Einleitung
Wir lesen nun den Predigttext von den heutigen Sonntag: Epheser fünf von
Vers acht bis Vers 14.
Wieder spricht Paulus im ganzen Zusammenhang davon, dass wir im Lichte
Gottes leben sollen, alles in sein Licht bringen und seinem Licht
aussetzen:
Ihr wart früher Finsternis, nun aber seid ihr Licht in den Herren. Lebt als
Kinder des Lichts. Die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit
und Wahrheit, prüft was dem Herrn wohlgefällig ist, und habt nicht
Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis, deckt sie
vielmehr auf. Es heißt dort im alten Luthertext: Straft sie viel mehr –
die Werke der Finsternis", denn was von ihnen heimlich getan wird, davon
auch nur zu reden, ist schändlich. Das alles aber wird offenbar, wenn es
vom Licht aufgedeckt wird. Denn alles was offenbar wird, das ist Licht.
Ein ganz gewaltiger Satz: Alles, was aufgedeckt wird, auch das Böse und
Unheimliche, das wird zum Licht." Darum heißt es: wach auf, der du
schläfst, und stehe auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten.
Mir gefallen jetzt immer wieder, liebe Gemeinde, wie Morgenlieder so sehr.
Da wird das beschrieben, wie das ist, wenn morgens der Tag anbricht, die
Sonne kommt. Also, ich lag da vorhin noch im Bett müde schlafend, aber nun
steh ich, bin munter und fröhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht. In
all den Morgenliedern ist das so wunderbar beschrieben. Und es ist ein
Stück Vorgeschmack der himmlischen Herrlichkeit. Nach Meeresbrausen und
Windessausen leuchtet der Sonne gewünschtes Gesicht. Also, ich genieße auch
diese herrlichen Sommertage, und freue mich daran, wie das jeden Morgen neu
ist: Strahlendes Licht, strahlende Helligkeit. Aber ich weiß, wie viele
unter uns das anders empfinden. Und die sagen, das ist nur äußerlich, und
das hilft mir sehr wenig. Das sind die Kranken, die unter der Hitze stöhnen
und leiden, und die sagen, bei mir ist es ganz dunkel, bei mir ist's
zappenduster. Ich warte immer, ob irgendwo am Horizont das Licht mir
aufgeht, aber da kommt keins, es bleibt dunkel. Und noch viel mehr diese
Menschen, die unter den seelischen Bedrückungen leiden, das ist auch so ein
Gefängnis der Dunkelheit und der Finsternis, da sitzt man drin, und man
wartet auf den Silberstreif am Horizont, und er taucht nicht auf. Und das
tut dann weh, wenn dann einer so redet wie ich gerade, und sagt, das ist
doch herrlich. Die Sonne geht auf, guckt doch raus, was ist das für ein
Tag. Und der Paulus sagt: ihr seid Kinder des Lichts! Und der sagt das auch
zu den Kranken, und der sagt das auch zu den Bedrückten und Traurigen und
Verzweifelten und Mutlosen: Ihr wart früher Finsternis, aber jetzt seid ihr
Licht.
Wie wird unser Leben ganz vom Licht durchdrungen?
Also, mein erster Punkt: Wie wird unser Leben ganz vom Licht durchdrungen?
Wie geht das, wie ist das möglich?
