des Jahres. Jede Abteilung zählte 24.000 Mann.
Also bestand das Berufsheer aus zwölfmal 24.000 Soldaten, nicht wahr? Ich lese ein bisschen weiter, damit man sieht, wie das hier aufgezählt wird:
Über die erste Abteilung für den ersten Monat war Jashobeam, der Sohn Sabdiels, und in seiner Abteilung waren 24.000. Er war von den Söhnen des Perez das Haupt aller Heerobersten für den ersten Monat.
Und dann kommt: Über die Abteilung des zweiten Monats war Dodai, der Achochiter. Und über seine Abteilung war Mikloth Oberaufseher, und in seiner Abteilung waren 24.000.
Und so weiter.
Das gibt also 12 mal 24.000. Das ergibt 288.000. Das ist die Berufsarmee.
Und wenn wir jetzt zusammenrechnen: 800.000 aus 2. Samuel 24 plus 288.000, dann kommen wir fast auf 1.100.000, nicht wahr? Es fehlen noch 12.000.
Und das ist eben nochmals eine spezielle Truppe gewesen. Es gab noch eine ganz spezielle Truppe von 12.000 für Jerusalem. Das können wir nachlesen in 2. Chronika 1,14.
Und Salomo brachte Wagen und Reiter zusammen, und er hatte 1.400 Wagen und 12.000 Reiter, und er verlegte sie in die Wagenstädte und zum König nach Jerusalem.
Diese 12.000 Berufssoldaten waren eine ganz spezielle Truppe, eben für Jerusalem, die Hauptstadt, und auch noch für die Wagenstädte. Und das gibt also: 800.000, das ist die Reservearmee, dann 288.000, die Berufsarmee, die eben monatlich zum Einsatz kam in 24 Abteilungen, und dann das stehende Heer, das Berufsheer in Jerusalem und in den Wagenstädten, 12.000. Das gibt zusammen 1.100.000.
Okay, das ist einfach die Art der Zählung, ja. Also in 1. Chronika 21 ist eben die vollständige Armee mit den Berufssoldaten und der Reserve zusammengerechnet, und in 2. Samuel ist einfach die Zählung der Reserve aus allem Volk, die das Berufsheer unterstützten: 800.000.
Jetzt haben wir noch das Problem mit Judah. Da haben wir in 2. Samuel gelesen von 470.000 Mann, 500.000 Mann, aber in 1. Chronika 21 hieß es 470.000 Mann, die das Schwert zogen, eine Differenz von 30.000.
Noch eine spezielle Truppe gab es von 30.000, können wir nachlesen in 2. Samuel 6: Und David versammelte wieder alle Auserlesenen Israels.
Das ist also hier eine besondere Truppe, 30.000 Mann, und die machen quasi diesen Unterschied aus. Wir haben 470.000 plus eben diese Spezialtruppe hier von 30.000 Mann, und das macht das wieder wett aus Judah. Das ergibt dann 470.000 plus 30.000 gleich 500.000.
Nicht ganz einfach, aber interessant, dass wir genau diese Zahlen haben: da die 30.000, da die 470.000, da die 800.000, die 288.000 plus 12.000, gibt 1.100.000.
Ja, gehen wir weiter, und wir werden gleich nochmals so eine grandiose Diskrepanz auflösen.
Schuld, Reue und die bleibenden Folgen
Ich lese in 2. Samuel 24. Wir hatten gesehen, wie David ein schlechtes Gewissen bekam, leider viel zu spät. In Vers 10 heißt es: Aber Davids Herz schlug, nachdem er das Volk gezählt hatte, und David sprach zu dem Herrn: Ich habe sehr gesündigt in dem, was ich getan habe. Und nun, Herr, lass doch die Ungerechtigkeit deines Knechtes vorübergehen, denn ich habe sehr töricht gehandelt.
Als David am Morgen aufstand, da erging das Wort des Herrn an Gad, den Propheten, diesmal nicht an Nathan. Das war im Zusammenhang mit Bathseba und dem Mord an Uria. Hier ist es Gad, der Prophet, der Seher Davids, indem er sprach: Geh hin und rede zu David: So spricht der Herr: Dreierlei lege ich dir vor; wähle dir eins davon, dass ich es dir tue. Und Gad kam zu David und teilte es ihm mit und sprach zu ihm: Sollen dir sieben Jahre Hungersnot in dein Land kommen? Oder willst du drei Monate vor deinen Bedrängern fliehen, indem sie dir nachjagen? Oder soll drei Tage Pest in deinem Land sein? Nun wisse und sieh zu, was für eine Antwort ich dem zurückbringen soll, der mich gesandt hat.
Wir sehen übrigens hier wieder den Grundsatz, den wir schon bei der Sünde Davids in 2. Samuel 12 gesehen haben. Als David seine Sünde wirklich zutiefst innerlich zerbrochen erkennt und bekennt, da wird ihm sofort Vergebung zugesprochen von dem Propheten Nathan, 2. Samuel 12. Aber es wird ihm gesagt: Weil du Anlass zur Lästerung gegeben hast für die Feinde, wird es trotzdem noch Folgen haben. Und so sollte eben das Kind, das durch diese ehebrecherische Beziehung mit Batseba entstanden war, sterben. Wir haben gesehen, dass zudem auch das Gericht über das Haus Davids kam, dass er vier seiner Kinder verlieren sollte. Und zwar, weil er auch als Richter geurteilt hat in diesem Gleichnis von Nathan, wo ein reicher Mann einem armen Mann, der ein Schaf besaß, das er so liebte, das geraubt hatte. Da sagt David sofort entrüstet: Vierfach sollte er es erstatten. Und wir haben das schon erwähnt: Er sollte vier Kinder verlieren. Bis dahin, 2. Samuel 24, hat er drei verloren, also eines stand noch aus.
Und jetzt auch hier: Es ist so, dass also die Reue vor Gericht, auch in unserem Staat heute, nicht zu Straflosigkeit führt, aber zu Strafreduktion. Und das ist ein ganz anderes Thema. Aber es sollte klar werden: Seine Sünde hat Folgen. Und wir sehen das sehr, sehr eindrücklich bei David ab 2. Samuel 12. Er war zwar wie ein gebrochener Mann, aber er ging voran. Er hat diese Vergebung angenommen und er hat auch die Zucht angenommen. Also man sieht keinen Rebell, der sich ständig gegen sein Schicksal auflehnte, sondern David ist wirklich ein Vorbild, dann auch in den weiteren Kapiteln, wie er sich unter die Hand Gottes stellte.
Und nun eben auch hier drei Möglichkeiten, aus denen er wählen sollte. Und interessant ist dann seine Reaktion in Vers 14: Und David sprach zu Gad: Mir ist sehr angst; mögen wir doch in die Hand des Herrn fallen, denn seine Erbarmungen sind groß, aber in die Hand der Menschen lass mich nicht fallen. Das ist eben ein Mann, der Gott wirklich kannte. Er hat sich, wie gesagt, so gebeugt unter die züchtigende Hand Gottes in all diesen Jahren, ab 2. Samuel 12, dieser dunklen Zeit in seinem Leben. Und für ihn war klar: In die Hand Gottes fallen, das ist das Beste, was es gibt. Aber bei den Menschen – Menschen können so ungerecht, so gemein, so treulos sein – das wollte er nicht.
Und für ihn war klar: Also nichts von in die Hand der Feinde fallen, wie das Gad so ausgeschmückt darlegt, die zweite Möglichkeit: Oder willst du drei Monate vor deinen Bedrängern fliehen? Das hat er genügend erlebt mit Saul, damit Elite-Soldaten auf ihn losgegangen sind die ganze Zeit, indem sie dir nachjagen. Nie mehr, das wollte er nie mehr. Oder soll drei Tage Pest in deinem Land sein? Dann war für ihn klar: die dritte Möglichkeit.
Die unterschiedlichen Berichte und ihr theologischer Sinn
Jetzt schauen wir uns noch die Parallelstelle an, in 1. Chronika 21, und es gibt Unterschiede. Diese Unterschiede erhöhen die Glaubwürdigkeit.
Es ist ganz wichtig, darauf zu achten, wer Chronika geschrieben hat. Wir wissen das. Das war Esra, dieser treue Priester Esra, der nach der babylonischen Gefangenschaft einen ganz besonderen Dienst in Israel tat. In Esra 7,10 lesen wir, dass er sein Herz darauf gerichtet hatte, das Wort Gottes, das Gesetz, zu studieren, zu erforschen und dann zweitens das auch in seinem Leben umzusetzen, es zu tun, und drittens Satzung und Recht in Israel zu lehren.
Esra, das wissen wir aus dem interessanten Traktat Baba Batra im Talmud. Der Talmud ist nicht Gottes Wort, aber er ist eine riesige Sammlung von rabbinischen Überlieferungen, und da findet man eben viele, viele Insiderkenntnisse aus dem Judentum. Gerade dieses Traktat Baba Batra hat einen wichtigen Abschnitt, in dem diverse Autoren von Bibelbüchern, von denen man denken würde, sie seien anonym, mitgeteilt werden. Da wird zum Beispiel erklärt, dass Richter, das Buch der Richter und natürlich ein großer Teil von Samuel und auch das Buch Ruth von dem Propheten Samuel geschrieben worden war. Dort erfahren wir eben, dass die Chronika durch Esra geschrieben worden ist.
Esra, dieser Priester, hatte ein ganz besonderes Herz für den Tempeldienst. Er war in Esra 7. Da kommt er aus der Zerstreuung zurück ins Land und hat einen ganz besonderen Dienst getan im Zusammenhang mit der Wiederaufrichtung des Gottesdienstes in Jerusalem, im Zusammenhang mit dem Tempel. Und jetzt verstehen wir, warum eben in 1. und 2. Chronika, das war ursprünglich ein Buch übrigens, das Thema Priestertum, Tempeldienst viel, viel betonter und ausführlicher behandelt wird als in 1. und 2. Könige.
Und dann kommt dazu: Übrigens, 1. und 2. Könige ist geschrieben von Jeremia, von dem Propheten Jeremia. Das erklärt übrigens auch, warum das letzte Kapitel, 2. Könige 24, praktisch identisch ist mit Jeremia 52, weil er eben auch der gleiche Autor war. Der Akzent ist also bei 1. und 2. Chronika auch stark auf der Gnade Gottes, und in 1. und 2. Könige ist mehr der Akzent auf der Verantwortung des Menschen.
Und noch etwas: In 1. und 2. Könige wird auch sehr stark der Akzent darauf gesetzt, dass sich das prophetische Wort erfüllt. Darum wird immer wieder erinnert: Wenn da oder an dieser oder an jener Stelle Prophetie in Erfüllung gegangen ist, wird das in den Königsbüchern sehr stark herausgehoben. Warum? Weil Jeremia eben Jeremia, der Prophet, war. Natürlich hatte er auch, er war auch aus priesterlichem Geschlecht, aber das mit dem Tempeldienst war eigentlich in seiner Zeit vorbei, das war ja alles nur noch eine Räuberhöhle. Und Jeremia, ihm ging es um das prophetische Wort in seinem Dienst, und das wird auch in den Königsbüchern betont. Das werden wir auch gleich sehen, wenn wir zu 1. Könige 1, 2, 3 kommen. Dieses spezielle Kennzeichen muss man beachten. Und dann hat man auch viel mehr Gewinn, wenn man eben Könige liest und wenn man Chronika liest und darauf achtet.