Bleiben wir einmal stehen bei denen unter uns, die sagen, die Finsternis
ist eine unheimliche Macht. Das ist ganz anders, als nur der äußere
Sonnenschein, und das Licht, das man anknipst. Die Finsternis ist eine
erfahrbare Macht. Und viele der Älteren sagen: Ich habe früher, wie ich
jung war, gar nicht gewusst, was Dunkelheiten, Finsternis ist. Ich kannte
zwar Sorgen und Nöte, aber wenn die Finsternis kommt, und einen in diese
Abgrundtiefen hinunterstürzt, in diese Löcher, aus denen man doch gar nicht
mehr herauskommt, wo man gar nicht mehr weiß, wie es hell werden kann, auch
in den Krankheiten empfinden wir das so mit der Finsternis, und das hat
einen ganz einfachen Grund: Wissen sie, wir verdrängen das ein Leben lang,
dass wir von der Finsternis umgeben sind. Eigentlich ist unsere ganze Welt
– eine sehr dunkle Welt, eine sehr unheimliche Welt. Unser Leben ist
rätselhaft, und die Freuden, die wir schon im Kinderleben erfahren, und
dann später, die unser Leben schön machen, dass oft so kleine Lichter, die
es etwas erleuchten. Die Bibel ist so großartig, wenn sie das beschreibt,
dass bei der Schöpfung der Welt Finsternis da war, und die Finsternis das
Chaos bedeckt. Und auch im Prophetenwort, wir erinnern uns in den
Adventstagen immer wieder daran: Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel
die Völker. Es wird mich einmal in meiner Sterbestunde, und dann auch schon
in der schweren Krankheit, sehr treffen, wenn ich Angst habe, wo falle ich
denn hin? In welche Abgründe fliege ich? Vor ein paar Tagen hörte ich einen
lustigen Mann sagen zu einer älteren Frau, hat er gesagt: Was Oma, wenn du
mal aufwacht, und nichts tut mehr weh, dann bist tot. Lustig. Aber wenn wir
aufwachen, und es ist ganz, ganz dunkel, dann sind wir im Reich der Toten,
wie die Bibel sagt, wo es keine Erlösung und keine Hoffnung gibt, fern von
Gott. Dunkel und finster. Und das verdrängen wir oft und wollen's nicht
wahrhaben, und vergessen es. Und dann bricht das auf, und wir spüren, jetzt
zerbricht meines Lebens Licht, ja, die Flamme verlöscht, was bleibt denn
dann, ich falle in diese dunkle Tiefen hinein. Wie wird das denn Licht?
Weil Paulus das so mutig sagt, ihr seid Kinder des Lichts. Ihr seid Kinder
des Lichts. Da muss ich einen kleinen, interessanten Beitrag geben, das tut
zwischendurch ganz gut: Es kommt ja immer wieder in so Magazinen,
Illustrierten manchmal so, das Jesus-Thema wieder hoch und dann wird immer
wieder so Konstruktion gemacht, ob Jesus nicht vielleicht doch von dem
Kloster in Qumran am Toten Meer her stammt, immer der gleiche Witz, weil,
die haben ja auch vom Licht gesprochen und hatten den Begriff der Söhne des
Lichts. Und dann, nur wegen diesem einen Wort, konstruiert man so einen
Unsinn, Jesus stamme vom Toten Meer und gehöre zur Sekte der Qumranleute.
So können sie genauso sagen Jesus war ein Anthroposoph. Die reden auch vom
Licht. So ein Unsinn. Sondern was meint denn Paulus, wenn er von den
Kindern des Lichts redet? Welche Kinder des Lichts? Dann meint er das, dass
er allein dieses Licht geben kann. Dass er es allein hell macht in unserer
Finsternis: Ich bin das Licht der Welt. Er hat einen hellen Schein in
unsere Herzen gegeben, dass durch uns das Licht in die finstere Welt
hineinstrahlt. Gott sprach damals, als die Finsternis die Erde bedeckte,
vor der Erschaffung der Welt: es werde Licht. Und Jesus kann das Licht
machen. Ich möchte das ihnen so deutlich sagen, weil ich immer wieder in
den christlichen Blättchen höre: Durch die Taufe sind wir Kinder des Lichts
geworden. Also, für die meisten von Ihnen war die Taufe ein Vorgang, an den
Sie sich nicht zurück erinnern. Und das stimmt dann eben nicht, dass wir
damit Kinder des Lichts geworden sind. Wir sind dennoch oft ganz massiv
Leute der Finsternis. Und ich kann das nie verstehen, wenn man in der
Verkündigung in Kirchen immer so tut, als ob die automatisch an uns
vollzogene Taufe etwas wäre, die etwas hell machen könnte, dann wundern
sich die Menschen, warum sie das nicht fühlen, spüren, sondern die
Verbundenheit mit Jesus, die uns die Taufe bezeugt, die ich aber ergreifen
muss durch eine Glaubensentscheidung, die macht mich zu einem Kind des
Lichts. Die verändert mich. Wenn Jesus in meinem Leben Raum findet, und bei