Vielleicht noch etwas: Die schreckliche Sünde von Salomo, der sich ganz von dem Herrn entfernt hatte für lange Zeit in seinem Leben, das wird in 1. Könige klar beschrieben. In Chronika findet man nichts davon. Wie geht das? Es ist so, dass Salomo eine Umkehr erlebt hatte am Ende seines Lebens. Die Gnade Gottes wich eben nicht völlig von ihm. Das hatte Gott schon David verheißt in 2. Samuel 7. Er hat ihm gesagt: Wenn dein Sohn in Sünde fallen wird, dann werde ich ihn züchtigen. Aber ich werde meine Gnade nicht von ihm weichen lassen, wie ich sie von Saul habe weichen lassen. Saul ging wirklich verloren. Der Mann hat sich nie bekehrt und hat keine persönliche Beziehung zu Gott gehabt. Darum sagte er auch immer, viele wissen das, zu dem Propheten Samuel: Dein Gott, dein Gott. Er sagt nie: Mein Gott.
Aber bei Salomo war das anders. Und trotzdem hatte er sich so schlimm entfernt. Aber er erlebte eine Umkehr, und das ist dokumentiert im Buch Prediger. Das schreibt er als alter Mann. Er schreibt darin, dass er das ausprobiert hat und das und das und das und das und das, in kurzen Abschnitten, und sagt dann am Schluss als Prediger, der zu dem Volk sprach, wie Kapitel 12 das zeigt, Prediger 12, dass er eben überall gesucht hat, Erfüllung zu finden, aber das ging nicht. Es ist alles Eitelkeit, das heißt leer. Hevel heißt Hauch, also nichts, wirklich sinnlos. Darum sagt er: Alles ist Hevel, und alles ist Havalim, das ist Eitelkeit der Eitelkeiten, total sinnlos.
Aber dann sagt er: Fürchte Gott. Das ist das Endergebnis. Fürchte Gott und halte seine Gebote, das ist der ganze Mensch. Man muss sich nach dem Wort Gottes ausrichten, sonst wird man nie Erfüllung finden im Leben. Und so hat er erlebt und hat das Volk gelehrt: Macht nicht meine Fehler nochmals nach. Es gibt ja Leute, die sagen: Am besten lerne ich durch Erfahrung. Aber das wünscht uns Gott nicht. Es ist traurig, wenn man die Schmerzen wiederholen muss, die andere schon erlitten haben. Und darum das Buch Prediger.
Also er kam zurück, und die Vergebung ist so vollständig, dass Esra eben die Geschichte des Königtums beschreiben konnte, indem er sogar diese dunklen Jahre wegließ. Ja, aber das hilft uns eben klar zu sehen, was das besondere Anliegen in den Königsbüchern ist und was in den Chronikbüchern.
Die Perspektive von Chronik und Könige
Und nun die Parallele: 1. Chronika 21,7-13.
Und diese Sache war böse in den Augen Gottes, und er schlug Israel. Und David sprach zu Gott: Ich habe sehr gesündigt, dass ich diese Sache getan habe. Und nun lass doch die Ungerechtigkeit deines Knechtes vorübergehen, denn ich habe sehr töricht gehandelt.
Und der Herr redete zu Gad, dem Seher Davids, und sprach: Geh hin und rede zu David und sprich: So spricht der Herr: Dreierlei lege ich dir vor, wähle dir eins davon, dass ich es dir tue. Und Gad kam zu David und sprach zu ihm: So spricht der Herr: Wähle dir entweder drei Jahre Hungersnot oder drei Monate hingerafft zu werden vor deinen Bedrängern, und dass das Schwert deiner Feinde dich trifft, oder drei Tage das Schwert des Herrn und Pest im Land, und dass der Engel des Herrn verderbe im ganzen Gebiet Israels. Und nun sieh zu, was für eine Antwort ich dem zurückbringen soll, der mich gesandt hat.
Und David sprach zu Gad: Mir ist sehr angst. Möge ich doch in die Hand des Herrn fallen, denn seine Erbarmungen sind sehr groß. Aber in die Hand der Menschen lass mich nicht fallen!
Merken wir: Es gibt einige Unterschiede in der Formulierung. Am deutlichsten wird hier gesagt: Wähle dir entweder drei Jahre Hungersnot, oder ... In 2. Samuel wird einfach gefragt: Sollen dir sieben Jahre Hungersnot in dein Land kommen?
Und nun ist das eben so wie in den Evangelien. Da werden in einem Evangelium Dinge weggelassen, im anderen werden sie erwähnt, und wenn man alles zusammennimmt, ergibt das das vollständige Bild. Aber es ist wichtig: Jeder Evangelist hat nicht einfach mal etwas geschrieben und mal etwas weggelassen, sondern das hängt immer zusammen mit der besonderen Botschaft jedes Evangeliums. Das ist bei Matthäus besonders der Herr als König, bei Markus als Knecht, bei Lukas als Mensch mit Betonung auf den Menschen und bei Johannes mit Betonung auf seine Gottheit dargestellt.
Und nun ist es eben so, dass das Ganze dynamisch ist. Gad kam zu David, und offensichtlich hat ihn das mit den sieben Jahren Hungersnot so erschreckt, dass Gad eben noch eine zweite Version geben durfte, eine abgeschwächte Version. Und da sagt er dann: Wähle dir! Zuerst wurde einfach gefragt: Sollen dir sieben Jahre kommen? Nein, sieben Jahre sind zu viel, aber das wird nicht berichtet.
Hier sagt er jetzt: Wähle dir entweder drei Jahre Hungersnot oder drei Monate hingerafft zu werden, oder dann drei Tage das Schwert. Und es wird gesagt: die Pest. Und es wird ausdrücklich gesagt: der Engel des Herrn, nicht ein Engel, der Engel des Herrn. Das heißt im Hebräischen Malach Adonai. Das ist Gott selber, der von Gott gesandt in diese Welt kommt, immer wieder im Alten Testament. Der Malach Adonai ist Gott, und zwar Gott der Sohn. Also der Malach Adonai wird das tun.
Und David betont dann: Mir ist sehr angst, möge ich in die Hand des Herrn fallen. Das finden wir nicht in Samuel, aber hier: Denn seine Erbarmungen sind sehr groß. Das passt eben wieder zur Chronika, wo die Gnade Gottes noch mehr betont wird als in Könige.
Und so erklärt sich das eben aus einer Dynamik des Gesprächs, und jeder macht quasi eine Momentaufnahme. Aber das Vollständige gehört zusammen, und David entscheidet sich für die Pest.
Gericht, Barmherzigkeit und der Engel des Herrn
Und jetzt schauen wir uns den weiteren Bericht an, in 2. Samuel 24,15. Da sandte der Herr eine Pest unter Israel, von morgen an bis zur bestimmten Zeit, und es starben vom Volk von Dan bis Beerscheba siebzigtausend Mann.
Und als der Engel, also Malach, hieß eben der Gesandte, der Bote. Wenn man es mit Engel übersetzt, hat man immer das Gefühl, das ist ein geschaffenes Geistwesen. Engel sind ja geschaffene Geistwesen, sagt Hebräer 1,14. Aber wenn eben von dem Malach Adonai die Rede ist, ist es eben nicht ein geschaffenes Geistwesen, sondern der ewige Sohn Gottes.
Und als der Bote seine Hand gegen Jerusalem ausstreckte, um es zu verderben, da reute es den Herrn. Der reute den Herrn das Übel, und er sprach zu dem Engel, der unter dem Volk verdarb, gewissermaßen spricht Gott der Vater zum Sohn: Genug, zieh jetzt deine Hand ab!
Bevor ich weitergehe, eine ganz interessante Parallelstelle in 1. Mose bei dem Gericht Gottes über Sodom und Gomorra: 1. Mose 19,23. Die Sonne ging auf über der Erde, als Lot in Zoar ankam, und der Herr ließ auf Sodom und Gomorra Schwefel und Feuer regnen, von dem Herrn aus dem Himmel. Und er kehrte diese Städte um und die ganze Ebene und alle Bewohner der Städte und das Gewächs des Erdbodens.
Genau lesen: Was steht hier? Der Herr mit Großbuchstaben. Im Hebräischen steht der Gottesname, Yahweh, der Ewigseiende, der Unwandelbare. Und der Herr ließ auf Sodom und Gomorra Schwefel und Feuer regnen, von dem Herrn aus dem Himmel. Und das ist wieder Herr mit Großbuchstaben. Ja, was, es gibt doch nur einen Herrn? Natürlich. Darum sagt das Glaubensbekenntnis Israels in 5. Mose 6, Schma Israel: „Adonai Elohenu, Adonai Echad“, höre Israel, der Herr, also Yahweh, unser Gott ist ein Herr. Und in derselben Tora lesen wir: Der Herr ließ Sodom und Gomorra Schwefel und Feuer regnen, von dem Herrn aus dem Himmel. Das ist der Herr auf der Erde und der Herr im Himmel, ja eben der Malach Adonai.
Er kam immer wieder, trat auf der Erde auf, in einer Gestalt, die für Menschen erträglich war, so dass sie nicht sterben mussten. Es gilt ja: Wer Gott gesehen hat, muss sterben. Und das hat auch Manoah, der Vater von Simson, gewusst, als eben der Engel des Herrn zu ihm kam. Und dann ist es so, dass er gesagt hat: Jetzt müssen wir sterben. Und seine Frau hat irgendwie verstanden: Nein, das kann nicht sein. Gott hat uns die Verheißung eines Sohnes gegeben, und den müssen wir aufziehen. Es kann ja nicht sein, dass wir jetzt sterben.
Es ist wirklich so, wie Blaise Pascal geschrieben hat in seinen Pensées: Le coeur a des raisons que la raison ne connait pas. Also das Herz hat Vernunftsgründe, die die Vernunft nicht begreift. Und so hat sie als Frau gesagt: Nein, es kann nicht sein, dass wir sterben müssen. Aber für den Mann war es klar, und sie mussten wirklich nicht sterben. Warum? Weil Gott eben erschienen ist in einer Gestalt, die erträglich war.
So erscheint immer wieder der Engel des Herrn auf der Erde. Und jetzt lesen wir also da bei Sodom und Gomorra: Der Herr ließ Feuer und Schwefel regnen von dem Herrn aus dem Himmel. Und da sieht man, dass in Gott mehr als eine Person ist. Da geht es wieder um Vater und Sohn.
Übrigens, in jeder Rabbinerbibel findet man die aramäische Übersetzung dazu: den hebräischen Text da daneben, die aramäische Übersetzung, und die ist ja ein bisschen kommentiert. Und da wird eben einmal gesagt: der Herr, und einmal wird gesagt: der Memra Dadonai, das Wort. Das macht klar: Auf der Erde war das Wort, der Sohn. Am Anfang war das Wort, das Wort war bei Gott, das Wort war Gott, und der Herr im Himmel, das ist der Vater.