mir einkehren kann, und mein Herr ist. Dann ist das aber auf einmal anders
und neu geworden, dann auf einmal bin ich ein Mensch des Lichts. Das ist
ganz wunderbar. Ein Christ ist einer, der nicht mehr allein lebt, sondern
der in aller Dunkelheit seines Lebens mit Jesus ist, der weiß, jetzt ist
Jesus da bei mir. Ich bekam vor ein paar Tagen einen erschütternden Bericht
von zweien unserer Krankenschwestern, von Christliche Fachkräfte
International", die am Zikila im Orma-Gebiet in Kenia einen
Basisgesundheitsdienst ganz abgelegen bei einem Muslimstamm tun. Und da war
ein Überfall von Schipkas, das sind somalische Räuberbanden, die stehlen,
und vor allem Kühe und Kamele klauen. Der Missionar, der dort noch in dem
Stamm ist, der war gerade dabei, den Zementboden auszubessern, und hatte
deshalb die Wohnzimmertüre abgeschlossen. Das wurde ihm zur Rettung, denn
er hörte plötzlich draußen Stimmen poltern an die Türe, und er hatte
abgeschlossen, und nahm nur die drei Kinder, und sperrt sie in die Dusche,
und sagt, legt euch flach auf den Boden, seine Frau legte sich in der
Toilette auf dem Boden und eine dreiviertel Stunde wird sein Haus
beschossen. Über 40 Einschläge, zwei direkt im Schlafzimmer neben dem Bett,
und unsere zwei Schwestern im Nebenhaus hören das alles, und sie schreiben
uns, wir lagen auf dem Boden, und hatten mit unserem Leben abgeschlossen.
Aber ich hab das noch nie so erlebt, dass Jesus da ist. Mir wurde der Psalm
91 so groß: Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt, von den Pfeilen, die
des Tages fliegen. Und die sagte: Gibt es überhaupt Zufälle? Gerade in dem
Moment kamen zwei kenianische Polizisten durch unser Dorf mit einer
Maschinenpistole, und schließlich mussten die Räuber abziehen, ohne dass
einem von uns ein Haar gekrümmt wurde, Jesus ist da. In der Dunkelheit, in
der Finsternis. Aber jetzt müssen sie aufpassen, dass sie dann nicht sagen,
ja also gut, wenn es mir gut geht, wenn ich gesund bleibe, dann ist das ein
Zeichen seiner Nähe, sondern wir Christen sagen umgekehrt: Er kann mit mir
auch durch die Hölle durch. Bei dir, Gott, sagt der Psalm 139 ist die
Finsternis nicht mal mehr finster. Da ist die Finsternis hell, mit dir kann
ich sogar durch die Hölle durch. Wenn Du dabei bist, ist alles hell. Da
kann ich durchs Leiden und durchs Sterben gehen, du bist da. Und wenn ich
im Lichte Gottes bin, dann werden mir auch all' meine Mängel, meine Fehler,
erst bewusst, meine Versäumnisse, und meine Schuld. Wenn ich im Licht
Gottes stehe, wenn wir im Licht Gottes wandeln, so habe ich Sie im
Eingangsspruch begrüßt, dann sehen wir auch all die schweren Übertretungen
der Gottesordnungen. Aber gerade dann freue ich mich: Jesus ist da, und ich
stehe unter seinem Kreuz. Und er macht durch sein Blut mich frei und los
von aller Schuld. Ich gehöre ihm auch, wenn ich ein Übertreter bin, ein
Frevler, ein sündiger Mensch, ich gehöre ihm. Das macht meine Finsternis
licht. Und wenn Sie sagen, wie kann ich denn Finsternis überwinden, da
müssen Sie die Leute von Qumran fragen. Die wussten eben nichts, als dass
man Gesetzestreue macht, und alle Ordnungen Gottes erfüllt. Und da können
Sie die Religionen der Welt fragen, da können Sie die Psychologen fragen:
wird es denn hell? Und die Ärzte. Aber ich bin so froh, dass Jesus alle
Finsternis licht macht, dass er mich hineinnimmt in seinem Gottesfrieden:
Ihr seid Kinder des Lichts. Die Weltraumforscher, die haben ja
rausgebracht, dass unser schöner Mond, der abends leuchtet, nichts weiter
ist als ein sehr steiniger Planet, und mit sehr viel Staub und Dreck
bedeckt. Wenn ich abends zum Mond aufschaue, sage ich, das kann nicht sein,
der ist so wunderschön: Der Mond ist aufgegangen, da wird man ganz
romantisch. Wie der golden leuchtet! Ich sage, das geht nicht, er ist doch
voller Dreck und Staub, und doch leuchtet er so wunderbar strahlend. Ja das
ist die Sonne, die Sonne, die diesen Haufen von Dreck und Steinen
beleuchtet. Sehen Sie, so ist es bei uns. Wir Christen wollen nie so tun,
als ob wir besser wären, als andere in der Welt. Wir Christen sind kein
Deut besser als die gefallenen Leute in der Welt. Ob das Drogenhändler oder
Kriminelle sind. Da mag es Gradunterschiede geben, im Herzen sind wir fern
von Gott. Aber das Wunder, wenn Paulus sagt, ihr seid Kinder des Lichts.