Und hier eben auch ist es so, dass unterschieden wird: einerseits der Gesandte des Herrn, der aber der Herr ist. Und das sehen wir übrigens sehr, sehr deutlich in 1. Mose 16. Da spricht der Engel des Herrn zu Hagar, und plötzlich heißt es, dass sie den Namen des Herrn, der mit ihr redete, nannte: Du bist ein Gott, der sich schauen lässt. Ja, aber da wird gesagt, mit ihr hat ja der Engel des Herrn geredet, der Gesandte des Herrn. Und dort in diesem Vers heißt es, da nannte sie den Namen des Herrn, der mit ihr redete. Das ist klar: Der Gesandte ist der Herr.
Das haben wir also hier. Als der Engel seine Hand gegen Jerusalem ausstreckte, um es zu verderben, da reute den Herrn das Übel, und er sprach zu dem Engel, der unter dem Volk verdarb: Genug, zieh jetzt deine Hand ab. Der Engel des Herrn war aber bei der Tenne Aravnas des Jebusiters.
Und als David den Engel sah, der unter dem Volk schlug, sprach er zu dem Herrn und sagte: Siehe, ich habe gesündigt, und ich habe gesündigt, und ich, das Ich ist betont, ich habe verkehrt gehandelt. Aber diese Schafe, was haben sie getan? Es sei doch deine Hand gegen mich und gegen das Haus meines Vaters.
Jetzt hat er auch wieder die richtige Sicht auf Israel als seine Untertanen. Er sieht sie als Schafe und nicht mehr als Löwen in seiner Armee. Also er sagt: Was haben die Schafe getan? Ich bin verantwortlich, ich müsste eigentlich all die Konsequenzen tragen. Also nochmals bekennt er seine Schuld.
Ist das falsch? Er hatte ja seine Sünde schon bekannt, und damit ist sie auch vergeben. Das ist wichtig. 1. Johannes 1,9 lehrt: Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit. Also ist es nicht so, dass wir die gleiche Sünde immer wieder bekennen müssten. Aber wenn das jetzt jemand doch so getan hat, vielleicht sogar mehr als zweimal, ist das falsch? Nein, wenn es dir gut tut, darfst du es noch einmal sagen. Aber es wäre nicht nötig. Man dürfte wirklich wissen: Das erste Mal, dass bereut und bekannt zu haben, das gilt. Denn der Satz ist wirklich eine Verheißung: Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt.
Übrigens nicht treu und gnädig, das wäre ja auch richtig. Aber dort steht treu und gerecht. Warum? Weil der Herr Jesus für jede Sünde am Kreuz bezahlt hat, und Gott bestraft nicht zweimal für das Gleiche. Und darum, wenn Gott vergibt, dann ist er darin gerecht, weil er das Werk des Herrn Jesus eben als gültig anerkennt.
Ja, aber wir sehen, es ist hier angebracht: David sieht noch einmal die ganze Katastrophe, die er ausgelöst hat. Und natürlich wusste Gott, warum er genau diese 70 getroffen hatte. Das hat auch einen Grund. Aber David sieht: Meine Verantwortung ist bei mir, und ich habe dieses Eingreifen Gottes ausgelöst. Und da war es ihm nochmals wichtig zu sagen: Siehe, ich habe gesündigt und ich habe verkehrt gehandelt. Das ist noch etwas Zusätzliches. Er betont also: Ich bin wirklich der Hauptverantwortliche.
Und dann sehen wir aber die Reaktion in Vers 18, die Reaktion.
Die Einheit Gottes und die Gestalt des göttlichen Handelns
Bevor ich aber weitergehe, möchte ich ganz kurz noch ergänzen: Jetzt habe ich das gezeigt mit mehr als einer Person in der Gottheit, Yahweh im Himmel, Yahweh auf der Erde, in 1. Mose 19. Und wie geht das auf mit 5. Mose 6: „Höre Israel, der Herr, unser Gott, ist ein Herr“? Und das Wort „ein“ ist eben ein Wort, das nicht unbedingt eine absolute Einheit meint, sondern das wird so eindrücklich an manchen Stellen verwendet für eine zusammengesetzte Einheit, ganz besonders deutlich in 1. Mose 2,24: „Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen.“ Dawak heißt übrigens „ankleben“, und sie werden ein Fleisch werden, Bassar Echad.
Und davor ist das Glaubensbekenntnis im Wortlaut: Shema Yisrael, Adonai Elohenu, Adonai Echad. Also: „Höre Israel, der Herr, unser Gott, der Herr ist einer“, so sagt man das.
Und in 1. Er hat. Aber es ist ja schon so, dass man mit der Heirat nicht die Identität verliert, hoffentlich auch nicht, das will Gott nie. Das ist Buddhismus und Hinduismus, wo man die Identität einmal verlieren soll, nicht wahr? Das Ziel, die Buddhisten und die Hindus, die warten als ihr Endziel das Nirwana. Oder die Buddhisten sagen, Nibbana ist dasselbe. Und das ist ein Sanskrit-Wort, ein Partizip, das bedeutet: ausgelöscht, Kerze ausgelöscht. Das ist das Ziel, eine so rauchende Kerze zu werden. Es ist unglaublich. Und die Buddhisten machen Rituale, dass sie das einmal werden. Es ist schrecklich. An Beerdigung, was haben die für eine Hoffnung? Eben gar keine.