Dann meint er, da scheint doch die Sonne Jesus drauf, und das gibt ein
Leuchten. Er hat mich lieb, er lässt mich nicht los, er hat meine Schuld
vergeben, das ist das wunderbare Leuchten des Lichtes, was uns dann dazu
führt, dass wir das Licht in diese Welt hineinstrahlen dürfen. Ich trenn
das immer ein wenig, damit das auch lehrhaft wird in der Predigt und damit
wir das auseinandernehmen können.
Wir dürfen der Finsternis keinen Raum geben
Ich möchte jetzt im zweiten Punkt anfügen: Wir dürfen der Finsternis keinen
Raum geben.
Die schweren Geschehnisse, wie Krankheit, Leiden und Not, die sind ja nicht
bloß schicksalshafte Begebenheiten in unserem Leben. Oft sind sie in sich
auch gar nicht sehr dunkel, sondern erst durch unser Herz werden sie so
schwer. In der Krankenzeit, da kommt der Aufruhr, der Hader mit Gott, der
Zweifel, die Bitterkeit, und dann wird es finster. Unser Leben ist oft
durchzogen von so viel Dunkelheit, und wir sind immer mit schuldig. Die
Finsternisse sind nicht bloß schicksalshafte Ereignisse, sondern durch uns
leider sehr gefüllt, geprägte Zeiten unseres Lebens. Und wir können dann
auch gar nichts mehr tun, wenn diese dunklen Zeiten so ablaufen. Die Bibel
sagt das ja immer wieder, dass die Finsternis satanische Mächte sind, denen
wir ausgeliefert sind. Sagen Sie nie, wir seien willenlos denen
ausgeliefert. Wir machen das ja ganz bewusst, wir steuern das ja. Und da
kommen in unserem Kopf die bösen Gedanken, die Zwietracht, und der Neid,
und dann stehen wir oft jahrelang drin, und wir wollen uns nicht lösen, und
wir können uns auch gar nicht lösen von diesem dunklen Zeug. Wenn sie die
Tagesschau angucken, und die schrecklichen Bilder von Bosnien sehen,
verstehen Sie, wenn ich Ihnen sage, hinter diesen dunklen Geschehnissen
stehen auch sehr viel Finsternismächte, satanische Finsternismächte. Ohne
dass wir Menschen deshalb die Verantwortung von uns weg schieben können.
Darum ist man auch so wehrlos, was soll man denn tun? Die ganze Welt liegt
unter der Finsternis Satans. Mein Leben ist von diesen Finsternismächten
umgeben. Und das geht noch viel weiter, als ich im ersten Teil beschrieben
habe: Mein Herz, mein Denken, mein ganzes Wünschen hat teil an dieser
Finsternis. Wissen sie, wenn man in Bosnien das mit Raketen und mit Bomben
auslöschen könnte, bändigen könnte, wäre prima, wär ja ganz einfach. Wenn
man nur eine Gruppe von Menschen in der Welt ausmerzen müsste, dann gäbe es
nichts Böses mehr. Aber das sitzt ja in unseren Herzen drin. Da ist die
Bibel so unbestechlich und sagt: Da aus der Tiefe kommt das immer wieder
heraus, diese dunklen Dinge. Darum ist es für uns Christen so arg wichtig,
dass wir es ins Licht Jesu bringen, unser ganzes böses Wesen. Der Streit,
und die dummen Gedanken, ich leide sehr darunter, dass wir in unseren
Gemeinden so wenig Gespräche über unser Versagen haben, seelsorgerliche
Gespräche. Das gibt Befreiung, wenn wir es im Licht Jesu bereinigen,
loslösen und frei werden. Dass das Licht Jesu uns wirklich bescheinen kann.