Und ich durfte das mal erleben, dass ich an eine buddhistische Beerdigung eingeladen wurde, um noch ein Wort zu sprechen. Aber die ganzen Rituale, die waren schon vorbei. Also der Mönch war vorbei, ich habe von dem gar nichts mehr mitbekommen. Aber die ganze Verwandtschaft, die blieb ja zusammen. Und dann sollte ich noch eine Traurede halten. Das war schon dramatisch, ein 18-Jähriger, der in Nordthailand, der hat einen Todesfall erlebt mit seinem Motorrad. Und dann konnte ich über Gott, den Schöpfer, sprechen. Das kennen Sie gar nicht. Man lernt im Buddhismus, man soll nicht über den Anfang der Welt nachdenken, das verhindert die Erleuchtung.
Und dann konnte ich über den Schöpfer sprechen, der alles das erschaffen hat. Ich habe dann so ein bisschen ausgeführt, was Gott alles gemacht hat. Wir waren draußen in der Natur, also nicht irgendwo in einem buddhistischen Tempel. Ja, und dann habe ich auch erklärt von unserer Erfahrung, wie wir unseren ersten Sohn verloren haben durch einen Unfall, er war 24 usw. Und ich konnte über die christliche, biblische Hoffnung durch das Evangelium sprechen und auch über die Auferstehung. Unsere Identität geht nicht verloren, nie, eben beim Heiraten nicht und auch in Ewigkeit nicht.
Und ich war dann froh, die Rückmeldung war, dass es diesen Buddhisten offensichtlich gefallen hat. Ja, hoffentlich auch. Eben, das ist so etwas Schreckliches. Und darum, das war ein kleiner Exkurs aus Bassar Echad: Man ist in der Ehe immer noch zwei Personen. Das ist ganz wichtig, denn in Sacharja 12 heißt es ja, wenn der Messias wiederkommen wird und sie werden auf ihn blicken, den sie durchbohrt haben, da wird ganz Israel klagen und weinen. Und dann heißt es: die Frauen für sich, die Männer für sich, die Frauen für sich, die Männer für sich, die Frauen für sich, die Männer für sich und so weiter. Man kann es selber nachlesen. So ausdrücklich wird das gesagt. Warum werden da die Ehepaare aufgeteilt? Weil jeder selber Buße tun muss.
Also eben: Indem man Bassar Echad wird in der Ehe, ist nicht die persönliche Beziehung des Herrn plötzlich fertig. Es gibt nur noch zusammen eine Beziehung. Das ist wichtig. Darum ist es absolut notwendig, dass Ehepaare zusammen beten. Und das ist so etwas Wichtiges. Aber es braucht auch die persönliche Beziehung und das persönliche Bibellesen, auch das persönliche Beten.
Also, und jetzt verstehen wir: Der Herr, unser Gott, ist ein Herr. Aber das bedeutet, dass in der Gottheit eben drei Personen sind, ein Herr, ein Yahweh, aber es gibt drei Personen. Und jetzt hier interessant: Wenn wir zurückkehren zu 2. Samuel 24, als der Engel seine Hand gegen Jerusalem ausstreckte, um es zu verderben, da reute den Herrn das Übel. Also: Der Sohn Gottes war als Richter hier daran, das Gericht über Jerusalem zu bringen, und Gottvater sagt: Genug, zieh jetzt deine Hand ab.
Nun macht man nicht den Beziehungsgedanken von hier zu 1. Mose 22. Dort streckt einer die Hand aus, es ist Abraham, der Gott, den Vater darstellt, der bereit ist, seinen einzigen Sohn zu geben. Abraham streckt seine Hand aus, um den Sohn als Opfer zu schlachten und dem Herrn zurückzugeben. Und dann ruft wer vom Himmel und stoppt ihn? Der Engel des Herrn. Das ist der Herr Jesus, der ihn stoppt: genug. Ja, weil das Opfer von Isaak hätte ja nichts bewirken können. Und darum gibt ja Abraham schlussendlich diesem Ort in 1. Mose 22 den Namen Adonai Jirei. Der Herr wird sich ausersehen, in der Zukunftsform ein Opfer. Und das Opfer sollte der Malach Adonai, der Sohn Gottes, sein, der ihn da gestoppt hat vor einem Gericht, das eben nicht sein sollte. Und hier ist es Gott der Vater, der sich erbarmt. Wir sehen: Das Herz des Vaters ist genauso wie das Herz des Sohnes.
Der Tempelplatz, das Opfer und die bleibende Bedeutung des Kaufs
Und nun lesen wir weiter: Der Engel des Herrn oder der Bote des Herrn war aber bei der Tenne Arravnas des Jebusiters. Das war eine Tenne auf dem späteren Tempelplatz, und wir können sie schön lokalisieren. Wieso? Eine Tenne baute man nicht auf einer Bergspitze, sondern unterhalb einer Bergspitze. Warum? Weil die Tenne ein Platz ist, der zuerst noch richtig flach und hart gestampft ist. Und dann ist es ja so, dass man das gedroschene Getreide mit der Gabel am Boden aufwirbelt. Dann werden durch den Wind, der durch die Tenne geht, die leichten Teile weggetragen, und die schweren Teile fallen herunter. Aber die schweren Teile sind ja auch unterschiedlich leicht oder unterschiedlich schwer. So fallen die schweren Körner sofort herunter, aber leichtere könnten auch noch etwas mit dem Wind weitergetragen werden. Darum wurde, wenn man das jeweilig machte, unterhalb von einer Bergspitze gedroschen. Dann wurde je nachdem Wertvolles noch aufgehalten, so dass es nicht irgendwo wegging.
Und es ist so, wie wir gleich sehen werden: An dieser Stelle der Tenne sollte David einen Altar bauen, und das sollte die Stelle werden für den Altar im Salomotempel.
Jetzt sehen wir hier den Tempelplatz. Ich nehme hier den Laserpointer und erkläre kurz: Da haben wir die 144 Quadratmeter des Tempelplatzes des Zweiten Tempels. Hier im Süden sieht man die El-Aksa-Moschee, und hier so im zentralen Bereich den Felsendom. Der ist gebaut rund um einen grossen Felsen, der die natürliche Bergspitze darstellt von diesem Berg, der genannt wird Moria, wenige Male und meistens Zion. Moria und Zion ist in der Bibel derselbe Berg, der Tempelberg. Und nun: Dieser Berg, dieser Fels, ist der höchste Punkt, 743,7 Meter über Meer. Und damit war die Tenne Aravnas eben nicht hier, auf diesem Fels in etwa, sondern unterhalb. Und wir wissen heute das gesamte Layout des Tempels, und darum wissen wir ganz genau, auf welchen Quadratmetern der Altar war. Sieht man hier auf dem Bild in östlicher Richtung da noch einen kleineren Dom, das ist der sogenannte Kettendom, und der Altar war gerade da beim Kettendom. Das ist die Stelle.
Jetzt möchte ich das ein bisschen ausführlicher zeigen. Wir fliegen um den Tempelberg zusammen. Wir sehen die El-Aksa-Moschee jetzt so mehr und mehr von der Seite. Wir sehen gleich auch die Südostecke, da war einst die Zinne des Tempels, und eben den Felsendom mit dem Kettendom, und dort war eben der Altar.
Ja, das war jetzt eine kurze Reise. Das kann man jetzt heute halt nicht mehr machen, solche Flüge um den Tempelberg herum. Militär ist ein bisschen ein Problem. Aber vor Jahren habe ich das mal gemacht mit einem kleinen Flugzeug. Das ist also nicht diese Aufnahme, da hatte ich nur so eine Klick-klack-Kamera. Aber der Pilot hat mir doch erlaubt, ich dürfe das Fenster aufmachen und so fotografieren. Es gab mir schon Mühe, dass die Kamera nicht runterfiel. Das wäre auch nicht ganz ohne gewesen. Da sind wir ein paarmal rundherum geflogen, und da war auch unsere älteste Tochter mit dabei. Die hatte ich zur Beziehungsvertiefung. Ich habe ein Kind um das andere mitnehmen wollen nach Israel. Habe ich die alleine mitgenommen. Die war aber hinten, ich vorne beim Piloten, und die hatte den ganzen Fahrtwind im Gesicht. Also die hat mir dann zwar Sex, aber die hat mir dann schon erklärt, dass sie da gar nicht zufrieden war. Aber das Problem ist in der Zwischenzeit schon längst gelöst.
Ja, jetzt hier auf dem Bild nochmals sehen wir mit dem Pfeil die Stelle, wo der Altar war, genau dort. Und jetzt lese ich in Vers 18, 2. Samuel 24,18: Und Gad kam an jenem Tag zu David und sprach zu ihm: Geh hinauf, errichte dem Herrn einen Altar auf der Tenne Aravnas des Jebusiters. Und David ging hinauf nach dem Wort Gads, so wie der Herr geboten hatte, hinauf natürlich auf den Tempelplatz. Und Aravna blickte hin und sah den König und seine Knechte zu sich herüberkommen. Da ging Aravna hinaus und beugte sich vor dem König nieder mit seinem Gesicht zur Erde. Und man muss wissen, das war ein Jebusiter. Die Jebusiter waren ein Stamm des Volkes der Kanaaniter, das war ein Kanaaniter. Aber er hatte ja wirklich eine gute Beziehung zu David.
Und Aravna sprach: Warum kommt mein Herr, der König, zu seinem Knecht? Und David sprach: Um die Tenne von dir zu kaufen, um dem Herrn einen Altar zu bauen, damit die Plage vom Volk abgewehrt werde. Da sprach Aravna zu David: Mein Herr, der König, nehme und opfere, was gut ist in seinen Augen. Siehe, die Rinder sind zum Brandopfer, und die Dreschwagen und Geschirre der Rinder zum Holz. Alles das, o König, gibt Aravna dem König. Grandios, er bietet ihm alles gratis an. Kannst du haben, wir machen kein Immobiliengeschäft. Und sogar für die Opfer ist da gesorgt. Und die Reaktion von David ist eindrücklich.
Vers 24: Aber der König sprach zu Aravna: Nein, sondern kaufen will ich es von dir für den Preis. Und ich will dem Herrn, meinem Gott, nicht umsonst Brandopfer opfern. Und David kaufte die Tenne und die Rinder für fünfzig Schekel Silber. Und David baute dort dem Herrn einen Altar und opferte Brandopfer und Friedensopfer. Und der Herr liess sich für das Land erbitten, und die Plage wurde von Israel abgewehrt.
Übrigens noch zum Schluss: Israel bedeutet hier in 2. Samuel manchmal das ganze Volk Israel von zwölf Stämmen, und manchmal bezeichnet es die zehn Stämme. Nicht wahr, das hatten wir in 2. Samuel 24,9: Und Joab gab dem König die Zahl des gemusterten Volkes an, und in Israel waren 800 Kriegsmänner, die das Schwert zogen, und die Männer von Juda waren 500 Mann. Da wird unterschieden zwischen Israel und Juda. Wir haben gesehen, in 2. Samuel 6 wird einfach gesagt 30 in Israel. Und wir haben gesehen, das war eine besondere Elitetruppe, die gehört aber zu Juda. Und dort wird doch gesagt Israel, weil Israel überhaupt das Volk bezeichnen konnte, Juda eingeschlossen. In 2. Samuel 24,9 hat Israel die Bedeutung zehn Stämme im Kontrast zu Juda, das ist eben der Königstamm, der für sich steht. Und hier wieder, dass die Plage von Israel abgewehrt wurde, bedeutet eben von dem ganzen zwölfstämmigen Volk. Da hat Israel die Bedeutung von zehn Stämmen plus Juda und Benjamin. Also man muss von Stelle zu Stelle unterscheiden.