Wir sind oft so verkrampft, dass wir uns gar nicht lösen. Und ich möchte
sie auch bitten, gehen Sie nicht das Abendmahl, wenn Sie nicht bereit sind,
mit allem Dunklen in ihrem Leben wirklich zu brechen, und zu sagen ich will
nicht nachtragen, ich will nicht in der Bitterkeit verharren gegenüber
meinen Eltern, ich will nicht den Streit weiterziehen, ich will jetzt
sprechen auch in meinem Leben mit allen schmutzigen Dingen, die mich immer
wieder so belasten, ich will frei werden. Paulus sagt da: Die Frucht des
Lichts, die Frucht des Lichts ist Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. Wo
das Licht Jesus in ein Leben hineinleuchtet, da muss das dann plötzlich wie
eine selbstwachsende Frucht hervorkommen aus einer Pflanze. Was ist denn
das, Güte? Sie sind doch auch schon so Menschen begegnet, gütigen Menschen.
Die hätten auch Grund gehabt, motzig zu sein, die waren gütig. Die waren
voller Liebe. Die haben zugehört, die hatten das nette Wort, da wird
plötzlich so ganz einfach, so wie man es im Zusammenleben braucht. Wenn
Jesus, die Sonne, in unser Leben hinein leuchtet, dann muss man das spüren,
an der mitmenschlichen Güte, an der Gerechtigkeit. Es heißt doch, dass wir
makellos die Ordnungen Gottes bewahren. Und ganz treu drin verharren. Und
in der Wahrheit, in der ungeschminkten Wahrheit. Da ist kein Stück
Heuchelei nach außen hin, ein Schein soll das gar nicht sein. Christen sind
ja oft Meister in der Täuschung! Keine Heuchler, sondern wahre Leute, weil
Jesus das Licht in unser Leben hinein geht. Prüft das mal, prüft das, was
das ist. Was ist das bei euch? Paulus will es gar nicht mehr im Detail
jetzt ausmalen. Das müsst ihr selber prüfen. Zerbrecht euch mal darüber den
Kopf, prüft das einmal, was das ist.
Was ist jetzt zu tun?
Jetzt noch ein letzter Punkt: Ganz praktisch, was ist jetzt zu tun?
Habt nicht Gemeinschaft mit den Werken der Finsternis, straft sie vielmehr.
Ich las auch in diesen Tagen, das sei die erste Aufgabe der Christen, jetzt
auch nach diesem Sonntagstext, in der Welt tüchtig das Unrecht
anzuprangern, Ach, wissen sie, das macht doch schon die Presse, und es hat
auch keinen Wert, dass wir auch noch anprangern, was nützt es eigentlich.
Das Anprangern hat noch nie in der Welt etwas bewirkt. Hat es überhaupt
noch nie was bewirkt, dass sich was ändert, das Anprangern, Aufzeigen, das
ist doch Nichtchristen Artus man zum Fenster hinaus predigt und über andere
redet. Straft die Werke der Finsternis, das betrifft doch unser Leben. Ich
war etwas unglücklich über diesen Predigttext heute, ich dachte, es ist gar
kein Trost-Text für Sie. Kein Trostwort, und doch, es ist ein ganz enormes
Trostwort. Sie müssen einmal die dunklen Ecken ihres Lebens ins Licht Jesu
bringen. Da liegen ja auch Ihre Nöte und ihre Ängste drin, und Ihr Leiden
und Ihre Spannungen, die Sie schier Zerbrechen. Da kommt das schlechte
Gewissen und die Schuld. Bringen sie es doch ins Licht Jesu. Strafen sie
doch einmal die Werke der Finsternis in Ihrem Leben. Decken Sie das auf.
Ich bin in diesen Tagen immer mehr bedrückt, wenn man sieht, wie etwa
unsere auch Fernsehanstalten immer unverhohlener gottlose Werte
propagieren. Natürlich wird es heute immer unter dem Vorzeichen der
Diskussion getan. Das sind Dinge, die man gestern noch gar nicht dachte,
die heute schon praktisch jungen Menschen empfohlen werden, ob das
Perversität sind, ob das Verstoß gegen die Lebensordnungen Gottes ist, ich
will gar nicht darüber reden, über die Details. Paulus sagt: Wie ist das
bei euch, lebt ihr nicht viele dieser Dinge ganz heimlich, und schandbar.