Es ist aber doch wichtig, dass man sieht, dass sich lange bevor das Volk Gottes nach dem Tod von Salomo in das Zehnstämmekönigreich und das Königreich der südlichen Stämme Juda gespalten hat, schon diese Unterscheidung machte. Das heisst, der Riss im Volk Gottes hatte sich schon längst abgezeichnet. Nicht einfach aus dem Nichts heraus, als nach dem Tod Salomos diese Spaltung durchgesetzt wurde. Und darum ist es wichtig, dass man eben auf solche Risse achtet, bevor eine Gemeinde vollständig gespalten ist. Oft ist das eine Vorgeschichte, dass ein Riss aus allen möglichen Gründen schon da ist. Und diese Risse müssen geheilt werden, damit eben eine Trennung verhindert wird.
Und das sagt Paulus übrigens auch im 1. Korintherbrief. Die Gemeinde war zusammen, und trotzdem waren da viele Risse drin. Es gab die, die des Paulus waren, die des Apollos, die des Kephas, und dann die, die sagten: Wir sind des Christus. Die Risse waren schon längst da, und er sagt in Kapitel elf: Es müssen Spaltungen unter euch sein. Und dieses Muss ist übrigens ein göttliches Muss, entsprechend im Johannesevangelium: Er muss durch Samaria gehen. Oder: Der Sohn des Menschen muss erhöht werden. Und Paulus sagt: Es müssen Spaltungen unter euch sein, damit die Bewährten offenbar werden. Plötzlich, in einer Situation, wo eben der Riss schon da ist, wie man hier sieht: Israel und Juda. Da werden die Bewährten offenbar. Und plötzlich werden solche eben aktiv, die vielleicht vorher nicht aufgefallen sind, die verbindende, heilende Bedeutung haben.
Ja, das nur so kurz.
Der Preis des Heiligtums und die bleibende Eigentumsfrage
Jetzt wollen wir uns zum Schluss noch auf diesen Kauf konzentrieren. David will kaufen. Das ist ganz wichtig, denn jetzt können wir auch 3000 Jahre später sagen, was den Tempelplatz anbetrifft: Das hat König David gekauft. Und dieses Immobiliengeschäft von den Kananittern an Israel, das gilt heute noch. Das ist nicht aufgehoben worden.
Aber wir haben vielleicht ein Problem, wenn man genau liest. Hier steht beim Kaufpreis in Vers 24: Und David kaufte die Tenne und die Rinder für fünfzig Schekel Silber. Aber jetzt müssen wir eine Überraschung erleben. In 1. Chronika 21 steht in Vers 25: Und David gab Ornan, das ist übrigens eine andere Namensform, Aravna, Ornan, es ist aber die gleiche Person, für den Platz sechshundert Schekel Gold an Gewicht.
Bitte, jetzt gibt es wieder einmal eine Aufgabe, aber nicht für die nächsten paar Stunden, sondern sofort. Ich möchte die Lösung. Da steht doch 50 Schekel Silber, da steht 600 Schekel Gold. Das ist nun einfacher als das mit dem Heer. Da muss man nicht diese und jene Stellen noch finden, mit der Reservearmee, mit der Berufsarmee, mit der Spezialgruppe usw. Sondern hier muss man einfach genau lesen. Oft reicht das schon.
Und David kaufte die Tenne und die Rinder. Also die Tenne und die Rinder bezahlt er mit fünfzig Schekel Silber. Ein Schekel ist so ganz grob gesagt um die zehn Gramm Silber. Aber in 1. Chronika heißt es, er kauft den Platz, den ganzen Tempelplatz, eben für sechshundert Schekel Gold. Ein stattlicher Preis. Das hat dem Aravna, dem Ornan, etwas gebracht. Aber es geht darum, dass David dann hier wirklich als ein Opfer Gott ein Opfer darbringen konnte, das nicht einfach billig war.
Und so ist das Opfer des Herrn Jesus zur Vergebung der Sünden, das eben durch das Opfer hier auf dem Altar des zukünftigen Tempels dargebracht wurde, ein Hinweis auf Golgatha. Und Gott hat den größten Preis bezahlt. Darum steht auch in 1. Korinther 6 am Schluss: Ihr seid um einen Preis erkauft, einen unschätzbaren Preis. Und Petrus sagt in 1. Petrus 1,18: Indem ihr dieses wisst, dass ihr nicht mit verweslichen Dingen, mit Silber oder Gold, erlöst worden seid von eurem eitlen, von den Vätern überlieferten Wandel, sondern mit dem kostbaren Blute Christi.
Gott hat den größten Preis bezahlt. Darum war es einfach wichtig, in diesem kleinen Bild, dass David sagte: Nein, so einen Kauf will ich. Es muss wirklich ein Preis sein. Aber das Ganze ist wichtig, weil bis heute eben umstritten ist: Wem gehört der Tempelplatz? Und wir wissen, dass in der Bibel dokumentiert ist: 2. Samuel 24, 1. Chronika 21. Da wurde schon längst bezahlt, und die Eigentümerschaft ist klar. Israel hat das nie verloren, sondern Gott rechnet es Israel zu. Darum wäre eigentlich die Streitfrage biblisch schon längst geklärt.
Ja, nun wollen wir an dieser Stelle schließen.
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