In unserer Öffentlichkeit wird manchmal so darüber geredet, in den
Theaterstücken, in den Romanen wird darüber geredet, aber wehe wenn die
gleiche Welt einen Christen dabei ertappt, dann bricht sie über den den
Stab, weil sie genau wissen, was recht ist und was nicht recht ist. Und wir
Christen wissen genau, was Gotteswort Forderungen sind, und gebrochener der
Welt nicht streiten. Wir brauchen die Welt nicht richten, aber Sie müssen
wissen, dass die Gottesordnungen unverbrüchlich bestehen. Ob das unser
Geschlechtsleben noch ordnet, und dass ihr Ordnungen sind, ob das Ordnungen
sind in der Familie zu Eltern und zu Kindern, ob das unser Zusammenleben
ist. Die wenigen Verse vorher spricht Paulus von der Habgier. Das betrifft
den ganzen Bereich des Geldes. Habsucht und das Haben- Müssen der
materiellen Güter. Da spricht er von der Unreinigkeit, es betrifft die
zügellose Welt unserer Begierden und der Lust, und dann betrifft das unsere
mitmenschlichen Beziehungen. Und in allem hat Gott völlig klar in unser
Gewissen gesprochen, und hat es eindeutig gemacht, was Licht ist. Wenn ich
frei werden will von den dunklen Bedrückungen, dann muss ich ins Licht
kommen, und das im Licht ausbreiten. Hinter allem steckt ja immer mein Ich.
Das ist Kennzeichen für uns, diese hemmungslose Selbstverwirklichung heute.
Ich möchte meinen Egoismus ausleben nach meinem Gutdünken. Und das geht
nicht mehr. Erst wenn ich meine ganzen Gaben zur Ehre Gottes gebrauche, und
einsetze, und für ihn lebe, kann ich zur Erfüllung kommen. Nie macht Sünde
glücklich, nie. Sondern es belastet mich, und es liegt schwer auf mir. Und
es zieht mich in die Tiefe immer immer weiter, und es wuchert im
Unbewussten. Und das ist der Grund, warum es so viele Christen gibt, die
nicht fröhlich sein können, weil sie nie ihr Leben einmal gereinigt und
beleuchtet haben, was ist zu tun. Bring es doch in sein Licht. Das alles
aber wird offenbar, wenn es vom Licht aufgedeckt wird. Wir Christen müssen
über Sünde reden, wenn das nicht in unserer Verkündigung, in unseren
Bibelhauskreisen fortwährend beim Namen genannt wird, und jeder weiß, der
ist auch nicht besser als ich, aber er hat die Vergebung Jesu empfangen. Da
ist was geschehen, und ein Wunder es passiert, und das ist so groß, wenn
dann der Paulus sagt: wenn es ins Licht kommt, dann ist es wunderbar, dann
ist es gar nicht mehr belastend, sondern dann ist es bloß Freude: Mir ist
Erbarmung widerfahren, Erbarmen, die ich nie verdient habe, und die ich nie
wert war. Und das wollen wir sagen, bis ans Lebensende, wir sind nicht
besser als andere, aber wir haben die Güte Jesu wunderbar und unverdient
empfangen. Darum schließt er und sagt: Wache auf, der du schläfst, wache
auf, dann wird dich Christus erleuchten. Wach auf, steh auf von den Toten.
Ob dieses Licht uns jetzt wirklich ganz erfüllt, ob dieses Licht uns ganz
prägt, das ist jetzt die Frage, ob das bei Ihnen geschieht, und es ist auch
bei Ihnen wichtig, was sie jetzt tun, wenn Sie nach Hause kommen. Ob Sie
das umsetzen, und sagen: So, ich will bloß noch im Lichte stehen, und für
mich soll das gelten, was wir nachher bei der Abendmahlfeier singen:
Erneure mich, o ewiges Licht, und mach mich ganz neu, dass ich das ganz
fest weiß: Ich gehöre Jesus, und ich bin von ihm gereinigt, und sein
Eigentum, und dann gilt mir auch der große Trost: Nichts kann mich mehr von
ihm trennen. Amen.
